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Morbus Bechterew, Depression, Pornosucht?

20. Juni 2012 um 2:09

Hallo Leute, ich hoffe wirklich, dass mir jemand mal eine objektive Meinung bzw. Einschätzung meiner Situation geben kann. Ich bin selbst so verwirrt. Mein Freund und ich sind seit 3,5 Jahren zusammen, seit etwas 1,5 sind wir zusammen gezogen. Vor etwa 10 Jahren wurde bei ihm Morbus Bechterew diagnostiziert.
Er redet allgemein nicht gerne über tiefgründigere Sachen, die sein seelenleben betreffen, aber vorallem Gespräche über die Krankheit und die Einschränkungen die er in kauf nehmen muss lehnt er konsequent ab. Unsere Beziehung gestaltet sich über die komplette Zeit in eine on/off Geschichte. Zunächst lag der Grund bei World of Warcraft, also genauer gesagt hat mich das gezocke zunächst nur etwas genervt, bis er es lieber spielte als mit mir zusammen zu sein und dann hat er sich von mir getrennt, weil er dort eine andere kennengelernt hat. Dann wieder zusammengekommen, selbes Spiel noch mal: WOW... andere tussi, wieder zusammengekommen und zusammengezogen, er hörte auf zu zocken. Alles lief gut, bis zu seinem nächsten Schub, Unser Sexleben war bisher einfach bombastisch, seit dem letzten Schub kann er sich kaum noch einmal die Woche erbarmen mit mir zu schlafen. Er zockt wieder online (wenn auch kein WOW) und ich dachte es liegt vielleicht mal wieder an einer anderen Frau, aber es liegt wohl an tausenden (ja ich hab spioniert, ja es war nicht richtig) Er zieht sich ungeheur viele pornos rein. Morgens wenn er aufsteht und ich noch schlafe bzw. schon weg bin, nach der Arbeit in der Badewanne per Handy, Abends, Nachts und wann auch immer ich unterwegs bin. Und ich rede von täglich alles zusammen, nicht nur von vereinzelten Momenten in einer Woche. Wir haben darüber gesprochen, er hat gesagt er hört damit auf. Ich denke dass ein wenig Porno nicht sooo schlimm ist, aber es ist doch ein bisschen hart in dem Ausmaß. Nun er hat es nicht mal eine Woche ohne ausgehalten. Hab ihn nach ein paar Wochen erwischt, seine Verläufe geöffnet und alles war seit Ewigketien beim Alten. Er sagt, er kann nicht darauf verzichten, er hat es versucht, aber es ist ihm wichtiger wie unsere Beziehung. Ich liebe ihn wirklich, aber ich weiß nicht ob ich mir ständig so etwas antun muss. Er erklärt mir nicht warum ihm Pornos so wichtig für ihn sind. Meine erste Schlußfolgerung: Ich genüge ihn nicht und ich will nicht warten bis er das zugibt, sich ne neue sucht und mich verläasst. Aber beim Nachdenken fällt mir folgendes auf: Er hatte kurz vor jeder Trennung gerade wieder einen Monatelangen Schub überwunden, er zeigt anzeichen für Depressionen. Natürlich spricht er nicht darüber. Ich weiß das Bechterew ständige heftige Schmerzen bedeuten, ich weiß dass es nie ganz weg geht und wie seine Prognosen im Alter aussehen. Wenn er Schübe hat bin ich immer für ihn da und tu wirklich mein möglichstes. Aber so viel ich auch seit drei Jahren darüber lese, ich werde es nie ganz verstehen, weil ich es nicht fühle. Aber Krankheit hin oder her - was soll ich eigentlich noch tun ?

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20. Juni 2012 um 2:38

Ihm klar machen, dass Du nicht sein

Putzlappen bist und als Mensch für Deine Hilfe Respekt verdienst. Wenn er das nicht kann oder will ... muss er allein klar kommen.

Du entscheidest, wie weit Du Dich einbringst.

Dass er Probleme wegen Schmerzen und anderen Beschwerden hat... OK. Dass er Wege zum Verdrängen sucht... verständlich. Aber er sollte wissen, dass es Grenzen gibt.

Was ich nicht verstehe... wenn er so aktiv mit Mädels ist... hat er da keine Schmerzen oder ist das nur virtuell / digital? Von Dir pflegen und helfen lassen und anderen das schöne geben... unfair.

Vielleicht suchst Du Dir auch Affären?

Such nach einem Weg, mit dem Du Deinen Frieden machen kannst. Ansonsten geht das nicht gut... vielleicht schaust Du mal von einem zukünftigen Zeitpunkt (in 10 Jahren) rückwärts in Dein Leben und schaust was Du dann gelebt haben willst. Tune Dich darauf ein und sieh was passiert...

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20. Juni 2012 um 2:56
In Antwort auf ford_12830113

Ihm klar machen, dass Du nicht sein

Putzlappen bist und als Mensch für Deine Hilfe Respekt verdienst. Wenn er das nicht kann oder will ... muss er allein klar kommen.

Du entscheidest, wie weit Du Dich einbringst.

Dass er Probleme wegen Schmerzen und anderen Beschwerden hat... OK. Dass er Wege zum Verdrängen sucht... verständlich. Aber er sollte wissen, dass es Grenzen gibt.

Was ich nicht verstehe... wenn er so aktiv mit Mädels ist... hat er da keine Schmerzen oder ist das nur virtuell / digital? Von Dir pflegen und helfen lassen und anderen das schöne geben... unfair.

Vielleicht suchst Du Dir auch Affären?

Such nach einem Weg, mit dem Du Deinen Frieden machen kannst. Ansonsten geht das nicht gut... vielleicht schaust Du mal von einem zukünftigen Zeitpunkt (in 10 Jahren) rückwärts in Dein Leben und schaust was Du dann gelebt haben willst. Tune Dich darauf ein und sieh was passiert...

Der Witz ist
er hat ja immer Schluß gemacht bevor er mit den Mädels in die Kiste ist, was ja sehr nett von ihm war (ja das ist ein sarkastischer unterton )
Er war wohl auch nur wirklich einmal mit den beiden aktiv und hat dann, wie durch ein Wunder ein paar Wochen später gemerkt, dass ich die einzig wahre bin (vorerst) und naja jetzt ist er mir wohl treu. Ich habe ja widererwarten, keine chatnachrichten, emails, anrufe, sms etc. pp von anderen damen gefunden. Es geht jetzt wohl alleinig um die videos online. Ich bin natürlich wenigstens Dankbar dafür, dass es hier "nur" um surreale Frauen geht. Keine emotionalen Bindungen, nichts realistisches. Aber meine Sorge ist wie lange es dauert bis ihm das nicht mehr genügt. Er sagt er liebt mich. Gott weiß ich liebe ihn mit jeder Faser meines Körpers, auch seit drei Jahren auf und ab.

Danke für den tollen Kommentar um diese Uhrzeit

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20. Juni 2012 um 3:16
In Antwort auf art_12683777

Der Witz ist
er hat ja immer Schluß gemacht bevor er mit den Mädels in die Kiste ist, was ja sehr nett von ihm war (ja das ist ein sarkastischer unterton )
Er war wohl auch nur wirklich einmal mit den beiden aktiv und hat dann, wie durch ein Wunder ein paar Wochen später gemerkt, dass ich die einzig wahre bin (vorerst) und naja jetzt ist er mir wohl treu. Ich habe ja widererwarten, keine chatnachrichten, emails, anrufe, sms etc. pp von anderen damen gefunden. Es geht jetzt wohl alleinig um die videos online. Ich bin natürlich wenigstens Dankbar dafür, dass es hier "nur" um surreale Frauen geht. Keine emotionalen Bindungen, nichts realistisches. Aber meine Sorge ist wie lange es dauert bis ihm das nicht mehr genügt. Er sagt er liebt mich. Gott weiß ich liebe ihn mit jeder Faser meines Körpers, auch seit drei Jahren auf und ab.

Danke für den tollen Kommentar um diese Uhrzeit

Du bist die einzige...

die entscheidet was sie aushalten will und kann.

Wenn es Pornos allein sind... muss es nicht sein dass er die Frauen treffen wird. Es wird ihm kaum (aus Pornos heraus) gelingen, Damen zu treffen für die er nicht zahlen muss... Es muss sich nicht steigern... wie es bei ihm sein wird... wer soll das wissen?

>>Gott weiß ich liebe ihn mit jeder Faser meines Körpers<<
Ich würde mir diese "Liebe" mal sehr genau ansehen. Stell Dir mal die Frage... "Was würde ich tun, wenn es diese Liebe nicht gäbe..." ... leider wird "Liebe" sehr oft als Vermeidung von Einsamkeit "erfunden" ... oder ist mehr ein "brauchen" denn wirkliche Liebe. Mein Tipp ist nur - schau genau hin.

Und wenn Du dieses Auf und Ab nicht willst... ändere es. Er initiiert die Aufs und Abs... aber Du spielst seit Jahren mit und hast daher Deinen Anteil am Spiel. Damit bist Du Mitspielerin.

Schau in Deine Gefühls- und Gedankenwelt, denn diese liegt vor Dir. Seine kannst Du nur erahnen. Aufräumen ist aus meiner Sicht angesagt...

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20. Juni 2012 um 9:58

Ihr helft mir echt weiter....
Es ist schon beeindruckend, wie gut ihr die Situation alle erfasst und Gedanken aussprecht, die mir die ganze Zeit nur in wirren Fetzen im Kopf umher schwirren. Ihr habt mir viel zum genaueren Nachdenken gegeben.
Aber mit Mitleid hat das ganze leider nichts zu tun. Ich habe ihm auch schon oft genug gesagt, dass ich ihn erst dann bemitleide wenn er alles gegen die Krankheit tut was er kann und es dann immer noch soooo schlimm ist. Das es nicht weg geht ist klar, aber er tut ja nicht mal Ansatzweise etwas dagegen, außer sich zurückziehen. Er geht kaum noch aus dem Haus. Er arbeitet und dann gibt es nur noch PC und TV. Er war früher so ein geselliger Mensch, ständig unterwegs. Auch bevor wir zusammen gekommen sind, bzw. auch vor dem letzten Schub, war er eigentlich ein durchweg ausgeglichender Mensch, glücklich und lustig. Jetzt ist ihm alles egal. Er hat keine Meinung mehr zu etwas, nicht mal zu Kleinigkeiten, wie was wir essen sollen. Er isoliert sich einfach mehr und mehr. Er hat auch schon angedeutet, dass ich ohne ihn besser dran wäre, dass er sich lieber umbringt als im später im Rollstuhl zu sitzen. Natürlich nur so Kommentare die nebenbei fallen gelassen werden, so als wäre es nicht relevant und dann so getan als wäre er schon eingeschlafen, damit ich nicht darauf eingehen kann. Außerdem will er mich wohl nicht als "Krankenschwester". Er nimmt hilfe nur so schlecht, wenn überhaupt, an. Es dauert Wochen bis er zum Arzt geht, die Schmerztabletten nimmt er erst, wenn er sich wirklich kaum bewegen kann. Da bekomme ich das Gefühl, er badet in Selbstmitleid und behandelt die Krankheit wie eine Strafe die er wohl "verdient" hat. Deswegen denke ich er hat Depressionen. Und die Pornos halte ich wohl eher für ein Symptom. Vielleicht eine Art männlicher Versuch Depressionen zu überwinden??? Glückshormone die Ausgeschüttet werden, zumindest für kurze Zeit? Kompensation, weil er zwar Lust hat, aber mit mir nicht schlafen kann?? Sich selbst beweisen, dass er noch ein Mann ist???

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20. Juni 2012 um 14:12
In Antwort auf art_12683777

Ihr helft mir echt weiter....
Es ist schon beeindruckend, wie gut ihr die Situation alle erfasst und Gedanken aussprecht, die mir die ganze Zeit nur in wirren Fetzen im Kopf umher schwirren. Ihr habt mir viel zum genaueren Nachdenken gegeben.
Aber mit Mitleid hat das ganze leider nichts zu tun. Ich habe ihm auch schon oft genug gesagt, dass ich ihn erst dann bemitleide wenn er alles gegen die Krankheit tut was er kann und es dann immer noch soooo schlimm ist. Das es nicht weg geht ist klar, aber er tut ja nicht mal Ansatzweise etwas dagegen, außer sich zurückziehen. Er geht kaum noch aus dem Haus. Er arbeitet und dann gibt es nur noch PC und TV. Er war früher so ein geselliger Mensch, ständig unterwegs. Auch bevor wir zusammen gekommen sind, bzw. auch vor dem letzten Schub, war er eigentlich ein durchweg ausgeglichender Mensch, glücklich und lustig. Jetzt ist ihm alles egal. Er hat keine Meinung mehr zu etwas, nicht mal zu Kleinigkeiten, wie was wir essen sollen. Er isoliert sich einfach mehr und mehr. Er hat auch schon angedeutet, dass ich ohne ihn besser dran wäre, dass er sich lieber umbringt als im später im Rollstuhl zu sitzen. Natürlich nur so Kommentare die nebenbei fallen gelassen werden, so als wäre es nicht relevant und dann so getan als wäre er schon eingeschlafen, damit ich nicht darauf eingehen kann. Außerdem will er mich wohl nicht als "Krankenschwester". Er nimmt hilfe nur so schlecht, wenn überhaupt, an. Es dauert Wochen bis er zum Arzt geht, die Schmerztabletten nimmt er erst, wenn er sich wirklich kaum bewegen kann. Da bekomme ich das Gefühl, er badet in Selbstmitleid und behandelt die Krankheit wie eine Strafe die er wohl "verdient" hat. Deswegen denke ich er hat Depressionen. Und die Pornos halte ich wohl eher für ein Symptom. Vielleicht eine Art männlicher Versuch Depressionen zu überwinden??? Glückshormone die Ausgeschüttet werden, zumindest für kurze Zeit? Kompensation, weil er zwar Lust hat, aber mit mir nicht schlafen kann?? Sich selbst beweisen, dass er noch ein Mann ist???

Lass das Wort MitLEID weg...

Leide nicht mit... fühle mit. Das mag für Dich im ersten Moment keinen Unterschied machen - im Kopf und in den Gedanken erzeugst Du Dir kein (Mit) Leid, sondern kannst (mit) fühlen... was ganz etwas anderes ist.

Setz Dich mal zwei Minuten hin ... eine Minute im MitLEIT, und eine Minute im MitFÜHLEN ... schau wie es sich anfühlt und womit es Dir besser geht...

Ja so einfach ist es manchmal, "Schwere" zu verändern...

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20. Juni 2012 um 14:13
In Antwort auf art_12683777

Ihr helft mir echt weiter....
Es ist schon beeindruckend, wie gut ihr die Situation alle erfasst und Gedanken aussprecht, die mir die ganze Zeit nur in wirren Fetzen im Kopf umher schwirren. Ihr habt mir viel zum genaueren Nachdenken gegeben.
Aber mit Mitleid hat das ganze leider nichts zu tun. Ich habe ihm auch schon oft genug gesagt, dass ich ihn erst dann bemitleide wenn er alles gegen die Krankheit tut was er kann und es dann immer noch soooo schlimm ist. Das es nicht weg geht ist klar, aber er tut ja nicht mal Ansatzweise etwas dagegen, außer sich zurückziehen. Er geht kaum noch aus dem Haus. Er arbeitet und dann gibt es nur noch PC und TV. Er war früher so ein geselliger Mensch, ständig unterwegs. Auch bevor wir zusammen gekommen sind, bzw. auch vor dem letzten Schub, war er eigentlich ein durchweg ausgeglichender Mensch, glücklich und lustig. Jetzt ist ihm alles egal. Er hat keine Meinung mehr zu etwas, nicht mal zu Kleinigkeiten, wie was wir essen sollen. Er isoliert sich einfach mehr und mehr. Er hat auch schon angedeutet, dass ich ohne ihn besser dran wäre, dass er sich lieber umbringt als im später im Rollstuhl zu sitzen. Natürlich nur so Kommentare die nebenbei fallen gelassen werden, so als wäre es nicht relevant und dann so getan als wäre er schon eingeschlafen, damit ich nicht darauf eingehen kann. Außerdem will er mich wohl nicht als "Krankenschwester". Er nimmt hilfe nur so schlecht, wenn überhaupt, an. Es dauert Wochen bis er zum Arzt geht, die Schmerztabletten nimmt er erst, wenn er sich wirklich kaum bewegen kann. Da bekomme ich das Gefühl, er badet in Selbstmitleid und behandelt die Krankheit wie eine Strafe die er wohl "verdient" hat. Deswegen denke ich er hat Depressionen. Und die Pornos halte ich wohl eher für ein Symptom. Vielleicht eine Art männlicher Versuch Depressionen zu überwinden??? Glückshormone die Ausgeschüttet werden, zumindest für kurze Zeit? Kompensation, weil er zwar Lust hat, aber mit mir nicht schlafen kann?? Sich selbst beweisen, dass er noch ein Mann ist???

Noch was...

erkundigt Euch nach Psychotherapie für ihn / Euch zur Begleitung der Krankheit... nach dem was Du schreibst... höchste Zeit...

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