Forum / Liebe & Beziehung

Neue Partnerin recht kühl/ unempathisch

30. Dezember 2020 um 9:59 Letzte Antwort: 31. Dezember 2020 um 18:06

Hallo liebes Forum,
halle liebe Frauen,

ich hoffe auf eure Hilfe bei meinen Fragen.

Ich (m 31) habe vor ca. 6 Wochen nach langer Single Zeit (2 Jahre) eine Frau (30) kennengelernt, bei der ich nach der langen Zeit auch wieder mal das Gefühl habe, Gefühle zulassen zu können.

Wir haben uns von Anfang an super verstanden, ich mag grundsätzliche ihre herzliche liebe Art, wäre das nicht diese gewisse "Empathielosigkeit".

Sie ist relativ schnell was das Thema "Zusammensein" und "Beziehung" angeht. Sie sieht uns seit einigen Wochen als Paar, was ich grundsätzlich nicht zu schnell finde, wenn denn alles passt, wobei ich mir da auch eher Zeit lasse, was das Thema angeht.

Ihre Freunde und ihre Tante wissen, dass es mich gibt und das wir ein Paar sind. Von meiner Seite aus wissen es meine Freunde.

Ich verbringe Zeit sehr gern Zeit mit ihr, so wie es sich meiner Meinung nach auch "gehört", wenn man frisch zusammen ist.

Von Ihrer Seite her ist das gar nicht so. Wenn wir Abends auf der Couch liegen war es Anfangs das höchste der Gefühle sich mal aneinander ran zu legen, oder die Hand auf den Schoß des anderen zu legen. Keine Kuschelbedürftigkeit, keine wirklich Nähe abseits vom Sex. Ich habe sie darauf angesprochen und sie meinte, dass sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht und eine Art "Schutzschild" aufgebaut hat und sowas wie Nähe von ihrem Ex-Partner nicht bekommen hat. Sie hat von ihm keine Bestätigung bekommen, keine netten Worte, keine Zärtlichkeiten, nichts - und das obwohl sie sich nur am Wochenende gesehen haben. Ich frage mich wirklich, ob da Liebe im Spiel war.. ich kann es mir nicht vorstellen.

Sie möchte sich jedenfalls ändern und sowas wie oben beschrieben auch wieder zulassen.
Etwas hat sie sich auch schon geändert, sie kuschelt sich auf der Couch auch mal ran, legt ihren Kopf auf meine Brust usw.. ich empfinde das schon als Fortschritt.

Wenn wir allerdings mit dem Hund unterwegs sind, mehrere Stunden, zeigt sie nie die Initiative, auch mal "Händchen zu halten", oder sich "einzuhenkeln" oder mal in den Arm zu nehmen, oder sich mal zu küssen... oder.... Ich komme mir irgendwann ziemlich komisch vor, immer die Intitiative zu ergreifen und obwohl ich ein recht einfühlsamer und liebevoller Mann bin, komme ich mir irgendwann auch zu "weich" neben ihr vor.

Ich habe auch nicht das Gefühl, dass sie so gerne Zeit mit mir verbringt, wie ich es gerne mit ihr würde. Wir hätten oft die Gelegenheit gehabt, uns nach der Arbeit zu sehen und zumindest die Nacht gemeinsam zu verbringen, auch wenn sie eher raus muss zur Arbeit als ich. Leider kommen solche Vorschläge nicht von ihr.

Sie muss auf Grund eines mit Corona-Infizierten Kollegens seit gestern für 2 Wochen in häuslicher Quarantäne bleiben. Mir ist bewusst, dass wir uns in dieser Zeit nicht sehen dürfen, aber darf ich als Partner nicht etwas "wehmut" erwarten, oder Worte wie "Jetzt können wir uns 2 Wochen nicht sehen, das ist......"? Stattdessen sagt sie, sie kann jetzt ihren Hund oder ihre Großeltern 2 Wochen nicht sehen. Von mir war da keine Rede.

Mir fehlt dieses Gefühl, welches man gerade am Anfang einer Beziehung noch mehr hat als nach vielen Jahren, dieses Gefühl "gemocht" und begehrt zu werden. Ich fühle mich stattdessen wie ein "Kumpel", bei dem es zwar schön ist, wenn er da ist, aber auch nicht weiter schlimm, wenn eben nicht.

Wenn ich sie vorsichtig drauf anspreche, sagt sie, dass sie es ja eh nicht ändern kann, und sie sich lieber auf das Wiedersehen freut, anstatt sich schlechte Gedanken zu machen.
Was soll ich sagen? Es ist löblich das so zu sehen, aber dennoch fühlt es sich für mich irgendwie merkwürdig an.

Wenn ich ihr mal Komplimente mache (keine Sorge, ich mache das nicht jeden Tag 5x) ist sie sehr gerührt, da sie sowas in ihren vergangenen Beziehungen nie bekommen hat (Wertschätzung und Bestätigung).

Wenn ich ihr sage, dass ich sie gerne habe, mich bei ihr wohlfühle, oder das ich sie lieb habe, kommt als Antwort nur "das ist schön" mit einem dicken Lächeln im Gesicht. Erwidern kann sie es aber nicht. Sie sagt, dass sie lange braucht, um sowas "herauszubekommen".

Was soll ich nur machen? Ist es zu viel verlangt, ein Gefühl des "vermissens" zu bekommen, oder etwas mehr Empathie? Es macht mich ganz schön traurig, wenn ich ehrlich bin.

Wäre sie mit den anderen Dingen (Zusammensein, Beziehung) nicht so pforsch, würde ich das gar nicht so eng sehen.. aber das passt alles nicht so wirklich zusammen.

Achja, ich klammere nicht und möchte auch nicht permanent Zeit mit ihr verbringen, da ich auch meine Hobbys usw. habe.. aber naja..

Ich danke euch schon mal, für eure Antworten.

Lieben Gruß

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30. Dezember 2020 um 10:03

Was ich vergessen habe zu erwähnen:

Ich habe das Gefühl, dass sie nette Worte wie "Ich freue mich auf dich" oder "Ich habe dich sehr gern" nur schreiben kann (sagen geht wie oben beschrieben nicht), wenn sie auch sexuell erregt ist.
Sex spielt in ihrem Leben eine ziemlich große Rolle und was soll ich sagen, mich als Mann freut das natürlich. Nur leider ist Sex eben nicht alles. Das Zwischenmenschliche ist mindestens genauso wichtig...

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30. Dezember 2020 um 10:54

Tut mir leid, ich weiß nicht so recht was in solchen Menschen vorgeht, die kein klares Verhalten zum Ausdruck bringen. Inkonsequent. 

Sich auf die Vergangenheit zu berufen, darauf ausruhen empfinde ich als sehr unfair denen in der Gegenwart gegenüber stehenden Menschen. 

Ich würde mich an deiner Stelle zurückziehen. Diese Hinweise in Ihrem Umgang würde ich nicht unberücksichtigt lassen. 

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30. Dezember 2020 um 10:57

Ambivalenz ist keine (positive) Basis, um darauf aufbauen zu können...

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30. Dezember 2020 um 11:52

Nicht einfach Dir etwas anzuraten. Ich vermute ihr müsst wie beide aufeinander zugehen.

Ich denke das Gefühl gemocht und begehrt zu werden, das hört sich danach an, was die Frau will. Du als Mann magst und begehrst doch Deine Freundin. Speziell auf eine körperliche, intime Weise begehrst Du sie sehr. Das passt doch auch gut in Deiner Beziehung, so wie Du schreibst. Mögen aber musst Du als Mann insbesondere Dich selbst. Das kann sich vielleicht gar egoistisch anhören. Das ist es aber nicht. Und wenn doch, dann braucht es das so. Wenn Du Dich nicht selbst liebst, dann bist bzw. wärst Du gar nicht fähig eine Frau zu lieben.
Was ich damit sagen will, ich denke eine gewisse Asymetrie liegt in unserer Natur. Nicht mal so, dass Du weniger zurück bekommst, aber irgendwie anders.

Frauen können gewöhnlich gut über ihre Gefühle sprechen. Es scheint mir, wie wenn Deine Freundin das nicht gut kann. Ich weiss nicht wie es dazu kam. Sagt sie "das ist schön" mit einem dicken Lächeln, dann ist sie doch offensichtlich glücklich. Vielleicht ist sie sich gewöhnt Glücksgefühle dann sehr für sich zu behalten. Wurde ihr in bisherigen Beziehungen das so wie jeweils wieder genommen, wenn sie das bekundet? So dass sie sich angewöhnt hat, nichts zu sagen an dem man sie festmachen könnte?
Denn tatsächlich willst Du als Mann ja diese Gefühle. Das ist ihrerseits weiblich und gibt Dir wiederum Bestätigung zurück, z.B. dass sie Dich braucht um glücklich zu sein.

Ich denke das ist immer der viel schwierigere Teil, wenn Du quasi jemand anderen ändern musst. Bin nicht der Ansicht, dass es unmöglich ist. Sage nicht so schnell "such Dir einfach jemand anders". Aber es ist einfacher, wenn es um einem selbst geht.
Hast Du sie denn mal gefragt wie sie sich fühlt? Ganz allgemein oder z.B. dann, wenn Du ihr Komplimente machst. Vielleicht solltest Du sogar sehr oft fragen. Nun nicht, wenn sie sich dann angegriffen oder bedroht fühlt. Aber wenn es gut läuft, vielleicht gewöhnt sie sich dran, vertraut Dir irgendwann und spricht irgendwann von sich aus über ihre Gefühle.
Ansonsten denke ich damit sie sich ändert, muss sie zuerst das Problem selbst erkennen. Vielleicht so etwas wie ein Vertrauensproblem. Danach in kleinen Schritten angehen und lösen.
Viel Erfolg

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30. Dezember 2020 um 12:10

Ich würde einfach öfters die Initiative ergreifen . 
Einer muß es ja tun. Und wenn sie das nicht will dann halt du.
Ob es ihr gefällt merkst du dann schon. 

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30. Dezember 2020 um 12:19

Ich kenne das aus eigener Erfahrung mit einem Mann genauso. Dieser ist einfach nicht in der Lage, irgendwas Gefühlsmäßiges zu sagen. Auch das mit den Gesten und Berührungen ist nicht sein Ding. Das ist echt schwierig und kann einen wirklich fertigmachen, gerade wenn man selbst so ganz anders gestrickt ist. 
Diese Menschen haben irgendein Manko, irgendein Trauma, warum sie Probleme mit gefühlsmäßigen Worten oder Gesten haben, Kindheit, irgendeine verkorkste Partnerschaft wie bei deiner Freundin.. aber sie zeigen dir auf andere Art und Weise ihre Gefühle. Da muss man einfach zwischen den Zeilen lesen und jede Anmerkung oder Handlung anders beurteilen. Das ist echt anstrengend und kann eine Partnerschaft so belasten, dass sie auseinandergeht, aber ich denke, solche Menschen kann man nicht ändern. Nur viel Verständnis zeigen, so schwer das auch fällt. Da ist immer die Frage, was ist mir dieser Mensch wert? Falls er so wertvoll für dich ist, musst du einfach so hinnehmen, nicht ohne aufzugeben, aber eben erstmal damit abfinden, um dann, wenn man wirklich vertrauter ist, nochmal die Sache anzugehen. Und siehe da, irgendwann wird das auch besser werden.

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30. Dezember 2020 um 12:53

Es gibt eben auch Menschen, die länger brauchen um sich zu öffnen. Erst recht, wenn sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. So wie Du schreibst, gibt es ja auch bereits Fortschritte und sie bemüht sich. Eine Ambivalenz in ihrem Verhalten sehe ich nicht wirklich. Manche Dinge fallen ihr einfach leichter und manche nicht. 

Ihr kennt Euch gerade einmal 6 Wochen und seid noch dabei euch kennenzulernen und aneinander zu gewöhnen. Du entscheidest, ob Du ihr die Zeit geben möchtest oder ob Dir das zu anstrengend ist. 

Bei Dir lese ich eine relativ hohe Erwartungshaltung heraus, wie es zwischen Euch in Deinen Augen laufen sollte. Den Stempel "Empathielosigkeit" hast Du recht schnell vergeben. Hast Du denn mit ihr über Deine Gefühle gesprochen? Was bräuchte es denn genau, damit die Kennenlernphase für Dich vielversprechender aussähe? 

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30. Dezember 2020 um 13:09

Sie hat schlechte Erfahrungen gemacht in der letzten Beziehung. Dies komplett außen vor lassen in einer neuen Beziehung, die gerade erst begonnen und quasi noch in der Kennenlernphase ist, ist wirklich viel verlangt. Je nachdem, was sie so erlebt hat, kann sie nicht von jetzt auf gleich umschalten und mal eben so wieder Nähe zulassen, Gefühle klar äußern ect.

Ich denke, das wird noch kommen, immer ein Stück mehr. Ich schätze, sie hat Angst erneut verletzt zu werden und schützt sich mit ihrem passiven Verhalten davor.
Finde ich in so einem frühen Stadium der Beziehung ok. Ist nur die Frage, ob du bereit bist, ihr noch mehr Zeit zu geben, um zu schauen, ob sie aktiver wird oder nicht. Das musst du für dich entscheiden. 

Ich meine, du darfst nicht vergessen, dass ihr gerade mal einige Wochen zusammen seid. 

Nach dem Tod meines ersten Freundes habe ich in einer neuen Beziehung auch nicht mehr so schnell Nähe zugelassen und auch nicht vorschnell über Liebe gesprochen, um mich vor Verletzung zu schützen. Aber das kam dann von selber innerhalb des Kennenlernens und der ersten Zeit. Ich musste erstmal ein gewisses Vertrauen aufbauen, bevor ich mich wieder gänzlich öffnen konnte.
Entweder hat der neue Partner, in deinem Fall Du, die Geduld dazu oder eben nicht.

Vielleicht stellt sich auch irgendwann heraus, dass auch Zeit nichts an ihrer Passivität ändert, sondern dass die einfach ein geringeres Nähebedürfnis hat, als du.
Sollte das sein, wäre eine Beziehung eher nicht so befriedigend für dich. Dann passt es einfach nicht. 

Ich denke jedoch, du solltest euch noch Zeit geben und schauen, wie sich alles entwickelt. Ich glaube, nach dem, was du schilderst, dass sie sich wohlfühlt bei und mit dir, aber noch vorsichtig ist mit Gefühlsbekundungen und Nähe, aufgrund ihrer früheren Beziehung. 
Wichtig ist nur, dass sie nicht ewig so verschlossen bleibt, das hat jede Geduld auch ein Ende...
Ich glaube, du machst das schon ganz richtig, indem du ihr zeigst, dass du sie gern hast und somit ihr Vertrauen gewinnst.
 

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30. Dezember 2020 um 14:06
In Antwort auf

Was ich vergessen habe zu erwähnen:

Ich habe das Gefühl, dass sie nette Worte wie "Ich freue mich auf dich" oder "Ich habe dich sehr gern" nur schreiben kann (sagen geht wie oben beschrieben nicht), wenn sie auch sexuell erregt ist.
Sex spielt in ihrem Leben eine ziemlich große Rolle und was soll ich sagen, mich als Mann freut das natürlich. Nur leider ist Sex eben nicht alles. Das Zwischenmenschliche ist mindestens genauso wichtig...

Puh das liest sich echt schwierig.
Macht doch mal zusammen so einen Partner Tantra Massage Kurs, das soll wahre Wunder bewirken sagt man. Also ob sie jetzt "wirklich" emphatielos ist, oder ehr traumatisiert, das könnte allenfalls nur jemand beurteilen wo sich mit Psychologie auskennt.
Ich wünsche euch beiden nur das Beste für die weitere Zukunft. 🍀 

morgana 

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31. Dezember 2020 um 9:10

Hallo ihr Lieben,

ich bin ja überwältigt über die vielen positiven Nachrichten. Ich freue mich, dass ihr mich zum "durchhalten" motiviert.

Bevor ich auf die ganzen Antworten eingehen möchte, möchte ich euch noch sagen, dass wir gestern lange telefoniert haben und ich sie auch mit dem Thema Empathie und Gefühle usw. "konfrontiert" habe. Ich würde sowas zwar lieber persönlich bereden, aber Quarantäne sei Dank, wäre das erst Mitte Januar möglich gewesen, dass wäre mir wirklich zu lange. Ich mache mir immer ziemlich viele Gedanken über alles und zerdenke viele Sachen einfach, dass nervt mich selber etwas. Hat jemand einen Tipp, wie ich in dieser Hinsicht etwas ruhiger werden kann? Bücher etc.? Auch bin ich ansich ziemlich konfliktscheu und scheue solche Unterhaltungen normalerweise, aber ich bin auf dem Weg der Besserung und versuche öfter auszusprechen, was mir zu Denken gibt, etc..

Jedenfalls hat sie mir ein wenig von ihren letzten Beziehungen erzählt und das sie zwei der drei längeren Beziehungen betrogen haben und einmal sogar ein Kind, während des Fremdgehens entstanden ist. Sie war wohl wirklich verliebt und dachte "das ist der Mann fürs Leben" und wurde dann wirklich enttäuscht. Bei den anderen beiden war es ähnlich: Fremdgehen und einmal ohne Kommentar die Beziehung beendet nach einem halben Jahr. Ich kann mir schon vorstellen, dass man dann eine gewisse Mauer um sich aufbaut.

Auf mein "Bedürfnis" nach mehr Zuwendung oder wie man es auch nennen mag, wusste sie nicht was sie sagen soll. Ich glaube ich habe da in einen "Nerv getroffen". Sie war danach etwas geknickt, hat sich aber nicht von mir abgewandt. Sie meinte das sie durchaus in der Lage ist, Gefühle zu zeigen und zu lieben, konnte das aber nicht mal in dem halben Jahr ihrer letzten Beziehung. Ob ich so viel Geduld habe weiß ich nicht. Ich muss lernen, mir nicht immer so viele Gedanken zu machen und mein Glück nicht von ihr abhängig zu machen. Das sagt sich aber alles so leicht. Ich bin da wirklich für Tipps offen. Das wäre zumindest etwas, was ich von meiner Seite aus machen kann, um einen Kompromiss einzugehen.

Ich möchte diese junge Beziehung jedenfalls nicht nach so kurzer Zeit wegwerfen/aufgeben, in dieser "Wegwerfgesellschaft", in der wir momentan beziehungstechnisch leben.

​Jetzt suche ich verzweifelt nach der "Zitat einfügen - Option". Geht das hier nicht? Muss ich auf jeden Beitrag einzeln antworten?

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31. Dezember 2020 um 9:24
In Antwort auf

Tut mir leid, ich weiß nicht so recht was in solchen Menschen vorgeht, die kein klares Verhalten zum Ausdruck bringen. Inkonsequent. 

Sich auf die Vergangenheit zu berufen, darauf ausruhen empfinde ich als sehr unfair denen in der Gegenwart gegenüber stehenden Menschen. 

Ich würde mich an deiner Stelle zurückziehen. Diese Hinweise in Ihrem Umgang würde ich nicht unberücksichtigt lassen. 

Ich glaube, ich muss wirklich unter jedem Beitrag auf "Antworten" drücken

Zu deiner Nachricht, sonnenwInd4:

Was in ihr vorgeht weiß ih nicht zu 100%. Von schlechten Erfahrungen bis hin zu "sie ist einfach so" ist alles drin.

Das mit der Vergangenheit ist richtig und unfair, dass stimmt. Nur wie soll man es von heute auf morgen abstellen, also dieses Verhalten? Ich stelle mir das schwer vor. Ich habe glücklicherweise keine Schutzwand aufgebaut, war nur lange Zeit nicht dazu in der Lage, Gefühle zuzulassen, egal wie viel Mühe sich die Frauen gegeben haben.

Das mit dem zurückziehen ist ein gut gemeinter Rat, aber dann könnte ich die Beziehung wahrscheinlich auch gleich beenden. Entweder ich habe Verständnis für ihre Reaktionen  bzw. ihre Art, oder nicht

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31. Dezember 2020 um 9:39
In Antwort auf

Nicht einfach Dir etwas anzuraten. Ich vermute ihr müsst wie beide aufeinander zugehen.

Ich denke das Gefühl gemocht und begehrt zu werden, das hört sich danach an, was die Frau will. Du als Mann magst und begehrst doch Deine Freundin. Speziell auf eine körperliche, intime Weise begehrst Du sie sehr. Das passt doch auch gut in Deiner Beziehung, so wie Du schreibst. Mögen aber musst Du als Mann insbesondere Dich selbst. Das kann sich vielleicht gar egoistisch anhören. Das ist es aber nicht. Und wenn doch, dann braucht es das so. Wenn Du Dich nicht selbst liebst, dann bist bzw. wärst Du gar nicht fähig eine Frau zu lieben.
Was ich damit sagen will, ich denke eine gewisse Asymetrie liegt in unserer Natur. Nicht mal so, dass Du weniger zurück bekommst, aber irgendwie anders.

Frauen können gewöhnlich gut über ihre Gefühle sprechen. Es scheint mir, wie wenn Deine Freundin das nicht gut kann. Ich weiss nicht wie es dazu kam. Sagt sie "das ist schön" mit einem dicken Lächeln, dann ist sie doch offensichtlich glücklich. Vielleicht ist sie sich gewöhnt Glücksgefühle dann sehr für sich zu behalten. Wurde ihr in bisherigen Beziehungen das so wie jeweils wieder genommen, wenn sie das bekundet? So dass sie sich angewöhnt hat, nichts zu sagen an dem man sie festmachen könnte?
Denn tatsächlich willst Du als Mann ja diese Gefühle. Das ist ihrerseits weiblich und gibt Dir wiederum Bestätigung zurück, z.B. dass sie Dich braucht um glücklich zu sein.

Ich denke das ist immer der viel schwierigere Teil, wenn Du quasi jemand anderen ändern musst. Bin nicht der Ansicht, dass es unmöglich ist. Sage nicht so schnell "such Dir einfach jemand anders". Aber es ist einfacher, wenn es um einem selbst geht.
Hast Du sie denn mal gefragt wie sie sich fühlt? Ganz allgemein oder z.B. dann, wenn Du ihr Komplimente machst. Vielleicht solltest Du sogar sehr oft fragen. Nun nicht, wenn sie sich dann angegriffen oder bedroht fühlt. Aber wenn es gut läuft, vielleicht gewöhnt sie sich dran, vertraut Dir irgendwann und spricht irgendwann von sich aus über ihre Gefühle.
Ansonsten denke ich damit sie sich ändert, muss sie zuerst das Problem selbst erkennen. Vielleicht so etwas wie ein Vertrauensproblem. Danach in kleinen Schritten angehen und lösen.
Viel Erfolg

Ja, das mit dem aufeinander Zugehen sagt sich aber auch wieder so leicht. Ich bin dazu durchaus bereit und auch in der Lage Kompromisse zu machen, anders wird es nicht. Sie sagt zwar, dass sie auch kompromissbereit ist, nur wird sich das noch zeigen, ob es auch wirklich so ist.

Das mit dem "sich selbst lieben, um andere lieben zu können" ist so eine Sache. Ich habe mich in den letzten Jahren in dieser Hinsicht positiv verändert. Vor einigen Jahren hatte ich nur ein sehr geringes Selbstwertgefühl, mittlerweile ist es etwas stärker ausgeprägt und ist auch noch am wachsen. Aber so richtig "selbst lieben" kann ich mich noch nicht.

Ich habe bisher auch nur Frauen kennengelernt, die gut über ihre Gefühle sprechen können. Eigentlich sind es doch wir Männer, die darin nicht so gut sind (könnte man meinen). Daher ist es auch momentan völliges Neuland für mich.

Sie ist schon glücklich, wenn sie das sagt, ja. Sie bringt es dann einfach nicht über die Lippen, daselbe bzw. etwas ähnliches zu sagen. Sie meinte gestern auch, dass sie da eher der Ansicht ist "Taten sprechen mehr als Worte".

Wie dieser Sachverhalt speziell in ihren letzten Beziehungen war, weiß ich nicht. Ich denke nicht, dass sie das oft zu hören bekommen hat, da sie einfach keine Bestätigung bekommen hat. Unvorstellbar für mich...

Etwas Bestätigung, dass sie sich genau so wohlfühlt wie ich wäre schon schön. Es müssen ja keine überschwenglichen Gefühle sein, aber so ein wenig? 

Ich möchte sie ja gar nicht ändern, etwas Kompromissbereitschaft wäre schon toll. Jeder muss sich dem anderen halt etwas annähern, sonst passt es einfach nicht.

"Sie fragen wie sie sich fühlt": Ich frage sie ab und an, ob es ihr gut geht, oder ob sie sich wohlfühlt. Das "bejat" sie jedes mal, mit einem Lächeln. Nach einem Kompliment ist sie meistens gerührt, wird rot und weiß nicht was sie sagen soll. Da habe ich bisher noch nicht gefragt, wie sie sich fühlt.

Ob sie ihr Verhalten tatsächlich als Problem sieht, wage ich zu bezweifeln. Sie sieht das eher als "so bin ich eben". Ich werde wohl sehen müssen, was die Zukunft so bringt. Ich habe schon den Willen uns eine Chance zu geben und ich habe auch den Willen das eine ganze zu Weile zu probieren, aber irgendwann ist meine Geduld auch zu Ende. Nur zu verlieren habe ich eigentlich nichts, also warum nicht probieren?

Danke für deine Worte!

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31. Dezember 2020 um 9:41
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Ich würde einfach öfters die Initiative ergreifen . 
Einer muß es ja tun. Und wenn sie das nicht will dann halt du.
Ob es ihr gefällt merkst du dann schon. 

In welcher Hinsicht meinst du?

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31. Dezember 2020 um 9:45
In Antwort auf

Ich kenne das aus eigener Erfahrung mit einem Mann genauso. Dieser ist einfach nicht in der Lage, irgendwas Gefühlsmäßiges zu sagen. Auch das mit den Gesten und Berührungen ist nicht sein Ding. Das ist echt schwierig und kann einen wirklich fertigmachen, gerade wenn man selbst so ganz anders gestrickt ist. 
Diese Menschen haben irgendein Manko, irgendein Trauma, warum sie Probleme mit gefühlsmäßigen Worten oder Gesten haben, Kindheit, irgendeine verkorkste Partnerschaft wie bei deiner Freundin.. aber sie zeigen dir auf andere Art und Weise ihre Gefühle. Da muss man einfach zwischen den Zeilen lesen und jede Anmerkung oder Handlung anders beurteilen. Das ist echt anstrengend und kann eine Partnerschaft so belasten, dass sie auseinandergeht, aber ich denke, solche Menschen kann man nicht ändern. Nur viel Verständnis zeigen, so schwer das auch fällt. Da ist immer die Frage, was ist mir dieser Mensch wert? Falls er so wertvoll für dich ist, musst du einfach so hinnehmen, nicht ohne aufzugeben, aber eben erstmal damit abfinden, um dann, wenn man wirklich vertrauter ist, nochmal die Sache anzugehen. Und siehe da, irgendwann wird das auch besser werden.

Wie bist du mit dieser Erfahrung fertig geworden? Konntest du dich arrangieren?

Ich weiß nicht, wie lange ich bereit bin Geduld zu üben. Ich lasse das einfach mal auf mich zukommen. Gestern haben mir meine Gedanken ganz schön den Kopf "zermartert". Diese Gedanken waren wie weggeblasen, als ich mit ihr drüber geredet habe.

Ich hoffe wirklich sehr, dass sich die Geduld irgendwann auszahlen wird und das zutrifft, was du sagst.

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31. Dezember 2020 um 9:55
In Antwort auf

Es gibt eben auch Menschen, die länger brauchen um sich zu öffnen. Erst recht, wenn sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. So wie Du schreibst, gibt es ja auch bereits Fortschritte und sie bemüht sich. Eine Ambivalenz in ihrem Verhalten sehe ich nicht wirklich. Manche Dinge fallen ihr einfach leichter und manche nicht. 

Ihr kennt Euch gerade einmal 6 Wochen und seid noch dabei euch kennenzulernen und aneinander zu gewöhnen. Du entscheidest, ob Du ihr die Zeit geben möchtest oder ob Dir das zu anstrengend ist. 

Bei Dir lese ich eine relativ hohe Erwartungshaltung heraus, wie es zwischen Euch in Deinen Augen laufen sollte. Den Stempel "Empathielosigkeit" hast Du recht schnell vergeben. Hast Du denn mit ihr über Deine Gefühle gesprochen? Was bräuchte es denn genau, damit die Kennenlernphase für Dich vielversprechender aussähe? 

Das mit den Fortschritten habe ich anscheinend falsch gedeutet.
Ich habe ihr gestern gesagt, dass ich es schön finde, dass sie auch von sich aus öfters mal Nähe sucht. Ihre Antwort darauf war: Ich bin immer noch so wie ich bin und habe daran nichts bewusst geändert... 
Das ist irgendwie nicht schön zu hören, aber naja, zumindest kommt es mir so vor, dass sie sich da ändert, wenn anscheinend auch unterbewusst.

Ich möchte ihr gerne Zeit geben und Sicherheit vermitteln. Ich muss nur mit den negativen Gedanken fertig werden, die irgendwann in mir keimen, wenn ich nie irgendwas zurückbekomme, von der Zuneigung die ich investiere. Wie gesagt "zerdenke" ich viele Sachen und das belastet mich selber.

Naja, ob meine Erwartungshaltung so hoch ist, weiß ich nicht. Ich kenne diesen "kühlen Typ Frau" einfach nicht. Meine letzten Partnerinnen haben mir immer das Gefühl gegeben, dass ich ihnen wichtig bin und das sie sich auf mich freuen usw. Das ist ein schönes Gefühl. Vielleicht bin ich auch nur zu verwöhnt?

Über meine Gefühle haben wir gestern mal gesprochen. Sie wusste wie in meinem Beitrag erwähnt, nicht was sie darauf sagen soll. Ich habe ihr auch gesagt, dass es sich für mich teilweise so anfühlt, dass es zwar schön ist, wenn ich da bin, aber auch nicht schlimm ist wenn nicht. Darauf wusste sie auch nichts zu sagen.. Nicht mal erwidern konnte sie es in dem Moment, getreu dem Motto "natürlich verbringe ich gern Zeit mit dir, oder klar freue ich mich auf dich".. Nein, die Antwort war: Da weiß ich gar nicht was ich zu sagen soll und ihre Standard-Antwort: Warum soll ich mich drüber ärgern, dass wir uns nicht sehen? Ich freue mich lieber auf unser Wiedersehen.

Eine Kennenlernphase ist für mich vielversprechend, wenn ich auch merke, dass ich meiner Partnerin oder was auch immer "wichtig" bin, dass sie sich wohlfühlt in meiner Nähe, dass sie sich auf ein Wiedersehen freut, das Gefühl miteinander Zeit verbringen zu wollen.. Das muss nicht von jetzt auf gleich da sein, aber wenn man sich von Beginn an sympathisch ist, war es in der Vergangenheit meistens so, dass sich die Frau auch zunehmend mehr gefreut hat und das auch zum Ausdruck gebracht hat.

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31. Dezember 2020 um 10:02
In Antwort auf

Sie hat schlechte Erfahrungen gemacht in der letzten Beziehung. Dies komplett außen vor lassen in einer neuen Beziehung, die gerade erst begonnen und quasi noch in der Kennenlernphase ist, ist wirklich viel verlangt. Je nachdem, was sie so erlebt hat, kann sie nicht von jetzt auf gleich umschalten und mal eben so wieder Nähe zulassen, Gefühle klar äußern ect.

Ich denke, das wird noch kommen, immer ein Stück mehr. Ich schätze, sie hat Angst erneut verletzt zu werden und schützt sich mit ihrem passiven Verhalten davor.
Finde ich in so einem frühen Stadium der Beziehung ok. Ist nur die Frage, ob du bereit bist, ihr noch mehr Zeit zu geben, um zu schauen, ob sie aktiver wird oder nicht. Das musst du für dich entscheiden. 

Ich meine, du darfst nicht vergessen, dass ihr gerade mal einige Wochen zusammen seid. 

Nach dem Tod meines ersten Freundes habe ich in einer neuen Beziehung auch nicht mehr so schnell Nähe zugelassen und auch nicht vorschnell über Liebe gesprochen, um mich vor Verletzung zu schützen. Aber das kam dann von selber innerhalb des Kennenlernens und der ersten Zeit. Ich musste erstmal ein gewisses Vertrauen aufbauen, bevor ich mich wieder gänzlich öffnen konnte.
Entweder hat der neue Partner, in deinem Fall Du, die Geduld dazu oder eben nicht.

Vielleicht stellt sich auch irgendwann heraus, dass auch Zeit nichts an ihrer Passivität ändert, sondern dass die einfach ein geringeres Nähebedürfnis hat, als du.
Sollte das sein, wäre eine Beziehung eher nicht so befriedigend für dich. Dann passt es einfach nicht. 

Ich denke jedoch, du solltest euch noch Zeit geben und schauen, wie sich alles entwickelt. Ich glaube, nach dem, was du schilderst, dass sie sich wohlfühlt bei und mit dir, aber noch vorsichtig ist mit Gefühlsbekundungen und Nähe, aufgrund ihrer früheren Beziehung. 
Wichtig ist nur, dass sie nicht ewig so verschlossen bleibt, das hat jede Geduld auch ein Ende...
Ich glaube, du machst das schon ganz richtig, indem du ihr zeigst, dass du sie gern hast und somit ihr Vertrauen gewinnst.
 

Wie gesagt, bin ich durchaus bereit uns eine Chance zu geben. Nur wie lange ich Geduld üben möchte, weiß ich nicht. Ich denke da gibt es keinen festen "Wert". Ich werde sehen, ob sie sich ändert, wenn auch nur in kleinen Schritten.

Das sie sich nach so vielen schlechten Erlebnissen eine Mauer gebaut hat, nehme ich ihr natürlich nicht übel, im Gegenteil, ich wäre sicher genauso. Nur leider ist es eine denkbar schlechte Basis für eine frische Beziehung, da Man(n) ja nicht wirklich etwas dafür kann, was die anderen "verbockt" haben.

Es tut mir Leid zu hören, dass du solch einen Verlust hattest und ich finde es gut, dass du dich selbst nach solch einem Ereigniss wieder öffnen konntest. Das gelingt sicher nicht vielen/allen.

Danke für deine zuversichtlichen Worte. Nur wie kann ich sie denn noch unterstützen und zeigen, dass sie mir vertrauen kann?

Leider ist es manchmal ein Teufelskreis. Bin ich mal wieder enttäuscht darüber, wie distanziert sie in gewisser Hinsicht ist, fällt es mir schwer ihr gut zu zureden etc., da ich dann einfach enttäuscht bin. Das würde ich ganz gerne an mir abstellen wollen...

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31. Dezember 2020 um 10:05
In Antwort auf

Puh das liest sich echt schwierig.
Macht doch mal zusammen so einen Partner Tantra Massage Kurs, das soll wahre Wunder bewirken sagt man. Also ob sie jetzt "wirklich" emphatielos ist, oder ehr traumatisiert, das könnte allenfalls nur jemand beurteilen wo sich mit Psychologie auskennt.
Ich wünsche euch beiden nur das Beste für die weitere Zukunft. 🍀 

morgana 

In welcher Hinsicht soll das denn Wunder wirken? Ich habe mich bisher noch nicht so sehr mit Tantra beschäftigt. Corona wird das leider noch eine ganze Weile unmöglich machen.

Das mit der empathielosigkeit bzw. traumatisiertheit ist sicher richtig. Leider fühlt es sich manchmal so an.

Manchmal fühlt es sich an, als sei ich ein guter Freund für sie, aber eben nicht "der" Freund, der ich in ihren Augen bin, bzw. sein sollte.

Ein merkwürdiges Gefühl...

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31. Dezember 2020 um 11:03

Auf der einen Seite magst du ihre liebevolle, herzliche Art und dann sagst du im nächsten Satz, dass sie kühl und empathielos ist? Passt für mich irgendwie nicht so ganz zusammen...

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31. Dezember 2020 um 12:26
In Antwort auf

Hallo ihr Lieben,

ich bin ja überwältigt über die vielen positiven Nachrichten. Ich freue mich, dass ihr mich zum "durchhalten" motiviert.

Bevor ich auf die ganzen Antworten eingehen möchte, möchte ich euch noch sagen, dass wir gestern lange telefoniert haben und ich sie auch mit dem Thema Empathie und Gefühle usw. "konfrontiert" habe. Ich würde sowas zwar lieber persönlich bereden, aber Quarantäne sei Dank, wäre das erst Mitte Januar möglich gewesen, dass wäre mir wirklich zu lange. Ich mache mir immer ziemlich viele Gedanken über alles und zerdenke viele Sachen einfach, dass nervt mich selber etwas. Hat jemand einen Tipp, wie ich in dieser Hinsicht etwas ruhiger werden kann? Bücher etc.? Auch bin ich ansich ziemlich konfliktscheu und scheue solche Unterhaltungen normalerweise, aber ich bin auf dem Weg der Besserung und versuche öfter auszusprechen, was mir zu Denken gibt, etc..

Jedenfalls hat sie mir ein wenig von ihren letzten Beziehungen erzählt und das sie zwei der drei längeren Beziehungen betrogen haben und einmal sogar ein Kind, während des Fremdgehens entstanden ist. Sie war wohl wirklich verliebt und dachte "das ist der Mann fürs Leben" und wurde dann wirklich enttäuscht. Bei den anderen beiden war es ähnlich: Fremdgehen und einmal ohne Kommentar die Beziehung beendet nach einem halben Jahr. Ich kann mir schon vorstellen, dass man dann eine gewisse Mauer um sich aufbaut.

Auf mein "Bedürfnis" nach mehr Zuwendung oder wie man es auch nennen mag, wusste sie nicht was sie sagen soll. Ich glaube ich habe da in einen "Nerv getroffen". Sie war danach etwas geknickt, hat sich aber nicht von mir abgewandt. Sie meinte das sie durchaus in der Lage ist, Gefühle zu zeigen und zu lieben, konnte das aber nicht mal in dem halben Jahr ihrer letzten Beziehung. Ob ich so viel Geduld habe weiß ich nicht. Ich muss lernen, mir nicht immer so viele Gedanken zu machen und mein Glück nicht von ihr abhängig zu machen. Das sagt sich aber alles so leicht. Ich bin da wirklich für Tipps offen. Das wäre zumindest etwas, was ich von meiner Seite aus machen kann, um einen Kompromiss einzugehen.

Ich möchte diese junge Beziehung jedenfalls nicht nach so kurzer Zeit wegwerfen/aufgeben, in dieser "Wegwerfgesellschaft", in der wir momentan beziehungstechnisch leben.

​Jetzt suche ich verzweifelt nach der "Zitat einfügen - Option". Geht das hier nicht? Muss ich auf jeden Beitrag einzeln antworten?

Ich kann verstehen das sie "vorsichtig" geworden ist. Gebranntes Kind scheut das Feuer, heisst es nicht umsonst. Wenn man mehrere Vertrauensbrüche hinter sich hat, welche ihren Ursprung vielleicht schon in der Kindheit genommen haben, führt das oft im späteren Verlauf des Lebens, fast schon zwangsläufig zu einer gewissen Vorsicht gegenüber anderen Mitmenschen. Man nimmt dann automatisch an, das man niemandem trauen kann, neigt dazu jede/n und alles erst mal zu hinterfragen, zu misstrauen. Sehr oft liest, oder hört man das über Scheidungskinder, da diese Kinder ja bereits die Beziehung der eigenen Eltern als schwierig, Problem beladen, erlebt haben, mit dem Ergebnis das die Ehe der Eltern daran gescheitert ist. Daraus ergibt sich, das man grundsätzlich daran zweifelt, das eine Beziehung überhaupt "funktionieren" kann, weil man Quasi schon bevor man eine Beziehung eingeht "erwartet" das sie früher oder später scheitert.
Gerät man dann noch mehrmals im Leben an einen Partner/in der/die es von Anfang an nicht ehrlich mit einem meint, dann sieht man seine Ängste endgültig bestätigt. Natürlich fängt man dann an einen Schutzwall um sich zu errichten um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen, das ist eine natürliche und normale Reaktion.
Ich spreche aus Erfahrung, deshalb kann ich solche Reaktionen auch gut verstehen.

morgana 

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31. Dezember 2020 um 12:29

Hallo Anton, ich kann Dir Jordan B. Peterson empfehlen. Nicht dass er permanent auf das "ruhiger werden" fokussieren würde. Aber das ist ja nicht ein simples Problem bei Dem Du einfach einen Schalter suchen musst. Ich habe zwar noch keines seiner Bücher gelesen, aber es gibt viele Inhalte von ihm auf YouTube in Englisch.

Bei dem "Bedürfnis Zuwendung" musst Du als Mann vorsichtig sein wie ich denke. Also Du musst dafür einstehen. Aber ich meine, wenn es um ein Problem geht und Du regelrecht ein Manko kompensieren musst... Einen "Nerv getroffen" und "nicht von mir abgewandt" ist hoffentlich nur ein Warnschuss. Als Mann ist es zwar sehr wichtig Dich genauso gefühlsmässig zu öffnen wie es Frauen tun können. Aber es gibt dafür leider weniger Möglichkeiten. Es kommt vor, dass eine Partnerin (möglich auch wenn sie es anders sagt), nicht mit Deinen Gefühlen umgehen kann. Als ihr natürlicher Beschützer kannst Du Deine Attraktivität verlieren, wenn Du zu viel Schwäche offenbarst. Am besten ist dafür Freundeskreis geeignet oder ansonsten hier im Forum. Wenn es trotz allem die Partnerin sein soll, dann musst Du klar machen, dass sie nicht die Verantwortung dafür trägt, dass Du an Dir arbeitest und Dein Problem für Dich lösen wirst. Z.B. indem Du mit anderen darüber sprichst, schreibst, Bücher liest oder eine Therapie machst.

Vielleicht siehst Du es mehr als eine Arbeit an Dir selbst, welche Du weiterführen musst. Denn Kompromisse sind ja an die Beziehung gebunden. Deine Einstellung Dir selbst gegenüber jedoch keineswegs, die ist unabhängig von der Beziehung. "Aufeinander zugehen" habe ich dahingehend unpräzise formuliert.

Ja genau, Dein Selbstwertgefühl... Ich denke als Mann kannst Du da durch Deine Arbeit sehr viel machen. Einerseits die Leistung selbst welche zum Wohl der Gesellschaft beiträgt. Andererseits auch durch die Mittel, welche daraus resultieren mit denen Du unter Umständen auch mehr tun kannst als nur Selbsterhalt und Eigenbedürfnisbefriedigung.

"Taten sprechen mehr als Worte"? Irgendwie scheint mir das eine männliche Sichtweise zu sein. Aber typisch für ihre Beziehungserfahrungen. Vielleicht kannst Du sie dazu ermutigen mehr feminin zu denken und währenddessen sie etwas mehr an ihren Taten messen?

Es könnte ein Ansatzpunkt sein, indem Du nicht nur nach negativen Gefühlen fragst. Das machst Du als Mann sehr natürlich, bist immer darauf bedacht, dass es ihr gut geht. Aber positive Gefühle brauchst Du für Dich, damit es auch Dir gut geht. Speziell als Mann musst Du auch nehmen. Im Nehmen machst Du Deinen Selbstwert. Und ich meine dabei explizit nicht nehmen als ein Tyrann. Diese Unterstellung ist so dumm, unfair und zerstörerisch. Nein ich meine das Nehmen als liebender Partner, das was Dir zusteht und das worüber Du Die volle Verantwortung trägst.

Ich bin kein grosser Freund dieser, "ich bin halt so wie ich bin" Betrachtung (von Deiner Freundin). Ich sage: arbeite stehts an Dir selbst, um das bessere Ich aus Dir zu erschaffen. Dies zu tun ist unsere moralische Pflicht. Das schöne dabei ist, dass man sich auch nie an Anderen orientieren muss, immer nur an sich selbst. Wir kriegen nun mal verschiedene Karten auferlegt. Wie wir diese ausspielen, darauf kommt es an.

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31. Dezember 2020 um 12:50

Ich denke das Problem liegt bei dir. Du willst etwas was dir dein Partner nicht geben kann. also musst du selber was verändern.

An dem Partner rumdoktern und vermeintliche Gebrechen heilen wollen geht nicht, das kannst du vergessen.

Frauen verlassen doch auch ihre Männer, weil sie zu "kühl" sind. Da sagt Niemand daß diese Männer ja nicht normal sind und geheilt werden müssen mit irgendwelchen Schmus wie Tantra Massagen.

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31. Dezember 2020 um 12:54

Ihr tut alle so, als hätte die Frau irgendein Leiden, so von dem Mann "der ihr keine Liebe gegeben hat".

Das ist doch kein kleines Kind was ohne Liebe nicht gedeihen kann. Man kann auch einfach mal akzeptieren daß Menschen unterschiedlich drauf sind, so wie diese Frau.

Solange sie selber kein Leidensdruck hat, ist sie nicht seelisch krank.

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31. Dezember 2020 um 13:14
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Was ich vergessen habe zu erwähnen:

Ich habe das Gefühl, dass sie nette Worte wie "Ich freue mich auf dich" oder "Ich habe dich sehr gern" nur schreiben kann (sagen geht wie oben beschrieben nicht), wenn sie auch sexuell erregt ist.
Sex spielt in ihrem Leben eine ziemlich große Rolle und was soll ich sagen, mich als Mann freut das natürlich. Nur leider ist Sex eben nicht alles. Das Zwischenmenschliche ist mindestens genauso wichtig...

Ihr ist Sex so wichtig, weil das für sie Nähe und liebe bedeutet. Das ist für sie Zärtlichkeit, da gibt sie dir das, was du die ganze Zeit beklagst zu vermissen, weil du ihre "Love Language" ihre Sprache der Liebe noch nicht verstehst.

Sie kann dir in Worten nicht ihre Liebe ausdrücken, diese Worte haben bei ihr nicht so ein Gewicht, es ist zwar natürlich schön für sie und sie weiß, dass diese Worte wertvoll und schön sind, aber nur Sex lässt es zu, dass sie sich dir richtig nah fühlt und sich geliebt fühlt und dir liebe schenken und geben kann.

Für solche Menschen ist es besonders schlimm, wenn der Partner sie im Bett abweist, weil er so ihre LIEBE abweist. Das ist sehr schlimm für sie weil es der einzige Weg ist wie sie eben liebe gibt und annimmt.
Warum das so ist? Wahrscheinlich eine Mischung aus Kindheit (liebe und Aufmerksamkeit gab es nur wenn man etwas erbracht hat) und ihre Ex Beziehung, keine lieben Worte, keine Aufmerksamkeit - nur Nähe beim sex.

Ich spreche da aus Erfahrung. Hab Geduld mit ihr, zeig ihr, dass man liebe auch anders ausdrücken kann, als durch Sex. Sprich mit ihr.

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31. Dezember 2020 um 13:32

Diese herangehensweise von: "Wenn du mich so liebst, warum machst du dann nicht X und Y " ist nichts weiter als ein Rezept für Desaster

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31. Dezember 2020 um 13:49
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In welcher Hinsicht soll das denn Wunder wirken? Ich habe mich bisher noch nicht so sehr mit Tantra beschäftigt. Corona wird das leider noch eine ganze Weile unmöglich machen.

Das mit der empathielosigkeit bzw. traumatisiertheit ist sicher richtig. Leider fühlt es sich manchmal so an.

Manchmal fühlt es sich an, als sei ich ein guter Freund für sie, aber eben nicht "der" Freund, der ich in ihren Augen bin, bzw. sein sollte.

Ein merkwürdiges Gefühl...

Lieber @anton
Ich danke Dir das Du Stellung beziehst.
Der Gedanke hinter der Tantra Massage ist der, das man sich auf eine sehr innige Art und Weise näher kommt.
Man lernt dabei sehr viel über sich selbst aber auch über seinen Partner/in.
Eine Tantra Massage zwischen zwei Menschen die Liebe miteinander verbindet ist eine wundervolle Erfahrung. Bei der Massage lernt man sich dem Partner/in vertrauensvoll hinzugeben, heisst man vertraut ihm vollständig während der Massage das er/sie zärtlich und liebevoll für Dein Wohlergehen sorgt, das Du Dich entspannt und sorgenfrei in seine/ihre Hände begeben kannst.
Es geht dabei nicht mal primär darum eine sexuelle Spannung aufzubauen, das kann passieren "muss" aber nicht sein, ganz dem entsprechend wie der Partner/in dabei signalisiert ob ihm/ihr dies angenehm oder unangenehm ist.
Insofern geht es also mehr darum eine innige, wohltiende Verbindung zwischen beiden Partnern herzustellen.
Idealerweise vertieft man diese Erfahrung indem sich die Partner diese Erfahrung gegenseitig anbieten, heisst Du massierst Deine Partnerin an einem Tag, sie Dich an einem anderen.
Man schafft vorher ein dem Partner/in angenehmes Umfeld, zum Beispiel gedämpftes Licht, leise Musik, ein warmer Raum, einen angehmen Duft, einfach einen Raum der Entspannung.
Zuvor sollte man schon in einem Zustand von Ruhe und Gelassenheit kommen um die Massage wirklich geniessen zu können. Das heisst keinen Stress von aussen, also Telefon ect. ignorieren, oder mitteilen das man nicht gestört werden möchte.
Deshalb war mein Vorschlag nicht einfach als Spass gemeint, falls Du das so empfunden haben solltest, tut mir das sehr leid. Informationen zur Tantra Massage findet man im Internet zuhauf, Du wirst ziemlich schnell erkennen welche seriös und empfehlenswert sind und welche nicht. Ich selbst möchte Dir dazu keine Empfehlungen machen, da ich erstens nichts und niemanden bewerben möchte und zweitens Du selbst entscheiden musst was für Dich in Frage kommt, oder ob überhaupt.
Ich wünsche Dir alles Gute im neuen Jahr. 🍀

morgana

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31. Dezember 2020 um 14:14
In Antwort auf

Ich glaube, ich muss wirklich unter jedem Beitrag auf "Antworten" drücken

Zu deiner Nachricht, sonnenwInd4:

Was in ihr vorgeht weiß ih nicht zu 100%. Von schlechten Erfahrungen bis hin zu "sie ist einfach so" ist alles drin.

Das mit der Vergangenheit ist richtig und unfair, dass stimmt. Nur wie soll man es von heute auf morgen abstellen, also dieses Verhalten? Ich stelle mir das schwer vor. Ich habe glücklicherweise keine Schutzwand aufgebaut, war nur lange Zeit nicht dazu in der Lage, Gefühle zuzulassen, egal wie viel Mühe sich die Frauen gegeben haben.

Das mit dem zurückziehen ist ein gut gemeinter Rat, aber dann könnte ich die Beziehung wahrscheinlich auch gleich beenden. Entweder ich habe Verständnis für ihre Reaktionen  bzw. ihre Art, oder nicht

Mach wie du meinst, ich wünsche dir selbstverständlich viel Erfolg und Glück. Ich war einst als Betroffene hoffnungsvoll und zuversichtlich, habe kleine Widersprüche und Hinweise beschwichtigt, er war schließlich sehr verbindlich und zuverlässig, ähnlich wie deine Freundin...oh Wunder, wie mich das beeindruckte, weil ich selbst sehr langsam und vorsichtig war, aber konsequenter im Umgang. Wenn ich jemanden schon bei meiner Familie vorstellte oder mehr als 2 Mal Sex hatte, dann gab es bei mir keine Zweifel mehr. 

Die kleinen Widersprüche und Hinweise wirkten wie Nichtigkeiten, ...ich war selbstverständlich rücksichtsvoll, wie konnte ich einen zuverlässigen, verbindlichen Menschen zurückstoßen. ...Für ein paar Jahre voller Motivation und Hoffnung lohnt sich eine derartige Beziehung, aber meist enden solche Beziehungen so wie sie beginnen. Das Ende mit unterkühlten Menschen macht viel weniger Spaß. 


Es tut mir leid, aber ich kann diese Form der Ambivalenz, die sie zum Ausdruck bringt nur mit tiefergehenden psychischen Ursachen in Verbindung bringen. Ich wünsche dir, daß du Glück hast und ich im Unrecht bin. 

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31. Dezember 2020 um 14:31
In Antwort auf

Das mit den Fortschritten habe ich anscheinend falsch gedeutet.
Ich habe ihr gestern gesagt, dass ich es schön finde, dass sie auch von sich aus öfters mal Nähe sucht. Ihre Antwort darauf war: Ich bin immer noch so wie ich bin und habe daran nichts bewusst geändert... 
Das ist irgendwie nicht schön zu hören, aber naja, zumindest kommt es mir so vor, dass sie sich da ändert, wenn anscheinend auch unterbewusst.

Ich möchte ihr gerne Zeit geben und Sicherheit vermitteln. Ich muss nur mit den negativen Gedanken fertig werden, die irgendwann in mir keimen, wenn ich nie irgendwas zurückbekomme, von der Zuneigung die ich investiere. Wie gesagt "zerdenke" ich viele Sachen und das belastet mich selber.

Naja, ob meine Erwartungshaltung so hoch ist, weiß ich nicht. Ich kenne diesen "kühlen Typ Frau" einfach nicht. Meine letzten Partnerinnen haben mir immer das Gefühl gegeben, dass ich ihnen wichtig bin und das sie sich auf mich freuen usw. Das ist ein schönes Gefühl. Vielleicht bin ich auch nur zu verwöhnt?

Über meine Gefühle haben wir gestern mal gesprochen. Sie wusste wie in meinem Beitrag erwähnt, nicht was sie darauf sagen soll. Ich habe ihr auch gesagt, dass es sich für mich teilweise so anfühlt, dass es zwar schön ist, wenn ich da bin, aber auch nicht schlimm ist wenn nicht. Darauf wusste sie auch nichts zu sagen.. Nicht mal erwidern konnte sie es in dem Moment, getreu dem Motto "natürlich verbringe ich gern Zeit mit dir, oder klar freue ich mich auf dich".. Nein, die Antwort war: Da weiß ich gar nicht was ich zu sagen soll und ihre Standard-Antwort: Warum soll ich mich drüber ärgern, dass wir uns nicht sehen? Ich freue mich lieber auf unser Wiedersehen.

Eine Kennenlernphase ist für mich vielversprechend, wenn ich auch merke, dass ich meiner Partnerin oder was auch immer "wichtig" bin, dass sie sich wohlfühlt in meiner Nähe, dass sie sich auf ein Wiedersehen freut, das Gefühl miteinander Zeit verbringen zu wollen.. Das muss nicht von jetzt auf gleich da sein, aber wenn man sich von Beginn an sympathisch ist, war es in der Vergangenheit meistens so, dass sich die Frau auch zunehmend mehr gefreut hat und das auch zum Ausdruck gebracht hat.

So wie Du es beschreibst, macht sie natürlich Fortschritte. Es ist ganz normal, dass sie sich langsam öffnet - das ist ein Vorgang der meist unbewusst geschieht und einem selbst oft gar nicht einmal so direkt auffällt. Wachsendes Vertrauen kann man ja nicht wie ein Akkustand am Handy ablesen. Das sind vielleicht nur kleine Schritte, aber 6 Wochen sind einfach noch kein aussagekräftiger Zeitraum. 

Deine Freundin scheint sich aber generell recht wenig selbst zu reflektieren und das eigene Verhalten zu hinterfragen. Das an sich ist schon ein gewisses Hindernis um sich weiterentwickeln zu können. Immerhin hat sie aber schon bemerkt, dass ihre Vergangenheit sie immer noch beeinflusst. Bisher besteht aber bei ihr offenbar noch kein besonderer Leidensdruck um das angehen zu wollen. 

Jetzt aber zu Dir. Ich kann Deine Verunsicherung sehr gut verstehen und auch Deinen Wunsch nach Zuneigung. Ich bin aber der Ansicht, dass Dein niedriges Selbstwertgefühl genauso ein Problem ist wie ihr Verhalten, denn es beeinflusst natürlich auch Deine Wahrnehmung und Erwartungshaltung. Du erhoffst Dir von ihr die Erfüllung bestimmter emotionaler Bedürfnisse und erzeugst dadurch ganz von alleine einen Druck, den sie selbst dann natürlich durch ihre ohnehin vorhandene Schutzmauer erst einmal instinktiv abwehrt. Gewissermassen dreht ihr Euch damit im Kreis. Könnte bedeuten: Je stärker Dein Bedürfnis nach Zuneigung werden wird, desto mehr wird sie sich Dir (wieder) verschliessen.

Erstmal vorweg: Du musst nicht nur passiv "Geduld haben", sondern kannst aktiv an Dir selbst arbeiten und damit auch einen positiven Effekt auf Eure Beziehung erzielen. In Deinen Worten lese ich schon einmal heraus, dass Du gerne an Dir arbeiten möchtest und schon einmal begonnen hast, bestimmte Dinge zu hinterfragen. Also Dein Gedankenkarussell und Dein zu niedriges Selbstwertgefühl - beides hat natürlich miteinander zu tun. Es gibt jetzt nicht DIE eine Lektüre, die ich Dir empfehlen kann, aber stöber mal was es online an Tipps gibt, das eigene Selbstwertgefühl und die Eigenliebe zu steigern. 

Natürlich ist das Gefühl vom Partner geliebt zu werden wunderschön. Vor allem wenn derjenige das einem auch offen zeigen kann. Wenn dieses Zeigen weniger wird oder wie in Deinem Fall am Anfang gar nicht so sichtbar, dann fängt es an problematisch zu werden. Man unterstellt dann dem Partner, dass er einen nicht (mehr) liebt und stellt oft alles in Frage. Manche Menschen sind bereit für nur ein bisschen Liebe vom Partner alles Mögliche zu erdulden. Wenn man aber einmal angefangen hat sich selbst genug zu schätzen, zu lieben und für sich zu sorgen, dann erkennt man, dass eine Partnerschaft zwar das i-Tüpfelchen eines erfüllten Lebens ist, aber nicht der Lebensinhalt und die einzige Möglichkeit glücklich zu werden. Und dann erkennt man von ganz allein, wenn eine Beziehung einem nicht gut tut und man nicht geschätzt wird und hat auch die Kraft sich davon zu entfernen. Weil man nicht mehr davon abhängig ist, was der andere einem gibt. 

Eins ist klar - den eigenen Selbstwert kann und sollte man nicht über den Partner definieren. Genausowenig sollte man erwarten, dass man alles was man gefühlsmässig gibt, auch quasi "mit gleicher Münze" zurück erhält. Ich weiss, dass mir einige widersprechen würden - aber ich finde dieses ständige vergleichen, auf- und abwiegen gänzlich falsch. Damit möchte ich nicht sagen, dass es in Ordnung ist, wenn immer nur einer gibt und der andere nimmt. In einer gesunden Beziehung gibt es immer Bereiche bei denen einer mehr beisteuern kann als der andere. Vielleicht bist Du in dieser Beziehung derjenige, der mehr Gefühle zeigen kann und ihr bewusst macht wie schön das sein kann. Nur weil Du der Mann bist, sehe ich daran nichts falsches.  

Für mich haben Beziehungen immer das Potential die eigenen Eigenschaften und die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln und voneinander zu lernen. Oft wird uns ein Partner vor die Nase gesetzt der uns hilft genau die Eigenschaften die bei einem noch "unterentwickelt" sind zu fördern. Oder einen die eigenen Schwachpunkte vor Augen zu führen und den Anstoss zu geben, an diesen zu arbeiten. 

Vielleicht ist es jetzt an der Zeit Deine Sichtweise ein klein wenig zu ändern. Ich würde davon abraten, Deine bisherigen Beziehungen und das Verhalten Deiner Ex-Freundinnen in Gefühlsdingen mit Deiner jetzigen Freundin zu vergleichen. Das ist kontraproduktiv. Menschen verhalten sich nicht alle gleich. Es bedeutet nicht, dass die Liebe Deiner Ex-Freundinnen grösser war, weil sie Dir das besser zeigen konnten. Liebe kann sich unterschiedlich ausdrücken. Wichtig ist nur, das annehmen zu können, was einem gegeben wird und selbst zu geben, ohne in erster Linie direkt wieder etwas dafür bekommen zu wollen. 

Weisst Du, ich denke es gibt genug Anzeichen, dass Deine Freundin Gefühle für Dich hat. Die könntest Du auch sehen, aber im Moment ist Dir das zu wenig, weil Du mit anderen vergleichst und Dir die Zuneigung erhoffst, nach der Du Dich in  Deiner Singlezeit gesehnt hast und auch was Du Dir bisher nicht selbst geben konntest. 

Ich gehe davon aus, dass Du indem Du Dein Selbstwertgefühl steigerst und ihr Deine Zuneigung ohne die Erwartung von Gegenleistung zeigen kannst, sie sich immer mehr öffnen wird und Dir auch auf ihre eigenen Art und Weise ihre Gefühle zeigen wird. Hier ist für mich aber der Weg das Ziel und das gemeinsame Zusammenwachsen und weiterentwickeln. Die Hoffnung ist, dass sie dann auch den Antrieb findet, weiter an sich zu arbeiten - Dein Beispiel hätte sie ja dann vor Augen. 

Es ist mit Sicherheit nicht leicht sich den eigenen Schwächen zu stellen, ich weiss das aus eigener Erfahrung und ich wünsche Dir dafür ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich absolut - ob es denn letztlich Eurer Beziehung hilft oder nur Dir selbst. Alles Gute von mir! 



 

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31. Dezember 2020 um 18:06

Klar, ne halbe Stunde Tantra, und schon hat man eine Verhaltensstörung beseitigt.

Frag die mal, ob die das überhaupt will daß du ihre Störung beseitigst.

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