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Nach 20 Jahren hat mein Mann eine Geliebte - neuer Lagebericht

4. November 2008 um 11:30

Hallo an alle, die mir so tröstlich zur Seite gestanden haben.

Ich war wirklich überwältigt, auf wieviel Resonanz ich mit meinem Hilferuf gestoßen bin. Danke noch einmal dafür.

Hier möchte ich nun einmal berichten, was sich in der letzten Woche so getan hat, damit alle Fragen beantwortet sind:

Mein Mann hat sich nun endgültig von seiner Geliebten getrennt, d. h. er hat alle seine Sache bei ihr abgeholt und seinen Schlüssel abgegeben. Er sagt, es wäre sein größter Fehler im Leben gewesen, sich auf sie eingelassen zu haben und vor allem diese Affäre so weit getrieben zu haben. Aber ab einem bestimmten Punkt hatte sich das ganze wohl verselbstständigt.Die Beziehung wurde fester und somit der Druck größer, eine Entscheidung zu treffen. Da ich immer vehement darauf bestanden habe, dass ich meinen Mann sofort verlassen würde, wenn so etwas passsierte, hatte er Angst, mir die Sache zu beichten. Irgendwann ging er einfach davon aus, dass wir keine Chance mehr hätten. Natürlich sah er in der anderen auch die Möglichkeit, noch einmal von vorne anzufangen (ohne Belastungen durch Haus und Kinder) - Mitlife Crisis???

Er hat mich die ganze Zeit über geliebt, fühlte aber nicht mehr mein Interesse an ihm und seinen Belangen. Oft musste er wohl hinten anstehen und kam erst nach den Kindern und allen Verpflichtungen, die man halt so hat. Wir hätten viel früher reden müssen, denn auch ich fühlte mich oft vernachlässigt. Dadurch, dass wir in den letzten Tagen eigentlich ununterbrochen geredet haben, hat sich vieles geklärt und wir sind sicher, dass wir es schaffen können. Mein Mann sagt mir immer wieder, wie sehr er mich liebt und wie toll er es findet, dass ich so reagiere (er meint, er könne es nicht in einer solchen Situation).

Was hinzukommt, ist auch, dass es in der Parallelbeziehung vermutlich schon etwas kriselte, als es zu unserer Aussprache kam. Er vermisste bei ihr Eigenschaften, die ich habe (mein liebevolles Wesen, die Intelligenz, meine Hilfsbereitschaft usw.). Jetzt sagt er des öfteren, dass es vermutlich nicht gutgegangen wäre, wenn er bei ihr eingezogen wäre.

Schlimm ist nur, dass die Frau in der gleichen Firma arbeitet. Sie sehen sich zwar kaum und sprechen überhaupt nicht mehr miteinander (da sie ja verständlicherweise ziemlich sauer auf ihn ist - komisch, Wut habe ich weder auf ihn noch auf sie, da sind eigentlich nur Trauer und Enttäuschung), aber die Angst bleibt, dass sie ihn nicht verlieren möchte, und auch um ihn kämpft.

Ich hoffe inständig, dass unser Neubeginn klappt. Ich liebe meinen Mann trotz allem sehr und glaube, dass man eine Beziehung, die länger als mein halbes Leben dauert, nicht einfach abschreiben sollte. Jeder Tag bietet eine neue Chance, sein gesamtes Leben zu verändern. Drückt mir die Daumen.

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4. November 2008 um 20:59

Hallo
Unsere Geschichte sind ja sehr, sehr ähnlich wie Du weißt !
Und deshalb drücke ich mal ganz feste die Daumen, dass es gelingen wird.

Unser Neubeginn liegt nun fast 4 Monate zurück.
Eine sehr emotionale Zeit mit vielen Höhen und Tiefen was meine Verfassung anbelangt.
Bei uns war es ja ebenfalls die Arbeitskollegin und mein Mann "mußte" nach dem Tag X noch 4 Wochen dort weiterarbeiten ( Kündigungsfrist ).
Für mich war diese Zeit der absolute Horror und ich bin ständig an den Rand meiner Belastbarkeit gestoßen. Überstanden habe ich diese Zeit nur durch die Hilfe meines Mannes. Denn der hat sich unglaublich bemüht mir Sicherheit und Glaube zu vermitteln, glaube an uns.
Als der letzte Arbeitstag anstand, ist mir ein Felsbrocken von der Seele gefallen.
Endlich einen Strich drunter ziehen.

Ich weiß ehrlich gesagt ob ich es geschafft hätte , wenn mein Mann weiterhin jeden Tag zu dieser Arbeit gefahren wäre, wo sie ebenfalls sitzt.
Zu groß wäre meine Angst und mein Mißtrauen gewesen.
Für meinen Mann war die Kündigung ein riesen Schritt. Und für mich ein großer Beweis seiner Liebe zu mir.
Wir fangen beruflich und finanziell wieder ganz weit unten an, vom gut bezahlten Geschäftsleiterjob zum Risiko einer Selbständigkeit, die ohne Grundkapital startet.

Aber anders wäre es nicht gegangen, und das wußte mein Mann sofort.


Deshalb hoffe ich für Euch, Du findest einen Weg ihm zu vertrauen.

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7. November 2008 um 20:11

@muckelchen
Ja, viele Geschichten hier gleichen sich.

Auch mein Mann und ich haben den Neuanfang gewagt. Das ist jetzt 2 Mo. her. Auch bei ihm ist es eine Arbeitskollegin. Gott sei Dank sieht er sie nicht so oft, da sie in zwei verschiedenen Standorten arbeiten und die Frau nächstes Jahr auch noch die Firma wechseln wird. Aber mal ganz ehrlich, was er im Geschäft macht, hab ich doch nicht in der Hand. Er kann jeden Tag mit ihr mailen und telefonieren, wann er Lust hat, ohne daß ich es merke.

Am Anfang des Neuanfangs ging es mir wirklich schlecht. Ich hatte nur das heulende Elend. Und er hatte auch schlechte Laune, da er sich von ihr emotional nicht lösen konnte. Und dann hab ich mir irgendwann gesagt, was mach ich hier eigentlich. Ich hab keine Lust mehr auf schlechte Laune und Geheule. Ich zeig ihm jetzt wie stark ich bin und daß ich auch ohne ihn kann (wir haben übrigens zwei Kinder mit 8 und 5 Jahren).

Und seit diesem Tag gehts mir wunderbar. Ich zeige ihm, daß ich ihn liebe, daß ich ihm verziehen habe und daß ich an meinem Vertrauen arbeite. Am Anfang hab ich gemerkt, wie verwirrt er durch meine positive Reaktion ist. Ich mußte jeden Tag in mich rein grinsen, weil er überhaupt nicht begriff, was vorging. Aber es hat auch ihm gut getan. Er merkt, daß ich stark bin und aber auch, daß ich mir nicht mehr alles von ihm gefallen lasse. Ich war vorher ein sehr harmoniesüchtiger Mensch, hab nie gestritten und so. War vielleicht auch nicht gut.

Im Februar fliegen wir für ein paar Tage nach Las Vegas. Weil wir die Stadt wirklich beiden lieben. Ich glaube, wenn wir dort angekommen sind, haben wir es geschafft.

Ich wünsche Dir viel Kraft für den Neuanfang und laß Dich von ihm nicht runterziehen. Besinn Dich auf Dich, Deine Stärken und Deine Bedürfnisse. Und wenn Ihr BEIDE das wirklich wollt, dann schafft ihr das auch. Laß Dir von niemand was anderes einreden.

Machs gut
Gruß
Karlene

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