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Mobbing am Arbeitsplatz

6. Mai 2015 um 20:25 Letzte Antwort: 9. Mai 2015 um 13:08

Hallo ihr Lieben,

also mir geht es um Folgendes: Eine gute Freundin von mir ist 60 Jahre alt, arbeitet als Angestellte in der Buchführung eines kleinen 4-Mann-Betriebes in Bremen und hat eigentlich Spaß an der Arbeit.

Wäre da nicht ihr Chef. Den kenne ich auch persönlich, er hat ein starkes Alkoholproblem und ist sehr cholerisch. Der kommt in einer Woche sehr unregelmäßig zur Arbeit (man merkt, wenn er ein "gutes" Wochenende hatte, dann kommt er nämlich erst am Mittwoch), er betreibt halt Telefonterror und wenn er da ist, brüllt er seine Mitarbeiter an. Dazu gibt es auf allen PCs "Assistance"-Programme, die aber nichts anderes als Keylogger und Trojaner sind, bei denen er von zuhause jederzeit sehen kann, was seine MitarbeiterInnen gerade treiben und kann auch eingreifen.

Das Ding ist: Ich möchte ihr helfen, weiß aber gar nicht genau wie.

Denn sie ist in einer Art Zwickmühle: Sie verdient im Vergleich sehr gut und hat - zumindest wenn ihr Chef nicht da ist - eine ziemlich gute Zeiteinteilung und. Und sie ist halt 60 und wird wahrscheinlich keinen anderen Job mehr bekommen. Auf das Geld ist sie angewiesen, zumindest selbst kündigen möchte sie nicht (Arbeitslosengeldsperre).

Kann man da wohl rechtlich irgendwie vorgehen? Muss man sich einen Anwalt nehmen?

Was muss sie beachten? (Beweise sammeln, alles dokumentieren?) War jemand schonmal in so einer Situation? Meint ihr sie könnte das Gespräch suchen? Kann ich mich selbst einbringen, sie unterstützen, ihr beistehen, wie?

Ihr könnt mir auch PMs schreiben, vielen Dank schon mal.

Liebe Grüße
J.

PS: Ich weiß das ist vielleicht nicht der richtige Ort für solche Fragen, aber eventuell hat es schon etwas mit Psychologie zu tun: Sie fühlt sich hilflos, machtlos, ausgeliefert und leidet an der Situation...

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6. Mai 2015 um 20:43

Da gibt es einige Optionen
Einige Leute halten einfach aus, bis die Rente kommt, andere werden durch den Stress krank, kriegen Burnout (mit ein bisschen Glück lässt sich der bis zur Rente durchhalten), suchen sich aus der sicheren Position heraus einen neuen Job (und denken sich, "sobald ich was Neues habe, bin ich ja sowas von weg. Dann stehst Du doof da!") oder sie traben zum Fachanwalt und informieren sich, welche Rechte sie genau haben.

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6. Mai 2015 um 22:13
In Antwort auf bellis0815

Da gibt es einige Optionen
Einige Leute halten einfach aus, bis die Rente kommt, andere werden durch den Stress krank, kriegen Burnout (mit ein bisschen Glück lässt sich der bis zur Rente durchhalten), suchen sich aus der sicheren Position heraus einen neuen Job (und denken sich, "sobald ich was Neues habe, bin ich ja sowas von weg. Dann stehst Du doof da!") oder sie traben zum Fachanwalt und informieren sich, welche Rechte sie genau haben.

Also dass das eine Machtsache ist, ist völlig klar.

Eine große Chance hat sie nicht mehr mit 60.

Fachanwalt ist sicher gut. Aber da an den Richtigen zu geraten... eine Fachberatung, vielleicht eine Beratungsstelle, eine gute Hotline wäre nicht schlecht.

Wer da Erfahrungen hat, kann mir vielleicht eine PM schreiben.

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6. Mai 2015 um 22:20

Haha, ja, die Vorstellung ist komisch.

Aber ich glaube das würde die Situation eher verschärfen.

Du stellst dir unter "Alkoholiker" sicher einen melancholischen, wehleidigen Kneipengänger vor, der keinen geraden Schritt vor den anderen setzen kann.

Der Typ ist aber ein "funktionierender" Alokoholiker. Der kann, wenn es darauf ankommt, sehr charmant und wirklich intelligent sein. Der macht auch keine Fehler: In Korrespondenz ist er stets freundlich und demütigt meine Freundin noch weiter.

Auch gegenüber den Kunden erlaubt er sich halt kaum Fehler. Er ist zwar nie zu erreichen, aber alle müssen ihn decken von wegen "er ist krank", nicht da, verhindert, hat einen Autounfall usw. Und wenn er dann mal zu einem Kunden kommt, wickelt der den schnell um den Finger.

Also es ist nicht nur das Brüllen, sondern wirklich ein systematisches, gehässiges Verhalten gegenüber (bestimmten) Angestellten (nicht nur meine Freundin).

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6. Mai 2015 um 22:22

Bossing ist, meine ich,
wenn Mitarbeiter den Chef mobben. Das ist nicht der Fall.

Therapeuten würde erst am Ende stehen, um die Situation zu verarbeiten. Aber akute Hilfe finde ich wichtiger: Rechtssicherheit, Unterstützung, solche Dinge.

Ja, ich habe ihr auh geraten sich ersteinmal krank zu schreiben. Ihr geht es ja körperlich auch nicht besonders gut. Das schlägt ja auch auf den Bauch.

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6. Mai 2015 um 22:29
In Antwort auf mairmn_12096223

Bossing ist, meine ich,
wenn Mitarbeiter den Chef mobben. Das ist nicht der Fall.

Therapeuten würde erst am Ende stehen, um die Situation zu verarbeiten. Aber akute Hilfe finde ich wichtiger: Rechtssicherheit, Unterstützung, solche Dinge.

Ja, ich habe ihr auh geraten sich ersteinmal krank zu schreiben. Ihr geht es ja körperlich auch nicht besonders gut. Das schlägt ja auch auf den Bauch.

Das siehst du falsch
Bossing ist Mobbing von oben, also Mobbing durch den Chef, das hat daphne schon richtig gesagt...
Ich würde auch den Gang zum Anwalt für Arbeitsrecht empfehlen.

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6. Mai 2015 um 22:37
In Antwort auf mairmn_12096223

Also dass das eine Machtsache ist, ist völlig klar.

Eine große Chance hat sie nicht mehr mit 60.

Fachanwalt ist sicher gut. Aber da an den Richtigen zu geraten... eine Fachberatung, vielleicht eine Beratungsstelle, eine gute Hotline wäre nicht schlecht.

Wer da Erfahrungen hat, kann mir vielleicht eine PM schreiben.

Na gut
ein Punkt noch, man könnte dem Chef stecken, dass solche Assistenzprogramme ein böses Einfallstor für Hacker sein können. Vielleicht schafft er die dann wenigstens ab.

Und selbst wenn sie kaum eine Chance hat, das Suchen allein ist schon ein wenig "sich wehren".

Guck mal hier
http://www.strategien-gegen-mobbing.de
oder geh selbst ein bisschen googlen.

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7. Mai 2015 um 21:06

Ja, guternichtmoeglich,
vermutlich ist das so.

Danke für deinen Beitrag.

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7. Mai 2015 um 21:07
In Antwort auf sphinxkitten1

Das siehst du falsch
Bossing ist Mobbing von oben, also Mobbing durch den Chef, das hat daphne schon richtig gesagt...
Ich würde auch den Gang zum Anwalt für Arbeitsrecht empfehlen.

Ok das
wusste ich gar nicht.

Man lernt nie aus.

Ein Anwalt für Arbeitsrecht ist aber doch eher auf allgemeine Dinge spezialisiert oder? Muss man sich da Spezialisten suchen?

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7. Mai 2015 um 21:10

Er fährt sehr wahrscheinlich eine
Kampagne gegen sie.

Er hat ihr auch oft die Kündigung nahe gelegt.

Aber wieso kündigt er sie dann nicht selbst? In einem kleinen Betrieb (<10 AN) gibt es doch kaum Hürden für einen Arbeitgeber.

Ohne sie würde der Laden aber zusammenbrechen. Der Chef ist nie da, die Kunden beschweren sich und meine Freundin kann Dinge, die sie unentbehrlich machen.

Er möchte möglichst lange ihr Leid auskosten.

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7. Mai 2015 um 21:14

Danke für eure Beiträge,
meine Freundin hat sich jetzt für eine Woche einen Krankenschein geholt, das gibt ihr wieder etwas Abstand und Luft zum atmen.

Zudem zeigt es dem Chef, dass er sie nicht so behandeln kann ohne Konsequenzen.

Sie hat gestern die Mobbing Hotline des Landesamtes in Bremen angerufen und die haben ihr einige Ansprechpartner empfohlen (Fachanwälte, Foren, Beratungsstellen).

Ich denke es war einfach an der Zeit für sie das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht der Willkür auszusetzen - immerhin gibt es in Deutschland Gesetze.

Aber sie hat halt immer noch Angst, dass es dadurch schlimmer wird... sie will ihn nicht verärgern und aht bisher immer still vor sich hin gelitten.

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7. Mai 2015 um 21:16
In Antwort auf bellis0815

Na gut
ein Punkt noch, man könnte dem Chef stecken, dass solche Assistenzprogramme ein böses Einfallstor für Hacker sein können. Vielleicht schafft er die dann wenigstens ab.

Und selbst wenn sie kaum eine Chance hat, das Suchen allein ist schon ein wenig "sich wehren".

Guck mal hier
http://www.strategien-gegen-mobbing.de
oder geh selbst ein bisschen googlen.

Er hat diese "Assistenz"-
Programme ein Jahr lang ohne ihr Wissen laufen lassen.

Das ist illegal, da es die Persöhnlichkeitsrechte des AN berührt.

Und als er sich einmal verraten hat, hat sie den Internetstecker gezogen.

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8. Mai 2015 um 23:06

Es gibt scheinbar
ehrenamtliche Mediatoren.

Meine Freundin konnte heute mit einem sprechen.

Der ist Referatsleiter bei der Stadt. Meine Freundin hat ihm ersteinmal nur grobe Umschreibungen der Situation gegeben, da sie fürchtet, dass sich das auf die Auftragslage vom öffentlichen Bereich für die Firma auswirken kann. Man weiß ja nie, was mit solchen Informationen gemacht wird.

Der Prinzip hinter der Mediation ist aber wirklich gut, da dadurch Sensibilität erzeugt wird: Schau her, andere haben auch ein Auge auf die Situation. Und man kann auch einmal vernünftig reden und es wird nicht sofort alles niedergebrüllt.

Vielleicht nutzt sie das Angebot, wenn es weiter eskalieren sollte.

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8. Mai 2015 um 23:09

Ja man kann kündigen,
aber das "kann" tatsächlich nicht jeder, da es meist mit einem reduzierten Lebensstandard einhergeht.

Das Dumme daran ist, es könnte so schön sein: Würde der Chef einfach zuhause bleiben, würde sich tatsächlich nichts ändern, außer dass es den Angestellten besser geht.

Er könnte ja "von zuhause arbeiten", überwachen, aber er sollte halt nicht mehr kommen, rumbrüllen, MitarbeiterInnen fertig machen usw.

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9. Mai 2015 um 8:06

Ich weiß nicht
Wenn man zuerst zu Dritten geht, ohne vorher mit demChef gesprochen zu haben?
Ich käme mir hintergangen vor.
Wenn ich dann auch noch den Verdacht hätte, dass sie Firmeninterna und/oder mein Privatleben ausgeplaudert hätte, wäre ich echt stinkig!

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9. Mai 2015 um 12:06

Wenn der Arbeitgeber
nicht vermerkt oder ankündigt oder sagt, dass er überwacht, es also heimlich tut, ist es definitiv illegal. Er hat es ihr im Gespräch beispielsweise nicht erwähnt.

Als sie es herausgefunden hat, hat er ein Schild in der Firma ausgehangen, also dass alles im Internet überwacht wird.

Aber alles, was er davor getan hat, war definitv illegal.

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9. Mai 2015 um 12:08

Kannst du das nicht
auch vernünftig schreiben?

Also mit Sinn und Verstand?

Mayo, Ketchup, Nudeln, Sky? Das sind Begriffe, die absolut nicht zu meiner Freundin passen.

Klartext!

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9. Mai 2015 um 12:55

Du wünscht dir von mir,
dass ich meine Freundin darin bestärke ihren Job aufzugeben und sie dann (unter anderem finanziell) unterstütze.

Das würde meine Möglichkeiten dann doch sprengen. Wie gesagt, meine Freundin verdient für ihren Tätigkeitsbereich außergewöhnlich gut.

Selbst wenn sie einen anderen Job finden sollte, wäre es eben nicht auf dem Niveau. Und das vor der Rente, die sich ja am letzten Einkommen orientiert. Wechseln oder kündigen kommt nicht in Frage.

Aber selbstverständlich würde ich sie immer unterstützen. Finanziell, moralisch, emotional. Egal was sie tut.

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9. Mai 2015 um 13:08
In Antwort auf mairmn_12096223

Du wünscht dir von mir,
dass ich meine Freundin darin bestärke ihren Job aufzugeben und sie dann (unter anderem finanziell) unterstütze.

Das würde meine Möglichkeiten dann doch sprengen. Wie gesagt, meine Freundin verdient für ihren Tätigkeitsbereich außergewöhnlich gut.

Selbst wenn sie einen anderen Job finden sollte, wäre es eben nicht auf dem Niveau. Und das vor der Rente, die sich ja am letzten Einkommen orientiert. Wechseln oder kündigen kommt nicht in Frage.

Aber selbstverständlich würde ich sie immer unterstützen. Finanziell, moralisch, emotional. Egal was sie tut.

Übrigens war der Chef einmal 2 Monate außer
Gefecht, er hatte einen Autounfall mit diversen Brüchen und Sehnenrissen und war nie im Büro.

Die Frauen haben den Laden auch allein geschmissen. Es gab keine Beanstandungen. Außer, dass der Chef nicht zu sprechen war, er ist zuhause auch nie erreichbar und antwortet nie auf Emails von Kunden.

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