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Meine Freundin ist faul und macht überhaupt nichts...

18. Juli 2017 um 10:18 Letzte Antwort: 19. Juli 2017 um 14:59

Hallo zusammen,

ich bin mittlerweile ein wenig verzweifelt und weiß leider nicht mehr, wie ich mit der Situation umgehen soll. Ich bin mit meiner Freundin seit knapp 2,5 Jahren zusammen und im ersten Jahr hatte sie einen guten Job im Außendienst, war oft unterwegs und finanziell lief auch alles wunderbar. Letztes Jahr sind wir dann zusammen gezogen und seitdem geht es bergab. Sie hat ihren Job gekündigt (zugegeben, der ging psychisch wirklich nicht mehr) aber dann wurde es schwierig. Sie hat immer mal nebenher gejobbt aber etwas festes hatte sie bis Anfang diesen Jahres nicht. Sie hat dann einige Monate in einem Call Center gearbeitet aber da gefällt es ihr auch nicht, sie ist unterfordert und einfach nicht mehr hin gegangen.

Es ist eine Berg- und Talfahrt, finanziell ist es schwierig geworden da komplett alles an mir hängen bleibt da die paar Kröten, die sie dann doch mal verdient, für Schulden ihrerseits drauf gehen und einfach gar nichts mehr hängen bleibt. Es geht schon, ich kann die Miete und Essen zahlen, meine Finanzen sind (wieder, war zwischendurch anders da alles etwas plötzlich kam) im grünen Bereich aber es ist eben unbefriedigend weil man sich doch mal gerne etwas leisten würde wie ein neues Handy, einen Urlaub oder ähnliches... und das kommt halt gar nicht in Frage.

Wenn ich sie darauf anspreche, wird sie gleich aggressiv. Sie ist selbst auch sehr unzufrieden, das ist offensichtlich. Ich habe echt schon alles ausprobiert, ich habe sie gepusht und angetrieben, habe sie in Frieden gelassen und das Thema nicht mehr angesprochen aber irgendwie kommt halt nichts dabei raus. Sie sagt immer, dass das alles kein Problem ist und sie schnell einen neuen Job hat aber das ist doch unbefriedigend... ich will eigentlich jemanden an meiner Seite haben, an den ich mich lehnen kann und dem ich vertrauen kann aber im Moment kann ich ihr halt überhaupt nicht mehr vertrauen.

Ich arbeite Vollzeit und wenn ich abends nach Hause komme, sieht es immer aus wie Sau - sie scheint den ganzen Tag nichts zu machen und das macht mich langsam nachdenklich. Eine Trennung kommt nicht infrage - ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben aber bin mit meinem Latein langsam am Ende...

Danke für Ratschläge,
Dinkelflocke

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18. Juli 2017 um 10:23

und Du bist Dir sicher, dass sie nicht in einer Depression feststeckt?

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18. Juli 2017 um 10:30
In Antwort auf michaelmoore2

und Du bist Dir sicher, dass sie nicht in einer Depression feststeckt?

Sie hatte letztes Jahr nach eigenen Aussagen ein Burn-Out und das war auch klar ersichtlich, ist mir selbst auch aufgefallen... ich weiß nicht genau, ehrlich gesagt.

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18. Juli 2017 um 10:37
In Antwort auf dinkelflocke

Sie hatte letztes Jahr nach eigenen Aussagen ein Burn-Out und das war auch klar ersichtlich, ist mir selbst auch aufgefallen... ich weiß nicht genau, ehrlich gesagt.

hm...
warum weißt Du es nicht?

redet Ihr nicht mehr?
Oder seid Ihr so weit nie gekommen?

will Dich nicht angreifen, versteh mich bitte richtig.
Wiviel 'stiller' ist sie geworden, was erzählt sie von sich ohne vorher dazu befragt zu werden?
 

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18. Juli 2017 um 10:39

Danke für deine nette Antwort!

Ich fahre jetzt die Strategie, sie aufzuputschen und ihr gut zuzusprechen ohne ihr Druck zu machen oder ein schlechtes Gewissen einzureden. Dass es mir mit der aktuellen Situation alles andere als gut geht und ich von ihr mehr erwarte als das, was sie aktuell liefert ist ihr klar und wurde von mir in dieser und ähnlicher Form auch mehrfach gesagt und mitgeteilt. Sie weiß, was ich von ihr erwarte. Und dass ich mein Leben mit ihr aufbauen möchte und ihr nicht vertrauen kann, da sie mich in meinen Erwartungen an sie immer wieder hängen lässt, habe ich ihr auch gesagt. Ich werde diesbezüglich jetzt nichts mehr sagen, da ich mich auch nicht wiederholen möchte.

Sie wurde von ihrem Hausarzt an einen Verhaltenspsychologen überwiesen, bei dem sie jedoch noch nicht war. Ich werde einmal darauf ansprechen. Ansonsten werde ich jetzt erstmal die Strategie wie oben beschrieben fahren und schauen, wo es uns hin führt. Im Moment tut sie sich selbst mit ihrer eigenen Antriebslosigkeit keinen Gefallen, ich habe ihr auch mitgeteilt dass ich ihr finanziell nicht mehr helfen werde. Ich bezahle die Miete, das Essen, Versicherungen für Auto etc. aber ihre Finanzen im Sinne von offenen Forderungen etc. muss sie selbst stemmen. Wie sie das tut, ist mir egal. Insofern hat sich in diesem Sinne etwas geändert, da ich letztes Jahr finanziell voll aufgekommen bin und mich selbst in Schulden gestürzt habe. Das werde ich nicht mehr tun.

Das ist bei ihr angekommen - jetzt muss sie für ihr eigenes Wohl handeln.

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18. Juli 2017 um 10:40
In Antwort auf michaelmoore2

hm...
warum weißt Du es nicht?

redet Ihr nicht mehr?
Oder seid Ihr so weit nie gekommen?

will Dich nicht angreifen, versteh mich bitte richtig.
Wiviel 'stiller' ist sie geworden, was erzählt sie von sich ohne vorher dazu befragt zu werden?
 

Ich weiß nicht, wie sich eine Depression bemerkbar macht. Sie selbst sagt, sie hätte keine. Doch, wir reden sehr viel - aber ich bin kein Psychologe, daher kann ich nicht sagen ob sie eine Depression, Verhaltensstörung oder ein Burn-Out tatsächlich hat/hatte.

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18. Juli 2017 um 10:43
In Antwort auf michaelmoore2

und Du bist Dir sicher, dass sie nicht in einer Depression feststeckt?

Nein, leider nicht. Sicher sein kann man sich da wahrscheinlich sowieso nicht, bis es einem von einem Arzt bestätigt wird.

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18. Juli 2017 um 10:45

Du wirst ihr nicht helfen können...
Und vorwerfen kannst du ihr das alles auch nicht wenn eine Depression oder ein Burn-out vorliegt.
Ich will hier nicht schwarzmalen aber ich hab einen freund, der mittlerweile seit 2 Jahren an den Folgen eines Burn out leidet. Trotz Therapie ist er null belastbar und nicht arbeitsfähig...

Sieh zu dass sie sich in Therapie begibt, das gehört in die Hände von Profis!

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18. Juli 2017 um 11:06
In Antwort auf dinkelflocke

Ich weiß nicht, wie sich eine Depression bemerkbar macht. Sie selbst sagt, sie hätte keine. Doch, wir reden sehr viel - aber ich bin kein Psychologe, daher kann ich nicht sagen ob sie eine Depression, Verhaltensstörung oder ein Burn-Out tatsächlich hat/hatte.

kennst Du den Unterschied zwischen 'reden' und 'wesentlich sprechen'?

mit Sicherheit nicht.

Du bist auch auf meine Fragen nicht eingegangen.

Man muß kein Psychologe sein, um Verhaltensänderungen beim Partner feststellen zu können.
Diese 'Beziehungslosigkeit in der Beziehung' ist ein weit verbreitetes Problem.
Aber nur weil etwas im Alltag 'normal' geworden ist, ist es noch lange nicht erstrebenswert- im Gegenteil.
Beziehung lebt von Arbeit an ihr.
 

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18. Juli 2017 um 11:15

Also wie ist das jetzt? Ist sie arbeitslos gemeldet? Bewirbt sie sich momentan? Will sie einen neuen Job, wenn ja, hat sie genaue Vorstellungen nach was sie sucht?
Ich finde es ist ein großer Unterschied ob man nur rumsitzt und keine Arbeit mehr sucht, oder ob man aktiv sucht und dabei noch den Freund im Nacken hat.

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18. Juli 2017 um 11:20
In Antwort auf lumusi_12929047

Also wie ist das jetzt? Ist sie arbeitslos gemeldet? Bewirbt sie sich momentan? Will sie einen neuen Job, wenn ja, hat sie genaue Vorstellungen nach was sie sucht?
Ich finde es ist ein großer Unterschied ob man nur rumsitzt und keine Arbeit mehr sucht, oder ob man aktiv sucht und dabei noch den Freund im Nacken hat.

Sie sitzt nur rum und macht nichts, andernfalls würde ich doch überhaupt nichts sagen...

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18. Juli 2017 um 11:24
In Antwort auf michaelmoore2

kennst Du den Unterschied zwischen 'reden' und 'wesentlich sprechen'?

mit Sicherheit nicht.

Du bist auch auf meine Fragen nicht eingegangen.

Man muß kein Psychologe sein, um Verhaltensänderungen beim Partner feststellen zu können.
Diese 'Beziehungslosigkeit in der Beziehung' ist ein weit verbreitetes Problem.
Aber nur weil etwas im Alltag 'normal' geworden ist, ist es noch lange nicht erstrebenswert- im Gegenteil.
Beziehung lebt von Arbeit an ihr.
 

Natürlich habe ich die Verhaltensänderungen in ihr festgestellt. Dennoch weiß ich nicht genau, was sie hat. Ich schwanke auch zwischen Burn-Out und Depression aber sicher sagen kann ich es nicht.

Sie ist sehr häufig mit ihrem Tablet beschäftigt, spielt Spiele... spricht nur selten von sich aus mit mir. Ich weiß nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Ich sage oft zu ihr, dass sie das Teil doch mal weg legen soll aber es ist fast so, als würde sie sich in dieser Welt flüchten... sollte ich sie direkt darauf ansprechen?

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18. Juli 2017 um 11:43
In Antwort auf dinkelflocke

Natürlich habe ich die Verhaltensänderungen in ihr festgestellt. Dennoch weiß ich nicht genau, was sie hat. Ich schwanke auch zwischen Burn-Out und Depression aber sicher sagen kann ich es nicht.

Sie ist sehr häufig mit ihrem Tablet beschäftigt, spielt Spiele... spricht nur selten von sich aus mit mir. Ich weiß nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Ich sage oft zu ihr, dass sie das Teil doch mal weg legen soll aber es ist fast so, als würde sie sich in dieser Welt flüchten... sollte ich sie direkt darauf ansprechen?

Hast du mein Posting nicht gelesen?

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18. Juli 2017 um 11:44
In Antwort auf dinkelflocke

Natürlich habe ich die Verhaltensänderungen in ihr festgestellt. Dennoch weiß ich nicht genau, was sie hat. Ich schwanke auch zwischen Burn-Out und Depression aber sicher sagen kann ich es nicht.

Sie ist sehr häufig mit ihrem Tablet beschäftigt, spielt Spiele... spricht nur selten von sich aus mit mir. Ich weiß nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Ich sage oft zu ihr, dass sie das Teil doch mal weg legen soll aber es ist fast so, als würde sie sich in dieser Welt flüchten... sollte ich sie direkt darauf ansprechen?

Habt ihr schon viele ernsthafte Gespräche darüber gehabt? Oder schluckst du das eher runter?
Ich würde ihr sagen, dass du dir eine Partnerschaft nicht so vorstellen kannst und du Angst hast, dass deine Gefühle weniger werden, wenn sie sich weiterhin so gehen lässt (was ja der Wahrheit entspricht). Wenn ihr also etwas an der Beziehung und auch an sich selbst liegt, dann müsst ihr gemeinsam einen Plan für sie aufstellen, mit dem sie wieder aus diesem Loch kriechen kann.

Für mich würde so ein Plan folgendes beinhalten:
- Sie macht einen Termin für den Therapeuten
- 3 Bewerbungen pro Woche schreiben
- Wenn du von der Arbeit nach Hause kommst, sollen der Abwasch und die Wäsche erledigt sein (vielleicht am Anfang nicht zu viel)
- Sie schreibt sich für einen Kurs ein (den müsstest du ihr dann halt wahrscheinlich zahlen :/ ) oder sie sucht sich eine freiwillige Stelle (in meiner Stadt ist es sogar so, dass wenn man freiwillig arbeitet, man die Versicherung bezahlt kriegt), wo sie merkt, dass sie gebraucht wird
- Am Sonntag sitzt ihr zusammen und ihr macht einen Plan, was sie in der nächsten Woche erledigen sollte.

Ich kann sie bedingt verstehen. Ich war jetzt auch ein Jahr lang arbeitslos und habe auch Phasen gehabt, wo ich kaum aus dem Bett raus bin und nur noch Handyspiele gespielt und Serien geschaut habe. Obwohl man so viel Zeit hat, sinkt die Motivation irgendetwas zu tun sehr schnell und man fühlt sich furchtbar nutzlos und verloren. Zum Glück war mein Mann da von Anfang an fordernd, sodass ich immer wieder von ihm gepusht wurde etwas zu machen. Auch an den Wochenenden hat er nicht locker gelassen und wir waren da immer sehr aktiv (was für ihn auch leicht war, da er einen Bürojob hat) und hat mich quasi aus der Wohnung rausgeschmissen.

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18. Juli 2017 um 12:00
In Antwort auf melonchen1

Hast du mein Posting nicht gelesen?

Doch... ich bin auch dafür, dass sie sich in Therapie begibt aber die Entscheidung dafür kann nicht ich für sie treffen... ich werde heute mit ihr sprechen.

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18. Juli 2017 um 12:18

Ich versuche doch, mich mit ihr auszutauschen aber oft habe ich den Eindruck, dass ich nicht an sie ran komme! Wie soll ich es denn anstellen? Ich bin mit meinem Latein am Ende...

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18. Juli 2017 um 13:19

Hattest du selbst mal eine Depression oder bist in ein "Loch" gefallen? 
Ich finde es ist sehr schwierig zu verstehen, wenn man nicht selbst mal in der Situation war. 

Hast du mal mit Ihr zusammen nach Stellen gesucht? Ihr beim schreiben der Bewerbungen geholfen? Ich finde die Idee die hier bereits bzgl. dem Plan geschrieben wurde super.

Setze dich mit ihr zusammen, sage ihr, dass du Angst hast Sie zu verlieren und dass du weißt, dass sie so eigentlich nicht ist. Sag ihr, dass du dich sorgst und nicht möchtest dass sie in dieser Depression hängen bleibt. Sage ihr das genau so, von selbst würde sie sich eine Depression vielleicht nicht eingestehen. 

Schlage ihr doch diesen Plan vor. Du bist den ganzen Tag arbeiten und ein Anfang wäre es doch, wenn sie sich dann Vormittags um den Haushalt kümmert. 

Dazu der Plan mit den Bewerbungen und helfe ihr doch bei dem ersten Anschreiben. Danach muss Sie es ja nur bisschen abändert für jede Stelle.

Gehe am Wochenende mit ihr raus. Selbst wenn es nur spazieren gehen ist oder ihr ein Eis essen geht. Fange klein an, Schritt für Schritt. 

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18. Juli 2017 um 13:43

Ja ich finde auch, dass es gar nicht hilft da von Depression zu reden - eher im Gegenteil. Mit so einer selbstgebastelten Diagnose, hat sie doch nur eine Ausrede für ihre Demotivation gefunden. "Ich kann nicht anders, ich hab Depressionen".

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18. Juli 2017 um 13:45
In Antwort auf lumusi_12929047

Ja ich finde auch, dass es gar nicht hilft da von Depression zu reden - eher im Gegenteil. Mit so einer selbstgebastelten Diagnose, hat sie doch nur eine Ausrede für ihre Demotivation gefunden. "Ich kann nicht anders, ich hab Depressionen".

Deshalb sollte sie ja schleunigst zum Arzt... Egal ob er ihr eine Diagnose stellt oder sie als gesund erklärt, es schafft auf jeden Fall Klarheit.

Im Falle einer tatsächlichen Krankheit werden die hier hauptsächlich genannten Tipps nämlich höchstens Negatives bewirken.

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18. Juli 2017 um 14:05

Siehst du, und ich bin der Meinung die Menschen laufen bei psychischen Problemen viel zu selten zum Arzt bzw. suchen sich Hilfe.
Ich kenne lauter "Durchbeißer", die solange denken es geht eh und sich ablenken bis sie komplett zusammenbrechen.
Weil sie sich einfach schämen oder glauben, es wäre eh nicht nötig, sich Hilfe zu suchen...

DAS finde ich dann weitaus schlimmer als mal "zu viel" zum Arzt zu gehen.

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18. Juli 2017 um 14:13

hier gehts ja nicht um Rechtfertigung! Keine Krankheit rechtfertigt jedes Verhalten, das möchte hier glaub ich auch keiner.

Aber es wäre schade wenn der TE sich jetzt mit Küchentischpsychologie ans Werk macht und dann in ein paar Wochen/Monaten entnervt aufgibt weil es halt doch mehr ist als ein bisschen antriebslos...

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18. Juli 2017 um 14:16

Ich verstehe dass das ein schlimmes Erlebnis war für dich.
Natürlich bin ich nicht dafür dass jeder bliebige faule Hund (sorry) in eine Klinik geht und dort stationär aufgenommen wird. Für sowas gibt es ambulante Therapie bzw. sollten solche Leute - wenn es denn wirklich keine Krankheit ist - auch einfach entlassen werden.

Aber ich glaube nicht dass man den Menschen, die Hilfe suchen, einen Vorwurf machen sollte dass dein Onkel sich umgebracht hat. Wenn schon dann dem System, das einen Suizidgefährdeten abweist aber Arbeitsverweigerer aufnimmt...

Ich denke auch, wenn jeder x-beliebige sich früher Hilfe suchen würde (aber in Form von ambulanter Therapie und zwar selbst bezahlt um gleich jemanden zu haben), dann müssten die nicht irgendwann in eine Einrichtung.

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18. Juli 2017 um 16:09

Ich finde deine Tipps gut vevlyn und rate trotzdem dazu, zusätzlich einen Arzt aufzusuchen.
Und nein, das sind dann keine Monate Wartezeit - man muss nur ein bisschen suchen.

Auch eine Therapie bekommt man sofort, aber dann halt als Selbstzahler.

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18. Juli 2017 um 16:15
In Antwort auf dinkelflocke

Hallo zusammen,

ich bin mittlerweile ein wenig verzweifelt und weiß leider nicht mehr, wie ich mit der Situation umgehen soll. Ich bin mit meiner Freundin seit knapp 2,5 Jahren zusammen und im ersten Jahr hatte sie einen guten Job im Außendienst, war oft unterwegs und finanziell lief auch alles wunderbar. Letztes Jahr sind wir dann zusammen gezogen und seitdem geht es bergab. Sie hat ihren Job gekündigt (zugegeben, der ging psychisch wirklich nicht mehr) aber dann wurde es schwierig. Sie hat immer mal nebenher gejobbt aber etwas festes hatte sie bis Anfang diesen Jahres nicht. Sie hat dann einige Monate in einem Call Center gearbeitet aber da gefällt es ihr auch nicht, sie ist unterfordert und einfach nicht mehr hin gegangen.

Es ist eine Berg- und Talfahrt, finanziell ist es schwierig geworden da komplett alles an mir hängen bleibt da die paar Kröten, die sie dann doch mal verdient, für Schulden ihrerseits drauf gehen und einfach gar nichts mehr hängen bleibt. Es geht schon, ich kann die Miete und Essen zahlen, meine Finanzen sind (wieder, war zwischendurch anders da alles etwas plötzlich kam) im grünen Bereich aber es ist eben unbefriedigend weil man sich doch mal gerne etwas leisten würde wie ein neues Handy, einen Urlaub oder ähnliches... und das kommt halt gar nicht in Frage.

Wenn ich sie darauf anspreche, wird sie gleich aggressiv. Sie ist selbst auch sehr unzufrieden, das ist offensichtlich. Ich habe echt schon alles ausprobiert, ich habe sie gepusht und angetrieben, habe sie in Frieden gelassen und das Thema nicht mehr angesprochen aber irgendwie kommt halt nichts dabei raus. Sie sagt immer, dass das alles kein Problem ist und sie schnell einen neuen Job hat aber das ist doch unbefriedigend... ich will eigentlich jemanden an meiner Seite haben, an den ich mich lehnen kann und dem ich vertrauen kann aber im Moment kann ich ihr halt überhaupt nicht mehr vertrauen.

Ich arbeite Vollzeit und wenn ich abends nach Hause komme, sieht es immer aus wie Sau - sie scheint den ganzen Tag nichts zu machen und das macht mich langsam nachdenklich. Eine Trennung kommt nicht infrage - ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben aber bin mit meinem Latein langsam am Ende...

Danke für Ratschläge,
Dinkelflocke

Ich fürchte, Du bist einfach die falsche Person, sie aus dem Loch zu holen...

 

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18. Juli 2017 um 16:58

Naja, so ganz stimmt das mit den Medikamenten ja nicht. Es gibt ja unterschiedliche Arten von Antidepressiva: 
- sedierende = beruhigende, gibt man gerne bei Schlafstörungen, weil sie anders als Benzodiazepine nicht abhängig machen
- antriebssteigernde: Vorsicht geboten, die Suizidalität kann ansteigen
- stimmungsaufhellende

Oft kombiniert man auch welche, d.h. das man morgens andere als abends nimmt. Man muss leider manchmal ein bisschen rumprobieren und leider gibt es auch oft fiese Nebenwirkungen. Antidepressiva machen aber nicht abhängig, aber wie gesagt, man muss rumprobieren. 

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18. Juli 2017 um 16:58

um Rechthaberei geht es hier aber nicht - wenn ich richtig gelesen habe

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18. Juli 2017 um 17:06

Um einen Therapieplatz bei einem Psychotherapeuten zu bekommen, ist der normale Weg bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten oft mit monatelangen Wartezeiten verbunden. Eine gute Alternative wäre über die Kostenerstattung an einen Therapeuten zu kommen. Das muss man bei der Krankenkasse beantragen.
Aber seit 01.04. gibt es in Deutschland ein neues Gesetz: man kann sich von der Servicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung des entsprechenden Bundeslandes einen Termin zur Sprechstunde vermitteln lassen bei einem Psychothereuten (man kann sich aber auch selbst durchtelefonieren). Jeder Psychotherapeut ist verpflichtet, eine Sprechstunde pro Woche anzubieten. Dabei geht es nur darum, den aktuellen Stand der Dinge festzustellen, zu einer Diagnose zu kommen und festzuhalten, wie es danach weitergeht. Das ist nicht der Beginn einer Therapie. Aber es kann sowas eingeleitet werden wie eine Akutbehandlung, ein stationärer Aufenthalt oder sonst was. 

Aber trotzdem müsste die Partnerin des TE dazu überhaupt bereit sein und das auch wollen. Weil sonst nützt das ja alles nichts. 

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18. Juli 2017 um 18:48

Wie willst du das denn aus der Ferne beurteilen wenn sie eine Depression hat, dann haben so gut wie alle Arbeitslosen eine. Sie soll einfach zu einem Therapeuten gehen, der ihr dabei hilft aus diesem Tief rauszukommen. Ob das jetzt eine echte Geisteskrankheit ist oder einfach nur ein Tief, wie es jeder Mal hat, wird dann sicher er herausfinden, der mehr weiß als ein paar Sätze in einem Internetforum.

Für mich ist das hier grad so als würde jemand schreiben, dass er Husten hat und mehrere Leute schreiben "Ganz klar! Lungenkrebs!". Sowas kann doch nur ein Arzt entscheiden. Und bis das geklärt ist, ist ein Husten erstmal nur ein Husten und statt einer vorgezogenen Chemo nur zur Sicherheit kann man auch erstmal ein Hustenbonbon ausprobieren.

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19. Juli 2017 um 8:21

@vevlyn: Deine Antworten gehen einem tierisch auf die Nerven. Es geht hier doch um etwas ganz anderes als um das Thema Behandlung bei Depression. Mach dir doch sollst einen Thread auf oder finde mal wieder den Weg zum TE zurück.

Mal wieder zum Thema. Es ist egal ob es jetzt gerade "nur" ein Tief ist. Für den TE ist es doch wichtig wie er jetzt handeln soll. Er will sich nicht trennen.

Ich finde daher den Plan den hier jemand geschrieben hatte sehr gut. Ebenfalls ein ruhiges Gespräch dass ich aber draußen führen würde. In der lage in der aktuell seine Freundin ist, kann es doch schnell zu einer Depression werden. Ich würde ihr einfach sagen "ich habe Angst dass du in eine Depression verfällst und ich will dich endlich aus diesem Loch holen" 
Biete ihr deine Hilfe an, dass du mitihr zum Arzt gehst, mit ihr Bewerbungen schreibst oder Stellen suchst. 

Keine kennt deine Freundin, entweder musst du sie pushen, einfühlsam sein oder vielleicht sogar mal vollkommen in Ruhe lassen. Nach der der Arbeit nicht nach Hause kommen sondern mit Freunden sein und wenn Sie dich gefragt was los ist, dann sagst du eben dass du es Zuhause aktuell nicht aushältst. Das sind Möglichkeiten und nur Hilfestellungen die du entscheiden musst. Jeder Mensch ist anders. Nicht jeder Mensch brauch dann jemanden der einen betütelt. Manche benötigen einen Arschtritt.

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19. Juli 2017 um 14:59

ja, ach ja.. ''alles passiert soooo schnell'' und keiner hats gemerkt, wa

Nein, bei vielen fehlt ganz einfach die Bereitschaft, auch mal schlechte Zeiten durchzustehen - das Leben IST KEINE PARTY und das sollte es auch noch nie sein - sonst wäre es so.

Man will einfach nichts mehr aushalten müssen. Aber, wenn man nicht gelernt hat, sich gerade in schweren Zeiten Kraft zu holen (woher die kommt? Kann gerne gegoogelt werden oder in diesem Forum gelesen, falls man keine Familie mehr hat).

Das Gute wie das Schlechte gehört zu unserem Leben dazu. Es kommt nur darauf an, wie man das für sich bewältigt und annimmt.
Wie könnte ich wissen, was Glück bedeutet, wenn ich Unglück direkt vermeiden will?

Wie kann ich Schmerz kennen und Dankbarkeit, wenn dieser verschwindet, wenn ich ihn von vornherein mit Chemie oder ähnlichen Schmerzmitteln abwehre?

Was heute so eifrig Depression genannt wird, ist für mich eher ein Ausdruck dafür, sich nicht für die eigenen Belange bemühen und einsetzen zu wollen. Problemen wird lieber aus dem Weg gegangen, anstatt sie mutig anzugehen.

dinkelflocke ist gut beraten, sich um die eigenen Belange zu kümmern und der Freundin Mut zuzusprechen bei allem was sie sich vornimmt - ansonsten dieser freie Hand zu lassen - so wird sie einige Zeit brauchen, sich zu berappeln - aber sie kann es schaffen... wenn sie nicht auch noch bevormundet wird, und dicht macht - würde ich überigens auch, wenn mir einer den Moralapostel und Lehrer gibt.

Aber wie gesagt - es ist nicht alles gleich ne Depression, nur weil eben der Alltag auch mal schwieriger wird und es nicht nach dem eigenen Willen alles glatt verläuft.

Nicht die Flügel hängen lassen und auch die positiven Dinge nicht übersehen - zum Verzweifeln sehe ich hier gar keinen Anlass. Solche Phasen muss nahezu jeder mal durch. Ihr schafft das auch!

 

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