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Nein Sagen? Angst

15. September 2009 um 16:18

Hallo ihr Lieben,

Wie schaffe ich es Nein zu sagen? Warum macht mir das Angst?

Klingt komisch, vielleicht muss ich mich etwas beschreiben: ich habe ein Problem zu fühlen, was ich will und mich für meine Bedürfnisse einzusetzen. Das heißt, ich fühle eher für andere und ertrage / lasse ganz lange auch etwas zu, was ich nicht möchte. Ich zeige zwar vorsichtig, dass ich etwas nicht möchte, aber ich weiß mittlerweile, dass ich das nicht nachdrücklich genug zeige. Ich kann mich nicht erinnern, mal anders gewesen zu sein, es stehen immer die anderen vorn und ganz hinten ich. Ich habe mir mein Verhalten lange erklärt, in dem ich gesagt habe, dass ich mir etwas Gutes tue, indem ich anderen Menschen Gutes tue und dadurch auch Glück empfinde. Aber ich glaube, das ist es nicht / nicht allein. Was dann?

Mein Exfreund kennt mein Problem sogar gut, weil er mir sogar vorgeworfen hat, dass ich zu lange ertragen habe und dann einfach gegangen bin. Ich habe ihm gesagt, dass mir manche seiner aktuellen Aktionen zuviel sind. Trotzdem macht er weiter, er stellt es auch noch so hin, als würde ich ihm Hoffnung machen, dabei bin ich seit Jahren in einer neuen Beziehung und er lebt sogar mit seiner neuen Partnerin zusammen. Ich fühle mich durch seine Kontaktversuche unter Druck gesetzt und bekomme Angstgefühle. Eine Teilschuld trifft mich sicher, denn ich habe im Laufe der Zeit zugegeben, dass ich damals nicht gesagt habe, was mich belastet, und die Beziehung damals sozusagen kampflos aufgegeben hätte. Ich wollte ihm mit dieser Aussage sagen, dass er ein guter Partner und nicht Schuld an der Trennung war ich wollte, dass er nicht mehr an sich die Fehler sucht. Ich wollte nicht, dass er denkt, jetzt wo ich zugegebenermaßen wieder nicht glücklich in meiner jetzigen Beziehung bin kommen wir wieder zusammen. Aber er stellt es fast als mein Versprechen hin und es wäre nur noch eine Frage der Zeit. Seine Haltung macht mir Angst. Dabei sagt mir mein Verstand, dass ich sogar wütend sein könnte, immerhin hat er sich damals schnell Trost gesucht, lebt sogar mit ihr zusammen und versucht weiter, mich zurück zu bekommen. Eigentlich kein Anzeichen eines guten Charakters, oder sehe ich das falsch?

Vielleicht muss ich dazu sagen, dass mir so etwas ähnliches schon einmal passiert ist. Ein anderer Exfreund hat mich jahrelang drangsaliert, bis ich nur noch Haut und Knochen, ein zitterndes Nervenbündel war und das Gericht die Sache klären musste. Ich hatte auch damals erst sehr viel entschuldigt, ertragen und gedacht, er würde wieder ein normaler Freund sein können. Irgendwann gab ich mir die Schuld und versuchte, seine Aktionen vor anderen zu vertuschen, weil ich mich schämte. So bekam er immer mehr Macht, mich weiter zu verfolgen, zu ängstigen und zu Dingen zu zwingen, die ich nicht wollte. Ich wurde sozusagen erpressbar. Jetzt habe ich fast das gleiche Gefühl, d.h. so schlimm ist es zwar lange nicht, aber ich habe dieses Angstgefühl. Und ich verhalte mich immer wieder gleich: wie ein Häschen: still halten, es wird schon vorbei gehen. Versteht mich jemand? Wie lerne ich es, mich anders zu verhalten? Wie halte ich jemanden freundlich auf Abstand? Habe ich unbewusst Angst, nicht gemocht zu werden? Fühle ich mich so klein, dumm und hässlich, dass ich im Inneren froh bin, dass mich überhaupt jemand mag? Wehre ich mich darum nicht?

Vielleicht hat jemand bis hierher gelesen und kann mir mit Meinungen und eigenen Erfahrungen weiterhelfen? Ich wäre sehr dankbar.

Vielen dank fürs Lesen und viele liebe Grüße

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15. September 2009 um 19:03

Vertraue deiner Wahrnehmung!
Hallo Sonnentau!

Erstmal muss ich dir sagen, dass du mit deinem Leiden nicht alleine da stehst. Du hast in deiner Kindheit nicht lernen dürfen Grenzen zu ziehen und du selbst zu sein. Sicherlich musstest du für deine Bezugsperson immer zur Verfügung stehen, dich auf eine bestimmte Art geben oder Benehmen, vieles unterlassen, was du gerne getan hättest um den Zorn und den Liebesentzug deiner Bezugsperson (Elternteil) nicht zu riskieren.
Was du beschreibst kennen sehr viele ehemalige Opfer psychischer Gewalt. Wenn du mehr darüber wissen willst, empfehle ich dir das Buch "Die Masken der Niedertracht" zu lesen. Das beschreibt ganz gut, wie deine Mitmenschen dich für ihr Unwohlsein verantwortlich machen und du nimmst es auch noch an, weil es dir so beigebracht wurde. Du bist aber nicht Schuld!
Ganz wichtig: Traue deiner Wahrnehmung! Dir tut jemand seelisch nicht gut, dann nimm Abstand. Versuch dich nicht auf die Erklärungsschiene drängen zu lassen, du musst niemandem erklären, weshalb du dich unwohl fühlst oder dir jemand Angst macht. Du fühlst deine Angst, dann ist sie berechtigt. Und du bist nicht daran Schuld, dass dein Freund dich mies behandelt hat. Er ist ein ... und von der Sorte "ich wars nicht, du hast doch die Probleme!" Geh solchen Leuten aus den Weg und stärke deine innere Abwehr.

wenn du noch Fragen hast, schreibe mir einfach.

lg,

Iwi

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15. September 2009 um 21:10
In Antwort auf chanda_12120053

Vertraue deiner Wahrnehmung!
Hallo Sonnentau!

Erstmal muss ich dir sagen, dass du mit deinem Leiden nicht alleine da stehst. Du hast in deiner Kindheit nicht lernen dürfen Grenzen zu ziehen und du selbst zu sein. Sicherlich musstest du für deine Bezugsperson immer zur Verfügung stehen, dich auf eine bestimmte Art geben oder Benehmen, vieles unterlassen, was du gerne getan hättest um den Zorn und den Liebesentzug deiner Bezugsperson (Elternteil) nicht zu riskieren.
Was du beschreibst kennen sehr viele ehemalige Opfer psychischer Gewalt. Wenn du mehr darüber wissen willst, empfehle ich dir das Buch "Die Masken der Niedertracht" zu lesen. Das beschreibt ganz gut, wie deine Mitmenschen dich für ihr Unwohlsein verantwortlich machen und du nimmst es auch noch an, weil es dir so beigebracht wurde. Du bist aber nicht Schuld!
Ganz wichtig: Traue deiner Wahrnehmung! Dir tut jemand seelisch nicht gut, dann nimm Abstand. Versuch dich nicht auf die Erklärungsschiene drängen zu lassen, du musst niemandem erklären, weshalb du dich unwohl fühlst oder dir jemand Angst macht. Du fühlst deine Angst, dann ist sie berechtigt. Und du bist nicht daran Schuld, dass dein Freund dich mies behandelt hat. Er ist ein ... und von der Sorte "ich wars nicht, du hast doch die Probleme!" Geh solchen Leuten aus den Weg und stärke deine innere Abwehr.

wenn du noch Fragen hast, schreibe mir einfach.

lg,

Iwi

Hallo Iwi
danke für Deine einfühlsame Antwort. Du hast recht, ich habe von kleinauf an mich zurück genommen und versucht, für Frieden zwischen meinen Eltern und meinem älteren Bruder zu sorgen. Es gab immer heftigen, gewaltsamen Streit, den ich immer geschlichtet habe. Ich kann mich erinnern, daß ich als kleines Mädchen (noch nichtmal Schulkind) zwischen den Großen stand und dann igendwas sagte - und wenn ich sie nur zum Lachen brachte, war es schon ein Erfolg. Ich wollte der Sonnenschein sein, damit alles schön ist. War ich nicht dabei und habe für Harmonie gesorgt, ist es eskaliert. Ist eine lange Geschichte und ich weiß bis jetzt nicht, warum es so war.

In der Schule war ich die liebe,ruhige, die man ärgern konnte, ohne das sie sich wehrte oder sauer war. Ich habe alles schon da klaglos ertragen.

Irgendwie habe ich verinnerlicht, daß man mich nur mag, wenn ich für gute Stimmung bei anderen sorge. Eigentlich eine Gabe, das zu können und darüber bin ich auch froh, aber ich will mich auch fröhlich machen und für mein Glück sorgen. Es ist ja auch von mir nicht fair, solange zu ertragen und dann aus einer Beziehung oder Freundschaft zu verschwinden, wenn ich alles gegeben habe und nicht mehr kann. Ich gehe bis an meine körperlichen und seelischen Grenzen und dann löse ich mich in Luft auf, bin nicht mehr greifbar. Bei der schlimmen Geschichte konnte ich nicht verschwinden und es ging soweit, dass ich aus dem Fenster springen wollte, um dem zu entgehen. Dann schritt die Polizei ein, weil auch andere die Verfolgung, Bedrohungen, Angriffe mitbekommen hatten und ich es nicht mehr vertuschen konnte. Mein Glück, ich musste die Hilfe "nur" noch annehmen. Auch wenn ich nicht tot war, ich fühlte mich aber tot - immer noch. Das einzige, was ich noch empfinden kann, ist Angst - und die spüre ich jetzt wieder, weil er - der andere Ex - nicht aufhört und mir das Gefühl gibt, ich würde das ja wollen. Nein. Aber ich sage das zwar, verpacke es aber in lieben beschwichtigenden Worten, so dass er es hinstellt, als würde ich ihm doch Hoffnung machen und damit verpflichtet bin. Ja, so hat er mich schon mal bekommen. Aber es ist mir unangenehm, ich will keine Berührungen - auch nicht mit Worten.

Oh, schon wieder so viel geschrieben, aber das fiel mir jetzt so ein. Vielleicht kannst Du das entwirren? Mir helfen, mich aus diesem Verhalten zu befreien?

Danke Dir von Herzen!

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16. September 2009 um 13:45
In Antwort auf altuna_12636455

Hallo Iwi
danke für Deine einfühlsame Antwort. Du hast recht, ich habe von kleinauf an mich zurück genommen und versucht, für Frieden zwischen meinen Eltern und meinem älteren Bruder zu sorgen. Es gab immer heftigen, gewaltsamen Streit, den ich immer geschlichtet habe. Ich kann mich erinnern, daß ich als kleines Mädchen (noch nichtmal Schulkind) zwischen den Großen stand und dann igendwas sagte - und wenn ich sie nur zum Lachen brachte, war es schon ein Erfolg. Ich wollte der Sonnenschein sein, damit alles schön ist. War ich nicht dabei und habe für Harmonie gesorgt, ist es eskaliert. Ist eine lange Geschichte und ich weiß bis jetzt nicht, warum es so war.

In der Schule war ich die liebe,ruhige, die man ärgern konnte, ohne das sie sich wehrte oder sauer war. Ich habe alles schon da klaglos ertragen.

Irgendwie habe ich verinnerlicht, daß man mich nur mag, wenn ich für gute Stimmung bei anderen sorge. Eigentlich eine Gabe, das zu können und darüber bin ich auch froh, aber ich will mich auch fröhlich machen und für mein Glück sorgen. Es ist ja auch von mir nicht fair, solange zu ertragen und dann aus einer Beziehung oder Freundschaft zu verschwinden, wenn ich alles gegeben habe und nicht mehr kann. Ich gehe bis an meine körperlichen und seelischen Grenzen und dann löse ich mich in Luft auf, bin nicht mehr greifbar. Bei der schlimmen Geschichte konnte ich nicht verschwinden und es ging soweit, dass ich aus dem Fenster springen wollte, um dem zu entgehen. Dann schritt die Polizei ein, weil auch andere die Verfolgung, Bedrohungen, Angriffe mitbekommen hatten und ich es nicht mehr vertuschen konnte. Mein Glück, ich musste die Hilfe "nur" noch annehmen. Auch wenn ich nicht tot war, ich fühlte mich aber tot - immer noch. Das einzige, was ich noch empfinden kann, ist Angst - und die spüre ich jetzt wieder, weil er - der andere Ex - nicht aufhört und mir das Gefühl gibt, ich würde das ja wollen. Nein. Aber ich sage das zwar, verpacke es aber in lieben beschwichtigenden Worten, so dass er es hinstellt, als würde ich ihm doch Hoffnung machen und damit verpflichtet bin. Ja, so hat er mich schon mal bekommen. Aber es ist mir unangenehm, ich will keine Berührungen - auch nicht mit Worten.

Oh, schon wieder so viel geschrieben, aber das fiel mir jetzt so ein. Vielleicht kannst Du das entwirren? Mir helfen, mich aus diesem Verhalten zu befreien?

Danke Dir von Herzen!

Worte sprechen lassen
Kopiere deinen Abschnitt und schreibe deinem Ex genau diese Zeilen!
Du weißt was mit dir los ist und kannst es schriftlich sehr gut formulieren. Wenn du es mündlich nicht schaffst, schreibe dir das was du denkst von der Seele.
Eigentlich kannst du das hier Verfasste auch gut kopieren (spart Arbeit)
Helfen könnte auch, ein leeres Blatt Papier zu nehmen und einfach mal N E I N zu schreiben. So oft zu willst und warum du Nein sagst.
Ich denke wirklich, dass dies ein Weg sein kann, deinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen!

Eine Frage habe ich noch: Was sagt denn dein aktueller Freund zu dem Thema? Unterstützt er dich? Weiß er überhaupt von dem Problem mit deinem Ex?

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16. September 2009 um 14:35
In Antwort auf svea_12730628

Worte sprechen lassen
Kopiere deinen Abschnitt und schreibe deinem Ex genau diese Zeilen!
Du weißt was mit dir los ist und kannst es schriftlich sehr gut formulieren. Wenn du es mündlich nicht schaffst, schreibe dir das was du denkst von der Seele.
Eigentlich kannst du das hier Verfasste auch gut kopieren (spart Arbeit)
Helfen könnte auch, ein leeres Blatt Papier zu nehmen und einfach mal N E I N zu schreiben. So oft zu willst und warum du Nein sagst.
Ich denke wirklich, dass dies ein Weg sein kann, deinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen!

Eine Frage habe ich noch: Was sagt denn dein aktueller Freund zu dem Thema? Unterstützt er dich? Weiß er überhaupt von dem Problem mit deinem Ex?

Hallo bina,
danke für den Tipp und dass Du sagst, was ich schreibe, könnte man verstehen. Hm? Verstehe mich aber manchmal selber nicht. Der Vorschlag, ihm dies zu schreiben, ist nicht schlecht, aber ich habe auch da die gleiche Sperre, als wenn ich es sagen müßte. Ich bin vielleicht nicht ganz so erstarrt, weil ich ja nicht schreiben muss, also mich ablenken oder "verstecken" kann. Aber ihm das so hart zu schreiben, kann ich auch nicht. Ich denke, es würde ihm wehtun und das möchte ich nicht. Ich weiß natürlich auch, dass es auch schmerzt, wenn ich garnicht reagiere...

Mein aktueller Freund weiß nur wenig über die Versuche meines Exfreundes. Er weiß, dass wir ab und an Kontakt haben und uns auch ab und an sehen. Er hat die harte Geschichte damals sehr stark mitbekommen und hat mich versucht zu beschützen, so dass ich ihn nicht mit der aktuellen Situation belasten will. Allerdings habe ich schonmal gesagt, was mein Exfreund will und er sagte, dass er sich das bereits gedacht hat. Aber zum Glück vertraut er mir voll. Druck von seiner Seite könnte ich nicht noch zusätzlich ertragen, das würde mich vollends fertig machen.

Meinst Du, es könnte helfen, nein zu schreiben? Soll ich für mich dazu schreiben, warum ich nein sage? wenn ich es jemandem sagen will, fühlt es sich immer an, als wäre mein Mund verschlossen, ich bekomme die Lippen einfach nicht auseinander und seufze nur. Dann versuche ich es nett zu umschreiben, wie ein Kind, das jemanden anlächelt, damit derjenige ihm nichts tut.

Liebe Grüße

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16. September 2009 um 15:10
In Antwort auf altuna_12636455

Hallo bina,
danke für den Tipp und dass Du sagst, was ich schreibe, könnte man verstehen. Hm? Verstehe mich aber manchmal selber nicht. Der Vorschlag, ihm dies zu schreiben, ist nicht schlecht, aber ich habe auch da die gleiche Sperre, als wenn ich es sagen müßte. Ich bin vielleicht nicht ganz so erstarrt, weil ich ja nicht schreiben muss, also mich ablenken oder "verstecken" kann. Aber ihm das so hart zu schreiben, kann ich auch nicht. Ich denke, es würde ihm wehtun und das möchte ich nicht. Ich weiß natürlich auch, dass es auch schmerzt, wenn ich garnicht reagiere...

Mein aktueller Freund weiß nur wenig über die Versuche meines Exfreundes. Er weiß, dass wir ab und an Kontakt haben und uns auch ab und an sehen. Er hat die harte Geschichte damals sehr stark mitbekommen und hat mich versucht zu beschützen, so dass ich ihn nicht mit der aktuellen Situation belasten will. Allerdings habe ich schonmal gesagt, was mein Exfreund will und er sagte, dass er sich das bereits gedacht hat. Aber zum Glück vertraut er mir voll. Druck von seiner Seite könnte ich nicht noch zusätzlich ertragen, das würde mich vollends fertig machen.

Meinst Du, es könnte helfen, nein zu schreiben? Soll ich für mich dazu schreiben, warum ich nein sage? wenn ich es jemandem sagen will, fühlt es sich immer an, als wäre mein Mund verschlossen, ich bekomme die Lippen einfach nicht auseinander und seufze nur. Dann versuche ich es nett zu umschreiben, wie ein Kind, das jemanden anlächelt, damit derjenige ihm nichts tut.

Liebe Grüße


Ich bin sicher, dass es dir helfen würde.
Du musst es ja auch niemandem zeigen.
Schreibe einfach auf, zu welchen Punkten du momentan Nein sagen willst.
Beispielsweise so:

Will ich eine erneute Liebesbeziehung zu meinem Exfreund? NEIN

Soll er (dein Exfreund) denken, dass ich ihn will? NEIN

Vielleicht musst du dir eines merken, um Nein sagen zu können:

Du kannst niemals alle Menschen, die du kennst und gern hast, auch glücklich machen. Dafür ist jeder selbst verantwortlich und Schmerz gehört einfach dazu.

Was würde passieren wenn du deinem Exfreund deutlich sagst: NEIN, ich will keine Beziehung mit dir. NEIN, ich liebe dich nicht. NEIN, du brauchst dir keine Hoffnungen machen.

Er könnte geknickt sein, JA. Enttäuschung und Vorwürfe könnten kommen, JA.
Wird dieser Zustand vorbeigehen? Eindeutig JA.

Mach dir klar, dass die Menschen ein Nein akzeptieren müssen.

Stell dir folgende Situation vor: Du würdest noch etwas für deinen Ex empfinden und sagst ihm immer wieder :"Egal was du mir sagst, wir kommen wieder zusammen usw." Eben genauso, wie es gerade umgekehrt läuft.
Und du hättest das Gefühl von ihm kommt kein klares Nein. Wie würdest du dich fühlen? Ist es nicht schlimmer immer wieder "hingehalten" zu werden oder es wenigstens so zu empfinden, anstatt EINMAL NEIN zu sagen?

Ich denke nicht!

Also: Brust raus, Bauch rein, Tief einatmen und voller Energie NEIN brüllen!!!

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16. September 2009 um 15:38
In Antwort auf svea_12730628


Ich bin sicher, dass es dir helfen würde.
Du musst es ja auch niemandem zeigen.
Schreibe einfach auf, zu welchen Punkten du momentan Nein sagen willst.
Beispielsweise so:

Will ich eine erneute Liebesbeziehung zu meinem Exfreund? NEIN

Soll er (dein Exfreund) denken, dass ich ihn will? NEIN

Vielleicht musst du dir eines merken, um Nein sagen zu können:

Du kannst niemals alle Menschen, die du kennst und gern hast, auch glücklich machen. Dafür ist jeder selbst verantwortlich und Schmerz gehört einfach dazu.

Was würde passieren wenn du deinem Exfreund deutlich sagst: NEIN, ich will keine Beziehung mit dir. NEIN, ich liebe dich nicht. NEIN, du brauchst dir keine Hoffnungen machen.

Er könnte geknickt sein, JA. Enttäuschung und Vorwürfe könnten kommen, JA.
Wird dieser Zustand vorbeigehen? Eindeutig JA.

Mach dir klar, dass die Menschen ein Nein akzeptieren müssen.

Stell dir folgende Situation vor: Du würdest noch etwas für deinen Ex empfinden und sagst ihm immer wieder :"Egal was du mir sagst, wir kommen wieder zusammen usw." Eben genauso, wie es gerade umgekehrt läuft.
Und du hättest das Gefühl von ihm kommt kein klares Nein. Wie würdest du dich fühlen? Ist es nicht schlimmer immer wieder "hingehalten" zu werden oder es wenigstens so zu empfinden, anstatt EINMAL NEIN zu sagen?

Ich denke nicht!

Also: Brust raus, Bauch rein, Tief einatmen und voller Energie NEIN brüllen!!!

Toll, 1000 dank
danke Dir, so wie Du das schreibst, kommt die Energie richtig rüber! recht hast Du mit allem, was Du schreibst. Aber sagen oder sogar brüllen, kann ich das nicht. Müsste wahrscheinlich erstmal ewig in einem einsamen Wald üben, bevor das klappt. Aber das mit dem Schreiben (erstmal so nur für mich), werde ich ausprobieren. Vielleicht hilft es zumindest deutlicher und nachdrücklicher aufzutreten, so Brust raus, Bauch rein, aufrecht und klar wäre ja schon mal ein Weg in die richtige Richtung. Nicht so häschenhaft, geduckt, beschämt, dass man mir anmerkt, ich würde glauben, nicht nein sagen zu dürfen.

Weißt Du, mein Verstand sagt mir ja sogar, dass sein Verhalten unfair ist (vorallem seiner Lebensgefährtin gegenüber) und er es eigentlich garnicht verdient hat, mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Aber ich kann es irgendwie nicht, weil ich das Gefühl habe, ich sei daran Schuld, ich hätte mich in diese Lage hineinmanövriert und müsste das nun ausbaden / ertragen. Das Schlimme daran ist, das es nicht aufhört, sondern immer schlimmer, fordernder und für mich beängstigender wird. Es ist wie ein Strudel, der immer schneller wird und ich komme da nicht raus. D.h. es wird immer schwerer nein zu sagen, wenn man so lange Dinge zuläßt und nur vorsichtig ignoriert oder abblockt. Die Klippe wird immer unüberwindbarer, als hätte man gleich konsequent und ausdrücklich nein gesagt, da ist dann wieder der Vorwurf, den ich mir mache... Dann versuche ich mir wieder Mut zu machen, indem ich mir sage, er weiß genau, wie ich bin und er nutzt das ganz bewußt. Dann denke ich wieder, nein, er ist doch so ein Lieber... aaahhh, ein Teufelskreis. Ich bin schon wieder soweit, dass ich Angst habe, ans Telefon, ins Internet oder vor die Tür zu gehen

Ich werde aber jetzt das NEIN üben und meine Gründe dazu schreiben, wenn ich mich innerlich stärke, klappt das vielleicht?! Muss aber wohl vermeiden, dazu zu schreiben, warum ich das bislang nicht tue, oder?

Viele liebe Grüße an Dich und ich hoffe, Du bist glücklich?! Oder zumindest zufrieden?!

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17. September 2009 um 9:54
In Antwort auf altuna_12636455

Toll, 1000 dank
danke Dir, so wie Du das schreibst, kommt die Energie richtig rüber! recht hast Du mit allem, was Du schreibst. Aber sagen oder sogar brüllen, kann ich das nicht. Müsste wahrscheinlich erstmal ewig in einem einsamen Wald üben, bevor das klappt. Aber das mit dem Schreiben (erstmal so nur für mich), werde ich ausprobieren. Vielleicht hilft es zumindest deutlicher und nachdrücklicher aufzutreten, so Brust raus, Bauch rein, aufrecht und klar wäre ja schon mal ein Weg in die richtige Richtung. Nicht so häschenhaft, geduckt, beschämt, dass man mir anmerkt, ich würde glauben, nicht nein sagen zu dürfen.

Weißt Du, mein Verstand sagt mir ja sogar, dass sein Verhalten unfair ist (vorallem seiner Lebensgefährtin gegenüber) und er es eigentlich garnicht verdient hat, mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Aber ich kann es irgendwie nicht, weil ich das Gefühl habe, ich sei daran Schuld, ich hätte mich in diese Lage hineinmanövriert und müsste das nun ausbaden / ertragen. Das Schlimme daran ist, das es nicht aufhört, sondern immer schlimmer, fordernder und für mich beängstigender wird. Es ist wie ein Strudel, der immer schneller wird und ich komme da nicht raus. D.h. es wird immer schwerer nein zu sagen, wenn man so lange Dinge zuläßt und nur vorsichtig ignoriert oder abblockt. Die Klippe wird immer unüberwindbarer, als hätte man gleich konsequent und ausdrücklich nein gesagt, da ist dann wieder der Vorwurf, den ich mir mache... Dann versuche ich mir wieder Mut zu machen, indem ich mir sage, er weiß genau, wie ich bin und er nutzt das ganz bewußt. Dann denke ich wieder, nein, er ist doch so ein Lieber... aaahhh, ein Teufelskreis. Ich bin schon wieder soweit, dass ich Angst habe, ans Telefon, ins Internet oder vor die Tür zu gehen

Ich werde aber jetzt das NEIN üben und meine Gründe dazu schreiben, wenn ich mich innerlich stärke, klappt das vielleicht?! Muss aber wohl vermeiden, dazu zu schreiben, warum ich das bislang nicht tue, oder?

Viele liebe Grüße an Dich und ich hoffe, Du bist glücklich?! Oder zumindest zufrieden?!


Ich freue mich, wenn ich dir helfen konnte.

Ich denke es ist nicht verkehrt sich zu überlegen, warum man es bisher nicht tut. Schreib das ruhig auch auf.
Und lass dich damit nicht unter Druck setzen.

Ja, ich bin sehr glücklich und das schon seit 2 Jahren

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17. September 2009 um 10:34
In Antwort auf svea_12730628


Ich freue mich, wenn ich dir helfen konnte.

Ich denke es ist nicht verkehrt sich zu überlegen, warum man es bisher nicht tut. Schreib das ruhig auch auf.
Und lass dich damit nicht unter Druck setzen.

Ja, ich bin sehr glücklich und das schon seit 2 Jahren

Mach Dich glücklich und lass Dich von anderen gern haben
Die Kabarettisten auf Youtube helfen Dir gerne:
http://www.youtube.com/watch?v=GBV2POfM4Tk



Ps.: Wählt die Piratenpartei.de

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17. September 2009 um 12:27
In Antwort auf seward_12545487

Mach Dich glücklich und lass Dich von anderen gern haben
Die Kabarettisten auf Youtube helfen Dir gerne:
http://www.youtube.com/watch?v=GBV2POfM4Tk



Ps.: Wählt die Piratenpartei.de

Was du schreibst
erinnert mich extrem an meinem Freund. Er ist ganz genauso wie du und ich kann es manchmal nicht verstehen woher das kommt oder warum er nicht einfach mal an sich selbst denkt.

Seine Ex terrorisiert ihn auch und er ertraegt das schon ueber ein Jahr. Er war 14 jahre in der Beziehung und hat versuch IHR alles recht zu machen, egal was er eigentlich wollte. Manche Sachen waren schon extrem. Sie wollte in einer bestimmten Stadt wohnen, obwohl ER eine Job in ner andren Stadt hatte und sie gar keinen Job hatte. ER hat dann ein Haus dort gekauft wo sie wollte und ist jeden tag 3 Std mit dem Auto unterwegs gewesen... nur ein beispiel. Sie hat ihn betrogen und belogen und er hat nix gemacht... irgendwann konnte er nicht mehr und hat sich getrennt... das nach 14 jahren!

ist schon schwer das zu verstehn, warum ist man nicht ein wenig egoistisch und macht was man selbst will.

Vorallem frag ich mich da jetzt was er wirklich will und was er macht weil ich das gern hab...

Er ist uebrigens auch in Psychologischer Behandlung deswegen, das wuerde ich dir auch raten.

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17. September 2009 um 14:57
In Antwort auf keiko_12283271

Was du schreibst
erinnert mich extrem an meinem Freund. Er ist ganz genauso wie du und ich kann es manchmal nicht verstehen woher das kommt oder warum er nicht einfach mal an sich selbst denkt.

Seine Ex terrorisiert ihn auch und er ertraegt das schon ueber ein Jahr. Er war 14 jahre in der Beziehung und hat versuch IHR alles recht zu machen, egal was er eigentlich wollte. Manche Sachen waren schon extrem. Sie wollte in einer bestimmten Stadt wohnen, obwohl ER eine Job in ner andren Stadt hatte und sie gar keinen Job hatte. ER hat dann ein Haus dort gekauft wo sie wollte und ist jeden tag 3 Std mit dem Auto unterwegs gewesen... nur ein beispiel. Sie hat ihn betrogen und belogen und er hat nix gemacht... irgendwann konnte er nicht mehr und hat sich getrennt... das nach 14 jahren!

ist schon schwer das zu verstehn, warum ist man nicht ein wenig egoistisch und macht was man selbst will.

Vorallem frag ich mich da jetzt was er wirklich will und was er macht weil ich das gern hab...

Er ist uebrigens auch in Psychologischer Behandlung deswegen, das wuerde ich dir auch raten.


hach, auch wenn es nicht nett von mir ist, aber es tut gut, zu wissen, man ist mit dem Problem nicht ganz allein. Ich kenne nämlich niemanden, bei dem das in einem so ungesunden Verhältnis zu sich selbst steht. Ja, Deinem Freund scheint es ähnlich zu gehen, ich verstehe das gut. Man geht an und über seine Grenzen bis es nicht mehr geht und dann ist man weg. Dass seine Ex da nicht so schnell aufgibt, ist auch irgendwie klar, gerade wenn er doch 14 Jahre so gut "funktioniert" hat. Da kommt so schnell keine Einsicht bei ihr auf, dass es tatsächlich vorbei ist. Aber wenn er so ist, wie ich, bewirkt sie damit garnichts mehr, das drückt nur noch mehr und hinterläßt nur noch ein ungutes Gefühl bei ihm. Für Dich ist es aber sicher auch nicht leicht, denn wenn man weiß, dass der Partner sehr viel für andere tut und sich darüber leicht vergisst, weiß man ja nie, wie es gerade wirklich in ihm aussieht. Das weiß er ja lange nicht mal selber. Du kannst aber auch nicht ständig fragen, denn die Fragen nerven ihn dann eventuell, weil für ihn alles gut ist oder er garnicht ständig in sich hineinhorchen will.

Ich versuche auch schon mit psychologischer Hilfe voran zu kommen, bislang tut sich leider nicht viel, daher habe ich hier um Rat gefragt

liebe Grüße und Dir viel Glück

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