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Nach der Trennung - wie ist es richtig?

20. November 2015 um 15:16 Letzte Antwort: 23. November 2015 um 21:47

Hi!

Man betrachte folgende Situation:
Person X trennt sich von Person Y, und zwar weil X denkt es passt nicht oder man hätte sich auseinander gelebt, jedenfalls nicht wegen eines schweren Vorfalls wie Fremdgehen o.Ä. Y hätte die Beziehung nicht beenden wollen und ist dementsprechend enttäuscht, und vor allem: Y versteht nicht warum plötzlich alles vorbei ist.

Nun, wir wissen alle dass Person Y die Entscheidung von Person X zu respektieren hat, und dass es auch nicht immer "gute Gründe" für eine Trennung gibt - also manchmal eben "die Gefühle weg sind" und man keine rationale Erklärung liefern kann.

Dennoch erscheint es mir immer so ein bisschen, als ob es zu der Frage, ob Y noch Fragen haben / das Gespräch suchen darf und wie X dann reagieren sollte, zwei "Lager" gibt, und zwar etwa wie folgt:

Lager A:
zur X-Sicht: Es besteht kein Grund, keine Verpflichtung, Y nach Übermittlung der Trennungs-Entscheidung noch irgendwelche Fragen zu beantworten. Überhaupt macht man es dem Ex damit nur schwerer abzuschließen.
Zur Y-Sicht: Fragen stellen macht keinen Sinn: Antworten bringen Y nicht weiter, verzögern nur den Abschlussprozess, und selbst wenn man Antworten bekäme, kann man nicht sicher sein, dass sie der Wahrheit entsprechen oder einen weiter bringen. Man hat keine Ansprüche auf Antworten oder ein Gespräch, darf sich also nicht wundern wenn X dicht macht / blockiert / etc. Y muss es mit sich selbst ausmachen, und eigentlich ist "noch Fragen haben" nur ein Zeichen von mangelndem Selbstbewusstsein, weil man sich nachträglich gerne absichern würde, dass man nichts falsch gemacht hat. Irgendwann sollte man die Lektion lernen und darauf nicht mehr angewiesen sein.

Lager B:
zur X-Sicht: Nur weil ich Y nicht mehr liebe, muss ich ihn nicht ab morgen wie Dreck behandeln. Wenn Y noch Fragen hat, dann versuche ich diese (so lange es sich in vernünftigen Maßen hält, und beschränkt auf eine gewisse Zeit) so gut es geht zu beantworten - auch in der Hoffnung, dass Y sich nicht unnötig irgendwelche Vorwürfe macht. Natürlich stehe ich dabei nicht Gewehr bei Fuß, aber ich blockiere Y auch nicht auf allen Wegen.
Zur Y-Sicht: Es ist menschlich sich nach einer Trennung ein Stück weit selbst zu hinterfragen und auch Angst zu haben, vielleicht was falsch gemacht zu haben. Außerdem möchte man manchmal gerne wissen, was in dem anderen vorgegangen ist. Es kann ggf. durchaus helfen, den Prozess des Abschließens zu beschleunigen, wenn man Antworten auf seine Fragen bekommt, weil man dann nicht 1000 mögliche Konstellationen durchspielen muss. Gerade wenn eine langjährige Beziehung zuende ging, kann Y erwarten, dass X ein bisschen Rücksicht auf dieses Bedürfnis nimmt. Natürlich nicht auf Dauer, aber wenn X sofort nach der Trennung auf Blockade macht, macht X sich das Leben zu einfach, denn eine gewisse Verantwortung trägt man für den anderen schon. Wenn X sich in seiner Entscheidung sicher ist, dann braucht X sich vor nichts zu schützen und es sollte X keine Probleme bereiten, ein Stück weit fair zu bleiben und nicht ab morgen so zu tun, als ob man sich nicht mehr kennt.

So, ich hoffe man merkt nicht gleich zu welchem Lager ich gehöre . Was ist Eurer Meinung nach "richtig", oder "richtiger"? Gibt es das überhaupt, oder ist beides "zulässig"? Was darf man als Y erwarten, was nicht? Gibt es ein Lager C, D, E? Freue mich über Beiträge!

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20. November 2015 um 16:09

Unterschiedlich
Ich tendiere auf jeden Fall zu B, zumindest wenn es eine längere Beziehung war. Aber hier auch maximal 1-2 Gespräche, dann sollte auch mal gut sein.

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20. November 2015 um 18:03

Schauen wir uns das doch mal an:
1x: i) Natürlich hat man diesem Loser gegenüber keine Verpflichtungen, der hat einem doch schon genug Lebenszeit gestohlen.
... ist Unsinn, offene Fragen erschweren es, enen Abschluss zu finden.

1y: i) Siehe 1x ii
ii) Wen interessiert es, was X denkt, es hat sich doch eh schon von uns getrennt, soll es doch glauben, was es will.
iii) Natürlich muss Y das mit sich selber ausmachen, was denn sonst?

2x. Klingt vernünftig

2y: Abgesehen davon, dass Y erwartet, auf Mitgefühl und Rücksichtnahme bei X zu stoßen, auch vernünftig.

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20. November 2015 um 22:48

Fährt der Wagen aus A auch durch C?
und ist C eine geschlossene Ortschaft?

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21. November 2015 um 9:02

Tendiere zu a
Bei b ist das problem: x wird sich nicht mit der antwort zufrieden geben . Sie wird uber mitleid oder sex alle tricks anwenden. Y ist zu schwach um nein zu sagen. Diese unglückliche beziehunggeht weiter.
B funktioniert nur wenn y stark und wenn x bereit ist die antwort zu akzeptieren und zu gehen. .
a ist die sinnvollste alternative bei fast allem menschen

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23. November 2015 um 21:47

Danke für die Antworten
Wie ich sehe, sind die Meinungen hierzu durchaus kontrovers.

Sorry auch für die "Matheaufgabe", vermutlich liegt das tatsächlich daran, dass ich in einem verwandten Bereich arbeite.

Ich oute mich jetzt auch mal selbst. Bin eigentlich klarer Anhänger des B-Lagers. Bin aber die letzten Jahre zunehmend an Gegenüber aus Lager A getroffen und damit meist nicht so gut klar gekommen.

Ein Stück weit hab ich daraus jetzt auch gelernt, und muss zugeben, dass es beim Fall "die Gefühle sind weg" wirklich oft nicht mehr viel zu reden gibt, und dass Nachhaken da dann tatsächlich oft nur von einer gewissen Unsicherheit mit sich selbst zeugt, die man noch vom anderen aus dem Weg geräumt haben will.

Andererseits halte ich es für Quatsch auf Anfragen des Verlassenen nicht zu reagieren, weil er sich ja Hoffnungen machen könnte. Man kann höflich und sachlich kurz und präzise auf Fragen eingehen, ohne darüber hinaus irgendwas zu sagen, was Hoffnungen erzeugen sollte. Wenn der andere sich trotzdem welche macht, ist das sein Problem. In vielen Fällen ist es wirklich so, dass Antworten auf offene Fragen einem viel Zeit ersparen, weil man nicht alles durchexerzieren muss, um seinen Frieden zu finden.

Auch bin ich oft an solche geraten, die nicht mal sagen, es reicht nicht für eine Beziehung oder es sind die Gefühle weg, sondern einen entweder komplett in der Luft hängen lassen, Vorwände erfinden, oder einem versuchen Vorwürfe zu stricken weshalb es jetzt nicht klappt. Und das finde ich richtig asi! Vielleicht kann man nicht erwarten, dass jeder den Mumm hat ehrlich zu sein. Aber deswegen ist es nicht weniger verwerflich den anderen so zu behandeln. Leider bin ich solchen Menschen in der Vergangenheit noch ein Stück weit nachgerannt und wollte von ihnen die Wahrheit erfahren. Auch ein Zeichen eigener Unsicherheit. Trotzdem war ich m.E. im Recht - nur haben solche Menschen ja ein unfassbares Selbstbild und mangeln jeglicher Reflexion.

Ich versuche immer maximal fair zu sein, und werde als Verlassender daher immer die B-Rolle einnehmen. Und eigentlich erwarte ich das von anderen auch - ob berechtigt oder nicht . Wenn nichts Mieses vorgefallen ist, kann man weiter menschlich mit einander umgehen und muss nicht so tun, als ob man sich nicht kennt. Auch wenn man sich natürlich insgesamt aus dem Weg geht, um einen echten Schlussstrich zu ziehen - was dann tatsächlich für beide irgendwann am besten ist. Wenn man aber als Verlassender selbst überzeugt genug von seiner Entscheidung ist, dann ist die Gefahr eines "Rückfalls" weil der/die Verlassene Besserung gelobt ja auch nicht vorhanden. Insofern ist das, genau wie die Sache mit dem "Kontaktabbruch macht es für den Verlassenen grundsätzlich einfacher" nichts anderes als ein Vorwand für Leute, die sich gern das Leben leicht machen und das irgendwie vor sich rechtfertigen wollen. Quasi Selbstverarsche.

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