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Nach dem Baby auseinandergelebt - was kann man tun?

15. Juli 2014 um 21:08

Hallo,
vielleicht treffe ich ja hier auf jemanden dem es ähnlich geht oder ihr habt sonst hilfreiche Denkanstöße.... ich hoffe es ist nicht zu lang geworden...

Mein Mann und ich (seit 2009 ein Paar, seit 2011 zusammengezogen, dann kamen noch zwei kleine Kinder, aktuell am Haus bauen... der aktuelle Hintergrund also schon sehr stressig).

Also, das Problem ist das zwischen uns die Wärme und der liebevolle Umgang total verschwunden sind Er fühlt sich ausgeschlossen von der dreier-Clique von mir und den Kindern und fordert, ich soll endlich das Baby abstillen (7 Monate alt) und es soll im eigenen Zimmer schlafen. Ich fühl mich dann unter Druck gesetzt. Ich würde mir schon auch wünschen dass er ebenfalls eine engere Bindung zu den Kindern bekommt, aber muss das denn auf die Weise ablaufen dass ich sie zurückweise? Ich würde eher sagen er soll mehr mit ihnen unternehmen!

Hinzu kommt dass ich mich von ihm gar nicht mehr respektiert und geliebt fühle. Er findet mich zu dick (typisches Problem ich weiß - ich muss aber sagen dass ich jetzt nach beiden Schwangerschaften genausoviel wiege (61kg bei 1,67m) wie bei unserem Kennenlernen und selber mit meinem Gewicht total im Reinen bin!)ER hat übrigens während meiner Schwangerschaft 15kg zugelegt die er auch nicht wieder los wird. was mich aber nicht stört. Deshalb kritisiert er mich jedenfalls dauernd beim Essen. Wenn ich zB Müsli esse mit Milch anstatt der von ihm für mich bevorzugten Hafermilch dann sagt er "AAAch schmeckt dir die Hafermilch gar nicht?" Das ist kein Missverständnis, er hat schon eingeräumt dass er es auch so meint.
Für solche Kritik bzgl meines gesamten Lebens gibts noch unzählige weitere Beispiele. Er kritisiert wenn ich (bei Regen! Ich nehme sonst immer das Rad) mal einmal die Kinder mit dem Auto in die Kita fahre. Er kritisiert dass ich "zu laut" rede. Er kritisiert wenn ich zu viel esse (zB zwei Brötchen zum Frühstück), vor allem wenn ich mal mehr esse als er. Wenn ich nachts husten muss weil ich krank bin. Wenn ich was im Fernsehen schaue was für ihn "Unterschichtenfernsenen" ist. Wenn ich abends im Internet surfe ohne was "sinnvolles" zu machen (zB hier ). Wenn ich tagsüber etwas nicht erledigt habe (nichts dringendes - eher sowas wie Pfand wegbringen) obwohl es geplant war. Wenn ich morgens noch kurz mit den Kindern kuschel bevor ich aufstehe. wenn ich zu lange dusche.... mehrfach täglich muss ich mir irgendso einen Kleinkram-Mist anhören der alles kaputt macht.

Ich fühl mich gar nicht mehr als ebenbürtiger Partner wahrgenommen und behandelt und hab zudem auch die Freude an manchem was er so schlechtmacht verloren... Er behauptet übrigens er würde mich schon noch lieben. Er wäre nur eben "so" und ich solle das nicht so ernst nehmen wenn er sowas sagt.

Ich weiß echt gar nicht wie ich darauf reagieren soll. Einfach hinnehmen kommt irgendwie nicht in Frage. Aber wenn ich mich wehre und sage er überschreitet da Grenzen wenn er mir so etwas vorschreiben und dass er viel kaputt macht will dann interessiert ihn das Null und er entschuldigt sich allenfalls Tage später dafür. Was aber nicht heißt dass es nicht wieder vorkommt.

Habt ihr einen Rat? Eine Idee warum er so zu mir ist?

PS:

Er hat übrigens schon die Möglichkeit mal wegzufahren, sei es mal nen Abend die Woche oder auch mal ein verlängertes Wochenende mit Kumpels. wenn ich hingegen mal ein paar stunden weg bin kommt in der regel der Anruf ich solle früher zurückkommen....

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15. Juli 2014 um 21:26

Das klingt für mich, als fühlte er sich nicht nur ausgeschlossen,
sondern als sei er auch noch eifersüchtig. Diese ewige "Sticheln" ist dann keine ungewöhnliche Reaktion. Er will damit deine Aufmerksamkeit. Positive Aufmerksamkeit scheint er entweder von dir nicht zu bekommen oder er nimmt es nicht deutlich genug wahr.
Hast du schon versucht ihn mehr in die Familie einzubinden? Oder ihn auch mal als Partner zu verwöhnen für einen Abend?

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15. Juli 2014 um 21:38
In Antwort auf snegurochka88

Das klingt für mich, als fühlte er sich nicht nur ausgeschlossen,
sondern als sei er auch noch eifersüchtig. Diese ewige "Sticheln" ist dann keine ungewöhnliche Reaktion. Er will damit deine Aufmerksamkeit. Positive Aufmerksamkeit scheint er entweder von dir nicht zu bekommen oder er nimmt es nicht deutlich genug wahr.
Hast du schon versucht ihn mehr in die Familie einzubinden? Oder ihn auch mal als Partner zu verwöhnen für einen Abend?

Dem
schließe ich mich an. Ich denke auch, dass er eifersüchtig ist und sich wahrscheinlich wirklich auch ausgeschlossen fühlt und irgendwie versucht auf sich aufmerksam zu machen. Wie alt ist denn euer erstes Kind?

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15. Juli 2014 um 22:46

Ihr seid für einander selbstverständlich geworden
Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr beide euch gegenseitig nicht mehr so zeigt, dass ihr euch wertschätzt. Das kann durchaus mit den Kindern zu tun haben. Das Aufmerksamkeitsverhältnis hat sich anders verteilt.

Es klingt jedoch auch so, als wenn ihr nicht mehr richtig wisst, was ihr überhaupt aneinander liebt. Es ist selbstverständlich. Sprich es an! Sag ihm, dass du genau das merkst.

Vielleicht solltet ihr euch mal vornehmen, euch gegenseitig mehr Aufmerksamkeiten zu schenken. Schwelgt doch mal zusammen etwas in Erinnerungen.

Die dauerhafte negative Kritik führt auf kurz oder lang zu einem gebrochenen Herzen. Was liebt ihr aneinander? Sagt es euch und nehmt euch Zeit dafür, auszusprechen, was auf der Hand liegt. Die Kinder brauchen viel Aufmerksamkeit.

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16. Juli 2014 um 10:49

Danke für die Rückmeldungen
da waren schon ne Menge hilfreiche Tipps dabei.

Wir schlafen schon noch miteinander, 2-3 x pro Woche würd ich sagen, wobei es vor den Kindern aber mehr war. er sagt auch dass ihm das fehlt aber es ist zunehmend schwierig für mich ihn zu begehren wenn ich mich wegen der ganzen Kritik umgekehrt von ihm gar nicht mehr geliebt fühle. Schon eine woche nach der geburt fragte er quasi täglich wann wir endlich wieder miteinander schlafen und mal ehrlich - da war da noch nichts fertig verheilt und ich hab mich da auch wieder unter Druck gesetzt gefühlt. und natürlich ist es auch ein Zeitproblem - wenn er morgens um halb sechs mich weckt weil er Lust hätte bin ich nicht so in Stimmung - eher verärgert übers geweckt werden-, und er ist abends wenn die Kinder im Bett sind meistens zu müde dafür...

Das mit dem allgemein unzufrieden sein hatte ich auch schon mal vermutet, er meint aber das sei es nicht. ich wüsste auch nicht was daran zu ändern wäre, Kinder, Haus und ich sind ja nunmal jetzt da, und der Wunsch nach dem zweiten Kind ging auch mehr von ihm aus als von mir. Seinen Job macht er glaub ich gerne. Aber kann natürlich schon sein dass ihn das überfordert und stresst. arbeiten gehe ich übrigens ab november auch selber wieder.

Das andere Kind ist zwei. Ja, ich glaube, im Prinzip müssen wir uns mehr Zeit zu zweit nehmen, das kam bislang eher so1x pro Monat nur vor wenn meine Mutter mal aufpasste. Das können wir aber sicher mehr machen, und diese Abende waren auch immer schön gewesen. vielleicht hatte ich unterschätzt wie sehr ihm das fehlt weil ich mich selber in gedanken schon um die kinder so viel sorge (zB auch ob der "Große" sich zurückgesetzt fühlt wegen des Babys, er ist seitdem nämlich auch superanhänglich) dass ich nicht so sehr daran gedacht wie er sich damit fühlt..

Vielen Dank jedenfalls für die Tipps und auch die PN mit dem Gedanken dass er die Kritik vielleicht äußert weil er Aufmerksamkeit will und nicht weil er mich so ätzend findet fällt es mir jedenfalls auch leichter auf ihn zuzugehen...

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16. Juli 2014 um 12:04

Was
Ist denn bitte ungewöhnlich daran, ein 7 Monate altes Baby zu stillen?
Und wo soll es denn schlafen, wenn nicht im Schlafzimmer?
Normalerweise wollen Eltern auch nachts gern mitbekommen, ob mit dem Nachwuchs alles ok ist oder nicht.
Was zum Teufel hat das mit überhaupt mit der Beziehung zu tun?
Warum muss Frau dafür sorgen, dass der Mann zufrieden ist ?
Und das Baby soll zurückstecken?

Ich glaube man kann von einem Vater durchaus erwarten, seine Bedürfnisse während der kuzen babyzeit mal ein klein wenig zurück zu schrauben.
Mütter müssen in dieser zeit auch auf vieles verzichten.
Ich bin zwar auch der Meinung, dass es enorm wichtig ist, paar zu bleiben, aber darunter verstehe ich nicht, die wünsche meines Mannes über alles andere zu stellen.
Paar sein bedeutet nicht, dem Holden von morgens bis abends den @rsch zu pudern.
Und baby hin oder her... Ich hätte auch keinen Bock mich von jemandem poppen zu lassen, der mich den ganzen Tag kritisiert und beleidigt.
Und das würde ich ihm auch so sagen. Dass nicht die Kids mich vom "Lust haben" abhalten, sondern er selbst, durch sein verhalten.
Mir würde es sehr schwer fallen, meinen Mann anziehend zu finden, wenn er sich wie ein drittes Kind aufführt. "Aber Mama, ich WILL JETZT spielen. Keine zeit für mich? Ich hasse dich, du nervst, immer spielst du mit dem Baby..."
Ja... Sehr männlich !

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