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Muss ich mein Kind zum Umgang zwingen?

2. Juli 2012 um 18:16

Hallo Leute, ich hab da ein Problem. Mein Ex-Mann hat mich und unseren Sohn psychisch misshandelt. Leider ist das schwer nachzuweisen, zumal er lügt wie gedruckt. Beim Jugendamt hab ich Glauben aber keine Unterstützung gefunden (das Übliche, erst wenn was passiert). Der Umgang lief bis vor 2 Jahren so, dass er festgelegt hat und ich hatte mich zu fügen. Was ich auch getan habe, weil ich dachte, er benutzt sein Kind als Machtinstrument gegen mich und wenn ich mich wehre, stachelt ihn das noch an. Außerdem war mir wichtig, dass der Kurze nicht leidet und ein gutes Verhältnis zum Vater hat. Er kann ja nichts dafür. Vor 2 Jahren hat der Vater den Kontakt abgebrochen und vor einem Jahr wieder aufgenommen, als er merkte, dass ich einen Freund habe, von dem mein Kleiner total begeistert ist. Gleichzeitig hat er das alleinige Sorgerecht beantragt und Regelung des Umgangs.
Nun hat die Richterin vorläufig entschieden, das Kind soll einmal monatlich zum Vater (Wunsch des Kindes war nur einmal im Jahr!) Der Junge ist jetzt 9 und hat seinen eigenen Willen. Für mich ist es manchmal nicht leicht, ihn dazu zu bewegen, zum Vater zu gehen (er hat Angst vor seinem extrem dominanten Vater). Zumal der Vater seine Wünsche ignoriert (er wollte letztens eine Stunde später abgeholt werden, der Vater kam aber wie immer, hat weder ja noch nein gesagt und als ich ihn fragte, ist er abgezogen ohne wiederzukommen). Der Vater macht daraus dann natürlich, ich hätte den Umgang verhindert!
Jetzt ist meine Frage, ob ich verpflichtet bin, meinen Sohn gegen seinen Willen zum Vater zu schicken; ob ich den Umgang erzwingen muss oder nicht. Darüber habe ich nirgends eindeutige Vorgaben oder Paragraphen gefunden. Nur, dass ich mit Ordnungsgeld gezwungen werden kann, wenn ich den Umgang verhindere. Aber das tu ich ja nicht. Kann mir jemand helfen?

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2. Juli 2012 um 20:42

Kinder brauchen beide Eltern ohne wenn und aber
wie soll ein Kind das nur einmal im Jahr zum Vater soll, den Kontakt überhaupt halten? Ein Kind kann diese Angelegenheit doch in so jungen Jahren gar nicht selbst entscheiden. Grundsätzlich muss doch geschaut werden, dass eine vernünfige Regelung getroffen wird. Das war in der Ehe war zählt nicht mehr, hört beide auf das Kind auszufragen und versucht dem Kind beide Elternteile zu belassen. Auch wenn Eltern damit nur schwer umgehen können. Viele Kinder leiden doch noch Jahrzente nach der Trennung der Eltern. Wenn wirklich psychische Schäden vorhanden sind, wird das Jugendamt und das Familiengericht einen Gutachter einschalten der das mit Sicherheit besser begutachten kann.

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2. Juli 2012 um 22:27
In Antwort auf knuddelbaer10

Kinder brauchen beide Eltern ohne wenn und aber
wie soll ein Kind das nur einmal im Jahr zum Vater soll, den Kontakt überhaupt halten? Ein Kind kann diese Angelegenheit doch in so jungen Jahren gar nicht selbst entscheiden. Grundsätzlich muss doch geschaut werden, dass eine vernünfige Regelung getroffen wird. Das war in der Ehe war zählt nicht mehr, hört beide auf das Kind auszufragen und versucht dem Kind beide Elternteile zu belassen. Auch wenn Eltern damit nur schwer umgehen können. Viele Kinder leiden doch noch Jahrzente nach der Trennung der Eltern. Wenn wirklich psychische Schäden vorhanden sind, wird das Jugendamt und das Familiengericht einen Gutachter einschalten der das mit Sicherheit besser begutachten kann.

Aber was, wenn der Vater Angst macht?
Hallo Knuddelbaer10! Danke für deine Antwort.
Wenn es nach mir ginge, könnte mein Sohn viel öfter zu seinem Vater gehen. Das hätte ja auch Vorteile für mich. Ich möchte, dass es meinem Sohn gut geht. Ich versuche auch immer wieder, ihm die Angst zu nehmen. Aber ich fühle mich ein bisschen hilflos, wenn der Vater ihm immer wieder Sachen einredet wie z.B. die Mutti ist dumm und lügt immer. Er hat ihm, als er 4 Jahre alt war, beigebracht, dass ich ihn vergessen würde. Als ich wie jede Woche zum Sport war, brachte er ihn nach Hause statt wie ausgemacht zur Oma, klingelte und sagte dann, die Mutti hat dich vergessen. Mein großer Sohn war an die Wechselsprechanlage gegangen und hat das gehört. Der Vater war im selben Jahr mit ihm 2 Wochen im Urlaub und ließ ihn nicht einmal bei mir anrufen. Als ich anrufen wollte, ist er gar nicht erst ans Telefon gegangen. Der Kleine kam total verstört aus dem Urlaub zurück und weigert sich seitdem, bei seinem Vater zu schlafen. Das sind nur ein paar Beispiele von vielen. Der Vater ist sehr dominant und wenn man nicht spurt, wird er aggressiv. Zum Beispiel hat er sein Kind geschlagen, weil es einmal nicht Klavier geübt hatte. Es ist kein Wunder, dass er Angst vor seinem Vater hat.
Übrigens habe nicht ich meinen Sohn gefragt, wie oft er zu seinem Vater will, sondern das Jugendamt, die Verfahrenspflegerin, die Gutachterin und die Richterin. Und das alles, weil sein Vater das alleinige Sorgerecht will. Dass der Umgang geregelt wird, ist ja schon ein Fortschritt, weil der Vater bisher eine Festlegung gar nicht zugelassen hat. Sogar bei der Familienberatung, zu der die Richterin bei der Scheidung uns auf mein Betreiben hin geschickt hatte, weigerte er sich, Umgangstage festzulegen. Ich finde das alles ganz schrecklich für mein Kind, aber ich kann den Vater nicht zwingen, sich normal zu verhalten. So gern ich das tun würde! Ich weiß einfach nicht weiter. Es könnte alles so einfach sein, wenn der Vater sich ordentlich benehmen würde. Aber das Kind ist das Einzige, womit er noch Druck auf mich ausüben kann und das genießt er richtig. Ich bin total unsicher, wie ich mich verhalten soll, wenn mein Sohn nicht zum Vater will. Wenn ich ihn zwinge, stört das auch mein Verhältnis zu ihm. Aber darauf wird es wohl hinauslaufen. Ich motiviere ihn immer, hinzugehen, aber das funktioniert manchmal nicht.
Übrigens hatte ich das Kind immer ruhig zu halten, wenn der Vater zu Hause war. Die ganze Arbeit mit Kind und Haushalt überließ der Vater mir. Auch als ich wieder arbeiten ging. Er hat es geschafft, seinem Kind ganze zweimal die Windeln zu wechseln. Aber nur, weil gerade Besuch da war.
(Nach umfangreichen Recherchen vermute ich, dass der Vater eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat.)
Also, was kann ich tun, damit es meinem Kind gut geht???!

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3. Juli 2012 um 10:23
In Antwort auf knuddelbaer10

Kinder brauchen beide Eltern ohne wenn und aber
wie soll ein Kind das nur einmal im Jahr zum Vater soll, den Kontakt überhaupt halten? Ein Kind kann diese Angelegenheit doch in so jungen Jahren gar nicht selbst entscheiden. Grundsätzlich muss doch geschaut werden, dass eine vernünfige Regelung getroffen wird. Das war in der Ehe war zählt nicht mehr, hört beide auf das Kind auszufragen und versucht dem Kind beide Elternteile zu belassen. Auch wenn Eltern damit nur schwer umgehen können. Viele Kinder leiden doch noch Jahrzente nach der Trennung der Eltern. Wenn wirklich psychische Schäden vorhanden sind, wird das Jugendamt und das Familiengericht einen Gutachter einschalten der das mit Sicherheit besser begutachten kann.

Das Kind ist 9!
Und Kinder merken öfters viel viel mehr, wie wir gestörten "Erwachsenen" - er kann in diesem Alter sehr wohl entscheiden, wo er wie oft in möchte. Warum sollte das Kind irgendwo hin, wo es sich nicht wohl fühlt? Das ist psychische Belastung und wenn es im neuen Partner einen Ersatz gefunden hat, verstehe ich die Problematik nicht.

"Wenn wirklich psychische Schäden vorhanden sind, wird das Jugendamt und das Familiengericht einen Gutachter einschalten der das mit Sicherheit besser begutachten kann."

Na dann weis DIE doch mal nach bitteschön! Und vor allem woher die kommen? Wenn der Ex auch noch allen was vorlügt steht es Aussage gegen Aussage - am Schluss heisst es noch, sie wäre Schuld.

Ich bin Scheidungskind und habe so nen Scheiss auch schon durch.

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3. Juli 2012 um 21:06
In Antwort auf sweetestpain

Das Kind ist 9!
Und Kinder merken öfters viel viel mehr, wie wir gestörten "Erwachsenen" - er kann in diesem Alter sehr wohl entscheiden, wo er wie oft in möchte. Warum sollte das Kind irgendwo hin, wo es sich nicht wohl fühlt? Das ist psychische Belastung und wenn es im neuen Partner einen Ersatz gefunden hat, verstehe ich die Problematik nicht.

"Wenn wirklich psychische Schäden vorhanden sind, wird das Jugendamt und das Familiengericht einen Gutachter einschalten der das mit Sicherheit besser begutachten kann."

Na dann weis DIE doch mal nach bitteschön! Und vor allem woher die kommen? Wenn der Ex auch noch allen was vorlügt steht es Aussage gegen Aussage - am Schluss heisst es noch, sie wäre Schuld.

Ich bin Scheidungskind und habe so nen Scheiss auch schon durch.

Danke für's Verständnis, das findet man selten
Hallo sweetestpain,
tut mir leid, dass du das durchmachen musstest. Ich würde meinen Sohn so gerne vor solchen Erlebnissen bewahren. Ich geb mir alle Mühe, aber was nützt es, wenn der Vater immer wieder alles zerstört. Und dann darf ich mir immer wieder anhören, es sind ja immer beide am Konflikt beteiligt. Sogar die Gutachterin hat nicht durchgeblickt. Der Vater hat sie so zugeschmalzt, dass sie wohl am Ende nicht wusste, wem sie glauben soll. Und dabei dachte ich, Gutachter sind für so was ausgebildet.
Wenn ich meine ganze Geschichte erzählen würde, dann würden meine Kritiker und die, die jetzt alles für nicht so schlimm erachten, wohl dumm aus der Wäsche gucken. Aber wer hat schon Zeit dazu. Da ich weiß, dass es vielen Frauen so geht wie mir und dass sie nicht ernstgenommen werden mit diesem Problem, habe ich angefangen, meine Tagebuchaufzeichnungen zu einem Buch zusammenzustellen. Mal sehen, ob ich es schaffe. Ich habe damals immer gedacht, hätte er mich geschlagen, hätte ich damit umgehen können. Aber psychische Gewalt beginnt schleichend und baut sich langsam auf. Plötzlich steckst du mittendrin und weißt nicht, wie dir geschieht, verlierst jeglichen Glauben an dich selbst und bist nur noch funktionierende Maschine, wie der Herr befielt. Das Schlimme ist, dass er das mit seinem Sohn auch schon macht. Ich hab ein Buch darüber gelesen, das kann ich jedem, der so ein Problem hat, nur empfehlen. Es heißt Die Masken der Niedertracht von Marie-France Hirigoyen.
Aber ich weiß immer noch nicht, wie ich mich verhalten muss, wenn mein Kind nicht zum Vater will.

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4. Juli 2012 um 9:02
In Antwort auf myosotisnemorosa

Danke für's Verständnis, das findet man selten
Hallo sweetestpain,
tut mir leid, dass du das durchmachen musstest. Ich würde meinen Sohn so gerne vor solchen Erlebnissen bewahren. Ich geb mir alle Mühe, aber was nützt es, wenn der Vater immer wieder alles zerstört. Und dann darf ich mir immer wieder anhören, es sind ja immer beide am Konflikt beteiligt. Sogar die Gutachterin hat nicht durchgeblickt. Der Vater hat sie so zugeschmalzt, dass sie wohl am Ende nicht wusste, wem sie glauben soll. Und dabei dachte ich, Gutachter sind für so was ausgebildet.
Wenn ich meine ganze Geschichte erzählen würde, dann würden meine Kritiker und die, die jetzt alles für nicht so schlimm erachten, wohl dumm aus der Wäsche gucken. Aber wer hat schon Zeit dazu. Da ich weiß, dass es vielen Frauen so geht wie mir und dass sie nicht ernstgenommen werden mit diesem Problem, habe ich angefangen, meine Tagebuchaufzeichnungen zu einem Buch zusammenzustellen. Mal sehen, ob ich es schaffe. Ich habe damals immer gedacht, hätte er mich geschlagen, hätte ich damit umgehen können. Aber psychische Gewalt beginnt schleichend und baut sich langsam auf. Plötzlich steckst du mittendrin und weißt nicht, wie dir geschieht, verlierst jeglichen Glauben an dich selbst und bist nur noch funktionierende Maschine, wie der Herr befielt. Das Schlimme ist, dass er das mit seinem Sohn auch schon macht. Ich hab ein Buch darüber gelesen, das kann ich jedem, der so ein Problem hat, nur empfehlen. Es heißt Die Masken der Niedertracht von Marie-France Hirigoyen.
Aber ich weiß immer noch nicht, wie ich mich verhalten muss, wenn mein Kind nicht zum Vater will.

Psychische...
... Misshandlung bleibt oft lange unbemerkt, weil man sich selbst das ja auch nicht eingestehen will. So ging es mir bei meiner Mutter. Sie hat mich nur selten geschlagen und dann auch nicht verprügelt oder dergleichen, sondern nur eine geknallt. Aber psychisch, ja das war ein Ding...

Leider kann ich dir zu deinem letzten Statement kaum helfen. Alles was du tun kannst, ist das Kind dann zu Hause zu lassen, Bussen wegen Verhinderung der Besuchspflicht in Kauf nehmen und hoffen, dass sich irgendwann jmd mit Macht findet, der dir glaubt.
Was ist denn mit deinem neuen Partner? Macht der keine Aussage?
Wenn das Kind klar vorm Richter sagt ICH WILL NICHT, sollte dieser eigentlich auch darauf Rücksicht nehmen.

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