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Nervtötender Pessimismus

19. Februar 2015 um 13:14

"Tödlicher" Pessimismus

Hallo zusammen,

ich bin verzweifelt und wieder mal so fertig mit den Nerven, dass ich gern eine Entscheidung treffen würde, mich aber nicht traue.

Mein Freund und ich haben die 50 kurz überschritten. Wir führe seit gut 4 Jahren eine Fernbeziehung. Wir sehen uns nur an den Wochenenden oder im Urlaub. Ansich läuft es ganz gut so mit uns. Mein Freund ist treu und zuverlässig und einigermaßen liebevoll. Ich vermisse ein bisschen die Romantik und auch im Bett ist so gut wie keine Leidenschaft vorhanden. Wir haben einige zeitfüllende Hobbies, die wir zusammen betreiben. Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind eher gute Kumpels, als ein Paar. Ansich sind wir aber beide ganz zufrieden so. Es gibt auch mal ein paar sehr schöne Erlebnisse etc.

Was mich immer wieder zur Verzweiflung bringt, ist sein Pessimismus. Wir hatten schon oft Streitigkeiten deswegen. Er meint, dass er die Sachen nur realistisch sieht, ich hätte immer nur die rosarote Brille auf.

Mein Freund hat einen stressigen Job und ist oft genervt. Er würde gern woanders arbeiten oder vielleicht sogar auch etwas anderes machen. Oft kommt der Spruch "bald mach ich HarzV, dann hab ich meine Ruhe".
Dummerweise unternimmt er aber auch nix, dass sich was ändert. Er ist völlig beratungsresistent. Selbst gute Freunde ignoriert er. Wir haben ihm schon Hilfe angeboten bei Bewerbungsschreiben, Stellensuche etc. Er meint nur, dass er in seinem Alter nix neues finden würde

Eine Auseinandersetzung vor einem Jahr war so heftig, dass ich und seine Schwester ihm gesagt haben, dass er sich bitte psychologische Hilfe holen soll. Nach vielem hin und her hatte er dann eine Psychologin gefunden (die erstbeste, die freie Termine hatte). Nach 3 Sitzungen hat er dann abgebrochen und meinte, dass sie meinte, dass er kein Fall für den Psychologen sei.

Sein Pessimismus hat schon viel bei mir zerstört und reißt mich selbst auch oft in tiefe Löcher rein. Ich bin eher der Optimist und Lösungssucher und -finder.
Langsam kann ich aber auch nicht mehr. Die Wechseljahre machen mir das Leben eh schon hin und wieder mal zur Hölle. Dann noch diese pessimistischen Ansichten meines Freundes

Er ist ja sonst ganz lieb und hat natürlich auch seine guten Eigenschaften. Aber ich habe wirklich schon öfter drüber nachgedacht, ihn zu verlassen. Wenn ich daran denke, frage ich mich aber auch, ob ich dann mit dem Alleinsein zurecht käme. Wir sind seit gut 4 Jahren zusammen und vor ihm hatte ich immer nur relativ kurze Beziehungen, wo die Männer meist irgendwelche anderen Macken hatten oder nicht gewillt waren, eine Beziehung einzugehen u.ä. Es ist nicht leicht den richtigen Partner zu finden - und ab 40 ist es wohl auch eher so ne Art 6er im Lotto, mal jemandem zu begegnen, der tatsächlich passt, ohne dass man sich selbst zu sehr verbiegen muss

Vor ein paar Wochen hatten wir einen Ägyptenurlaub gebucht. Dann fingen diese Terroranschläge der IS an und ich bekam Albträume und wollte schon gar nicht mehr fliegen. Dann wurde der Flughafen gewechselt. Wir wohnen in der Nähe von Frankfurt und sollten jetzt mit der Bahn nach Düsseldorf Flughafen. Jetzt streikt die Bahn. Und laut Internet(zumindest auf den Seiten, wo mein Freund gekuckt hat) wird das Wetter in Ägypten schlecht (Regen, Gewitter).
Er meint, bei so vielen unglücklichen Ereignissen, wäre bei seinem "Glück" der Urlaub völlig schlimm und er wollte nicht mehr mit.
Meine Vorfreude hielt sich eh auch schon in Grenzen und wir waren ja beide hin und her gerissen die letzen paar Wochen. Aber er meint, dass er eben ein ganz schlechtes Gefühl jetzt hätte, ich solle ruhig mit den anderen fliegen (wir sind noch mit Schwägerin und Freundin unterwegs). Wenn er nicht mitkäme würde uns sicher auch nix passieren und wir hätten dann wenigstens einen sicher schönen Urlaub.

Bitte nicht falsch verstehen: er leidet nicht an Wahnvorstellungen oder so. Er ist ganz normal. Aber er ist ein Pessimist wie er im Buche steht (obwohl er selbst natürlich ganz anderer Meinung ist, er ist "Realist"). Aber diese Sachen reißen mich sowas von runter

Ich stehe wieder vor der Frage, wie lange ich damit noch leben kann Unser Verhältnis ist ansonsten ganz gut und ich habe einfach Panik wieder allein zu sein - abgesehen davon hab ich ihn natürlich auch sehr lieb.

Wie kann man mit einem Pessimisten klar kommen auf Dauer? Bisher hat es mich noch nicht zu sehr verändert, aber mein Optimismus wird doch sehr ausgebremst und das führt bei mir zu großem Frust manchmal. Ich habe Angst, depressiv zu werden.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen

Über Feedback würde ich mich sehr freuen

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23. Februar 2015 um 7:17

Hey...
Mein Freund und ich sind zwar erst Anfang 20, haben aber wohl ein ähnliches Problem.

Er war schon immer etwas negativer, aber in letzter Zeit ist es extrem. Er ist nicht unbedingt unzufrieden mit seinem Leben, aber ihm fehlen einige Sachen, die er einfach nicht darin integrieren kann und dadurch ist er so gereizt, dass es schon bei Kleinigkeiten zu Aggressionen kommt und zu so einer miesen Laune, dass ich nur noch höre wie schlecht alles ist, wie schlimm die Welt ist, dass eh nichts klappt. Ändern tut er aber auch nicht wirklich was daran, findet immer wieder Ausreden warum es nicht zu ändern ist und egal was ich ihm vorschlage, es ist unrelevant. Durch das ständige Auf und Ab (unter der Woche scheint alles okay, nur am Wochenende nicht) werde ich langsam wahnsinnig. Dazu fühle ich mich auch noch, als sei ihm unsere Beziehung nicht so wichtig wie die Gründe zum deprimiert sein, da er durch den Pessimismus auch nicht wirklich zärtlich und liebevoll sein kann.

Das Leben ist so schon nicht leicht und dann muss man sich damit noch rumschlagen und es fühlt sich denke ich bei dir auch ein wenig so an, als würde der Partner auch nicht anders sein wollen, als wolle er so pessimistisch sein...

Bis jetzt versuche ich ihn so zu lassen, bin oft still und lasse ihn ausschimpfen, aber auf Dauer ist das nichts, wenn man ständig und immer wieder diese Launen mitmachen muss, obwohl man selbst einfach glücklich sein will, so wie dein Urlaub dann ohne ihn. Man will die Dinge ja zusammen erleben, Spaß haben, es genießen, und nicht am Ende dasitzen und merken, dass alles umsonst war und man so vieles gemeinsames verpasst hat.

In dem Sinne hoffe ich, dass ich dich wenigstens etwas trösten konnte, denn wie sagt man so schön:
Geteiltes Leid ist halbes Leid

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