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Nach 9 Jahren Fernbeziehung zusammengezogen...

7. März 2007 um 22:37

Hallo,

schön, dass ich dieses Forum gefunden habe! Ich möchte gerne meine kleine Leidensgeschichte loswerden:
1996 habe ich (aus dem Raum Stuttgart) einen Mann (Raum Frankfurt) im Internet kennengelernt. 1997 haben wir dann auch angefangen uns zu treffen und sind dann auch ein Paar geworden. Darauf folgten über 9 Jahre Fernbeziehung. Man sah sich meistens am Wochenende, Feiertagen, im Urlaub. Es war eine schöne Zeit, wir verstanden uns super, haben viele gemeinsame Interessen. Der Wunsch nach Zusammenziehen stand immer im Raum, mal mehr, mal weniger, ich habe auch 2 Jahre intensiv nach einer Stelle in Frankfurt gesucht (im Jahr 2000/2001), aber es hat einfach nicht sollen sein. Und so verrann die Zeit... Ende letzten Jahres ergab sich dann endlich die Möglichkeit, dass ich zu ihm in seine Wohnung ziehen konnte (ich hatte mich inzwischen selbständig gemacht und war dadurch in der Wahl meines Wohnortes flexibler). Und im Februar war es dann so weit. Wir wussten beide vorher, dass es nicht einfach werden würde. Aber mein Freund ist offenbar gar nicht damit klar gekommen und hat mich nach 3 Wochen rausgeworfen und mit mir Schluß gemacht (das war letzten Sonntag). Er sagt, dass er nicht mehr weiss, ob seine Liebe für eine Beziehung reicht, und dass er sich an vielen Kleinigkeiten bei mir stört. Tja, und ich bin jetzt so ziemlich am Boden, Selbstwertgefühl ade. Ich hatte das nicht kommen sehen, fühle mich vera...t, weil es meinem Freund vielleicht auch hätte einfallen kommen, bevor ich zu ihm gezogen bin. Dadurch ist das nicht nur ein emotionales, sondern auch ein finanzielles Desaster für mich geworden. Und gemessen an der Länge unserer Beziehung finde ich auch nicht, dass man nach 3 Wochen sagen kann, man hätte es wirklich versucht.
Was jetzt meine konkrete Frage ist? Weiss ich nicht, eigentlich wollte ich das nur irgendwie los werden. Eigentlich frage ich mich nur, ob da überhaupt noch was zu retten wäre, ob das überhaupt gut gehen kann, wenn man schon neun Jahre in einer Fernbeziehung gelebt hat. Schliesslich macht man es sich nach den ersten Jahren des Vermissens und Zusammenseinwollens auch irgendwie gemütlich in der Situation und lernt auch die guten Seiten zu schätzen. Ich liebe ihn und er mich irgendwie auch noch, aber vielleicht muss man auch irgendwann mal zugeben, dass man den Zug verpasst hat? Gibt es überhaupt noch jemanden, der so lange eine glückliche Fernbeziehung geführt hat?

Liebe Grüße, AnnaStesia

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8. März 2007 um 2:19

Hallo
mitleid bringt dich zwar nicht weiter, aber leid tust du mir schon. bist in "seine" stadt gezogen und nach drei wochen der rauswurf aus der beziehung. war es etwa nur die falsch ausgedrückte blendamed???
ich hab auch ne fernbeziehung allerdings erst fast zwei jahre und wir wollen demnächst auch zusammen ziehn. ich bin ja eine große vertreterin der freiräume auch wohnlich, also eingenes zimmer und so. weiß auch nicht was da dann so auf mich zukommt, wenn man sich wirklich so gut wie jeden tag sieht und ob wir es schaffen dem wahrscheinlich doch oft grauen alltag immer farbe zu geben.
dass er dich allerdings nur noch irgendwie liebt und du ihn liebst... klingt nicht nach einer guten basis für einen neuanfang, abgesehen vom scherbenhaufen der ja auch erstmal weggefegt sein will, oder?
hoffentlich springt die platte vom blues für dich bald weiter auf was besseres und du kannst auch den frühling und die blumen die da kommen etwas genießen. kack metapher, hatte grad keine bessere.
alles gute

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12. März 2007 um 11:31

Danke!
Hallo ihr beiden,

ich danke Euch ganz herzlich für die lieben und aufmunternden Worte!
Vor allem die Geschichte von treuemaus gibt mir doch Hoffnung, dass es - mit viel gutem Willen und Durchhaltevermögen - klappen kann, auch nach längerer Fernbeziehung. Da kann ich nur sagen, Respekt! Ich wünsche Euch beiden auch weiterhin so viel Glück und Liebe.
Und Dir, wellenmeer, wünsche ich einfach nur "toi toi toi", wenn Du mit Deinem Feund zusammenziehst. Wartet nur nicht zu lange damit. Die räumliche Trennung hat zwar auch viele angenehme Seiten, aber letzten Endes will wohl kaum jemand sowas bis ans Ende seiner Tage führen (behaupte ich jetzt einfach mal so). Und je eher man es mit dem Zusammenleben versucht, desto eher findet man auch gegebenenfalls heraus, dass es eben doch nicht hinhaut. Ansonsten vergeudet man Jahre damit, sich mit irgendwelchen Zukunftsträumereien zu vertrösten... Bei uns war's übrigens nicht die Blendamed, sondern der nicht heruntergeklappte Klodeckel, aber das nur am Rande

Tja, zu meiner eigenen Situation kann ich momentan nur sagen, dass ich das Thema größtenteils verdränge, um meinen Alltag und vor allem meine Arbeit bewältigen zu können. Ich hatte jetzt seit 6 Tagen keinen Kontakt zu meinem "Ex" und werde auch keinen suchen, da die Trennung ja von ihm kam, mit den üblichen Worten wie "Abstand" usw. Er hat mich nur per kurzer Mail gebeten, meine Zelte bei ihm noch nicht ganz abzubrechen (habe ja noch ein Büro dort laufen) und ihm 2 Wochen Bedenkzeit zu geben. Ich werd Euch darüber auf dem Laufenden halten - nicht, dass ich glauben würde, Euch interessiert das, aber es tut einfach gut, seinen Frust irgendwo niederzuschreiben Solltet Ihr nix mehr von mir lesen, bin ich im neuen wiederbelebten Liebesglück

Liebe Grüße, AnnaStesia

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19. März 2007 um 17:29

Endgültiges Aus
Also kurzgefasst ist es jetzt so gewesen, dass mein Freund sich nochmal 2 Wochen Bedenkzeit erbeten hatte und mir eben am Telefon bestätigt hat, dass es endgültig aus ist. Er wünscht sich, dass wir Freunde bleiben, was ich ihm auch abkaufe, da wir wirklich viele gemeinsame, zum Teil auch exotische Interessen haben. Gesehen haben wir uns nicht mehr, er macht das lieber für sich allein aus und für mich ist es vielleicht auch besser so. Wenn sich meine Wut und Enttäuschung gelegt haben, kann ich ihn vielleicht auch als Freund akzeptieren.

Ich denke auch, dass Du mit der Angst nicht ganz unrecht hast. Aber ich glaube auch nicht, dass es sich lohnt, um eine Liebe zu kämpfen. Ich wäre dazu bereit gewesen, wenn er nicht Schluß gemacht hätte und selbst auch dazu bereit gewesen wäre, aber dazu fehlt ihm nach eigener Aussage die Kraft. Ich denke, dass man Reisende ziehen lassen muss, und wenn er denkt, dass er sein Lebensglück nur ohne mich findet, muss ich das eben hinnehmen. Ein Neuanfang kann dann nur klappen, wenn auch von ihm die Einsicht kommt, dass er toleranter sein muss - ich kann mich schliesslich auch nicht verbiegen für ihn.

Insgesamt habe ich wohl den (typisch weiblichen?) Fehler gemacht, dass ich mein Leben auf ihn ausgerichtet habe. Mit ihm Zusammenzuziehen war immer mein erklärtes Ziel und viele meiner Lebensentscheidungen beruhten darauf. Und als es dann endlich so weit war, haben wir das auch gar nicht hinterfragt oder großartig besprochen. Tja, und er befindet sich halt in einer Phase, wo er seinen Weg sucht, und dann platz ich dann noch in sein geordnetes Leben und gebe ihm das Gefühl, ihm das letzte Stück Freiraum zu nehmen.

Naja, ich liebe ihn und ich wünsche ihm wirklich alles Gute für seinen Weg. Aber in mir drin ist es wirklich zappenduster, und ich kann nicht mal erahnen, wo der Lichtschalter ist. Vielleicht ist das ganz normal, ich habe so eine Trennung noch nie durchgemacht. Für mich scheinen diese 9 Jahre einfach verloren zu sein, weil ich an etwas geglaubt hatte, was nicht war oder nicht sein sollte. Und es war ja auch nicht immer einfach. Ich zweifle an mir, ob ich das nicht eher hätte merken sollen und mir dann einiges erspart geblieben wäre, oder ich meinen Weg konsequenter hätte gehen können. Jetzt bin ich 32 und werde auch nicht mehr hübscher oder anspruchsloser oder erträglicher. Irgendwie habe ich keine Hoffnung mehr, das da noch was kommt. Wenn ich morgens aufwache, weine ich entweder oder bleibe apathisch liegen, weil ich nicht weiss, wozu ich überhaupt aufstehen soll. Aber das gehört wahrscheinlich eher ins Trennungsforum

Nochmal vielen Dank für die lieben Worte und Ratschläge!

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31. März 2007 um 23:03

Fernbeziehung ...
Liebe Anastesia ,
ich kann dir jetzt nicht wirklich helfen , ich kann nur sagen ich habe seit 2 Jahren selber eine Fernbeziehung , im Moment ist es noch gut so wie es ist , nur merke ich langsam das ich eigentlich mehr will , aber zwischen uns liegen ca. 280 km und da mal schnell vorbei fahren das geht halt nicht , meine Bedenken sind genau die , die du erlebt hast , wenn wir zu lang warten um etwas an der Situation zu ändern, das es dann durch die jahrelange Gewohnheit sich nur am Wochenende zu sehen, man sich im Alltagsleben nicht kennt , also wenn dann müßte ich zu ihm ziehen , fernab von allen Freunden und Familie , das macht mir irgendwie Angst , noch dazu weiß ich gar nicht ob er das überhaupt will , also so eine Fernbeziehung ist zwar einerseits schön , weil man nur die schönen Stunden miteinander verbringt , aber die Frage ist ja , wie soll man so eine Beziehung fortführen , das sie Bestand hat.... an alle die eine Fernbeziehung führen ( und Autobahn geplagten , seufz) es wäre nett mal im Kontakt zu bleiben und Erfahrungen auszutauschen .... gruß Nicola

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10. April 2007 um 10:23
In Antwort auf mercy_12259817

Endgültiges Aus
Also kurzgefasst ist es jetzt so gewesen, dass mein Freund sich nochmal 2 Wochen Bedenkzeit erbeten hatte und mir eben am Telefon bestätigt hat, dass es endgültig aus ist. Er wünscht sich, dass wir Freunde bleiben, was ich ihm auch abkaufe, da wir wirklich viele gemeinsame, zum Teil auch exotische Interessen haben. Gesehen haben wir uns nicht mehr, er macht das lieber für sich allein aus und für mich ist es vielleicht auch besser so. Wenn sich meine Wut und Enttäuschung gelegt haben, kann ich ihn vielleicht auch als Freund akzeptieren.

Ich denke auch, dass Du mit der Angst nicht ganz unrecht hast. Aber ich glaube auch nicht, dass es sich lohnt, um eine Liebe zu kämpfen. Ich wäre dazu bereit gewesen, wenn er nicht Schluß gemacht hätte und selbst auch dazu bereit gewesen wäre, aber dazu fehlt ihm nach eigener Aussage die Kraft. Ich denke, dass man Reisende ziehen lassen muss, und wenn er denkt, dass er sein Lebensglück nur ohne mich findet, muss ich das eben hinnehmen. Ein Neuanfang kann dann nur klappen, wenn auch von ihm die Einsicht kommt, dass er toleranter sein muss - ich kann mich schliesslich auch nicht verbiegen für ihn.

Insgesamt habe ich wohl den (typisch weiblichen?) Fehler gemacht, dass ich mein Leben auf ihn ausgerichtet habe. Mit ihm Zusammenzuziehen war immer mein erklärtes Ziel und viele meiner Lebensentscheidungen beruhten darauf. Und als es dann endlich so weit war, haben wir das auch gar nicht hinterfragt oder großartig besprochen. Tja, und er befindet sich halt in einer Phase, wo er seinen Weg sucht, und dann platz ich dann noch in sein geordnetes Leben und gebe ihm das Gefühl, ihm das letzte Stück Freiraum zu nehmen.

Naja, ich liebe ihn und ich wünsche ihm wirklich alles Gute für seinen Weg. Aber in mir drin ist es wirklich zappenduster, und ich kann nicht mal erahnen, wo der Lichtschalter ist. Vielleicht ist das ganz normal, ich habe so eine Trennung noch nie durchgemacht. Für mich scheinen diese 9 Jahre einfach verloren zu sein, weil ich an etwas geglaubt hatte, was nicht war oder nicht sein sollte. Und es war ja auch nicht immer einfach. Ich zweifle an mir, ob ich das nicht eher hätte merken sollen und mir dann einiges erspart geblieben wäre, oder ich meinen Weg konsequenter hätte gehen können. Jetzt bin ich 32 und werde auch nicht mehr hübscher oder anspruchsloser oder erträglicher. Irgendwie habe ich keine Hoffnung mehr, das da noch was kommt. Wenn ich morgens aufwache, weine ich entweder oder bleibe apathisch liegen, weil ich nicht weiss, wozu ich überhaupt aufstehen soll. Aber das gehört wahrscheinlich eher ins Trennungsforum

Nochmal vielen Dank für die lieben Worte und Ratschläge!

Es geht vorbei
ich kenne das gut. ich bin ein mann und kenne beide situationen. er muss lernen daß man in einer beziehung nicht leben kann als ob man alleine ist. er hat angst davor und war nicht mutig oder reif genug - sehr typische männergeschichte. 32 ist ein tolles alter, die zeit war nicht umsonst und du wirst weitergehen. schmerz vergeht , neues glück kommt - und vielleicht wird ihm ja mal was klar. viel glück.

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