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Menschenkenntnis: Subjektiv & Objektiv

3. März 2015 um 10:19

Tut mir leid, mir ist kein besserer Titel eingefallen.

Ich habe in letzter Zeit Zeit gehabt und auch ein bisschen Langeweile und relativ viel im Forum gestöbert.
Dabei ist mir aufgefallen, dass es viele Beiträge gibt, wo ich beim Lesen denke: "Boh, wie kann man so doof/blind/vernagelt sein?"

Aber dann musste ich an eine Freundin denken, die Frau hat einen sechsten Sinn für Menschen & Beziehungen, es ist, als ob sie den Leuten in den Kopf gucken könnte. Absolut faszinierend.
Der Haken, wenn es dabei um Beziehungen zu Menschen geht, die sie selbst betreffen, dann versagt sie völlig, es ist fast schon so, als würde sie sich zielgenau für die falsche Interpretation entscheiden.

Und wenn ich mich betrachte, mir geht es da recht ähnlich, nicht in dem Umfang, aber zumindest tendenziell.

Ich vermute mal, dass andere das auch kennen, kann man sich eigentlich eine gewisse Objektivität antrainieren?
Kann man da irgendwas gegen machen?

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3. März 2015 um 12:21

Das Blöde ist bloß
dass man selten Taten zu sehen bekommt, meist muss man sich mit dem begnügen, was ein Mensch sagt und wie er etwas sagt.
Ansonsten hast Du natürlich Recht, besonders sollte man noch darauf achten, in wie weit Taten und Worte tatsächlich zu einander passen.

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3. März 2015 um 12:25

Was mir dazu einfällt
Ich weiß leider nicht immer genau, was ich eigentlich will.

Die Idee ist aber gut, das gucke ich mir mal genauer an, ich fürchte bloß, dass ich selbst dann die Ergebnisse einfärben würde. Manchmal sieht man die Dinge einfach überhaupt nicht, die wichtig wären, in die Rechnung einzufließen.

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3. März 2015 um 12:33

Hui, das ist aber schwer
Emotionen ausschalten, dafür müsste es einen Knopf geben.

Klar, die großen Dinge, wie ernsthafte Grenzüberschreitungen, die nimmt man meist ja noch wahr, aber meist sind es die kleinen Dinge, die einem eher Aufschluss den Charakter oder die Absichten eines Menschen geben.

Es geht mir ja auch nicht nur um die Situationen, wo man blind vor Liebe vor die nächste Straßenbahn rennt, da ist dieser Effekt allerdings besonders deutlich.
Das betrifft ja auch Kumpels/Bekannte, in die man nicht unbedingt die großen Gefühle investiert, also eigentlich schon relativ objektiv bleiben können sollte.

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3. März 2015 um 12:34

Nein
Emotionale Menschen, die nicht rein rational handeln, können sich in ihren eigenen Belangen keine Objektivität antrainieren.

Mir geht es ähnlich. Bei anderen kann ich herrlich objektiv sein, treffe fast immer ins Schwarze. Sobald es aber um Dinge geht, die mich selbst emotional betreffen, kann ich nicht mehr klar denken.

Emotionalität und Objektivität passt meist nicht zusammen.

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3. März 2015 um 12:44

Ich muss zugeben
ich bin nicht ganz frei von dem Aberglauben, dass andere Menschen genauso denken und fühlen wie ich, zumindest ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich von anderen die Reaktionen erwarte, die ich selbst gezeigt hätte.

Den Umgang mit den Stereotypen finde ich nicht so schwer, da hat sich ja jeder so seinen Satz an Verhaltensweisen zurechtgelegt, leider helfen einem diese Gebrauchsanweisungen nur immer so lange, bis man es nicht mehr mit Typ 3b (Schmieriger Schnösel, der Eifon und Porscheschlüssel vor sich auf die Theke legt), sondern mit dem Klaus, mit dem man sich letztens so nett über Pink Floyd unterhalten hat, zu tun hat. Ich finde, ab da wird es schwierig.

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3. März 2015 um 12:50

Ja, ich glaube
ich weiß, was Du meinst, nachdem man auf die Nase gefallen ist, wieder aufstehehn und sich nicht ärgern, der nächste Mensch, dem man begegnet ist wieder ein ganz anderer.
Ich wünschte, ich hätte die Weisheit, ich ärgere mich immer noch, wenn ich mal wieder voll daneben gelegen habe, nicht mehr so sehr und nicht mehr so lange, wie früher, aber doch noch merklich.

Und es stimmt schon, eine "gute Tat" kommt von Innen und lässt sich nicht von Außen "bezahlen".

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3. März 2015 um 12:54
In Antwort auf fusselbine

Nein
Emotionale Menschen, die nicht rein rational handeln, können sich in ihren eigenen Belangen keine Objektivität antrainieren.

Mir geht es ähnlich. Bei anderen kann ich herrlich objektiv sein, treffe fast immer ins Schwarze. Sobald es aber um Dinge geht, die mich selbst emotional betreffen, kann ich nicht mehr klar denken.

Emotionalität und Objektivität passt meist nicht zusammen.

Ja, genau das meine ich
So schade das ist, aber ein rein rationales Leben wäre doch auch nicht erstrebenswert.

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3. März 2015 um 15:14

Das kann sein
Mit der Schönrednerei
(Soll heißen "der blöde Kerl ist einfach nur zu faul, sein Gehirn anzuwerfen"?)

Aber im Grunde würde eine kritische Frage, wenn sie denn SInn machen soll, erfordern, dass man sozusagen die ganze Situation mal von Außen betrachtet.
Und das ist echt nicht so einfach.
Vor allem, wenn einem nicht mal bewusst ist, dass es eine "Situation" ist.
Man rennt ja nicht die ganze Zeit im Alltag herum und hinterfragt sein Handeln.

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3. März 2015 um 15:19

Genau
Thema verfehlt!
Setzen!
Sechs!

Trotzdem stimmt das, was Du sagst, obwohl ich glaube, dass diese Einnerungsverzerrung nicht nur was mit schön oder unschönen Erinnerungen zu tun hat, sondern ich denke, dass unterschiedliche Menschen den DIngen auch unterschiedliche Wichtigkeit beimessen. Dinge, die uns unwichtig erscheinen, erinnern wir oft überhaupt nicht.

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3. März 2015 um 18:01

Man muss manche Macken von Menschen akzeptieren, sonst hat man am Ende gar keine Freunde.

Und in Sachen Liebe haben doch alle Menschen irgendwo eine rosarote Brille auf - und die ist meist noch sehr milchig verschwommen, nicht nur rosarot.

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3. März 2015 um 19:26

Stimmt
obwohl ich Beziehungen im allgemeinen Sinn meinte, allerdings kriegt man da dann auch allerhand mit.

Nur bemerkt man es auch wirklich oder blendet einem das Wunschdenken das dann aus?

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3. März 2015 um 19:34

Erkenne Dich selbst
scheint dann ja wohl die Grundlage für eine Lösung zu sein.

Ja, Vorurteile (oder Stereotypen) helfen nur so lange, bis man es mit einem Menschen (oder Individuum) zu tun hat, dann sollte man die Fähigkeit haben diese beiseite zu schieben und die Person hinter dem Stereotyp zu sehen.

Aber mal ganz ernsthaft, Menschen ticken wirklich seeehr verschieden.

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3. März 2015 um 19:37

Aber
durch die Liebe wird es gelegentlich noch grausamer!

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3. März 2015 um 19:44

Schönes Beispiel
diesen Gulascheffekt kenne ich auch. Da fielen mir gerade zwei extreme Beispiele ein.
Mir hat mal eine Bekannte erzählt, was sie für eine tollen Kerl kennt, Dieses & Jenes hat er für sie getan, sie war ja sooo verliebt. Ich war ziemlich perplex und ich war drauf und dran ihr zu sagen: "Dir ist schon klar, dass ICH das war, oder?", aber ich habe es dann gelassen. (Was übrigens im Nachhinein die richtige Entscheidung war)

Wie Du schon sagst: Das kann man eben nur akzeptieren.

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3. März 2015 um 19:45

Ich denke
es geht darum, dass B wirklich davon überzeugt ist, selber gekocht zu haben.

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3. März 2015 um 21:09

Auch
eine Lösung.

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3. März 2015 um 21:10

Wäre interessant zu wissen
ob Psychologen auch gelegentlich dieses Probem haben.

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3. März 2015 um 21:12
In Antwort auf 4q

Man muss manche Macken von Menschen akzeptieren, sonst hat man am Ende gar keine Freunde.

Und in Sachen Liebe haben doch alle Menschen irgendwo eine rosarote Brille auf - und die ist meist noch sehr milchig verschwommen, nicht nur rosarot.

Stimmt
Perfekte Menschen gibt es ja auch nicht.

Und die Brille wirkt dann noch wie einer dieser Kaufhausspiegel, die schlanker machen.

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3. März 2015 um 21:16

Aber
kann das dann nicht auch dazu führen, dass wir nur noch das Gute sehen?

Klar, wenn ich jemanden lange kenne und als Menschen schätze, dem lasse ich "mehr durch gehen". Außerdem interpretiere ich Verhaltensweisen, die von Außen betrachtet vielleicht unmöglich aussehen ganz anders.

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3. März 2015 um 21:17

Das ist auch
ein guter Ansatz.

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3. März 2015 um 21:24

Hmh
Es ist eher so, dass die "begutachteten" Leute diese Meinung später durch ihre Handlungen bestätigen.

Objektivität ist für mich eine Ansicht, die nicht durch vorgefasste Meinungen meinerseits getrübt wird.

Was an ihren persönlichen Interpretationen falsch ist? Sie fällt regelmäßig auf die Nase, weil die Zeit zeigt, dass sie die Situation falsch eingeschätzt hatte.

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3. März 2015 um 21:25

Also
wenn jemand alle Beteiligten gut genug versteht, dass er einen für alle akzeptablen Kompromiss finden kann?

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3. März 2015 um 21:52

Okay
So hatte ich das auch verstanden.

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3. März 2015 um 23:00

So oder so
Es ist schwierig.

Und vor allem kann man sich sicher sein, dass man nichts ausblendet?

Andererseits, was ist schon sicher?
Besonders, wenn es um Menschen geht?

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4. März 2015 um 14:56

Andererseits
ist doch aber gerade die Erfahrung das, was uns befähigt, Menschen einzuschätzen, sogar instinktiv einzuschätzen.

Uns so praktisch es auch sein mag, zu wissen, welche "Knöpfe man drücken muss", damit ich jemanden nett finde, so weiß ich immer noch nicht, ob derjenige diese "Knöpfe" bewusst gedrückt hat, um eben diese Reaktion auszulösen oder ob es einfach passt und der realen Persönlichkeit dieser Person entspricht.

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4. März 2015 um 15:09

Ich glaube
es gibt Grenzen, in wie weit sich ein Mensch selber kennen und verstehen kann und auch Grenzen dessen, was wir an Denken und Fühlen kontrollieren können.

Ebenso können wir auch nicht immer weiterziehen und schauen, welch neu Möglichkeiten sich durch einen erweiterten Horizont ergeben, egal, wie verlockend (oder vernünftig) das sein mag.

Aber das es Menschen gibt, die eine besondere Saite in uns zum klingen bringen, das stimmt. Nur stehen wir dann wieder an dem Punkt, akzeptieren wir denn Schein als Sein, nur weil dieses gute Gefühl früher auch Gutes bedeutete? Oder akzeptieren wir es, weil wir tatsächlich das Sein sehen?

Und ws die Bäume angeht, so nehmen wir sie nicht nur unterschiedlich wahr, sondern sie haben auch eine andere Bedeutung, für den einen sind sie "Lecker Marmelade" und für den anderen das "verdammte Laub".

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Von: imilie_12165757
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4. März 2015 um 14:32
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