Home / Forum / Liebe & Beziehung / Meine Welt bleibt stehen!

Meine Welt bleibt stehen!

28. Oktober 2009 um 16:49

Hallo liebes Forum,

ich bin eine 21-jährige junge Frau, die sich in einem Lebensabschnitt befindet, der sie schlicht und ergreifend überfordert. Der Titel, den ich für dieses Thema gewählt habe, mag melodramatisch oder übertrieben wirken. Traurig ist, dass es stimmt. Ich glaube, ich könnte jeden Augenblick aufhören zu atmen, zu denken.

Ich schlage meinen Freund. Ich verprügele ihn manchmal regelrecht. Ich bin klein und nicht stark, ich stelle für ihn keine Gefahr dar. Er ist 30cm größer und etwa 50kg schwerer als ich. Ich schlage um mich, ich werfe Dinge. Er schlägt nicht zurück. Er lässt es sich gefallen. Ich stehe in diesen Momenten neben mir, beobachte mich. Ich erkenne diese Person nicht wieder. Ich kenne sie nicht. Ich bin nicht ich. Wieso sollte ich einer Person wehtun, die ich liebe? Ich habe absolut keine Ahnung. Ich erreiche regelmäßig einen Punkt, an dem etwas anderes mein Handeln bestimmt. Und hinterher denke ich fast: Wow! Ich bin so oft fassungslos. Ich nehme mir vor, es NIE wieder zu tun, und dann wird der Schalter wieder umgelegt und ich werde zum Monster. Ich verliere - um genau zu sein - die völlige Kontrolle und werde von Aggressionen regiert.

Meine Familie ist zerbrochen. Meine Mutter ist geschieden, stark depressiv, will sich das Leben nehmen. Mein Vater ist ein ... und todkrank. Meine Oma wurde von meinem Opa durch eine Jüngere ersetzt und ist ebenfalls depressiv. Mein Bruder... mein lieber Bruder... war so jung, als alles zerbrach. Er hatte keinen, der ihm den Weg zeigen konnte. Ich hoffe, er findet den richtigen Weg.
Meine Freunde... ich habe kaum welche. Mein Freundeskreis zerbrach. Im Studium bin ich gescheitert, habe nun eine andere Studienrichtung gewählt und scheitere wieder.
Mein Freund ist mein Leben. Ich liebe ihn.
Er ist wirklich alles, was ich habe. Ich habe nichts mehr im Leben. Und ihn mache ich kaputt.

Ich war heute bei einer Therapeutin. Ich sagte ihr, dass ich eine neue Studienrichtung eingeschlagen habe und wieder versage. Schon wieder. Ich falle durch Prüfungen. Ich gehe nicht zu Vorlesungen. Ich kann mich nicht konzentrieren. Ich bin fix und fertig. Sie kann mir nicht helfen. Sie sagt, wir können von ihr aus gerne Gespräche führen. Aber eine Wunderlösung gibt es nicht. Medikamente würden mir nicht helfen, seien keine Lösung. Ich sei höchstens leicht depressiv - immerhin hätte ich die Kraft, in die Praxis zu kommen und um Hilfe zu suchen. Nächste Woche soll ich wieder hin, wenn ich es für sinnvoll halte.
Nach dem Gespräch fühlte ich mich nur noch schlimmer. Wozu habe ich mein Leben ausgepackt? Meine Therapeutin meinte, ich hatte immer Erfolg im Leben und nun läuft es nicht so, wie es soll, und das müsste ich einfach akzeptieren. Und wie? Meine Karriere steht auf dem Spiel. Meine Zukunft! Ich lerne und lerne und lerne und bei der Prüfung ist nichts im Kopf. Sowas kenne ich nicht!

Ich bin nicht ich. Ich war lebensfroh, ich war beliebt. Ich hatte Freunde, super Noten. Wegen meines grandiosen Abiturs stand ich in Zeitungen, wurde bewundert. Das war meine Rolle. Das war meine Quelle der Bestätigung. Daran hielt ich mich fest, als es zu Hause Krieg gab. Und nun? Was bleibt? Ich weiß nur, dass das Leben schlecht ist. Es geht über 2 Jahre so, und ich komme nicht raus.

Ich werde weiterhin zur Therapeutin gehen. Sie hat mir die Wahl gelassen. Ich kann kommen, wenn ich es für sinnvoll halte. Ich werde gehen. Sie sagt, es ist ein langer Prozess, wenn ich mich dazu entscheide. Ob ich die Geduld hätte, fragt sie. Was mache ich in den nächsten Monaten? Ich will meinen Freund NICHT verlieren. Ich will handeln. Doch ich habe keine Kontrolle, über NICHTS. Was tue ich also? Zusehen, wie in nächster Zeit Studium und Beziehung zerbrechen? Wie komme ich raus aus dem Loch? Wisst ihr das? Wie sehr kann es mir helfen, pro Woche 45 Minuten lang eine Therapeutin zu bequatschen, die dann alles mitschreibt und am Ende mir eine Zusammenfassung gibt? Ich kenne mich damit nicht aus. Kann das wirklich helfen, wenn man einfach keine Lebensfreude mehr hat?

Ich weiß es nicht.
Falls jemand irgendeinen Tipp hat, irgendwas, was ich übersehe, dann lasst es mich bitte bitte wissen. Ich will meinen Freund nicht verlieren, aber wenn ich mich nicht ändere - und das schnell - dann bin ich ganz alleine in dieser Stadt. Keine Freunde, keine Familie, kein gar nichts. Und ich glaube, dann wird mein Leben erst so richtig bunt.

Vergebt mir, dass es so lang wurde. Vergebt mir auch, wenn es thematisch nicht in dieses Forum passt. Doch Psychologie und Beziehung in Kombination, das fand ich passend!

Grüße
Pyrimidin

Mehr lesen

28. Oktober 2009 um 17:03

Deine Gewalt scheint nur ein Symptom zu sein
Wobei ich mit "nur" nicht meine, dass damit dann ja alles in Butter wäre. Nein, es ist absolut nicht ok, was du deinem Freund antust und du klingst in deinen Begründungen ("Das bin nicht ich!") nicht anders als ein Mann, der seine Partnerin schlägt.

Als allererstes: Doch, das *bist* du. Du schaust nicht nur zu, wie dein Körper deinen Freund schlägt, du tust es!

Die nächste Frage ist: Warum?

Ich denke, dir fehlt Leidenschaft.
Warum scheiterst du im Studium? Kann es sein, dass du eigentlich gar nicht wusstest, was du nach dem Abi machen willst? Ohne Leidenschaft hält man ein Studium oftmals nicht aus. Pyrimidin? Demnach bist oder warst du Studentin einer naturwissenschaftlichen Richtung. Chemie, Biochemie, Biologie oder so etwas. Naturwissenschaften schafft man nicht ohne Motivation! Du musst das, was du machst, auch wirklich wollen.
Warum wärst du alleine, wenn du deinen Freund verlierst? Bist du neu in der Stadt und kennst niemanden? Ändere das!

Vielleicht täte es dir sogar gut, wenn du erst einmal etwas ganz anderes machen würdest. Ein soziales oder ökologisches Jahr vielleicht? Eine Sprachreise?

Finde heraus, was du willst und dann erarbeite es dir mit Leidenschaft. Dann brauchst du die mangelnde Leidenschaft nicht durch Gewalt kompensieren.

LG
Ele

P.s.: Ich bin keine Psychologin und selbst wenn ich eine wäre, sind Ferndiagnosen eigentlich mumpitz. Das ist nur meine Einschätzung der Dinge.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 17:12

Warum du...
..zuschlägst weiß ich zwar nicht. Ebenso wenig wie die Gründe dafür, dass du nichts auf die Reihe bekommst, wie du sagst.
Aber vielleicht wäre es hilfreich, wenn du etwas hättest, wo du dich richtig auspowern kannst. So sind die Aggressionen vielleicht besser unter Kontroll? Kampfsport wäre eine Möglichkeit.

Versuche, herauszufinden was die Ursachen für deine Antriebslosigkeit und Gewaltbereitschaft sind, um eine dauerhafte Lösung zu finden. Bis dahin kann ein Power-Sport die Heftigkeit der Ausbrüche evtl mindern. Und dir Erfolgserlebnisse verschaffen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 17:31

Du hast dein Leben in der Hand!
Hallo liebe DNA-Base,

dein Post klingt sehr verzweifelt. Ja du hast eine Menge Probleme und dass du deinen Freund schlägts ist eines davon und steht mit den anderen in Verbindung. Du lässt an ihm deinen Frust über dein deiner Meinung nach zur Zeit verkorkstes Leben aus. Das kann man nachvollziehen, es ist allerdingst trotzdem ein absolutes NoGo! Und auch wenn es nur Symptombekämpfung ist, ist es an der Zeit hier sofort einen Riegel vorzuschieben!
Wie acetat schon sagte, geh raus in dem Moment, wenn dir danach ist. Häng einen Sandsack im Keller auf oder schlag auf die Kissen des Bettes ein, bis du dich wieder beruhigt hast. Schrei es heraus aber lass es nicht an ihm aus, dass dein Leben zur Zeit keinen klaren Kurs hat.

So und dann mach dich an die Bekämpfung der Ursache. Lass mal alle anderen Leben (Family, Freunde) aus deiner Betrachtung heraus und frage Dich, was du denn eigentlich wirklich willst im Leben. Welche Sachen machen Dir Freude, bringen Dich zum lachen oder rühren dein Herz? Miste konsequent in deinem Leben Dinge oder Menschen aus, die Dir nicht gut tun. Nimm Dir die Zeit, nimm vielleicht sogar ein Semester Auszeit. Mach ein Praktikum irgendwo, wo du mal hineinriechen möchtest. Rede mit deinem Freund über deine innere Welt, Bezieh ihn mit ein. Aber nur als Zuhörer, nicht als allein-Seligmachenden. Dein Glück hast nur DU in der Hand!

Wenn es dir hilft, lass diesenProzess durch professionelle Hilfe begleiten. Aber such dir jemanden, bei dem du dich wohl fühlst. Suche solange, bis du diesen jemand gefunden hast, denn auch Thearpeuten sind nur Menschen und nur bei einigen stimmt die berühmte 'Chemie'.
Akzeptiere den Gedanken an Fehlschläge im Leben, sieh sie nicht als nur negativ an sondern sieh sie als Herusforderung. Was kann ich daraus lernen, was sagt mir das über mich? Will ich vielleicht eigentlich etwas anderes machen?
Respektiere, dass andere Leben anders verlaufen (vielleicht gradliniger oder 'erfolgreicher'), nimm dies aber nicht als Maßstab für DEIN Leben. Dieser sollte immer dein subjektives Wohlempfinden sein, egal ob andere damit glücklich würden oder nicht. Sch** auf die Meinung anderer, es ist DEIN Leben und du entscheidest, wie es verläuft und was für dich der richtige Weg ist.
Und nun mach den ersten Schritt der Reise, die vor dir liegt. Entschuldige Dich aufrichtig bei deinem freund, teile ihm deine Gedanken dazu mit, wie du gedenkst in Zukunft mit diesen Ausrastern umzugehen. Vielleicht hat er ja auch eine Idee, vielleicht eine Art Code-Wort in der Eskalationsphase. Denkt euch gemeinsam eine Strategie aus und dann nimm DEIN LEBEN in die Hand. Und zwar in DEINE.
Viel Kraft für diesen Weg.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 17:35
In Antwort auf liva_11977900

Deine Gewalt scheint nur ein Symptom zu sein
Wobei ich mit "nur" nicht meine, dass damit dann ja alles in Butter wäre. Nein, es ist absolut nicht ok, was du deinem Freund antust und du klingst in deinen Begründungen ("Das bin nicht ich!") nicht anders als ein Mann, der seine Partnerin schlägt.

Als allererstes: Doch, das *bist* du. Du schaust nicht nur zu, wie dein Körper deinen Freund schlägt, du tust es!

Die nächste Frage ist: Warum?

Ich denke, dir fehlt Leidenschaft.
Warum scheiterst du im Studium? Kann es sein, dass du eigentlich gar nicht wusstest, was du nach dem Abi machen willst? Ohne Leidenschaft hält man ein Studium oftmals nicht aus. Pyrimidin? Demnach bist oder warst du Studentin einer naturwissenschaftlichen Richtung. Chemie, Biochemie, Biologie oder so etwas. Naturwissenschaften schafft man nicht ohne Motivation! Du musst das, was du machst, auch wirklich wollen.
Warum wärst du alleine, wenn du deinen Freund verlierst? Bist du neu in der Stadt und kennst niemanden? Ändere das!

Vielleicht täte es dir sogar gut, wenn du erst einmal etwas ganz anderes machen würdest. Ein soziales oder ökologisches Jahr vielleicht? Eine Sprachreise?

Finde heraus, was du willst und dann erarbeite es dir mit Leidenschaft. Dann brauchst du die mangelnde Leidenschaft nicht durch Gewalt kompensieren.

LG
Ele

P.s.: Ich bin keine Psychologin und selbst wenn ich eine wäre, sind Ferndiagnosen eigentlich mumpitz. Das ist nur meine Einschätzung der Dinge.

Hallo
Ja, eleonor, du hast recht, das *bin* ich - das bin ich nun. Ich habe es falsch formuliert, aber ich finde, man hätte es verstehen können. Ich WAR so nicht. Nie. Ich habe nicht jeden Tag herumgeweint. Wenn ich sauer war, war ich es halt. Ich schlug nicht, beleidigte nicht.
Da ist man ein Leben lang nicht so, und plötzlich verändert man sich innerhalb kürzester Zeit. Ich denke, es ist normal, wenn man dann Probleme hat, sich mit dem neuen Verhalten zu identifizieren. Ich bin nicht nur aggressiver geworden, sondern auch pessimistischer, impulsiver, dicker, gemeiner, egoistischer. Nein, so kenne ich mich wirklich nicht. So nicht. Und das meine ich ernst.

Ich habe keine Freunde mehr. Ich wohne seit 3 Jahren in dieser Stadt und habe keine. Ich dachte zunächst, ich bemühe mich und werde abgelehnt, aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, will ich keine neuen Freundschaften. Ich gehe abends nicht aus, trinke nichts. Ich sitze zu Hause, gucke fern. Ich empfinde die Lust nicht.
Ich bin auf Parties gegangen, habe Einladungen angenommen. Mein Freund musste mich teilweise überreden. Ich habe es nicht genossen, wollte nach Hause. Fühlte mich unwohl. Ich will mich nicht unwohl fühlen. Will glücklich sein.

Natürlich will ich mit dem Mist aufhören. Von ganzem Herzen. Denn dann muss ich nicht bangen, verlassen zu werden. Zumindest hätte ich ein Problem weniger. Wieso sollte ich nicht aufhören? Es macht keinen Spaß, es ist der HORROR. Wenn man in den Spiegel schaut, und man ekelt sich wahrhaftig. Man macht sich Vorwürfe, verurteilt sich. Es ist hässlich und nichts weiter.

Ich studierte ein naturwissenschaftliches Fach, ja, und ich liebte dieses Fach - vor dem Studium. Wollte mein Leben lang damit beschäftigen. Ich konnte es nicht, blickte nicht durch. War die schlechteste, kam nicht weiter. Bestand keine einzige Klausur, war einfach unglücklich. Es war Stress und kein bisschen Freude. Ich gab auf, bevor ich kaputt ging (so dachte ich).
Nein, ich wusste genau, was ich machen wollte. Der Plan ging daneben, und seit dem weiß ich mit dem Leben nichts anzufangen.

Mir fehlt keine Leidenschaft, ich würde diese "Ferndiagnose" für falsch halten. Was mir fehlte, war höchstens Ordnung im Leben. Ich wuchs auf im Chaos. Die Schule war geregelt. Ich hielt mich daran, als sei es ein Gerüst. Und dann ging sie zu Ende. Nun, mein Studium ist genauso chaotisch wie mein Freundeskreis, meine Familie und meine Beziehung. Alles CHAOS! Ich blicke nicht durch.

Danke für's Lesen und für den Ratschlag.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 17:46
In Antwort auf clytia_12068371

Hallo
Ja, eleonor, du hast recht, das *bin* ich - das bin ich nun. Ich habe es falsch formuliert, aber ich finde, man hätte es verstehen können. Ich WAR so nicht. Nie. Ich habe nicht jeden Tag herumgeweint. Wenn ich sauer war, war ich es halt. Ich schlug nicht, beleidigte nicht.
Da ist man ein Leben lang nicht so, und plötzlich verändert man sich innerhalb kürzester Zeit. Ich denke, es ist normal, wenn man dann Probleme hat, sich mit dem neuen Verhalten zu identifizieren. Ich bin nicht nur aggressiver geworden, sondern auch pessimistischer, impulsiver, dicker, gemeiner, egoistischer. Nein, so kenne ich mich wirklich nicht. So nicht. Und das meine ich ernst.

Ich habe keine Freunde mehr. Ich wohne seit 3 Jahren in dieser Stadt und habe keine. Ich dachte zunächst, ich bemühe mich und werde abgelehnt, aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, will ich keine neuen Freundschaften. Ich gehe abends nicht aus, trinke nichts. Ich sitze zu Hause, gucke fern. Ich empfinde die Lust nicht.
Ich bin auf Parties gegangen, habe Einladungen angenommen. Mein Freund musste mich teilweise überreden. Ich habe es nicht genossen, wollte nach Hause. Fühlte mich unwohl. Ich will mich nicht unwohl fühlen. Will glücklich sein.

Natürlich will ich mit dem Mist aufhören. Von ganzem Herzen. Denn dann muss ich nicht bangen, verlassen zu werden. Zumindest hätte ich ein Problem weniger. Wieso sollte ich nicht aufhören? Es macht keinen Spaß, es ist der HORROR. Wenn man in den Spiegel schaut, und man ekelt sich wahrhaftig. Man macht sich Vorwürfe, verurteilt sich. Es ist hässlich und nichts weiter.

Ich studierte ein naturwissenschaftliches Fach, ja, und ich liebte dieses Fach - vor dem Studium. Wollte mein Leben lang damit beschäftigen. Ich konnte es nicht, blickte nicht durch. War die schlechteste, kam nicht weiter. Bestand keine einzige Klausur, war einfach unglücklich. Es war Stress und kein bisschen Freude. Ich gab auf, bevor ich kaputt ging (so dachte ich).
Nein, ich wusste genau, was ich machen wollte. Der Plan ging daneben, und seit dem weiß ich mit dem Leben nichts anzufangen.

Mir fehlt keine Leidenschaft, ich würde diese "Ferndiagnose" für falsch halten. Was mir fehlte, war höchstens Ordnung im Leben. Ich wuchs auf im Chaos. Die Schule war geregelt. Ich hielt mich daran, als sei es ein Gerüst. Und dann ging sie zu Ende. Nun, mein Studium ist genauso chaotisch wie mein Freundeskreis, meine Familie und meine Beziehung. Alles CHAOS! Ich blicke nicht durch.

Danke für's Lesen und für den Ratschlag.

Hmmm....
Eine Frage, weil mir das nicht so deutlich wird: Bist du nie gerne auf Parties gewesen?

Freunde zu haben muss nicht zwangsläufig bedeuten, auf Parties oder aus zu gehen. Etwas sozialer Input und Output wäre womöglich schon genug.
Darf ich da nachhaken? Warum willst du keine neuen Freundschaften? Abgesehen davon, dass du gern zuhause bleibst. Vertrauenspersonen, Gleichgesinnte... so etwas möchtest du auch nicht haben?

Zur Ordnung: Vermutlich machst du den Bachelor, oder? Viele Studiengänge sind seit dem Wechsel auf das Bachelor/Master-System sehr verschult. Vielleicht ist das an deiner Uni aber nicht so. Wenn du dich zur Ordnung der Schule zurück sehnst, bist du vielleicht an einer anderen Uni mit stärker schulischen Struktur besser aufgehoben?

Könnte es sein, dass du "schlichtweg" das BurnOut-Syndrom hast? Seit wann geht es dir denn so schlecht?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 17:53

Fachrichtung
Wenn Deine Therapeutin nur mitschreibt und Dir am Ende eine Zusammenfassung gibt dessen, was von Dir kam, dann hört sich das an, als wenn Du zu einer Psychoanalytikerin gegangen bist. Diese Therapierichtung dauert in der Tat sehr lange, mehrere Jahre, und geht über den Kopf, also recht indirekt.

Ob Psychoanalyse das richtige für Dich ist, kann ich nicht entscheiden. Aber ich vermute eine andere Richtung, wie z.B. Psychodrama in der Gruppe oder eine normale tiefenpsychologisch fundierte Therapie würden Dir schnellere Erfolge bringen.

jaja

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 17:55
In Antwort auf kilie_12351775

Du hast dein Leben in der Hand!
Hallo liebe DNA-Base,

dein Post klingt sehr verzweifelt. Ja du hast eine Menge Probleme und dass du deinen Freund schlägts ist eines davon und steht mit den anderen in Verbindung. Du lässt an ihm deinen Frust über dein deiner Meinung nach zur Zeit verkorkstes Leben aus. Das kann man nachvollziehen, es ist allerdingst trotzdem ein absolutes NoGo! Und auch wenn es nur Symptombekämpfung ist, ist es an der Zeit hier sofort einen Riegel vorzuschieben!
Wie acetat schon sagte, geh raus in dem Moment, wenn dir danach ist. Häng einen Sandsack im Keller auf oder schlag auf die Kissen des Bettes ein, bis du dich wieder beruhigt hast. Schrei es heraus aber lass es nicht an ihm aus, dass dein Leben zur Zeit keinen klaren Kurs hat.

So und dann mach dich an die Bekämpfung der Ursache. Lass mal alle anderen Leben (Family, Freunde) aus deiner Betrachtung heraus und frage Dich, was du denn eigentlich wirklich willst im Leben. Welche Sachen machen Dir Freude, bringen Dich zum lachen oder rühren dein Herz? Miste konsequent in deinem Leben Dinge oder Menschen aus, die Dir nicht gut tun. Nimm Dir die Zeit, nimm vielleicht sogar ein Semester Auszeit. Mach ein Praktikum irgendwo, wo du mal hineinriechen möchtest. Rede mit deinem Freund über deine innere Welt, Bezieh ihn mit ein. Aber nur als Zuhörer, nicht als allein-Seligmachenden. Dein Glück hast nur DU in der Hand!

Wenn es dir hilft, lass diesenProzess durch professionelle Hilfe begleiten. Aber such dir jemanden, bei dem du dich wohl fühlst. Suche solange, bis du diesen jemand gefunden hast, denn auch Thearpeuten sind nur Menschen und nur bei einigen stimmt die berühmte 'Chemie'.
Akzeptiere den Gedanken an Fehlschläge im Leben, sieh sie nicht als nur negativ an sondern sieh sie als Herusforderung. Was kann ich daraus lernen, was sagt mir das über mich? Will ich vielleicht eigentlich etwas anderes machen?
Respektiere, dass andere Leben anders verlaufen (vielleicht gradliniger oder 'erfolgreicher'), nimm dies aber nicht als Maßstab für DEIN Leben. Dieser sollte immer dein subjektives Wohlempfinden sein, egal ob andere damit glücklich würden oder nicht. Sch** auf die Meinung anderer, es ist DEIN Leben und du entscheidest, wie es verläuft und was für dich der richtige Weg ist.
Und nun mach den ersten Schritt der Reise, die vor dir liegt. Entschuldige Dich aufrichtig bei deinem freund, teile ihm deine Gedanken dazu mit, wie du gedenkst in Zukunft mit diesen Ausrastern umzugehen. Vielleicht hat er ja auch eine Idee, vielleicht eine Art Code-Wort in der Eskalationsphase. Denkt euch gemeinsam eine Strategie aus und dann nimm DEIN LEBEN in die Hand. Und zwar in DEINE.
Viel Kraft für diesen Weg.

Hi findedichselbst
Danke dir vielmals für deinen Beitrag. Es ist lieb, dass sich Menschen die Zeit nehmen, mir zu schreiben.

Ich werde deinen Rat befolgen. Ich muss. Denn du hast ja Recht. Es stimmt alles. Ich bin verantworlich.

Danke nochmals.

Pyrimidin

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 18:03
In Antwort auf akeno_12890379

Fachrichtung
Wenn Deine Therapeutin nur mitschreibt und Dir am Ende eine Zusammenfassung gibt dessen, was von Dir kam, dann hört sich das an, als wenn Du zu einer Psychoanalytikerin gegangen bist. Diese Therapierichtung dauert in der Tat sehr lange, mehrere Jahre, und geht über den Kopf, also recht indirekt.

Ob Psychoanalyse das richtige für Dich ist, kann ich nicht entscheiden. Aber ich vermute eine andere Richtung, wie z.B. Psychodrama in der Gruppe oder eine normale tiefenpsychologisch fundierte Therapie würden Dir schnellere Erfolge bringen.

jaja


Sie ist Psychotherapeutin. Habe vom Hausarzt eine Überweisung zum Psychotherapeuten bekommen, bei zig Leuten angerufen und bei ihr einen Termin bekommen.

Ich habe ja auch meine Zweifel, ob es das Wahre ist. Sie schreibt und schreibt und schreibt.

Wenn es nichts bringt, muss ich wohl weiter suchen

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 18:08
In Antwort auf clytia_12068371

Hi findedichselbst
Danke dir vielmals für deinen Beitrag. Es ist lieb, dass sich Menschen die Zeit nehmen, mir zu schreiben.

Ich werde deinen Rat befolgen. Ich muss. Denn du hast ja Recht. Es stimmt alles. Ich bin verantworlich.

Danke nochmals.

Pyrimidin

Fragen
Weiter unten hast du geschrieben, dass du dein Wunschfach eigentlich hattest und es nicht geschafft hast. Und seitdem findest du kein neues Ziel für dich, dass dich begeistert.
Versuch doch mal in deinem Interessenbereich zu bleiben aber geh doch eventuell ein Level runter. Muss es denn ein Studium sein? Gibt es einen Ausbildungsberuf in einem ähnlichen Bereich? Oder ein einfacheres Studienfach, dass ähnlich ist? Oder eines an der Fachhochschule? Lass dich doch einfach mal beraten.
Hast du Biologie studiert (bin mämlich Biologin)? Das Grundstudium war für mich dank Physik, Mathe und Chemie auch sehr schwer aber alles biologische war dann einfacher. Erzähl mal, wenn du magst.
LG

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 18:10
In Antwort auf clytia_12068371


Sie ist Psychotherapeutin. Habe vom Hausarzt eine Überweisung zum Psychotherapeuten bekommen, bei zig Leuten angerufen und bei ihr einen Termin bekommen.

Ich habe ja auch meine Zweifel, ob es das Wahre ist. Sie schreibt und schreibt und schreibt.

Wenn es nichts bringt, muss ich wohl weiter suchen

Psychotherapeuten
Psychotherapeuten arbeiten mit verschiedenen Verfahren, haben eine Ausbildung in verschiedenen Richtungen.

Psychoanalyse ist EINE der möglichen Richtungen.
Andere große Fachrichtungen sind
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Verhaltenstherapie. Aber es gibt noch viele andere.

Welche Therapieform sie anwendet, kannst Du sie natürlich fragen oder evtl. auch an ihrer Tür oder im Telefonbuch nachgucken, steht manchmal dran.

Psychoananalyse ist die am längsten dauernde Therapieform, die gewisse Stärken und Schwächen hat.
Zu den Stärken gehört, dass sie wenn der Patient rational veranlagt ist und viel Ausdauer und Disziplin hat, viel bewirken. Aber der Nachteil, es dauert lange und es erfordert viel geistige Mitarbeit.

jaja

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 18:19
In Antwort auf liva_11977900

Hmmm....
Eine Frage, weil mir das nicht so deutlich wird: Bist du nie gerne auf Parties gewesen?

Freunde zu haben muss nicht zwangsläufig bedeuten, auf Parties oder aus zu gehen. Etwas sozialer Input und Output wäre womöglich schon genug.
Darf ich da nachhaken? Warum willst du keine neuen Freundschaften? Abgesehen davon, dass du gern zuhause bleibst. Vertrauenspersonen, Gleichgesinnte... so etwas möchtest du auch nicht haben?

Zur Ordnung: Vermutlich machst du den Bachelor, oder? Viele Studiengänge sind seit dem Wechsel auf das Bachelor/Master-System sehr verschult. Vielleicht ist das an deiner Uni aber nicht so. Wenn du dich zur Ordnung der Schule zurück sehnst, bist du vielleicht an einer anderen Uni mit stärker schulischen Struktur besser aufgehoben?

Könnte es sein, dass du "schlichtweg" das BurnOut-Syndrom hast? Seit wann geht es dir denn so schlecht?

Hi eleonor
Nein, ich war NIE gerne auf Parties. Habe das gerade nicht allzu detailliert geschildert.
Ich habe schon alles probiert. Bin auf Geburtstage gegangen, wurde mal zum Kochen eingeladen, Kaffee trinken. Ja, aber irgendwie musste ich mich immer durchringen.

Ich bin von meinen Freunden sehr enttäuscht worden. Es ist halt alles zusammengebrochen. Weiß nicht, wie. Ich habe noch Kontakt, aber eher wenig. Ich weiß nicht, wieso ich mich isoliere. Ich setze in der Gegenwart anderer eine Maske auf. Ich möchte normal wirken. Ich kenne diese Menschen nicht genug, um bei ihren herum zu jammern, wenn ich wieder down bin. Also gehe ich nach Hause. Es ist anstrengend, zu lächeln, wenn man sich am Vorabend noch in den Schlaf geweint hat, weil es mit dem Freund eskaliert ist etc. Es ist schwer... Ich denke, deswegen meide ich zu engen Kontakt. Ich möchte auch nicht bemitleidet werden.

Vom Bachelor bin ich nicht betroffen. Mit Ordnung meine ich... dass es auch mal glatt läuft. Ich sehe schon eine Ordnung in meinem Studiengang, aber ich kriege es nicht gebacken, diese zu befolgen. Ich müsste täglich einige Stunden lernen, aber ich sitze vor den Büchern und döse weg. Ich verstehe Dinge zum Teil nicht, kann mich nicht konzentrieren. So kommt es, dass ich ständig durchfalle, und das zieht mich noch mehr runter. Und wenn man zu Beginn des Semesters den Anschluss verpasst, dann ist es häufig gelaufen.

BunOut? Kann sein! Ich bin schon ziemlich ausgelaugt. Aber manchmal, weißt du, da habe ich Mut. Manchmal ist das Leben schön. Mein Freund und ich, wir wollten heiraten. Und wir haben geplant. Das machte mich glücklich. Gerade, weil meine Familie einfach nur eine Katastrophe ist, wollte ich eine eigene, harmonische Familie, und ein toller Partner und die Ehe wären ein Schritt in diese Richtung. Und was passierte? Ich musste alles kaputt machen.
Manchmal, da ist mein Freund der beste auf der ganzen Welt. Dann wieder ist er einfach nur ein schlimmer Mensch, den ich fast schon hasse. Und manchmal finde ich kaum ein Zwischending. Manchmal sehe ich entweder weiß oder schwarz.
Und manchmal, da bin ich glücklich. Das kommt vor. Dauert nicht lange, aber es kommt vor. Bei mir gibt es im Moment nur noch SUPER GUT und SUPER SCHLECHT, wobei das letztere einfach überwiegt. Und die guten Tage, die verbringe ich immer mit meinem Freund. Nur er kann mich so glücklich machen. Und nur er kann mich so unglücklich machen.

Es ist kompliziert. Was genau ich habe, das weiß ich nicht. Ich hoffe, ich kriege Antworten von meiner Therapeutin. Vielleicht kann sie mich einschätzen.

Danke, dass du dir Zeit nimmst!

Gruß,
Pyrimidin

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 18:36
In Antwort auf kilie_12351775

Fragen
Weiter unten hast du geschrieben, dass du dein Wunschfach eigentlich hattest und es nicht geschafft hast. Und seitdem findest du kein neues Ziel für dich, dass dich begeistert.
Versuch doch mal in deinem Interessenbereich zu bleiben aber geh doch eventuell ein Level runter. Muss es denn ein Studium sein? Gibt es einen Ausbildungsberuf in einem ähnlichen Bereich? Oder ein einfacheres Studienfach, dass ähnlich ist? Oder eines an der Fachhochschule? Lass dich doch einfach mal beraten.
Hast du Biologie studiert (bin mämlich Biologin)? Das Grundstudium war für mich dank Physik, Mathe und Chemie auch sehr schwer aber alles biologische war dann einfacher. Erzähl mal, wenn du magst.
LG


Ich wählte Mathematik. Es war einfach nicht tragbar für mich. Ich konnte wirklich nicht mehr. Ich verstand Null Komma Nix. Dabei machte mir Mathe an sich in der Schule Spaß, und das seit der Grundschule. Aber tja, das Studium sieht dann anders aus. Es war einfach nur noch deprimierend. Ich wollte es auch nicht mehr.

Mein Problem war, dass ich in der Schule fast in allen Dingen gut war. Nur Mathe stach mit einer 1+ heraus. Deutsch, Englisch, Französisch, Bio, Philosophie, Erziehungswissenschaften - alles war eine 1! Und alles auch interessant! So konnte ich mir fast alles vorstellen. Mathe aber stach eben heraus. So wählte ich das.
Inzwischen will ich es aber nicht. Wirklich nicht. Ich habe mich umorientiert.

Nun ist es Zahnmedizin. Liegt weit auseinander, aber wie gesagt, mich interessiert so vieles. Ich wollte auch Psychologie studieren. Fand ich auch interessant. Oder Humanmedizin.
Na ja, ich finde das Studium WIRKLICH interessant. Es ist nur anstrengend. Es mangelt nicht an Interesse, sondern an Motivation! Es ist der Wille, der weg ist.

Die Therapeutin meinte heute auch, dass ich immer funktioniert habe. Jetzt würde ich damit aufhören und mich weigern, einfach so zu funktionieren. Ich bin einfach nicht mehr perfekt. Jeder in meiner Familie hatte immer Probleme, ich war die, die stark war und auch sein musste (sagt meine Mutter sogar ganz offen und ehrlich!). Und nun geht es wohl nicht mehr.

Es macht mich einfach unglücklich, so antriebslos zu sein. Aber da muss ich durch, habe ich Recht?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 19:03
In Antwort auf clytia_12068371


Ich wählte Mathematik. Es war einfach nicht tragbar für mich. Ich konnte wirklich nicht mehr. Ich verstand Null Komma Nix. Dabei machte mir Mathe an sich in der Schule Spaß, und das seit der Grundschule. Aber tja, das Studium sieht dann anders aus. Es war einfach nur noch deprimierend. Ich wollte es auch nicht mehr.

Mein Problem war, dass ich in der Schule fast in allen Dingen gut war. Nur Mathe stach mit einer 1+ heraus. Deutsch, Englisch, Französisch, Bio, Philosophie, Erziehungswissenschaften - alles war eine 1! Und alles auch interessant! So konnte ich mir fast alles vorstellen. Mathe aber stach eben heraus. So wählte ich das.
Inzwischen will ich es aber nicht. Wirklich nicht. Ich habe mich umorientiert.

Nun ist es Zahnmedizin. Liegt weit auseinander, aber wie gesagt, mich interessiert so vieles. Ich wollte auch Psychologie studieren. Fand ich auch interessant. Oder Humanmedizin.
Na ja, ich finde das Studium WIRKLICH interessant. Es ist nur anstrengend. Es mangelt nicht an Interesse, sondern an Motivation! Es ist der Wille, der weg ist.

Die Therapeutin meinte heute auch, dass ich immer funktioniert habe. Jetzt würde ich damit aufhören und mich weigern, einfach so zu funktionieren. Ich bin einfach nicht mehr perfekt. Jeder in meiner Familie hatte immer Probleme, ich war die, die stark war und auch sein musste (sagt meine Mutter sogar ganz offen und ehrlich!). Und nun geht es wohl nicht mehr.

Es macht mich einfach unglücklich, so antriebslos zu sein. Aber da muss ich durch, habe ich Recht?

Relax
Also erst mal Respekt, dass du dieses schwere Fach überhaupt probiert hast. Wir hatten eine Mathevorlesung im Grundstudium und ich verstand nur Bahnhof, als dieser Mensch die ellenlangen unverständlichen Formeln morgens um 7.30 Uhr an die Tafel schrieb In Erinnerung behalten habe ich eigentlich nur den Satz 'Das müssen sie später nicht per Hand rechnen, dafür gibt es Computerprogramme'. Naja wir hatten noch Seminare und Übungen und darauf waren dann die Klausuren aufgebaut. Insofern hab ichs irgendwie geschafft.

Ja das mit dem immer 'perfekt' funktionieren, das kannst du dir ein für alle Male in die Haare 'streichen' Ist Perfektion nicht auch langweilig auf Dauer und völlig unmenschlich?

Ja du musst da durch Aber versuch es dochmal NICHT als ein MUSS zu sehen. Eher als verdiente Erholungspause, die dein Körper und Geist jetzt einfach einfordert. Nimm es an und nimm den Druck raus. Ich halte ein Aussetzsemester wirklich nicht für verkehrt. Oder wenigsten den Stundenplan reduzieren.
Tu Sachen, die dir guttun, höre Musik die du magst, ganz bewußt und ohne den Gedanken 'Ich müsste jetzt eigentlich was produktives tun'. Denn sich selbst etwas gutes tun, ist PRODUKTIV, weil du dabei regenerierst. Und hast du regeneriert, kannst du wieder viel produktiver sein. Du musst dir Erholungsinseln in deinen Alltag einbauen, die nur zum absoluten relaxen und wohlfühlen da sind. Ohne schlechtes Gewissen. Du musst dein WOHLBEFINDEN einfach höherrangiger in deinem Leben einstufen.

Wie wärs, wenn du mal ein paar Mal zu Massage gehts? Sich einfach mal richtig durchkneten lassen, hmmm schön entspannend. Oder nur mal ein richtig heißes tolles Vollbad mit schöner Musik (geht auch zu zweit). Sauna? Schwimmen? Zusammen lecker kochen. Lass es dir gut gehen und leg mal bewußt eine Leistungspause ein.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 21:19
In Antwort auf clytia_12068371


Ich wählte Mathematik. Es war einfach nicht tragbar für mich. Ich konnte wirklich nicht mehr. Ich verstand Null Komma Nix. Dabei machte mir Mathe an sich in der Schule Spaß, und das seit der Grundschule. Aber tja, das Studium sieht dann anders aus. Es war einfach nur noch deprimierend. Ich wollte es auch nicht mehr.

Mein Problem war, dass ich in der Schule fast in allen Dingen gut war. Nur Mathe stach mit einer 1+ heraus. Deutsch, Englisch, Französisch, Bio, Philosophie, Erziehungswissenschaften - alles war eine 1! Und alles auch interessant! So konnte ich mir fast alles vorstellen. Mathe aber stach eben heraus. So wählte ich das.
Inzwischen will ich es aber nicht. Wirklich nicht. Ich habe mich umorientiert.

Nun ist es Zahnmedizin. Liegt weit auseinander, aber wie gesagt, mich interessiert so vieles. Ich wollte auch Psychologie studieren. Fand ich auch interessant. Oder Humanmedizin.
Na ja, ich finde das Studium WIRKLICH interessant. Es ist nur anstrengend. Es mangelt nicht an Interesse, sondern an Motivation! Es ist der Wille, der weg ist.

Die Therapeutin meinte heute auch, dass ich immer funktioniert habe. Jetzt würde ich damit aufhören und mich weigern, einfach so zu funktionieren. Ich bin einfach nicht mehr perfekt. Jeder in meiner Familie hatte immer Probleme, ich war die, die stark war und auch sein musste (sagt meine Mutter sogar ganz offen und ehrlich!). Und nun geht es wohl nicht mehr.

Es macht mich einfach unglücklich, so antriebslos zu sein. Aber da muss ich durch, habe ich Recht?

Umgekehrt ?
>>"Es macht mich einfach unglücklich, so antriebslos zu sein. Aber da muss ich durch, habe ich Recht?"<<
Ich denke, umgekehrt wird da ein Schuh draus. Du bist unglücklich und darum antriebslos.

Was hat Dich früher dazu getrieben, in der Schule sooo gut zu sein ? Welche Belohnung wartete auf Dich, die Du ohne die guten Leistungen nicht bekommen hättest ?

jaja

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

28. Oktober 2009 um 23:53
In Antwort auf clytia_12068371

Hi eleonor
Nein, ich war NIE gerne auf Parties. Habe das gerade nicht allzu detailliert geschildert.
Ich habe schon alles probiert. Bin auf Geburtstage gegangen, wurde mal zum Kochen eingeladen, Kaffee trinken. Ja, aber irgendwie musste ich mich immer durchringen.

Ich bin von meinen Freunden sehr enttäuscht worden. Es ist halt alles zusammengebrochen. Weiß nicht, wie. Ich habe noch Kontakt, aber eher wenig. Ich weiß nicht, wieso ich mich isoliere. Ich setze in der Gegenwart anderer eine Maske auf. Ich möchte normal wirken. Ich kenne diese Menschen nicht genug, um bei ihren herum zu jammern, wenn ich wieder down bin. Also gehe ich nach Hause. Es ist anstrengend, zu lächeln, wenn man sich am Vorabend noch in den Schlaf geweint hat, weil es mit dem Freund eskaliert ist etc. Es ist schwer... Ich denke, deswegen meide ich zu engen Kontakt. Ich möchte auch nicht bemitleidet werden.

Vom Bachelor bin ich nicht betroffen. Mit Ordnung meine ich... dass es auch mal glatt läuft. Ich sehe schon eine Ordnung in meinem Studiengang, aber ich kriege es nicht gebacken, diese zu befolgen. Ich müsste täglich einige Stunden lernen, aber ich sitze vor den Büchern und döse weg. Ich verstehe Dinge zum Teil nicht, kann mich nicht konzentrieren. So kommt es, dass ich ständig durchfalle, und das zieht mich noch mehr runter. Und wenn man zu Beginn des Semesters den Anschluss verpasst, dann ist es häufig gelaufen.

BunOut? Kann sein! Ich bin schon ziemlich ausgelaugt. Aber manchmal, weißt du, da habe ich Mut. Manchmal ist das Leben schön. Mein Freund und ich, wir wollten heiraten. Und wir haben geplant. Das machte mich glücklich. Gerade, weil meine Familie einfach nur eine Katastrophe ist, wollte ich eine eigene, harmonische Familie, und ein toller Partner und die Ehe wären ein Schritt in diese Richtung. Und was passierte? Ich musste alles kaputt machen.
Manchmal, da ist mein Freund der beste auf der ganzen Welt. Dann wieder ist er einfach nur ein schlimmer Mensch, den ich fast schon hasse. Und manchmal finde ich kaum ein Zwischending. Manchmal sehe ich entweder weiß oder schwarz.
Und manchmal, da bin ich glücklich. Das kommt vor. Dauert nicht lange, aber es kommt vor. Bei mir gibt es im Moment nur noch SUPER GUT und SUPER SCHLECHT, wobei das letztere einfach überwiegt. Und die guten Tage, die verbringe ich immer mit meinem Freund. Nur er kann mich so glücklich machen. Und nur er kann mich so unglücklich machen.

Es ist kompliziert. Was genau ich habe, das weiß ich nicht. Ich hoffe, ich kriege Antworten von meiner Therapeutin. Vielleicht kann sie mich einschätzen.

Danke, dass du dir Zeit nimmst!

Gruß,
Pyrimidin

Puh...
in einigen Aspekten deiner Beschreibungen finde ich mich wieder.
Goenn dir eine Pause, akzeptiere erst einmal, dass du nicht funktionierst. Das war fuer mich damals ein grosser Schritt. Ab da ging es langsam (ja ich haette es auch gerne schneller gehabt) wieder bergauf.
Du hattest ueberall super Noten - aber was hat dir wirklich Spass gemacht? nicht nur in der Schule, ausserhalb? goenn dir vielleicht ein Semester Pause vom Studium wenn du es dir (finanziell, von deiner Einstellung her) erlauben kannst bzw. willst. Aber mach nicht nichts!
Eine Idee waere auch ein Klinikaufenthalt. Keine Psychiatrie, eher eine psychosomatische Klinik in der man sich um Menschen in Lebenskrisen kuemmert. Willst du hier verraten aus welchem Bundesland du kommst? Vielleicht hab ich dann noch nen Tipp fuer dich, ich studiere Psychologie und kenn mich daher in dem Bereich ein wenig aus.
Mach Sachen die dir gut tun. Verlass dich auf dein Gespuer, wenn du bei etwas ein gutes Gefuehl hast dann mach mehr davon!

Und was deinen Freund angeht. Das kenne ich auch, dass mein Freund damals das bzw. der einzige war mit dem ich gluecklich sein konnte. Das ist schwierig auf die Dauer, fuer beide. Wir sind noch zusammen aber kaempfen noch heute mit den Konsequenzen von damals. Damit will ich dir jetzt keine Angst machen, sondern dir nur sagen, dass du das im Hinterkopf behalten sollst. Geniess die Zeit mit ihm, lass dich von ihm auffangen. SPRICH MIT IHM! Sag ihm, dass es dir leid tut, wie du ihn manchmal behandelst, sag ihm, dass er dir wichtig ist aber du dich selbst gerade nicht ertragen kannst. Geniess die Zeit mit ihm aber schau, dass du auch Momente (und wenn es nur klitzekleine Momente sind) hast, in denen du alleine gluecklich bist. Geh spazieren, Sport machen, mit Freunden etwas unternehmen (hast du irgendwen von der Uni mit dem du dich etwas besser verstehst). Lass fuer dich sorgen aber versuch auch fuer dich selbst zu sorgen. Aber sei nicht zu hart mit dir, freu dich auch ueber kleine Erfolge!


Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

29. Oktober 2009 um 11:13

Es war schrecklich! Bitte HELFEN!
Hallo Leute,

erstmal danke, dass ihr euch den ganzen Kram durchlest.

Gestern ist etwas passiert! Mein Freund kam und wollte wissen, was ich mit der Therapeutin besprochen habe. Ich habe ihm alles erzählt und wurde sehr emotional. Es kam alles so hoch. Ich war gestern nach dem Termin sowieso total durch den Wind. Irgendwann fing es an! Er wurde irgendwie immer genervter und genervter, hat Dinge als Vorwurf aufgefasst, die gar nicht so gemeint waren (z.B. dass ich Angst habe, verlassen zu werden, was ja eigentlich begründet ist). Ich fing an zu weinen, war sowieso am Ende! Je mehr ich weinte, desto mehr machte er mich nieder. Er sagte Dinge, an die ich mich kaum noch erinnnern kann. Er machte mir Vorwürfe, das weiß ich noch. Na ja, ich weinte immer heftiger, bekam nur noch schwer Luft. Er saß vor mir, sah mir zu und seufzte völlig genervt. Als ich hyperventilierte, schaltete er den Fernseher an und zappte etwas rum. Viel mehr habe ich nicht mitbekommen. Irgendwann saß ich da, habe gezittert und einfach nichts mehr gesagt. Ich habe auf nichts mehr reagieren können. Die ganze Zeit redete mein Freund irgendwas. Er ging dann auch, ließ mich liegen, wollte schlafen gehen. Er kam später wieder um zu sehen, was ich tue. Ich lag da noch. Ich habe keinerlei Ahnung, was er mir dann sagte oder was er tat.
Er rief nach einigen Stunden wohl meine Mutter. Sie kam 100km angefahren und saß erstaml die ganze Zeit da. Irgendwann fingen wir ein Gespräch an und ich schickte sie wieder weg. Sie musste morgens wieder in die Tagesklinik (sie ist schwer depressiv).

Was soll ich tun? Ich hatte gestern wohl einen Nervenzusammenbruch. Zumindest sagte meine Mutter das meinem Bruder am Telefon. Ich muss aber sagen, dass das oft vorkam. Als ich mein Mathestudium schmiss, lag ich vor Verzweiflung am Boden und weinte stundenlang (auch da demütigte mich mein Freund). Als mein Freund wieder einmal Schluß machte, war ich in einem ähnlichen Zustand, nur dass ich draußen weinend um die Häuser zog.

Was soll ich tun? Habe ich ständige Nervenzusammenbrüche?
Und: Wie findet ihr das Verhalten meines Freundes? Verständlich oder absolut daneben? Ich weiß nicht, wie ich auf ihn reagieren soll. Gestern hat er mich sehr gedemutigt. Ich konnte kaum Luft holen und er gähnte vor Langeweile. Ich streckte meine Hände nach ihm aus - Hilfe suchend - und es interessierte ihn nicht. Liebt dieser Mensch mich und wenn nein: wieso ist er bei mir? Was will er? Ich habe ihm sehr wehgetan und weiß nun nicht, was ich alles dafür im Gegenzug ertragen muss. Habe manchmal das Gefühl, er bestraft mich.

Bitte sagt mir, wie ich zumindest auf meinen Freund reagieren soll!

Grüße,
Pyrimidin

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

29. Oktober 2009 um 11:24
In Antwort auf clytia_12068371

Es war schrecklich! Bitte HELFEN!
Hallo Leute,

erstmal danke, dass ihr euch den ganzen Kram durchlest.

Gestern ist etwas passiert! Mein Freund kam und wollte wissen, was ich mit der Therapeutin besprochen habe. Ich habe ihm alles erzählt und wurde sehr emotional. Es kam alles so hoch. Ich war gestern nach dem Termin sowieso total durch den Wind. Irgendwann fing es an! Er wurde irgendwie immer genervter und genervter, hat Dinge als Vorwurf aufgefasst, die gar nicht so gemeint waren (z.B. dass ich Angst habe, verlassen zu werden, was ja eigentlich begründet ist). Ich fing an zu weinen, war sowieso am Ende! Je mehr ich weinte, desto mehr machte er mich nieder. Er sagte Dinge, an die ich mich kaum noch erinnnern kann. Er machte mir Vorwürfe, das weiß ich noch. Na ja, ich weinte immer heftiger, bekam nur noch schwer Luft. Er saß vor mir, sah mir zu und seufzte völlig genervt. Als ich hyperventilierte, schaltete er den Fernseher an und zappte etwas rum. Viel mehr habe ich nicht mitbekommen. Irgendwann saß ich da, habe gezittert und einfach nichts mehr gesagt. Ich habe auf nichts mehr reagieren können. Die ganze Zeit redete mein Freund irgendwas. Er ging dann auch, ließ mich liegen, wollte schlafen gehen. Er kam später wieder um zu sehen, was ich tue. Ich lag da noch. Ich habe keinerlei Ahnung, was er mir dann sagte oder was er tat.
Er rief nach einigen Stunden wohl meine Mutter. Sie kam 100km angefahren und saß erstaml die ganze Zeit da. Irgendwann fingen wir ein Gespräch an und ich schickte sie wieder weg. Sie musste morgens wieder in die Tagesklinik (sie ist schwer depressiv).

Was soll ich tun? Ich hatte gestern wohl einen Nervenzusammenbruch. Zumindest sagte meine Mutter das meinem Bruder am Telefon. Ich muss aber sagen, dass das oft vorkam. Als ich mein Mathestudium schmiss, lag ich vor Verzweiflung am Boden und weinte stundenlang (auch da demütigte mich mein Freund). Als mein Freund wieder einmal Schluß machte, war ich in einem ähnlichen Zustand, nur dass ich draußen weinend um die Häuser zog.

Was soll ich tun? Habe ich ständige Nervenzusammenbrüche?
Und: Wie findet ihr das Verhalten meines Freundes? Verständlich oder absolut daneben? Ich weiß nicht, wie ich auf ihn reagieren soll. Gestern hat er mich sehr gedemutigt. Ich konnte kaum Luft holen und er gähnte vor Langeweile. Ich streckte meine Hände nach ihm aus - Hilfe suchend - und es interessierte ihn nicht. Liebt dieser Mensch mich und wenn nein: wieso ist er bei mir? Was will er? Ich habe ihm sehr wehgetan und weiß nun nicht, was ich alles dafür im Gegenzug ertragen muss. Habe manchmal das Gefühl, er bestraft mich.

Bitte sagt mir, wie ich zumindest auf meinen Freund reagieren soll!

Grüße,
Pyrimidin

Ist schwer zu sagen
Die Reaktion Deines Freundes lässt darauf schließen, dass er Dein Verhalten als Schauspiel aufgefasst hat, oder er zumindest der Meinung ist, dass Du aus eigener Entscheidung Dich so verhalten hast, wie Du Dich verhalten hast. Vielleicht hat er es auch als Erpressung aufgefaßt, dass er etwas tun soll, was Deine Aufgabe ist. Was Du schreibst, scheint ja schon so, dass Du vieles an ihm auslässt.
Er will Dich nicht darin bestärken und ignoriert es deshalb.

Die Frage, die wir hier wohl nicht beantworten können, ist ob er recht hat oder nicht. Nach dem, was ich von Dir gelesen habe, würde ich das nicht ausschließen.

Aber vielleicht solltest Du einmal über Gruppentherapie mit Psychodrama oder einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik nachdenken ? Damit kann besser herausfinden, was hinter Deinem Verhalten steckt.

jaja

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest