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Nach häuslicher Gewalt durch meinen Partner: Freispruch!!!

3. März 2006 um 22:04

Hallo

Bin ziemlich verweifelt.

Mein ehemaliger Partner hat mich vor eineinhalb Jahren (wir waren 4 Jahre zusammen) brutal zusammengeschlagen und gewürgt. Er wurde dann vor einem halben Jahr zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Sein Anwalt machte Rekurs, und es ist ihm nun tatsächlich gelungen, freigesprochen zu werden.

Das Problem lag darin, dass damals, als ich Anzeige erstattet hatte, der Fahndung nicht in den Sinn gekommen ist, meine Verletzungen bildlich festzuhalten und zu dokumentieren. Auch meine Ärztin, die ich aufsuchte, verschlampte dies. Die Fotos, die ich selbst von meinen Verletzungen gemacht habe, wurden leider vom Gericht nicht anerkannt.

Für mich bricht eine Welt zusammen. Es ging mir bei meiner Anzeige niemals um Rache, sondern einfach nur darum, dass der Mann, der mir das angetan hat, die Verantwortung dafür tragen muss und mir ein Stück des Schmerzes, der Angst und der Demütigung, die er mir angetan hat, mit mir mittragen muss, denn ich bin nicht mehr der Mensch, der ich damals war. Die Wunden in meinem Herzen werden wahrscheinlich nie mehr ganz verheilen.

Zudem greift dieser Mann immer wieder in mein Leben ein. Er macht mich mit anonymen Schreiben am Arbeitsplatz schlecht, etc. etc.

Meine Anwältin rät mir, vor die nächst höhere Gerichtsstelle zu gehen, aber wenn doch meine Fotos nicht anerkennt werden und alle wichtigen Leute (Fahndung, Ärztin) um mich herum die Sache verschlampt haben, habe ich doch eh keine Chance. Zudem habe ich Angst, dass er mir, wenn ich weitermachen werde, früher oder später wieder Gewalt antun wird, denn er verfügt über ein immenses Gewaltpotential.

Mein Gott, was soll ich nur tun?

Traurige Grüsse

Surprise

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3. März 2006 um 22:24

Es tut mir sehr leid
für Dich surprise.
Doch solltest Du dich deinem eigenem Selbstwert und Selbstschutz zuliebe auf die Hinterbeine stellen und dich gegen ihn wehren.
Aktuell kannst Du ihn auf "Unterlassung" verklagen.
Wenn er dich massiv belästigt, kann das auch über ein beschleunigtes Verfahren gehen, in dem Du eine "Einstweilige Verfügung" beantragst. Sprich mal mit deiner Anwältin darüber.

Ich kann dir leider nichts versprechen, doch wenn so viele wichtige Beweismittel verschlampt worden sind, ist dir das nicht anzulasten. Vielleicht ergibt sich daraus ja doch eine Chance bei der Wiederaufnahme des Verfahrens beim nächsthöheren
Gericht (nennt sich übrigens Revision).
Schließlich sollte die Ärztin, die Du nach der Tat aufgesucht hast auch schriftlich protokolliert haben (Patientenkartei),
warum du sie aufgesucht hast bzw. kann vor Gericht auch mündlich dazu Bericht erstatten. Vielleicht gibt es ja auch noch andere Zeugen, die das mündlich belegen können.
Hilfreich kann es für dich auch sein, wenn du dich an den Opferschutz des "Weißen Ring" wendest. Diese Organisation hat auch mehr Erfahrungen damit, welche Möglichkeiten in deiner Situation in Betracht kommen.
Bitte gib das Heft nicht aus der Hand und wehre dich!
Du bist ein wertvoller Mensch und musst Dir nichts gefallen lassen, nur weil andere geschludert haben.

Ich wünsche Dir viel Kraft & Unterstützung auf diesem Weg,
höre nicht auf an dich zu glauben, du solltest du dir wert
sein.

Gruß
redcorner

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3. März 2006 um 22:31
In Antwort auf inez_12562985

Es tut mir sehr leid
für Dich surprise.
Doch solltest Du dich deinem eigenem Selbstwert und Selbstschutz zuliebe auf die Hinterbeine stellen und dich gegen ihn wehren.
Aktuell kannst Du ihn auf "Unterlassung" verklagen.
Wenn er dich massiv belästigt, kann das auch über ein beschleunigtes Verfahren gehen, in dem Du eine "Einstweilige Verfügung" beantragst. Sprich mal mit deiner Anwältin darüber.

Ich kann dir leider nichts versprechen, doch wenn so viele wichtige Beweismittel verschlampt worden sind, ist dir das nicht anzulasten. Vielleicht ergibt sich daraus ja doch eine Chance bei der Wiederaufnahme des Verfahrens beim nächsthöheren
Gericht (nennt sich übrigens Revision).
Schließlich sollte die Ärztin, die Du nach der Tat aufgesucht hast auch schriftlich protokolliert haben (Patientenkartei),
warum du sie aufgesucht hast bzw. kann vor Gericht auch mündlich dazu Bericht erstatten. Vielleicht gibt es ja auch noch andere Zeugen, die das mündlich belegen können.
Hilfreich kann es für dich auch sein, wenn du dich an den Opferschutz des "Weißen Ring" wendest. Diese Organisation hat auch mehr Erfahrungen damit, welche Möglichkeiten in deiner Situation in Betracht kommen.
Bitte gib das Heft nicht aus der Hand und wehre dich!
Du bist ein wertvoller Mensch und musst Dir nichts gefallen lassen, nur weil andere geschludert haben.

Ich wünsche Dir viel Kraft & Unterstützung auf diesem Weg,
höre nicht auf an dich zu glauben, du solltest du dir wert
sein.

Gruß
redcorner

Weisser Ring
hier der Link für die Homepage, dort sind Menschen, die dir in jedem Fall weiterhelfen können.


http://www.weisser-ring.de/bundesgeschaeftsstelle/-index.php


Kenne Ahnung, ob es diesmal klappt mit dem Bindestrich
also

www. weisser (hier dann der Bindestrich)ring.de/.......

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3. März 2006 um 22:33
In Antwort auf inez_12562985

Weisser Ring
hier der Link für die Homepage, dort sind Menschen, die dir in jedem Fall weiterhelfen können.


http://www.weisser-ring.de/bundesgeschaeftsstelle/-index.php


Kenne Ahnung, ob es diesmal klappt mit dem Bindestrich
also

www. weisser (hier dann der Bindestrich)ring.de/.......

Kein Bindestrich vor index.php!

wo der mal wieder herkommt wissen die geier....

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3. März 2006 um 23:00
In Antwort auf inez_12562985

Es tut mir sehr leid
für Dich surprise.
Doch solltest Du dich deinem eigenem Selbstwert und Selbstschutz zuliebe auf die Hinterbeine stellen und dich gegen ihn wehren.
Aktuell kannst Du ihn auf "Unterlassung" verklagen.
Wenn er dich massiv belästigt, kann das auch über ein beschleunigtes Verfahren gehen, in dem Du eine "Einstweilige Verfügung" beantragst. Sprich mal mit deiner Anwältin darüber.

Ich kann dir leider nichts versprechen, doch wenn so viele wichtige Beweismittel verschlampt worden sind, ist dir das nicht anzulasten. Vielleicht ergibt sich daraus ja doch eine Chance bei der Wiederaufnahme des Verfahrens beim nächsthöheren
Gericht (nennt sich übrigens Revision).
Schließlich sollte die Ärztin, die Du nach der Tat aufgesucht hast auch schriftlich protokolliert haben (Patientenkartei),
warum du sie aufgesucht hast bzw. kann vor Gericht auch mündlich dazu Bericht erstatten. Vielleicht gibt es ja auch noch andere Zeugen, die das mündlich belegen können.
Hilfreich kann es für dich auch sein, wenn du dich an den Opferschutz des "Weißen Ring" wendest. Diese Organisation hat auch mehr Erfahrungen damit, welche Möglichkeiten in deiner Situation in Betracht kommen.
Bitte gib das Heft nicht aus der Hand und wehre dich!
Du bist ein wertvoller Mensch und musst Dir nichts gefallen lassen, nur weil andere geschludert haben.

Ich wünsche Dir viel Kraft & Unterstützung auf diesem Weg,
höre nicht auf an dich zu glauben, du solltest du dir wert
sein.

Gruß
redcorner

Danke...
für deine liebe Antwort. Weisst du, der Gipfel ist noch, dass ich in der Urteilsbegründung so hingestellt werde, als ob ich verprügelt hätte und er meine Angriffe nur abgewehrt hätte. Unglaublich! Gerade weil ich ja seinen Jähzorn und seine Unbeherrschtheit kannte, und an jenem Tag wieder mal merkte, dass er "spinnt", war ich besonders sachte und zurückhaltend, um ja keinen Streit zu provozieren.

Bei der Opferhilfe war ich schon. Eine sehr wertvolle Organisation. Die haben mir jedoch von einer Revision abgeraten, da die Chancen schlecht stehen würden für mich (wegen der fehlenden Beweise) und mich das Ganze nur noch mehr belasten würde.

Von der Ärztin kann ich mir nicht viel erhoffen. Da sie damals nur ein lumpiges Arztzeugnis ausgestellt hat und meine Verletzungen nicht dokumentiert und nicht fotografiert hat, kann sie sich auch nicht mehr genau erinnern. (Haben wir schon versucht.)

Sicherlich werde ich aber den Weg versuchen, sowohl die Fahndung, als auch die Ärzin wegen ihrer Schlamperei zur Rechenschaft zu ziehen. Es ist einfach eine Katastrophe, dass eine solch schlimme Sache daran scheitern soll, dass diese zwei ihren Job nicht richtig gemacht haben. Vielleicht lässt sich dadurch noch was erreichen.

Danke!

Herzliche Grüsse

Surprise

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3. März 2006 um 23:03
In Antwort auf inez_12562985

Kein Bindestrich vor index.php!

wo der mal wieder herkommt wissen die geier....

Hi nochmals!
Danke für deine Bemühungen! Ich bin aus der Schweiz, und zum Glück haben wir hier auch eine solche Organisation, die mich während der langen Zeit psychisch und finanziell sehr stark unterstützt hat.

Surprise

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3. März 2006 um 23:22

Psychologisches Gutachten?
Wenn es mangels Beweismittel schwierig ist sein Gewaltpotenzial
vor Gericht glaubhaft zu beweisen, hilft vielleicht der Antrag auf ein psychologisches Gutachten für ihn oder ein Blick in sein Strafregister (Vorstrafen?). Kann mir nicht vorstellen, dass er erst als erwachsener Mensch angefangen hat andere zu schlagen. Vielleicht war er ja bereits als Schüler auffällig?
Nachfragen kann lohnenswert sein, weil es deine Aussage unterstützt, d.h. je mehr unabhängige Zeugen über ihn befragt werden können und vor Gericht zu einer Aussage bereit sind, um so besser.
Denke über die Einstweilige Verfügung nach, wenn er auch jetzt noch nicht aufhört dich zu belästigen bzw. dir Schaden zuzu fügen (oder falls es so etwas in der Schweiz nicht geben sollte,
etwas vergleichbares, was ihn gegen eine hohe Geldstrafe bzw. Auflage zwingen wird sein Verhalten einzustellen bzw. in Zukunft zu unterlassen)

viele Grüße
redcorner

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3. März 2006 um 23:31
In Antwort auf inez_12562985

Psychologisches Gutachten?
Wenn es mangels Beweismittel schwierig ist sein Gewaltpotenzial
vor Gericht glaubhaft zu beweisen, hilft vielleicht der Antrag auf ein psychologisches Gutachten für ihn oder ein Blick in sein Strafregister (Vorstrafen?). Kann mir nicht vorstellen, dass er erst als erwachsener Mensch angefangen hat andere zu schlagen. Vielleicht war er ja bereits als Schüler auffällig?
Nachfragen kann lohnenswert sein, weil es deine Aussage unterstützt, d.h. je mehr unabhängige Zeugen über ihn befragt werden können und vor Gericht zu einer Aussage bereit sind, um so besser.
Denke über die Einstweilige Verfügung nach, wenn er auch jetzt noch nicht aufhört dich zu belästigen bzw. dir Schaden zuzu fügen (oder falls es so etwas in der Schweiz nicht geben sollte,
etwas vergleichbares, was ihn gegen eine hohe Geldstrafe bzw. Auflage zwingen wird sein Verhalten einzustellen bzw. in Zukunft zu unterlassen)

viele Grüße
redcorner

Huhu...
Das ist ja noch das Grösste! Er war 18 Jahre lang Mitglied der Hells Angels und damals mehrfach vorbestraft wegen Körperverletzung, Waffenbesitz, brutalen Verkehrsdelikten. Das ist jedoch schon einige Jahre her und somit aus dem Strafregister gelöscht.

Seine Rocker-Mentalität hat er jedoch behalten. Er hat mich während unserer Beziehung niemals geschlagen, jedoch bei seinen Ausrastern jeweils verbal aus der untersten Schublade beschimpft.

Ein psychologisches Gutachten wäre vielleicht eine Möglichkeit, seine Mentalität aufzudecken. Ich werde mir diese Idee notieren und meiner Anwältin mal vorschlagen.

Vielen Dank!

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3. März 2006 um 23:49
In Antwort auf tamera_12492643

Huhu...
Das ist ja noch das Grösste! Er war 18 Jahre lang Mitglied der Hells Angels und damals mehrfach vorbestraft wegen Körperverletzung, Waffenbesitz, brutalen Verkehrsdelikten. Das ist jedoch schon einige Jahre her und somit aus dem Strafregister gelöscht.

Seine Rocker-Mentalität hat er jedoch behalten. Er hat mich während unserer Beziehung niemals geschlagen, jedoch bei seinen Ausrastern jeweils verbal aus der untersten Schublade beschimpft.

Ein psychologisches Gutachten wäre vielleicht eine Möglichkeit, seine Mentalität aufzudecken. Ich werde mir diese Idee notieren und meiner Anwältin mal vorschlagen.

Vielen Dank!

Trotz Löschung aus dem Strafregister
solltest Du deiner Anwältin von seiner Hells Angel - Vergangenheit ruhig erzählen. Selbst ohne Einträge steht es ihr dann frei ihn vor Gericht mal ein paar Fragen zu seiner Vergangenheit zu stellen, z.B. auch ob er in seiner Vergangenheit straffällig geworden ist, er verurteilt wurde und aufgrund welchen Straftatbestandes?
Wirft doch schon mal ein ganz anderes Licht auf ihn, oder?

Kann übrigens gut möglich sein, dass Du dieses Gutachten selbst bezahlen müsstest. Falls das so ist, frage mal die Opferorganisation bei dir, ob sie dich in diesem Zusammenhang unterstützen würde.
Und bleib hartnäckig & am Ball!

Viele Grüße
redcorner

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3. März 2006 um 23:57
In Antwort auf inez_12562985

Trotz Löschung aus dem Strafregister
solltest Du deiner Anwältin von seiner Hells Angel - Vergangenheit ruhig erzählen. Selbst ohne Einträge steht es ihr dann frei ihn vor Gericht mal ein paar Fragen zu seiner Vergangenheit zu stellen, z.B. auch ob er in seiner Vergangenheit straffällig geworden ist, er verurteilt wurde und aufgrund welchen Straftatbestandes?
Wirft doch schon mal ein ganz anderes Licht auf ihn, oder?

Kann übrigens gut möglich sein, dass Du dieses Gutachten selbst bezahlen müsstest. Falls das so ist, frage mal die Opferorganisation bei dir, ob sie dich in diesem Zusammenhang unterstützen würde.
Und bleib hartnäckig & am Ball!

Viele Grüße
redcorner

Nochmals huhu...
Seine ganze Vergangenheit kam während des Prozesses ans Licht. Zudem hat er sich bei seiner Einvernahme sehr negativ geäussert, hat detailliert und in seiner primitiven Sprache kommentiert, wie er jemanden verprügeln und umbringen würde, etc. Hat es vor dem Untersuchungsrichter sogar noch vorgezeigt...

Und trotzdem: ich hab verloren.

Ich verstehe die Welt nicht mehr!

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4. März 2006 um 8:33

Einstweilige verfügung erwirken
Er micht sich in Dein Leben ein,auch da bist Du in der Beweispflicht.
Sammle alles was Du dazu bekommen kannst und gehe vor Gericht um dort eine Einstweilige Verfügung zu erwirken,daß er Dir nicht zu Nahe kommen darf ect.

Ich würed auch noch die Polizei und die Ärztin verklagen,solche Beweißstücke verschlampt man nicht einfach.

Mal ganz abgesehen davon,die Ärztin hat es ja gesehen und Dich behandelt,sie wird doch die Akte noch haben und kann als Zeugin aussagen.

Versteh ich alles nicht so ganz

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4. März 2006 um 9:35
In Antwort auf shena_12375982

Einstweilige verfügung erwirken
Er micht sich in Dein Leben ein,auch da bist Du in der Beweispflicht.
Sammle alles was Du dazu bekommen kannst und gehe vor Gericht um dort eine Einstweilige Verfügung zu erwirken,daß er Dir nicht zu Nahe kommen darf ect.

Ich würed auch noch die Polizei und die Ärztin verklagen,solche Beweißstücke verschlampt man nicht einfach.

Mal ganz abgesehen davon,die Ärztin hat es ja gesehen und Dich behandelt,sie wird doch die Akte noch haben und kann als Zeugin aussagen.

Versteh ich alles nicht so ganz

Boah...
Du kannst mir glauben: auch ich verstehe die Welt nicht mehr! Ich bin im Moment schwer am Hadern mit der gesamten Justiz und dem "Freund und Helfer" (Polizei). Und auch mit meiner Anwältin, die mich beim Endspurt ziemlich hat hängen lassen, weil sie angeblich überlastet war!

Es ist leider so, dass meine Fotos vor Gericht überhaupt nichts wert sind.

Im Dossier der Ärztin steht leider nicht viel drin. (Da sich der Vorfall an einem Samstagabend ereignet hatte, konnte ich sie erst am Montagmorgen aufsuchen.) Die Verletzungen mussten auch nicht gross behandelt werden. Was will man schon machen bei etlichen blauen Flecken? Eine Salbe und ein Beruhigungsbad hat sie mir in die Hand gedrückt und eben dieses aussagelose Arztzeugnis, mit dem auf der Gerichtsmedizin niemand richtig etwas anfangen konnte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, sie nimmt die Sache gar nicht richtig ernst.

Ich habe mittlerweile einen neuen Hausarzt und habe ihn mal gefragt, wie er damit umgehe, wenn eine Frau total verprügelt zu ihm in die Praxis kommt. Er hat gesagt, dass es dann Pflicht eines Arztes ist, die Verletzungen haargenau zu dokumentieren, Fotos zu machen, die Verletzungen auf einem Schema einzuzeichnen, und bei schlimmen Dingen wie einer Vergewaltigung begleite er die betroffenen Frauen sogar höchstpersönlich zur Gerichtsmedizin.

Und der Polizist, bei dem ich 45 Minuten nach dem Vorfall an jenem Samstagabend auf dem Posten war, hat nur eineinhalb Stunden lang meine Aussagen zu Protokoll genommen. Niemand hat sich dort die Mühe gemacht, meine Verletzungen anzuschauen.

Nach dem Vorfall habe ich gleich meine Mutter angerufen, ob sie mich holen könnte. Sie ist eigentlich die einzige, die einzige Zeugin, die bestätigen kann, wie ich ausgesehen habe (und sie hat heute noch Albträume davon.) Doch leider wird ihre Aussage vor Gericht nicht zugelassen, da sie meine Mutter ist. Danach habe ich mich erstmal zwei Wochen zu Hause verkrochen, aus Scham, Angst, dem Gefühl der Erniedrigung und Demütigung. Aber auch aus dem Grund, weil ich mit einem solch aufgedunsenen Gesicht nicht auf die Strasse wollte.

Ach, das ist alles so Scheisse! (Sorry)!

Lg Surprise

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4. März 2006 um 9:45

Hi!
Ja, das ist im letzten Herbst ziemlich heftig in die Brüche gegangen. Er hat mir eine SMS geschickt, dass er den Kontakt mit mir vollständig abbrechen will, da er die Sache mit mir nicht mehr länger mit seinem Glauben vereinbaren könne. Er habe sich in mich verliebt, und das dürfe er sich nicht leisten.

Ich habe ihn schon lange vor dem Vorfall gekannt. Wir waren einfach nur Freunde. Er war einer derjenigen, die mich damals auf die Polizei zusammen mit meiner Mutter begleitet haben.

Er beantwortet kein SMS von mir mehr, geht an mir vorbei, als ob er mich nicht kennen würde, wenn wir uns mal zufällig begegnen.

Ja, er wäre ein wichtiger Zeuge für mich gewesen...

Lg Surprise

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4. März 2006 um 12:42

Hallo mooszauber
Ich hab ja hier nie behauptet, dass die Verletzungen so schlimm waren, dass ich hospitalisiert werden musste. Ich hatte keine Knochenbrüche oder innere Verletzungen.

Und was will eine Ärztin schon tun bei Hämatomen, Würgemalen, Kratzspuren? Salbe und Eisbeutel, that's it.

Meine Mutter (und auch seine Mutter) wurden wegen Voreingenommenheit aus dem Verfahren ausgeschlossen.

Liebe mooszauber, wenn du das Gefühl hast, dass das, was ich hier schreibe, ein geschmackloser Fake ist, dann bitte ich dich einfach, mir nicht mehr zu antworten. Ok?

Häusliche Gewalt ist eine schlimme Sache, und ich bin nicht ein krankes Hirn, das hier so zum Zeitvertreib seine Spässe damit macht!

Ich habe nur nach Meinungen gefragt, wie es weiter gehen soll, da ich im Moment das Gefühl habe nach diesem ungerechten Urteil, dass mir jemand den Boden unter den Füssen weggezogen hat!

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4. März 2006 um 20:09

Ich fasse mal zusammen:
Du wurdest nach vierjähriger Beziehung mit diesem Mann von ihm zusammengeschlagen und gewürgt. Daraufhin bist du zur Polizei gegangen und hast Anzeige erstattet. Üblicherweise wird in so einem Fall ein Protokoll von einem Beamten erstellt, welches du unterschreiben musst. Das war am Samstag, also dem Tag an dem dir das passiert ist, wenn ich dich richtig verstehe.

Zwei Tage später gehst du zu deiner Ärztin, die dir eine Salbe in die Hand drückt und keinerlei Vermerk in deiner Krankenkartei macht.

Dann wird dein ehemaliger Freund/Lebensgefährte, der mehrfach vorbestraft ist, was aber aus den Akten gelöscht wurde (da verstehe einer das schweizer Rechtssystem) wegen genau diesem Vorfall verurteilt und ins Gefängnis gesteckt, aus dem er dann vorzeitig ein halbes Jahr später entlassen wird? Oder was war der Grund für seine Inhaftierung?

Und weder deine Mutter, noch du dürfen eine Aussage vor Gericht machen, weil ihr "vorbelastet" seid? Wieso, wurdet Ihr etwa beide schon einmal wegen Meineids verurteilt? Und dein einziger Zeuge ist ein Shaolinmeister, der sich in dich verliebt hat und das wegen seines Glaubens nicht darf und dich daher ignoriert und deshalb auch vor Gericht nicht aussagt? Und deine Anwältin weiß nicht, was sie tun soll?

Wenn du mal Zeit findest, geh' doch mal in ein Frauenhaus - ich nehme an, dass es solche Einrichtungen auch in der Schweiz gibt - und rede mit den Frauen dort. Vielleicht denkst du dir dann beim nächsten Mal eine Geschichte aus, die nicht andere verletzt, wenn sie sie lesen und erkennen müssen, mit was sie es in Wirklichkeit zu tun haben.

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4. März 2006 um 21:32
In Antwort auf csilla_12629290

Ich fasse mal zusammen:
Du wurdest nach vierjähriger Beziehung mit diesem Mann von ihm zusammengeschlagen und gewürgt. Daraufhin bist du zur Polizei gegangen und hast Anzeige erstattet. Üblicherweise wird in so einem Fall ein Protokoll von einem Beamten erstellt, welches du unterschreiben musst. Das war am Samstag, also dem Tag an dem dir das passiert ist, wenn ich dich richtig verstehe.

Zwei Tage später gehst du zu deiner Ärztin, die dir eine Salbe in die Hand drückt und keinerlei Vermerk in deiner Krankenkartei macht.

Dann wird dein ehemaliger Freund/Lebensgefährte, der mehrfach vorbestraft ist, was aber aus den Akten gelöscht wurde (da verstehe einer das schweizer Rechtssystem) wegen genau diesem Vorfall verurteilt und ins Gefängnis gesteckt, aus dem er dann vorzeitig ein halbes Jahr später entlassen wird? Oder was war der Grund für seine Inhaftierung?

Und weder deine Mutter, noch du dürfen eine Aussage vor Gericht machen, weil ihr "vorbelastet" seid? Wieso, wurdet Ihr etwa beide schon einmal wegen Meineids verurteilt? Und dein einziger Zeuge ist ein Shaolinmeister, der sich in dich verliebt hat und das wegen seines Glaubens nicht darf und dich daher ignoriert und deshalb auch vor Gericht nicht aussagt? Und deine Anwältin weiß nicht, was sie tun soll?

Wenn du mal Zeit findest, geh' doch mal in ein Frauenhaus - ich nehme an, dass es solche Einrichtungen auch in der Schweiz gibt - und rede mit den Frauen dort. Vielleicht denkst du dir dann beim nächsten Mal eine Geschichte aus, die nicht andere verletzt, wenn sie sie lesen und erkennen müssen, mit was sie es in Wirklichkeit zu tun haben.

@ansila
Ich habe nie behauptet, dass mein Ex ins Gefängnis gesteckt wurde, sondern er wurde zu einer Gefängnisstrafe (bedingt) auf Bewährung verurteilt.

Natürlich darf ich vor Gericht aussagen, nur meine Mutter und seine Mutter wurden wegen Voreingenommenheit aus diesem Verfahren ausgeschlossen.

Und die Sache mit dem Shaolin-Mönch ist so dumm gelaufen, dass jeglicher Kontakt abgebrochen ist. Aber wahrscheinlich werde ich ihn zu einer Aussage vorladen lassen.

Und deine Schlussbemerkung finde ich aller unterste Schublade!

Mädchen, du solltest vielleicht mal lesen lernen!

Verdammt, ich bin hier in dieses Forum gekommen mit einem schlimmen Problem und habe mir von euch Ratschläge erhofft. Stattdessen werde ich nun in der Luft zerrissen.

Wisst ihr was? Vergesst die ganze Geschichte. Ich habe sie hier aus einer tiefen Not erzählt, in der Hoffnung, von euch Ratschläge zu bekommen. Weit gefehlt!

Eine sehr enttäuschte Surprise

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5. März 2006 um 9:20

Hallo Birgit
Nein, ich werde ihn vorladen lassen. Du hast recht, es ist meine letzte Chance.

Ich kann einfach nicht verstehen, dass meine Fotos, die ich selber gemacht habe, vor Gericht nichts wert sind, obwohl man doch deutlich mein Gesicht drauf sieht. Die sagen einfach nur, dass ich mir die Verletzungen ja vielleicht auch selber zugefügt haben könnte, um "ihn" dranzukriegen. (Anscheinend passiert dies öfters, dass es Frauen gibt, die das tun, um ihrem Mann was anzuhängen. Ist ziemlich kontraproduktiv, weil dann auch die wirklichen Opfer immer weniger ernst genommen werden.)

Lg Surprise

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5. März 2006 um 9:50

Gut...
... dass du offen sagst, wenn es für dich Unstimmigkeiten gibt, dann kann ich wenigstens Stellung dazu nehmen.

Also bis zu dieser Bewährungsstrafe lief ja soweit alles perfekt. Meine Anwältin hat dann gemeint, dass wir jetzt noch schauen müssen, dass ich eine ansprechende Genugtuung bekomme von ihm. Sie werde das in die Wege leiten. (Dabei wollte ich das eigentlich gar nicht richtig, denn was nützt mich denn in einem solchen Fall die blöde Kohle???) Sie hat aber darauf bestanden mit der Begründung, wir würden sonst nicht glaubwürdig erscheinen. Ich hab dann ok gesagt, sie aber gebeten, nicht über 600 Euro zu gehen. (Sie wollte 3000 Euro fordern.) Und jetzt kommt der Gipfel! Meine Anklage lautete immer auf einfache Körperverletzung und Tätlichkeiten. Meine Anwältin hat dann plötzlich ein Schreiben rausgelassen an den zuständigen UR, in welchem sie "Gefährdung des Lebens" als neuen Anklagepunkt aufführte. Mich traf fast der Schlag, als ich eine Kopie dieses Schreibens von ihr dann in meinen Händen hatte, denn ich wollte wirklich einfach fair bleiben und bei den ursprünglichen Anklagepunkten bleiben. Die Sache kam aufgrund der neuen Anklage dann zur Gerichtsmedizin. Wegen der mangelhaften Beweise (Ärztin, Polizei) konnten die dann auch begreiflicherweise nicht viel damit anfangen. Und so fiel dann auch alles ins Wasser und er wurde "in dubio pro reo" freigesprochen.

Du hast einmal nachgefragt wegen des Polizisten: natrlich hat der meine Aussagen während eineinhalb Stunden protokolliert, aber er hätte meine Verletzungen dokumentieren und fotografieren müssen, was er verschlampt hat.

Lg Surprise

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