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Nach 20 Jahren Ehe kaputt

5. Oktober 2010 um 9:16

Hallo .... wir sind 20 Jahre verheiratet, haben eine Tochter 12 J. und waren im Sommer noch gemeinsam im Urlaub. Bis dahin schien für mich die Welt noch in Ordnung zu sein. Doch kaum 2 Wochen zu Hause, ist sie mit einem anderen ins Bett gestiegen was ich dann nach dem 2. Mal herausbekommen habe.
Völlig aufgelöst und voller Schuldgefühle gestand sie mir auch den "Seitensprung", dabei kam dann auch heraus dass sie vor 14 Jahren schon einmal mit ihm im Bett war.
Wie in fast allen langen Ehe gibt es Höhen und Tiefen, bei uns ist es so gewesen, dass sie immer arbeiten gegangen ist und ich mich um meine Tochter gekümmert habe. Nebenher war ich selbständig was aber nicht viel eingebracht hat außer viel Stress und Ärger. Wir haben beide das Kind verwöhnt, wobei ich denke, dass meine Frau dadurch dass sie den ganzen Tag nicht da war, es zum Abend hin übertrieben hat. Sie hat unsere Tochter bis vor kurzem noch immer ins Ehebett geholt zu kuscheln.
Die ersten Tage nach dem Seitensprung haben wir sehr viel miteinander gesprochen und habe selbst herausgefunden warum die Ehe in die Brüche gegangen ist. Wir haben uns vergessen, obwohl wir sehr viel zusammen unternommen haben. Das wichtigste war immer das Kind. Wir haben beschlossen der Ehe eine Chance zu geben und haben einen Termin bei einer Eheberatung gemacht.
Dort angekommen wollte sie von einer Rettung der Ehe nichts mehr wissen und nachdem meiner Frau dann gesagt wurde, dass ich ja die Bezugsperson für das Kind sei, da ich mich ja die ganze Zeit um das Kind gekümmert habe, war alles aus.
Nach einigen Gesprächen sind wir wieder zum Punkt der Eherettung gekommen, was sich allerdings täglich wieder änderte.
Von Tag zu Tag wurde aus mal sehen wie es sich entwickelt bis zur räumlichen Trennung.
Wir haben dann eine räumliche Trennung beschlossen um erst einmal Luft zu bekommen.
Was mich so fertig macht ist dass sie immer wieder betont, dass ich ihr nicht egal bin, dass sie sich ein Leben ganz ohne mich nicht vorstellen kann. Anfangs kam sie auch noch morgens und umarmte mich, was mir einen kleinen Funken Hoffnung machte. Aber kaum von Arbeit zurück war es genau das Gegenteil. Kaum ein Tag an dem wir uns nicht verbal angehen. Leider bekommt das Kind sehr viel mit.
Mal bin ich ein Schmarotzer dann kommt der Vorschlag doch nochmal zur Eheberatung zu gehen und sie macht sich doch Sorgen um mich dreht sich um und schreibt eine Liebes SMS an den anderen.
Ich fühle mich ehrlich gesagt wie ein Putzlumpen der seine Arbeit getan hat und jetzt nicht mehr gebraucht wird.
Nicht nur das die Ehe kaputt ist, auch die 12 Jahre mit meiner Tochter sind auf einen Schlag vorbei. Da ich leider kaum soziale Kontakte habe und mich auch keinem so richtig anvertrauen kann ist es im Moment die Hölle. Sie wird natürlich durch ihre Freundinnen in ihrem handeln voll unterstützt.
In unserem Bekanntenkreis haben sich in diesem Jahr die ein oder andere vom Mann getrennt und sind jetzt ja so glücklich, das will sie auch

Ich finde mich jetzt langsam damit ab, dass ich ein neues Leben anfangen muss, da ich mit den Stimmungsschwankungen überhaupt nicht umgehen kann. Morgens Hüh und abends Hot.
Da wir z.Z. aber immer noch in einer Wohnung wohnen und ich natürlich alles mitbekomme wie SMS schreiben ( jaja die Freundin hat mal wieder geschrieben - ich bin ja blöde) und die Übernachtungen bei ihm, komme ich aus dem Tief nicht heraus. Habe mittlerweile angefangen meine paar Sachen in Kartons zu packen, da kommt dann der Spruch ich solle das doch bitte machen wenn sie nicht da ist weil es für sie ein schrecklicher Anblick sei.
Leider ist es nicht so leicht eine für mich bezahlbare Wohnung zu finden, die nicht allzu weit weg liegt, da meine Tochter täglich kommen will.

Wenn ich mich stellenweise etwas unklar ausgedrückt haben sollte .. einfach nochmal nachfragen, bin z.Z. psychisch am Ende.

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5. Oktober 2010 um 19:29

Da scheint
nichts mehr zu retten zu sein.
Zieh so schnell wie möglich aus,
auch wenn es Dir schwer fällt.
Du gehst sonst total vor die Hunde.
Mit dem Auszug zeigst Du ihr, das Du doch noch zum eigenen Handeln fähig bist.
Wenn es an Geld mangelt, such Dir eine Arbeit,
was nützt Selbstständigkeit, wenn man nicht davon leben kann?

Viel Glück!

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5. Oktober 2010 um 19:46

Ich kann sehr gut verstehen...
...wie Du dich fühlst.
Nun mußt Du dir aber klar darüber werden warum es derzeit so ist, wie es ist. Deine Holdeste ist sich wahrscheinlich der Sache mit ihrem neuen Macker nicht sicher. Hmmm, nun könnte es ihr ja passieren das sie mit einem Mal zwischen allen Stühlen sitzt. Ist ja auch doof: Ihre Ehe in die Tonne treten und dann klappt es mit dem Anderen doch nicht. Ob dies jetzt bewußt oder unbewußt bei ihr abläuft, weiß ich nicht. Deshalb versucht sie dich warm zu halten. Ob da noch Liebe ihrerseits im Spiel ist, weiß keiner, wahrscheinlich nicht mal sie.
Das Wichtigste ist jetzt für dich physikalisch aus der Sache raus zu kommen! Wende dich an die Arge und beantrage Hilfe zum Lebensunterhalt. Sieh zu das Du so schnell wie möglich eine Wohnung bekommst. Durch das Kind wirst Du danach leider immer noch Kontakt zu ihr halten müßen auch wenn ein Kontaktabbruch derzeit am Sinnvollsten wäre.
Ob deine Frau später wieder zur Besinnung kommt, ob Du sie dann überhaupt noch wieder willst, steht derzeit auf einem ganz anderen Blatt und darüber kannst Du dir Gedanken machen wenn Du erst einmal da raus bist.
Ganz wichtig: Wenn sie irgendwie versucht Druck auf dich über das Kind auszuüben, wende dich sofort! an das Jugendamt bzw das Amt für soziale Dienste! Du hast auch Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung wenn Du kein Einkommen über HartzIV Niveau hast. Wende dich im Zweifel lieber früher als später an einen Anwalt.

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6. Oktober 2010 um 14:48

Mir geht es ganz ähnlich
...wie Dir
meine Frau hat mir auch vor einigen Wochen aus heiterem Himmel erklärt, dass sie sich von mir trennen wird und dass es da auch schon einen Anderen gibt . Das hat sie dann auch gleich zum Anlass genommen, die folgende Nacht wegzubleiben (irgendwie merkt man aber schon etwas vorher, dass da irgendwas im Busch ist, dauernd irgendwelche SMS, heimliche Handytelefonate, Verhalten etc). Das hat mich in ein totales Gefühlschaos gestürzt. Wir sind seit 24 Jahren zusammen, davon fast 20 Jahre verheiratet, haben 3 Kinder und ein gemeinsames Haus, in das ich seehr viel Arbeit und Geld reingesteckt habe. In den nachfolgenden Tagen gab es dann endlose Diskussionen und Gespräche, wo dann herauskam, dass es da schon mal eine Affaire vor einigen Jahren gegeben hat. Das hat mir dann endgültig den Boden unter den Füssen weggerissen. Viele Tage konnte ich nichts mehr essen, ich war echt fertig, bin es eigentlich immer noch, denn ich muss täglich das ganze Dilemma ertragen, da ich immer noch zu Hause wohne (im eigenen Zimmer). Es ist so demütigend, das alles auszuhalten. Sie bleibt auch immer noch des öfteren nachts weg, unternimmt Ausfüge mit unseren Kindern und dem Anderen und will jetzt sogar eine kleine Wochenendreise mit ihm machen. Ich halte das nicht mehr aus. Eine eigene Wohnung für mich kommt eigentlich aus finanzieller Sicht nicht in Frage (bin auch selbstständig, läuft aber nicht besonders, einen Job in meinem Beruf im kfm. Bereich gibt es für Leute meines Alters leider nicht mehr).
Trotzdem habe ich jetzt beschlossen, diesem ganzen ein Ende zu setzen und mir eine kleine Wohnung zu suchen, Ich habe da auch schon etwas in Aussicht, ist aber ganz klein. Und was soll ich Dir sagen, es geht mir schon bei der Suche etwas besser.
Am Anfang, als der Kummer am grössten war, habe ich sehr viel in diesem Forum gelesen, das hat mir auch geholfen, da viele Mitglieder mit ähnlichen Problemen sich hier austauschen können und es gibt viele gute Lösungsansätze gibt.
Es gibt ja nur 2 Möglichkeiten, entweder man vergibt und bittet um einen Neuanfang (wenn der Partner dazu überhaupt bereit ist, in meinem Fall ist sie es nicht), oder man zieht das Ding durch. Glaube mir, auch mir tut das alles verdammt weh, 20 Jahre in die Tonne zu treten und alles aufzugeben, aber es geht leider nicht anders. Das ist der Punkt an dem ich jetzt angekommen bin.
Ich hoffe, es kommen wieder bessere Zeiten und wünsche Dir auf Deinem schweren Weg alles Gute.

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