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Nach einer Liebesbeziehung einen Neustart schaffen, nur wie?

4. Juni 2014 um 2:56

Hallo zusammen,
ich schreibe hier über ein Thema, zu dem es schon etliche Einträge in Foren gibt und eigentlich mehr oder weniger, um mir alles von der Seele zu schreiben. Denn die Fehler, die ich gemacht habe, sind mir völlig klar und klar ist mir (eigentlich) auch, dass ich nun mit den Konsequenzen leben muss. Nun zu meiner Geschichte...aufgrund eines Burnouts verbrachte ich Anfang des Jahres einige Woche in einer Spezialklinik und lernte dort einen Mann kennen. Er war (und ist) verheiratet. Einer der Gründe seines schlechten Gesundheitszustandes war u.a. seine Ehe, die nach seinen Aussagen seit langem nicht mehr funktionierte. Eine Paartherapie war wohl schon gescheitert. Er suchte bei den Therapeuten und Mit-Patienten Rat, um endlich den Absprung schaffen und sich trennen zu können. In diese Baustelle raste ich rein und wir verliebten uns. Ich weiß, dass viele nun (wie in anderen Foren auch) mir sagen werden, dass ich blauäugig war und es nicht anders verdient habe. Dennoch geht es mir sehr schlecht und ich versuche nun, einen Neustart in einen neuen Lebensabschnitt zu finden (was mir aber noch nicht so richtig gelingen will). Nach einigen Wochen einer wirklich schönen und romantischen Liebesbeziehung kam die Wahrheit Zuhause ans Licht. Zuvor hatte er sich in seiner Heimatstadt ganz offen mit mir Hand in Hand gezeigt und auch seiner Mutter von mir erzählt. Durch die Klinik hatten wir auch bereits einige gemeinsame Bekannte, die uns als zukünftiges Paar sahen und er hatte vor, sich nun endgültig von seiner Frau zu trennen. Die Kinder sind schon im jungen Erwachsenenalter und stellten an und für sich keinen Hinderungsgrund mehr da, jedoch leben sie noch Zuhause; dennoch fürchtete er sehr, von ihnen abgestoßen zu werden. Er sagte mir wiederholt, dass er mich liebe, jetzt alles ordnen und einen guten Abschluss finden wolle, um dann ganz neu mit mir anzufangen. Nachdem sie es erfahren hatte und sie ihn zunächst verständlicherweise rauswerfen wollte, verzieh sie ihm unter der Bedingung, dass er sich von mir sofort trennen solle, was er dann auch unter Tränen tat. Fünf Tage später schrieb er mir, dass er Zuhause ausgezogen sei, um sich klar zu werden, was er eigentlich will und lebte zunächst für 4 Wochen bei einer gemeinsamen Bekannten. In dieser Zeit hatten wir kaum Kontakt. Wir sahen uns nicht, schrieben uns nur drei oder vier mal und telefonierten einmal kurz. Er sagte mir, dass seine Frau und er sich getrennt hätten und sie bereits einen Mediator eingeschaltet hätten. Da ich mit ihm dieses ganze Chaos unter vier Augen und nicht nur am Telefon oder per Whats App besprechen wollte (ich hatte ihn nach seinem ersten "Trennungsanruf" mittlerweile 4 Wochen nicht gesehen) trafen wir uns. Wir sprachen miteinander, küssten uns und es war wie zuvor. An dem Tag lernte er noch meine (ebenfalls junge erwachsene) Tochter und meine Schwester kennen und redete u.a. ganz offen über eine gemeinsame Zukunft mit mir. Er war mittlerweile auf Wohnungssuche. Wir planten, uns das darauffolgende Wochenende zu treffen und zu verbringen. Zwischenzeitlich hatte er eine Verabredung mit seiner Frau, um die Trennung auch finanziell genauer zu besprechen. Leider meldete er sich zunächst nicht wie verabredet, was mir schon zu denken gab. Nach einer kurzen Whats App meinerseits, meldete er sich telefonisch und teilte mir mit, dass seine Frau und er beschlossen hätten, sich nochmals "zusammen zu raufen". Er berichtete mir, wie schlecht es seiner Frau ginge, was mein schlechtes Gewissen ihr gegenüber (zu Recht) vertiefte. Es wäre besser, wenn wir nie mehr Kontakt haben würden. Innerlich sei er nach seinen Worten zerissen, denn er liebe sowohl seine Frau als auch mich. Das Telefongespräch war für mich sehr verletzend. Er sprach davon, dass er optimistisch in die Zukunft schaue, ich ein wunderbarer Mensch sei und er mich immer in seinem Herzen tragen würde. Ich sei für ihn keine "normale Affäre" gewesen. Er wünschte mir alles Gute für meine Zukunft und sagte, dass ich bestimmt einen tollen Mann kennenlernen würde. Vielleicht würden wir uns auch wieder treffen zum richtigen Zeitpunkt. Diese Worte passten einfach nicht zu dem Mann, den ich zu kennen glaubte und der mich 6 Tage vorher noch küsste, meine Familie kennenlernen und mit mir seine Zukunft planen wollte. Er berichtete, dass seine Frau und er zunächst für einige Monate eine Trennung auf Zeit machen wollten, um dann eine neue Paartherapie zu starten. Mittlerweile wohnt er tatsächlich in einer eigenen Wohnung. Das heißt, er und seine Frau sind bereits seit zwei Monaten in dieser Trennungsphase. Das Ganze ist jetzt vier Wochen her und ich wünsche mir so sehr, dass ich es schaffe, ihn aus meinem Kopf zu bekommen. Leider habe ich durch ihn zum ersten Mal im Leben erfahren, was Liebe (zumindest meinerseits) wirklich ist und wie es ist (zumindest der Situation entsprechend) geliebt zu werden. Zuvor hatte ich keine guten Erfahrungen gemacht, gedacht, dass es doch durchaus positive Beziehungen gibt und bin nun wieder heftig enttäuscht worden. Zum einen wünsche ich ihm und seiner Frau, dass alles wieder gut wird, zum anderen lebt noch die Hoffnung in mir, dass dieser Versuch des Zueinander-Findens scheitert und wir (oder sollte ich besser sagen, ich?) noch eine Chance haben. Sicherlich war es unmoralisch, eine Liebesbeziehung mit einem verheirateten Mann zu beginnen, jedoch stand die Überlegung über eine Trennung von ihr bereits seit langem im Raum, bevor wir uns trafen. Hat jemand einen Tip für mich. Was denkt Ihr? Versuchen, ihn wirklich zu vergessen oder die Hoffnung nicht aufgeben? Und wie kann man einen Menschen einfach vergessen, den man liebt?
Ich bin Euch für das Lesen und ernst gemeinte Antworten dankbar!

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10. Juni 2014 um 13:59

@cefeu
Liebe(r?) cefeu,

tausend Dank!!!
Das musste gesagt werden und Du hast recht!
Es ist schwierig, die Dinge neutral und objektiv aus der Vogelperspektive zu betrachten, wenn man in so einem Gefühlschaos gefangen ist!
Bei der Bindungsunfähigeit stimme ich nicht ganz so zu, aber das Helfersyndrom ist dafür umso ausgeprägter...
ich finde es toll, wenn sich jemand wie Du Zeit nimmt und einem hilft, ohne ihn bzw. sie mit abwertenden Worten zu bewerfen.
Liebe Grüße
Shamone


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10. Juni 2014 um 14:11
In Antwort auf aysun_12860164

@cefeu
Liebe(r?) cefeu,

tausend Dank!!!
Das musste gesagt werden und Du hast recht!
Es ist schwierig, die Dinge neutral und objektiv aus der Vogelperspektive zu betrachten, wenn man in so einem Gefühlschaos gefangen ist!
Bei der Bindungsunfähigeit stimme ich nicht ganz so zu, aber das Helfersyndrom ist dafür umso ausgeprägter...
ich finde es toll, wenn sich jemand wie Du Zeit nimmt und einem hilft, ohne ihn bzw. sie mit abwertenden Worten zu bewerfen.
Liebe Grüße
Shamone


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@cefeu
P.S.:
wie kann ich meinen Text denn jetzt noch bearbeiten, damit er übersichtlicher wird?

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