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Nähe und Distanz

21. April 2009 um 12:33

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich bin auf diese Seite gestossen und würde gerne mal wissen, ob mir der/die eine oder andere bei meinem Anliegen ein paar Rückmeldungen geben könnte.

Ich bin seit fast zwei Jahren mit meinem Freund zusammen. Es ist wirklich eine unsagbar zärtliche Beziehung.

Ich hatte nur in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, dass mein Freund immer weiter auf Abstand zu mir ging, obwohl er immer beteuerte, dass er mich sehr liebt, aber trotzdem wurde dieser Abstand immer größer.

Neulich habe ich ihm dann gesagt, dass ich das merkwürdig finde, dass er stets sagt, er würde auch gerne mehr Zeit mit mir verbringen, dass er aber immer weiter auf Abstand geht.

Ich war so traurig, dass wir nichts gemeinsam zusammen machen, ich würde auch so gerne mal zum Osterfeuer oder eine Dampferfahrt oder einfach nur irgendwas mal zwischendurch mit ihm machen und mir fehlt das.

Daraufhin brach so ungefähr alles zwischen uns zusammen, er war traurig, dass er so ein Mensch ist, der am liebsten auf einer einsamen Insel leben würde, er bräuchte eigentlich keinen Menschen um sich. Aber auf der anderen Seite braucht er unsagbar viel Liebe und Zärtlichkeit.

Er sagte, er würde mich so sehr lieben, aber allein die Angst, mich zu verlieren, macht ihm solche Angst, dass er von sich aus innerlich von mir weggeht.

Er würde mich so gerne glücklich machen, könnte das aber so nicht, wie ich das verdient hätte.

Wir hatten dann beide sehr traurig beschlossen, dass es vielleicht besser wäre, wir würden uns trennen, weil ich dieses Verhalten, diesen immer größerwerdenden Abstand nicht ertragen könnte.

Wir schrieben uns mails, sms und ich hatte mit der Beziehung innerlich schon fast abgeschlossen, aber ich wollte den Kontakt zu ihm weiterhin, so sehr. Meine Hoffnung ist es irgendwie auch gewesen, dass wir vielleicht gemeinsam schauen, ob es für uns beide noch irgendwie eine Lösung gibt, dass es uns beiden in der Beziehung gut geht.

Ich suchte nach Lösungsmöglichkeiten, weil ich es einfach nicht glauben wollte, dass es zwischen uns nun wirklich und endgültig Schluss sein sollte.

Es kam dann ein paar Tage später von ihm eine ail, dass er eine Tag, nachdem Schluss war, mit einer Kollegin geschlafen hätte. Das hat mich umgehaun. Ich hätte alles erwartet, aber doch nicht sowas.

Er meinte, er hätte das Gefühl, er müsse sich, nachdem Schluss war, nochmal innerlich so richtig einen Abgrund hinabstürzen, weil er diesen Schmerz unserer Trennung nicht aushalten konnte und hätte dabei aber gemerkt, wie sehr er mich liebt und er hätte sich bei der Sache mit seiner Kollegin richtig schlecht gefühlt und dass er einfach eine Riesengroße Dummheit macht.

Wie soll`s nun weitergehn? Wir haben beschlossen, es nochmal zu versuchen.

Köönt ihr mir vielleicht schreiben, wie ihr die Sache seht?

Manchmal sieht man ja selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Danke für Eure Antworten

Lola

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21. April 2009 um 13:18

Also...
ganz wichtig...Taten von Worten zu unterscheiden...d.h. im Klartext, wenn Du es noch mal versuchen möchtest, dann lass in Zukunft seine Taten für ihn sprechen.

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21. April 2009 um 15:25
In Antwort auf fido_12487274

Also...
ganz wichtig...Taten von Worten zu unterscheiden...d.h. im Klartext, wenn Du es noch mal versuchen möchtest, dann lass in Zukunft seine Taten für ihn sprechen.


wie meinst du das?

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21. April 2009 um 15:36
In Antwort auf kelsie_12668985


wie meinst du das?


meinst Du, er meint das alles garnicht ehrlich, sondern redet das zwischen uns nur schön, damit ich bleibe?

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21. April 2009 um 18:49

Geht zusammen durch die Krise
Hallo Lola,

als erstes fällt mir auf, dass Ihr beide festgestellt habt, dass Ihr nicht ohne einander leben könnt.
Ihr liebt euch!
Das ist die Basis eures Neuanfangs. Zwei Menschen, die eigene Persönlichkeiten, Vorlieben, Bedürfnisse haben, treffen aufeinander. Am Anfang überwiegt das Verliebtsein, man genießt die Nähe und hat einfach Spaß zusammen. Danach beginnt die eigentliche Beziehungsarbeit. Man muss immer wieder miteinander sprechen, sich austauschen, um weiterhin einen gemeinsamen Nenner zu finden. Darum bemüht Ihr euch und ich finde es prima, dass ihr es nochmal versuchen wollt.

Es scheint, als wäre dein Freund ein sehr Gefühlsbetonter, verletzlicher Mann. Er macht sich Gedanken um dich, ob er der richtige für dich ist, dich glücklich machen kann. Das ist jetzt nur eine Vermutung, aber das hört sich für mich depressiv an (Angst dich zu verlieren, in einen Abgrund stürzen, könnte dich nicht glücklich machen, wie du es verdient hast). Wenn es so wäre, ist es eine ernstzunehmende psychische Krankheit. Wie gesagt, es ist nur eine Vermutung, aber nicht unmöglich. Mein Tipp: Sprecht viel miteinander, über eure Gefühle, was ihr euch vom anderen wünscht, aber auch, was ihr am anderen super toll findet! Zeig ihm, wie viel er wert ist, dass du ihn liebst, genauso wie er ist und achte darauf, ob er sich öfter selbst kritisiert, sich nicht leiden kann. Der Hausarzt ist dann der richtige Ansprechpartner dafür. (Ich spreche aus Erfahrung, war selbst depressiv).

ich wünsche euch alles gute

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21. April 2009 um 19:18
In Antwort auf fido_12487274

Also...
ganz wichtig...Taten von Worten zu unterscheiden...d.h. im Klartext, wenn Du es noch mal versuchen möchtest, dann lass in Zukunft seine Taten für ihn sprechen.

Miteinander reden...
Vielen Dank für Deine Antwort.
Ja, da hast Du vollkommen ins Schwarze getroffen mit Deiner Vermutung, dass er depressiv ist.
Ich kenne das selbst von mir auch, diese Stimmungsschwankungen, deshalb kann ich viele Dinge auch nachvollziehen, die zwischen meinem Freund und mir passieren.
Das miteinander reden haben wir uns auch vorgenommen. Aber das ist wirklich nur in solchen absoluten Krisenzeiten, wo er auch mal aus sich rauskommt. Ansonsten bin eher ich diejenige, die redet, über mich und meine Gefühle.
Das empfinde ich als ganz schön schwierig, wenn mein Freund so sehr verschlossen ist. Und gerade, wenn er sich wieder so zurückzieht, beziehe ich das dann gerne mal auf mich, dass ich was gemacht haben könnte, was er nicht leiden kann.
manchmal kann er schon den Obercoolen raushängen lassen, dass ich manchmal garnicht weiss, ob er mich noch mag.
Das ist immer so ein Widerspruch.
Auf der einen Seite ist er ein sowas von liebenswerter, zärtlicher Mensch und dann kann er am nächsten Tag wieder so den unangreifbaren Typen raushängen lassen, dass ich mich irgendwie garnicht richtig ernstgenommen fühle.
Wenn ich das dann mal zur Sprache bringe, ist er doch sehr gekränkt und zieht sich dann ganz schnell wieder zurück.
Hm , das versteh ich dann nicht so richtig, weil er dann auch so garnicht sagt, was in ihm vorgeht.

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21. April 2009 um 19:26
In Antwort auf kelsie_12668985

Miteinander reden...
Vielen Dank für Deine Antwort.
Ja, da hast Du vollkommen ins Schwarze getroffen mit Deiner Vermutung, dass er depressiv ist.
Ich kenne das selbst von mir auch, diese Stimmungsschwankungen, deshalb kann ich viele Dinge auch nachvollziehen, die zwischen meinem Freund und mir passieren.
Das miteinander reden haben wir uns auch vorgenommen. Aber das ist wirklich nur in solchen absoluten Krisenzeiten, wo er auch mal aus sich rauskommt. Ansonsten bin eher ich diejenige, die redet, über mich und meine Gefühle.
Das empfinde ich als ganz schön schwierig, wenn mein Freund so sehr verschlossen ist. Und gerade, wenn er sich wieder so zurückzieht, beziehe ich das dann gerne mal auf mich, dass ich was gemacht haben könnte, was er nicht leiden kann.
manchmal kann er schon den Obercoolen raushängen lassen, dass ich manchmal garnicht weiss, ob er mich noch mag.
Das ist immer so ein Widerspruch.
Auf der einen Seite ist er ein sowas von liebenswerter, zärtlicher Mensch und dann kann er am nächsten Tag wieder so den unangreifbaren Typen raushängen lassen, dass ich mich irgendwie garnicht richtig ernstgenommen fühle.
Wenn ich das dann mal zur Sprache bringe, ist er doch sehr gekränkt und zieht sich dann ganz schnell wieder zurück.
Hm , das versteh ich dann nicht so richtig, weil er dann auch so garnicht sagt, was in ihm vorgeht.

Miteinander reden 2
Ich sage ihm öfters, wieviel er mir bedeutet, wie lieb ich ihn hab, aber da hab ich immer das Gefühl, er glaubt mir das nicht wirklich.
Er empfindet sich selbst nicht als liebenswert.
Wie kann ich ihm das bloß vermitteln, dass es wirklich so ist und ich das nicht einfach nur sage?

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21. April 2009 um 19:30

Antw. zunächst einmal
Das war ja ganz schön viel input mit den Vitaminen
aber da kann schon was dran sein.
Ich denke nicht, dass ich meinen Freund zu sowas bewegen könnte, so Schlecker-Pillen zu nehmen, aber für mich ist das vielleicht mal einen Versuch wert.
Bin ja auch eine ab und zu Stimmungsschwankerin

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21. April 2009 um 20:09
In Antwort auf kelsie_12668985

Miteinander reden 2
Ich sage ihm öfters, wieviel er mir bedeutet, wie lieb ich ihn hab, aber da hab ich immer das Gefühl, er glaubt mir das nicht wirklich.
Er empfindet sich selbst nicht als liebenswert.
Wie kann ich ihm das bloß vermitteln, dass es wirklich so ist und ich das nicht einfach nur sage?

Du kannst nur für ihn dasein
Er muss sich aus seiner Situation selbst herausziehen. Das einzige, was du machen kannst, ist für ihn da zu sein, ihm dadurch deine Liebe zu zeigen. Du kannst sein Selbstbewusstsein nicht aufbauen und das ist auch nicht deine Aufgabe. Er muss selbst entscheiden, ob er sich da alleine herausholen und sich aufbauen kann, oder ob er professionelle Hilfe in Anspruch nehmen will. Ich meinte nicht, dass psychopharmaka die Lösung sind, sondern, dass eine Depression oder auch schon eine beginnende Depression in ärztliche Behandlung gehört, von Psychotherapeuten. Ob er das braucht, ist allein seine Entscheidung! Bitte nicht aufgrund irgendeines Verdachts Tabletten schlucken!

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