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Mein Verlobter, die Schwiegermutter und ich...

14. Juli 2010 um 21:55

Hallo Ihr Lieben,

ich stecke ganz tief in der Klemme. Ist gar nicht so einfach, sich bei der Vorgeschichte kurz zu fassen.

Ich wohne seit etwa fünf Jahren mit meinem Freund (seit einem halben Jahr Verlobten) in seinem Elternhaus. Wir haben es uns in der Oberwohnung schön umgebaut. Eigentlich waren wir rundum zu frieden. Die Schwiegereltern wohnen unten und bis auf die Marotten der Schwiegermutter (Depressionen, Selbstmitleid, Aufsehen durch echte oder gespielte Krankheiten erregen) haben wir uns alle gut vertragen.

Vor einem halben Jahr ist der Schwiegervater ganz plötzlich verstorben. Er war ein sehr lieber und hilfsbereiter Mann und ich vermisse ihn sehr. Seit dem kümmern mein Verlobter und ich uns um die Schwiegermutter, die eine Pflegeeinstufung hat. Ich koche für sie mit, ich kaufe ab und zu für sie ein, wenn sie selbst nicht kann und: ich habe am Jahresanfang ihren Saustall von Haushalt sauber gemacht! Ich habe bis dato noch nie so viel Dreck und Staub auf einmal gesehen!!!

Jetzt mein Problem: Die Schwiegermutter ist für mich zum Schwiegermonster mutiert. Es vergeht kein Tag, an dem ich morgens das Haus verlasse und sie aus dem Schlafzimmer stöhnt und ächtzt, als läge sie in den letzten Zügen. Wenn wir essen, spricht sie nur von Ihren Krankheiten und anderen Zipperlein. Sie nimmt ihre vielen Medikamente nicht regelmäßig ein, sie isst über Tag nicht regelmäßig und hat dadurch oft eine Unterzuckerung (sie ist seit über dreißig Jahren Diabetikerin). Alle sind immer schlecht zu ihr usw. Mein Verlobter arbeitet im Baugewerbe und macht abends zu Hause weiter. Ich schmeiße den Haushalt. Fazit: Es ist für mich und meinen Verlobten eine enorme nervliche Belastung und seit etwa drei Monaten leidet unsere Beziehung ganz extrem darunter. Für mich ist die Gesamtsituation mittlerweile so schlimm, dass ich mir überlege, vorübergehend eine andere Wohnung zu mieten und auszuziehen. Und was noch schlimmer ist: Ich weiß nicht, ob ich meinen Verlobten wie geplant nächstes Jahr heiraten kann, denn ich kriege seine Mutter sozusagen "gratis" dazu. Und das halte ich nicht aus. Aus dem Haus weisen können wir sie nicht, denn sie hat lebenslängliches Wohnrecht.

Nun kommt noch hinzu, dass ich mich schon seit längerem zu einem anderen Mann hingezogen fühle. Ich weiß allerdings nicht, ob das eine Flucht vor der Schwiegermutter ist oder ob echte Gefühle im Spiel sind. Manchmal möchte ich mich einfach nur von allem trenne, eine neue Wohnung nehmen und ganz von vorn anfangen.

Wie beurteilt Ihr meine Situation und könnt Ihr mir Rat geben? Vielleicht, oder ganz bestimmt, ist jemand von Euch in der gleichen verzwickten Lage (gewesen) wie ich und kann mir aus Erfahrungen berichten. Ich bin ich Euch unendlich dankbar dafür.

Viele liebe Grüße und ganz herzlichen Dank an alle Leidesgenossen von Eurem Strubbelchen

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14. Juli 2010 um 22:53


Guten Morgen, liebe Dame!!!

Du setzt dich ins gemachte Nest und lamentierst dann rum, dass ihr sie nicht rausschmeißen könnt, weil sie Wohnrecht hat?

HALLO!!! Das Haus haben seine Eltern gebaut, sie haben es euch nur geschenkt! Und dann solche Sprüche... Ach ja, wahrscheinlich habt ihr ja sooo viel in Umbaumaßnahmen stecken müssen. Mit dem Geld hätte man ja ganz bestimmt auch bauen können

Ja, trenn dich, such dir ne Wohnung, zahl die selber oder such dir einen anderen, der genug Geld hat, selbst zu bauen. Dann musst du auch keine Schwiegermutter mehr ertragen- oder sie dich nicht mehr.

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15. Juli 2010 um 7:29

Ich hätte wohl doch mehr ausholen müssen!
Scheinbar ist mein Beitrag total falsch rüber gekommen. Zum einen will zu den Krankheiten: Dass Depressionen eine ernst zu nehmende Krankheit sind, weiß ich selbst gut genug, denn ich hatte selbst welche, die ich nur durch professionelle Hilfe in den Griff bekommen habe. Die Schwiegermutter ist auch bei einem Psychologen, dessen Ratschläge sie aber nie befolgt. Sie war schon mehrfach in stationärer Behandlung, kam hervorragend therapiert nach Hause und hat dann genauso weiter gemacht wie früher. Der Schwiegerpapa hat mir einmal anvertraut, dass er sich manchmal wünscht, sie wäre nicht mehr da, weil sie ihn immer nur beschimpft hat. Angeblich würde er immer nur bei anderen den Garten machen, aber zu Hause würde alles liegen bleiben, um eines der vielen Beispiele zu nennen. Der Diabetes müsste unserer Meinung nach neu eingestellt werden, Schwiegermutter will aber auf Gedeih und Verderb nicht ins Krankenhaus. Wir haben nächste Woche einen Gesprächstermin bei ihrem Hausarzt, um das zu besprechen. Und nun zum Haus: Wir haben es nicht GESCHENKT bekommen, sonder reguliär GEKAUFT, mit notariellem Vertrag. Soviel zum gemachten Nest. Und würdet Ihr diesen Saustall sehen, der über 20 Jahre nicht geputzt wurde und in dem die Unterlagen aus fast 50 Jahren Ehe (Versicherungen, Kontoauszüge, Rechnungen usw.) einfach in irgendwelche Schubladen geworfen wurden und wenn kein Platz mehr war, ein neuer großer Schrank für so etwas gekauft wurde, hättet Ihr mich wahrscheinlich nicht so gemein angegriffen. Und noch etwas: Ich habe in einem Alten- und Pflegeheim gearbeitet und dabei viel über alte Leute und ihre Krankheiten gelernt. Schwierig, schwierig, aber irgendwie auszuhalten. Aber: Selbst unsere alt eingesessenen Altenpflegerinnen haben mir gesagt, dass sie mit ihren eigenen pflegebedürftigen Eltern bedeutend schlechter klar kommen, als mit Fremden. Das habe ich damals nicht für möglich gehalten. Doch nun erfahre ich es am eigenen Leib.

Eigentlich habe ich Euch um Rat gefragt, wie ich mit der Situation am besten umgehen kann. Ich liebe meinen Verlobten und will ihn nicht verlassen. Es ist für mich auch eine Selbstverständlichkeit, mich um die Schwiegermutter zu kümmern und eigentlich erkenne ich mich in meiner Haltung selbst nicht wieder. Vielleicht haben meine weiteren Ausführungen ja etwas besser erklärt, in welcher Situation wir hier stecken...

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15. Juli 2010 um 7:37

Fast hätte ich vergessen zu sagen,
dass die Schwiegermutter übrigens keinen Pflegedienst will. Es darf kein Fremder ins Haus, der ihr wohlmöglich beim Einnehmen der Medikamente, beim Spritzen wegen des Diabetes oder beim Waschen hilft. Die Depressionen hat sie schon seit 20 Jahren und lässt sich nicht helfen. Ihre anderen Kinder haben sich so ziemlich von ihr abgewandt, weil sie sie alle gegeneinander ausgespielt hat. Über den Schwiegerpapa schimpft sie immer noch. Er hätte sie belogen und betrogen, was definitiv NICHT stimmt. Er hat alles für sie getan, obwohl sie immer nur auf ihm rumgehackt hat. Er hat mir wirklich sehr leid getan. Er hat sich oft bei uns (fast) ausweinen müssen deswegen.

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15. Juli 2010 um 7:38


Ich kann nicht verstehen, weshalb es immer noch Leute gibt die ihre Eltern/Schwiegereltern abschieben wollen, nur weil sie inzwischen zu einem Pflegefall geworden sind. Schließlich haben sich die Eltern damals auch um ihre Kinder gekümmert (Windeln wechseln usw). Sie haben das Kind bestimmt auch nicht abgeschoben, obwohl es Arbeit und Nerven gekostet hat. Es ist das eigene Fleisch und Blut!!! Ins Pflegeheim halte ich auch für eine falsche Entscheidung, da die meisten dort noch nicht mal von ihren eigenen Kindern besucht werden. Später wenn es dann ums Erbe geht sind sie auf einmal alle da. stimmt - es gibt ja auch was zu holen

Ihr wohnt in ihrem Haus, insofern ist es auch eure Pflicht sich um sie zu kümmern. Auch wenn das Haus schon überschrieben wurde. Andere wären froh, wenn sie die Möglichkeit hätten. Natürlich ist es Arbeit und nervenaufreibend sich um sie zu kümmern, aber du wärst auch froh, wenn sich später auch jemand um dich kümmert.

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15. Juli 2010 um 8:46
In Antwort auf strubbelchen1979

Fast hätte ich vergessen zu sagen,
dass die Schwiegermutter übrigens keinen Pflegedienst will. Es darf kein Fremder ins Haus, der ihr wohlmöglich beim Einnehmen der Medikamente, beim Spritzen wegen des Diabetes oder beim Waschen hilft. Die Depressionen hat sie schon seit 20 Jahren und lässt sich nicht helfen. Ihre anderen Kinder haben sich so ziemlich von ihr abgewandt, weil sie sie alle gegeneinander ausgespielt hat. Über den Schwiegerpapa schimpft sie immer noch. Er hätte sie belogen und betrogen, was definitiv NICHT stimmt. Er hat alles für sie getan, obwohl sie immer nur auf ihm rumgehackt hat. Er hat mir wirklich sehr leid getan. Er hat sich oft bei uns (fast) ausweinen müssen deswegen.

Morgen strubbelchen

Uff, da habt ihr ja ganz schön was am Hacken. Ich kann verstehen, dass du gefrustet und verzweifelt und innerlich auf der Flucht bist. Du kannts keinen professionellen Abstand wahren, weil die Schwiemu eben Familie ist, Gefühle involviert sind (hier negative). Denn mal ehrlich, sehr sympathisch klingt sie ja nun nicht, auch nicht als sie noch gesund war. Aber diesen Charakter wirst du nie und nimmer ändern, das gilt es schon mal anzunehmen.
Sag deinem Herzallerliebsten ganz deutlich, dass es SO nicht weitergeht, du hast keine Kraft mehr und gehst innerlich schon auf Abstand. Er wird es ja selber schon gemerkt haben. Aber eine ansonsten intakte schöne Beziehung wegzuschmeißen, weil es krankheitsbedingte Probleme gibt, ist sehr sehr schade. Denn sowas kann dir mit jedem Partner passieren, ja auch der Partner selbst kann mal krank werden. Ich kenne das selber ein bisschen, denn meine Schwies waren/sind auch krank. Es lebt aber mittlerweile nur noch der Papa (Alzheimer), allerdings schon länger im Pflegeheim, weil da gar nichts mehr möglich ist, kein Satz, kein aufstehen, kein selber essen, einfach nichts. Wir haben haben in der Zeit extrem zusammengehalten, allerdings waren beide Eltern als Gesunde liebenswerte Menschen, was das helfen einfacher macht.

Mögliche Erleichterungen: ihr besorgt ihr einen Pflegedienst, ob sie nun will oder nicht. Es ist EURE Entscheidung, denn IHR müsst sie versorgen. Wenn ihr das nicht alleine schafft, dann braucht ihr Hilfe. Sie wird sich dran gewöhnen. Wenn es finanziell einigermaßen geht, besorgt für ihre Wohnung einen Putzdienst, der einmal die Woche kommt. Ansonsten teilt euch das kümmer zwischen euch beiden besser auf. Immer nur EINER ist einen Tag zuständig, am nächsten der andere. So habt ihr beide auch mal Schwiemufreie Tage. Vielleicht gehen dann ihre Tiraden auch besser durch die Ohren durch, als sich festzusetzen. Yoga wäre übrigens nicht schlecht zur Entspannung nach dem Schwiemutag

Viel Kraft und lieben Gruss

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15. Juli 2010 um 8:58

Mein verständniss
hast Du, es muss genug privatssphäre und freiheit in einer beziehung geben, ausserdem kann man einen verwandten auch nur gut betreuen wenn es einem seleber gut geht. dasfür sind pflegedienste da, das solltet ihr besprechen und für schwiegermutter wird das am ende auch eine abwechlsung sein, andere leute etc... gerade mit depressionen sind anghörige normalereise überfordert, sein wir doch mal ehrlich..wer hat schon psychologie oder prychatrie studiert...und wenn man versucht sich einzureden das man das alles aus liebe weitermachen muss dann bricht früher oder später alles zusammen. also pflegedienst, und die option das Du erstmal luft schnallst ein einer anderen wohnung ist auch nicht so schlecht...aber nicht gleich mit nem anderen mann abtauchen

viel glück

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15. Juli 2010 um 9:11

Ich hätte nie den Fehler
ja FEHLER gemacht und würde zu meinen Schwiegereltern ins Haus ziehen ( ja ja, ich habe schon richtig verstsanden, dass ihr in diesem Haus eine Extra Wohnung habt) - denn der, der gerade da ist, wenn der Partner im Alter stirbt, bekommt das ganze volle Breitseite ab, ist doch klar.

Kann sein, dass das mit ihr vorübergehend so ist, weil sie nun keine Aufmerksamkeit von ihrem Partner mehr hat und diese von euch abverlangt, indem sie leidet - ob eingebildet oder echt macht für die Frau letztlich keinen Unterschied.

Ich würde tatsächlich es so machen, dass ihr in eine EXTRA Wohnung woanders hinzieht. Wo bittesehr sind die anderen Geschwister von ihm - oder ist er Einzelkind?
Was sagt denn dein Partner selbst überhaupt dazu???

Evt. geht irh auch mal in eine psychologische Beratung. Mir scheint, es müssen klare Grenzen her. Und ich denke auch, dass SIE sich auch euch zuliebe bemühen muss SICH wieder in Ordnung zu bringen. Und ich glaube, sie braucht eine Trauerbegleitung oder Ähnliches. Da dürft ihr dann auch kein schlechtes Gewissen haben, auszuziehen, denn das wird sie irgendwie dazu "zwingen", wieder auf die Beine kommen zu müssen.

Wieso hat sie denn bis jetzt keinen fähigen Psychotherapeuten? Also ich kenne Menschen, die WIRKLICH unter heftigen Depressionen leiden (so, dass so ein gejammer gerechtfertigt ist) aber der Leidensdruck ist dabei so groß, dass sie längst in Behandlung sind...

Was machst du eigentlich?

Zum Heiraten: Ich denke, um diesen Schritt zu tun, muss man die Einstellung haben "In Guten und in Schlechten TAgen" - Ihr seid gerade in Schlechten Tagen - beweis, dass du reif bist für die Ehe und finde eine Lösung zusammen mit deinem Partner. Sieh es als Bewährungsprobe.

Der Typ, denn du anziehend findest, ist für mich nur eine Randerscheinung. Er ist halt da und verspricht "Frische, gute Gefühle" - das was dir im Moment fehlt. Dem würde ich aber nicht zuviel Bedeutung beimessen. Bleib in deiner Beziehung und suche dort nach Lösungen.

Grüße
Traubenkern

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15. Juli 2010 um 9:37

Einige Fragen
Hallo Strubbelchen,

ich sehe einige Fragen:

1. Wie steht dein Verlobter zu der Situation?
Versteht er dich? Begreift er, wie sehr du leidest?

2. Hilft er dir bzw. wäre er bereit, dir zu helfen und wäre an zumindest zwei Tagen pro Woche bereit, z.B. Samstag und einmal abends unter der Woche, komplett allein für seine Mutter zu sorgen, damit du etwas Abstand hast?

3. Kannst du dir überhaupt - auch mit seiner Hilfe - vorstellen, diese Frau noch jahrelang zu pflegen?

4. Was genau steht im Vertrag: Hat die Schwiegermutter "nur" ein lebenslanges Wohnrecht oder habt ihr euch verpflichtet, sie zu pflegen?

5. Wäre es für deinen Mann denkbar, euren Teil des Hauses zu vermieten und eine Wohnung zu mieten bzw. das Haus inkl. Wohnrecht der Mutter zu verkaufen?

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass du zur Zeit an deinen Gefühlen zweifelst und dich nach einem Ausbruch sehnst. Mir ginge es sicherlich ähnlich. Es IST einfach eine große Belastung, solch einen "Schwieger-Verwandten" zu pflegen, ohne Unterstüzung und mittelfristig ohne Perspektive dass sich etwas ändert.

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15. Juli 2010 um 9:49

Ich würde an deiner Stelle
folgendes bedenken:

Es wird noch ärger werden.

Du bist in einer Situation, die so nicht ok ist. DEIN Freund muss sich um seine Mutter
kümmern, nicht du.

Ich würde ein bischen Distanz schaffen.
Und ich würde es JETZT machen.

Wie du selbst schreibst, das beste wäre, du ziehst aus. Besprich es vielleicht mit
deinem Freund, vielleicht auch nicht, musst du selbst entscheiden.

Aber schaff dir Distanz und beurteile die Situation dann neu.

Und wichtig ist auch, wie dein Freund zu dir steht.

Das mit den guten und schlechten Tagen stimmt schon, aber du musst bedenken, dass du dafür
möglicherweise keine Verantwortung (für die Mutter deines Freundes, es ist nämlich noch nicht deine
Schwiegermutter) übernehmen kannst.

Und bedenke auch, dass du ... wenn du nichts machst... einen Präzedenzfall schaffst.

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15. Juli 2010 um 18:48

Ich bin wirklich froh,
dass es hier im Forum auch Leute gibt, die mich richtig verstanden haben. Vielen Dank dafür. Ein paar Antworten möchte ich noch geben, da doch bei einigen von Euch Fragen aufgetaucht sind.

Mein Verlobter ist seit dem Tod des Schwiegerpapas an seine Stelle getreten und versorgt die ganzen Außenanlagen. Wir haben einen extrem pflegeintensiven Garten und einen großen Gemüsegarten. Es ist sagenhaft viel Unkraut zu jäten. Das macht er alles, da er Landschaftsgärtner ist. Aber soviel er auch tut: Es ist grundsätzlich noch nicht genug und mindestens die Hälfte hat er falsch gemacht! Er bekommt jetzt die Kommentare zu hören, die früher der Schwiegerpapa gekriegt hat. Und das ungerechtfertigt, denn er macht nichts falsch! Er ist ein guter Landschaftsgärtner und weiß, wie weit ein Strauch zurückgeschnitten werden muss. Will heißen, auch er kommt mit seiner Mutter überhaupt nicht zurecht. Wenn wir in unserer knappen Freizeit zusammen sitzen, sprechen wir fast nur noch über dieses Problem.

Ich selbst kümmere mich zuerst um meinen Haushalt (man muss Prioritäten setzen) und koche selbstverständlich. Es ist gar nicht so einfach für jemanden zu kochen, der die Hälfte aller Lebensmittel nicht vertragen kann und den Rest nicht mag. Aber nun, ich mache das beste daraus. Letzten Freitag habe ich Ihr Fisch und Pellkartoffeln nach unten gebracht, da mein Verlobter und ich beide zum Abendessen nicht da waren. Sie sagte, sie würde es wohl essen wollen. Am späten Abend bringt mein Verlobter das Glas Hering wieder mit nach oben: "Mama hat gesagt, dass sie keinen Appetit auf Hering hatte." Angeblich habe ich an dem Tag etwas sehr lecker Riechendes gekocht, das ihr richtig Appetit gemacht hat. Und anstatt ihr etwas davon zu geben, habe ich nur ein Glas Hering und Kartoffeln gebracht. Aber: ICH HABE AN DEM TAG NICHT GEKOCHT. Bei 37 C im Schatten gibt es bei uns in der Regel kalte Küche. Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, wo sie das mit dem Kochen her hatte!!! Am Sonntag haben wir Reste-Essen gemacht. Nudelsalat und Würstchen, besagten Hering und schönes Bauernbrot. Ich fragte die Schwiegermutter, ob sie auch einen Hering essen möchte. "Nein, ich habe schon den ganzen Tag so ein Brennen im Mund." Und im nächsten Moment tut sie sich eine Riesenladung Senf zum Würstchen auf den Teller! Diese Philosophie versteh' mal jemand. Typisch für Depressive: Mitleid um jeden Preis erregen. Und dabei leider nicht merken, dass man genau das Gegenteil erreicht.

Jetzt werde ich gleich weiter die Unterlagen aus den 50 Ehejahren abheften, damit man mal was wiederfinden kann. Nebenbei koche ich und werde mir überlegen, wie ich meinem Verlobten meine Situation am besten erkläre. Das ist wirklich nicht leicht. Ich will ihn weder verletzen noch mich von ihm trennen. Und wenn die Schwiegermutter ihre Depressionen endlich in den Griff kriegen würde, könnte ich mich sogar mit der Situation abfinden, glaube ich.

Es ist auch nicht so, dass ich nicht von meinem Umfeld gewarnt wurde, als wir umgebaut haben. Selbst meine Eltern (herzensgute Menschen, die immer für andere da sind) haben mich gefragt, ob die Entscheidung gut ist. Ich war damals der Meinung, dass ich das schaffe. Mittlerweile wurde ich eines besseren belehrt.

Eine der ersten Antworten zu meinem Beitrag bezog sich auf das berühmte "Gemachte Nest". Dazu: Ich habe sämtliche Möbel für unsere Wohnung gekauft, das hat mich mal eben schlappe 10.000 Euro gekostet, meine gesamten Ersparnisse (kein Darlehen!). Und ich habe einen kompletten Hausstand mitgebracht, den ich seit meinem 15. Lebensjahr gesammelt habe: ein gutes Geschirr, ein Küchengeschirr, Bleikristall, Silberbesteck, Tupper in Hülle und Fülle und was das Herz begehrt. Rechnet Euch ruhig mal aus, was das für einen Geldwert darstellt, da kommt Ihr mit 5.000 Euro nicht lange nicht aus. Und ich arbeite neben meinem 42-Stunden-Job noch nebenbei, um für uns etwas dazu zu verdienen. Das Haus ist sehr renovierungsbedürftig. Sowas bezahlt sich nicht von allein. Und das Darlehen, dass mein Verlobter für den Umbau aufgenommen hat, muss ja auch so schnell wie möglich abgezahlt werden.

Ich glaube, nun habe ich mich gerade richtig ausgekotzt. Tut mir leid. Scheinbar musste gerade der Frust raus. Wenn es unter Euch Lieben noch weitere Erfahrungsberichte gibt (vielleicht ist jemand selbst vorübergehend ausgezogen und kann mir sagen, ob es ein Happy End gab?), so bin ich Euch undendlich dankbar.

Viele liebe Grüße vom Strubbelchen

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15. Juli 2010 um 19:05
In Antwort auf strubbelchen1979

Ich bin wirklich froh,
dass es hier im Forum auch Leute gibt, die mich richtig verstanden haben. Vielen Dank dafür. Ein paar Antworten möchte ich noch geben, da doch bei einigen von Euch Fragen aufgetaucht sind.

Mein Verlobter ist seit dem Tod des Schwiegerpapas an seine Stelle getreten und versorgt die ganzen Außenanlagen. Wir haben einen extrem pflegeintensiven Garten und einen großen Gemüsegarten. Es ist sagenhaft viel Unkraut zu jäten. Das macht er alles, da er Landschaftsgärtner ist. Aber soviel er auch tut: Es ist grundsätzlich noch nicht genug und mindestens die Hälfte hat er falsch gemacht! Er bekommt jetzt die Kommentare zu hören, die früher der Schwiegerpapa gekriegt hat. Und das ungerechtfertigt, denn er macht nichts falsch! Er ist ein guter Landschaftsgärtner und weiß, wie weit ein Strauch zurückgeschnitten werden muss. Will heißen, auch er kommt mit seiner Mutter überhaupt nicht zurecht. Wenn wir in unserer knappen Freizeit zusammen sitzen, sprechen wir fast nur noch über dieses Problem.

Ich selbst kümmere mich zuerst um meinen Haushalt (man muss Prioritäten setzen) und koche selbstverständlich. Es ist gar nicht so einfach für jemanden zu kochen, der die Hälfte aller Lebensmittel nicht vertragen kann und den Rest nicht mag. Aber nun, ich mache das beste daraus. Letzten Freitag habe ich Ihr Fisch und Pellkartoffeln nach unten gebracht, da mein Verlobter und ich beide zum Abendessen nicht da waren. Sie sagte, sie würde es wohl essen wollen. Am späten Abend bringt mein Verlobter das Glas Hering wieder mit nach oben: "Mama hat gesagt, dass sie keinen Appetit auf Hering hatte." Angeblich habe ich an dem Tag etwas sehr lecker Riechendes gekocht, das ihr richtig Appetit gemacht hat. Und anstatt ihr etwas davon zu geben, habe ich nur ein Glas Hering und Kartoffeln gebracht. Aber: ICH HABE AN DEM TAG NICHT GEKOCHT. Bei 37 C im Schatten gibt es bei uns in der Regel kalte Küche. Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, wo sie das mit dem Kochen her hatte!!! Am Sonntag haben wir Reste-Essen gemacht. Nudelsalat und Würstchen, besagten Hering und schönes Bauernbrot. Ich fragte die Schwiegermutter, ob sie auch einen Hering essen möchte. "Nein, ich habe schon den ganzen Tag so ein Brennen im Mund." Und im nächsten Moment tut sie sich eine Riesenladung Senf zum Würstchen auf den Teller! Diese Philosophie versteh' mal jemand. Typisch für Depressive: Mitleid um jeden Preis erregen. Und dabei leider nicht merken, dass man genau das Gegenteil erreicht.

Jetzt werde ich gleich weiter die Unterlagen aus den 50 Ehejahren abheften, damit man mal was wiederfinden kann. Nebenbei koche ich und werde mir überlegen, wie ich meinem Verlobten meine Situation am besten erkläre. Das ist wirklich nicht leicht. Ich will ihn weder verletzen noch mich von ihm trennen. Und wenn die Schwiegermutter ihre Depressionen endlich in den Griff kriegen würde, könnte ich mich sogar mit der Situation abfinden, glaube ich.

Es ist auch nicht so, dass ich nicht von meinem Umfeld gewarnt wurde, als wir umgebaut haben. Selbst meine Eltern (herzensgute Menschen, die immer für andere da sind) haben mich gefragt, ob die Entscheidung gut ist. Ich war damals der Meinung, dass ich das schaffe. Mittlerweile wurde ich eines besseren belehrt.

Eine der ersten Antworten zu meinem Beitrag bezog sich auf das berühmte "Gemachte Nest". Dazu: Ich habe sämtliche Möbel für unsere Wohnung gekauft, das hat mich mal eben schlappe 10.000 Euro gekostet, meine gesamten Ersparnisse (kein Darlehen!). Und ich habe einen kompletten Hausstand mitgebracht, den ich seit meinem 15. Lebensjahr gesammelt habe: ein gutes Geschirr, ein Küchengeschirr, Bleikristall, Silberbesteck, Tupper in Hülle und Fülle und was das Herz begehrt. Rechnet Euch ruhig mal aus, was das für einen Geldwert darstellt, da kommt Ihr mit 5.000 Euro nicht lange nicht aus. Und ich arbeite neben meinem 42-Stunden-Job noch nebenbei, um für uns etwas dazu zu verdienen. Das Haus ist sehr renovierungsbedürftig. Sowas bezahlt sich nicht von allein. Und das Darlehen, dass mein Verlobter für den Umbau aufgenommen hat, muss ja auch so schnell wie möglich abgezahlt werden.

Ich glaube, nun habe ich mich gerade richtig ausgekotzt. Tut mir leid. Scheinbar musste gerade der Frust raus. Wenn es unter Euch Lieben noch weitere Erfahrungsberichte gibt (vielleicht ist jemand selbst vorübergehend ausgezogen und kann mir sagen, ob es ein Happy End gab?), so bin ich Euch undendlich dankbar.

Viele liebe Grüße vom Strubbelchen

Unkraut
Bemüht euch das, was deine Schwiegermutter sagt, nicht an euch herandringen zu lassen.
Wahrscheinlich meint sie tatsächlich, etwas leckeres gerochen zu haben. Ältere Leute haben oft Fehlwahrnehmungen bzw. ihr Kopf spiel ihnen einen Streich, gleichzeitig spüren sie, dass sie an Selbstständigkeit und Einfluss verlieren und versuchen (sicherlich unbewusst), dies durch Zurechtweisungen auszugleichen.
Hinzu kommen bei deiner Schwiegermutter noch Depressionen ...

Was den Garten betrifft: Für wen macht ihr euch all diese Arbeit? Vielleicht könnt ihr ihn pflegeleichter gestalten (viel Rasen, Rindenmulch auf die Beete, einige Beerensträucher) und die Zeit, die ihr dadurch spart, intensiv gemeinsam verbringen: Mal einen Ausflug machen und die Schwiegermutter für einige Stunden vergessen. Unkraut ist wahrlich nicht das Problem in eurer Beziehung, das kann ruhig wuchern - Schwiegermutter meckert ja eh.

Was meinst du, was muss sich ändern, damit du dich zu Hause wieder wohlfühlst?

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15. Juli 2010 um 19:41
In Antwort auf sandra_12911984

Unkraut
Bemüht euch das, was deine Schwiegermutter sagt, nicht an euch herandringen zu lassen.
Wahrscheinlich meint sie tatsächlich, etwas leckeres gerochen zu haben. Ältere Leute haben oft Fehlwahrnehmungen bzw. ihr Kopf spiel ihnen einen Streich, gleichzeitig spüren sie, dass sie an Selbstständigkeit und Einfluss verlieren und versuchen (sicherlich unbewusst), dies durch Zurechtweisungen auszugleichen.
Hinzu kommen bei deiner Schwiegermutter noch Depressionen ...

Was den Garten betrifft: Für wen macht ihr euch all diese Arbeit? Vielleicht könnt ihr ihn pflegeleichter gestalten (viel Rasen, Rindenmulch auf die Beete, einige Beerensträucher) und die Zeit, die ihr dadurch spart, intensiv gemeinsam verbringen: Mal einen Ausflug machen und die Schwiegermutter für einige Stunden vergessen. Unkraut ist wahrlich nicht das Problem in eurer Beziehung, das kann ruhig wuchern - Schwiegermutter meckert ja eh.

Was meinst du, was muss sich ändern, damit du dich zu Hause wieder wohlfühlst?

Du hast recht,
natürlich können wir den Garten pflegeleicht gestalten. Die Idee mit Rasen, Rindmulch und allem anderen haben wir der Schwiegermutter vorgeschlagen. Ihr Kommentar dazu war eindeutig: "Nein, dann ist das kein Garten mehr! Das machen wir nicht!" Soviel dazu. Ich habe das Thema dann einige Wochen später noch einmal angesprochen. Schwiegermutters Reaktion war die gleiche. Soviel zum Unkraut.

Ändern muss sich hier zu Hause folgendes: Schwiegermutter soll ihre Depressionen in den Griff bekommen und auf Ratschläge ihres Psychologen hören. Außerdem möchte ich mal wieder mit meinem Verlobten Sonntags in Ruhe frühstücken, so wie früher. Das war immer sehr schön. Seit der Schwiegerpapa tot ist, frühstücken wir Sonntags immer mit Schwiegermutter zusammen. Sie besteht darauf. Und mein Verlobter möchte es ihr ungern abschlagen, da sie unter der Woche schon immer alleine frühstücken muss (ich koche ihr nur den Kaffee und stelle ihn in einer kleinen Thermoskanne auf den Tisch). Ich kann da meinen Verlobten schon verstehen, sie ist seine Mutter. Aber ich bin seine zukünftige Frau und möchte mit ihm meine eigene Familie gründen...

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15. Juli 2010 um 19:46

Nein, das hat er nicht.
Ich versuche nur bewusst, ihn zu verdrängen. Schließlich weiß ich nicht, ob es von meiner Seite aus nur ein "Fliehen vor der jetzigen Situation" ist und die Gefühle somit wieder abflauen. Klar ist aber, dass der andere Mann bald geschieden ist und wir hobbymäßig voll auf einer Wellenlänge sind. Mein Verlobter hat zwar das gleiche Hobby, sieht alles aber etwas weniger ernst. Ich habe ihm zuliebe schon viele Abstriche gemacht. Das war teilweise wirklich schwer. Tja, und der andere Mann und ich ergänzen uns hier total. Auch sonst verstehen wir uns super, können stundenlang reden. Ist wirklich schön...

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16. Juli 2010 um 4:34

Hallo Strubbelchen
ist ja ein sehr interessanter Thread den du da eröffnet hast,

also ich bin in der Altenpflege tätig und kann dir nur von meinen Erfahrungen berichten.Allerdings muss ich dazu sagen, es ist immer etwas andres wenn man Abends abschalten kann und nachhause geht,anstatt die Pflegebedürftige Person dauernd umsich zu haben.

Zu erstmal: ich bin der Meinung du darfst sie nicht zuuuu ernst nehmen, zumindest nicht alles. wenn sie jammert das sie dies und das hat, hör erstmal weg, erst wenns nicht besser wird, dann hol nen Artz. Depression wird nie weg gehen, zumal in dem Alter meist keine Therapie gemacht hat. wir haben eine Patientin die ist auch depressiv und wird den ganzen Tag von der Tochter geplfegt, ist aber geistig soweit noch fit u kann auch noch etwas laufen. trotzdem ihr tut immer dies u das weh....wie die Tochter das aushält?keine ahnung manchmal ist sie auch ein richtiges Wrack.

Gönnt euch mal nen Urlaub und wenns nur ein kleiner ist,das MUSS einfach drin sein,dir und eurer Ehe zuliebe. Du tust was gutes und ich denke für jeden von euch ist das hart, für dich für deinen Mann und für die alte Dame.

Evlt such dir auch so ein Angehörigen Treffen,bei uns gibts das, das ist einmal im Monat und da treffen sich lauter Menschen die daheim nen alten Menschen sitzen haben.

Das Alter hat leider sehr viele Krankheiten die sehr nerven können, aber denk mal, es kann auch noch schwerer werden... den Gedanken sie mit einzubeziehen find ich übrigens super, kannst du sie nicht Kleinigkeiten machen lassen?im Garten oder Handtücher zusammenlegen,unterwäsche ect????? und wenn sie deinen Mann wieder mal nur anmeckert dann soll er ihr klipp u klar sagen: Mama wir tun alles für dich und das auch gern, aber irgendwo reichts....

Hoff dir zumindest bisschen geholfen zu haben. drück dich

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16. Juli 2010 um 5:12

...
Und vielleicht ist tatsächlich SIE die Schreckschraube?
Solls ja auch geben... woher wollen wir das wissen? Soweit kommt's noch, dass man sich bei Leuten anbiedern muss, die einem nur Gift entgegenspucken...

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16. Juli 2010 um 6:51

Ich habe ganz viele Ratschläge bekommen, vielen Dank!
Viele der Überlegungen sind uns ja schon selbst gekommen und wir haben sie ausprobiert.

Klar wird die Schwiegermutter mit einbezogen. Sämtliche Entscheidungen, die hier im Haus fallen, werden durchgesprochen. Mein Verlobter fragt bezüglich des Gemüsegartens jedesmal nach: Was ist nun zu tun? Wie haben Papa und Du das immer gemacht? Und auch ich frage natürlich oft nach, was ich denn kochen soll. Schwiegermutter macht ihre Wäsche selbst. Sie hat eine Putzfrau, die seit 10 Jahren einmal wöchentlich kommt. Leider darf die immer nur bügeln und den Garten machen, daher sieht es im Haus aus wie in einem Saustall. Schwiegermutter war dieses Jahr einmal im Krankenhaus und einige Wochen später in Kur. Was haben wir in dieser Zeit gemacht? Während des Krankenhausaufenthalts habe ich das ganze Haus von oben bis unten geschrubbt. Das hat von morgens bis abends gedauert und insgesamt eineinhalb Wochen (war mein Resturlaub 2009). Ich weiß wirklich nicht, was in dem ganzen Dreck aus Jahrzehnten enthalten war, aber ich habe Quaddeln an den Beinen bekommen und mich schier blutig gekratzt. Während der Kur haben wir zwei Räume nach Ihren Wünschen renoviert. Da hatten wir keinen Urlaub und haben alles nach Feierabend und am Wochenende gemacht. Wenigstens das haben wir ausnahmsweise mal richtig gemacht und es gab nichts auszusetzen.

Aber bezüglich auf ihre Krankheiten eingehen: Ich war selbst vor einigen Jahren wegen Depressionen in Behandlung und kenne es auch aus dem Bekanntenkreis. Zwei Psychologen haben mir damals unabhängig voneinander gesagt, dass man bei einem depressiven Menschen nicht auf alles eingehen darf, da die Krankheit dann immer schlimmer wird. Der Teufelskreis geht weiter, der Depressive wird immer mehr Aufmerksamkeit verlangen. Wenn er die dann plötzelich nicht mehr bekommt, weil sich die Personen zurückziehen, wird er immer schlechter gelaunt und fängt an, Aufmerksamkeit zu verlangen. Dies meistens dadurch, dass er die Leute beschimpft und weint und Mitleid erregen will. Das funktioniert dann meistens eine Zeit lang und wenn man sich dann wieder zurückzieht, geht es von vorne los. Und zwar immer schlimmer! Man hat mich hier wirklich schon gewarnt, nicht zu sehr auf die Wehwehchen der Schwiegermutter einzugehen und einen Aufenthalt in einer psychartrischen Klinik dringend empfohlen. Dazu müssen wir mit dem Hausarzt sprechen, der sich die Situation zu Hause ansehen muss. Leider ist mein Verlobter noch nicht so weit, diesen Schritt zu gehen.

Gestern wollte ich mit ihm über meine Situation sprechen. Er wollte sich auch Zeit nehmen, aber dann war dies und dann war das... und dann war es halb zwölf in der Nacht. Also haben wir nicht mehr miteinander gesprochen. Er hat sich auch nicht erinnert, dass ich das wollte. Finde ich nicht wirklich schön, denn das ist leider nicht zum ersten Mal passiert.
Seit einigen Wochen machen einige seiner Geschwister Ärger, weil sie nach demTod des Schwiegerpapas Geld haben wollen. Vor knapp 10 Jahren wurden die Kinder aber alle ausbezahlt (vom Erbe her meine ich) und mein Verlobter hat das Elternhaus gekauft. Alles ist notariell beglaubigt worden und so. Die Geschwister machen da echt Probleme. Wohnen alle hunderte Kilometer weit weg, brauchen sich nicht zu kümmern und wollen mit allen Mitteln an irgendwelches Geld kommen. Ich habe auch hier in der Vergangenheit schon öfter versucht, mit mienem Verlobten zu reden, weil ich so eine Haltung echt gemein finde. Wie kann ich mit Geld rechenn, das mir vielleicht in 20 Jahren irgendwann mal zusteht? Wie kann ich einfach auf irgendein Erbe pochen? Jeder ist finanziell für sich selbst verantwortlich und muss damit klar kommen. Deshalb arbeiten wir auch so viel. Manchmal hat das Reden mit meinem Verlobten darüber auch gekappt. Doch er fasst die Dinge wohl manchmal falsch auf, obwohl ich sie wirklich (!) vorsichtig formuliere. Er fühlt sich dann teilweise angegriffen. Das Ende vom Lied war leider vor ca. 14 Tagen, dass er mich gebeten hat, mich aus dieser Angelegenheit heraus zu halten. Das wäre seine Sache... Ich dachte immer, in einer Beziehung teilt man Probleme und sucht Lösungen. Aber bei meinem Verlobten ist das leider oft anders. Wenn ich Rat brauche, kriege ich auch oft nur zu hören: "Das musst Du selber wissen." Toll, dann bin ich genau so schlau wie vorher.

Ich bin auch für weitere Meinungen und Ratschläge sehr dankbar. Bitte schreibt mir fleißig weiter, auch gern Erfahrungsberichte...

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