Home / Forum / Liebe & Beziehung / Meine Beziehung....und ich

Meine Beziehung....und ich

12. Februar 2013 um 13:29

Hi gofeminin Mitglieder,

ich habe mich neu angemeldet und hoffe, dass ich ein paar hilfreiche Ratschläge erhalten werde.

Wie Ihr schon in der Überschrift gelesen habt, geht es um meine Beziehung.
Zu mir: Ich bin 27 Jahre alt und bin seit über 2 Jahren mit meinem Freund zusammen. Ich bin für ihn in eine andere Stadt gezogen und wohne seit einem halben Jahr bei ihm.
Ich weiß nicht so recht wo ich anfangen soll.
Unsere Beziehung ist anders als die meisten. So empfinde ich es eigentlich schon seit Anfang unserer Beziehung, was jedoch nicht negativ ist.

Ich muss dazu sagen, dass ich schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht habe und mir das noch oft schmerzlich zusetzt, da ich dadurch sehr emotional geworden bin und bei jeder Kleinigkeit anfangen könnte zu heulen.
Mein Freund ist ein Mann, der im Leben steht und zieht gerne sein eigenes Ding durch, was ich auch wichtig finde, denn man sollte seine Träume leben, man lebt schließlich nur einmal. Meine Eltern sehen das anders und fragen sich, wieso mein Freund z.B. mal am Wochenende ohne mich wegfährt. Sie denken, er vernachlässigt mich.

Nun....da sind zwei Welten aufeinander gekracht. Einer, der sein Leben liebt und seinen Traum von Freiheit auslebt und einer, der sein Leben zwar genießt, aber auf eine andere Art und Weise. Ich gönne meinem Freund und beneide ihn sogar, dass er sich für seine Beschäftigungen so sehr interessiert, es fasziniert mich. Jedoch bei jedem Versuch, mich auch an irgendwas zu erfreuen oder einer Sache meine Zeit so extrem zu widmen, scheitere ich jedes Mal und verfalle in Einsamkeit. Ich weiß, dass mein Freund mich liebt, aber ich glaube er liebt nicht auf die selbe Weise wie ich es tue. Oft kommt es vor, dass ich mich frage, wieso wir nicht viel mehr Gemeinsamkeiten haben sprich, dass wir eine Sache haben, an der wir uns beide erfreuen und unsere Liebe dadurch wächst. Ich zähle einfach mal unsere Gemeinsamkeiten auf oder wie unser Alltag in der Beziehung aussieht:

-Wir gehen gerne mal etwas essen oder kochen zusammen
-Wir liegen auf der Couch, machen uns gemütliche Abende und schauen einen Film
-Wir gehen in die Stadt bummeln, erledigen gemeinam unsere Einkäufe für die Woche oder gehen spazieren
-Wir besuchen gelegentlich einen Tierpark oder Zoo
-Wir treffen uns mit seinen Freunden und verbringen schöne Abende
-Manchmal gehen wir ins Kino

Aber ich frage mich oft, soll das alles sein?

Manchmal kommt es mir trotzdem so vor, als würden wir nicht der Norm von einer Beziehung entsprechen, weil mein Freund wie gesagt ein Freiheitsliebender Mensch ist.
Wenn Feiertage sind, fährt er mit einem oder zwei Kumpels zu Radturnieren. Mir fehlt, dass wir nicht mal ein paar Tage Urlaub machen können, da er sein Hobby an erster Stelle stellt. Ich war auch ein paar mal mit, aber ich interessiert mich ehrlich gesagt nicht wirklich und dann bleibe ich lieber Zuhause. Ich kann mich auch mit mir selbst beschäftigen, zeichne gerne und unternehme was mit Freunden. Aber es ist trotzdem diese Leere da oder besser gesagt diese Einsamkeit die mich trotzdem immer wieder einholt, wenn er nicht da ist. Dann frage ich mich, ist das so richtig, wie das abläuft bei uns? Wie wäre es, wenn ein Kind da ist? Bin ich dann auch alleine?

Als ich vor einem Jahr für eine Woche außer Gefecht war, hat er mich zwar täglich besucht, ist aber trotzdem am nächsten Wochenende weggefahren, was mir als egoistisch vorkam, auch wenn ich nicht bettlägerig war.Ich habe selbst gesagt, er soll fahren, ich komme schon zurecht. Traurig war es nur, als ich mir vor Augen gehalten habe, dass es schön gewesen wäre, wenn er da nicht weg gewesen wäre und mir dadurch gezeigt hätte, du bist mir gerade wichtiger, das Hobby kann warten. Hätte mein Freund nicht bei mir sein sollen?

Vielleicht erwarte ich auch einfach zuviel. Mir fällt nur mittlerweile auf, dass wir kaum noch etwas zusammen machen und er für nichts anderes mehr Augen hat außer seine Radsachen. Er fehlt mir und ich habe das Gefühl, wir leben uns auseinander, wenn das so weitergeht. Am Anfang hat er noch viel mit mir unternommen und das lies dann nach und nach nach, als ich von seinem Hobby Wind bekommen habe. Denkt nicht, ich lasse ihn nicht ziehen, ich gebe ihm den Freiraum den er braucht, das ist auch wichtig. Aber bei allem was ich tue, ich kann mich halt nicht an Dingen so extrem reinhängen und ich will mich auch nicht verbiegen. Manchmal frage ich mich, wieso er mich überhaupt liebt, wenn ein Drang nach Freiheit größer ist als alles andere und ob er mich nur liebt, weil das keine andere Frau mitmachen würde.

Ich klammere nicht, enge ihn nicht ein, aber innerlich bin ich traurig. Ich habe ihn darauf angesprochen, dass wir gar nichts gemeinsam machen und ich das schade finde. Er hat sich direkt Gedanken gemacht und hat vorgeschlagen, dass wir uns im Fitnessstudio anmelden. Aber das ist mir widerrum zu teuer. Irgendwas wird sich schon finden lassen, nur macht mich traurig, dieses Gefühl, dass egal was wir machen, ihn nichts so glücklich machen kann wie sein Hobby, dass ich schon mittlerweile von mir aus sage, er soll sich seinem Hobby widmen, weil ich spüre, dass ihn das mehr interesiert als alles andere.

Ich will nichts auf eine Krankheit schieben, er hat ADHS. Liegt das vielleicht daran? Ich will nichts rechtfertigen, aber Fakt ist, dass ich gerade nicht glücklich bin, aber ich möchte ihn auch nicht verlieren, weil er so wie ich dachte mein Mann fürs Leben ist. Er merkt auch sofort, wenn ich unglücklich bin, spricht mich darauf an und will dass wir darüber reden. Er sagt mir immer, dass es keinen Menschen gibt mit so einem tollen Charakter wie ich ihn habe und dass er mich unendlich liebt, aber ich fühle das einfach nicht.
Bei jedem Male, wo er fährt merke ich, dass er ein schlechtes Gewissen hat und dann versucht, das irgendwie gut zu machen. Er sagt oft, dass er kein guter Freund ist bzw. dass er ein ... ist als Freund. Wieso sagt er das und geht dann doch wieder?

Ich möchte einfach, dass er merkt, dass es nicht nur DAS gibt, sondern auch noch mich. Ich fühle mich immer mehr in den Hintergrund der Beziehung gerückt, so als wäre es egal, ob ich da bin oder nicht. Ich habe oft gelesen, dass sich mit der Zeit eine Routine oder Langweile in der Beziehung breit macht, gegen die ich ankämpfen will. Aber ich frage mich, wieso er das nicht merkt. Es könnte alles so weiterlaufen wie es ist habe ich im Gefühl, er hat ja alles. Nur ich irgendwie nicht. Ich hatte diess Problem auch schon mal in einer anderen Beziehung, weil ich einfach nicht so ein Hobbyjunkie bin und auch gerne viel mit meinem Partner erleben möchte. Aber er erlebt alles ohne mich in seiner Freizeit bzw. sein Hobby, das ihm so wichtig ist.

Wenn ich dann mal ein paar Tage in den Urlaub möchte, dann denkt er eh immer an das Hobby und wir drehen uns im Kreis. Ich lasse ihn wieder ziehen, weil es mich zerfrisst, wenn er nicht glücklich ist. Dabei sollte er doch auch die Zeit mit mir genießen können, was er einer Meinung ja auch tut. Aber am Urlaub wird es immer scheitern, weil er nicht bereit ist mal einen Urlaub mit der Freundin zu verbringen z.B. irgendwohin fliegen. Damit kann er sich gar nicht anfreunden. Deshalb....sage ich schon gar nichts mehr. Ich habe gesagt ich freue mich auf Ostern, auf die freien Tage....er nickt dann und sagt: Ohja, ich auch. Und das nur, weil er dann wieder weg sein wird. Ich will kein Spiel treiben und mich interessanter dadurch machen, dass ich auch mein eigenes Ding durchziehe und alleine wegfahre. Das kann doch nicht der Sinn sein oder?
Was läuft hier nur verkehrt? Sollte ich weniger geben und mehr nehmen? Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht.

Und ich bitte euch, mir nicht direkt einen Vortrag über das Schlussmachen zu halten. Das kommt für mich nicht in Frage. Ich will nur wissen...liegt es an mir und wenn ja, was kann ich ändern?

Grüße und danke!






Mehr lesen

12. Februar 2013 um 14:19

Danke
Für deinen Beitrag Ich denke auch, dass sein Egoismus schon sehr stark ist, da er dann auch keinen Rücksicht auf irgendwas nimmt. Alles dreht sich nur um sein Hobby. Das ist schlimm. Aber wie kriege ich es hin, dass er dann auch Freude hat? Das ist ja das Problem. Ich habe das Gefühl er genießt die Zeit gar nicht, in der er sein Hobby nicht ausführt. Das ist schrecklich für mich, wenn ich ständig daran denke und auch fühle, dass er gerade viel lieber mit seinem Hobby beschäftigt wäre als mit mir.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest