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Forum / Liebe & Beziehung

Mit der Geburt unseres Kindes ging die Liebe ...

Letzte Nachricht: 29. Juli 2005 um 23:01
O
odell_12259554
29.07.05 um 12:52

Da denken manchen - und manchen hat es vielleicht geholfen - ein Kind kitte eine Beziehung, schaffe noch mehr Zusammenhalt. Denkste!!!
Seit zwei Jahren sind meine Frau und ich verheiratet. Wir führten bis zur Geburt unserer Tochter vor vier Monaten eine innige Beziehung und Ehe. Sie war sehr anhänglich, suchte sehr meine Gegenwart, die ich ihr auch stets gerne schenkte. Nach unserer Hochzeit haben wir uns eine Wohnung auf einem Dorf gesucht, was wir bald bereuten. Mit der Schwangerschaft hat sich meine Frau verändert, wurde öfter übellaunisch, zickig, reizbar. Alles normal, dachte ich. Das geht mit der Geburt vorbei. Unsere Tochter kam dann auf die Welt. Wir waren stolz und glücklich. Nur drei Tage nach der Geburt fing meine Frau mit mir einen Streit an, wie ich noch keinen erlebt hatte. Der Grund war völlig banal. Aus dem Gesagten ging hervor, dass ihre Gefühle sich mir gegenüber geändert hätten. Ich dachte, das rührt von der nachgeburtlichen Depression her, die ja oft vorkommt. Am nächsten Tag war alles wieder in Ordnung.
In der Folgezeit stellte sich heraus, dass die Umstände mit der Wohnung im abgelegenen Dorf und die damit verbundene soziale Isolation für meine Frau unerträglich wurden. Ich ging arbeiten, und sie saß alleine mit der Kleinen in der ziemlich dunklen Wohnung auf dem Dorf, in dem man nicht mal spazieren gehen kann, weil es keine Wege gibt, nur eine einzige Straße mit Verkehr. Im Bewusstsein, dass es für die Seele meiner Frau gut ist, da raus zu kommen, hatte ich auch nichts dagegen, dass sie öfter mal mit der Kleinen für eine paar Tage unter der Woche zu ihrer Mutter in die Stadt fährt. Davon hat sie auch bald rege Gebrauch gemacht.
Zudem bereiteten wir unsere Rückkehr in die Stadt vor mit dem Plan, gemeinsam ein Haus zu kaufen und zu renovieren. Die Planungen und Überlegungen dazu kosteten mich einige nervliche Kräfte.
Das Zusammenleben mit meiner Frau und unserer Tochter gestaltete sich so, dass meine Frau stillt, das Kind rund um die Uhr in ihrer Obhut ist und ich etwas außen vor stehe, also die Kleine mal halten, in den Schlaf bringen oder auch mal wickeln darf. Intensive Gespräche mit meiner Frau sind kaum möglich, weil sie mit einem Ohr immer beim Kind ist.
Ihre Gereiztheit hat immer mehr zugenommen. Sie sagt, sie wisse nicht warum, aber schon mein Anblick würde sie manchmal so sehr reizen. Es kommt immer mehr zu verbalen Auseinandersetzungen wegen Nichtigkeiten, zu ständigem Rummeckern und Aufregungen - wegen nichts wirklich Wichtigen. Da ich nun der Vermittler von vielen Informationen aus der Welt der Arbeit, unseres Haus-Kauf-Vorhabens und meines Teils der Familie bin, lässt sie ihre Wut bei schlechten Nachrichten gleich bei mir aus.
Es gipfelte vor einem Monat, als wir am Wochenende geplant hatten, Verwandte gemeinsam mit der Schwiegermutter zu besuchen. Da diese kein Auto hat, wollten wir sie anschließend nach Hause bringen und beide bei ihr in der Stadt zu schlafen, um am nächsten Tag noch Wege in der Stadt zu erledigen. Unser eigenes Zuhause lag auf der Rückfahrt auf dem Weg. Meine Frau war totmüde. Ich - ohne zu ahnen, was ich damit anrichte - erbot mich, die Schwiegermutter notfalls auch alleine in die Stadt zu fahren und danach nach Hause zu kommen. Darauf warf mir meine Frau vor, ich hätte nur keine Lust, bei der Schwiegermutter zu übernachten, und würde jetzt die Pläne alle umwerfen. Ihre Mutter wohnte dem bei und entschied sofort für sich selbst, allein von mir heefahren zu werden. Basta! Von da an hat mich meine Frau einen Tag lang nicht angesehen. Ich habe es dann geschafft, mit ihr etwas zu reden, woraus folgte, dass sie am Sinn unserer Ehe zweifelte. Schon abends war aber wieder ihre Laune besser. Wir kuschelten ...
Ach so: Sex hatten wir seit der Geburt der Kleinen keinen mehr.
Sie fuhr am nächsten Tag wieder zu ihrer Mutter. Die Verabschiedung war herzlich und liebevoll. Tags darauf telefonierten wir. Ich berichtetete von den Problemen bei der Finanzierung unseres Hauses. Sie war sowieso schon genervt - wegen dem Baby, das nicht ruhig war. Meine Mutter stürmte ins Büro (arbeitet mit im Familienbetrieb, meine Frau normalerweise auch), fragte, ob meine Frau dran ist, riss mir den Hörer weg und setzte Grüße an meine Frau direkt, die KLeine und die andere Oma ab. Danach gab sie mir den Hörer wieder, und ich musste mir was anhören: Was wäre ich doch für ein Weichei, und ich würde ihr nichts erzählen, und ich wäre sowieso zu viel und zu wenig und so und immer .... Und dann legte sie auf. Funkstille. Ich klingelte sie an auf Festnetz, Handy. Sie ging nicht dran. Okay, dachte ich, lasse ich sie in Ruhe.
Zwei Tage später rief sie mich an: Es tue ihr gut, der Abstand, und sie brauche das jetzt: Auszeit.
Ich versuchte das zu akzeptieren. Als sie zwei Tage später in der Tür stand, dachte ich, sie ist wieder zur Vernunft gekommen, aber sie wollte nur Sachen holen. Ich fragte, wann man sich wieder sieht, da bekam sie wieder einen Wutanfall: Ich würde sie nicht verstehen, ich würde sie anlügen, dass ich erst verstehen würde, und dann doch wieder nicht. Was ich dazu sagte, war egal. Sie ging.
Nach einem sehr einsamen, sehr deprimierenden Wochenende, an dem ich nur am Grübeln war, schickte ich ihr eine SMS, dass ich sie vermisse. Abends rief ich an. Ihre Mutter war dran. Meine Frau nicht zu sprechen. Darauf kam von Ihr eine SMS: Ich solle sie in Ruhe lassen! Ich schrieb ihr: Was wird aus unseren Plänen? Nichts, keinen Antwort mehr.
Man muss wissen, dass der Termin für den Kreditvertrag und der Notartermin für den Hauskauf in ein paar Tagen anstanden. Ich bekam Panik. Da ich alle Kommunikation mit Bank und Makler bislang selbst geführt hatte, rief ich diese an und bat um Aufschub um einen Monat maximal.
Am Mittwoch meldete sich meine Frau bei mir wieder und tat zunächst, als wäre nichts gewesen. Ich bat um einen Gesprächstermin, aber nur Auge ind Auge, nicht am Telefon. So weit waren wir also schon!!!
Ein Treffen am Freitagabend: Ich bat um Erklärung, was los ist. Sie war wie unter Drogen. Das Baby auf dem Arm. Guck doch mal, wie sie lacht!!! Mir war alles andere, als nach DUDUDDU und BUTZIBUTZ. Sie sagte nur, dass alle Liebe und Zärtlichkeit, die sie brauche, ihr einzig und allein das Kind gibt! Wir vereinbarten, aus dem Zustand keinen Dauerzustand zu machen. Soviel Vernunft schien sie im ersten Moment zu haben. Ich erklärte mich einverstanden, sie an den Arbeitstagen "zu entbehren", am Wochenende solle sie zu Hause sein. Sie schien erst einmal einverstanden. Aber: Das kommende Wochenende noch nicht! Okay. Ich fragte, ob es von jetzt an wieder selbstverständlich ist, miteinander zu kommunizieren und zu verkehren.
Unmut herrschte zum Thema Hauskauf: Dass ich den Hauskauf verschoben hatte, verstand sie nicht. Sie wollte doch nur eine Auszeit! Ich erklärte ihr, wie verzweifelt ich war. Sie warf mir vor, den Aufschub ohne sie entschieden und erwirkt zu haben. Sie habe sich nur darauf vorbereitet, dass ich den Hauskauf entweder ganz storniert oder alles belassen habe. Sie verstand nicht, dass der Aufschub das Ergebnis IHRES Verhaltens war.
Wir einigten uns: Wir schmeißen die Ehe nicht hin, wir bleiben beide als Eltern bei unserem Kind, wir kaufen das Haus (wir würden nie wieder einen Kredit bekommen).
Wir verbrachten nun das erste Wochenende wieder zusammen. Noch nie hat meine Frau so viel Zeit und so oft in der Küche zugebracht. Noch nie wollte sie gleich an beiden Tagen meine Familie besuchen. Irgendwie sehe ich darin den Versuch, möglichst wenig mit mir allein zusammen zu sein. Körperliche Nähe sucht sie nicht zu mir. Keine Zärtlichkeit, auch kein liebes Wort. Wir hatten zwar Sex, aber ich glaube, für sie war es nur wie eine Art Pflichterfüllung.
Eine kurze Anspannung gab es Sonntag-Vormittag. Grund: Ich wollte mal beim Spazierengehen den Kinderwagen schieben. Sie war stinksauer, einfach so. Plötzlich ging das wieder weg, auch einfach so.
Am Mittwoch war ich in der Stadt wegen Hauskauf, abends beim Schwager zum Grillen. Ich "durfte" mit bei der Schwiegermutter schlafen, neben meiner Frau auf der Couch. Wir legten uns nieder, sie drehte mir den Rücken zu und das war's. Ich war totunglücklich darüber und sagte das. Sie sei müde. Für eine "Gute Nacht" und eine nette Geste, und wenn es nur ein Strich übers Haar ist, wäre doch wohl noch Energie da, sagte ich. Und sie: Für sie gäbe es nur die Kleine, sonst nichts. Ich und alle Männer der Welt können ihr gestohlen bleiben!
Am nächsten Morgen, meine Frau schlief noch, suchte meine Schwiegermutter verzweifelt ein Gespräch mit mir. Bislang wusste ich nicht, welche Rolle sie in der Sache spielt. Sie sagte: Es mache sie unglücklich, wenn das mit uns nicht bald in Ordnung käme. Hätten wir nicht bald unser Haus hier in der Stadt, würde sie ihre Tochter sofort vor die Tür setzen. Ich solle unbedingt aushalten, es wäre nur eine Phase, in der eben für die Mutter nur das Kind zählt. Wenn ihre Tochter unsere Ehe kaputt macht, dann will sie mit ihr nichts mehr zu tun haben. Sie hält auf jeden Fall zu mir, und sie diskutiert auch jedesmal mit ihrer Tochter auf meiner Seite. Hoffentlich kommt das in Ordnung, sie wisse sonsat nicht mehr, was sie tun soll. Sie habe schon so viel mit ihr durchgemacht. Und es habe einige schlimme Beziehungen vor der mit mir gegeben. Und endlich habe ihre Tochter einen "guten" Mann gefunden, dann dreht sie so am Rad. Sie habe ihrer Tochter empfohlen, zu einem Therapeuten oder Eheberater zu gehen, aber sie will partout nicht.
Heute kommt meine Frau mit der Kleinen wieder fürs Wochenende zu mir in unser Zuhause ... Und ich weiß nicht, ob das gut geht oder nicht. Ist unsere Ehe am Ende? Ist es nur ein "homonelles" Problem, diese Fixierung auf das Kind, das sich in absehbarer Zeit zugunsten der Beziehung wieder von selbst löst? Muss ich nur Geduld haben? Oder soll ich .... ja was denn??? Hilfe!

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A
ahri_12843573
29.07.05 um 13:26

Hi Ralf,
meine Güte hast Du Geduld ! Es muss an Gefühlen wohl alles bei Dir zusammen kommen.
Da ich deine Frau nicht kenne, nicht weiß wie sie sich vor der Geburt des Kindes verhalten hat ( gab es da auch schon solche Anzeichen ?), kann ich nur von mir reden.

Ich habe ein Kind, und nach der Geburt des Kindes war ich sowas von schlimm drauf. Alles hat sich plötzlich geändert, ich hatte das Gefühl die nächsten Jahre festzusitzen, obwohl ich ja noch ziemlich jung war/bin. An Sex habe ich keinen einzigen Gedanken verschwendet. Wir zogen auch in eine Wohnung, die mir überhaupt nicht gefiel, und ich war den ganzen Tag mit meinem Kind allein, während mein Freund arbeitete, zuvor hatte ich ein abwechslungreiches Leben wo immer was los war. Es war keine gute Zeit diese erste Zeit nach der Geburt und hat fast 1 Jahr angehalten. Ich war auch oft grundlos traurig, launisch, gereizt, obwohl wir uns sehr aufs Kind gefreut hatten.

Ich denke, dass es ein großer Hormonumschwung ist, und dass das bei einigen Frauen viel Zeit braucht sich wieder zu normalisieren.
Wenn Du aber merkst, dass deine Frau dein ständiges Einlenken ausnützt, indem sie es gar nicht mehr als solches würdigt und wahrnimmt, Dich sogar als Weichei (dafür) tituliert, würde ich eine andere Schiene fahren. Sag ihr in einem guten Moment nochmal, dass Du sie liebst, Du sehr wohl Verständnis hast, auch wartest, bis es ihr wieder besser geht, ABER dass Du nicht bereit bist ohne das Mindestmaß an Respekt daran festzuhalten. Dann merkt sie, dass Du zwar auf sich eingehst, Geduld hast, aber dennoch NICHT bereit bist alles mit Dir machen zu lassen.

Aber is schwierig so eine Ferndiagnostik ... Du verstehst ? Ich kenne deine Frau ja gar nich, und was Du schreibst findet ja NACH der Geburt statt. Wie war sie denn davor ?

Viel Glück wünsch ich Dir ..

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A
aminta_12823608
29.07.05 um 13:32

Hmmmm
ich habe ja noch keine kinder, aber kann es nicht einfach eine depression sein? Sie ist extrem auf das Kind fixiert. du kannst machen was du willst, es ist immer falsch. ev. kann sie sich dies nicht eingestehen und/oder sie sieht ihre fehler ein aber lässt den frust usw. bei dir aus. ev. wäre es gut wenn du auf distanz gehst, damit sie auf dich zugehen sollte. denn sie kann machen was sie will, du gehst immer wieder auf sie zu. So muss sie mal über ihren schatten springen.
ich denke einen therapie wäre das beste für euch. ev. gehst du alleine dahin, damit dir jemand zeigen kann, wie du mit den einzelnen situationen umgehen sollst. weil sie will ja nicht.
gruss
und erzähl wie das wochenende verlaufen ist.

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L
lally_11969332
29.07.05 um 13:34

Oweh!
Kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen. Wenn sie vorher anders war, könnte es schon eine postnatale Störung sein. Aber das abzuklären bedarf es eines Arztes und ich bin keiner. Ich würde mir das trotzdem nicht alles so gefallen lassen. Mach ihr mal klar, daß du unter ihrem Verhalten leidest und gib nicht immer nach.
Und das mit dem Hauskauf würde ich mir ehrlich gesagt auch nochmal gut überlegen. Das ist eine große Sache, aus der man nicht so einfach wieder ohne Verluste rauskommt.

Ich kann dir nur viel Glück wünschen!

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an0N_1226549599z
29.07.05 um 13:38

Aus der Sicht einer Mutter...
Hallo,
ich bin vor zwei Jahren Mutter einer total süßen Tochter geworden und ein bißchen zumindest kann ich die Reaktionen deiner Frau nachvollziehen. Mein Mann hatte nicht sehr viel Zeit in der Schwangerschaft für mich (wegen seines Berufes) und da fing eigentlich auch schon alles an. Ich fühlte mich unverstanden und zurückgesetzt, da er nur von seinem stressigem Beruf sprach und mich und das ungeborene Kind fast vergaß. Dadurch hätte ich fast eine Frühgeburt erlitten, konnte aber noch gestoppt werden. 5 Wochen später bei der normalen Geburt wollte ich ihn am liebsten gar nicht dabei haben, ich sagte immer es ist mein Kind und wie auch bei deiner Frau, reichte mir sein Anblick schon und ich hätte losschreien können. Er war natürlich trotzdem dabei. Aber auch nachher wurde es nicht besser. Er konnte nichts richtig machen, an allem meckerte ich rum, wie er mit dem Baby umging, im Haushalt nicht half, mich zuwenig in den Arm nahm usw. Ich war froh wenn ich aus dem Haus konnte und zu meiner Mutter und Freundin flüchten konnte. Dort ging es mir blendend, ich war eigentlich wieder die Alte. Aber kaum zu Hause, ich sah meinen Mann war meine Laune schon wieder auf dem Tiefpunkt. Er sagte nur Hallo - und ich konnte schon meckern. Wir wohnen auch nur in einem kleinen Dorf (6 Häuser) und mich hat das rumsitzen zu Hause tödlich genervt. Ich war richtig eifersüchtig auf meinen Mann, wenn er früh zur Arbeit aufstand. Ich hatte mir 3 Jahre Elternzeit genehmigen lassen. Was ich am Anfang bitter bereute.So ging das in etwa weiter, bis die Kleine ein Jahr wurde und das Laufen anfing. Ich hatte keine ruhige Minute mehr und musste ständig hinter ihr her. Sie war sehr aktiv und konnte keine Minute still sitzen. Und da war irgendwie der Knackpunkt. Da ich ja nicht immer hinter ihr her sein konnte, musste auch mein Mann ran (was ich vorher auch nie zugelassen habe) und siehe da, ich wusste langsam das ich meinen Mann vertrauen konnte und er für mich und die Kleine da ist. Und von da an wurde alles anders. Klar hab ich auch mal schlechte Tage, aber ich hab gemerkt wie wichtig mir mein Mann ist und bin dankbar, dass er meine Launen ertragen hat. Ich kann dir keinen Rat geben, wie man damit umgeht. Aber ich denke nach der Geburt ändert sich für Frauen halt einfach sehr viel. (Figur, allein wegen 4 Kilo zuviel hatte ich schon schlechte Laune, Arbeit, Baby usw.)Geduld, vielleicht wendet es sich zum Gutem, ich dachte auch schon an Scheidung, aber jetzt bin ich froh und glücklich damals nicht gleich alles hingeschmissen zu haben und jetzt sind wir eine kleine Familie und wollen bald ein zweites Kind, ich weiß ja jetzt was auf mich zukommt ... und mein Mann auch
Ich drück dir die Daumen!

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M
myf_11895328
29.07.05 um 13:48

Lieber Ralf,
danke für Deinen Beitrag. Weisst Du, solche Dinge aus der Sicht eines Mannes zu lesen, hilft mir ungemein, wieder ein neutrales Weltbild aufzubauen. Mein Blick ist momentan nämlich auch ziemlich verzerrt - aber das gibt sich wieder.

Ich kann komplett daneben liegen mit meiner Vermutung, aber ich glaube, Du gehst mit ihr zu soft um.

Bitte schmeiss jetzt nicht mit Steinen auf mich. Du wirst mir sagen, aber guck doch mal in dieses Forum, die Frauen wollen doch alle jemanden, der auf die Frau eingeht, mit ihr redet, ihr alles abnimmt etc.

Ja, das ist richtig. Aber irgendwann kommt die Grenze, die manchmal überschritten wird. Dein Text war sehr lang, aber ich erinnere mich an den Wutausbruch Deiner Frau am Telefon, wo sie zu Dir sagte: "Du Weichei".

Das ist es, Ralf!

Versuch doch bitte folgendes: Werde unnahbar. Tougher. Zeig ihr, wer "der Herr im Haus" ist. Denn ich glaube, das will sie jetzt wissen, sie provoziert Dich. Geh fort und komm einfach mal nicht wieder. Lasse sie im Dunkeln wo Du bist, mit wem Du Dich triffst. Wenn es Dir reicht, hau mit der Hand auf den Tisch und sag ihr: "Lady, genug ist genug." Und dann lass sie am besten stehen und fahre irgendwohin, dann hat sie auch mal Gelegenheit, über ihr Verhalten nachzudenken.

Eine Freundin sagte mal zu mir: "Ein Mann, mit dem ich machen kann was ich will, hat bei mir schon verloren...!"

Zeige ihr, dass Du immer noch die Zügel in der Hand hast, das will sie nämlich eigentlich... Manchmal muss man sich auch einfach gegenseitig erziehen. Deine Dame ist wohl im Augenblick mal dran, ihr Verhalten ist nämlich wirklich sehr daneben...

Anne

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O
odell_12259554
29.07.05 um 13:56
In Antwort auf an0N_1226549599z

Aus der Sicht einer Mutter...
Hallo,
ich bin vor zwei Jahren Mutter einer total süßen Tochter geworden und ein bißchen zumindest kann ich die Reaktionen deiner Frau nachvollziehen. Mein Mann hatte nicht sehr viel Zeit in der Schwangerschaft für mich (wegen seines Berufes) und da fing eigentlich auch schon alles an. Ich fühlte mich unverstanden und zurückgesetzt, da er nur von seinem stressigem Beruf sprach und mich und das ungeborene Kind fast vergaß. Dadurch hätte ich fast eine Frühgeburt erlitten, konnte aber noch gestoppt werden. 5 Wochen später bei der normalen Geburt wollte ich ihn am liebsten gar nicht dabei haben, ich sagte immer es ist mein Kind und wie auch bei deiner Frau, reichte mir sein Anblick schon und ich hätte losschreien können. Er war natürlich trotzdem dabei. Aber auch nachher wurde es nicht besser. Er konnte nichts richtig machen, an allem meckerte ich rum, wie er mit dem Baby umging, im Haushalt nicht half, mich zuwenig in den Arm nahm usw. Ich war froh wenn ich aus dem Haus konnte und zu meiner Mutter und Freundin flüchten konnte. Dort ging es mir blendend, ich war eigentlich wieder die Alte. Aber kaum zu Hause, ich sah meinen Mann war meine Laune schon wieder auf dem Tiefpunkt. Er sagte nur Hallo - und ich konnte schon meckern. Wir wohnen auch nur in einem kleinen Dorf (6 Häuser) und mich hat das rumsitzen zu Hause tödlich genervt. Ich war richtig eifersüchtig auf meinen Mann, wenn er früh zur Arbeit aufstand. Ich hatte mir 3 Jahre Elternzeit genehmigen lassen. Was ich am Anfang bitter bereute.So ging das in etwa weiter, bis die Kleine ein Jahr wurde und das Laufen anfing. Ich hatte keine ruhige Minute mehr und musste ständig hinter ihr her. Sie war sehr aktiv und konnte keine Minute still sitzen. Und da war irgendwie der Knackpunkt. Da ich ja nicht immer hinter ihr her sein konnte, musste auch mein Mann ran (was ich vorher auch nie zugelassen habe) und siehe da, ich wusste langsam das ich meinen Mann vertrauen konnte und er für mich und die Kleine da ist. Und von da an wurde alles anders. Klar hab ich auch mal schlechte Tage, aber ich hab gemerkt wie wichtig mir mein Mann ist und bin dankbar, dass er meine Launen ertragen hat. Ich kann dir keinen Rat geben, wie man damit umgeht. Aber ich denke nach der Geburt ändert sich für Frauen halt einfach sehr viel. (Figur, allein wegen 4 Kilo zuviel hatte ich schon schlechte Laune, Arbeit, Baby usw.)Geduld, vielleicht wendet es sich zum Gutem, ich dachte auch schon an Scheidung, aber jetzt bin ich froh und glücklich damals nicht gleich alles hingeschmissen zu haben und jetzt sind wir eine kleine Familie und wollen bald ein zweites Kind, ich weiß ja jetzt was auf mich zukommt ... und mein Mann auch
Ich drück dir die Daumen!

Das macht schon mal Mut!
Danke! "Dein Fall" baut mich schon mal ganz schön auf. Und er liegt ja fast genauso. Meine Frau hat mir auch vorgeworfen, zu wenig Interesse/Zeit für sie und unser Kind aufzubringen. Das ist interessant. Ich arbeite von 8 bis 17 Uhr etwa. Ich habe meine Hobbies ganz zurückgedreht, gehe alleine auch nicht weg, nur um meine ganze Freizeit mit der Familie zu verbringen. Ich arbeite manchmal sogar zu Hause, um da zu sein. Den Vorwurf mit dem Haushalt gibt es auch. Obwohl ich der bin, der den Herd bei uns bedient. Und dann kommt das Gegenteil: Sie wirft mir vor, meine Hobbies/Freunde zu vernachlässigen, nur noch zu Hause rumzuhängen und an ihr zu kleben. Das verstehe einer!
Aber an Dich noch eine andere Frage: Was hätte Dein Mann unternehmen können, eben in dieser Phase, als Deine Laune nach unten ging, wenn Du ihn nur sahst, um bei Dir besser dazustehen?

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A
ahri_12843573
29.07.05 um 14:18
In Antwort auf odell_12259554

Das macht schon mal Mut!
Danke! "Dein Fall" baut mich schon mal ganz schön auf. Und er liegt ja fast genauso. Meine Frau hat mir auch vorgeworfen, zu wenig Interesse/Zeit für sie und unser Kind aufzubringen. Das ist interessant. Ich arbeite von 8 bis 17 Uhr etwa. Ich habe meine Hobbies ganz zurückgedreht, gehe alleine auch nicht weg, nur um meine ganze Freizeit mit der Familie zu verbringen. Ich arbeite manchmal sogar zu Hause, um da zu sein. Den Vorwurf mit dem Haushalt gibt es auch. Obwohl ich der bin, der den Herd bei uns bedient. Und dann kommt das Gegenteil: Sie wirft mir vor, meine Hobbies/Freunde zu vernachlässigen, nur noch zu Hause rumzuhängen und an ihr zu kleben. Das verstehe einer!
Aber an Dich noch eine andere Frage: Was hätte Dein Mann unternehmen können, eben in dieser Phase, als Deine Laune nach unten ging, wenn Du ihn nur sahst, um bei Dir besser dazustehen?

Hi Ralf
das war so schwer, ich konnte mich da nicht auf eine verlässliche Linie einlassen, weil ich so heftige Gefühlsschwankungen hatte ! Manchmal hab ich mich von meinem Freund allein gelassen gefühlt und dann war er mir wieder viel zu NAH. Ich hatte das Gefühl jeder wollte was von mir: das Baby, mein freund ... mir is das viel zu viel geworden.
Aber bei Deiner Frau scheint es etwas anders zu sein, denn sie scheint sich ja als Einheit mit dem Baby zu fühlen. Für mich war es da eher schön,. dass er sich auch sehr drum gekümmert hat.

Schwierig, ich sag Dir nur : solche Hormonschwankungen können sowas von fieß sein, und das schlimmste : wenn Du sie nicht als solche erkennst, also gar nicht checkst, dass dein Zustand damit zusammenhängt, fühlst Du Dich der Situation SOOO dermaßen ausgeliefert, dass es manchmal ganz ganz schrecklich war !

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A
an0N_1190893299z
29.07.05 um 14:43

Vielleicht ist das alles so, weil...
Hey Ralf, hey Leute.

Wisst ihr, ich denke schon seit langem über etwas nach. Nach der Geburt eines Kindes (zumindest ist es meist der Fall) laufen Ehen schlechter und/oder scheitern ganz.
Aber auch so oder so, ob mit oder ohne Kind: es gibt soooo wenig Silberhochzeiten. Es gibt so wenig Paare, die bis an ihr Lebensende zusammen bleiben. Ich jedenfalls kenne keines.
Vielleicht liegt das daran, dass wir Menschen gar nicht dazu bestimmt sind, ZUSAMMEN zu leben.
Zum Beispiel die Bibel sagt: "Geht und vermehret euch" Das heißt doch eigentlich, dass man sich gar nicht auf EINEN fixieren sollte, oder?
Vielleicht sind wir dem Tier in dieser Beziehung gar nicht mal so unähnlich.
Man bedenke: es gibt so viele Weibchen in der Tierwelt, die nach der Geburt ihrer Kinder richtig gereizt sind und alles angreifen, was ihren Schützlingen schaden könnte. Ein Paradebeispiel dafür ist doch die Bache mit ihren Frischlingen. Zu einer bestimmten Zeit sollte man wirklich absolut nicht in den Wald gehen- Wildschweingefahr.
Und wenn man es mal so sieht: die Löwen z.B. stecken sich auch keine Eheringe an den Pfoten, heiraten und bleiben für den Rest ihres Lebens zusammen. In der Paarungszeit befruchten sie ein Weibchen, das dann die Jungen groß zieht, bis diese alt genug sind, um sich selbst fortzupflanzen. Das Männchen geht inzwischen seine eigenen Wege und paart sich bei der nächsten Paarungszeit mit einem anderen Weibchen.
Und ich schätze, nach alle dem, was man hört, sind die Triebe bei uns Menschen- zumindest bei den Männchen nicht weniger animalisch. Nach dem Motto: wenn sie für Nachwuchs gesorgt haben und das Baby von dem Weibchen gut umsorgt und großgezogen wird, paart sich das Männchen mit einem anderen Weibchen. Um seine Samen zu verstreuen. Woher kommt wohl der Bienchen- und Blümchen-Kram?
Nur dadurch, dass wir Menschen denken, sprechen und fühlen können (ich mein wir handeln nicht instinktiv) hat sich so was wie Ehe usw. entwickelt, genauso, wie die Kulturen. Die Bahai z.B. glauben, dass der Mensch denkt, damit er Gott anbeten kann. Aber der Kulturkram ist ne andere Sache.
Jedenfalls, dadurch, dass wir Empfindungen haben, kommt es vor, dass wir uns verlieben. Wenn diese Liebe missbraucht wird, sind wir verletzt. Daher wird man oft betrogen, weil der eine dem anderen nicht wehtun will und sich nicht traut, die Wahrheit zu sagen- NÄMLICH DAS MAN NICHTS MEHR FÜR DEN ANDEREN EMPFINDET. Man will dem Stress aus dem Weg gehen. Und wenn man auch noch mit dem vermeintlichen Partner Kinder hat, steht man unter noch größerem Druck. Denn, wie gesellschaftlich unmoralisch wäre es, ein Muttertier mit Brut zu verlassen? Die ganze Geschichte mit der Moral kommt doch nur, weil die Gesellschaft mit dem Verlassenen mitfühlen kann. Aber der Trieb verlangt es nun mal so, sich mit anderen fortzupflanzen. Und auf die Dauer können nur wenige Menschen zusammenhängen. Mit der Zeit wird es langweilig, die Liebe schwindet. Anständig wäre es dann, den Partner zu verlassen- der Ehrlichkeit willen. Schließlich sind wir zivilisiert und können kommunizieren- doch trotzdem: die meisten Beziehungen enden irgendwo im Streit. So verkomplizieren sich die meisten Bindungen, vor allem, wenn Kinder im Spiel sind. Und auch wenn man den Partner ehrlich verlässt, steht man unter Gesellschaftsdruck- ihr wisst?
Des Weiteren heißt es, der Mensch sei ein Homoökonomikus. Das heißt, er tut nichts, ohne seinen Nutzen daraus zu ziehen. Es muss nicht auf materieller Basis sein. Wenn die Gefühle in einer Partnerschaft dahin sind, denken viele an eine Trennung, weil sie keinen Nutzen mehr für sich in dieser Bindung sehen. Schließlich sind keine Gefühle mehr im Spiel, die für das High-Feeling zuständig sind. Ihr wisst, was ich meine?
Deutet das alles nicht darauf hin, dass wir gar nicht dazu gemacht sind, Beziehungen zu führen? Sind wir sozusagen bindungsunfähig?
Sollen wir in dieser Welt einfach nur unseren Zweck erfüllen, der mit Liebe und Partnerschaft gar nichts zu tun hat?

Würde mich sehr interessieren, wie ihr das seht.
LG

p.s.: sorry für den langen text. Es ist schwer, seine Gedanke aphoristisch zusammenzufassen.
Cw2

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S
sophie_12869323
29.07.05 um 14:48

Ich geb auch mal meinen senf dazu
... ich hab mit deinen beitrag durchgelesen und auch die antworten, allerdings nur teilweise. für mich klingt das so, als wär deine frau total auf das kind fixiert und alles andere existiert nicht mehr. egal was du machst, es ist falsch; wenn du dich mit ihr und dem kind beschäftigst ist das falsch und wenn du es nicht tust, auch. ich finde es aber schon mal gut zu wissen dass deine schwiegermutter auf deiner seite is. bitte sie doch mal, sich einen tag/abend um die kleine zu kümmern, damit du mal ein paar stunden mit deiner frau allein hast. entweder um einfach einen schönen tag zu haben, oder um wirklich mal auf den tisch zu hauen (da muss der knirps ja nicht dabei sein). in dem punkt stimme ich anne1967 vollkommen zu. deiner frau muss irgendwie mal gezeigt werden, was sie mit ihrem verhalten anrichtet und wo die grenze ist. davon wird sie zwar nicht gerade begeistert sein aber das bringt sie zumindest mal zum nachdenken.
ich wünsch dirf jeden fall viel glück!!!

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M
myf_11895328
29.07.05 um 14:49
In Antwort auf an0N_1190893299z

Vielleicht ist das alles so, weil...
Hey Ralf, hey Leute.

Wisst ihr, ich denke schon seit langem über etwas nach. Nach der Geburt eines Kindes (zumindest ist es meist der Fall) laufen Ehen schlechter und/oder scheitern ganz.
Aber auch so oder so, ob mit oder ohne Kind: es gibt soooo wenig Silberhochzeiten. Es gibt so wenig Paare, die bis an ihr Lebensende zusammen bleiben. Ich jedenfalls kenne keines.
Vielleicht liegt das daran, dass wir Menschen gar nicht dazu bestimmt sind, ZUSAMMEN zu leben.
Zum Beispiel die Bibel sagt: "Geht und vermehret euch" Das heißt doch eigentlich, dass man sich gar nicht auf EINEN fixieren sollte, oder?
Vielleicht sind wir dem Tier in dieser Beziehung gar nicht mal so unähnlich.
Man bedenke: es gibt so viele Weibchen in der Tierwelt, die nach der Geburt ihrer Kinder richtig gereizt sind und alles angreifen, was ihren Schützlingen schaden könnte. Ein Paradebeispiel dafür ist doch die Bache mit ihren Frischlingen. Zu einer bestimmten Zeit sollte man wirklich absolut nicht in den Wald gehen- Wildschweingefahr.
Und wenn man es mal so sieht: die Löwen z.B. stecken sich auch keine Eheringe an den Pfoten, heiraten und bleiben für den Rest ihres Lebens zusammen. In der Paarungszeit befruchten sie ein Weibchen, das dann die Jungen groß zieht, bis diese alt genug sind, um sich selbst fortzupflanzen. Das Männchen geht inzwischen seine eigenen Wege und paart sich bei der nächsten Paarungszeit mit einem anderen Weibchen.
Und ich schätze, nach alle dem, was man hört, sind die Triebe bei uns Menschen- zumindest bei den Männchen nicht weniger animalisch. Nach dem Motto: wenn sie für Nachwuchs gesorgt haben und das Baby von dem Weibchen gut umsorgt und großgezogen wird, paart sich das Männchen mit einem anderen Weibchen. Um seine Samen zu verstreuen. Woher kommt wohl der Bienchen- und Blümchen-Kram?
Nur dadurch, dass wir Menschen denken, sprechen und fühlen können (ich mein wir handeln nicht instinktiv) hat sich so was wie Ehe usw. entwickelt, genauso, wie die Kulturen. Die Bahai z.B. glauben, dass der Mensch denkt, damit er Gott anbeten kann. Aber der Kulturkram ist ne andere Sache.
Jedenfalls, dadurch, dass wir Empfindungen haben, kommt es vor, dass wir uns verlieben. Wenn diese Liebe missbraucht wird, sind wir verletzt. Daher wird man oft betrogen, weil der eine dem anderen nicht wehtun will und sich nicht traut, die Wahrheit zu sagen- NÄMLICH DAS MAN NICHTS MEHR FÜR DEN ANDEREN EMPFINDET. Man will dem Stress aus dem Weg gehen. Und wenn man auch noch mit dem vermeintlichen Partner Kinder hat, steht man unter noch größerem Druck. Denn, wie gesellschaftlich unmoralisch wäre es, ein Muttertier mit Brut zu verlassen? Die ganze Geschichte mit der Moral kommt doch nur, weil die Gesellschaft mit dem Verlassenen mitfühlen kann. Aber der Trieb verlangt es nun mal so, sich mit anderen fortzupflanzen. Und auf die Dauer können nur wenige Menschen zusammenhängen. Mit der Zeit wird es langweilig, die Liebe schwindet. Anständig wäre es dann, den Partner zu verlassen- der Ehrlichkeit willen. Schließlich sind wir zivilisiert und können kommunizieren- doch trotzdem: die meisten Beziehungen enden irgendwo im Streit. So verkomplizieren sich die meisten Bindungen, vor allem, wenn Kinder im Spiel sind. Und auch wenn man den Partner ehrlich verlässt, steht man unter Gesellschaftsdruck- ihr wisst?
Des Weiteren heißt es, der Mensch sei ein Homoökonomikus. Das heißt, er tut nichts, ohne seinen Nutzen daraus zu ziehen. Es muss nicht auf materieller Basis sein. Wenn die Gefühle in einer Partnerschaft dahin sind, denken viele an eine Trennung, weil sie keinen Nutzen mehr für sich in dieser Bindung sehen. Schließlich sind keine Gefühle mehr im Spiel, die für das High-Feeling zuständig sind. Ihr wisst, was ich meine?
Deutet das alles nicht darauf hin, dass wir gar nicht dazu gemacht sind, Beziehungen zu führen? Sind wir sozusagen bindungsunfähig?
Sollen wir in dieser Welt einfach nur unseren Zweck erfüllen, der mit Liebe und Partnerschaft gar nichts zu tun hat?

Würde mich sehr interessieren, wie ihr das seht.
LG

p.s.: sorry für den langen text. Es ist schwer, seine Gedanke aphoristisch zusammenzufassen.
Cw2

Ich glaube,
dass Du damit absolut Recht hast.

Deshalb haben wir diese riesigen Probleme miteinander.

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J
janene_12645599
29.07.05 um 15:09
In Antwort auf an0N_1190893299z

Vielleicht ist das alles so, weil...
Hey Ralf, hey Leute.

Wisst ihr, ich denke schon seit langem über etwas nach. Nach der Geburt eines Kindes (zumindest ist es meist der Fall) laufen Ehen schlechter und/oder scheitern ganz.
Aber auch so oder so, ob mit oder ohne Kind: es gibt soooo wenig Silberhochzeiten. Es gibt so wenig Paare, die bis an ihr Lebensende zusammen bleiben. Ich jedenfalls kenne keines.
Vielleicht liegt das daran, dass wir Menschen gar nicht dazu bestimmt sind, ZUSAMMEN zu leben.
Zum Beispiel die Bibel sagt: "Geht und vermehret euch" Das heißt doch eigentlich, dass man sich gar nicht auf EINEN fixieren sollte, oder?
Vielleicht sind wir dem Tier in dieser Beziehung gar nicht mal so unähnlich.
Man bedenke: es gibt so viele Weibchen in der Tierwelt, die nach der Geburt ihrer Kinder richtig gereizt sind und alles angreifen, was ihren Schützlingen schaden könnte. Ein Paradebeispiel dafür ist doch die Bache mit ihren Frischlingen. Zu einer bestimmten Zeit sollte man wirklich absolut nicht in den Wald gehen- Wildschweingefahr.
Und wenn man es mal so sieht: die Löwen z.B. stecken sich auch keine Eheringe an den Pfoten, heiraten und bleiben für den Rest ihres Lebens zusammen. In der Paarungszeit befruchten sie ein Weibchen, das dann die Jungen groß zieht, bis diese alt genug sind, um sich selbst fortzupflanzen. Das Männchen geht inzwischen seine eigenen Wege und paart sich bei der nächsten Paarungszeit mit einem anderen Weibchen.
Und ich schätze, nach alle dem, was man hört, sind die Triebe bei uns Menschen- zumindest bei den Männchen nicht weniger animalisch. Nach dem Motto: wenn sie für Nachwuchs gesorgt haben und das Baby von dem Weibchen gut umsorgt und großgezogen wird, paart sich das Männchen mit einem anderen Weibchen. Um seine Samen zu verstreuen. Woher kommt wohl der Bienchen- und Blümchen-Kram?
Nur dadurch, dass wir Menschen denken, sprechen und fühlen können (ich mein wir handeln nicht instinktiv) hat sich so was wie Ehe usw. entwickelt, genauso, wie die Kulturen. Die Bahai z.B. glauben, dass der Mensch denkt, damit er Gott anbeten kann. Aber der Kulturkram ist ne andere Sache.
Jedenfalls, dadurch, dass wir Empfindungen haben, kommt es vor, dass wir uns verlieben. Wenn diese Liebe missbraucht wird, sind wir verletzt. Daher wird man oft betrogen, weil der eine dem anderen nicht wehtun will und sich nicht traut, die Wahrheit zu sagen- NÄMLICH DAS MAN NICHTS MEHR FÜR DEN ANDEREN EMPFINDET. Man will dem Stress aus dem Weg gehen. Und wenn man auch noch mit dem vermeintlichen Partner Kinder hat, steht man unter noch größerem Druck. Denn, wie gesellschaftlich unmoralisch wäre es, ein Muttertier mit Brut zu verlassen? Die ganze Geschichte mit der Moral kommt doch nur, weil die Gesellschaft mit dem Verlassenen mitfühlen kann. Aber der Trieb verlangt es nun mal so, sich mit anderen fortzupflanzen. Und auf die Dauer können nur wenige Menschen zusammenhängen. Mit der Zeit wird es langweilig, die Liebe schwindet. Anständig wäre es dann, den Partner zu verlassen- der Ehrlichkeit willen. Schließlich sind wir zivilisiert und können kommunizieren- doch trotzdem: die meisten Beziehungen enden irgendwo im Streit. So verkomplizieren sich die meisten Bindungen, vor allem, wenn Kinder im Spiel sind. Und auch wenn man den Partner ehrlich verlässt, steht man unter Gesellschaftsdruck- ihr wisst?
Des Weiteren heißt es, der Mensch sei ein Homoökonomikus. Das heißt, er tut nichts, ohne seinen Nutzen daraus zu ziehen. Es muss nicht auf materieller Basis sein. Wenn die Gefühle in einer Partnerschaft dahin sind, denken viele an eine Trennung, weil sie keinen Nutzen mehr für sich in dieser Bindung sehen. Schließlich sind keine Gefühle mehr im Spiel, die für das High-Feeling zuständig sind. Ihr wisst, was ich meine?
Deutet das alles nicht darauf hin, dass wir gar nicht dazu gemacht sind, Beziehungen zu führen? Sind wir sozusagen bindungsunfähig?
Sollen wir in dieser Welt einfach nur unseren Zweck erfüllen, der mit Liebe und Partnerschaft gar nichts zu tun hat?

Würde mich sehr interessieren, wie ihr das seht.
LG

p.s.: sorry für den langen text. Es ist schwer, seine Gedanke aphoristisch zusammenzufassen.
Cw2

In der tierwelt...
.. gibt es jede menge arten die völlig monogam leben.
( da wo ich aufgewachsen bin gab es ein schwanenpärchen. als das weibchen eines tages starb, flog kurz darauf das männchen so hoch es konnte und stürzte sich dann in die tiefe... ist das nicht rührend?)

und ich kenne ein menge paar die bis zum lebensende zusammen waren( und noch ein ganz paar mehr die es bleiben werden).


sparkling

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O
odell_12259554
29.07.05 um 19:00

An alle, die schon geschrieben haben!
Habt Dank! Fühle mich jetzt schon viel gestärkter. Ich werde dieses Wochenende auf jeden Fall nicht mehr der sein, der sie zuerst in den Arm nimmt usw.
Also nochmals Danke!

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A
aminta_12823608
29.07.05 um 19:51
In Antwort auf odell_12259554

An alle, die schon geschrieben haben!
Habt Dank! Fühle mich jetzt schon viel gestärkter. Ich werde dieses Wochenende auf jeden Fall nicht mehr der sein, der sie zuerst in den Arm nimmt usw.
Also nochmals Danke!

Genau
zeig ihr deinen mann!!!!
Viel Glück und schreib uns wie es gelaufen ist.

gruss

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S
simcha_11918031
29.07.05 um 21:08

Zuviel Verständniss ermunter
Hallo Ralf,

erstmal "Hut ab" vor deinem Verstädniss und deiner Toleranz. Du mußt deine Frau schon sehr lieben. Schade das deine Frau das nicht sieht oder sehen kann, was ich eher vermute. Ihr ganzes Verhalten zeigt doch, das sie mit sich selbst total unzufrieden ist. Sie hat ein Problem, und das nicht erst seit heute, wenn ich die Aussage deiner Schwiegermutter,das sie schon einige schlimme Beziehungen vor dir hatte, richtig interpretiere. Durch die Schwangerschaft und damit einhergehende hormonelle Umstellung hat sich das alles vieleicht nur noch verstärkt. Ich denke eine therapeutische Behandlung wäre gut für deine Frau. Nur jemanden dazu zu bringen, der selber keine Notwendigkeit dafür sieht, weil ja für ihn alles in Ordnung ist nur die anderen sehen alles falsch, ist sehr schwierig. Habe leider auch kein Rezept dafür, sorry.

Wie sich das auch alles für dich entwickelt (hoffe du hälst uns hier im Forum auf dem Laufenden) vergiß dich selbst nicht, sonst läufst du Gefahr sehr unglücklich zu werden.


Alles Gute

babs

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B
blanch_12172325
29.07.05 um 23:01

Die Frau
ist total durchgeknallt und wenn das nicht archaisch klänge, würde ich sagen, die muss mal denHintern versohlt kriegen.

Das ist natürlich Blödsinn, verzeih. Aber ein sehr lautes ernstes Wort solltest Du mit ihr sprechen. Mehrfach. Die Frau will Grenzen und Schranken wie ein kleines Kind. Und so fühlt sie sich auch: unsicher, allein mit dem Zwerg, abhängig, abgebunden. Du mußt ein Machtwort reden, damit sie Dich wieder respektiert. Du scheinst ein liebender hart arbeitender Mann zu sein, Dir fehlt vielleicht nur ein wenig Übung im Zuhören.

Würdest Du mir einen Gefallen tun? Lies mal John Gray: Mars, Venus und Partnerschaft.
DAS hilft, wenn Du die Regeln befolgst.



Sie muss raus, fröhlich werden, Spaß haben. Nimm ihr das Kind ab, wenn's geht und/schick sie dringend zum Arzt.

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