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Nähe und Distanz - Ambivalenz in der neuen Liebe

29. April 2018 um 8:45 Letzte Antwort: 24. Mai 2018 um 22:00

Ich bitte euch um eine Meinung, bzw. Einschätzung der Situation.

Ich bin 41, habe eine Beziehung mit zwei Kindern vor drei Monaten beendet. Wir sind nicht verheiratet. Ich habe eine kleine Wohnung für mich angemietet. Lebensmittelpunkt der Kinder ist unsere gemeinsame Wohnung, in der ich viel Zeit mit den Kindern verbringe. Abends gehe ich dann rüber in meine Wohnung, die um die Ecke liegt. Wir verstehen uns gut. Wir haben uns einfach auseianndergelebt. Diese Beziehung ist auch nicht Gegestand meiner Frage.

Vor zwei Monaten, also in der Phase der Trennung, habe ich dann ganz unverhofft einen Mann kennengelernt. Er hat mir eine Freundschaftsanfrage geschickt. Das hat er, wie er sagt, noch nie gemacht. Er fand mich einfach interessant und hat mich aus einem Impuls heraus kontaktiert. Ich selbst nehme nie fremde Freundschaftsanfragen an. Und dennoch habe ich auf diese geantwortet. Im Nachhinein sind wir beide erstaunt über diese zufällige Begegnung.

Er ist etwas älter, 48 und hat eine Tochter aus einer langen Beziehung, mit der er freundschaftlich verbunden ist. Seine letzte (eine andere) Beziehung ist zwei Jahre her. Er wurde verlassen, von einem Tag auf den anderen. Sie hatten noch über Kinder gesprochen, sind zusammen in eine gemeinsame Wohnung gezogen, er hat sie mit seiner Tochter bekannt gemacht, ein Kinderzimmer für sie eingerichtet. Und plötzlich, sehr unerwartet hat sie ihn rausgeworfen, innerhalb einer Woche.
Die ganze Beziehung muss schon sehr anstrengend gewesen sein. Im Nachhinein hat er dann etwas über Boderline-Störung gelesen und es fiel im wohl wie Schuppen von den Augen. Diese Beziehung hat ihn schlimm mitgenommen. Er hat unter dieser Trennung gelitten. Hat sich in Beratung gegeben, die er immernoch macht, um diesen Bruch zu verarbeiten. Seitdem gab es zwar Frauen, aber keine mehr, die seinen Kern berührte, wie er sagt.
Es ergab sich ein Austausch. Wir fanden uns interessant und wechselten nach ein paar Tagen Telefonnummern aus. Danach ergab sich bis heute, also seit zwei Monaten ein täglicher schriftlicher Kontakt und sieben gemeinsame Treffen.

Zuerst war der Kontakt nur schriftlich, aber sehr intensiv, weit weg von oberflächlichen Nachrichten. Ein Austausch über das Leben, die Liebe und unseren Alltag. Irgendwann wollten wir uns dann treffen.
Man weiß ja selbst wie schnell man beim Schreiben zur Projektion neigt. Das wollten wir verhindern. Wir trafen uns nach zwei Wochen und kamen uns näher. Sowohl er als auch ich waren überrascht, wie schnell wir uns nahe waren. Wie leicht es war. Wir wollten uns unbedingt wiedersehen.
Wir sahen uns dann aber fast zwei Wochen nicht, weil wir beide beruflich verreisen mussten. In dieser Zeit schrieben wir uns täglich, wir begleiteten uns in unserem Alltag, hatten Sehnsucht, freuten uns auf ein nächstes Treffen, zählten gemeinsam die Tage bis zum Wiedersehen.
Vor diesem Treffen fühlte ich Freude und Angst, denn auch hier wusste ich nicht, ob man sich eher in den Wunsch der Nähe oder wirklich in die Person verliebt hatte. An diesem Abend erzählte er mir von dieser letzten Beziehung. Er sagte im Anschluss, ich wäre die erste Frau, die es geschafft hat, an seinem Kern zu kratzen. Er fühle sich so wohl bei mir, entspannt, es wäre unglaublich.
Ich übernachtete bei ihm. Wir wollten uns drei Tage später wieder treffen.
Nach unserem zweiten Treffen veränderte sich aber plötzlich die Art seiner Kommunikation, er schrieb mir zwar immernoch direkt am Morgen, aber seine Worte waren distanziert. Ich fragte ihn am Nachmittag vor unserer Verbaredung, ob alles in Ordnung sei. So distanziert kannte ich ihn bisher nicht.
Er schrieb zurück, dass ich das mit uns lockerer sehen solle. Ich solle mich nicht verunsichern lassen. Nach Gefühlsexplosionen brauche er immer etwas Zeit um sich zu sortieren.
Ich nahm das einfach so erstmal hin und wir sahen uns. Es wurde ein langer Abend mit schönen Gesprächen und wieder übernachtete ich bei ihm. Wir schliefen eng umschlungen, waren uns sehr nah. Er suchte jeden möglichen Kontakt mit mir.
Aber auch nach diesem Treffen war unsere Kommunikation eine andere.
Es passte nicht zusammen, er meldete sich von sich aus täglich, fragte, wie ich geschlafen habe, wie es mir ging, immer interessiert, aber diese emotionale Öffnung in seinen Nachrichten konnte ich nicht mehr spüren. Ich hatte den Eindruck, seine Kopfmühle war seit dem 2. Treffen angesprungen.
Wir trafen uns noch ein Mal, allerdings nur kurz, ich hatte in der Woche kaum Zeit. Er war dann eineinhalb Wochen beruflich unterwegs. In dieser Zeit hatten wieder täglich schriftlicher Kontakt.
Wir sahen uns dann, als er wieder zurück war. Er schrieb mir, dass er sich freut. Küsste mich direkt als wir uns sahen. In der Bar suchte er meinen Körperkontakt, küsste mich auch hier öffentlich. Ich spürte, dass er sich über uns freute. Wir gingen Arm in Arm in meine Wohnung. Immer wieder sagte er, wie überrascht er über diese Geschichte sei, dass wir uns so gefunden haben. Sexuell war es fantastisch und auch danach war es eng, liebevoll.
Wir gingen am nächsten Morgen zusammen Kaffee trinken, er küsste mich auf der Straße beim Abschied und sagte: „Es war schön mit dir.“
Danach ging er allerdings wieder auf Distanz, Kontakt hielt er, auch von sich aus. Ich fokussierte das nicht, weil ich wusste, dass er Zeit und Raum brauchte. Aber ich spürte eine Ambivalenz in ihm. Nähe und Distanz. Manchmal war es für mich schweirig, weil ich das Gefühl hatte, er lässt mich nicht richtig an sich ran. Irgendwann schreib ich ihn dann an, denn ich fand, dass ich ein recht auf Klarheit habe. Ich lasse ihn genauso Anteil an meinen gefühlen zu ihm haben. Er weiß, dass ich etwas für ihn empfinde. Ich fragte ihn also, ob er mir sein Nähe-Distanz-Thema erklären könnte, mit dem er sich beschäftigt. Ich spürte dieses Gefühl und wusste den Hintergund nicht, ich brauchte eine Antwort, ob es mit mir als Mensch oder mit seiner Situation zu tun hat. Er schrieb, dass es ohne Gefühl bei ihm nicht geht, dass er die Momente mit mir genießt, aber dass er gerade nicht mehr dazu sagen könne.
Wieder ambivalent, eher unverbindlich.

Wir sahen uns letzten Freitag wieder. Am Tag davor war er beruflich unterwegs. Ich war an dem Abend auch noch unterwegs, da schrieb er mich an, dass er gerade bei mir am Bahnhof sei und auf den Rückweg nach Hause. Als ich ihm schrieb, dass ich noch wach sei, fragte er mich, ob er zum kuscheln und schlafen zu mir kommen könnte. Ich willigte ein. Damit hatte ich nicht gerechnet und freute mich. Er kam zu mir, wir lagen beieinander, küssten uns, kuschelten und schliefen zusammen ein.
Am nächsten Tag sahen wir uns abends wieder und hier sagte er mir, dass er es unglaublich finde, dass wir nun zwei Tage hintereinander miteinander verbracht hätten, das wäre ihm in den letzten zwei Jahren noch nie passiert. Die Art der Begegnung mit mir wäre wie in einem Film.
Wir gingen zusammen raus, wir gingen zusammen essen, tranken zusammen, küssten und und fielen dann zusammen ins Bett. Er müsste am nächsten Tag früh raus, weil er seine Tochter hatte. Wir tranken einen Kaffe zusammen und wieder spürte ich diese plötzlich aufsteigende Distanz zwischen uns. Bei der Verbschiedung sagte er, „Bis Bald“ und schob die Frage hinterher „Sehen wir uns nochmal wieder?“
Ich antworte ihm, ich hoffe doch. Gut sagte er und ging.

Das wirkte nach. Wir hatten zwei Tage hintereinander geshehen, schrieben uns täglich und er fragte mich wirklich noch, ob wir uns wiedersehen? War es wirklich für ihn noch so unverbindlich? Hatte ich mir da was eingebildet? Ich war enttäuscht, dass nach zwei Monaten täglicher Kontakt und vielen Treffen so eine Frage noch gestellt werden musste.
Ich schrieb ihn also gestern an, womit ich mich beschäftige, ob das wirklich noch eine Frage war, die relevant für ihn ist. Das ich Verständnis für seine Situation habe, aber auch für meine und das diese Indifferenz mir auf meine Motivation schlägt.
Er antwortete, dass das ein Witz gewesen sei. (Was ich ihm übrigens nicht glaube, ich bin ein sehr ironischer Mensch, das hätte ich verstanden).
Aber dann schrieb er, er genieße die Zeit mit mir, er wäre immer sehr entspannt, er wüsste aber selbst nicht genau, wo er stehe und damit würde es ihm nicht immer gut gehen. An mir liege es nicht. Er findet ich bin eine tolle Frau, nicht nur wegen meines Körpers. Er genießt die Zeit mit mir. Woran es liege, könne er selbst nicht sagen, vielleicht hat es noch mit 2016 zu tun (die Trennung von seiner letzten Beziehung), er könne gerade keine hohe emotionalen Erwartungen erfüllen. Ich hätte gerade den Schritt gemacht (damit meint er meine Trennung) zu meinen Bedürfnissen zu stehen. Wenn er diesen nicht komplett entsprechen kann, wäre es mein Recht mehr zu verlangen, als er geben könne...
Ich war froh, dass er endlich sagte, womit er sich beschäftigte, weil ich genau diese Ambivalenz gespürt habe und noch spüre.

Meine Frage, wie schätzt ihr das ein? Ist das ein typsicher Fall von Beziehungsangst aufgrund seiner letzten Beziehung? Wenn ich etwas darüber lese, sehen die Aussichten nicht sehr gut aus, dass sich das in etwas engeres und eine für mich zufriedenstellenden Verbindung wandelt.
Ich bin selbst in einer besonderen Situation, ich kann auch nicht sagen, wohin das führt. Aber ich kann ein Ja zum Jetzt und Hier formulieren. Möchte aber auch nicht in eine Sache geraten, die mich total aufreibt. Ich bin nicht masochistisch veranlagt. Insofern muss ich mich nun entscheiden, wie weit ich da emotional einsteigen will. Dafür brauche ich einen Außenblick. Wie wirkt dieser Mann und diese gemeinsame Verbindung auf euch? Das wäre sehr hilfreich für mich.


Liebe Grüße und danke für's lesen!!!
 

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29. April 2018 um 8:52

Leider habe ich meinen Beitrag versehentlich doppelt eingestellt. Ich bitte also, diesen hier zu löschen.
Liebe Grüße!

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29. April 2018 um 9:43

Das hatte ich befürchtet... Es wäre dann wohl an der Zeit mich emotional zu verabschieden... das hatte ich bereits schon vor, mich hat diese Suche von ihm nach täglichen Kontakt mit mir davon abgehalten...jeden Tag kommen Nachrichten, wie ich mich fühle, wie es mir geht, ob ich gut geschlafen habe....Aber du hast wohl recht...Danke für deine klaren Worte. 

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29. April 2018 um 10:04

Mir scheint das bei ihm nicht Beziehungsangst aufgrund seiner letzten Trennung zu sein.

Das Ganze klingt eher nach einer grundlegenderen Problematik im Umgang mit den eigenen Gefühlen. Es geht in Richtung von Borderline Mustern. Eine Diagnose aus der Ferne ist aber nicht sinnvoll.

Die entscheidende Frage ist, ob er selbst Problembewusstsein besitzt, für sich professionelle Hilfe in Anspruch nimmt und Verantwortung für sein Verhalten trägt. Dann ist Beziehung möglich. Auch dann ist Beziehung schwierig. Ob du Beziehung unter diesen Voraussetzungen willst, ist allein deine Entscheidung. Eine emotionale Achterbahn wird das allemal.

Das würde ich ansprechen und versuchen zu klären. Wenn er bereit ist, darüber zu kommunizieren und auch dafür sorgt, dass er ihn gute Bedingungen zur Kommunikation hat, dann geht das. Wenn er nur blockt, kannst du ihm diese Veratwortung nicht abnehmen. Dann ist es zu einseitig und aussichtslos.

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29. April 2018 um 11:20



Ich danke dir sehr für deine Antwort. Das hilft mir sehr! Über das, was du schreibst, habe ich auch schon nachgedacht. Ich weiß, dass eine Beziehung mit einem Borderliner (in den Fall die Frau seiner letzten Beziehung) auch auf die eigene Wahrnehmung und Gefühlswelt abfärben kann... Wieviel er an Verhaltensmuster übernommen hat, kann ich nicht sagen...Beziehungstauglich scheint er grundsätzlich zu sein. Die Beziehung, aus der seine Tochter kommt, hielt neun Jahre. Die Beziehung mit der Borderlinerin sogar 2 1/2 Jahre. Er lässt sich beraten, ein Mal im Monat hat er einen Termin bei einem Psychologen. Er wirkt sehr reflektiert, hat viel aufgearbeitet, auch die Probleme in seiner Familie, in der er es nicht leicht hatte...Er hat viel mit mir darüber gesprochen und ja, um diese Entscheidung geht es bei mir. Ich kann eine Zeit lang diese Ambivalenz aushalten, wenn ich eine Richtung spüre, in der etwas wachsen kann, aber ich habe nicht das Bedürfnis ihn zu “retten“ und mich in diese Achterbahn zu begeben, dafür reichen meine Ressourcen nicht. Ich habe zwei Kinder, die eine gesunde Mutter brauchen. Ich habe ihm geschrieben, dass ich gerade nicht die Erwartung habe, dass er sich für oder gegen eine Beziehung entscheiden muss, wohl aber,  dass es für mich gerade durch seine ambivalenten Gefühle offen und transparent in der Kommunikation sein muss. Auch ich kann gerade keine großen Erwartungen erfüllen, bin ich doch gerade selbst aus einer langjährigen Beziehung gekommen. Nur geht es aber um echte Begegnung und dazu kann ich zum jetzigen Zeitpunkt ein ja sagen. Was daraus wird, kann niemand vorhersagen...Er schrieb zurück, dass er mit dieser Entscheidung leben kann. Ich bin in einer besonderen Situstion und er in seiner... Ich werde mich jetzt erstmal nicht bei ihn melden. Nicht aus Taktik, sondern weil ich selbst “runterkommen“ muss. Ich muss sehen, was das mit mir und mit ihm macht. Bis jetzt hat er sich noch nicht gemeldet. Vielleicht muss es auch erstmal bei ihm klarer werden... Ich weiß aber auch, dass es meine Entscheidung sein wird. Er wird voraussichtlich keine treffen...

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29. April 2018 um 11:39
In Antwort auf marilene



Ich danke dir sehr für deine Antwort. Das hilft mir sehr! Über das, was du schreibst, habe ich auch schon nachgedacht. Ich weiß, dass eine Beziehung mit einem Borderliner (in den Fall die Frau seiner letzten Beziehung) auch auf die eigene Wahrnehmung und Gefühlswelt abfärben kann... Wieviel er an Verhaltensmuster übernommen hat, kann ich nicht sagen...Beziehungstauglich scheint er grundsätzlich zu sein. Die Beziehung, aus der seine Tochter kommt, hielt neun Jahre. Die Beziehung mit der Borderlinerin sogar 2 1/2 Jahre. Er lässt sich beraten, ein Mal im Monat hat er einen Termin bei einem Psychologen. Er wirkt sehr reflektiert, hat viel aufgearbeitet, auch die Probleme in seiner Familie, in der er es nicht leicht hatte...Er hat viel mit mir darüber gesprochen und ja, um diese Entscheidung geht es bei mir. Ich kann eine Zeit lang diese Ambivalenz aushalten, wenn ich eine Richtung spüre, in der etwas wachsen kann, aber ich habe nicht das Bedürfnis ihn zu “retten“ und mich in diese Achterbahn zu begeben, dafür reichen meine Ressourcen nicht. Ich habe zwei Kinder, die eine gesunde Mutter brauchen. Ich habe ihm geschrieben, dass ich gerade nicht die Erwartung habe, dass er sich für oder gegen eine Beziehung entscheiden muss, wohl aber,  dass es für mich gerade durch seine ambivalenten Gefühle offen und transparent in der Kommunikation sein muss. Auch ich kann gerade keine großen Erwartungen erfüllen, bin ich doch gerade selbst aus einer langjährigen Beziehung gekommen. Nur geht es aber um echte Begegnung und dazu kann ich zum jetzigen Zeitpunkt ein ja sagen. Was daraus wird, kann niemand vorhersagen...Er schrieb zurück, dass er mit dieser Entscheidung leben kann. Ich bin in einer besonderen Situstion und er in seiner... Ich werde mich jetzt erstmal nicht bei ihn melden. Nicht aus Taktik, sondern weil ich selbst “runterkommen“ muss. Ich muss sehen, was das mit mir und mit ihm macht. Bis jetzt hat er sich noch nicht gemeldet. Vielleicht muss es auch erstmal bei ihm klarer werden... Ich weiß aber auch, dass es meine Entscheidung sein wird. Er wird voraussichtlich keine treffen...

Hallo Marilene,

das klingt schon einmal gut reflektiert und überlegt von deiner Seite. Ich wünsche dir alles Gute.

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29. April 2018 um 14:02

Danke nochmal für eure Antworten. Dass er mit der Beziehung zu meinem Ex-Freund ein Problem hat, bzw. sich deshalb distanziert, kann ich eigentlich ausschließen. Wir haben viel darüber gesprochen, er weiß, dass ich nur noch Freundschaft empfinde. Und er lebt ja selbst in einer freundschaftlichen Beziehung zu seiner Freundin, mit der er ein Kind hat. Puh, ich merke gerade, dass es ganz schön weh tut. Vor allem, weil mit tatsächlich die Hände gebunden sind. Sein Problem kann ich nicht lösen... Verstand und Bauch sagen mir, dass es besser ist, damit abzuschließen. Das Herz spricht eine andere Sprache... es vermisst ihn....

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29. April 2018 um 14:39

Es ist auch deshalb so schwierig, weil ich nicht einschätzen kann, ob seine Aussage: “Im Moment kann ich keinen großen emotionalen Erwartungen gerecht werden-ich weiß selbst nicht warum-das hat nichts mit dir zu tun...“ , ein Herausreden ist, um die Verletzung möglichst klein zu halten, oder ob noch Luft nach oben besteht... Ich bin kein Freund von Textanalysen, weiß aber, dass er seine Worte immer sehr bewusst wählt. 

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29. April 2018 um 15:23

Ja, ich denke eine Weile kann ich mich noch darauf einlassen, auch weil die Zeit zusammen immer schön ist. Er fasst mich gerne an, sucht meine Nähe, er geht gerne mit mir in die Öffentlichkeit, nimmt mich in den Arm, er versteckt uns nicht. Wir sind entspannt zusammen. Er sagt oft, wie überrascht er darüber ist. Mit unserem Austausch gestern ist vielleicht auch der erste Schritt gemacht, darüber ins Gespräch zu kommen. Er hat gestern das erste Mal versucht, sich zu erklären.Vielleicht sollte ich mir ein eigenes Zeitfenster setzen. In dieser Zeit lass ich es laufen, beobachte mich, wie ich mich mit ihm fühle. Sollte es dann weiterhin stagnieren, muss ich mich dann irgendwann selbst schützen...

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29. April 2018 um 15:53

Das kann natürlich sein und er erhebt den Anspruch nicht darauf. Ich habe mich beruflich selbst schon mit dieser Erkrankung auseinandergesetzt und alles was er aus dieser Beziehung erzählt, hört dich stark danach an. Großes Thema ist Nähe und Distanz, erst wird man auf Wolke 7 gehoben um dann knallhart fallen gelassen zu werden. Der Partner wird zum petslnlichen Gott erhoben und dann wieder vom Thron zu gezerrt...Ein Auf und Ab.... Langweilig ist es in solchen Beziehungen nicht, deshalb halten viele auch so lange aus. Aber es wird extrem gefordert, meist verlieren die Partner in solchen Beziehungen ihre Kontur und geben mehr als gesund ist. Sie hat auch wohl als sie getrennt waren, alle paar Monate den Kontakt wieder gesucht, ist an Plätzen erschienen, wo sie wusste, dass er sich dort aufhält, ohne aber ein Gespräch zu suchen. Er hat sich direkt nach der Trennung in Beratung gegeben,um das aufzuarbeiten. Dabei fiel wohl auch von dem Psychlogen der Begriff... So oder so muss es hat gewesen sein. Über seine langjährige Beziehung mit dem Kind spricht er viel von seinem eigenen Anteil daran...

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29. April 2018 um 17:03

Ja, das stimmt. Ich bin keine 20 mehr und muss mich nicht mehr in Dinge reinwerfen, die nur Chaos hinterlassen. Deswegen ja auch meine Vorsicht und Abwägung, was  ich bereit bin, zu investieren....

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29. April 2018 um 17:16

@aleemizzi
Du hast danach gefragt, was ich von ihm konkret erwarte... ich erwarte keine Entscheidung zu diesem Moment, auch weil ich weiß, dass er diese gar nicht treffen könnte. Ich erwarte aber mehr Offenheit in Bezug auf seine Gefühle, dass er mir ab und zu mitteilt, wie sein emotionaler Ist-Zustand aussieht. Nur so kann ich mich auf Augenhöhe bewegen und entscheidungsfähig bleiben. Das heißt, dass er mir mitteilt, wenn sich etwas verändert und ich dann einen Abgleich machen kann, ob ich da weiter mitgehen kann oder nicht. Blöd wäre, wenn er z.b. es nur als sexuelle Affäre , und nicht mit mir darüber spricht. So in etwa.

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29. April 2018 um 18:58

Das habe ich ihm gestern genauso geschrieben. Er war damit einverstanden. Dass ich keine Lust auf eine  sexuelle Affäre habe, hatte ich ihm schon einmal gesagt. Und er sagte, dass es das auch nicht für ihn wäre. 

Er hat sich auch heute wieder ein paar Male gemeldet, ob alles in Ordnung sei, wie mein Tag war...
 
 

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30. April 2018 um 11:39

Ja, es nervt mich ziemlich diese ständige Kontaktaufnahme ohne zu wissen, ob echtes Interesse dahinter steht. Ich werde mich nun erstmal nicht melden und auch kein weiteres Treffen vorschlagen. Ich denke, dann werde ich sehen, wieviel Engagement er entwickelt, mit mir in Kontakt zu bleiben. Blöd, aber ich kann das Problem nicht für ihn lösen, wenn auf seiner Seite noch “etwas“offen ist...

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30. April 2018 um 13:00

Hey dawncloude, danke nochmal für deine Antwort.😊 Ja, ich denke da spielt ne Menge an Gründen rein. Ich habe einige langjährige Singles in meinen Freundeskreis und alle sagen, dass es als Single dann nicht leicht ist, sich wieder festzulegen. Wie gesagt, ich sag jetzt mal Ruhe bewahren und sehen, was kommt und ich sage für mich, diese ständige schriftliche Kontaktaufnahme mit mir zählt solange nicht, bis er mir ein Treffen vorschlägt. Hab keinen Bock mehr auf diese Halbgare.😉 Zumal es auch mal andersherum war. Ich wollte ihn erst nicht sehen und du glaubst nicht, wie weit er in seinen Kalender gegangen ist, um mir seine freien Tage durchzugeben...😉

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30. April 2018 um 13:58

Gerade noch davon gesprochen und schwups eine Nachricht von ihm, wie es mir geht? Ich versteh es echt nicht (kopfschüttel) 

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1. Mai 2018 um 14:15

Wir haben uns jetzt nochmal kurz ausgetauscht, nachdem er mir heute geschrieben hat.
 Er fragte mich, wie es mir geht und wie ich mich gerade fühle...
Ich bin ja durch meine Trennung gerade selbst in einer besonderen Situation, muss gerade schauen, wo es für mich mit meinem Leben hingeht...
Ich schrieb ihm, wie es mir grundsätzlich geht und dass er eben auch noch da wäre. Ich schrieb ihm, es fühle sich so an, als hätte er mein “Haus“betreten, seine Jacke in meinen Flur gehängt, wäre aber noch unschlüssig darüber, ob er die anderen Räume betreten soll, weil er befürchten könnte, ich würde die Tür schließen...😉
Er antworte “Man kann das Schicksal nicht verhindern, im Drehbuch stand, ich sollte bitte auf die Bühne deines Lebens auftreten...siehe es von der positiven Seite!“
Nachdem ich ihn fragte, welche das sei, schrieb er “Wir sind uns begegnet. Wir werden uns wiedersehen... Ich brauche jetzt einfach ein paar Tage und dir tun diese auch gut.
Ich werde sie ihm geben und vermutlich hat er sogar Recht, dass auch mir ein paar Tage Ruhe gut tun.

Wie hört sich das für euch an?

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1. Mai 2018 um 16:19

Haha, ja wohl war. An richtige Idioten gerate ich zum Glück aber nie.😉 
Danke Dir! 

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1. Mai 2018 um 17:59

Ja, schon mehrere Male, also ungefähr Hälfte bei ihm, Hälfte bei mir... Wieso fragst du? 😊

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1. Mai 2018 um 18:18

Über seinen Hintergrund weiß ich ziemlich genau Bescheid. Darüber hat er viel erzählt. Auch ob und welche Art von Beziehungen es in den letzten zwei Jahren nach seiner letzten Trennung gab. Da war nicht viel. Mit mit ist es wohl das erste Mal wieder etwas längeres... Er ist sowieso ein Mensch, der viel Zeit für sich braucht, um sich zu sortieren. Er sagte mal, dass wenn er viel aufnimmt, sei es beruflich oder auch emotional, braucht er Zeit, um wieder Durchblick zu bekommen...

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19. Mai 2018 um 7:46

Hallo, 
Ich wollte euch mal ein kleines Update schicken.
Wir hatten, nachdem ich ständig diese Unklarheit gespürt habe, ein klärendes Gespräch gesucht. Es war gut, aber auch ernüchternd. 

Um es kurz zu machen, er kann sich nicht, oder noch nicht öffnen, spürt, dass er auf Abstand gehen muss, wenn zu hohe emotionale Erwartungen an ihn gestellt werden. Ich habe dann entschieden, ihn loszulassen. Ein emotionales Ungleichgewicht ist eben nicht verhandelbar. 

Ich bin also ein paar Tage abgetaucht, habe seine Telefonnummer gelöscht. Ich fotografiere und habe dafür eine Seite auf facebook. In dieser Zeit meines Abtauchens klickte er sich durch meine Fotos und hinterließ immer wieder ein “gefällt mir“. Dann meldete er sich wieder, wie es mir geht. 
Er wollte mich wiedersehen. Da ich beruflich unterwegs bin, haben wir ein Treffen für nächste Woche vereinbart. Wie ich dazu stehe, weiß ich selbst nicht genau...

Vor ein paar Tagen fragte ich ihn, ob er sich auch mit anderen Frauen trifft. Ich glaube, ich musste wissen, auf welche Situation ich nächste Woche treffe.
Er schrieb, dass er sich ab und zu mit einer Frau treffen würde, in die er aber nicht verliebt sei. 
Er fühle sich nicht in Beziehung mit ihr. Das glaube ich ihm. Er spürt, dass er sich nach seiner Trennung mit dieser Borderlinerin nicht mehr verlieben könne und selbst darüber traurig sei.
Er brauche meine Nähe, würde aber Abstand suchen, wenn er spürt, dass ich mich abhängig von seiner Gefühlslage mache und könne sich mir öffnen, wenn ich nicht ziehe...
Er könne mit dem Begriff Affäre nichts anfangen, wenn, dann wäre es zwischen uns eine sehr lange Affäre. Es wäre eben nicht beliebig. Er fühle sich geistig, körperlich und emotional zu mir hingezogen...

Nun zu mir. Ich komme ja erst aus der Beziehung meines Lebens und spüre, dass ich mich selbst noch nicht exklusiv auf einen Mann beziehen kann.
Auch ich hatte in  unserer Zeit hier und da einen Mann und habe gemerkt, dass eine feste Beziehung noch nicht leistbar für mich ist. Ich habe ihn deswegen vermisst, weil es so leicht mit ihm war. Keine Rechtfertigungen, keine Erklärungen...
Er hat mich schon sehr aufgefangen und ich glaube, er ist auch so wichtig für mich, weil er keine Bedingungen stellt.

Ich verstehe deshalb nicht so ganz, wieso ich Probleme damit habe, dass er sich gelegentlich mit einer Frau trifft... Das Recht nehme ich mir ja selbst auch heraus... vielleicht liegt es daran, dass es eine spezifische Frau ist und nicht irgendwas wechselndes...

Ich schrieb, dass ich nicht weiß, ob ich damit umgehen kann, auch weil er es mir so lange nicht gesagt hat...
Bin deshalb reservierter, weil ich noch nicht weiß, ob ich das Treffen am Dienstag wahrnehmen kann. Er scheint das zu spüren, meldet sich wieder täglich, wie mein Tag war, ob wir uns wiedersehen, dass er an mich denkt, wenn ich zwischendurch Zweifel wegen unseres Treffens hätte, würde er mir Bilder von sich schicken, damit ich an ihn denke.  Er möchte mich  wiedersehen. Er beginnt gerade zu ziehen. 

Ich bin dennoch unschlüssig. Irgendwie ist es richtig, zu meiner Situation passend und irgendwie fühlt es sich wiederum falsch an. 
Was ist da los? Ich kann das so schlecht sortieren...

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19. Mai 2018 um 9:43

Ich danke dir so sehr für deine Worte! Sie entsprechen genau meinem Bauchgefühl, ich konnte es einfach nur nicht so in diese Worte fassen. Ich glaube ich muss mir deinen Text ausdrucken.😊 Ich glaube, du hast in allen Punkten recht. Es tut echt gut, es so ausgesprochen zu lesen.

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19. Mai 2018 um 12:03

Hey Claudia,
danke für deine Antwort.
Es geht mir gar nicht so um Anforderungen, vielmehr habe ich ein schlechtes Bauchgefühl, weil er so unehrlich ist.
Ich finde auch eine Affäre kann den Anspruch auf Ehrlichkeit haben.
Ich habe ihm sehr viele Möglichkeiten gegeben, mir z.b. von dieser Frau zu erzählen... Die hat er nicht genutzt. Und so wie er da mit mir umgeht, könnte ich mir vorstellen, dass das wahrscheinlich eine ähnlich gelagerte Geschichte ist. Es ist ja legitim, so zu leben, aber dann sollte man damit nicht erst nach drei Monaten rausrücken, sondern direkt klare Verhältnisse schaffen.
Wenn ich kein Gespräch eingefordert hätte, würde ich immernoch mit der Information herumlaufen, dass ich die erste Frau bin, die etwas in ihm bewegt...

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20. Mai 2018 um 13:35
In Antwort auf marilene

Ich bitte euch um eine Meinung, bzw. Einschätzung der Situation.

Ich bin 41, habe eine Beziehung mit zwei Kindern vor drei Monaten beendet. Wir sind nicht verheiratet. Ich habe eine kleine Wohnung für mich angemietet. Lebensmittelpunkt der Kinder ist unsere gemeinsame Wohnung, in der ich viel Zeit mit den Kindern verbringe. Abends gehe ich dann rüber in meine Wohnung, die um die Ecke liegt. Wir verstehen uns gut. Wir haben uns einfach auseianndergelebt. Diese Beziehung ist auch nicht Gegestand meiner Frage.

Vor zwei Monaten, also in der Phase der Trennung, habe ich dann ganz unverhofft einen Mann kennengelernt. Er hat mir eine Freundschaftsanfrage geschickt. Das hat er, wie er sagt, noch nie gemacht. Er fand mich einfach interessant und hat mich aus einem Impuls heraus kontaktiert. Ich selbst nehme nie fremde Freundschaftsanfragen an. Und dennoch habe ich auf diese geantwortet. Im Nachhinein sind wir beide erstaunt über diese zufällige Begegnung.

Er ist etwas älter, 48 und hat eine Tochter aus einer langen Beziehung, mit der er freundschaftlich verbunden ist. Seine letzte (eine andere) Beziehung ist zwei Jahre her. Er wurde verlassen, von einem Tag auf den anderen. Sie hatten noch über Kinder gesprochen, sind zusammen in eine gemeinsame Wohnung gezogen, er hat sie mit seiner Tochter bekannt gemacht, ein Kinderzimmer für sie eingerichtet. Und plötzlich, sehr unerwartet hat sie ihn rausgeworfen, innerhalb einer Woche.
Die ganze Beziehung muss schon sehr anstrengend gewesen sein. Im Nachhinein hat er dann etwas über Boderline-Störung gelesen und es fiel im wohl wie Schuppen von den Augen. Diese Beziehung hat ihn schlimm mitgenommen. Er hat unter dieser Trennung gelitten. Hat sich in Beratung gegeben, die er immernoch macht, um diesen Bruch zu verarbeiten. Seitdem gab es zwar Frauen, aber keine mehr, die seinen Kern berührte, wie er sagt.
Es ergab sich ein Austausch. Wir fanden uns interessant und wechselten nach ein paar Tagen Telefonnummern aus. Danach ergab sich bis heute, also seit zwei Monaten ein täglicher schriftlicher Kontakt und sieben gemeinsame Treffen.

Zuerst war der Kontakt nur schriftlich, aber sehr intensiv, weit weg von oberflächlichen Nachrichten. Ein Austausch über das Leben, die Liebe und unseren Alltag. Irgendwann wollten wir uns dann treffen.
Man weiß ja selbst wie schnell man beim Schreiben zur Projektion neigt. Das wollten wir verhindern. Wir trafen uns nach zwei Wochen und kamen uns näher. Sowohl er als auch ich waren überrascht, wie schnell wir uns nahe waren. Wie leicht es war. Wir wollten uns unbedingt wiedersehen.
Wir sahen uns dann aber fast zwei Wochen nicht, weil wir beide beruflich verreisen mussten. In dieser Zeit schrieben wir uns täglich, wir begleiteten uns in unserem Alltag, hatten Sehnsucht, freuten uns auf ein nächstes Treffen, zählten gemeinsam die Tage bis zum Wiedersehen.
Vor diesem Treffen fühlte ich Freude und Angst, denn auch hier wusste ich nicht, ob man sich eher in den Wunsch der Nähe oder wirklich in die Person verliebt hatte. An diesem Abend erzählte er mir von dieser letzten Beziehung. Er sagte im Anschluss, ich wäre die erste Frau, die es geschafft hat, an seinem Kern zu kratzen. Er fühle sich so wohl bei mir, entspannt, es wäre unglaublich.
Ich übernachtete bei ihm. Wir wollten uns drei Tage später wieder treffen.
Nach unserem zweiten Treffen veränderte sich aber plötzlich die Art seiner Kommunikation, er schrieb mir zwar immernoch direkt am Morgen, aber seine Worte waren distanziert. Ich fragte ihn am Nachmittag vor unserer Verbaredung, ob alles in Ordnung sei. So distanziert kannte ich ihn bisher nicht.
Er schrieb zurück, dass ich das mit uns lockerer sehen solle. Ich solle mich nicht verunsichern lassen. Nach Gefühlsexplosionen brauche er immer etwas Zeit um sich zu sortieren.
Ich nahm das einfach so erstmal hin und wir sahen uns. Es wurde ein langer Abend mit schönen Gesprächen und wieder übernachtete ich bei ihm. Wir schliefen eng umschlungen, waren uns sehr nah. Er suchte jeden möglichen Kontakt mit mir.
Aber auch nach diesem Treffen war unsere Kommunikation eine andere.
Es passte nicht zusammen, er meldete sich von sich aus täglich, fragte, wie ich geschlafen habe, wie es mir ging, immer interessiert, aber diese emotionale Öffnung in seinen Nachrichten konnte ich nicht mehr spüren. Ich hatte den Eindruck, seine Kopfmühle war seit dem 2. Treffen angesprungen.
Wir trafen uns noch ein Mal, allerdings nur kurz, ich hatte in der Woche kaum Zeit. Er war dann eineinhalb Wochen beruflich unterwegs. In dieser Zeit hatten wieder täglich schriftlicher Kontakt.
Wir sahen uns dann, als er wieder zurück war. Er schrieb mir, dass er sich freut. Küsste mich direkt als wir uns sahen. In der Bar suchte er meinen Körperkontakt, küsste mich auch hier öffentlich. Ich spürte, dass er sich über uns freute. Wir gingen Arm in Arm in meine Wohnung. Immer wieder sagte er, wie überrascht er über diese Geschichte sei, dass wir uns so gefunden haben. Sexuell war es fantastisch und auch danach war es eng, liebevoll.
Wir gingen am nächsten Morgen zusammen Kaffee trinken, er küsste mich auf der Straße beim Abschied und sagte: „Es war schön mit dir.“
Danach ging er allerdings wieder auf Distanz, Kontakt hielt er, auch von sich aus. Ich fokussierte das nicht, weil ich wusste, dass er Zeit und Raum brauchte. Aber ich spürte eine Ambivalenz in ihm. Nähe und Distanz. Manchmal war es für mich schweirig, weil ich das Gefühl hatte, er lässt mich nicht richtig an sich ran. Irgendwann schreib ich ihn dann an, denn ich fand, dass ich ein recht auf Klarheit habe. Ich lasse ihn genauso Anteil an meinen gefühlen zu ihm haben. Er weiß, dass ich etwas für ihn empfinde. Ich fragte ihn also, ob er mir sein Nähe-Distanz-Thema erklären könnte, mit dem er sich beschäftigt. Ich spürte dieses Gefühl und wusste den Hintergund nicht, ich brauchte eine Antwort, ob es mit mir als Mensch oder mit seiner Situation zu tun hat. Er schrieb, dass es ohne Gefühl bei ihm nicht geht, dass er die Momente mit mir genießt, aber dass er gerade nicht mehr dazu sagen könne.
Wieder ambivalent, eher unverbindlich.

Wir sahen uns letzten Freitag wieder. Am Tag davor war er beruflich unterwegs. Ich war an dem Abend auch noch unterwegs, da schrieb er mich an, dass er gerade bei mir am Bahnhof sei und auf den Rückweg nach Hause. Als ich ihm schrieb, dass ich noch wach sei, fragte er mich, ob er zum kuscheln und schlafen zu mir kommen könnte. Ich willigte ein. Damit hatte ich nicht gerechnet und freute mich. Er kam zu mir, wir lagen beieinander, küssten uns, kuschelten und schliefen zusammen ein.
Am nächsten Tag sahen wir uns abends wieder und hier sagte er mir, dass er es unglaublich finde, dass wir nun zwei Tage hintereinander miteinander verbracht hätten, das wäre ihm in den letzten zwei Jahren noch nie passiert. Die Art der Begegnung mit mir wäre wie in einem Film.
Wir gingen zusammen raus, wir gingen zusammen essen, tranken zusammen, küssten und und fielen dann zusammen ins Bett. Er müsste am nächsten Tag früh raus, weil er seine Tochter hatte. Wir tranken einen Kaffe zusammen und wieder spürte ich diese plötzlich aufsteigende Distanz zwischen uns. Bei der Verbschiedung sagte er, „Bis Bald“ und schob die Frage hinterher „Sehen wir uns nochmal wieder?“
Ich antworte ihm, ich hoffe doch. Gut sagte er und ging.

Das wirkte nach. Wir hatten zwei Tage hintereinander geshehen, schrieben uns täglich und er fragte mich wirklich noch, ob wir uns wiedersehen? War es wirklich für ihn noch so unverbindlich? Hatte ich mir da was eingebildet? Ich war enttäuscht, dass nach zwei Monaten täglicher Kontakt und vielen Treffen so eine Frage noch gestellt werden musste.
Ich schrieb ihn also gestern an, womit ich mich beschäftige, ob das wirklich noch eine Frage war, die relevant für ihn ist. Das ich Verständnis für seine Situation habe, aber auch für meine und das diese Indifferenz mir auf meine Motivation schlägt.
Er antwortete, dass das ein Witz gewesen sei. (Was ich ihm übrigens nicht glaube, ich bin ein sehr ironischer Mensch, das hätte ich verstanden).
Aber dann schrieb er, er genieße die Zeit mit mir, er wäre immer sehr entspannt, er wüsste aber selbst nicht genau, wo er stehe und damit würde es ihm nicht immer gut gehen. An mir liege es nicht. Er findet ich bin eine tolle Frau, nicht nur wegen meines Körpers. Er genießt die Zeit mit mir. Woran es liege, könne er selbst nicht sagen, vielleicht hat es noch mit 2016 zu tun (die Trennung von seiner letzten Beziehung), er könne gerade keine hohe emotionalen Erwartungen erfüllen. Ich hätte gerade den Schritt gemacht (damit meint er meine Trennung) zu meinen Bedürfnissen zu stehen. Wenn er diesen nicht komplett entsprechen kann, wäre es mein Recht mehr zu verlangen, als er geben könne...
Ich war froh, dass er endlich sagte, womit er sich beschäftigte, weil ich genau diese Ambivalenz gespürt habe und noch spüre.

Meine Frage, wie schätzt ihr das ein? Ist das ein typsicher Fall von Beziehungsangst aufgrund seiner letzten Beziehung? Wenn ich etwas darüber lese, sehen die Aussichten nicht sehr gut aus, dass sich das in etwas engeres und eine für mich zufriedenstellenden Verbindung wandelt.
Ich bin selbst in einer besonderen Situation, ich kann auch nicht sagen, wohin das führt. Aber ich kann ein Ja zum Jetzt und Hier formulieren. Möchte aber auch nicht in eine Sache geraten, die mich total aufreibt. Ich bin nicht masochistisch veranlagt. Insofern muss ich mich nun entscheiden, wie weit ich da emotional einsteigen will. Dafür brauche ich einen Außenblick. Wie wirkt dieser Mann und diese gemeinsame Verbindung auf euch? Das wäre sehr hilfreich für mich.


Liebe Grüße und danke für's lesen!!!
 

"Die ganze Beziehung muss schon sehr anstrengend gewesen sein. Im Nachhinein hat er dann etwas über Boderline-Störung gelesen und es fiel im wohl wie Schuppen von den Augen. Diese Beziehung hat ihn schlimm mitgenommen. Er hat unter dieser Trennung gelitten. Hat sich in Beratung gegeben, die er immernoch macht, um diesen Bruch zu verarbeiten."

ich kann nicht in ihn hineinschauen, aber so eine beziehung mit einem psychisch labilen menschen kann verdammt zerstörend sein. gerade menschen mit einer blps sind emotional sehr instabil und man kann in eine art co-abhängigkeit geraten und in folge dessen die verhaltensmuster (nähe-distanz-problematik) mit übernehmen.
generell kann es aber auch sein, dass er es so verinnerlicht hat, dass er dir ggü. unterbewusst vorsichtig ist und angst davor hat, dass ihm noch einmal das gleich passiert.

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24. Mai 2018 um 12:42
In Antwort auf pete1974

"Die ganze Beziehung muss schon sehr anstrengend gewesen sein. Im Nachhinein hat er dann etwas über Boderline-Störung gelesen und es fiel im wohl wie Schuppen von den Augen. Diese Beziehung hat ihn schlimm mitgenommen. Er hat unter dieser Trennung gelitten. Hat sich in Beratung gegeben, die er immernoch macht, um diesen Bruch zu verarbeiten."

ich kann nicht in ihn hineinschauen, aber so eine beziehung mit einem psychisch labilen menschen kann verdammt zerstörend sein. gerade menschen mit einer blps sind emotional sehr instabil und man kann in eine art co-abhängigkeit geraten und in folge dessen die verhaltensmuster (nähe-distanz-problematik) mit übernehmen.
generell kann es aber auch sein, dass er es so verinnerlicht hat, dass er dir ggü. unterbewusst vorsichtig ist und angst davor hat, dass ihm noch einmal das gleich passiert.

Danke für deine Antwort, allerdings hört ab einem bestimmten Punkt mein Verständnis für ihn und seine Situation auf.
Denn er hat auch keine für meine.
Er übernimmt keine Verantwortung für sein Verhalten.
Er ist nicht verliebt in mich, er weiß aber, dass ich mehr für ihn empfinde, und trifft sich trotzdem mit mir weiter, obwohl er weiß, wie verletzend sein Verhalten ist. 
Er breitet seine Geschichte vor mir aus, damit ich Verständnis für seine Situation habe. So ist die Situation und jetzt macht das Beste daraus.
Damit lässt man sich auch immer ein Hintertürchen auf, wenn der andere enttäuscht ist, weil er nach Stunden der Nähe wieder ins Eisbad gesetzt wird. Da kann man schnell sagen, ich habe dir gesagt wie es um mich steht. Das ist totalitär.
In dem Moment, wo ich selbst spüre, dass ich mich emotional mit einem Menschen nicht weiterentwickeln kann, weil ich beispielsweise nicht verliebt bin,in dem Moment muss ich auch Verantwortung für den anderen übernehmen und mich distanzieren. Das ist ein gesundes, respektvolles Verhalten.
Vor allem dann, wenn der andere versucht, sich von mir loszulösen. 
Er aber fängt genau in diesen Momenten wieder an zu ziehen. 
Hat er mich durch seine Hartnäckigkeit vermeintlich wieder an der Angel, lässt das Interesse schlagartig nach.
Da kann man einfach nur seine persönlichen Konsequenzen ziehen und sagen, ich breche aus diesen stagnierenden und emotional ungesunden Kreislauf aus.
Das tue ich jetzt. Und seitdem ich dieses System bei ihm durchschaut habe, geht es mir deutlich besser. 
 

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24. Mai 2018 um 13:40

Hallo Marilene,
habe gerade deine Ausführungen gelesen . Und bin sehr beeindruckt von deiner Klarheit , deiner geradlinigen und doch sehr gefühlvollen, zugewandten Sichtweise!
Bei aller Zuneigung zu diesem ( ohne Frage auf seine Art) sehr besonderem Mann, sorgst du auf deine Weise für dich und das ist gut so!
wenn man Gefühle für jemanden entwickelt, ist es so schwer Grenzen zu setzen, wenn der andere einen verletzt.... er WEIß um deine Gefühle, sorgt aber im Grunde nur für sich, holt sich, was er braucht.... und lässt dich mit deinen Bedürfnissen im Grunde immer wieder ins Leere laufen. 
Gesunder Egoismus? Ich finde nicht! Echte Zuneigung will nicht gleichzeitig verletzen! 
Also machst du es gut und richtig für dich, indem du auf Abstand gehst!


Hör auf zu kämpfen! Was bei für sein will kommt freiwillig und bleibt.... was gehen will, geht sowieso, egal, was du tust...:
alles Liebe von souljam 

( ... die ihr Herz seit über 1Jahr an einen ähnlichen Mann verloren hat... 😢)

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24. Mai 2018 um 13:41
In Antwort auf souljam

Hallo Marilene,
habe gerade deine Ausführungen gelesen . Und bin sehr beeindruckt von deiner Klarheit , deiner geradlinigen und doch sehr gefühlvollen, zugewandten Sichtweise!
Bei aller Zuneigung zu diesem ( ohne Frage auf seine Art) sehr besonderem Mann, sorgst du auf deine Weise für dich und das ist gut so!
wenn man Gefühle für jemanden entwickelt, ist es so schwer Grenzen zu setzen, wenn der andere einen verletzt.... er WEIß um deine Gefühle, sorgt aber im Grunde nur für sich, holt sich, was er braucht.... und lässt dich mit deinen Bedürfnissen im Grunde immer wieder ins Leere laufen. 
Gesunder Egoismus? Ich finde nicht! Echte Zuneigung will nicht gleichzeitig verletzen! 
Also machst du es gut und richtig für dich, indem du auf Abstand gehst!


Hör auf zu kämpfen! Was bei für sein will kommt freiwillig und bleibt.... was gehen will, geht sowieso, egal, was du tust...:
alles Liebe von souljam 

( ... die ihr Herz seit über 1Jahr an einen ähnlichen Mann verloren hat... 😢)

..was bei dir sein will, kommt freiwillig...

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24. Mai 2018 um 14:08

Liebe Carolin,
ich kenne diesen Mann jetzt seit drei Monaten. Er hat mich wirklich mit einer ganz einfühlsamen Art in den Bann gezogen.
Und zwar so, dass ich Gefühle für ihn entwickelt habe.
Nach unserem zweiten Treffen, hat er sich distanziert und das hat sich bis zu dem jetzigen Montag, an dem ich ihn das letzte Mal getroffen habe, durchgezogen.
Zugewandheit, wenn ich mich lösen wollte, Eisbad, wenn ich mehr Nähe wollte.
Ich habe mich ihm in dieser Zeit mehrere Male offenbart. Ich habe ihm gesagt, wie ich für ihn empfinde. Und auch das mehrfach. Ich habe ihm viel Zeit und Raum gelassen, und ich habe es ausgehalten, wenn er nach Stunden der Nähe, emotional abgetaucht ist. Ich habe wirklich viel Verständnis für seine Situation aufgebracht, selbst wenn er mich durch sein Desinteresse verletzt hat.
Ich habe ihm letzte Woche gesagt, dass ich mich von ihm lösen muss, weil ich spüre dass mir das nicht gut tut.
Er hat mir von seiner Seite aus  zu verstehen gegeben, dass er nicht verliebt ist.
Was ich einfach nicht nachvollziehen kann, ist, warum er sich dann wirklich jeden Tag bei mir gemeldet hat. Das meine ich mit Verantwortung.
Wenn er nicht verliebt ist (ich nehme ihm beim Wort) und er selbst zu mir sagt, dass es dann gut ist, wenn ich mich abgrenze und sich dann trotzdem jeden Tag meldet, ist das verantwortungslos.
Er hat mich umgarnt, er hat mir geschrieben, dass er an mich denkt. Ich habe mich dann noch einmal am Montag mit ihm getroffen, weil ich dachte, dass er es vielleicht tatsächlich ernst damit meint.
Es war wie immer sehr schön und seitdem herrscht wieder komplette Funkstille.
Er meldet sich seitdem nicht mehr. Und das finde ich wirklich sehr verantwortungslos. Bis zu dem Zeitpunkt, wo er nicht genau wusste, ob ich mich mit ihm treffe, hat er sich mächtig ins Zeug gelegt. Und nun wieder Eisbad. Entweder fehlt einem dann die Empathie, oder aber der Respekt. Und ich kann da leider nicht drüber lachen.

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24. Mai 2018 um 14:14
In Antwort auf souljam

..was bei dir sein will, kommt freiwillig...

Souljam, 
 hast du einen Strang hier, den ich mir durchlesen kann? Liebe Grüße!

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24. Mai 2018 um 22:00
In Antwort auf marilene

Souljam, 
 hast du einen Strang hier, den ich mir durchlesen kann? Liebe Grüße!

Nein, bin ganz neu hier!

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