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Nach Spanien auswandern?

6. Februar 2009 um 11:57

Hallo,

Ich bin neu hier und möchte einfach mal kurz meine Geschichte und die meiner Ehe erzählen und hoffe darauf vielleicht hier jemanden zu finden, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder mir einen Rat geben kann.

Ich bin nun seit drei Jahren mit einem Kubaner verheiratet, wir lieben uns und verstehen uns (bis auf gelegentliche Streitereien) sehr gut. Dennoch bin ich nicht so richtig glücklich mit unserer Ehe, was nicht an ihm liegt (denn er ist wirklich toll), sondern an den äußeren Umständen. Er hat in Kuba ein abgeschlossenes Sportstudium, das ihm hier auch anerkannt wurde und schreibt gerade an seiner Dissertation. Er ist sehr ehrgeizig und bemüht sich sehr hier beruflich etwas zu erreichen. Doch trotz aller Anstrengungen bisher ohne Erfolg. Er hat die ersten Jahre in einer Bar gearbeitet um Geld zu verdienen und nebenbei Deutschkurse besucht. Letztes Jahr bekam er endlich eine Arbeit als Trainer in einem bedeutenden Sportverein. Doch von Anfang an hatte er Probleme mit der Gruppe, die er trainieren sollte, da sie ihn nicht akzeptierten. Es war für mich so schlimm zu sehen, wie sehr er sich bemühte: Er bereitete stundenlang tolle Trainingseinheiten vor, versuchte innovative Trainingsmehtoden einzuführen usw. Endlich war er wieder richtig motiviert. Er hatte eine Arbeit, die ihn erfüllte. Doch dann begannen die Schwierigkeiten und er kam jeden Tag völlig fertig nach Hause und ich wusste nicht mehr wie ich ihn trösten oder motivieren sollte. Nach zwei Monaten entschied er sich, dass er diese Arbeit nicht mehr weiter machen konnte und seit zwei Monaten ist er nun arbeitslos. Seither geht es ihm noch schlechter. Die Winter, die Mentalität der Österreicher, etc. haben ihm schon immer Probleme bereitet, doch jetzt wo er keine Arbeit hat und nur eine Absage nach der anderen erhält, ist für ihn offensichtlich alles noch schlimmer.
Er schimpft ständig über die Österreicher (oft zu recht und dennoch schmerzt es mich manchmal) Ich verstehe ihn, denn er hat sich wirklich sehr bemüht und wurde oft wie der letzte Dreck behandelt nur weil er nicht perfekt Deutsch kann oder warum auch immer. Für mich ist es sehr schwierig zu sehen, wie schlecht es ihm geht, wie sehr er unter der ganzen Situation leidet. Er ist unglücklich, was mich wiederum unglücklich machte, weswegen wir dann auch des öfteren streiten und dann noch unglücklicher sind.

Mein Traum war es schon immer nach Spanien zu gehen. Ich hab nun mein Studium beendet und da ich sehr gut Spanisch spreche, wäre das für mich sicher kein Problem. Ich glaube, dass es für ihn dort sicher einfacher wäre eine Arbeit zu finden. ABER: Hier können wir gratis wohnen (in der Zweitwohnung meiner Eltern), hier lebt meine Familie, in Spanien wären wir alleine (seine gesamte Familie ist in Kuba und der USA), Spanien wäre für uns beide ein fremdes Land. Nun fragen wir uns, ob wir dennoch diesen Schritt wagen sollen. Er ist auch nicht mehr der jüngste (um zehn Jahre älter als ich) und falls es in Spanien nicht klappt und wir wieder zurück nach Österreich kommen, ist für ihn sicher alles noch schwieriger. Die Situation erscheint mir so auswegslos. Wenn wir hier in Österreich bleiben und mein Mann ständig irgendwelche minderqualifizierten Jobs machen muss, wird er sicher nicht glücklich und ich auch nicht und außerdem ist das nicht die Basis für eine gesicherte Zukunft und eine Familie.
Ist nach Spanien zu gehen die Lösung?

Lg Yolanda

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6. Februar 2009 um 12:07

Ich kann gut verstehen, dass er unglücklich ist...
... denn sowas verkraftet kein Mensch lange.

Vielleicht wäre es zuerst mal einen versuch wert, es innerhalb Österreichs in einer größeren Stadt zu probieren (oder seid ihr dort schon?) Hier bei uns in Deutschland ist es ja auch so, dass unabhängig von der Region in kleineren Orten viel eher Probleme und Vorurteile herrschen als in großen Städten. Also in Berlin oder anderen Großstädten trifft man soviele ausländische Menschen im Dienstleistungssektor, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass dort ein athletischer kubanischer Sportleher nicht sofort begeisterte Kursbesucher hätte. Auch die Universitäten stellen für ihre Sportclubs gern solche Leute ein, da die ja ohnehin sehr international ausgerichtet sind. Ich kann mir vorstellen, dass dies in Österreich ähnlich ist wie bei und hier in DL.

Zu Spanien kann ich dir nichts sagen, weil ich die dortige Mentalität nicht kenne. Vielleicht wäre auch das eine Möglichkeit, aber ich weiß nicht, ob er dort eher akzeptiert würde.

Euch alles Gute, ihr schafft das.

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6. Februar 2009 um 16:32

Buenas tardes
Also ich lebe seit 1992 in Spanien und es ist auch nicht immer einfach hier. Mein Mann ist Kolumbianer und noch schwarz dazu und der Rassismus ist schon extrem. Aber Cubaner haben weniger Probleme damit da viele Spanier damals nach Kuba ausgewandert sind und viele Spanier demzufolge Familie in Kuba haben. Überlegt Euch einfach wohin es gehen soll und vergesst nicht die Arbeitslosenquote liegt bei fast 4Mio. Das ist total krass im Moment. Sehr schwer. Am besten er bewirbt sich von Österreich aus und kommt dann schon mit dem Arbeitsvertrag hierher. Qualifizierte Kräfte werden immer gesucht. Ich weiss zwar nicht ob es die Lösung für Euch sein wird aber zumindest habt Ihr damit eine Perspektive und könnt Euch wieder auf etwas freuen und hinarbeiten. Mucha suerte y saludos desde Lanzarote.

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