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Mein Pappa ist tot. Was hat der Tot eines Elternteils in euch bewirkt?

20. Mai 2014 um 15:19

Vor kurzem ist mein Vater verstorben.
Dieses Geschehen hat mein Leben sehr verändert.
Es ist markerschütternd. Ein Einschnitt in meinem Leben, dessen Form, Ausmaße ich mir nicht annähernd vorher hätte vorher vorstellen können.
Und das obwohl unser Verhältnis alles andere als gut war.

Nie hätte ich gedacht, dass mich das so sehr belastet und so viel in meinem Leben bewegt.

Ich fühle mich meinem Vater jetzt nach seinem Tot sogar in gewisser Weise ungewöhnlich nah. So nah wie es zu Lebzeiten gar nicht möglich gewesen ist.

Es fühlt sich so an, als würde er mich überall hin begleiten. Ganz merkwürdig und schwer zu beschreiben.

Nach einer extremst depressiven Phase bin ich nun sehr aktiv, viel aktiver als sonst und habe Aktivitäten Raum gegeben, die schon lange brach lagen.

Plötzlich habe ich die Kraft das alles einfach zu leben und Dingen mutiger nachzugehen.

Das Herz ist gebrochen, aber die Dankbarkeit bleibt, dass er nicht leiden musste.

Ihn auf seinem Totenbett nochmal berühren zu können war für mich ein sehr einschneidendes Erlebnis, das mich in meiner innersten Faser für immer begleiten wird.

Das Gefühl ihn berührt zu haben. Mensch hätten wir uns doch im richtigen Leben mal berühren können. Nicht physisch, aber emotional. Eigentlich hat er sich nie wirklich gekümmert, konnte er sich nicht kümmern, weil er damals durch den Krieg in eine eigene Welt flüchtete, in der Emotionen keine Rolle mehr spielen durften.

Aber dass ich trotz dieser immerwährenden Distanz meinen Vater über alles liebe, das ist durch den Tot nun so gegenwärtig wie noch nie zuvor!

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20. Mai 2014 um 23:32

Es
hatte eine sehr gute Wirkung diesen Thread hier zu eröffnen. Beim Schreiben hatte ich das Gefühl meinen Schmerz offenkundig machen zu können und das tat gut!

Vielen lieben Dank für die tröstenden und hilfreichen Worte und die interessanten Ansichten.

Ja, mit den Eltern bleiben wir wohl für immer verbunden und der/die Zurückgebliebene sollte wohl versuchen positive Seiten an all dem Geschehenden zu entdecken. Dass es kein langer Krankenweg war, dass man doch noch einiges erleben durfte, dass man zu Lebzeiten versucht hat alles anzusprechen, was wichtig war. Das habe ich auch.

Es ist auch schön zu wissen, dass man dem eigenen Kind mehr mitgeben kann.

Ich glaube nach dem Sterbefall der Eltern bleibt uns die Wahl zwischen Resignation und Leben. Leben in einer ganz neuen Art und Weise.

Danke nochmal Allen!

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