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Mein Partner hat ADHS! Hilfe!

12. Mai 2010 um 0:31

Ich möchte hier mal meine Situation beschreiben und hoffe, daß es mir durch das Schreiben hier etwas besser geht, denn momentan bin ich ziemlich durch den Wind. Möchte mich vorweg schon mal entschuldigen, aber ich glaube, ich muß das alles etwas ausführlicher schildern...

Ich bin alleinerziehende mutter von zwei söhnen. mein älterer sohn wird jetzt bald 17 jahre und leidet seit jahren an adhs. seit seinem 4. lebensjahr wird er mit ritalin behandelt, momentan verweigert er seine medikamente... dementsprechend chaotisch verläuft sein leben. ich war eigentlich immer alleinerziehend, habe ganztags gearbeitet und vor allem mit meinem älteren sohn viel mitgemacht. hab aber immer alles irgendwie auf die reihe gekriegt. vor 2,5 jahren wurde dann von heute auf morgen diabetes II diagnostiziert mit schwerem bluthochdruck. ich mußte sofort mit insulin spritzen beginnen und mehrere tabletten täglich einnehmen (dauert bis heute so an). aufgrund der diagnose fiel ich mehr und mehr in eine depression, die schließlich in der psychiatrie endete. mir wuchs alles über den kopf, ich schaffte meinen job nicht mehr, lag stundenlag nur weinend im bett usw. 2008 befand ich mich insgesamt 15 wochen lang in kliniken (5 wochen psychiatrie, 7 wochen psychosomatische klinik, 3 wochen tagesklinik), 2009 dann nochmal 4 wochen zur reha mit dem ergebnis, dass ich jetzt für 2 jahre befristet erwerbsunfähigkeitsrente beziehe. letztes jahr zu weihnachten gab es wieder mal erhebliche probleme mit meinem älteren sohn (kriminalität) und ich stand kurz vor einem erneuten nervenzusammenbruch. mein sohn kam dann im rahmen der jugendhilfe zu einem bauernhof, wo er erzieherisch gemaßregelt wird und bisher macht er sich dort auch recht gut, zumindest wird er seinen schulabschluß dieses jahr schaffen.

vor 4 monaten habe ich dann meinen partner kennengelernt. wir haben uns sofort ineinander verliebt und die ersten 3-4 wochen waren einfach nur traumhaft. mir fiel auch nichts gravierendes an meinem partner auf. ich blüh förmlich an seiner seite auf, hab 10 kg abgenommen (hatte vorher ca. 25 kg übergewicht, was sich sehr negativ auf meinen diabetes auswirkte) und wurde von allen seiten auf mein aufblühendes aussehen angesprochen. jeder meinte, mein partner würde mir merklich guttun. ich genoß seine aufmerksamkeiten sehr, er ist der liebenswerteste mann, der mir je begegnet ist, sehr hilfsbereit, großzügig (macht mir sehr oft kleine geschenke, lädt mich zum essen ein etc.), geht liebevoll mit meinem jüngeren sohn um, der ihn schon unglaublich ins herz geschlossen hat und sogar paps nennt. er meint, ich sei seine traumfrau, er will mit mir zusammenziehen und mich sogar nächstes jahr heiraten. ich weiß und spüre, daß er mich über alles liebt und er würde alles für mich tun... wenn da nicht ein großes problem wäre...

zuerst ist es mir nur leicht aufgefallen, und ich hab es anfangs nur belächelt und als "nervosität und schusseligkeit" abgetan, aber mittlerweile weiß ich, daß viel mehr dahintersteckt...

ich hab mich anfangs nur gewundert, dass er sich immer verspätet, abmachungen nicht einhält oder verändert, etwas chaotisch ist und schlecht abschalten und entspannen kann. er ist von beruf lkw-fahrer und er schob seine schusseligkeit immer auf seinen beruflichen streß (zeit- und termindruck). daher zeigte ich anfangs oft verständnis für ihn und auch daß er stundenlang reden und erzählen konnte, ohne punkt und komma, beeindruckte mich, da ich früher nur männer kannte, die eher sprachfaul waren. mit der zeit häuften sich aber die vorfälle mit meinem partner und jedesmal, wenn ich ihn darauf ansprach, versprach er mir sofortige besserung, hatte rechtfertigungen für sein verhalten oder erzählte mir sonstige ausreden. er gab mir dann abschließend immer einen kuß, sagte mir, daß er mich liebe und damit war das thema erledigt für ihn. geändert hat sich nichts, im gegenteil, seit 2 monaten wird es von woche zu woche schlimmer. da ich mit ihm viele "dejavue-erlebnisse" hatte (mit meinem älteren sohn) und ich mir bedingt durch meinen sohn viele kenntnisse bezüglich adhs in den vergangenen jahren angeeignet hatte, sprach ich meinen partner schließlich auf meinen adhs-verdacht an. sofort bestritt er meine vermutung, spielte das ganze herunter und gab sich gekränkt und beleidigt. es gab dann mehr und mehr vorfälle, die mich sehr beunruhigten, vor allem das autofahren mit ihm: er fährt meist sehr schnell, schimpft ständig über die anderen autofahrer (die aber normal fahren), ist ständig abgelenkt und nicht konzentriert beim fahren (z.b. dreht am autoradio rum, bemerkt auf der linken straßenseite ein neu erbautes geschäft und blickt diesem sekundenlang nach, ohne auf die straße zu achten, bewundert auf der rechten seite eine autofirma mit seinem traumauto, guckt wieder nicht auf die straße, überholt riskant und provoziert durch nahes auffahren, hat schon zweimal rote ampeln überfahren, redet ununterbrochen, guckt mich oder meinen sohn auf der rückbank ständig an beim quasseln, redet mit händen und füßen, läßt dabei auch öfters das lenkrad beidhändig los). mittlerweile bin ich soweit, daß ich mit ihm nicht mehr mitfahren will, was eigentlich schade ist, da wir beide gerne ausflüge unternehmen, ich keinen führerschein habe und ihm öffentliche fahrten mit bus oder bahn ein greuel sind.

zuhause läuft es ähnlich: er ist meist irgendwie in bewegung, rennt dabei von zimmer zu zimmer, quasselt unentwegt (oft erzählt er mir irgendwelche geschichten vom "freund seines schwagers, dessen tante und wiederum deren tochter"..... schweift dabei vom hunderste ins tausendste ab, redet dabei in einer geschwindigkeit, als ginge es um sein leben und vergißt vor lauter eile beim sprechen ganze wörter, sodaß ich oft gar nicht weiß, wovon er eigentlich redet. frage ich dann nach oder fällt es mir schwer, ihm ständig aufmerksam zuzuhören, reagiert er sofort gereizt und/oder beleidigt. er beginnt tausend kleine arbeiten gleichzeitig, bringt aber nichts zuende, gerät dadurch in streß und zeitdruck, wird dann extrem hektisch und reizbar. er hat null zeitgefühl, verschätzt sich ständig in der zeit (z.b.: er: wann gibt es essen? ich: in 15 minuten. er: ok, dann gehe ich zwischenzeitlich baden... dabei wissen wir eigentlich beide, daß er es noch NIE geschafft hat, in 15 minuten zu baden! oder: wir wollen meine eltern besuchen, er, mein jüngerer sohn und ich müssen uns noch duschen, anziehen, stylen, es ist bereits 11 uhr und wir wollen um 12 losfahren, da beginnt er in aller ruhe, sein altglas und altpapier zu sortieren und will es "schnell" noch zum wertstoffhof wegfahren...). ich versuche meist eh schon, sehr großzügig zu planen, dennoch wird es oft stressig oder wir schaffen es nur, indem ich ihn enorm antreiben muß. meist bekomme ich dann noch einen patzigen und gereizten kommentar von ihm ab, weil ICH ihn so stresse.

da er fernfahrer ist, sehen wir uns nur am wochenende, worüber ich derzeit sehr froh bin, weil ich merke, dass das alles sehr anstrengend für mich ist. wir telefonieren daher mehrmals täglich miteinander, aber selbst die telefonate sind mittlerweile stressig. er erzählt meist nur von sich und seinem tag, nebenher macht er 1000 andere sachen (am laptop was suchen, essen/trinken etc. > wohlgemerkt, das alles WÄHREND des fahrens!). er teilt sich seine termine total knapp ein, daß er im falle eines staus oder evtl. verschlafens sehr oft verspätet am ladeort ankommt, bekommt dann rüffel von seinem chef, fühlt sich dann total ungerecht behandelt, sucht dabei ständig nach ausreden, bezeichnet seinen job als sicher, kriegt aber jedesmal fast einen herzinfarkt, wenn ein einschreiben in seinem briefkasten liegt und befürchtet die kündigung. es war bisher 3 x so, daß er freitags ein einschreiben im briefkasten hatte und es erst montags bei der post abholen konnte. das wochenende war dann horror! er steigert sich völlig überzogen in eine kündigung vom arbeitgeber rein, läßt sich nicht beruhigen, quasselt ununterbrochen "was wäre wenn....", geht 1000 gründe für das einschreiben durch, kann keinen klaren gedanken mehr fassen, ist völlig hektisch. meist ist es dann wieder mal ein bußgeldbescheid wegen irgendwelcher fahrfehler (zu schnelles fahren, unerlaubtes befahren von straßen mit dem lkw etc.), ich glaube, er hatte in den letzten 4 monaten ca. 500 euro zu zahlen rein an bußgeldern. Dabei ist zu erwähnen, daß er schon mehrere male in unfälle verwickelt war, die vom leichten bis zum tödlichen unfall reichen, 3 menschen starben insgesamt, wobei ihm wohl damals nicht wirklich die schuld daran nachgewiesen werden konnte und ich ihm das auch keinesfalls unterstellen will.... nur, es ist halt schon wahnsinnig viel passiert!

unsere freizeitgestaltung läuft ähnlich ab: er plant 14 tage vorher alles genau, teilt mir jede sekunde haargenau mit, wie wir was wo und wann machen könnten. ich erkläre mich einverstanden, dann, am nächsten tag: planänderung, alles wird von ihm wieder ganz anders geplant wie noch am tag zuvor, am 3. tag hat er wieder ganz neue pläne. so geht das jeden tag, bis ich eigentlich schon gar keine lust mehr habe, noch überhaupt etwas mit ihm zu unternehmen, weil es ja sowieso wieder ganz anders abläuft wie vorgenommen. unternehmen wir dann doch mal was (dampferfahrt auf dem see) wirkt er total angespannt, ist schlecht drauf und wortkarg. ich hab oft den eindruck, daß alles, was mit mehreren menschen zu tun hat, auf ihn wie eine reizüberflutung wirkt, mit der er nicht klarkommt. in solchen situationen kommt es sogar vor, daß ich ihn oft 2-3mal direkt ansprechen muß, bevor er merkt, daß ich mit ihm rede. generell ist bei gesprächen zu 80% er der redende (obwohl ich eigentlich auch recht gesprächig bin), er erzählt mir oft 3-4mal das gleiche, wiederholt sich ständig, er hört kaum zu oder fällt mir ins wort. einkaufen und supermärkte sind ein alptraum für ihn, warteschlangen ein horror. er hat keinerlei geduld, ist dann total gereizt und aufbrausend. bemerke ich, daß er gerade in einer streßsituation ist (z.b. warteschlange) und spreche ihn beruhigend darauf an (wir sind gleich an der reihe, atme 5x tief ein und aus), reagiert er total ungehalten und genervt (was hast du nur wieder? bei mir ist alles ok, hör doch mal DU auf!).

die situationen werden immer häufiger und seinerseits aggressiver. versuche ich ihn in ruhe darauf anzusprechen, spielt er alles total runter (jaja, so schlimm ist das doch gar nicht). erst wenn ich deutlicher werde und sogar eine trennung erwähne, reagiert er fast geschockt, gibt alle fehler zu, bekennt all seine schwierigkeiten, gesteht mir immer wieder seine tiefe liebe zu mir, gelobt besserung und einsicht. solche gespräche dauern dann in der regel 2-4 stunden, was mich unglaublich anstrengt. selbst wenn ich ihn bitte, daß wir jetzt beide mal darüber schlafen sollen, ich nicht mehr reden will und kann, MUSS er das ausdiskutiert haben, setzt mich dabei unter druck (wir müssen das JETZT ausreden, so kann ich nicht schlafen, wie soll ich da morgen lkw fahren können?!?). er ist dann teilweise wie ein kleines kind, wenn in seinen augen alles besprochen und geklärt ist, will er unbedingt zum abschluß einen kuß als zeichen, daß jetzt wieder alles ok ist. gebe ich ihm den kuß nicht, kann es sein, daß das ganze gespräch wieder von vorne beginnt (was ist denn jetzt wieder? wir haben doch alles besprochen! sag, was ist los!).

ich weiß, daß ich sehr wichtig für ihn bin. ich habe seine eltern und seine schwester kennengelernt, das sind alles sehr liebe und herzensgute menschen. auch mich und meinen jüngeren sohn haben sie in ihr herz geschlossen. mein partner gibt sehr viel auf die meinung seiner eltern und erwähnt dabei immer wieder, daß auch seine eltern der meinung sind, ich sei bisher die beste frau in seinem leben. er hat bisher ein sehr bewegtes leben gehabt (ADHS in der Kindheit > Internat > Abgebrochene Ausbildung > Alkoholmißbrauch als Jugendlicher > Haftstrafe > gescheiterte Ehe > Suizidversuch > Schulden). Spreche ich ihn auf einzelne stationen seines lebens an oder hinterfrage diese, spielt er alles herunter (war doch nicht schlimm, macht doch jeder mal) oder gibt anderen die schuld. ich habe seine eltern ebenfalls als hyperaktiv erlebt, sein vater ist sehr nervös, seine mutter redet sehr viel, ebenso hat sie teilweise wahnvorstellungen (ihr schutzengel wäre ihr schon mehrmals begegnet, bücher fliegen im zimmer rum), seine schwester litt an depressionen. bis auf seine schwester hat aber niemand diesbezüglich einen psychiater konsultiert. mein partner hat dazu noch andere "kleinigkeiten" (ist sehr unordentlich, hat teilweise schlechte manieren, ist eifersüchtig, obwohl ich ihm keinerlei grund dazu gebe), das sind allerdings keine k.o.-kriterien für eine trennung für mich. seit wochen kracht es regelmäßig einmal am wochenende, er verspricht mir dann alles und gelobt besserung. ich merke dann auch vereinzelt, daß er sich wirklich um besserung bemüht, jedoch habe ich den eindruck, als fehlt ihm das durchhaltevermögen und bereits nach einigen tagen ist alles wieder beim alten, teilweise sogar noch schlimmer. er sucht nach konfliktlösungen, stellt dazu regeln auf und bricht sie dann selbst wieder. er nimmt sich abends dinge vor, die er gleich morgens erledigen will, bekommt aber dann am nächsten tag seinen hintern nicht hoch, zieht alles in die länge (mach ich später) und gerät dann wieder in zeitdruck und hektik. ich habe das gefühl, er befindet sich momentan in einem teufelskreis. er weiß, daß er vieles falsch macht, bemüht sich dann, hält aber nicht durch, ist dadurch frustriert und gereizt, weil ich wieder kritisiere und reagiert daraufhin wieder völlig falsch bzw. macht fehler. wenn er einsichtig ist und wir ein gutes gespräch führen bzw. er versucht, mit mir an lösungen zu arbeiten, bittet er mich dabei u.a., ihn auf sein fehlverhalten aufmerksam zu machen, wenn die situation gegeben ist. Ist dies dann der fall, reagiert er sofort gereizt, wird laut, sucht nach ausreden, rechtfertigt sich und sucht die schuld bei anderen (das habe ich nur gemacht, weil du/er/sie/es das gesagt/getan hast/haben!). dabei hat er auch extreme stimmungsschwankungen, von himmerhoch jauchzend bis zu tode betrübt. dabei fällt mir besonders auf, daß er mich in der einen minuten "mein ein und alles, bin so froh, daß es dich gibt, ich liebe dich von ganzem herzen" nennt, und in der nächsten minute völlig verachtend und abwertend behandelt. der grund für so ein negatives verhalten ist dann oft banal, es reicht dann schon aus, wenn ich eine andere meinung habe wie er (z.b. er: ich finde, das ist ein super musiker, ich: mir gefällt seine musikrichtung weniger.).

Zu erwähnen ist auch, daß er manchmal erwähnt, daß, falls wir uns trennen würden, er sich gleich aufhängen oder gegen den nächsten baum rasen könnte, weil ja dann eh "alles gelaufen ist". ich bin dann immer sehr beunruhigt, da er ja schon einen sehr ernst gemeinten suizidversuch unternommen hat.

die letzten 2 wochen waren extrem anstrengend für mich, er hatte urlaub und war mehrere tage am stück bei mir (wir haben bisher nur eine wochenendbeziehung geführt). ich habe in letzter zeit so ziemlich all unsere planungen übernommen, kümmere mich um seine termine, erinnere ihn an seine vorhaben etc. da er wirklich ein sehr liebenswerter mensch sein kann und ehrlich um unsere beziehung kämpft, ging er jetzt auch mit mir zu meiner psychiaterin (die mich wegen meiner depressionen behandelte und mich seit 2,5 jahren kennt), weil er sich in bezug auf adhs helfen lassen will. diese meinte nach 2 stunden, daß sie denke, daß er deutliche anzeichen von adhs zeige, sie aber gerne noch eine 2. meinung von einem kollegen einholen will. bei diesem kollegen (ebenfalls psychiater) waren wir nun am vergangenen freitag. und auch dieser bestätigte die adhs-vermutung. er war aber sehr sachlich und wenig einfühlend in seiner diagnostik. er erklärte meinem partner kurz angebunden, daß adhs durchaus behandelbar sei mit medikamenten, er dann allerdings seinen beruf als fernfahrer an den nagel hängen müsste, weil die medikamente betäubungsmittelpflichtig wären und der gesetzgeber diesbezüglich - selbst bei einer ärztlichen verordnung - keine klare regelung vorsieht bzw. er (der arzt) davon ausgeht, daß die einnahme der medikamente für einen lkw-fahrer ein fahrverbot erbringen könnte. als alternative nannte er uns ein betäubungsmittelfreies medikament, dessen kosten sich monatlich auf 300 euro belaufen würden, und von meinem partner selbst zu tragen wären. was für meinen partner natürlich nicht möglich ist - zumindest nicht als dauermedikament. so, und mit diesen informationen schickte uns der arzt also nach hause. das wochenende - ein horror. ich habe wirklich versucht, verständnis für meinen partner und seine wirklich schwierige situation aufzubringen, aber er steigerte sich von stunde zu stunde mehr in erregung. ich hab mit worten, mit anti-stress-tee, mit entspannungsmusik und ähnlichem versucht, ihn zu beruhigen, aber er schmetterte alle bemühungen von mir äußerst gereizt und mit verächtlichem tonfall ab. er lief 4 (!!!) stunden ununterbrochen in meiner wohnung rum, redete wie im schwall, teils völlig unsinniges zeug, war total hektisch, traf entscheidungen (ich mach das jetzt soundso) und änderte sie bereits nach 10 minuten wieder (nein, ich mach es jetzt soundso). auch ich fahr schon völlig fertig, fahrig und nervös. er legte sich dann auf die couch und heulte nur noch. ich denke mal, er hatte einen totalen nervenzusammenbruch. er beruhigte sich dann etwas und meinte, er wolle nie wieder lkw fahren, der job würde ihn nervlich fertig machen. er bat mich dann, seinen chef zu informieren und ich hab dann am sonntag abend seinen chef angerufen und ihn krank gemeldet. am montag habe ich dann sofort versucht, meine psychiaterin telefonisch zu erreichen, leider war sie nicht da. ich hab dann rumtelefoniert, u.a. mit dem arbeitsamt, um mich nach einer umschulung für meinen partner zu erkundigen. diese meinten, das wäre grundsätzlich möglich, er müsse halt mal vorbeikommen. ich hab ihn aufgebaut, nach lösungen gesucht, ihm positiv zugeredet, ihm meine hilfe versprochen und und und..... heute vormittag kam dann ein anruf meiner psychiaterin: sie will meinem freund unbedingt helfen, sie hat intensiv nach einem arzt gesucht und einen facharzt für adhs bei erwachsenen gefunden, sie hat sogar schon einen termin in 2 wochen bei diesem ausmachen können. ferner möchte sie eine kernspind-untersuchung bei meinem freund machen lassen, auch dazu hatte sie schon einen termin. sie meinte, dieser adhs-facharzt würde auch gutachten erstellen, daß mein partner durchaus mit seinen medikamenten lkw fahren dürfe und adhs durchaus gut behandelbar wäre, sodaß er ein durchaus normales leben und wir eine normale beziehung führen können. insgesamt also sehr positive nachrichten und auch eine perspektive! dennoch blieb mein partner nach diesem anruf meiner psychiaterin sehr gereizt und angespannt. ich telefonierte dann nochmals mit seinem chef (er wollte dies nicht selber tun, meinte, er "hätte jetzt keine nerven für ein telefonat mit dem chef") und teilte diesem die dauer der krankmeldung mit (meine psychiaterin hielt erstmals 4 wochen für erforderlich). er meinte dann, daß er sehr froh ist, daß seine eltern und freunde ihn jetzt unterstützen würden, nur von MIR würde er sich wünschen, daß ich ihm nicht so oft in den rücken fallen würde!!! ich war sprachlos, ging völlig perplex aus dem schlafzimmer raus. 10 minuten später hörte ich ihn schnarchen im schlafzimmer... ich saß 2 stunden im wohnzimmer, war völlig erschöpft, enttäuscht, gekränkt, verletzt und und und.... ich versuchte verständnis für ihn zu haben, und fühlte mich doch so ausgelaugt und verletzt. und dabei hatte er mich morgens noch in den arm genommen, mir gesagt, wie sehr er mich liebe, wie sehr er meine hilfe schätzen würde und er unendlich froh und dankbar wäre, daß er mich hat. und dann wieder so ein unüberlegter spruch, der eine tiefe kränkung in mir hervorrief. bin ich zu empfindlich? oder liegen nur meine eigenen nerven blank? ich habe angst, daß ich psychisch bald wieder so weit bin, daß ich - wie vor 2 jahren - wieder in die klinik muß...

als mein freund nach 2 stunden ausgeschlafen hatte, kam er zu mir ins wohnzimmer und tat so, als wäre alles ok. wollte mich umarmen, küssen.... ich blockte ab. er spielte den beleidigten und fuhr dann zu sich nach hause (er war 5 tage bei mir gewesen). 3 stunden später erhielt ich eine sms von ihm: alles scheiße, auto kaputt, seine wohnung ist voller ungeziefer, kammerjäger kommt morgen, kostet alles jede menge geld, was er doch für ein armer tropf wäre etc....
ich hab ihn dann angerufen, wir reden, er versinkt im selbstmitleid, spielt seine aussage von mittags herunter, ich wäre so gereizt (warum wohl???). ich bin total fertig, sage ihm, daß ich nicht mehr kann, daß ich jetzt zeit brauche und nicht mehr weiß, ob und wie alles weitergehen soll. lege den hörer auf. 10 minuten später diese sms von ihm:

ich weiß, daß du alles für mich tust, ich weiß es auch zu schätzen, kann es vielleicht nicht zeigen, weil ich selber nicht mehr klar komme mit mir selber. ich will und brauch dringend eine behandlung. ich will und wollte dir nicht wehtun, es sind einfach unüberlegte aussagen. es tut mir leid, ich will und wollte dir nicht wehtun, ich will doch einfach nur wieder gesund werden. ich will doch einfach nur wieder glücklich sein mit dir.

(wörtlich so von ihm geschrieben, wiederholungen sind absichtlich mitgeschrieben)

ich antworte ihm per sms, daß ich momentan nicht mehr kann und zeit brauche. 30 minuten später sms von ihm, daß er jetzt ein beruhigungsmittel eingenommen hat, weil er sonst noch irgendeinen mist gebaut hätte...

war das wieder eine unterschwellige andeutung, daß er sich evtl. was antun will? ich antworte ihm nicht... während ich hier sitze und schreibe, schickt er mir nach 2 stunden wieder eine sms, er geht jetzt schlafen und wünscht mir eine gute nacht. ich schreibe nichts darauf zurück...

ich weiß nicht mehr, was ich machen soll... werfe ich die flinte zu früh ins korn? ausgerechnet jetzt, wo doch schon alles ins rollen gekommen ist, arzttermine stehen fest, hilfe naht... ich liebe ihn wirklich, mein größter wunsch wäre, mit ihm harmonisch zusammen zu leben, eine gemeinsame zukunft mit ihm aufzubauen. mein jüngerer sohn liebt ihn wie einen eigenen vater... er hat auch so viele gute eigenschaften und stärken. klar, daß diese in meinem bericht hier nicht groß rauskamen, aber es sind ja auch nicht seine lieben seiten mein problem, sondern die schlechten, die ja auch wiederum krankheitsbedingter natur sind... er ist ein sehr familiärer, häuslicher typ, keiner, der am wochenende mit kumpels um die häuser zieht, er trinkt und raucht nicht, nimmt keine drogen, guckt nicht anderen frauen nach (ich war mir eines mannes treue noch nie im leben so sicher wie bei ihm!), wir haben viele gemeinsame interessen, er ist großzügig, sehr hilfsbereit und und und. ja, ich liebe ihn!

sorry, für diesen extrem langen beitrag, aber es hat mir unglaublich gut getan, all das mal aufzuschreiben und evtl. auch andere meinungen dazu zu lesen! ich werde meinen bericht auf jeden fall kopieren und ausdrucken und - falls ich mich entschließe, diesen weg weiter mit ihm zu gehen - zum termin beim adhs-facharzt mitnehmen.

ich danke allen für ihre ausdauer, meine situation bis hierhin zu ende gelesen zu haben!

liebe grüße

S.


Mehr lesen

12. Mai 2010 um 10:23

Beim Lesen...
... das ich nicht wirklich bis zum Schluss geschafft habe, weil Du extrem unübersichtlich und ohne wirkliche Absätze geschrieben hast, ist mir der Gedanke gekommen: Da schreibt jemand, der selber ADHS hat... Vom Hundertsten ins Tausendste, ohne Punkt und ohne Komma sozusagen...

Und wenn ihr schon gemeinsam zum Facharzt geht, dann ist ja schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung getan. Ansonsten würde ich an Deiner Stelle klare Grenzen ziehen. Seine Angelegenheiten sind SEINE Angelegenheiten, er braucht keine Mama, die ihm sagt, Du hast dann und dann einen Termin, musst dies und das tun... Er ist erwachsen und muss es selbst auf die Reihe kriegen. Wenn Du in Deinen Grenzen bleibst und nicht immer schaust, ob auch in seinem Leben alles richtig läuft, dann wirst Du merken, dass sich auch Dein eigener Stresspegel merklich reduzieren wird.

Hilfe anbieten - okay. Damit übertreiben und sich für alles verantwortlich fühlen und selber Stress verbreiten, wenn's nicht so läuft, wie man sich das vorstellt - absolut nicht okay und vor allem: ungesund!

LG

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12. Mai 2010 um 14:41
In Antwort auf tyche26

Beim Lesen...
... das ich nicht wirklich bis zum Schluss geschafft habe, weil Du extrem unübersichtlich und ohne wirkliche Absätze geschrieben hast, ist mir der Gedanke gekommen: Da schreibt jemand, der selber ADHS hat... Vom Hundertsten ins Tausendste, ohne Punkt und ohne Komma sozusagen...

Und wenn ihr schon gemeinsam zum Facharzt geht, dann ist ja schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung getan. Ansonsten würde ich an Deiner Stelle klare Grenzen ziehen. Seine Angelegenheiten sind SEINE Angelegenheiten, er braucht keine Mama, die ihm sagt, Du hast dann und dann einen Termin, musst dies und das tun... Er ist erwachsen und muss es selbst auf die Reihe kriegen. Wenn Du in Deinen Grenzen bleibst und nicht immer schaust, ob auch in seinem Leben alles richtig läuft, dann wirst Du merken, dass sich auch Dein eigener Stresspegel merklich reduzieren wird.

Hilfe anbieten - okay. Damit übertreiben und sich für alles verantwortlich fühlen und selber Stress verbreiten, wenn's nicht so läuft, wie man sich das vorstellt - absolut nicht okay und vor allem: ungesund!

LG

Unsinn!
Zugegeben, der Text ist recht lang, aber keineswegs unverständlich oder unübersichtlich.
Schade, dass heutzutage so viele Leute mit etwas längeren Texten überfordert sind.

Inhaltlich kann ich mich deiner Meinung nicht anschließen.

kleo71 vermittelt in dem Geschriebenen ein gutes Einfühlvermögen und meiner Meinung nach hört sich das nicht danach an, als würde sie auch Stress verbreiten. Welche Aussage(n) bewegen dich zu dieser Einschätzung?

Du schreibst: "Seine Angelegenheiten sind SEINE Angelegenheiten, er braucht keine Mama, die ihm sagt, Du hast dann und dann einen Termin, musst dies und das tun... Er ist erwachsen und muss es selbst auf die Reihe kriegen."

Das halte ich für unüberlegten Unsinn.
Der Mann hat offensichtlich große Probleme mit dem Alltag. Ich glaube kaum, dass es in dem Fall hilfreich ist, ihn damit alleine zu lassen.
Immer wieder muss man hier lesen, dass empfohlen wird, jemandem nicht zu helfen, nur weil er erwachsen ist. Ich finde das ziemlich bescheiden. Nur weil jemand erwachsen ist heißt das doch noch lange nicht, dass man automatisch mit allem wunderbar klar kommt!?!

Die besch...eidene Leistungsgesellschaft treibt uns viel zu oft dazu, kaltherzig zu sein, weil jeder immer perfekt funktionieren muss.


kleo71 rate ich eigentlich gar nichts. Ich glaube, sie schätzt die Situation ganz gut ein.
Eine Medikamentöse Behandlung kann wirklich viel bringen und das wird er wahrscheinlich selbst merken. Die Beziehung zu ihm kostet im Moment viel Kraft; der nicht repräsentative Durchschnitt der Leute hier im Forum hätte in einer solchen Situation wohl schon lange aufgegeben.

Letztendlich wird sich bald zeigen, wie sich die Sache entwickelt. Ich drück' dir die Daumen, dass alles gut klappt und ihr entspannt leben könnt.

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12. Mai 2010 um 21:48
In Antwort auf tyche26

Beim Lesen...
... das ich nicht wirklich bis zum Schluss geschafft habe, weil Du extrem unübersichtlich und ohne wirkliche Absätze geschrieben hast, ist mir der Gedanke gekommen: Da schreibt jemand, der selber ADHS hat... Vom Hundertsten ins Tausendste, ohne Punkt und ohne Komma sozusagen...

Und wenn ihr schon gemeinsam zum Facharzt geht, dann ist ja schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung getan. Ansonsten würde ich an Deiner Stelle klare Grenzen ziehen. Seine Angelegenheiten sind SEINE Angelegenheiten, er braucht keine Mama, die ihm sagt, Du hast dann und dann einen Termin, musst dies und das tun... Er ist erwachsen und muss es selbst auf die Reihe kriegen. Wenn Du in Deinen Grenzen bleibst und nicht immer schaust, ob auch in seinem Leben alles richtig läuft, dann wirst Du merken, dass sich auch Dein eigener Stresspegel merklich reduzieren wird.

Hilfe anbieten - okay. Damit übertreiben und sich für alles verantwortlich fühlen und selber Stress verbreiten, wenn's nicht so läuft, wie man sich das vorstellt - absolut nicht okay und vor allem: ungesund!

LG

Hallo tyche,
erstmal danke für deine antwort. trotzdem denke ich, daß du ja schon - bevor du zu lesen begonnen hast - festgestellt hast, daß mein beitrag sehr lang und ausführlich ist. wenn dich ein dermaßen langer text überfordert, musst du ihn ja nicht lesen. mit deiner antwort kann ich deshalb kaum etwas anfangen, da ich sie eher für oberflächlich halte (noch dazu hast du ja zugegebenermaßen nicht mal den ganzen text zu ende gelesen). tatsächlich haben gerade adhs-betroffene oftmals probleme mit langen textpassagen und brauchen sehr viele absätze. also genau das, was du an meinem bericht bemängelst... wobei ich dir damit aber keineswegs zu nahe treten will... ist eben nur eine feststellung und eine antwort auf deinen beitrag.

LG S.

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12. Mai 2010 um 22:07
In Antwort auf spaxxx

Unsinn!
Zugegeben, der Text ist recht lang, aber keineswegs unverständlich oder unübersichtlich.
Schade, dass heutzutage so viele Leute mit etwas längeren Texten überfordert sind.

Inhaltlich kann ich mich deiner Meinung nicht anschließen.

kleo71 vermittelt in dem Geschriebenen ein gutes Einfühlvermögen und meiner Meinung nach hört sich das nicht danach an, als würde sie auch Stress verbreiten. Welche Aussage(n) bewegen dich zu dieser Einschätzung?

Du schreibst: "Seine Angelegenheiten sind SEINE Angelegenheiten, er braucht keine Mama, die ihm sagt, Du hast dann und dann einen Termin, musst dies und das tun... Er ist erwachsen und muss es selbst auf die Reihe kriegen."

Das halte ich für unüberlegten Unsinn.
Der Mann hat offensichtlich große Probleme mit dem Alltag. Ich glaube kaum, dass es in dem Fall hilfreich ist, ihn damit alleine zu lassen.
Immer wieder muss man hier lesen, dass empfohlen wird, jemandem nicht zu helfen, nur weil er erwachsen ist. Ich finde das ziemlich bescheiden. Nur weil jemand erwachsen ist heißt das doch noch lange nicht, dass man automatisch mit allem wunderbar klar kommt!?!

Die besch...eidene Leistungsgesellschaft treibt uns viel zu oft dazu, kaltherzig zu sein, weil jeder immer perfekt funktionieren muss.


kleo71 rate ich eigentlich gar nichts. Ich glaube, sie schätzt die Situation ganz gut ein.
Eine Medikamentöse Behandlung kann wirklich viel bringen und das wird er wahrscheinlich selbst merken. Die Beziehung zu ihm kostet im Moment viel Kraft; der nicht repräsentative Durchschnitt der Leute hier im Forum hätte in einer solchen Situation wohl schon lange aufgegeben.

Letztendlich wird sich bald zeigen, wie sich die Sache entwickelt. Ich drück' dir die Daumen, dass alles gut klappt und ihr entspannt leben könnt.

Hallo spexxx!
vielen dank für deine antwort, die mir wirklich weitergeholfen hat! dein beitrag hat mir gezeigt, daß du meinen bericht wirklich interessiert bis zum ende gelesen hast, und dich sowohl in meine, als auch in die position meines partners reinversetzen kannst. dementsprechend adäquat fiel auch deine antwort aus... deshalb nochmals ein dankeschön, daß du dir die zeit dafür genommen hast!

ich habe mir heute nochmal sehr viele gedanken um die beziehung gemacht. tatsächlich ist es ja so, daß ich sehr wohl eine "mutterrolle" für meinen partner übernommen habe. aber keineswegs deshalb, weil er zu faul oder zu bequem ist, seine dinge selbst in die hand zu nehmen, so wie es durchaus andere männer gerne machen. nein, er will es ja eigentlich unbedingt selber tun, nur schafft er es nicht, und das läßt ihn auch oft verzweifeln. adhs ist keine sache des willens, sondern des könnens. es ist eine krankheit, die unbehandelt zu großen problemen in vielen lebensbereichen des betroffenen (in unserem fall beziehung und job) führen kann.

zugegebenermaßen war ich gestern sehr down und wußte echt nicht mehr weiter. trotzdem habe ich meine liebe zu ihm und seine liebe zu mir nie in frage gestellt. ich denke, solange unsere gefühle füreinander bestehen, haben wir eine gute basis. und wie heißt es so schön: "... in guten wie in schlechten zeiten...". ok, jetzt sind halt mal weniger gute zeiten da, aber wir werden zusammenhalten und ab nächster woche (freitag) beginnen ja auch schon die untersuchungen und behandlungen.

bis dahin habe ich mit meinem partner vereinbart, daß wir uns nicht sehen werden, aber dennoch per sms und telefonaten in kontakt bleiben. so bleibt mir auch noch ein wenig zeit, mich selbst etwas zu erholen und wieder kraft und energie für die nächsten schritte zu tanken.

lieber spexxx, ich kenne dich nicht persönlich, aber du bist eine bereicherung für dieses forum. man würde sich in der heutigen zeit mehr menschen mit deinen qualitäten wünschen, also: bleib, wie du bist!

LG S.

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13. Mai 2010 um 0:43

Also erstmals....
...finde ich es äußerst bewundernswert, dass du dich trotz einiger Tiefschläge, immer wieder aufrappeln konntest...

Der Text war zwar wirklich lang, aber ich konnte mich ziemlich gut in deine Situation hinein versetzten...und muss sagen, dass du ein unglaubliches Durchhaltevermögen hast...

Abgesehen davon, dass ich nicht "erkannt" hätte, dass es sich hierbei um ADHS handelt, ich hätte wohlmöglich nicht die Geduld und auch nicht die Kraft, mich so dermaßen "aufzuopfern"

Da du es aber bereits so weit geschafft hast und dein Partner mittlerweile erkannt hat, dass er Hilfe braucht und diese auch in Anspruch nehmen will, wäre es äußerst Schade es jetzt zu beenden.....

Andererseits solltest du auch DEINE Bedürfnisse NICHT in den Schatten stellen...
Immerhin ist DEINE Gesundheit und DEIN Wohlbefinden vorrangig.

Vielleicht solltest du diesbezüglich auch mit deiner Psychaterin sprechen, wie sie die Lage einschätzt, und wie sehr sich das auf deine Gesundheit (ev. Rückfall) auswirken kann??!
Noch dazu kann sie dir aus Erfahrungswerten bessere Tips geben, wie du in gewissen Situationen mit ihm umgehen kannst/solltest?!

Ich weiß zwar, dass dein Sohn auch an ADHS leidet, aber ich nehme an, dass sich diese Krankheit bei jedem unterschiedlich bemerkbar macht bzw. ausgeprägt ist?!

Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute, weiterhin viel Kraft und Ausdauer, dass ihr auch die harmonischen Seiten des Leben in vollen Zügen auskosten könnt

In diesem Sinne
Lg
Ilia Diana


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28. Januar 2011 um 9:42
In Antwort auf kleo71

Hallo spexxx!
vielen dank für deine antwort, die mir wirklich weitergeholfen hat! dein beitrag hat mir gezeigt, daß du meinen bericht wirklich interessiert bis zum ende gelesen hast, und dich sowohl in meine, als auch in die position meines partners reinversetzen kannst. dementsprechend adäquat fiel auch deine antwort aus... deshalb nochmals ein dankeschön, daß du dir die zeit dafür genommen hast!

ich habe mir heute nochmal sehr viele gedanken um die beziehung gemacht. tatsächlich ist es ja so, daß ich sehr wohl eine "mutterrolle" für meinen partner übernommen habe. aber keineswegs deshalb, weil er zu faul oder zu bequem ist, seine dinge selbst in die hand zu nehmen, so wie es durchaus andere männer gerne machen. nein, er will es ja eigentlich unbedingt selber tun, nur schafft er es nicht, und das läßt ihn auch oft verzweifeln. adhs ist keine sache des willens, sondern des könnens. es ist eine krankheit, die unbehandelt zu großen problemen in vielen lebensbereichen des betroffenen (in unserem fall beziehung und job) führen kann.

zugegebenermaßen war ich gestern sehr down und wußte echt nicht mehr weiter. trotzdem habe ich meine liebe zu ihm und seine liebe zu mir nie in frage gestellt. ich denke, solange unsere gefühle füreinander bestehen, haben wir eine gute basis. und wie heißt es so schön: "... in guten wie in schlechten zeiten...". ok, jetzt sind halt mal weniger gute zeiten da, aber wir werden zusammenhalten und ab nächster woche (freitag) beginnen ja auch schon die untersuchungen und behandlungen.

bis dahin habe ich mit meinem partner vereinbart, daß wir uns nicht sehen werden, aber dennoch per sms und telefonaten in kontakt bleiben. so bleibt mir auch noch ein wenig zeit, mich selbst etwas zu erholen und wieder kraft und energie für die nächsten schritte zu tanken.

lieber spexxx, ich kenne dich nicht persönlich, aber du bist eine bereicherung für dieses forum. man würde sich in der heutigen zeit mehr menschen mit deinen qualitäten wünschen, also: bleib, wie du bist!

LG S.

Mal ganz ehrlich...
..nach dem ich es geschafft habe deinen ganzen Text zu lesen (uih war das anstrengend) und auch die Antworten dazu,musste ich mich erst einmal beruhigen.

Ich finde es ja wirklich bewundernswert das du weiterhin zu ihm stehst.Aber letztlich steht dir die Opferrolle die du dir selbst auferlegst nicht zu.

Ich weis das es anstrengend ist mit einem Partner mit ADHS zusammen zu leben.Aber wenn man sich dazu entschlossen hat dann sollte man gemeinsam schauen wie man es hinbekommt aber man darf keines falls immer betonen was man selbst doch alles tut und der andere ist so böse.

Das was du für deinen Partner tust das machst du freiwillig.Er ist dir dafür ja auch dankbar wie ich heraus lese.Aber erwarte von ihm nicht das er dies 24 Stunden am Tag zeigen muss.

Ich habe ebenfalls ADHS,meine Kinder (mehr wie 3) ebenfalls.Und ich lebe seit 1 Jahr in einer neuen Partnerschaft.
Für meinen Partner ist es extrem schwer mit mehreren diagnostizierten ADHSlern unter einem Dach zu leben.

Aber es funktioniert.Er ist mein Trainer,wir sind beide angeleitet durch meinen Psycologen.Würde er mich so behandeln wie du deinen Partner,ich würde mich sofort trennen.

Ich brauche niemanden der mich erzieht und mir meine Dinge aus der Hand nimmt und mir damit zeigt...du taugst nichts ich mach das für dich...

Er erzähle ihm was ich ändern möchte an mir und wie ich mir das in etwa vorstelle,dann setzen wir uns gemeinsam hin und überlegen wie das in den Alltag umsetzbar ist.

Wir vermeiden alles was kränken könnte wie Aussagen wie..

-du musst noch
- denk dran
- du sollst

ect.

Meine Termine mache ich selbst und sage ihm die Daten.
Er erinnert mich dann eher beiläufig daran. bspw.

- achso,wenn du am XXX um XXX uhr den Termin hast wie machen wir das dann mit den Kids (so oder so ähnlich)

Dann fällt mir ein,ups da war doch noch was.

oder er ruft an....kannst du mal in deinen Kalender schauen ob für den und den Tag etwas anliegt da würde ich gern einen Termin machen.
Beim schauen in dieser Woche fallen mir dann oft meine Termine auf.

Du hast eine Situation beschrieben als ihr warten musstet und er so angespannt und unruhig wurde.
Hättest du so mit mir gesprochen (atme 5 mal ruhig ein und aus blablabla) ich wäre ausgeflippt.
Mein Partner lenkt mich ab,erzählt mir etwas was spannend ist um mir den Stress der Situation zu nehmen.

Wenn ich mir deinen Text so durchlese fällt mir auf das ihr beide in eurer Partnerschaft nicht den gleichen Stellenwert habt.

In einer Partnerschaft ist es wichtig sich auf gleicher Ebene gegenüber zu stehen.Doch du hast dich über ihn gestellt und das funktioniert auf dauer nicht.

Ich denke das eure Beziehung auf jeden Fall eine riesen Chance verdient aber daran müsst ihr beide arbeiten und zwar unter psychologischer Anleitung.

Da du selbst ein psychisches Problem hast solltest du auf keinen Fall die Rolle des Trainers übernehmen.Und wenn dann nur in dem Rahmen den ihr in gemeinsamen Therapiestunden mit dem Psychologen zusammen ausarbeitet.

Ich wünsche euch beiden von Herzen viel Glück und vor allem Kraft.

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23. Juni 2012 um 17:50

Und jetzt?
Hallo S.

zuerst mal ein dickes Lob für deinen Mut, deine schmerhaften Erfahrungen hier niederzuschreiben.

Mein Sohn (10) hat auch ADHS und ich vermute auch ADHS bei meinem Mann, dem Vater meines Sohnes bzw. mittlerweile auch bei mir.

Viele der Verhaltensweisen deines Freundes erkenne ich bei meinem Mann.

Unsere Beziehungen (Mutter-Kind und Frau-Mann, bzw. Vater-Sohn) sind sehr schwierig und ich überlege im Moment ernsthaft, ob ich mich definitiv von meinem Mann trennen soll, weil ich seine Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche, seine verachtende und respektlose Art, mich in solchen Momenten zu behandeln, nicht mehr ertragen kann.

Ich würde gerne wissen, ob du noch mit deinem Freund zusammen bist, ob er sich seit deinem letzten Posting habe behandeln lassen, insbesondere ob er MPH nimmt und ob es und in welchem Ausmaß wirkt.

Mein Mann erkennt nicht ein Mal die ADHS Diagnose unseres Sohnes und flippt jedes Mal aus, wenn ich das Wort ADHS in den Mund nehme.Dementsprechend schwierig und bisher erfolglos sind meine Versuche, ihn zu einer fachärztlichen oder psychologischen Untersuchung zu bewegen.Er betrachtet keineswegs sein eigenes Verhalten als "krankhaft" und aufgrund meiner Depressionen und Klinikaufenthalten (Psychiatrie, Psychosomatik) bin ich die "Kranke", die ihn und unser Kind "krank einrede".

Da eine Freundin mir vor Kurzem gesagt hat, ADHS sei bei ihrer Nichte (eine "Messie") bei einem Psychologen in unserer Nähe diagnostiziert worden (mein Psychiater kann das leider nicht), möchte ich meinen Mann dazu bewegen, sich von ihm untersuchen zu lassen.Aber wie?

LGZutin

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7. September 2013 um 16:29

Dito...
Hallo kleo

Ich habe genau dasselbe Problem wie du, nur dass ICH in diesem Fall der ADHS-Partner bin....und ich merke eben auch dass es anstatt besser immer schwerer wird. Außerdem ist mein Freund ein Mensch der extrem auf Kleinigkeiten achtet, was ich eben so garnicht mache. Er hat vieles in seinem Leben erreicht und ich blicke zu Ihm auf. Aber er hat auch deswegen so viel erreicht weil er diszipliniert und streng mit sich ist, was ich leider nicht bin. Und das bereitet ihm Kopfzerbrechen, mir dabei zuzusehen wie ich mich selbst nicht ernstnehme und einfach alles so locker nehme wie es kommt. Wenn ich bei einer Verspätung :"nicht so wild" sage, dann ist dieses Thema für ihn schon ein Grund, mir tiefe Enttäuschung zu demonstrieren. Das größte Problem an der Sache ist, ich habe in meiner Kindheit Concerta (Medikament gegen ADHS) bekommen und seit zwei Monaten nehme ich Medikinet. Ich habe mir wirklich eingebildet dass dann alles perfekt wird, weil wir uns ja wirklich sehr lieben und brauchen. Aber ich befürchte dass diese Charakterzüge-geprägt durch die Krankheit- auch bei einer Medikation nie vollständig verschwinden werden. Und ich kann mir mein Leben auch nicht mehr ohne Ihn vorstellen :'( ich bin genauso nervlich am Ende wie Ihr zwei und mein Freund macht sich selbst auch kaputt weil er mich nicht versteht und umgekehrt. Ich weis nicht ob es vielleicht auch nur noch daran liegt dass ich noch nicht die korrekte Dosis nehme aber es hilft wirklich kaum! und ein Unterschied ist selten bemerkbar...von seiner Sicht aus zumindest. Ich weis nicht was ich dir sagen soll und ich hoffe selbst aus tiefstem Herzen dass irgendjemand da draußen uns helfen kann bevor die Beziehung zum Scheitern verurteilt ist, denn ich habe nie so viel für einen menschen geopfert um mit ihm zu harmonisieren und ich würde niemals damit klarkommen dass ich mich wegen einer sch*** krankheit von dem Menschen verabschieden muss den ich am meisten Liebe...Ich kämpfe seit einem halben jahr jeden Tag mit mir selbst, es ist reine Zerstörung die da in mir stattfindet. Auch Selbsthass weil ich weis dass es eigentlich so einfach sein könnte. Ich liege fast schon täglich jeden Abend weinend im Bett weil wir so oft streiten und es macht mich einfach nur kaputt. Man kann es nicht einmal streiten nennen, er braucht mir nur sagen dass er schonwieder enttäuscht von mir ist und mir kommen die Tränen, weil es eigentlich mein tiefster Wunsch ist, ihn glücklich zu machen ich bin mir sicher mein Text weist ein tolles ADHS- schema auf aber ich musste das jetzt auch mal loswerden. ich hoffe wirklich dass für uns beide ein Happy End geschrieben steht sonst weis ich nicht wie es weitergehen soll. Wir haben beide schon so viel Energie und Kraft und Nerven, und was weis ich in diese Beziehung gesteckt, dass es wirklich Verschwendung wäre alles aufzugeben. Ich weis nicht ob ich mich jemals wieder für einen Menschen so aufopfern könnte.

Liebe Grüße

Von Line

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7. September 2013 um 16:33

Hab was vergessen zu erwähnen:
Ich habe zwischen meinem 18. Lebensjahr und bis vor zwei monaten keine Medikamente dagegen genommen weil ich vielen geglaubt habe die behauptet haben es wäre kopfsache und placebo-effekt und reine willenssache :/

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20. Oktober 2017 um 14:21

Hallo Ihr Lieben

Schade, dass wir nicht mehr erfahren, wie es bei kleo71  "ausgegangen" ist.

Das würde mich wirklich sehr interessieren.  Ich habe eine ähnliche Story, nur haben meine Kinder kein ADHS, ich auch nicht, aber ich arbeite viel mit Menschen.

Vor 5 Jahren habe ich mich in einen Kollegen verliebt, und vor 3 Jahren kamen wir zusammen. Jeder hat aber seine eigene Wohnung, und so merkte ich nicht gleich, was los ist bzw. weiß man ja, dass jeder mal "neben sich" ist.

So im Laufe der Zeit waren mir das zu viele Charakterzüge, die an seinen Sohn (auch ADHS) erinnerten. Ich habe mich dann sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt, ihm meinen Verdacht erzählt. Und dann ist er zu einigen Tests und die Diagnose wurde bestätigt.

Da ich gewillt war, die Beziehung trotzdem aufrecht zu erhalten, habe ich mich extrem und intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.

Dazu muss ich aber sagen: ich bin genau das Gegenteil. Struktiriert, ehrgeizig, erfolgreich, absolut zuverlässig (also fast spießig), und auch meine Kinder wurden so erzogen.

Nun lebe ich seit fast einem Jahr bei ihm und merke, dass ich dafür (bin gerade 50 geworden und freute mich auf nun langsam "ruhigere Jahre" keine Nerven mehr habe.
ich habe genug Stress und Menschen eh auf Arbeit, mein Sohn (im gleichen Alter seines Sohnes) ist logischerweise das ganz Gegenteil (Gymnasium, 1er Durchschnitt, ordentlich).
Nicht, dass ich uns hervorheben will.

Um Himmels Willen:
Worum es mir geht. Ich habe mein Leben organisiert, die Kinder selbständig erzogen. Damit bin ich nun "fast durch". Und jetzt habe ich mich auf Zeit für mich, für meine Hobbys, mehr Ruhe gefreut. Das ist in dieser Familie aber nicht möglich. Es wohnen auch noch die Eltern im Haus. Und es ist immer Trubel.

Ich mag diesen Mann wirklich sehr, als Partner kan ich ihn nicht sehen.
Ich denke, es wäre für uns besser, als sehr gute Freunde auseinander zu gehen. Denn ich merke, dass ich so nicht alt werden möchte. Das ist mir zuviel "Energie".

Wer nun sagt; das hast du doch gewusst. Ja, wusste ich und hatte auch ziemlich Bedenken. Aber ich habe ihn versprochen, es zu versuchen. Und ich habe dafür tatsächlich alles aufgegeben. Meine Traumwohnung, meine Möbel.. 

Und mit 50 nochmal bei Null anfangen wird auch nicht lustig. Aber derzeit kann- und will- ich nicht mehr.

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