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Nach 11 Jahren Ehe........

26. Februar 2010 um 10:16

Hallo,

ich komme im Moment nicht mehr klar und brauche Tipps von Menschen, die ähnliches durch gemacht haben.

Zu uns. Ich, Mann (35), bin mit meiner Frau (30) seit 16 zusammen und seit 11 Jahren verheiratet und
haben 2 Töchter (5 & 11).
Während unserer Ehe haben wir leider sehr viel falsch gemacht, was uns heute klar ist. Am schlimmsten waren sie Zeiten, in denen wir beide arbeitslos waren und dazu noch eine Menge Ärger mit Behörden hatten. Dazu kommt noch die Tatsache, dass ich meine Frau nach der Geburt unserer ersten Tochter mit wirklich ALLEM alleine gelassen habe.
Kind, Haushalt, Unternehmungen. Ich kann heute nicht sagen, woran es lag und was mich geritten hat. Es war ja ein Wunschkind. Spazieren war sie immer alleine mit dem Kind. Ich habe lieber am Rechner gesessen. Oder sie war am Wochenende bei Ihrem Vater im Garten, auch wieder alleine.
Dabei hatte ich damit im Sinn, dass jeder auch mal für sich sein könnte, da wir ja, bedingt durch unsere Arbeitslosigkeit. täglich aufeinander gehockt haben. Heute bekomme ich zu hören, dass es ein Fehler war und ich hätte mitkommen sollen.
Ich habe wohl immer nur mein Ding durch gezogen und mich nicht um sie und unsere Tochter gekümmert. Leider muss man noch dazu sagen, dass wir im selben Haus wie mein Vater gewohnt haben und meine Frau und auch meine Schwester heute der Meinung sind, dass ich alles versucht habe, Anerkennung von ihm zu bekommen und dabei sogar über "Leichen" gegangen bin. Nämlich über die Leiche meiner Familie.
Ca. 2001 hat sie es dann nicht mehr ausgehalten und wollte mich verlassen. Ich konnte sie dazu bringen, nicht gleich auszuziehen und wenigstens noch hier zu bleiben. Nach langem hin und her ist sie dann tatsächlich geblieben. Wir schliefen im selben Bett, waren noch verheiratet, aber kein Paar mehr. Ich habe dann angefangen mich zu ändern, was auch gut geklappt hat. Irgendwann hat es dann plötzlich "geknallt" und wir waren wieder ein paar.
Dann kam die Geburt unserer zweiten Tochter. Meine Frau hatte mich gewarnt, sie nicht wieder hängen zu lassen. Sonst wäre sie diesmal endgültig weg. Unsere Tochter wurde geboren und ich war der Meinung, mich gut um sie zu kümmern. Doch dem war wieder nicht so. Es war zwar nicht wie beim ersten Kind, trotzdem habe ich sie wieder nicht so unterstützt, wie sie es sich gewünscht hat.
Irgendwann war dann wieder der Wurm bei uns drin. Sie war teilweise wegen, in meinen Augen, Kleinigkeiten sauer, was mich dann wiederrum runter gezogen hat. Dazu hatte ich als Mann schwer damit zu kämpfen, dass in Sachen Sex nicht wirklich viel lief und ich über Jahr immer den ersten Schritt machen musste. Klar, wenn es nicht läuft, hat sie auch keine Lust.

2008 musste ich für 6 Wochen ins Ausland und meine Frau ist sich in der Zeit über vieles klar geworden. Die schlimmste Erkenntnis für sie war, dass sie mich überhaupt nicht vermisst, wie sie heute sagt. Ab da ging es steil bergab und Anfang 2009 hatte sie für sich entschieden, dass sie mich verlassen will. Für sie war unsere Beziehung und Ehe definitiv beendet. Ich war fix und fertig und bin zusammen gebrochen. Ich habe darauf hin um sie gekämpft wie ein Wahnsinniger und konnte sie schließlich doch noch davon überzeugen, es noch ein letztes Mal zu versuchen. Das war im Februar 2009. Es war sehr hart für uns. Zu Ostern waren haben wir meine Mutter und ihren Freund besucht. Dort hatten wir dann zum ersten Mal wieder Sex. Und er war nicht nur von mir gewollt. Von da an hatte ich das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg waren und es bergauf ging. Heute sagt sie, dass es wahrscheinlich ein Fehler war, so schnell wieder im Bett zu landen. Sie hatte das Gefühl, dass die Sache damit für mich wieder zu 100% fest war, was nicht so war. Und das war mir auch klar. Ich habe in der Folgezeit versucht, soviel Macken wie möglich loszuwerden und mich auch mehr um die Kinder zu kümmern. Vor allen die Kinder habe ich sträflich vernachlässigt, was mir heute sehr weh tut. Wir sind beides Scheidungskinder und gerade in meiner Familie lief es zeitweise alles andere als gut. Mein Vater war viel arbeiten und vor allem viel in Kneipen. Anerkennung gab es so gut wie keine von ihm. Ich denke, dass das der Grund sein wird, warum ich meinen Kindern nicht das geben kann, was sie verdienen. Ich arbeite daran und es ist besser geworden, aber leider immer noch nicht so, wie es sein sollte.
Gegen Ende letzten Jahres hatte ich einen meiner "früheren" Ausfälle und habe mir etwas gekauft, mit dem sie absolut nicht einverstanden war. Dazu muss ich sagen, dass sie in der Zeit wieder Kontakt zu einen "Freund" hatte, der vor knapp 10 Jahren versucht hatte, sie mir "auszuspannen" und sie beinahe darauf eingestiegen wäre. Verständlich, dass bei mir gleich die Alarmglocken los gingen. Gepaart mit der Tatsache, dass sich im Bett auch wieder sehr wenig abgespielt hat, war der Kauf wohl meine Art der Befriedigung. Zumindest hat sie wohl diese Aktion von mir in ihren Gefühl und Welten zurück geworfen.
Mitte Januar 2010 habe ich dann durch einen dummen Zufall mitbekommen, dass wie sie sich mit diesem alten "Freund" verabredet hat. Sie schrieben beide, wie nervös sie wären. Dabei wusste sie genau, wie ich über diesen Menschen dachte und welche Ängste ich mit ihm verbinde. Ich habe sie dann gefragt, ob sie mir zu liebe den Kontakt wieder abbrechen würde, weil es unsere Beziehung belastet. Kalt antwortete sie mir, dass sie diesmal den Kontakt nicht abbrechen wird. Es sein "ihr Ding", wenn sie ihm schreibt. Das Recht nehme sie sich raus. Für mich unverständlich, da sie genau wüsste, was der Kontakt zu ihm in mir auslöste. Das war der Zeitpunkt, an dem es mit uns wieder mehr als nur steil bergab ging und der uns nun am Abgrund stehen lässt.
Irgendwie habe ich ein Gespür dafür, wenn ihre Gedanken sich nicht nur um mich als Mann drehen und hatte das dumme Gefühl, dass zwischen Ihr und dem "Freund" sich etwas anbahnen könnte. Sie hat immer wieder betont, dass da absolut nicht wäre, nur Freundschaft.
Gestern habe ich ihr gebeichtet, dass ich es mir so vorkommt, als wenn sie eine Affäre hätte, ob körperlich oder geistig. Nach langem hin und her hat sie mir gestanden, dass sie tatsächlich auch an einen anderen Mann denkt. Nämlich an diesen "Freund". Sie sagte aber auch, dass sie immer nur an ihn denkt, wenn es ihr schlecht geht. Dazu muss ich allerdings noch erwähnen, dass ich durch Zufall mitbekommen habe, dass sie wohl romantische Träum von ihm hat. Sie gehen zusammen spazieren, leichte Berührungen, verschmilztes anlächeln usw. Nur dass sie dies immer nur von Ihm träumt, nie von mir.

Nun hat sie, bedingt durch ihren Job, Kontakt zu jemandem gefunden, der versucht, ihr und stellenweise auch mir, mit Ratschlägen und Erfahrungen zu Seite zu stehen. Er hat sich z.B. dazu gebracht, ihr erotischen Fantasien zu Papier zu bringen, was ihr scheinbar nicht sehr schwer fiel. Sie schreibt aus der Ich-Perspektive und leider komme ich in diesen Geschichten nicht vor. Es sind immer "irgendwelche" Männer, nur nicht ich. Auf der einen Seite verstehe ich es sogar, auch wenn es mir schwer fällt und sehr weh tut.
Gestern haben wir uns nun wieder darauf geeinigt, erstmal auf Abstand zu gehen. Sie sagt, sie wüsste einfach nicht, was sie machen soll und wäre sich nicht über ihre Gefühle mir gegenüber im Klaren. Und das Schlimmste ist für sie, dass sie einfach nicht weiß, ob sie mich jemand wieder so lieben kann, wie es sich gehört. Sie merkt selber, dass sie sich blockiert und es sie bekommt es nicht weg, nachdem was all die Jahre passiert ist, in denen ich immer wieder gesagt habe, ich würde mich ändern und trotzdem verfielen wir beide dann wieder in alte Muster. Im Moment gebe es für sie gute und schlechte Tag. An guten Tagen hat sie das Gefühl, dass es doch noch ein gutes Ende mit uns nehmen kann und sie wieder zu mir finden und an schlechten Tagen glaubt sie, dass über die Jahre zu viel kaputt gegangen ist und sie die Kraft nicht mehr hat. Sie wünschte sie, es gäbe einen Reset-Schalter um all die alte Last einfach auszublenden und zu vergessen. In diesem Moment glimmt in mir die Hoffnung, dass wir es schaffen können. Sie sagte auch, dass sie einfach keine Schmetterlinge mir gegenüber im Bauch hat. Sie will versuchen, kleine Schritte auf mich zuzumachen, was im Endeffekt bedeutet, dass ich ihr Zeit und vor allem Ruhe geben soll. Ich soll ganz normal mit ihr umgehen, aber nichts versuchen. Keine umarmen, kein Küssen. Sie verglich es mit Teenagern, die sich finden und bei denen sich langsam etwas entwickelt, dass ich sie also neu anmachen solle. Diese Vorstellung hat natürlich etwas reizvolles. Aber bedeutet es doch gleichzeitig, dass wir jetzt getrennt sind, oder sehe ich das falsch ?
Ich liebe meine Frau über alles. Ihren Geist, Ihr Wesen, Ihren Körper. Wenn ich andere, hübsche Frauen sehe sind meine Gedanken sofort bei meiner Frau. Und das ist nicht erst seit dem wird dieses Problem haben. Es war schon immer so.
Ich habe versucht, alles zu diesem Problem in mich aufzusaugen und bin auf einen Spruch gestoßen, in den ich meine ganze Hoffnung stecke.
"Wenn einem wirklich etwas am Herzen liegt, muss man es frei lassen. Wenn es dann freiwillig zurück kommt, weiß man, dass es einem für immer gehört. Wenn es nicht zurück kommt, hat es einem nie gehört."

Eigentlich weiß ich nicht wirklich, was ich von diesem Posting erwarte. Auf der einen Seite wahrscheinlich, dass mir Hoffnung gemacht wird, aber auf der anderen Seite habe ich Angst davor, dass es zu negativen Antworten wie Vergiss sie oder Es scheint alles vorbei zu sein kommen.

Danke fürs zuhören.
Gruß Darki74

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26. Februar 2010 um 11:16

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Diese Horror Vorstellung versuche ich nicht, an mich heran zulassen. Nebei bei vergaß ich zu erwähnen, dass wir heute den ersten Termin bei einer Eheberatung haben. Der Vorschlag kam von uns beiden.

Gruß Darki74

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27. Februar 2010 um 19:29

Nunja,
es ist ja nicht so, dass sie sich in die Arme des Anderen flüchtet. Zumindest hoffe ich es. Es ist einfach so, dass sie scheinbar immer an ihn denken mss, wenn es bei uns schlecht läuft. Was mir die Sorge bereitet, dass sie im Moment fast nur an ihn denkt, aber nicht daran, unsere Ehe zu retten. Ich weiß eigentlich , dass sie nicht nur an ihn denkt. Das sagt mir einfach mein Gefühl und sie ist auch nicht eine von Denen, die hintenrum betrügen. Zumindest nicht körperlich. Was sie sich vielleicht in ihren Gedanken abspielt, weiß ich nicht.
Wir hatten Vorgestern Abend ein kleines Gespräch indem ich ihr gesagt habe, dass ich ihr höchst wahrscheinlich sogar einen Seitenspruch "zugestehen" würde. Ob nun geistig oder körperlich, wenn es ihr dabei hilft, mit ihren Gefühlen ins Reine zu kommen. Ist von mir bestimmt selten dämlich. Aber ich möchte nichts unversucht lassen. Es ist nunmal so, dass ich der einzige richtige Mann in ihrem leben bisher war. Zwar hatte sie mal Sex mit einem anderen, aber das ist schon fast 14 Jahre her und hatte ihr nichts bedeutet.
Bei der Eheberatung waren wird gestern. Es war ziemlich schockierend für mich zu hören, WAS ich alles falsch gemacht habe und wie lange. Fazit war, dass sie danach ein schlechteres Gefühl hatte als noch vor dem Termin.
Zumindest hat sie mir heute geschrieben, dass sie mit gelegentlichem "Händchenhalten" und Küßchen auf Stirn oder Wange umgehen kann. Aber auf keinen Fall Berührungen die in Richtung Intimitäten gehen. In meinem Fall z.B. ihr über den Po streicheln. Wobei mir am allermeisten fehlt, mit Ihr im Arm einzuschlafen. Das würde mir die Zeit, die sie für sich braucht, wesentlich leichter machen. Aber wenn ihre gelegentlichen Aussage richtig deute, hat sie uns doch noch nicht gänzlich abgeschrieben.
Was sie scheinbar am meisten "stört" ist, dass ich einfach nicht "normal" weiter machen kann und ab und zu wie ein getretener Hund aussehe. Ist das mit normal und nur all zu gut zu verstehen ? Wäre es nicht traurig, wenn mich die ganze Situation kalt lassen würde ?

Mir bleibt nur das hoffen......


LG Darki74

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