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Muss eine Trennung nach 30 Jahre Beziehung ohne jegliche Wertschätzung enden?

8. Oktober 2016 um 16:53 Letzte Antwort: 9. Oktober 2016 um 21:19

Hallo liebes Forum, bin zufällig auf diese Seite gestoßen und viele interessante Beiträge gelesen. Ich hätte da mal eine Frage: Mein Mann lässt sich nach 30 Jahren Beziehung und fast 25 Jahren Ehe scheiden. Wir hatten in den letzten 7 Jahren einige Probleme (Fremdgehen meines Mannes, Kinder aus dem Haus, intensive Betreuung und letztlich Verlust eines nahestehenden Menschen über 3-4 Jahre). Also ich hatte die Probleme damit. Mein Mann hat sich da eher zurückgehalten und hat lieber seinen zahllosen risikoreichen Hobbys gewidmet und mich einfach machen lassen. Im April hatten wir einen dicken Streit am Telefon und da fiel das erste Mal das Wort Trennung von ihm - er war gerade wieder einmal ein Wochenende mit Freunden weg. Nach seiner Rückkehr haben wir uns zusammengesetzt, lange geredet und beschlossen, es nochmals zu versuchen. Irgendwie hat es jedoch nicht funktioniert, da er beruflich sehr angespannt war und ein 2,5-wöchiger Motorradurlaub mit seinen Freunden geplant war.
In dieser Zeit standen wir hauptsächlich via SMS in Kontakt. Alle Antworten die ich auf meine Nachrichten bekam, wurden sehr kalt und gefühllos beantwortet. Eine Frau spürt ja sowas. An meinem Geburtstag im Mai kam dann aus dem Urlaub eine SMS, wo wieder von Trennung die Rede war. Nach seiner Rückkehr ging es dann wieder ein wenig aufwärts und dann hat er zuerst seinen Job nach 17 Jahren gekündigt (weil er sich mit seinen Vorgesetzten nicht mehr verstanden hatte, der früher ein guter Freund war), und am 1. Juli hat er sich von mir getrennt - Begründung: er hat keine Gefühle mehr für mich, er braucht seine Freiheit, er will tun und lassen können was er will.er hat so viel verpasst, er hat jetzt seine wahren Freunde gefunden). Auf meine Frage, ob es eine andere Frau gibt kam ein NEIN. Das ganze Gespräch war von seiner Seite her auch sehr - wie sage ich es am besten: ja teilweise aggressiv, teilweise trotzig, wirklich absolut gefühllos und kalt). Er hat dann am nächsten Tag seine Tasche gepackt, und ist mit unserem Wohnmobil weggefahren, er kann die Fotos in der Wohnung nicht sehen, so seine Worte - er hat dann einmal ausgiebig Urlaub gemacht angeblich alleine - er musste ja von alle dem "runterkommen" und für ihn ist das ja auch nicht so leicht. Wir hatten grundsätzlich vereinbart, uns nach einer Woche nochmal zu treffen und nochmals zu reden. Dies wurde von seiner Seite 1 Tag vorher abgesagt. Jedoch möchte er unbedingt die Scheidung. Zur selben Zeit stand auch der Kauf einer Eigentumswohnung an und ich musste mich relativ kurzfristig entscheiden, ob ich kaufe oder nicht (das hatten wir ja ursprünglich so vor). Also habe ich meinen Urlaub abgeblasen und mich um die Scheidung gekümmert - vor allem da ja die finanzielle Seite wegen der Wohnungsentscheidung wichtig war. Auch haben wir seinen Auszugstermin mit 31.10.2016 fixiert. Er hat sich nur auf Aufforderung um irgendwas gekümmert und hat sich eine Auszeit gegönnt. Ich habe das alles eigentlich ganz gut hingekriegt - auch mit psychologischer Betreuung - und war auf einem guten Weg. Dann habe ich zufällig erfahren, dass er schon vor der Trennung mehrmals mit einer anderen Frau gesehen wurde. Ich habe ihn dann damit konfrontiert und dabei erfahren, dass er wieder mit seinen Freunden im Ausland auf Motorradurlaub ist. Er hat natürlich gesagt, das stimmt nicht. Ich habe ihn dann sehr massiv damit konfrontiert und dann auf einmal hat er nach unserem Streit im April am nächsten Tag diese Frau kennengelernt und sich mit ihr danach auch ein paarmal getroffen. Sie haben nur geredet - da sie mit einem verheiraten Mann nichts anfangen wollte und vereinbart erst dann was anzufangen wenn er getrennt ist. Danach hat er angeblich die Treffen eingestellt und sie ganz zufällig nach der Trennung bei einer Wanderung wiedergetroffen. Ich habe ihn dann gebeten, er möge die Wohnung innerhalb der nächsten 2 Tage räumen, obwohl wir es anders vereinbart hatten. Er sieht in der Tatsache, dass er sich heimlich mit einer anderen Frau zum "Reden" trifft und beschließt erst was anzufangen wenn er sich von mir getrennt hat, bis heute auch keinerlei "Hintergehen", weil er hatte ja keine Gefühle mehr für mich. So einfach ist es für ihn. Er hat bis heute keine Wohnung und wohnt angeblich auch nicht bei ihr. Aber ich weiss ja eh nicht was ich von alledem mehr glauben kann.

Ich habe es nur als äußerst verletztend und ziemlich entwertend empfunden, nach 30 Jahren in der Art und Weise behandelt zu werden.

Wenn jemand keine Gefühle mehr hat, ist es sicher besser zu gehen. Aber ich verstehe nicht, dass man dies nicht mit einem gewissen Maß an Würde, Respekt und Wertschätzung tun kann. Und vor allem diese 30 Jahre anständig - auch was die organisatorischen Dinge betrifft - abschließen kann. Der Vorteil für mich ist sicher der, dass ich keinen Verlust mehr empfinde.

Laufen alle Trennungen so ab? Sind Männer wirklich solche Feigline? Wie denkt ihr darüber?

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8. Oktober 2016 um 16:53

Hallo liebes Forum, bin zufällig auf diese Seite gestoßen und viele interessante Beiträge gelesen. Ich hätte da mal eine Frage: Mein Mann lässt sich nach 30 Jahren Beziehung und fast 25 Jahren Ehe scheiden. Wir hatten in den letzten 7 Jahren einige Probleme (Fremdgehen meines Mannes, Kinder aus dem Haus, intensive Betreuung und letztlich Verlust eines nahestehenden Menschen über 3-4 Jahre). Also ich hatte die Probleme damit. Mein Mann hat sich da eher zurückgehalten und hat lieber seinen zahllosen risikoreichen Hobbys gewidmet und mich einfach machen lassen. Im April hatten wir einen dicken Streit am Telefon und da fiel das erste Mal das Wort Trennung von ihm - er war gerade wieder einmal ein Wochenende mit Freunden weg. Nach seiner Rückkehr haben wir uns zusammengesetzt, lange geredet und beschlossen, es nochmals zu versuchen. Irgendwie hat es jedoch nicht funktioniert, da er beruflich sehr angespannt war und ein 2,5-wöchiger Motorradurlaub mit seinen Freunden geplant war.
In dieser Zeit standen wir hauptsächlich via SMS in Kontakt. Alle Antworten die ich auf meine Nachrichten bekam, wurden sehr kalt und gefühllos beantwortet. Eine Frau spürt ja sowas. An meinem Geburtstag im Mai kam dann aus dem Urlaub eine SMS, wo wieder von Trennung die Rede war. Nach seiner Rückkehr ging es dann wieder ein wenig aufwärts und dann hat er zuerst seinen Job nach 17 Jahren gekündigt (weil er sich mit seinen Vorgesetzten nicht mehr verstanden hatte, der früher ein guter Freund war), und am 1. Juli hat er sich von mir getrennt - Begründung: er hat keine Gefühle mehr für mich, er braucht seine Freiheit, er will tun und lassen können was er will.er hat so viel verpasst, er hat jetzt seine wahren Freunde gefunden). Auf meine Frage, ob es eine andere Frau gibt kam ein NEIN. Das ganze Gespräch war von seiner Seite her auch sehr - wie sage ich es am besten: ja teilweise aggressiv, teilweise trotzig, wirklich absolut gefühllos und kalt). Er hat dann am nächsten Tag seine Tasche gepackt, und ist mit unserem Wohnmobil weggefahren, er kann die Fotos in der Wohnung nicht sehen, so seine Worte - er hat dann einmal ausgiebig Urlaub gemacht angeblich alleine - er musste ja von alle dem "runterkommen" und für ihn ist das ja auch nicht so leicht. Wir hatten grundsätzlich vereinbart, uns nach einer Woche nochmal zu treffen und nochmals zu reden. Dies wurde von seiner Seite 1 Tag vorher abgesagt. Jedoch möchte er unbedingt die Scheidung. Zur selben Zeit stand auch der Kauf einer Eigentumswohnung an und ich musste mich relativ kurzfristig entscheiden, ob ich kaufe oder nicht (das hatten wir ja ursprünglich so vor). Also habe ich meinen Urlaub abgeblasen und mich um die Scheidung gekümmert - vor allem da ja die finanzielle Seite wegen der Wohnungsentscheidung wichtig war. Auch haben wir seinen Auszugstermin mit 31.10.2016 fixiert. Er hat sich nur auf Aufforderung um irgendwas gekümmert und hat sich eine Auszeit gegönnt. Ich habe das alles eigentlich ganz gut hingekriegt - auch mit psychologischer Betreuung - und war auf einem guten Weg. Dann habe ich zufällig erfahren, dass er schon vor der Trennung mehrmals mit einer anderen Frau gesehen wurde. Ich habe ihn dann damit konfrontiert und dabei erfahren, dass er wieder mit seinen Freunden im Ausland auf Motorradurlaub ist. Er hat natürlich gesagt, das stimmt nicht. Ich habe ihn dann sehr massiv damit konfrontiert und dann auf einmal hat er nach unserem Streit im April am nächsten Tag diese Frau kennengelernt und sich mit ihr danach auch ein paarmal getroffen. Sie haben nur geredet - da sie mit einem verheiraten Mann nichts anfangen wollte und vereinbart erst dann was anzufangen wenn er getrennt ist. Danach hat er angeblich die Treffen eingestellt und sie ganz zufällig nach der Trennung bei einer Wanderung wiedergetroffen. Ich habe ihn dann gebeten, er möge die Wohnung innerhalb der nächsten 2 Tage räumen, obwohl wir es anders vereinbart hatten. Er sieht in der Tatsache, dass er sich heimlich mit einer anderen Frau zum "Reden" trifft und beschließt erst was anzufangen wenn er sich von mir getrennt hat, bis heute auch keinerlei "Hintergehen", weil er hatte ja keine Gefühle mehr für mich. So einfach ist es für ihn. Er hat bis heute keine Wohnung und wohnt angeblich auch nicht bei ihr. Aber ich weiss ja eh nicht was ich von alledem mehr glauben kann.

Ich habe es nur als äußerst verletztend und ziemlich entwertend empfunden, nach 30 Jahren in der Art und Weise behandelt zu werden.

Wenn jemand keine Gefühle mehr hat, ist es sicher besser zu gehen. Aber ich verstehe nicht, dass man dies nicht mit einem gewissen Maß an Würde, Respekt und Wertschätzung tun kann. Und vor allem diese 30 Jahre anständig - auch was die organisatorischen Dinge betrifft - abschließen kann. Der Vorteil für mich ist sicher der, dass ich keinen Verlust mehr empfinde.

Laufen alle Trennungen so ab? Sind Männer wirklich solche Feigline? Wie denkt ihr darüber?

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8. Oktober 2016 um 17:40

Mittlerweile nicht mehr traurig
Nein, davon bin ich geheilt. Wenn jemand in diesem Alter(50) so agiert - dann wird er sich glaube ich nicht mehr wesentlich ändern können. Man kann gut abschließen, wenn man weiß, mit was allem man abschließen muss. Ich habe hart darum gekämpft, möglichst alles herauszubekommen und mein Gefühl gab mir und gibt mir Recht. Ich bin mittlerweile wesentlich entspannter und wieder viel offener als in den letzten 7 Ehejahren. Ich habe mein Lachen wiedergefunden. Meine Kinder haben letztens gemeint, "Du gehst viel aufrechter und gerader" durchs Leben. Ich denke dann hat zwar alles so kommen müssen, aber ich bin wieder fest bei mir. Und offensichtlich sieht das auch die Umgebung so. Ich bin ihm auch nicht böse. Es ist ja auch nicht wirklich schön in einer Beziehung zu sein, in der man nicht geliebt wird. Ich habe nun auch das Loslassen gelernt - war für mich persönlich eine sehr sehr wichtige Erfahrung. Ich bin nur sehr enttäuscht, dass es in so einer Art und Weise geendet hat.

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8. Oktober 2016 um 18:19

Neue Horizonte
Oh ja, ich habe in den letzten 7 Jahren bzw. speziell in den letzten 3 Monaten sehr sehr viel über andere und vor allem über mich selbst gelernt.

Ich kann mit mir leben - so wie ich es immer getan habe. Ich habe eigentlich meinen Weg nie verlassen - er war nur sehr zugenebelt in den letzten Jahren.

Ich bin nun - wie geplant - Wohnungseigentümerin. Ich habe einem lieben Menschen, die letzten Jahre soweit es mir möglich war - ein würdevolles Dasein verschafft und ihn bis zum Schluss nicht im Stich gelassen. Habe das alles eigentlich selbst geschafft und auch, weil ich mir Hilfe selbst geholt habe. Manche Dinge schafft man nicht alleine - das ist mir jetzt auch bewusst. Das war ein wichtiger Lernprozess - nämlich auch Hilfe anzu nehmen

Lache wieder und sitze fröhlich in der U-Bahn. Habe keinerlei Ängste mehr. Wenn etwas nicht läuft wie es soll - tja, dann ist es eben so. Es kostet mir nichts mehr schlaflose Nächte.

Ich fliege noch vor der Scheidung in meinen wohlverdienten Urlaub. Eben alleine und so wie ich es eigentlich gerne gestalten möchte.

Ich kann jetzt für mich selber sagen, ich bin meinen Weg so gegangen wie es zu jeder Zeit für mich o.k. war. Ich habe mir und auch anderen verziehen. Ist ein wesentlich besseres Gefühl, als Wut/Hass/Aggressionen.

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9. Oktober 2016 um 19:10

Nein das muss und sollte nich so ablaufen
Ich gebe Dir da vollkommen recht, nach so langer Zeit und gemeinsamen Kindern sollte eine Trennung mit Respekt und Wertschätzung ablaufen.

Irgendwo hab ich mal gelesen, wenn ein solch trauriger Fall eintritt und es letztlich natürlich nicht ohne Streit und Vorwürfe abgeht, man sich daran erinnern soll, was man an dem anderen mal geschätzt und geliebt hat (was natürlich in dem Fall sich dein Mann zu Herzen nehmen sollte).

Wir sind alle (eigentlich) erwachsene Menschen und sollten uns auch - oder gerade bei einer solch schwierigen Zeit - auch so verhalten.

Alles Gute!

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9. Oktober 2016 um 21:19
In Antwort auf altruistischermisanthrop

Nein das muss und sollte nich so ablaufen
Ich gebe Dir da vollkommen recht, nach so langer Zeit und gemeinsamen Kindern sollte eine Trennung mit Respekt und Wertschätzung ablaufen.

Irgendwo hab ich mal gelesen, wenn ein solch trauriger Fall eintritt und es letztlich natürlich nicht ohne Streit und Vorwürfe abgeht, man sich daran erinnern soll, was man an dem anderen mal geschätzt und geliebt hat (was natürlich in dem Fall sich dein Mann zu Herzen nehmen sollte).

Wir sind alle (eigentlich) erwachsene Menschen und sollten uns auch - oder gerade bei einer solch schwierigen Zeit - auch so verhalten.

Alles Gute!

Sehe ich auch so - oder vielleicht auch ganz falsch?
Hallo, heute ein aktuelles Beispiel. In meiner Wohnung ist es kalt. Ich checke die Fussbodenheizung nicht. Ich hab um 08.00 Uhr ein SMS geschrieben was ich genau machen muss um die Heizung intakt zu kriegen. Um die Mittagszeit kam ein SMS er meldet sich am Abend. Er hat angerufen, ich habe nicht abgehoben weil ich auch im Auto sass. Ich habe zurückgerufen und kam auf die Box. Daraufhin ein SMS was zu tun ist - ich hab`s nicht verstanden, weil er auf meine Fragen eigentlich nicht eingegangen ist. Ich habe einen Rückruf versucht, wieder die Box. Nach einer Stunde eine Nachricht von ihm, via SMS wie er es eben sieht. Mein Rückruf eine Minute danach - die Box. Ich habe ihm dann geschrieben ich brauche seine hilfe nicht. Statt der SMS zu mittag hätte ich mir einen Anruf erwartet.Dann hätte ich es jetzt schon warm. Und wenn es bis morgen net funktioniert hole ich mir anderswo Hilfe. Ich habe ihm dann noch eine SMS geschickt, in dem ich meine Gefühle ausdrücke. Ich finde es nicht in Ordnung, wenn Menschen so agieren. Das ist einfach nur feige und mit sehr vielen Ängsten verbunden. Nein ich will kein Kind sondern an einen Mann an meiner Seite. Der sich den Herausforderungen stellt und nicht einfach sein Handy wegschaltet. Und es bestätigt sich mit jeder Situation und jedem Ereignis mehr.Nein, nie wieder so etwas. Das hat niemand nötig.

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