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Minderwertigkeitsgefühle

1. November 2006 um 10:08

eine abstimmung. sind männer bzw frauen die eifersüchtig eigentlich von kindheit an eine minderbewertete "klasse" fehlte es ihnen schon immer an selbsbewusstsein und anerkennung?

ich finde schon, dass es so ist, vor allem diese besitzergreifende eifersucht ist ein zeichen dafür..

und wie kann man sie bekämpfen ??

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1. November 2006 um 11:30

Dein Beitrag ist
wirklich interessant. Ich denke, dass die Frage lauten sollte: "sind männer bzw frauen die eifersüchtig sind eigentlich von kindheit an eine minderbewertete "klasse"?".

Vorab Schreibe ich Dir, dass ich Deine Ansicht bezüglich einer minderwertigen Klasse bedenklich finde. Ich denke nicht, dass Du oder ein(e) andere(r) wie auch ich jemanden als minderbewertet deplatzieren kann. Nun fällt mir auf, dass Du anscheinend, wie wahrscheinlich 99% der Teilnehmer hier, nur negative Erfahrungen mit Eifersucht gemacht hast. Die Ausdrücke "Besitzergreifende" und "Minderbewertete" lassen mich dies vermuten.

Dazu möchte ich Dir mitteilen, wie ich Eifersucht sehe. Eifersucht ist ein Gefühl, welches nicht nur bei Partnerschaften auftreten kann, dort aber oftmals zu einem Problem werden kann. Meines Erachtens entsteht, dass hast Du schön beschrieben, dieses Gefühl aus dem Besitzstandsdenken. Die Angst, den gewonnen Besitz zu verlieren, beschäftigt viele Menschen. Den Besitzstand erkennst Du daran, dass viele Ihren Partner meine Frau, mein Mann, mein Freund benennen. In dieser Aussage definiert, dass es MEIN Mann ist, nicht DEINER. Besitz, wenn auch im positivem Sinn. Beachte bei dieser Überlegung den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum. Der Partner ist nicht Dein Eigentum, aber in Eurer Beziehung habt Ihr Euch gegenseitig als Besitz erklärt, sozusagen ein silent agreement. Wenn wir erstmal diesen Sachverhalt akzeptieren können, sind weitere Denkschritte möglich.

Was passiert nun, wenn ein(e) Dritte(r) von Außen nach unserem Besitz trachtet? Wir wollen den Besitz verteidigen, das scheint oftmals eine normale und nachvollziehbare Reaktion zu sein. Wenn in diesem Fall beide Partner die Grundregeln der Kommunikation (vier Sender und Empfänger) beherrschen, dann werden sie in der Lage sein, diese Situation zu klären. Selbst in dem Fall, wenn ein Partner ausbricht und die Beziehung beenden will, wird dies in einer zwar angespannten (tut ja auch weh) aber dennoch friedlicher Atmosphäre geschehen. Nun sind wir Menschen mit etwas ausgestattet, was uns zu Menschen macht: Unsere Kreativität. Und damit die Gabe, in der Phantasie uns Dinge vorzustellen. Und diese Gabe kann schnell zum Fluch werden, wenn aus Gründen von fehlendem Selbstvertrauen, fehlendem Zutrauen oder Vertrauen oder anderen Problemen die Eifersucht durch Einbildung zu einem Problem wird. Wenn in diesem Fall diese auch nicht kommuniziert wird (Eifersucht ist ja soooo uncool), dann kann es zu schlimmen Ausbrüchen der Eifersucht kommen.

Wie aus meinem Text zu erlesen ist, halte ich also Eifersucht als etwas Normales. Ich denke, dass die meisten Menschen dieses Gefühl kennen. Und ich halte nichts davon, sie zu verschweigen oder für uncool zu erklären, denn je offener wir mit diesem Thema umgehen können, desto weniger Probleme wird sie bereiten. Eifersucht muss auch nicht bedeuten, dass jemand Terror macht, weil der Partner fremdschläft. Es kann sich auch in anderen Situationen ausleben, daher sollte sie nicht daran festgemacht werden.

Und: Ich weiß ja auch, dass es Menschen geben soll, die keine Eifersucht verspüren. Ob das gut ist oder nicht, möchte ich nicht urteilen. Hoffe aber, dass diese Menschen hier auch nicht über Menschen urteilen, die zu ihrer Eifersucht stehen. Denn ich bin manches Mal eifersüchtig und stehe auch dazu. Irgendwie ist es auch ein schönes Gefühl, da ich dann merke, wie sehr ich noch an meiner Frau hänge

Ich bin gespannt auf Eure Gedanken dazu Bin ich vielleicht doch ein Exot?

Viele Grüße,
Torsten

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1. November 2006 um 14:05

.
cefeu
ich sehe das auch so. nur wie macht man diesem erwachsenem kind klar, dass sie nciht alleine auf der welt sind, und nicht immer das haben können.. das es auch ohne geht. das sie tolerieren müssen, dass sie kompromisse eingehen müssen...

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1. November 2006 um 16:43

Da hst Du durchaus Recht,
dass bei einem krankhaftem Verhalten, also einen Einengungszwang und Gewalt auf jeden Fall Hilfe von Außen benötigt wird!

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