Forum / Liebe & Beziehung

Mein Verlobter hat mir gesagt, dass er lieber als Frau leben würde - Was soll ich tun?

Letzte Nachricht: 12. August um 5:16
03.08.21 um 23:23

Hallo ihr Lieben,
es ist eine aufwühlende Geschichte und ich habe sie selbst noch nicht so ganz verarbeitet, aber ich muss es jetzt einfach mal loswerden. Ich hoffe, dass ich dabei nicht zu sehr ausschweife.
Mit meinem Verlobten bin ich seit mehr als drei Jahren zusammen, wir kennen uns allerdings schon deutlich länger. In diesen Jahren haben wir viel durchgestanden (unter anderem eine lange Fernbeziehung und eine lebensbedrohliche Krankheit) und die Liebe die wir teilen, ist tiefer, als die meisten Menschen es jemals erleben dürfen. Wir haben eine unglaublich harmonische Beziehung, wir streiten selten und gehen nie wütend schlafen, wir verbringen den Großteil unserer Zeit zusammen, wir unternehmen auch gerne mal etwas miteinander: Eine schöne, gesunde und vertrauensvolle Beziehung eben. Ich dachte, ich wäre ein offenes Buch für ihn und er auch für mich aber dann wurde ich vor einigen Tagen eines Besseren belehrt:

In einer ruhigen Minute offenbarte mein Verlobter mir, dass er gerne eine Frau wäre. Ich war schockiert, baff. Das hätte ich niemals erwartet. In unserer Beziehung herrscht ein recht traditionelles Rollenverständnis. Das mag nicht für jeden etwas sein, aber ich fühle mich sehr wohl in der Rolle der Frau. Ich erledige gerne Hausarbeit, koche gerne, ich bin in unserer Beziehung und arbeite auch im sozialen Bereich. Mein Verlobter ist mein Gegenpol. Er ist ruhig, besonnen, naturwissenschaftlich begabt, gibt mir (auch körperlich, durch seine Größe und Art mit mir umzugehen) Sicherheit und Geborgenheit, er verhält sich stereotyp männlich und das ist auch (neben seinem unglaublich attraktiven Äußeren) ein nicht unbedeutender Teil dessen, weshalb ich mich zu ihm hingezogen fühle.
In dem folgenden Gespräch erklärte er mir, dass er sich, seit er etwa zehn Jahre alt ist, wünscht, eine Frau zu sein. Insbesondere einen weiblichen Körper zu haben, ist für ihn wichtig. Aber auch der soziale Aspekt des Frau-Seins (oder wie er es sich vorstellt, er hat ein recht starres Rollenbild) ist ihm wichtig. Er hätte sich in den letzten Monaten mehr mit diesen Gedanken (die er zuvor versucht hatte zu verdrängen und die ihn zu seinem stereotypen Verhalten geführt haben) auseinandergesetzt und sie akzeptiert. Bisher identifiziert er sich nicht als Frau (deshalb schreibe ich auch „er&ldquo und es fühlt sich für ihn nicht richtig an, weibliche Dinge zu tun oder entsprechende Kleidung zu tragen. Er meint, mit einem weiblicheren Aussehen wäre das für ihn leichter. Er scheint sich der Sache recht sicher zu sein, seine Priorität liegt aber – wie er sagt – auf der Beziehung zu mir. Wenn ich nicht bei ihm bleiben kann, wenn er sich entscheidet als Frau zu leben, dann will er es sein lassen.

Seitdem bin ich in einem emotionalen Zwiespalt. Durch seine Priorisierung fühle ich mich unter Druck gesetzt, auch wenn ich ihn, egal wie er sich entscheidet, nicht verlassen werde. Meine Stimmung schwankt zwischen stundenlangen Heulattacken, die so schlimm sind, dass meine Augen nicht mehr richtig abschwellen wollen und Phasen der Akzeptanz oder sogar einer gewissen Freude an der Thematik. Ich bin froh, dass er sich mir geöffnet hat und mir das Vertrauen entgegengebracht hat. Vieles ergibt plötzlich Sinn. Ich habe bearbeitete Fotos von ihm als Frau gesehen und er/sie hat mir gut gefallen. Auch der Gedanke, manche weiblichen Dinge mit ihm zu teilen, bereitet mir eine gewisse Freude. Aber ich bin ja nicht plötzlich bi, sondern stehe nach wie vor auf Männer (ihn). Ich habe mich in einen Mann verliebt, mit allem was so dazu gehört. Wenn er anfängt Hormone zu nehmen, wird er nicht nur körperlich verändert, sondern auch sein Charakter und die Rolle in der Beziehung werden sich drastisch ändern und ich weiß nicht, ob ich damit klarkommen kann. Ich habe permanent das Gefühl, ihn zu verlieren. Unsere Beziehung, in der ich mich so wohl gefühlt habe, zu verlieren, meine nahe Zukunft (die ich mit ihm so oft besprochen habe) hat sich in einen weit entfernten Traum verwandelt. Außerdem habe ich Angst um ihn: Was, wenn er damit doch nicht ganz glücklich wird? Ich bemerke, dass ihn der Gedanke daran eine Frau zu sein, (körperlich) sehr erregt, was mich sehr irritiert: Ist es nur ein extremer Fetisch? So genau kann er mir das auch nicht sagen. Er stellt sich den Weg so leicht vor. Fast naiv, würde ich behaupten. Ich sehe viele Steine in seinem/unserem Weg. Ich kann ihm nicht versprechen, ihn weiterhin so zu lieben, wie ich es jetzt tue. Gleich stark bestimmt, aber evtl. eben nur platonisch. Oder ich liebe die Person die er war, nicht die, die er dann ist. Er sagt aber, dass er ohne mich auch nicht glücklich sein kann.
Für mich steht es nicht zur Diskussion, ihn zu verlassen. Ich liebe ihn einfach zu sehr dafür und ich liebe ihn auch jetzt noch genau so sehr. Aber ich stehe vor einer schweren Entscheidung, die er leider Gottes mir auferlegt hat: Die erste Möglichkeit ist die, dass wir unser Leben so weiterleben wie jetzt und er quasi im Stillen leidet. Der Gedanke an unsere geplante Zukunft ist gleichzeitig so schön und plötzlich so abwegig und gibt mir so viele Schuldgefühle: Warum soll ich auf seine Kosten glücklich sein dürfen? Die zweite Möglichkeit ist die, dass er in Zukunft als Frau leben wird. Der Gedanke daran ist für mich noch zu verwirrend und nicht fassbar. Ich denke ich werde so oder so nicht mehr so glücklich sein wie davor. Aber ohne ihn zu sein scheint mir noch deutlich schlimmer. Wir werden wohl beide therapeutische Hilfe brauchen, aber in DE wartet man nun mal eine Weile auf einen Therapieplatz…

Meine Fragen an euch: Ist es schlimm, dass ich so fühle und meinen Partner nicht 100% unterstützen kann? Wie würdet ihr handeln? Was könnt ihr mir empfehlen? Habt ihr evtl. selbst schon solche Erfahrungen gemacht? Alle Impulse und Gedanken sind herzlich willkommen. Da er sich nur mir gegenüber geoutet hat, kann ich das alles mit niemandem sonst besprechen und freue mich einfach über ein paar nette Worte.
 

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04.08.21 um 5:08

Hi,
warum sollte es schlimm sein dass du so empfindest?
Für dich ist alles neu und schockierend, es stellt sie dein Leben auf den Kopf.

Zudem setzt er sich mit dieser Entscheidung unter Druck. Das ist nicht fair. Bei allem Verständnis für seine Lage und Hut ab dass er sich dir gegenüber geoutet hat:
Sowas macht man nicht! Er zieht sich damit aus der Verantwortung, schiebt sie dir in die Schuhe und bürdet die Entscheidung über sein zukünftiges Leben dir auf. Das geht so nicht.
Er sollte in eine Beratung für Transgender, dort kann er lernen wie er mit der Situation umgehen kann und wie er dich unterstützt(durch eigenes Ausleben inklusive Gespräche und Umgang damit), zeitgleich kannst du bestimmt dort lernen wie du ihn unterstützen kannst.

Eigentlich sollte er einfach für sich feststellen ob das wirklich so sein soll dass er so leben will. Dann sollte er anfangen sich umzustellen. Und du wirst halt nach und nach merken ob du den kompletten Weg mitgehen kannst oder ihr irgendwann getrennte Wege gehen müsst, wenn auch als Freunde.

Habt ihr schon Kinder? War da etwas in Planung oder ist das glücklicherweise kein Thema?

Viel Glück auf alle Fälle und Kopf hoch, vielleicht wird sich alles zum Positiven wenden.

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05.08.21 um 15:58
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Hallo ihr Lieben,
es ist eine aufwühlende Geschichte und ich habe sie selbst noch nicht so ganz verarbeitet, aber ich muss es jetzt einfach mal loswerden. Ich hoffe, dass ich dabei nicht zu sehr ausschweife.
Mit meinem Verlobten bin ich seit mehr als drei Jahren zusammen, wir kennen uns allerdings schon deutlich länger. In diesen Jahren haben wir viel durchgestanden (unter anderem eine lange Fernbeziehung und eine lebensbedrohliche Krankheit) und die Liebe die wir teilen, ist tiefer, als die meisten Menschen es jemals erleben dürfen. Wir haben eine unglaublich harmonische Beziehung, wir streiten selten und gehen nie wütend schlafen, wir verbringen den Großteil unserer Zeit zusammen, wir unternehmen auch gerne mal etwas miteinander: Eine schöne, gesunde und vertrauensvolle Beziehung eben. Ich dachte, ich wäre ein offenes Buch für ihn und er auch für mich aber dann wurde ich vor einigen Tagen eines Besseren belehrt:

In einer ruhigen Minute offenbarte mein Verlobter mir, dass er gerne eine Frau wäre. Ich war schockiert, baff. Das hätte ich niemals erwartet. In unserer Beziehung herrscht ein recht traditionelles Rollenverständnis. Das mag nicht für jeden etwas sein, aber ich fühle mich sehr wohl in der Rolle der Frau. Ich erledige gerne Hausarbeit, koche gerne, ich bin in unserer Beziehung und arbeite auch im sozialen Bereich. Mein Verlobter ist mein Gegenpol. Er ist ruhig, besonnen, naturwissenschaftlich begabt, gibt mir (auch körperlich, durch seine Größe und Art mit mir umzugehen) Sicherheit und Geborgenheit, er verhält sich stereotyp männlich und das ist auch (neben seinem unglaublich attraktiven Äußeren) ein nicht unbedeutender Teil dessen, weshalb ich mich zu ihm hingezogen fühle.
In dem folgenden Gespräch erklärte er mir, dass er sich, seit er etwa zehn Jahre alt ist, wünscht, eine Frau zu sein. Insbesondere einen weiblichen Körper zu haben, ist für ihn wichtig. Aber auch der soziale Aspekt des Frau-Seins (oder wie er es sich vorstellt, er hat ein recht starres Rollenbild) ist ihm wichtig. Er hätte sich in den letzten Monaten mehr mit diesen Gedanken (die er zuvor versucht hatte zu verdrängen und die ihn zu seinem stereotypen Verhalten geführt haben) auseinandergesetzt und sie akzeptiert. Bisher identifiziert er sich nicht als Frau (deshalb schreibe ich auch „er&ldquo und es fühlt sich für ihn nicht richtig an, weibliche Dinge zu tun oder entsprechende Kleidung zu tragen. Er meint, mit einem weiblicheren Aussehen wäre das für ihn leichter. Er scheint sich der Sache recht sicher zu sein, seine Priorität liegt aber – wie er sagt – auf der Beziehung zu mir. Wenn ich nicht bei ihm bleiben kann, wenn er sich entscheidet als Frau zu leben, dann will er es sein lassen.

Seitdem bin ich in einem emotionalen Zwiespalt. Durch seine Priorisierung fühle ich mich unter Druck gesetzt, auch wenn ich ihn, egal wie er sich entscheidet, nicht verlassen werde. Meine Stimmung schwankt zwischen stundenlangen Heulattacken, die so schlimm sind, dass meine Augen nicht mehr richtig abschwellen wollen und Phasen der Akzeptanz oder sogar einer gewissen Freude an der Thematik. Ich bin froh, dass er sich mir geöffnet hat und mir das Vertrauen entgegengebracht hat. Vieles ergibt plötzlich Sinn. Ich habe bearbeitete Fotos von ihm als Frau gesehen und er/sie hat mir gut gefallen. Auch der Gedanke, manche weiblichen Dinge mit ihm zu teilen, bereitet mir eine gewisse Freude. Aber ich bin ja nicht plötzlich bi, sondern stehe nach wie vor auf Männer (ihn). Ich habe mich in einen Mann verliebt, mit allem was so dazu gehört. Wenn er anfängt Hormone zu nehmen, wird er nicht nur körperlich verändert, sondern auch sein Charakter und die Rolle in der Beziehung werden sich drastisch ändern und ich weiß nicht, ob ich damit klarkommen kann. Ich habe permanent das Gefühl, ihn zu verlieren. Unsere Beziehung, in der ich mich so wohl gefühlt habe, zu verlieren, meine nahe Zukunft (die ich mit ihm so oft besprochen habe) hat sich in einen weit entfernten Traum verwandelt. Außerdem habe ich Angst um ihn: Was, wenn er damit doch nicht ganz glücklich wird? Ich bemerke, dass ihn der Gedanke daran eine Frau zu sein, (körperlich) sehr erregt, was mich sehr irritiert: Ist es nur ein extremer Fetisch? So genau kann er mir das auch nicht sagen. Er stellt sich den Weg so leicht vor. Fast naiv, würde ich behaupten. Ich sehe viele Steine in seinem/unserem Weg. Ich kann ihm nicht versprechen, ihn weiterhin so zu lieben, wie ich es jetzt tue. Gleich stark bestimmt, aber evtl. eben nur platonisch. Oder ich liebe die Person die er war, nicht die, die er dann ist. Er sagt aber, dass er ohne mich auch nicht glücklich sein kann.
Für mich steht es nicht zur Diskussion, ihn zu verlassen. Ich liebe ihn einfach zu sehr dafür und ich liebe ihn auch jetzt noch genau so sehr. Aber ich stehe vor einer schweren Entscheidung, die er leider Gottes mir auferlegt hat: Die erste Möglichkeit ist die, dass wir unser Leben so weiterleben wie jetzt und er quasi im Stillen leidet. Der Gedanke an unsere geplante Zukunft ist gleichzeitig so schön und plötzlich so abwegig und gibt mir so viele Schuldgefühle: Warum soll ich auf seine Kosten glücklich sein dürfen? Die zweite Möglichkeit ist die, dass er in Zukunft als Frau leben wird. Der Gedanke daran ist für mich noch zu verwirrend und nicht fassbar. Ich denke ich werde so oder so nicht mehr so glücklich sein wie davor. Aber ohne ihn zu sein scheint mir noch deutlich schlimmer. Wir werden wohl beide therapeutische Hilfe brauchen, aber in DE wartet man nun mal eine Weile auf einen Therapieplatz…

Meine Fragen an euch: Ist es schlimm, dass ich so fühle und meinen Partner nicht 100% unterstützen kann? Wie würdet ihr handeln? Was könnt ihr mir empfehlen? Habt ihr evtl. selbst schon solche Erfahrungen gemacht? Alle Impulse und Gedanken sind herzlich willkommen. Da er sich nur mir gegenüber geoutet hat, kann ich das alles mit niemandem sonst besprechen und freue mich einfach über ein paar nette Worte.
 

"Bisher identifiziert er sich nicht als Frau (deshalb schreibe ich auch „er&ldquo und es fühlt sich für ihn nicht richtig an, weibliche Dinge zu tun oder entsprechende Kleidung zu tragen. Er meint, mit einem weiblicheren Aussehen wäre das für ihn leichter. "

Aber muss er nicht auch einige Zeit als Frau leben bis ihm zum Beispiel die Operationen, die man ja schlecht wieder rückgängig machen kann, Gestattet werden? 

Vielleicht wäre der erste Schritt hier mal ein Psychologe. Nicht weil ich sage Trans Menschen sind generell krank im Kopf, aber diese wirklichen 0 auf 100 Wechsel nachdem man übertrieben gesagt "40 Jahre und Bernd der Truckerfahrer" war sind meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen und sollten vorher definitiv professionell abgeklärt werden. Die Suizidrate von Transgendern liegt meines Wissens laut einer Studie nach der OP bei 50 Prozent, vorher bei unter 40 Prozent.

Für die Beziehung kann dir glaube ich keiner einen Rat geben, das ist etwas das du selbst entscheiden musst. Ich für meinen Teil würde ihn zwar unterstützen, aber da ich ebenfalls nicht Bisexuell bin wäre eine Romantische Beziehung damit nicht mehr möglich.

 

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05.08.21 um 23:10
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Hi,
warum sollte es schlimm sein dass du so empfindest?
Für dich ist alles neu und schockierend, es stellt sie dein Leben auf den Kopf.

Zudem setzt er sich mit dieser Entscheidung unter Druck. Das ist nicht fair. Bei allem Verständnis für seine Lage und Hut ab dass er sich dir gegenüber geoutet hat:
Sowas macht man nicht! Er zieht sich damit aus der Verantwortung, schiebt sie dir in die Schuhe und bürdet die Entscheidung über sein zukünftiges Leben dir auf. Das geht so nicht.
Er sollte in eine Beratung für Transgender, dort kann er lernen wie er mit der Situation umgehen kann und wie er dich unterstützt(durch eigenes Ausleben inklusive Gespräche und Umgang damit), zeitgleich kannst du bestimmt dort lernen wie du ihn unterstützen kannst.

Eigentlich sollte er einfach für sich feststellen ob das wirklich so sein soll dass er so leben will. Dann sollte er anfangen sich umzustellen. Und du wirst halt nach und nach merken ob du den kompletten Weg mitgehen kannst oder ihr irgendwann getrennte Wege gehen müsst, wenn auch als Freunde.

Habt ihr schon Kinder? War da etwas in Planung oder ist das glücklicherweise kein Thema?

Viel Glück auf alle Fälle und Kopf hoch, vielleicht wird sich alles zum Positiven wenden.

Danke für deine liebe Nachricht! Mittlerweile hatte ich einen Nervenzusammenbruch, der es in sich hatte. Er ist daraufhin zur Erkenntnis gekommen, dass er versuchen wird, als Mann weiter zu leben, weil ich mit der Alternative nicht klar komme. Es ist einfach nicht das Leben, das ich mit gemeinsam mit ihm vorgestellt habe... Versuchen ja. Versprechen kann ich aber nichts. Der Gedanke, ohne ihn zu leben (oder als Freunde) fühlt sich an, als würde ich mir alle Gliedmaßen amputieren lassen. 
Kinder haben wir seit Anfang der Beziehung geplant, das Jahr war auch schon fest... Er meint das geht auch per künstliche Befruchtung. Das das für mich ein großer Unterschied ist, kann er nicht ganz nachvollziehen.
Seit seiner Entscheidung ist er nun sehr depressiv und ich trage große Schuldgefühle mit mir herum. Ich habe Angst, dass wir uns und unser Glück schom verloren haben. Aber danke! Ich versuche tapfer zu bleiben. 

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05.08.21 um 23:17
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"Bisher identifiziert er sich nicht als Frau (deshalb schreibe ich auch „er&ldquo und es fühlt sich für ihn nicht richtig an, weibliche Dinge zu tun oder entsprechende Kleidung zu tragen. Er meint, mit einem weiblicheren Aussehen wäre das für ihn leichter. "

Aber muss er nicht auch einige Zeit als Frau leben bis ihm zum Beispiel die Operationen, die man ja schlecht wieder rückgängig machen kann, Gestattet werden? 

Vielleicht wäre der erste Schritt hier mal ein Psychologe. Nicht weil ich sage Trans Menschen sind generell krank im Kopf, aber diese wirklichen 0 auf 100 Wechsel nachdem man übertrieben gesagt "40 Jahre und Bernd der Truckerfahrer" war sind meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen und sollten vorher definitiv professionell abgeklärt werden. Die Suizidrate von Transgendern liegt meines Wissens laut einer Studie nach der OP bei 50 Prozent, vorher bei unter 40 Prozent.

Für die Beziehung kann dir glaube ich keiner einen Rat geben, das ist etwas das du selbst entscheiden musst. Ich für meinen Teil würde ihn zwar unterstützen, aber da ich ebenfalls nicht Bisexuell bin wäre eine Romantische Beziehung damit nicht mehr möglich.

 

Auch dir danke für die Antwort!
Ja, bis zur OP kann es jahre dauern, aber hormone können bereits zeitnah verabreicht werden und bereits große Veränderungen (brüste, körper und gesicht und auch Charakter werden femininer) mit sich bringen. Er meint dann würde er sich mehr als Frau sehen. Ich habe aber große Angst, dass er es bereuen würde, da er nie einen Alltagstest gemacht hat.

Über Suizidgefahr habe ich auch direkt nachgedacht. Als ich ihm gefragt habe hat er mir gesagt dass er nie solche Gedanken hatte. Das hat mich beruhigt.

Auch der Versuch ihn zu unterstützen ist bisher gescheitert, da ich das ständige Gefühl habe, nicht ihn zu unterstützen. Für mich ist er ein anderer Mensch. Für mich bedeutet das, alles zu verlieren. Aber ich würde es so gerne... Ihm zuliebe 

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06.08.21 um 0:29

Also erstmal finde ich deine reaktion zu ihm, das du ihm sagst das du ihn nicht verlassen würdest und so oder so liebst großartig.
Das andere ist, das eine geschlechtsumwandlung ein sehr langer Prozess ist.
Und vor allem eine große Entscheidung die er selbst treffen muss und auf GAR KEINEN FALL dir überlassen kann.
Er muss sich damit außeinander setzen. In Beratung gehen, mit Psychologen und Ärtzen sprechen und auch dann dauert es noch lange. Viel Zeit um wirklich zu erkennen was er ist oder eben nicht ist.
Man kann sich sein Geschlecht nicht aussuchen. Und manchmal werden Menschen mit dem Falschen Geschlecht geboren. Ich kenne ein Paar, das 20 Jahre verheiratet war bevor er dazu gestanden hat, das er eigentlich eine lesbische Frau ist. Inzwischen sind sie 45 Jahre verheiratet. Für die biologische Frau war das auch nicht leicht, aber als er rausd war und besprochen wurde, haben sie entschieden das sie lieber so zusammen leben, als sich zu trennen und auch wenn es immer noch nicht einfach ist sind sie glücklich.
Er hat sich übrigens nicht operieren lassen und nimmt hormone und trägt ausschließlich Frauenkleider.

Du sagst du fühlst dich schlecht weil du ihn nicht unterstützt und er hat gesagt er lässt es weil du es nicht erträgst, aber was hat er denn erwartet? Das du jubekst oder es dich kalt lässt? Er hatte JAHRE lang Zeit darüber nachzudenken und ist trotzdem noch nicht in Therapie und sich wohl selbst auch nicht sicher wenn er es einfach "doch nicht" machen kann.
Er ist selbst unsicher und will das du ihm eine Sicherheit gibst die er in sich finden muss. Wie auch seine Entscheidung.
DU kannst ihm da nichts abnehmen, du kannst keine Entscheidung für ihn treffen. Und vor allem, du musst das selbst jetzt erst Mal verarbeiten!
Er hat dir den Boden unter den Füßen weggezogen und sagt jetzt "ok dann nicht" aber der Boden ist weg. Du bist enttäuscht - im Wortsinn: du hattest ein Bild von ihm, das war eine Täuschung und die ist jetzt weg. Er hat ein Bild von sich aufgebaut und dir jetzt gesagt, das das alles nicht wahr ist. Natürlich brichst du dann zusammen! Der Mensch an deiner Seite hat dich auf gewisse weise die ganze Zeit angelogen! Hat dir etwas vor gemacht! wie soll man sich da fühlen?
Er hat sich auch selbst angelogen und sich selbst etwas vorgemacht, das ist das einzige das das ganze erträglich machen kann (aber nicht muss).

Als allererstes: was auch immer du fühlst, diese GEFÜHLE sind RICHTIG und OK. Es sind deine Gefühle und wenn du Tagelang heulen musst, dann nur weil es etwas so starkes ist, dass dein Körper es einfach rausspülen muss bis er bereit ist damit aufzuhören.

Er stellt sich das so leicht vor, einfach wieder zurück zu gehen, aber das geht nicht. Denn auch wenn er sich entscheidet ein Mann zu bleiben, hat er den Boden weggerissen und nicht unbedingt kann man das wieder reparieren. Wahrscheinlich war ihm das auch klar, als er dir davon erzählt hat. Doch sein Leidensdruck war so groß dass er dir davon erzählt hat, bewusst, dass nicht sicher ist wie es weiter geht. Aber er vertraut dir und liebt dich. Doch jetzt weißt du, das in ihm noch viel mehr steckt und das er sich verstellt, das er auch andere Dinge gerne tun würde und anders sein würde. Ihr könnt nicht mehr zur Täuschung zurück. Ihr könnt nur noch weiter.

Auf euch kommen jetzt mehrere Fragen zu, kannst du damit leben, dass er dir so lange etwas vorgemacht hat? Kannst du damit leben, das er dir wieder etwas vormachen würde? Kann er dmait leben sich selbst zu belügen/ zu verstellen? Oder einfach nicht der Wahrheit auf die Spur zu gehen? Immerhin sind auch andere Erklärungen möglich die nicht zwangsläufig eine Geschlechtsumwandlung beeinhalten. Frauenkleider müsste er so oder so über einen längeren Zeitraum tragen noch als Mann, hat er das überhaupt schon mal gemacht?

Ich würde auf jeden Fall Therapie empfehlen, aber ja in Deutschland ist es nicht leicht einen Platz zu finden. Viele Städte bieten aber für Paare oder Krisen Beratung an, die wird oft von der Caritas oder der Stadt angeboten und haben kürzere Wartezeiten, manche gar keine. Vielleicht gibt es das auch bei euch. Da er sich nicht geoutet hat kannst du ja schwer mit Freundinnen oder Freunden darüber sprechen. Aber es ist wichtig darüber zu reden, weil es nicht einfach verschwindet wenn man nicht darüber redet.

Ich finde es beeindruckend wie du damit umgegangen bist. Du bist bei ihm geblieben, du hast darüber nachgedacht und obwohl er dir zu viel aufgeladen hat, hast du versucht damit umzugehen! Das ist wirklich toll. Ich drück dir die Daumen und es interessiert mich sehr, wie es für dich weiter geht.

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06.08.21 um 4:16
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Danke für deine liebe Nachricht! Mittlerweile hatte ich einen Nervenzusammenbruch, der es in sich hatte. Er ist daraufhin zur Erkenntnis gekommen, dass er versuchen wird, als Mann weiter zu leben, weil ich mit der Alternative nicht klar komme. Es ist einfach nicht das Leben, das ich mit gemeinsam mit ihm vorgestellt habe... Versuchen ja. Versprechen kann ich aber nichts. Der Gedanke, ohne ihn zu leben (oder als Freunde) fühlt sich an, als würde ich mir alle Gliedmaßen amputieren lassen. 
Kinder haben wir seit Anfang der Beziehung geplant, das Jahr war auch schon fest... Er meint das geht auch per künstliche Befruchtung. Das das für mich ein großer Unterschied ist, kann er nicht ganz nachvollziehen.
Seit seiner Entscheidung ist er nun sehr depressiv und ich trage große Schuldgefühle mit mir herum. Ich habe Angst, dass wir uns und unser Glück schom verloren haben. Aber danke! Ich versuche tapfer zu bleiben. 

"Ich habe Angst, dass wir uns und unser Glück schom verloren haben."

Wenn er wirklich im falschen Körper ist, dann wird er so niemals glücklich sein. Ehemann und Vater sein und "funktionieren" wird die Hölle für ihn werden bis an sein Lebensende. 

Ich verstehe ja das es ein Schock ist und alles, und er hat dir da echt nen dicken Hund serviert und Druck ausgeübt, aber du übst gerade auch massiv psychischen Druck aus. 

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06.08.21 um 8:14

Aber so wie es jetzt ist, könnt ihr doch beide nicht glücklich werden, oder?

Du weisst, dass er nur wegen Dir auf seine "Natur", auf sein Glücklich sein, verzichtet. Das kann Dich doch nicht glücklich machen? Wenn man jemanden liebt, so will man doch, dass der andere glücklich und zufrieden ist.

Vielleicht wird es wirklich Zeit, von Deinem alten Familienbild von Euch Abschied zu nehmen. Natürlich tut es weh, das ist wie eine Trennung. Aber ich bin überzeugt, dass weder Du noch er so wie es Stand heute ist, je glücklich sein werdet. Er will Dir nicht weh tun und Du willst ihm nicht weh tun, aber so geht es nicht weiter. Gibt Dir Zeit für diesen Abnabelungsprozess. Vielleicht tut auch eine räumliche Trennung für einige Zeit Euch beiden gut, um die Gedanken zu sortieren.

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06.08.21 um 9:45

Dein Freund sollte sich an eine Beratungsstelle wenden. Das ist er nicht nur sich selbst schuldig, sondern auch dir. Aber jetzt, nachdem die Bombe geplatzt ist, zu sagen "du kommst damit nicht klar, dann lebe ich eben weiter als Mann und leide im Stillen", ist dir gegenüber äußerst unfair. 

Hier mal zwei Links, die hoffentlich weiterhelfen. 

https://www.i2transhealth.de/trans-wissen/haufige-fragen/ansprechpersonen-vor-ort/

https://www.trans-ident.de/trans-ident-beratungsstelle

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06.08.21 um 15:47
In Antwort auf

Danke für deine liebe Nachricht! Mittlerweile hatte ich einen Nervenzusammenbruch, der es in sich hatte. Er ist daraufhin zur Erkenntnis gekommen, dass er versuchen wird, als Mann weiter zu leben, weil ich mit der Alternative nicht klar komme. Es ist einfach nicht das Leben, das ich mit gemeinsam mit ihm vorgestellt habe... Versuchen ja. Versprechen kann ich aber nichts. Der Gedanke, ohne ihn zu leben (oder als Freunde) fühlt sich an, als würde ich mir alle Gliedmaßen amputieren lassen. 
Kinder haben wir seit Anfang der Beziehung geplant, das Jahr war auch schon fest... Er meint das geht auch per künstliche Befruchtung. Das das für mich ein großer Unterschied ist, kann er nicht ganz nachvollziehen.
Seit seiner Entscheidung ist er nun sehr depressiv und ich trage große Schuldgefühle mit mir herum. Ich habe Angst, dass wir uns und unser Glück schom verloren haben. Aber danke! Ich versuche tapfer zu bleiben. 

Ich muss da zustimmen.Es ist sicher nicht gut für ihn so als Mann weiter zu leben. ​
Weil du mit der Situation jetzt nicht klar kommst?

Ist das denn das was du willst? Er lebt für dich ein falsches Leben?
Das Problem daran ist doch, dass er daran mit der Zeit zugrunde geht. Wenn er jetzt zwar keine Überlegung angestellt hat sich umzubringen - die Wahrscheinlichkeit dazu wird sich mit der Zeit erhöhen. Das klingt hart, aber die Möglichkeit besteht, es geht entweder in diese Richtung oder zumindest in eine harte Trennung, da die Differenzen dann zu stark sind. Und das wollt ihr ja nicht.

Jetzt geht es dir sehr schlecht und das ist verständlich, auch da er dir den Druck der Entscheidung aufgebürdet hat. Aber eigentlich ist doch die Entscheidung schon gefallen: er hat sich geoutet und damit will er es. Überlege mal wie groß die Überwindung zu diesem Schritt ist! Zumindest sollte er es peu a' peu austesten.

Und eine Möglichkeit bezüglich Kinder gibt es ja noch, sofern ihr beide sie wollt:
Er schwängert dich noch, bevor er die Hormone einsetzt.

Was wäre dir momentan am liebsten?
Wie soll es weiter gehen?
Hat er denn noch konkrete Ideen?

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10.08.21 um 20:54
In Antwort auf

Aber so wie es jetzt ist, könnt ihr doch beide nicht glücklich werden, oder?

Du weisst, dass er nur wegen Dir auf seine "Natur", auf sein Glücklich sein, verzichtet. Das kann Dich doch nicht glücklich machen? Wenn man jemanden liebt, so will man doch, dass der andere glücklich und zufrieden ist.

Vielleicht wird es wirklich Zeit, von Deinem alten Familienbild von Euch Abschied zu nehmen. Natürlich tut es weh, das ist wie eine Trennung. Aber ich bin überzeugt, dass weder Du noch er so wie es Stand heute ist, je glücklich sein werdet. Er will Dir nicht weh tun und Du willst ihm nicht weh tun, aber so geht es nicht weiter. Gibt Dir Zeit für diesen Abnabelungsprozess. Vielleicht tut auch eine räumliche Trennung für einige Zeit Euch beiden gut, um die Gedanken zu sortieren.

Danke für deine Antwort. 

Ja, da hast du Recht. Ich will auf jeden Fall, dass er glücklich und zufrieden ist. Die Sache ist nur, dass er für mich die ganzen letzten Jahre TOTAL glücklich und zufrieden gewirkt hat. Es fällt mir daher sehr schwer nachvollziehen zu können, dass er doch nicht wirklich glücklich ist/war. Deshalb fällt es mir auch sehr schwer, mich von unserem "alten Leben" zu verabschieden... 

Außerdem habe ich ja noch die große Angst, dass er sich damit selbst ein Ei legt und als Frau eben auch nicht 100% glücklich wird. Er fühlt sich nicht als Frau. Er sagt, er mag zwar manche weiblichen Dinge, aber er hat einen männlichen Charakter und den will er auch beibehalten, wenn er wie eine Frau aussieht. Ihm geht es zu 90% um den weiblichen Körper (und wie gesagt, irgendwie erregt ihn diese Vorstellung auch. Inwiefern das bei Transgendern so ist, das weiß ich nicht). Ich habe gedacht, dass Transgender sein irgendwie ganzheitlicher ist... Aber ich hatte mich ja auch noch nie in dieser Tiefe mit dem Thema auseinandergesetzt.

Der "Abnabelungsprozess" ist so lala im gange. Ich verdränge das Thema, weil ich sonst weinen muss und stundenlang unglücklich bin. In Momenten, in denen es nicht zur Sprache kommt, wünsche ich mir mein altes Leben mit ihm zurück. Aber gleichzeitig gewöhne ich mich an den Gedanken. Es ist sehr, sehr schwer. Es ist, wie du gesagt hast, wie eine Trennung. Ich brauche ihn aber auch in dieser Zeit an meiner Seite.

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10.08.21 um 21:01
In Antwort auf

Dein Freund sollte sich an eine Beratungsstelle wenden. Das ist er nicht nur sich selbst schuldig, sondern auch dir. Aber jetzt, nachdem die Bombe geplatzt ist, zu sagen "du kommst damit nicht klar, dann lebe ich eben weiter als Mann und leide im Stillen", ist dir gegenüber äußerst unfair. 

Hier mal zwei Links, die hoffentlich weiterhelfen. 

https://www.i2transhealth.de/trans-wissen/haufige-fragen/ansprechpersonen-vor-ort/

https://www.trans-ident.de/trans-ident-beratungsstelle

Hey, danke für die Antwort und die Mühe!

Wir sind schon mit einer regionalen Beratungsstelle in Kontakt, welche uns an Psychologen/Psychotherapeuten weitergeleitet haben, die in diesem Feld bereits Erfahrung haben und meinen Freund diagnostizieren können.

Die Beratungsstelle bietet auch Beratungen für Angehörige/Partner oder Paare an (natürlich neben der Beratung für "Betroffene"  aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich da noch ein bisschen Berührungsängste habe und mir das momentan nicht zutraue. Irgendwo in mir ist noch der feste Wunsch (wie auch mein Verlobter!!), dass alles so wird wie früher. Ich weiß, dass ich den loslassen muss, aber ich kann das noch nicht. In der Beratungsstelle arbeiten selbst nur Menschen mit transidentem Hintergrund und irgendwie fühlt sich das für mich so nach einem sehr großen Schritt an, wenn ich dann mit ihnen gemeinsam spreche. Außerdem hab ich ja doch einige Vorurteile und Ängste, mit denen ich niemanden kränken und verletzen möchte... 

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10.08.21 um 21:14
In Antwort auf

Ich muss da zustimmen.Es ist sicher nicht gut für ihn so als Mann weiter zu leben. ​
Weil du mit der Situation jetzt nicht klar kommst?

Ist das denn das was du willst? Er lebt für dich ein falsches Leben?
Das Problem daran ist doch, dass er daran mit der Zeit zugrunde geht. Wenn er jetzt zwar keine Überlegung angestellt hat sich umzubringen - die Wahrscheinlichkeit dazu wird sich mit der Zeit erhöhen. Das klingt hart, aber die Möglichkeit besteht, es geht entweder in diese Richtung oder zumindest in eine harte Trennung, da die Differenzen dann zu stark sind. Und das wollt ihr ja nicht.

Jetzt geht es dir sehr schlecht und das ist verständlich, auch da er dir den Druck der Entscheidung aufgebürdet hat. Aber eigentlich ist doch die Entscheidung schon gefallen: er hat sich geoutet und damit will er es. Überlege mal wie groß die Überwindung zu diesem Schritt ist! Zumindest sollte er es peu a' peu austesten.

Und eine Möglichkeit bezüglich Kinder gibt es ja noch, sofern ihr beide sie wollt:
Er schwängert dich noch, bevor er die Hormone einsetzt.

Was wäre dir momentan am liebsten?
Wie soll es weiter gehen?
Hat er denn noch konkrete Ideen?

Danke für deinen Beitrag. Das hilft mir wirklich sehr dabei, das Thema mal in Ruhe zu reflektieren und dabei sachlich zu bleiben, ohne direkt einen Heulanfall zu bekommen.

Wie ich schon davor gesagt habe, hat es für mich ja nie so gewirkt, als würden wir ein "falsches Leben" führen. Es hat sich immer richtig und glücklich und gut angefühlt. Für mich ist das das "richtige Leben" und das was er nun daraus machen will, das "falsche Leben", weil ich davon erst seit so Kurzem weiß. 

Ich weiß, dass es nicht richtig ist, aber ja, ich wünsche mir, dass alles so wäre wie davor. Ich wünsche mir unser altes Leben zurück. Es war voller Spaß, Freude, Lachen und Liebe und es fällt mir schwer zu verstehen, dass das nur die Oberfläche war. Vielleicht brauche ich da einfach noch ein wenig/viel Zeit... Über das Thema Suizid haben wir sehr ausführlich gesprochen. Er sagt, er fühlt sich okay in seiner Rolle als Mann, es fühlt sich für ihn nicht wie eine Qual an oder so. Er hat Dysphorie und den Wunsch nach einem anderen Körper, der meistens unterschwellig und ab und an durchdringender ist. Aber er fühlt sich auch so okay. Ob das so bleibt, kann keiner wissen... und ja, auch schon alleine das zu wissen, ist sehr schmerzhaft für mich. Aber momentan kann ich nicht reinen Gewissens sagen, dass ich es lieber hätte, wenn er als Frau glücklicher (?) lebt. 

Mit dem peu a pei ausprobieren ist es auch so eine Sache: Er möchte das nicht. Er bekommt ein Cringe-Gefühl, wenn er Frauenkleidung trägt, weil es nicht zu seinem momentanen Körper passt. Er möchte sich nicht mal die Finger lackieren oder sich Schminken. Er meint, es sei sehr schwer für seinen Körper aber gut für seinen Kopf. Er möchte das alles machen, wenn er Hormone nimmt und weiblicher aussieht. Ich weiß nicht, ob das so richtig ist. Er wird wahrscheinlich niemals 100% weiblich aussehen. Wird er dann immer ein seltsames Gefühl dabei haben? Wird er dann überhaupt glücklicher?

Das mit den Kindern habe ich in der letzten Zeit viel überlegt. Der Plan war, dass wir in 2 bis 3 Jahren damit anfangen (aus verschiedenen Gründen). Für mich gibt es mehrere Probleme damit, vor seiner Umwandlung Kinder zu bekommen: Ich denke er wird in dieser Zeit sehr auf sich selbst fixiert sein (müssen), es soll anscheinend wie eine zweite Pubertät sein. Da ist erstmal kein Platz für ein Kind oder eine schwangere Frau. Da muss er sich auf sich selbst konzentrieren. Außerdem will ich nicht, dass die Kinder ihn erst als Papa sehen und dann als Mama, das ist auch für die Kinder nicht leicht. Es gibt noch die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung. Aber das ist ja auch nicht das, was wir uns vorgestellt hatten und auch da gibt es keine Garantie. Außerdem ist es saumäßig teuer....

Auf deine anderen Fragen versuche ich momentan selbst eine Antwort zu finden. Und ich denke er auch. Das wird wohl Zeit brauchen...

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11.08.21 um 11:59
In Antwort auf

Danke für deinen Beitrag. Das hilft mir wirklich sehr dabei, das Thema mal in Ruhe zu reflektieren und dabei sachlich zu bleiben, ohne direkt einen Heulanfall zu bekommen.

Wie ich schon davor gesagt habe, hat es für mich ja nie so gewirkt, als würden wir ein "falsches Leben" führen. Es hat sich immer richtig und glücklich und gut angefühlt. Für mich ist das das "richtige Leben" und das was er nun daraus machen will, das "falsche Leben", weil ich davon erst seit so Kurzem weiß. 

Ich weiß, dass es nicht richtig ist, aber ja, ich wünsche mir, dass alles so wäre wie davor. Ich wünsche mir unser altes Leben zurück. Es war voller Spaß, Freude, Lachen und Liebe und es fällt mir schwer zu verstehen, dass das nur die Oberfläche war. Vielleicht brauche ich da einfach noch ein wenig/viel Zeit... Über das Thema Suizid haben wir sehr ausführlich gesprochen. Er sagt, er fühlt sich okay in seiner Rolle als Mann, es fühlt sich für ihn nicht wie eine Qual an oder so. Er hat Dysphorie und den Wunsch nach einem anderen Körper, der meistens unterschwellig und ab und an durchdringender ist. Aber er fühlt sich auch so okay. Ob das so bleibt, kann keiner wissen... und ja, auch schon alleine das zu wissen, ist sehr schmerzhaft für mich. Aber momentan kann ich nicht reinen Gewissens sagen, dass ich es lieber hätte, wenn er als Frau glücklicher (?) lebt. 

Mit dem peu a pei ausprobieren ist es auch so eine Sache: Er möchte das nicht. Er bekommt ein Cringe-Gefühl, wenn er Frauenkleidung trägt, weil es nicht zu seinem momentanen Körper passt. Er möchte sich nicht mal die Finger lackieren oder sich Schminken. Er meint, es sei sehr schwer für seinen Körper aber gut für seinen Kopf. Er möchte das alles machen, wenn er Hormone nimmt und weiblicher aussieht. Ich weiß nicht, ob das so richtig ist. Er wird wahrscheinlich niemals 100% weiblich aussehen. Wird er dann immer ein seltsames Gefühl dabei haben? Wird er dann überhaupt glücklicher?

Das mit den Kindern habe ich in der letzten Zeit viel überlegt. Der Plan war, dass wir in 2 bis 3 Jahren damit anfangen (aus verschiedenen Gründen). Für mich gibt es mehrere Probleme damit, vor seiner Umwandlung Kinder zu bekommen: Ich denke er wird in dieser Zeit sehr auf sich selbst fixiert sein (müssen), es soll anscheinend wie eine zweite Pubertät sein. Da ist erstmal kein Platz für ein Kind oder eine schwangere Frau. Da muss er sich auf sich selbst konzentrieren. Außerdem will ich nicht, dass die Kinder ihn erst als Papa sehen und dann als Mama, das ist auch für die Kinder nicht leicht. Es gibt noch die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung. Aber das ist ja auch nicht das, was wir uns vorgestellt hatten und auch da gibt es keine Garantie. Außerdem ist es saumäßig teuer....

Auf deine anderen Fragen versuche ich momentan selbst eine Antwort zu finden. Und ich denke er auch. Das wird wohl Zeit brauchen...

Liebe Sunny,

fühl dich erst einmal ganz fest gedrückt. 
Ich kann nicht behaupten in der gleichen Situation gewesen zu sein, jedoch in Teilen ähnlich und würde dir hierzu eine PN schicken.

Alles Liebe,
Nightwish

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11.08.21 um 17:23
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Danke für deinen Beitrag. Das hilft mir wirklich sehr dabei, das Thema mal in Ruhe zu reflektieren und dabei sachlich zu bleiben, ohne direkt einen Heulanfall zu bekommen.

Wie ich schon davor gesagt habe, hat es für mich ja nie so gewirkt, als würden wir ein "falsches Leben" führen. Es hat sich immer richtig und glücklich und gut angefühlt. Für mich ist das das "richtige Leben" und das was er nun daraus machen will, das "falsche Leben", weil ich davon erst seit so Kurzem weiß. 

Ich weiß, dass es nicht richtig ist, aber ja, ich wünsche mir, dass alles so wäre wie davor. Ich wünsche mir unser altes Leben zurück. Es war voller Spaß, Freude, Lachen und Liebe und es fällt mir schwer zu verstehen, dass das nur die Oberfläche war. Vielleicht brauche ich da einfach noch ein wenig/viel Zeit... Über das Thema Suizid haben wir sehr ausführlich gesprochen. Er sagt, er fühlt sich okay in seiner Rolle als Mann, es fühlt sich für ihn nicht wie eine Qual an oder so. Er hat Dysphorie und den Wunsch nach einem anderen Körper, der meistens unterschwellig und ab und an durchdringender ist. Aber er fühlt sich auch so okay. Ob das so bleibt, kann keiner wissen... und ja, auch schon alleine das zu wissen, ist sehr schmerzhaft für mich. Aber momentan kann ich nicht reinen Gewissens sagen, dass ich es lieber hätte, wenn er als Frau glücklicher (?) lebt. 

Mit dem peu a pei ausprobieren ist es auch so eine Sache: Er möchte das nicht. Er bekommt ein Cringe-Gefühl, wenn er Frauenkleidung trägt, weil es nicht zu seinem momentanen Körper passt. Er möchte sich nicht mal die Finger lackieren oder sich Schminken. Er meint, es sei sehr schwer für seinen Körper aber gut für seinen Kopf. Er möchte das alles machen, wenn er Hormone nimmt und weiblicher aussieht. Ich weiß nicht, ob das so richtig ist. Er wird wahrscheinlich niemals 100% weiblich aussehen. Wird er dann immer ein seltsames Gefühl dabei haben? Wird er dann überhaupt glücklicher?

Das mit den Kindern habe ich in der letzten Zeit viel überlegt. Der Plan war, dass wir in 2 bis 3 Jahren damit anfangen (aus verschiedenen Gründen). Für mich gibt es mehrere Probleme damit, vor seiner Umwandlung Kinder zu bekommen: Ich denke er wird in dieser Zeit sehr auf sich selbst fixiert sein (müssen), es soll anscheinend wie eine zweite Pubertät sein. Da ist erstmal kein Platz für ein Kind oder eine schwangere Frau. Da muss er sich auf sich selbst konzentrieren. Außerdem will ich nicht, dass die Kinder ihn erst als Papa sehen und dann als Mama, das ist auch für die Kinder nicht leicht. Es gibt noch die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung. Aber das ist ja auch nicht das, was wir uns vorgestellt hatten und auch da gibt es keine Garantie. Außerdem ist es saumäßig teuer....

Auf deine anderen Fragen versuche ich momentan selbst eine Antwort zu finden. Und ich denke er auch. Das wird wohl Zeit brauchen...

Liebe Sunny,

toll, wie Du mit der so schwierigen Situation umgehst. So liebevoll.
Ich finde auch gut, dass in Dir noch ein gewisses Unbehagen da zu sein scheint. Das ist schwer, aber hilft Dir, noch ein bisschen klarer über Deinen Weg zu werden. Auch ich schreibe Dir eine PN, weil es nicht ganz leicht ist, über ein so sensibles Thema offen zu schreiben. Hier kann man leicht jemanden verletzen.

Fühl Dich lieb gedrückt
Dani

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11.08.21 um 20:36

Hallo Sunny, 

zunächst mal möchte ich sagen, dass ich mir kaum vorstellen kann, was für eine krasse Achterbahnfahrt das alles sein muss. Respekt, dass ihr das bisher miteinander ausgefochten habt. 

Ich habe ein paar Gedanken, die ich anbiete - weiß nicht, was davon irgendwie trifft oder doch zu weit weg ist. 
Es wirkt auf mich so: Ihr wart zusammen und in dieser Beziehung haben sich Liebe und Vertrauen und Vertrautheit gebildet. Das ist eine so starke Basis, dass dein Freund einen existenziellen Wandlungsprozess beginnen kann - er kann sich dir mitteilen und möchte dich dafür auch an seiner Seite haben. 
So eine krasse Verwandlung ist (leider!) immer ergebnisoffen. Ich kann mir denken, dass das maximal unsicher macht. 

Ich weiß nicht, ob es hilfreich ist, von einem "richtigen" oder "falschen" Leben zu sprechen, vorher oder nachher. Ich weiß auch nicht, ob es da eine Täuschung gab. Es braucht ja Mut und irgendwie die passende Situation, sich auf so eine krasse Wahrheit überhaupt einzulassen. 
Tragischerweise wollt ihr scheinbar zwei Dinge auf einmal: Veränderung zulassen, ohne Altes loszulassen. Wandel ermöglichen aber ohne Veränderung. Er will sich auf diese Reise begeben, aber du musst irgendwie dabei bleiben. Du willst ihm nicht im Weg stehen, willst ihn aber auch nicht verlieren. Beide Pole gleichzeitig zu verwirklichen wird wohl nicht möglich sein. Zumindest nicht in dieser extremen Form.. 

Ich weiß aber nicht, ob es irgendwie so eine Y-Kreuzung sein muss, also eine Entweder-oder-Situation. 
Ich habe einfach hauptsächlich den Gedanken, dass es vielleicht sehr wichtig ist, zunächst ganz bewusst eigenständige Menschen (wieder) zu werden. Ihr scheint sehr eng, fast irgendwie symbiotisch zu sein miteinander. Das ist in vielen Filmen und Serien usw. auch leider irgendwie so ein Ideal von der großen Liebe, dass man nicht mehr ohne den anderen kann (oder die andere). "Ich bin immer für dich da" ... "Ich mach für dich das Licht aus, obwohl's mir zu hell ist" usw. 
Da denke ich immer, dass das viel auch mit Selbstverleugnung zun tun hat. 
Eine gute Metapher ist da der Sauerstoffabfall im Flugzeug. Zunächst setzt man sich selbst die Maske auf, dann hilft man anderen. Warum? Weil man selbst weiterhin funktionieren können muss. Und das soll aber nicht heißen, dass es jetzt irgendwie ne Trennung geben muss. Aber eine partnerschaftliche Liebe, die aus zwei selbstbestimmten Subjekten besteht. Jede/r müsste im Notfall sich ein Leben außerhalb dieser Beziehung zumindest vorstellen können. 

Und von da aus könnte es vielleicht gelingen, mal zu schauen, wo die gemeinsame Reise hingeht. Es muss ja zunächst vielleicht keine Entscheidung getroffen werden im Sinne von: Wir bleiben zusammen! oder Wir trennen uns lieber! 
Ich kann mir vorstellen, dass sich da im Laufe der Zeit emotionale Realitäten einfach ergeben, die dann sozusagen Tatsachen schaffen. Die kann man schlecht "vorwegfühlen". 

Vielleicht machst du ein paar Tage alleine einen kurzen Urlaub? Triffst gute Freunde, kehrst mal zu dir selbst zurück. 
Ich finde aber, dass ihr eigentlich auf nem richtig guten Weg seid (obwohl ich das natürlich nicht wirklich gut beurteilen kann) - aber ihr sucht euch beide therapeutische - und andere - Unterstützung. 

Ich hoffe, das war irgendwie hilfreich? 
Alles Liebe für euch! 

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11.08.21 um 21:46
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Hallo Sunny, 

zunächst mal möchte ich sagen, dass ich mir kaum vorstellen kann, was für eine krasse Achterbahnfahrt das alles sein muss. Respekt, dass ihr das bisher miteinander ausgefochten habt. 

Ich habe ein paar Gedanken, die ich anbiete - weiß nicht, was davon irgendwie trifft oder doch zu weit weg ist. 
Es wirkt auf mich so: Ihr wart zusammen und in dieser Beziehung haben sich Liebe und Vertrauen und Vertrautheit gebildet. Das ist eine so starke Basis, dass dein Freund einen existenziellen Wandlungsprozess beginnen kann - er kann sich dir mitteilen und möchte dich dafür auch an seiner Seite haben. 
So eine krasse Verwandlung ist (leider!) immer ergebnisoffen. Ich kann mir denken, dass das maximal unsicher macht. 

Ich weiß nicht, ob es hilfreich ist, von einem "richtigen" oder "falschen" Leben zu sprechen, vorher oder nachher. Ich weiß auch nicht, ob es da eine Täuschung gab. Es braucht ja Mut und irgendwie die passende Situation, sich auf so eine krasse Wahrheit überhaupt einzulassen. 
Tragischerweise wollt ihr scheinbar zwei Dinge auf einmal: Veränderung zulassen, ohne Altes loszulassen. Wandel ermöglichen aber ohne Veränderung. Er will sich auf diese Reise begeben, aber du musst irgendwie dabei bleiben. Du willst ihm nicht im Weg stehen, willst ihn aber auch nicht verlieren. Beide Pole gleichzeitig zu verwirklichen wird wohl nicht möglich sein. Zumindest nicht in dieser extremen Form.. 

Ich weiß aber nicht, ob es irgendwie so eine Y-Kreuzung sein muss, also eine Entweder-oder-Situation. 
Ich habe einfach hauptsächlich den Gedanken, dass es vielleicht sehr wichtig ist, zunächst ganz bewusst eigenständige Menschen (wieder) zu werden. Ihr scheint sehr eng, fast irgendwie symbiotisch zu sein miteinander. Das ist in vielen Filmen und Serien usw. auch leider irgendwie so ein Ideal von der großen Liebe, dass man nicht mehr ohne den anderen kann (oder die andere). "Ich bin immer für dich da" ... "Ich mach für dich das Licht aus, obwohl's mir zu hell ist" usw. 
Da denke ich immer, dass das viel auch mit Selbstverleugnung zun tun hat. 
Eine gute Metapher ist da der Sauerstoffabfall im Flugzeug. Zunächst setzt man sich selbst die Maske auf, dann hilft man anderen. Warum? Weil man selbst weiterhin funktionieren können muss. Und das soll aber nicht heißen, dass es jetzt irgendwie ne Trennung geben muss. Aber eine partnerschaftliche Liebe, die aus zwei selbstbestimmten Subjekten besteht. Jede/r müsste im Notfall sich ein Leben außerhalb dieser Beziehung zumindest vorstellen können. 

Und von da aus könnte es vielleicht gelingen, mal zu schauen, wo die gemeinsame Reise hingeht. Es muss ja zunächst vielleicht keine Entscheidung getroffen werden im Sinne von: Wir bleiben zusammen! oder Wir trennen uns lieber! 
Ich kann mir vorstellen, dass sich da im Laufe der Zeit emotionale Realitäten einfach ergeben, die dann sozusagen Tatsachen schaffen. Die kann man schlecht "vorwegfühlen". 

Vielleicht machst du ein paar Tage alleine einen kurzen Urlaub? Triffst gute Freunde, kehrst mal zu dir selbst zurück. 
Ich finde aber, dass ihr eigentlich auf nem richtig guten Weg seid (obwohl ich das natürlich nicht wirklich gut beurteilen kann) - aber ihr sucht euch beide therapeutische - und andere - Unterstützung. 

Ich hoffe, das war irgendwie hilfreich? 
Alles Liebe für euch! 

Hi Raven, 

danke für deine tolle und ermutigende Antwort. 

Mit einer Sache hast du wirklich sehr recht und das wohl treffendste Wort gefunden: Wir sind tatsächlich sehr symbiotisch. Wir haben auch schon oft darüber gesprochen, dass unsere Beziehung ein fast ungesundes Maß an Nähe und Liebe hat, was sicherlich auch daran liegt, dass wir zum einen quasi zusammen aufgewachsen und irgendwie "ineinandergewachsen" sind, sodass eine genaue Abgrenzung zwischen "das bin ich" und "das bist du" teils schwer sein kann und zum anderen daran, dass wir leider auch mehrere schwere Schicksalsschläge erleiden mussten und er vor kurzem fast gestorben wäre, was einen natürlich noch enger zusammenwachsen lässt. Inwiefern das gut oder schlecht ist, ist so eine Sache: Vielen wäre das sicherlich zu viel. Für uns hat das immer so gepasst.

Ich würde gerne so denken wie du, dass es ergebnisoffen ist. Das Problem dabei ist, dass mein Verlobter leider nicht erstmal zuhause, später in der Öffentlichkeit als Frau leben möchte und dann irgendwann mit den Hormonen anfangen will und später dann irgendwann die OPs haben will. Er möchte am liebsten alles und zwar sofort. Ich habe ihn nie in Frauenkleidern gesehen. Er will das nicht, es ist ihm unangenehm. Ich habe keine Chance, mich daran irgendwie zu gewöhnen oder einen Teil des Weges ohne Entscheidung mit ihm zu gehen. Er will direkt Hormone, direkt irreversible Veränderung. Und dieses Tempo ist mir einfach zu hoch. Anders fühlt er sich aber nicht wohl... Daher stehen wir eben doch irgendwie vor zwei verschiedenen Möglichkeiten, unser Weg gabelt sich und wir müssen gerade einfach so lange stehen bleiben, bis wir wissen, welchen er einschlagen möchte... So, wie du es mir beschrieben hast, würde es sich für mich deutlich sicherer anfühlen und es würde mir auch einige Sorgen in Bezug auf ihn nehmen...

Danke auf jeden Fall nochmal!!!

LG!

 

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12.08.21 um 5:16
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Hi Raven, 

danke für deine tolle und ermutigende Antwort. 

Mit einer Sache hast du wirklich sehr recht und das wohl treffendste Wort gefunden: Wir sind tatsächlich sehr symbiotisch. Wir haben auch schon oft darüber gesprochen, dass unsere Beziehung ein fast ungesundes Maß an Nähe und Liebe hat, was sicherlich auch daran liegt, dass wir zum einen quasi zusammen aufgewachsen und irgendwie "ineinandergewachsen" sind, sodass eine genaue Abgrenzung zwischen "das bin ich" und "das bist du" teils schwer sein kann und zum anderen daran, dass wir leider auch mehrere schwere Schicksalsschläge erleiden mussten und er vor kurzem fast gestorben wäre, was einen natürlich noch enger zusammenwachsen lässt. Inwiefern das gut oder schlecht ist, ist so eine Sache: Vielen wäre das sicherlich zu viel. Für uns hat das immer so gepasst.

Ich würde gerne so denken wie du, dass es ergebnisoffen ist. Das Problem dabei ist, dass mein Verlobter leider nicht erstmal zuhause, später in der Öffentlichkeit als Frau leben möchte und dann irgendwann mit den Hormonen anfangen will und später dann irgendwann die OPs haben will. Er möchte am liebsten alles und zwar sofort. Ich habe ihn nie in Frauenkleidern gesehen. Er will das nicht, es ist ihm unangenehm. Ich habe keine Chance, mich daran irgendwie zu gewöhnen oder einen Teil des Weges ohne Entscheidung mit ihm zu gehen. Er will direkt Hormone, direkt irreversible Veränderung. Und dieses Tempo ist mir einfach zu hoch. Anders fühlt er sich aber nicht wohl... Daher stehen wir eben doch irgendwie vor zwei verschiedenen Möglichkeiten, unser Weg gabelt sich und wir müssen gerade einfach so lange stehen bleiben, bis wir wissen, welchen er einschlagen möchte... So, wie du es mir beschrieben hast, würde es sich für mich deutlich sicherer anfühlen und es würde mir auch einige Sorgen in Bezug auf ihn nehmen...

Danke auf jeden Fall nochmal!!!

LG!

 

Hat er mal erzählt ob er sich schon immer eigentlich weiblich gefühlt hat?
Oder gab es irgendwann eine Veränderung?

Ich kenne es bisher nur so, dass jemand sich schon früh, oft als kleines Kind bereits im falschen Körper gefühlt hat; deshalb hat diese Person sich jeweils schnellstmöglich ausprobiert mit den jeweiligen Utensilien des anderen Geschlechts.

Deswegen frage ich, momentan scheint mir seine Entwicklung anders, oder habe ich etwas missverstanden?

Ist so ein harter Schnitt ohne sich selbst auszuprobieren nicht viel zu hart?
Wird das überhaupt gemacht?
Was sagen die in der Beratungsstelle dazu?

Es wäre schön wenn du weiter berichtest.

Liebe Grüße und alles Gute 

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