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Meine verlustangst macht mich fertig

9. Dezember 2010 um 18:40

hallo,

ich schreib einfach mal weil es mir momentan einfach nur sch... geht und ich am heulen bin.

ich habe seit 1 jahr einen liebevollen freund zu dem ich eine intensive beziehung habe. er tut viel um mich glücklich zu machen.
mein problem ist: ich leide kindheitsbedingt phasenweise immer mal wieder an verlustangst.
heute ist sie besonders schlimm.

ich sitze hier in seiner wohnung und warte auf ihn. ich bin sauer und habe angst einen streit vom zaun zu brechen wenn er kommt (ohne triftigen grund).

er will (angeblich NOCH) nicht mit mir zusammenziehen weil er ein mensch ist der einen sehr zeitaufwendigen job hat und ab und zu mal zeit für sich ganz allein braucht um seine akkus aufzuladen. außerdem hat er schlechte erfahrungen mit zusammenziehen gemacht sodass der gedanke mit mir zusammenzuziehen derzeit für ihn kein thema ist.

ich habe angst dass sich das niemals ändert und ich immer nur der besuch sein werde. der gedanke verletzt mich extrem und macht mich so wütend.

er sagt er sei grundsätzlich schon bindungswillig und wenn ich das zusammenziehen nicht "fordern" würde, würde er irgendwann schon ganz von allein damit anfangen (habe probleme das zu glauben.. obwohl er mir keinen wirklichen grund liefert ihm zu misstrauen)

ich fühle mich in manchen dingen so ausgeschlossen und obwohl ich anscheinend viel zu bieten habe (wie andere sagen) mach ich mich selbst so klein. ich fühle mich so wertlos neben ihm.

er ist psychisch so gefestigt und weiß was er will. er ruht in sich selbst und zieht die leute (und vor allem auch frauen ) an.

ich selbst bin auch ziemlich charismatisch und kann leute anziehen. auch bei männern bin ich beliebt. aber in meinen dunklen phasen fühl ich mich so wertlos.

falls ihr mir jetzt zur therapie ratet: ich mache bereits eine verhaltenstherapie. aber es gibt trotzdem immer mal wieder phasen wie heute.

kann mich irgendjemand verstehen?

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9. Dezember 2010 um 18:48

Durch das aufschreiben
gehts mir schon ein bisschen besser

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9. Dezember 2010 um 19:52

Ja,
das kenne ich.
Und durch diese Verlustangst wird man selbstzerstörerisch, man macht unbewußt kaputt,
was man hat und nicht hergeben möchte.
Du schreibst ja, Du hast Angst, einen sinnlosen Streit zu provozieren.
Irgendeine Kraft im Inneren treibt Dich dazu......damit er Schluss macht und Du die Ungewissheit hinter Dir hast.
Andererseits klammert man.
Es ist schwer, das abzustellen.
Du solltest trainieren, immer mal etwas ohne ihn zu machen, einfach für Dich.
Damit Du eigenständiger wirst.
LG

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9. Dezember 2010 um 20:09

Ich kann Dich gut verstehen - ihn aber auch!
Gut, dass Du bereits eine Therapie machst, denn es klingt wirklich sehr danach, dass Du ein sehr geringes Selbstwertgefühl hast und dem Fluss des Lebens nicht traust.

Ich bin ein Life-Coach (keine Sorge, ich will dich nicht als Klientin gewinnen, denn ich lebe im Ausland) und ich würde statt einer Verhaltenstherapie etwas sehr viel positiveres und effektvolleres empfehlen: suche dir eine/n Therapeutin/Therapeuten, die/der mit dem Ansatz "Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie" arbeitet.
Dabei arbeitest Du dann nämlich mit Deinen Stärken, statt dich an deinen Schwächen (die wir alle haben) aufzuhängen. Es macht einfach wenig Sinn + kostet so viel Energie, sich ständig mit dem zu beschäftigen, was wir nicht so gut können. Statt dessen sollten wir uns mehr auf unsere Stärken konzentrieren, denn das gibt positive Energie + Lebensfreude und die "Schwächen" treten von ganz alleine in den Hintergrund!

Deinen Freund kann ich gut verstehen in der Hinsicht, dass er (zumindest kurzfristig) nicht mit Dir zusammenziehen möchte. Warum sollte er sich jemand in die eigenen Vier-Wände holen, der so viele Erwartungen und Ansprüche an ihn hegt. Du musst dich, wenn Du in so einer angsterfüllten Stimmung wie heute bist, für ihn anfühlen wie eine Halsklammer. Davor wird er sich, wenn er schlau ist, natürlich schützen.

Er mag dich und deine fröhliche Seiten, aber es stellen sich ihm ganz selbstverständlich die Nackenhaare hoch, wenn er sich vorstellt, dass Du plötzlich mit ihm zusammen wohnst und jeden seiner Schritte ängstlich beobachtest.

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