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Meine Abschlussarbeit tut der Beziehung gar nicht gut

21. August 2010 um 18:55

Hallo Leute,

ich habe schon sehr früh den Entschluss gefasst, dass ich in die Forschung will. Ich habe mein Leben lang darauf hingearbeitet und das war nicht immer ganz einfach : Meine Eltern sind stockkonservativ und absolut dagegen, dass ich als Frau an die Uni gehe. Also bin ich mit 17 ausgezogen und habe mich durch Schule und Studium gejobt. Jetzt geht es endlich in die Abschlussphase. Um meine Chancen zu erhöhen, habe ich einen StudiJob an der Uni angenommen. Die Leute da geben mir viel Unterstützung und Chancen, so dass ich meinem Ziel wirklich sehr nahe gekommen bin.
Also alles supi ABER
Ich bin vor ca. einem halben Jahr mit meinem Freund zusammen gezogen, dass war, als wir beschlossen haben, zu heiraten. Er ist sehr lieb, hat viel Verständnis und versucht mich zu unterstützen wo er kann. Wir haben aber ein paar Probleme :

- Das erste ist, dass er meint, es sei schwer für ihn, weil er sich klein vorkomme. Manchmal nimmt er auch das Wort 'dumm'. Wir studieren zwei grundverschiedene Dinge und ich habe großen Respekt vor dem was er tut. Es ist aber einfach etwas komplett Anderes als ich mache- also vergleiche ich nicht. Aber es ist auch normal, dass wenn ich mich in meines reinhänge und da sehr viel Zeit investiere, dass ich dann auch mehr Ahnung davon habe als er, der das nie gemacht hat. Nur das sagt ja nix über seine Kompetenzen in seinem Fach aus.

- Ich habe keine Kohle und immer Geldprobleme. Wenn ich von meinem Gehalt Miete und Essen abziehe, bleibt genug um Kopien, Semestergebühren und solche banalen Sachen wie Zahnarzt zu bezahlen. Ich war das letzte Mal vor einem Jahr shoppen. Nicht weil das kein Spaß macht, sondern weil es nicht geht. Das kann er nicht nachvollziehen. Er hat geerbt und kriegt zusätzlich Geld von Mama und Papa. Ich will aber nicht, dass er mir Geld gibt, ich will das alleine schaffen. Einfach weil meine Eltern mir immer gesagt haben, dass eine Frau das nicht kann. Das Problem hier ist vor allem, dass er nicht versteht, wieviel Stress entsteht, wenn man nicht weiss, wie die Praxisgebühr bezahlen oder ein Buch, dass ich brauche oder oder oder. Er kennt diese Probleme nicht und kann nicht nachvollziehen, wieviel Stress sowas macht.

- Ich habe zu wenig Zeit. Da ich von meinem Eltern nichts bekommen habe und auch nicht werde, muss ich voll nebenbei arbeiten. Mit der Abschlussarbeit liegt mein pro Tag Pensum bei ca. 11 Stunden -auch am Wochenende. Das ist jetzt noch einen Monat lang und dann wieder in einem halben Jahr drei Monate lang, weil so die Prüfungsblöcke liegen. Er leidet darunter - was ich verstehen kann. Aber ich kriege es nicht besser hin. Ich kann nicht weniger arbeiten- weil ich dann keine Miete zahlen kann- , ich kann nicht aufhören, für die Abschlussarbeit zu lernen und arbeiten - weil ich so nah an meinem Ziel bin und es jetzt nicht verlieren kann- , aber ich kriege nach 11 Stunden auch nicht mehr die Energie aufgebracht, eine vernünftige Beziheung zu führen.
Wir machen im Moment ca. einmal die Woche was zusammen, das ist sehr schön, aber in letzter Zeit auch schwierig, weil er findet, dass ich immer so abgespannt bin.
Er hätte gerne mehr gemeinsame Zeit und mehr Energie von mir. Ich bin abends immer völlig ausgebrannt. Dann geht noch ein wenig abwaschen, ein wenig einkaufen für zu hause und das wars dann auch schon. Ich glaube, das gehört aber eben dazu, wenn man abshcließen will.

Ihn aufgeben steht außer Frage - das mache ich nicht.
Trotzdem muss sich was ändern, möglichst vor der Abgabe.
Natürlich haben wir geredet und er vesteht meine Probleme - theoretisch.

Was ich nun brauche, ist eure Hilfe :
- Wisst ihr wie ich meinen Alltag optimierenn kann, damit trotzdem noch Energie für ihn da ist?
- Wie kann ich ihm auch praktisch klar machen, wie das mit den Geldproblemen ist? Er weiss es eben in der Theorie, sagt aber selbst, dass er es nicht nachvollziehen kann.
- Wie kann ich ein für alle mal klar stellen, dass ich ihn intelligent und nicht 'klein' finde. Wenn ich ihm das genau so sage, wie oben beschrieben, funktioniert das nicht.

Auch wenn der Text lang war, ich hoffe, dass ihr mir helft.

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21. August 2010 um 19:34


Erstmal, Danke für die ausführliche Antwort.
Er studiert Physik. Iich habe Erziehungswissenschaften studiert und das sehr eng mit Informatik verbunden.

Wir haben das mit dem Geld besprochen, er würde mir gerne was geben. Ich habe ein wenig Angst, wenn ich das jetzt mache, dass es dann nicht mehr nur meins ist. Weisst Du was ich meine? Bis jetzt kann ich sagen : Ich habe das alles ganz alleine und aus eigener Kraft geschafft. Das würde sich dann ändern.

Ich will auch nicht dass typische Frauending machen und ihn in Schutz nehmen, aber es ist schwer, in Physik richtig zu leuchten. Da es aber wenig Pädagogen gibt, die sich so intensiv mit Digitalen Medien auseinander gesetzt haben, kriege ich viel Lob. Das kriegt er mit und ich kann nachvollziehen, dass sich das dann komisch anfühlt.

Es ist auch nicht so, dass er nöhlt und meckert. Er sagt, er möchte gerne mehr Zeit mit mir. Wenn er nöhlen würde, hätte ich schon Schluss gemacht. Es ist eher so, dass ich merke, dass ihn das belastet, dass es ihn ein wenig traurig stimmt. Deswegen möchte ich ja was ändern.

Meine Eltern sind übrigens ein Ding für sich, wir haben sogar Kontakt: exakt einmal im Jahr. Sie sind zwar mittlerweile auch so weit, dass ich, gemäß dem Falle ich kann auch nach dem Abschluss an der Uni bleiben, wieder in der Familie akzeptiert wäre. Aber ich habe zu viele Leute getroffen, die mich auf dem Weg unterstützt haben, die beiden sind halt raus.

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21. August 2010 um 19:53

Vorschläge...
Hey,

also ich kann dich sehr gut verstehen. Kenne das mit dem Arbeiten und Lernen etc... Wenig Geld haben usw...

Zu deinen Problemen:

1. Du kannst nichts daran ändern, dass dein Freund sich dir gegenüber "dumm" findet. Das ist eine Sache, die mit ihm selber zu tun hat. Also kannst du ihm nur noch einmal deutlich sagen, dass du ihn für sehr intelligent hältst und toll findest was er macht. Sag ihm klar und deutlich, dass ihr verschiedene Richtungen studiert und eben jeder Experte auf seinem Gebiet ist, egal ob der eine mehr oder weniger dafür tut. Alles andere liegt bei ihm! Ich glaube auch nicht, dass nur das sein Problem ist. Ich denke eher, dass er sieht wie du deinen Alltag meisterst, obwohl du es schwerer hast. Darauf kannst du stolz sein und er wird auch wissen, dass er stolz ist. Nur kommt er sich dadurch kleiner vor. Aber davon solltest ihr euch eure Beziehung nicht kaputt machen. Wenn er mal wieder damit kommt, dann sagst du ihm los wir machen jetzt eine Positiv Liste. Er soll einfach alles aufschreiben was er gut kann und was gut an ihm ist. Du kannst dann natürlich auch sagen, was du gut an ihm findest! Hierbei denke ich aber ist es besser wenn ihr dann keine Liste für dich macht, denn dann wird er mehr Dinge finden, da das bei anderen sowieso immer leichter ist...

2. Um ihm das mit dem Geld begreiflich zu machen, würde ich echt seins deinem gegenüberstellen, sowie die Ausgaben und vorallem schriftlich. Dann sieht er einmal richtig den Unterschied... Oder ich würde ihm vorschlagen, dass er mal einen Monat mit dem Geld lebt welches du hast. Er hat einfach mal nur soviel Bargeld wie du für einen ganzen Monat! Den Rest oder die EC Karte legt ihr weg! Er wird sicherlich spätestens Mitte des Monats nichts mehr haben, dann soll er mal zwei Tage mit nichts auskommen um ein Gefühl zu bekommen wie scheiße das ist. Natürlich wird er es nicht völlig verstehen, weil er ja weiß, dass er trotzdem noch genug hat, aber da kommt er eben in diesem Moment nicht ran. Wenn ihr das so macht, dann sollte er natürlich absolut einverstanden sein...
Aber sonst solltest du ehrlich auch mal etwas von deinem Freund annehmen. Das ist nichts verwerfliches und bedeutet nicht, dass er dir dein Leben finanzieren soll, aber schlage ihm vor mal mit ihm in die Stadt gehen und er kann dir ein schönes Kleidungsstück kaufen! Glaube mir, das tut dir gut und ihm auch, genauso wie eurer Beziehung! Du musst dich nur überwinden es abzulegen alles selber zu erarbeiten. Das musst du wieder lernen, genauso wie du gelernt hast dich durchzuboxen! Ihr wollt heiraten, sagst du, in der Ehe bezahlt nun mal der eine der mehr hat auch mal mehr... Bringe dir bei das anzunehmen....

3. Das mit der wenigen Zeit könntest du sicherlich ändern, aber eben auf Kosten der Arbeit oder des Lernens! Da musst du abwägen, ob es dir das wert ist. Ich denke es ist es wert! Ein Tag bzw. 2-3 Stunden mehr in der Woche tun euch gut und du verlierst dadurch nicht zu viel!

Allgemein denke ich musst du mehr Kompromisse eingehen, aber wenn du so viel Energie in diese ganzen Dinge steckst, dann solltest du vielleicht einfach umdenken und dir beibringen diese Energie auch in deine Beziehung zu stecken bzw ihr etwas davon abzugeben. Es schadet dir nicht, das ist nur deine Vorstellung, aber du wirst dadurch nicht schlechter werden. Du bist nur zu versteift auf alles. Ich finde das sehr bemerkenswert von dir, Vor allem, dass du so zielstrebig bist, aber um dich selber und dein Beziehung glücklicher zu machen, solltest du einfach einmal versuchen umzustrukturieren. Das ist erst einmal schwierig, aber es ist wichtig ein gutes Gleichgewicht zwischen allem zu haben. Hast du das deiner Meinung nach?
Wenn nicht, dann versuche es zu finden!

Ich finde du kannst stolz auf dich sein, aber verharre nicht in "Eigenschaften", die du dir angeeignet hast, sondern Wandel dich.
Und wenn alles nicht klappt, immerhin ist alles in ein paar Monaten anders und dann kannst du neu anfangen. Lasst euch nicht von der stressigen Zeit unterkriegen wenn ihr zusammen gehört!

LG

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21. August 2010 um 20:28

Colleen41...
es ist nicht jeder so frustriert wie du. Deine Ansprüche an andere Menschen habe ich zum GLück nciht und ich rate auch nicht jedem bei der kleinsten Schwierigkeit sich zu trennen. Er hat Probleme oder zumindest Sorgen was die Beziehung und ihr Pensum angeht. Kann ich völlig nachvollziehen! Aber immer zu raten sich gleich von dem Partner zu trennen weil er nicht jederzeit und absolut alles toll findet was man macht ist absolut bescheuert um es mal so deutlich zu sagen.

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27. August 2010 um 15:07


Die Lösung ist!
Ich habe, danke nochmal fürs dazu schubsen, mit ihm geredet. Wir haben verabredet, dass ich weniger in die Haushaltskasse zahle und er mir bei größeren Gelegenheiten hilft und Geld leiht.
Er sagt, er hat keine Bedenken, dass ers nicht zurück kriegt und die richtige Annahme getroffen, dass ich Geschenke nicht annehmen würde.
Also alles supi, danke nochmal fürs Helfen!!

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