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Mein Mann zieht alles in die Länge

12. Mai 2016 um 9:12

Hallo,

das ist mein erstes Mal hier in dem Forum und ich hoffe, dass ich etwas Hilfe/Rat bekomme.

Es geht um meinen Verlobten: Wir sind jetzt seit 4 Jahren zusammen und wollen in einem Monat heiraten. Wir haben uns vor 4 Jahren auf der Arbeit in einer Werbeagentur kennengelernt, dort habe ich ihn als sehr aktiven, überaus kreativen und hochbegabten Designer kennengelernt. Als ich dann die Firma gewechselt habe, wurde er leider gegangen (da die Firma leider der letzte Saftladen war) und daraufhin hat er ein Jahr wieder in seinem alten Ausbildungsberuf gearbeitet. Diese Firma ist leider auch insolvent gegangen und seitdem ist er seit einem Jahr arbeitslos. Diese Zeit war anfangs sehr verworren, da wir eigentlich zusammen die ganze Zeit schon ein Nebengewerbe hatten und er meinte, dass er nun die Zeit nutzt sich wirklich selbstständig zu machen. Ich habe das befürwortet und habe ihn auch dabei unterstützt, nur nach langem Hin und Her nachdem dann seinerseits doch nichts konkretes darauf wurde, meinte er er möchte lieber noch mal 1-2 Jahre arbeiten und Kapital anhäufen, damit wir da besser abgesichert sind. Das habe ich auch erst mal als gute Entscheidung empfunden.

Dann ist er 3-4 Monate in ein Loch gefallen und hat irgendwie kaum was gemacht, oder ich habe nicht mitbekommen, dass er was gemacht hat, da ich ja den ganzen Tag arbeiten war. Jedenfalls meinte ich, dass er doch bitte, jetzt wo er ja Zeit hat (!), seinen Führerschein nachholen möge. Den hat er nämlich vor paar Jahren verloren. Ja macht er. Bis er damit angefangen hat, hat das auch bis Februar gedauert. Jedenfalls streiten wir sehr oft darüber, dass ich halt in der Mittagspause anrufe und frage, ob das gemacht ist, ob jenes erledigt ist, und er ist mittlerweile schon so sauer über diese "Kontrollanrufe". Er würde sich ja um alles kümmern. Das Problem ist, dass das leider eine Charaktereigenschaft von ihm ist, dass er so ein langsames Zeitmanagement hat, dass ich damit als Macher nicht klarkomme. Im Endeffekt klappen die Sachen auch meistens, aber immer erst 5 vor 12. Das stresst mich dann auch immer unheimlich, weil ich weiß, dass die Zeit rennt und er es sich einfach nicht erlauben kann, alles schleifen zu lassen. Man muss dazu auch sagen, dass uns ein Altersunterschied von 12 Jahren trennt.

Um zum Führerschein zurück zu kommen: Ich habe ihm gesagt, dass ich dazu nichts mehr sagen werde und ich einfach nur von ihm verlange, dass er für die Flitterwochen auf jeden Falle einen Führerschein hat, da wir einen Roadtrip durch Florida machen und ich eigentlich keine Lust dazu habe, die ganze Zeit selber zu fahren. Ich will mich in meinem Urlaub ja auch mal entspannen.
Jedenfalls, oh Wunder, kriegt er keinen Prüfungstermin vor den Flitterwochen, obwohl er jetzt 1 Jahr Zeit hatte, sich darum zu kümmern.

Ich weiß jetzt nicht, ob ich einfach nur übertreibe oder ob ich selber als schlimmer empfinde als es eigentlich ist, da ich manchmal schon ein Hektiker bin, aber wenn von der einen Seite immer nur "Ja, ja mache ich" kommt und nach 2-3 Wochen immer noch nix passiert ist, dann ist meine Geduld auch langsam am Ende.

Wir lieben uns wirklich und sind auch glücklich miteinander, aber dass er im beruflichen Bereich immer alles hinauszögert und nicht zu Potte kommt, das regt mich mittlerweile sehr auf. Ich vergleiche ihn leider auch manchmal mit meinem Vater (also unbewusst ins Gesicht sagen tu ich ihm das nicht), weil der auch ein Macher ist und ich diese Art und Weise von meiner Familie auch gewohnt bin. Meine Schwiegermutter meint auch, dass sie lange auf ihn eingeredet hat und er mal zu Potte kommen soll, aber er lässt sich davon nicht beirren. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich ihn mit meinen Mitte 20 wie eine Mutti behandel.

Da wir eine Familie gründen wollen und wir natürlich auch mal ein Haus etc. haben wollen (was ja ein natürlicher Wunsch ist), habe ich die Befürchtung, dass ich bei ihm keine Sicherheit haben kann.

Sorry für den langen Text. Habt ihr eine Rat für mich?

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12. Mai 2016 um 9:33

Was ja?

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12. Mai 2016 um 10:39

Er ist also
Mitte/Ende 30 und mehr der phlegmatische Typ. Du dagegen bist die "Macherin" und willst ihn antreiben. Ihr seid in dieser Hinsicht also grundverschieden. Meinst du tatsächlich, dass ihr damit die nächsten 30-40 Jahre klarkommt? Du bist jetzt nach 4 Jahren schon gestresst Er wird sich in diesem Punkt nicht mehr ändern. Überlege dir das noch einmal. Da reicht Liebe eben einfach nicht aus, um ein gemeinsames Leben zu führen...

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12. Mai 2016 um 13:56

Ich weiß
nicht Recht, wie man da eine brauchbare Lösung finden soll. Ihr seid in diesem Punkt vollkommen unterschiedlich und ich gehe stark davon aus, dass sich keiner von euch nennenswert ändern wird. Insofern bleibt nur die Frage, ob ihr mit dem Wesen des jeweils anderen Leben könnt oder nicht.

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13. Mai 2016 um 1:47

Naja,
"dass ich halt in der Mittagspause anrufe und frage, ob das gemacht ist, ob jenes erledigt ist, und er ist mittlerweile schon so sauer über diese "Kontrollanrufe"
>>>Das wäre ich auch, glaub mir!

Ich sehe bei Dir ein grundlegendes Problem: Du vertraust ihm nicht und akzeptierst nicht seine "auf den letzten Drücker-Art. Wieso nicht?

Wieso muss er SEINEN Führerschein dann machen, wenn Du es willst?
Wieso muss es ein Roadtrip sein, wenn Du nicht als Einzige fahren willst? Für einen Fahranfänger wäre das eh zuviel.

"Da wir eine Familie gründen wollen und wir natürlich auch mal ein Haus etc. haben wollen"
>>>Wer will das? Wohl eher Du.
Und wieso solltest Du dann keine Sicherheit haben? Was ändert sich dadurch?

Mein Ehemann ist übrigens auch so jemand, der Vieles auf die lange Bank schiebt.
Aber bisher hat er immer alles hervorragend hinbekommen. Oftmals besser als ich, wenn ich Wochen vorher mit der Vorbereitung hinbekommen habe! Z.B. beim Koffer- oder Umzugskisten packen. Er vergisst nichts und ist perfekt organisiert.

Kann es sein, dass Dein Freund das auch alles prima hinbekommen würde, wenn Du ihm sein Tempo lassen würdest?

Mein Vater ist übrigens auch von der schnelleren Sorte und "Packen wirs an."

Mein Rat an Dich?
Akzeptier ihn so, wie er ist, oder trenn Dich.
Aber an ihm herummäkeln, ihn antreiben, kritisieren etc. bringt nichts. Lass ihn einfach machen und wenn Du damit absolut nicht umgehen kannst, wie er die Dinge anpackt, dann lass ihn los.
Du brauchst nicht "Mutti zu spielen" oder die ewig keifende "Alte" sein.
Entspann Dich, mach Dir keine Sorgen mehr, kümmer Dich nur noch um Deine Angelegenheiten, stress ihn nicht wegen dem Führerschein und sieh, was passiert.

So wie Du Dein eigenes Verhalten beschreibst, würde ich auch total bockig reagieren und erst recht nichts mehr machen.
Allein das mit dem Führerschein, boah ey!

Zudem ist niemand perfekt, Du sicher auch nicht. Mach Dir das bewusst.

Ich finde es traurig, wenn Beziehungsprobleme dermaßen hausgemacht sind.

Heart

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13. Mai 2016 um 23:17

Die TE
ist nicht für seine Erziehung zuständig!

Deswegen braucht sie ihn auch nicht zu bemuttern/bevormunden.

Es muss nichts schief gehen, wenn jemand alles immer erst auf den letzten Drücker angeht.

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15. Mai 2016 um 2:00

Ein
Altersunterschied muss nicht zwingend immer ein Problem sein und es muss nicht unbedingt daran liegen.
Du schreibst, dass du Mitte 20 bist und euch ein Altersunterschied von 12 Jahren trennt. Ist er älter oder jünger?
Wenn er jünger ist, wäre er ja noch sehr jung und quasi gerade so erwachsen und da hat man alles noch nicht so drauf.
Sollte er aber schon so Ende 30 sein (was mir jetzt gerade beim schreiben doch logischer vor kommt) wird es wohl nicht am Altersunterschied liegen. Dann ist er einfach so. Ob er er von zu Hause nicht anders kennt oder einfach so ist.
Manchmal muss man Männer einfach machen lassen. Mein Mann ist auch von der Sorte Aufgaben einfach irgendwann zu erledigen. Eine zeitlang habe ich mich wirklich sehr darüber aufgeregt. Dann bin ich dazu übergegangen ihn einfach mal machen zu lassen.
Ein kleines, wenn auch ekliges Beispiel: Er ist dafür zuständig den Müll raus zu bringen. Früher habe ich ihn ständig gebeten dies zu tun, er sagte immer mache ich gleich. Ist er nicht in den nächsten 10 Minuten aufgesprungen habe ich wieder und wieder und wieder gefragt. Häufig hatten wir deswegen Streit weil ich nicht verstehen konnte warum er das nicht gerade machen kann und habe dann wutentbrannt den Müll genommen und selber raus gebracht. Er hat nicht verstanden warum ich wütend war und kam immer mit dem Argument ich habe doch gesagt ich mache es. Ja und irgendwann war es mir zu doof dieser ständige Streit um so eine Kleinigkeit. Ich dachte mir, ok, jetzt will ich es wissen wann für ihn das "gleich" ist und habe den Müll stehen lassen (denn ehrlich gesagt war es für ihn ja auch ganz praktisch, einfach abwarten und der Müll war wie von Geisterhand verschwunden). Und so habe ich, auch wenn ich fast durchgedreht bin, den Müll stehen lassen und nicht mehr erwähnt, dass er ihn runter bringen soll. Ganze (2!!!) Wochen hat es gedauert (bis dahin hat der eine Müllbeutel natürlich nachwuchs bekommen) und er ist über die Müllbeutel gefallen. Hat sehr laut geflucht und sich über sich selber aufgeregt und den Müll runter gebracht. Von diesem Tag an, habe ich nie wieder eine volle Mülltonne bei uns in der Küche stehen gehabt. Ok, ich dachte ich breche in die Küche in den 2 Wochen, aber ich wollte es wirklich ausreizen.
Was ich damit sagen will? Manchmal muss man Männer einfach mal machen lassen und ihnen die Konsequenzen vor die Augen führen ohne dass man als Meckertante da steht.
Ich verstehe dass es dich nervt, aber ehrlich gesagt ich hätte so einen Urlaub gar nicht gebucht, wenn nur ich fahren könnte. Aber sei es drum.
Dann fahrt ihr da hin und es gibt nicht den geplanten road trip sondern einen abgespeckten und wenn er irgendwo hin will wo du aber nicht so weit fahren möchte, dann hat er halt Pech gehabt.

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