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Nach 33 Jahren das Aus!

29. Dezember 2007 um 10:17 Letzte Antwort: 29. Dezember 2007 um 18:46

Ich muss jetzt einfach meine Situation und meine Gefühle niederschreiben, sonst springe ich noch aus dem Fenster.

Ich habe meine Frau vor 33 Jahren kennengelernt. Nach 2 Jahren sind wir zusammengezogen und haben 1980 geheiratet. Unsere beiden Kinder (Sohn 27 Jahre, Tochter 25 Jahre) sind Wunschkinder. Sie leben derzeit wg. Studium bzw. Arbeitsplatzsuche noch zuhause. Vorgestern hat mir meine Frau eröffnet, dass sie seit ca. 5 Jahren einen Freund hat, mit dem sie jetzt zusammenleben will. Sie wird Ende Januar ausziehen.

Ich bin fix und fertig, fühle mich, wie ich es in einem anderen Thread gelesen habe, wie ein "alter Putzlumpen", der jetzt entsorgt werden soll. Ich weiss, dass in unserer Beziehung nicht immer alles eitel Sonnenschein war - zu einer Beziehung und auch zu deren Trennung gehören immer zwei, da gibt es keine Verantwortung oder Schuld nur für einen Partner.

Meine Frau hat in einer Zeit, die zugegegen etwas schwierig war (sie hatte 2001 ihren Arbeitsplatz verloren und wir mussten uns finanziell doch etas nach der Decke strecken, auch wenn ich im Verhältnis recht gut verdiene), ihren Jugendfreund wiedergetroffen, und vor ca. 5 Jahren ein Verhältnis zu ihm begonnen. Sie möchte jetzt zu ihm ziehen.

Ich fühle mich total enttäuscht und hintergangen. Wenn ich daran denke, wie oft sie sich in den letzten Jahren angeblich mit Freundinen getroffen hab will (Freitagabend, Samstagnachmittag) und wie oft ich sie zu diesen Treffen auch noch hingefahren habe und mich für sie gefreut habe, dass sie nicht in unseren 4 Wänden "verkümmert", ihr die Decke auf den Kopf fällt, dann wird mir ganz übel.

Bei der Trennung sagte sie mir, dass sie in den letzten Jahren gekämpft habe.
Ich sehe nur nicht, dass sie mit MIR um unsere Beziehung gekämpft hat. Der Kampf hat sich wohl zwischen den Punkten "Absicherung - Beziehung zu unseren Kindern - Beziehung zu ihrem Freund" zugetragen. Nachdem sie nach mehr als 6 Jahren Arbeitslosigkeit einen neuen Job gefunden hat, hat sich das Problem "Absicherung" erledigt. Gleiches gilt durch das Erwachsenwerden unserer Kinder. Damit bleib wohl nur noch die Frage "Freund oder Ehemann" und auch dieses wurde gelöst.

Meine Gefühlswelt ist wie eine Achterbahn. Auf der einen Seite liebe ich meine Frau immer noch und wünschte mir nichts sehnlicher, als dass sie wieder zurückkommen möge. Auf der anderen Seite sagt mir mein Verstand, dass das wohl gänzlich illusorisch ist und bleibt - wie soll ich mit ihr weiter zusammenleben, wenn sich sich zukünftig wieder mit einer "Freudin" treffen will? Wie komme ich mit dem Albträumen zurecht, mit der Angst, dass alles wieder in die Brüche geht?

Ich bin seelisch am Ende - wie kann man 33 Jahre Beziehung einfach so entsorgen und einen ernsthaften Versuch ausschließen, eine sich sicherlich vom Bereich "feurige Liebe" zum Bereich "vertrauensvolles, fürsorgliches Zusammenleben" entwickelndes Verhältnis, zu retten?

Ich habe gelesen, dass die unterschiedlichen Phasen einer Trennung oft Jahre dauern und davor habe ich Angst. Wie soll ich mit einem Gefühlssturm, so wie ich ihn derzeit erlebe, noch Jahre überstehen?

Richard

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29. Dezember 2007 um 11:25

Hallo Richard
meine Beziehung begann in meinem 20-sten Lebensjahr. 1990 heirateten wir, bekamen Kinder, bauten ein Haus. Ganz klassisch. Insgesamt waren wir 23 Jahre zusammen mit Höhen und Tiefen. Seit Ende August hat er eine Freundin und ist zu ihr gezogen. Inzwischen sind wir beide bei Anwälten und sind nicht mehr in der Lage miteinander zu reden. Mein Mann hat auch nichts versucht zu retten. Er stellte mich einfach vor vollendete Tatsachen. Aus meiner Sicht ist es für ihn einfacher sich etwas Neues zu suchen als sich mit mir und dem Familienleben auseinanderzusetzen. Warum das so ist? Keine Ahnung. Ich schwanke zwischen den Gefühlen die da waren und dem sich entwickelnden Hass der sich langsam einstellt. Versuche im hier und jetzt zu leben. Irgendwann wird's besser. Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht.
Winterabend

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29. Dezember 2007 um 13:35

Hallo Richard,
lerne loszulassen. Ich weiß, dass das schwer ist, aber besser sich irgendwelchen Illusionen oder Wunschvorstellungen hinzugeben.

Stell Dir nicht die Frage, wie es wäre mit ihr weiterzuleben, sondern vielmehr die Tatsache zu erkennen, dass es ohne sie jetzt funktionieren muss.

Sie hat sich nicht einen kleinen "Fehltritt" geleistet, sondern hat seit 5 Jahren ein Verhältnis. Alleine diese Tatsache und das Vorhaben auszuziehen zeigt, dass sie ihren Weg gehen wird.

Du wirst auch Deinen Weg gehen müssen verbunden mit allen emotionalen Phasen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld.

LG

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29. Dezember 2007 um 14:08

Hast Du während dieser Zeit
nichts bemerkt? Ich meine, irgendwie etwas geahnt oder vermutet?

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29. Dezember 2007 um 15:57
In Antwort auf shae_11961872

Hast Du während dieser Zeit
nichts bemerkt? Ich meine, irgendwie etwas geahnt oder vermutet?

Danke an alle...
Ich danke Euch allen für Eure Solidarität, die aufmunternden und tröstenden Worte.

Ich habe gerade gelesen, dass Lernen unter Schmerzen besonders effektiv sein soll. Wenn es danach geht, hab ich in den letzten beiden Tagen schon verdammt viel gelernt.

Es ist aus meiner Sicht eindeutig, dass auch ich an dem Scheitern meiner Beziehung Schuld bin. Ich habe wohl zu wenig mit meiner Frau gesprochen, besonders über "Probleme", die sich im Laufe der Jahre in unsere Beziehung eingeschlichen haben. Auf der anderen Seite wäre es mir persönlich nie in den Sinn gekommen, die Beziehung ohne deutliche erkennbare Vorwarnung zu beenden (in dem Sinn: Für mich ist dieses und jenes ein erhebliches Problem. Wenn wir es nicht gemeinsam lösen können fürchte ich um unsere Beziehung.....). Sie hat mir keine Chance gegeben sondern sich schlichtweg in die Arme eines andere geflüchtet.

Gemerkt habe ich den 5 Jahren, in denen sie ihren Jugendfreund "besucht" hat leider nichts. Ich hatte ein solides Urvertrauen in meine Frau und wäre nie auf den Gedanken gekommen, ihr in irgendeiner Art und Weise nachzuspionieren. Vielleicht bin ich etwas zu blauäugig (oder auch dumm).

Viele Grüße und nochmals besten Dank (ich fühle mich durch Eure Beitrage nicht mehr so alleine)

Richard

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29. Dezember 2007 um 18:46

Ja, so gehts,
lieber Richard...
Hab schon einmal hier geantwortet, wie man daraus ersehen kann, hat mich das Thema trotz der langen Zeit der Trennung nie ganz verlassen.
Ich kann dir nach 23jähriger Beziehung-Ehe nur sagen, dass ich heute noch keinen Tag habe, an dem ich nicht daran denke, wie es war mit ihm, warum es auseinander ging und warum dieser Betrug.Getrennt bin ich fast fünf Jahre........
Was ich dir aber bezüglich deiner Ängste übder die Trauer versichern kann:
Es wird immer besser. Ich lebe ein erfülltes Leben, habe wieder einen Freund, wenn ich da auch noch nicht so viel Nähe zulassen kann.
Einiges ist nach der Trennung besser geworden, meine zwei Mädchen sind auf einem guten Weg , habe viele nette leute kennen gelernt.
Was ich dir raten kann:
Trauer, weine, schimpf, hasse sie, liebe sie, such nicht krankhaft was neues.Lass dir Zeit.Und wenn sie den Weg wirklich nochmal zurück gehen wollte(wobei ich nach so einer langen Zeit des Betruges da meine Zweifel habe, ob dass gut ginge), dann eh nur, wenn du deine innere Ruhe und deinen Stolz zurück hast.
Halte dich an die angenehmen Dinge, ein Glas Wein, deine Kinder, ein schöner Film/Buch, alles Kleinigkeiten, aber so wichtig.
Es tut so weh und geht wohl auch nie ganz vorbei.Aber ich sehe es so:
Der Mensch, den ich geliebt habe, der ist tot.Den gibt es nicht mehr.Und wie um einen geliebten Toten trauer ich auch heute noch.der Mann, der da jetzt ist, hat nichts mehr mit meinem geliebten Mann zu tun.
Das alles hilft mir.

Ich wünsch dir viel Kraft und Glück .

Ulla

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