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Meine schwangere Frau bricht aus Beziehung aus

9. Juli 2015 um 18:32

Guten Abend zusammen,

nun wende ich mich auch mal "vertrauensvoll" an ein Forum - ich weiß sonst einfach nicht mehr weiter.
Ich wusste auch nicht so recht, in welche Kategorie mein Beitrag am Besten passt.

Zum Hintergrund erstmal ein paar Fakten:
- Wir haben Ende April d.J. geheiratet (nach ca. 2,5-jähriger Beziehung)
- Im Oktober d.J. erwarten wir gemeinsamen Nachwuchs
- Seit Mai befindet sich meine Frau im sog. Beschäftigungsverbot
- Wir führen eine Fernbeziehung

Vorweg sei auch noch erwähnt, dass wir unsere Beziehung etwas "spezieller" führen, als vielleicht einige andere.
Sie hat Neigungen welche durch mich nicht allumfänglich bedient werden können. Aus diesem Grunde haben wir in der Beziehung beide die Möglichkeit uns auch anderweitig auszuleben. Dies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Offenheit herrscht und man den jeweiligen externen Part gemeinsam kennenlernt. Dies galt auch immer ausschließlich für die sexuelle Ebene. Hin und wieder gab es auch gerne mal gemeinsame Clubbesuche oder ähnliche Aktivitäten. Offenheit hatte immer oberste Priorität.
Geschlechtsverkehr war zudem nur in Anwesenheit des eigenen Partners gestattet.
Abgesehen hiervon, sind wir ein stinknormales Paar, welches viel unternimmt, reist und Familie besucht.

Nun zur Entwicklung seit Beginn der Schwangerschaft (auch hier sind mir die möglichen hormonellen Veränderungen mit allen Konsequenzen natürlich bewusst).
Seitdem wurde unser Sexualleben immer gehemmter, was ja erstmal nicht weiter schlimm ist.

Durch ihre Neigungen suchte sie jedoch immer mehr nach Chatbekanntschaften etc. - soweit auch absolut alles in Ordnung.
Irgendwann vor ca. 3 Monaten schrieb sie recht häufig mit ein und derselben Person.
Somit fragte ich nach - Antwort kam so selbstverständlich wie immer und sie schilderte von einem Herrn von weiter weg, Ende 40 und verheiratet. Vor ca. einem Monat teilte sie mir mit, während ich mich auf einer Dienstreise befand, dass sie gerne nach München reisen würde, um den Herrn persönlich zu treffen, da ihr zu Hause die Decke auf den Kopf fallen würde.
Somit kam das erste Mal Unehrlichkeit zum Vorschein:
1. Der Herr kam aus einer völlig anderen Stadt...
2. Das Alter des Herrn liegt nicht bei Ende 40 sondern 28!
3. Er ist nicht verheiratet sondern single

Nach einem längeren Streitgespräch sagte ich ihr eindeutig, dass ich es definitiv nicht ok finde, dass sie da nun unbekannterweise, schwanger hinfährt.
Verhindern konnte ich es nicht, da ich ja nicht da bin...
So verlebte sie anscheinend einige schöne Tage in München.
Die Entwicklung ging in den vergangenen drei Wochen stichpunktmäßig so weiter:

- Ich wurde mehrfach "versetzt" - also auch Fahrten nach München (550 Kilometer!!!), wenn ich zu Hause war
- Bereits bei ihrem zweiten Besuch hatten sie Sex
- ständig "Beruhigungen" - nein... da fahre ich diese Woche nicht hin und keine 2 Stunden später dann doch die niederschmetternde Erklärung

Hinzukommt noch etwas für mich ganz gravierendes. Seit gut 4 Wochen berichtet sie mir davon, dass sie eigentlich das Kind gar nicht mehr haben will
Sie sprach von Babyklappe, um auch keine "Dummheiten" zu machen.
Zu diesem Thema habe ich mich eindeutig positioniert, dass wenn es tatsächlich so sein sollte, dass sie nach der Geburt das Baby nicht will, dass ich es dann definitiv niemand anderem geben werde. Somit käme dann wohl auch nur eine Scheidung in Frage
(Die Schwangerschaft war gewollt!)

Die nächste, für mich schreckliche Botschaft kam dann vergangene Woche. Sie mag keinen Sex mehr mit mir und auch keine Zärtlichkeiten mehr austauschen, da sie mich seit einigen Monaten nicht mehr "riechen" könne. (Wir konnten bis zur Schwangerschaft kaum die Hände voneinander lassen).
Dies erginge ihr neuerdings auch bei ihrer besten Freundin und ihren Eltern so.
Was soll man von alledem halten...
Einerseits weiß ich ihre Ehrlichkeit überaus zu schätzen... Aber diese dauerhaften Verletzungen zermürben mich emotional... Die Arbeit wird zur unaushaltbaren Belastung... An Essen und Schlafen ist seit Wochen kaum zu denken.

Das Schlimmste für mich ist eigentlich, dass sie genau weiß wie es mir mit der aktuellen Situation geht, sie aber dennoch rein gar nichts daran ändert und gemeinsam mit mir an unseren "Problemen" arbeitet... Sie spricht davon, dass ich mich ja scheiden lassen könnte - sie mag mich ja auch nicht weiter verletzen... Fürchterlich
Andererseits hofft sie auch, dass nach der Geburt alles wieder "gut" wird.

Kann das wirklich alles der Schwangerschaft angelastet werden? Gibt es vielleicht jemanden hier, der ähnliches kennt?


Mir tat und tut das alles so fürchterlich weh... Ich liebe diese Frau über alles - will mich aber auch nicht komplett verlieren. Nur eine Trennung während der Schwangerschaft kommt für mich absolut nicht in Frage! Wie kann man zu große Wunden vermeiden, um in den kommenden Monaten nicht komplett den Halt zu verlieren?
Ich kann einfach nicht mehr


Vielen Dank, dass ich Gelegenheit hatte, meine Gedanken irgendwo zu hinterlassen...



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14. August 2015 um 5:30

Hallo,
ich lese hier eigentlich nur gerade spontan aus Langeweile im Forum.
Umso erstaunter bin ich, dass ich hier eine Geschichte lese, die mich wirklich berührt und ich mir denke, du tust mir wirklich leid in deiner Situation. Noch erstaunter bin ich, dass du noch nicht eine Antwort hier erhalten hast.

Wie geht es denn aktuell? Es ist ja auch nicht mehr weit bis zur Geburt des Kindes. Babyklappe, das sind schon wirklich harte Worte. Aber positiv finde ich zumindest, dass deine Frau es so offen sagen kann, wie sie empfindet.

Ich habe selbst ein Kind und bin schon seit längerem nicht mehr mit meiner Ex-Frau zusammen. Meine Geschichte ist wieder ganz anders, aber ich weiß und merke bis heute, dass so ein Kind alles verändern kann und man oft viel Kraft braucht. Ein Kind zu wollen ist eine Sache, und man hat vorher diese Vorstellung vom harmonischen Familienleben, die einem die Gesellschaft auch immer wieder vorhält. Die Realität ist oft weniger "kitschig" und es können dann plötzlich so viele Sachen zusammen kommen: die Hormone, Zweifel, ob das alles so richtig war, Zukunftsängste. Angst, die Freiheit zu verlieren, vielleicht. Ich denke, so ist es auch bei deiner Frau. Einige Frauen (und manchmal auch Männer) haben vor oder nach der Geburt auch Depressionen.
Dass sie dich nicht "riechen" kann, da kann sie wohl gerade nicht aus ihrer Haut und ihr müsst hoffen und glauben, dass das nach der Schwangerschaft wieder ganz anders wird. Ich wünsche es euch! Dass sie sagt, dass sie das Kind nicht mehr will, ist hart, aber das kommt auch öfter vor als man denkt. Manchmal ist dann, wenn ihr dem Kind das erste Mal in die Augen schaut alles wieder gut - manchmal leider auch nicht, dann fällt es einem Elternteil schwer, eine Beziehung zu dem Kind aufzubauen. In dem Fall würde ich dann auch behutsame professionelle Hilfe empfehlen -- aber erst mal abwarten! Vielleicht "verliebt" sie sich ja bei der Geburt doch in das kleine Würmchen. Ich finde es sehr gut, dass du sagst, dass du das Kind nicht weggeben möchtest. Es ist ganz wichtig, dass du ihr zeigst, dass du zu allem stehst und das gerne machen möchtest. Von Scheidung würde ich jetzt noch gar nicht sprechen - wenn es dann in einem halben oder ganzen Jahr immer noch nicht besser geworden ist, vielleicht. Auch ihr gegenüber solltest du sagen, dass eine Scheidung in der Situation jetzt nicht für dich in Frage kommt, und dass du gern mit ihr zusammen bleiben möchtest.
Das ist unter diesen Umständen sicher eine harte Zeit für dich. Wenn du das durchgestanden hast, solltest du auch wieder mehr an dich selbst denken und überlegen, ob du in der Beziehung wie sie dann ist glücklich werden kannst.

Ihre Treffen mit einem anderen Mann so wie du sie beschreibst empfinde ich auch als Ausbrechen aus der "ernst werdenden Lebenssituation". Ich denke, du solltest ihr zeigen, dass du Verständnis dafür hast, dass sie sich ausleben möchte und Ausbrechen möchte und sie vielleicht auch Angst vor der Verantwortung als Mutter hat, oder Angst ihre Freiheit zu verlieren. Sag ihr, dass du die Verantwortung mit ihr gemeinsam übernehmen willst, und dass ein Kind sicher viel Arbeit und Verantwortung bedeutet, aber nicht, dass man sein Leben damit komplett "abgibt". Es gibt viele Paare mit Kindern, auch hier in den Foren, die sich immer noch ausleben, wie sie es möchten (mit mehr Organisation und Rücksicht, natürlich).
Ermutige sie dazu, offen und ehrlich mit dir darüber zu reden und sag ihr klipp und klar, dass das so nicht ok ist, wie sie dich in der Sache behandelt. Auch sie hat eine Verantwortung dir und dem Kind gegenüber, auch wenn sie das vielleicht nicht wahrhaben will. Und es war eure gemeinsame Entscheidung, das Kind zu bekommen, auch wenn sie jetzt gern daraus ausbrechen möchte.

Ich denke, du solltest ihr nicht verbieten, ihre Freiheit auszuleben, aber sie gleichzeitig auch daran erinnern, dass ihr und sie jetzt auch (und vor allem) die Aufgabe habt, das Kind gut im Bauch zu behüten und gesund auf die Welt zu bringen. Was danach kommt - das könnt ihr jetzt noch gar nicht abschätzen - das ist ja für euch eine Reise, bei der ihr noch nicht wisst, wie es sein wird und wie es sich anfühlt, weil ihr es ja noch nie erlebt habt. Insofern ist es jetzt wichtig, dass du fest auf beiden Füßen stehst und ihr sagst und vorlebst, dass du dazu stehst und sie dich als Orientierung hat, jetzt, wo es sehr bewegte Zeiten für euch sind.

Ich habe jetzt eine Partnerin, die ich über alles liebe und ich bin immer wieder erstaunt, wie gut wir zusammen passen. Körperliche Nähe ist uns auch ganz wichtig und wir genießen das, führen insgesamt aber auch eine sehr tolerante Beziehung. Sollten wir einmal ein Kind bekommen, wäre das meine Horrorvorstellung, wenn es mir so ergehen würde wie dir. Ich wäre am Boden zerstört, wenn sie sich so von mir entfernen würde... würde aber kämpfen, solange ich die Kraft hätte...
Verlier nicht die Hoffnung; vielleicht wird es alles wieder gut, oder besser? Die Schwangerschaft ist eine sehr turbulente Zeit. Das Säuglingsalter auch. Wenn sie dann erst mal laufen und sprechen können, bist du aus dem gröbsten raus Ich wünsche dir viel Kraft. Kannst du nicht jetzt mehr zuhause sein und für deine Familie da sein? Es gibt ja heute Elternzeit und so? (Ich war damals auch viel zuhause - konnte aber auch nur bedingt viel tun. Aber da sein, wenigstens.)

Wunden wird es wohl geben.. ein paar Narben werden bleiben.. ich denke, sie distanziert sich von dir, weil sie gerade nicht fähig ist, sich mit dir auseinander zu setzen und auch sie vor einer verfahrenen Situation steht. Oft distanzieren sich Menschen auch, weil sie sehen, dass der andere wegen ihnen leidet. Auch wenn es dein gutes Recht ist, zu zeigen wie es dir geht.
Vielleicht musst du die Beziehung zu deiner Frau so wie du sie kanntest vorübergehend loslassen und eine neue Beziehung zu ihr finden, die in der jetzigen Situation besser funktioniert - bis dann wieder das alte zurück kommt. Oder wieder was neues kommen wird...

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