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Mein Mann lügt

13. März 2012 um 17:53

Hallo, ich muss nun mal hier mein Herz ausschütten: Ich kenne meinen Mann fast sieben Jahre, vier davon sind wir verheiratet. Ich habe zwei Kinder aus erster Beziehung mitgebracht. Ich war absolut verliebt in ihn und vertraute ihm.
Ich hatte eine Eigentumswohnung, die ich verkaufte und den Erlös steckten wir in unser neugebautes Wunschhaus, alles war gut. Kleiner Wermutstropfen: Im März 2011 wurde er arbeitslos, aber da er ein helles Köpfchen ist und sich in der IT-Branche gut auskennt, wusste ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir auch diese Krise meistern würden.
Im August 2011 stellte ich durch einen Zufall fest, dass er massiv lügt. Er hatte massenweise Rechnungen unterschlagen (ich habe sie in seinem Arbeitszimmer gefunden). Außerdem: Da wir unsere Außenanlagen noch nicht ganz fertig hatten, nahmen wir einen kleinen Zusatzkredit auf und gaben einer Firma den Auftrag. Nachdem die fleißigen Handwerker fertig waren, sahen sie keinen Pfennig. - Wir hatten gar keinen Kredit aufgenommen! Ich habe das leider alles zu spät erkannt und mich auch nie darum gekümmert, da mein Mann diese Sachen in der Hand hatte. Später kam mehr: das Geld der gemeinsamen Steuererklärung kam nie an, meinem Sohn wurde das Jugendweihegeld gestohlen, die Sparbüchse meiner Tochter wurde aufgebrochen und das Geld war futsch. Alles war mein Mann, der, nachdem ich ihn zur Rede stellte, heulte wie ein Hund und Besserung gelobte.
Da er ja einige Monate arbeitslos war, konnte er in Ruhe die Rechnungen an mir vorbeischleusen. Durch ihn habe ich sogar einen Schufa-Eintrag... nicht bezahlte Rechnung, dann Mahnung, Inkassodienst usw. Ich bekam es leider nicht mit - erst als ich meinen Schufaeintrag hatte, wurde ich hellhörig.
Das Schlimme ist, dass er lügt, lügt, lügt. Nie ist er daran Schuld und er hat mich immer hingehalten. Er hatte sich z.B. von seinem Vater Geld geborgt, um die Handwerker zu bezahlen und seinem Vater gesagt, dass er eine Geldanlage hat. Wir haben es überprüft, die Geldanlage war wirklich da. Aber zur Auszahlung kam es nicht, weil das Geld sofort gepfändet wurde...
Er spielt einfach nicht mit offenen Karten und hat schon zig mal versprochen, nie wieder zu lügen. Und schwups, da ist plötzlich wieder ein Teil seines Gehaltes verschwunden. Ich muss dazu sagen, dass ihn mit kleineren Schulden kennenlernte und ihm auch öfter mal aus der Patsche half. Aber ich dachte, das Kapitel wäre vorbei, ein Überbleibsel aus der ersten Ehe... Und es ging ja auch einige Jahre gut. Dachte ich.
Nun glaube ich gar nichts mehr und bin sehr verzweifelt. Zumal er keine Reue zeigt, im Gegenteil. Obwohl er meine Kinder bestohlen hat, schnauzt er sie nur voll. Ein Vorteil ist, dass er Arbeit weit weg gefunden hat und nur am WE nach Hause kommt.
Ich möchte ihn am Liebsten gar nicht mehr sehen. Ich weiß aber nicht, wie ich mich verhalten soll. Wir wohnen gerade zwei Jahre in unserem Haus. Soll ich alles verkaufen und neu anfangen? Ich bin im Augenblick wie gelähmt, ein seltsamer Zustand. Aber ich muss etwas ändern, dass kann nicht mein Leben sein!
Mein Vorteil ist, dass ich alleine im Grundbuch stehe, das wollte ich so, weil es auch mein Geld war, welches in das Haus geflossen ist. Aber der Kredit ist unserer...
Vielleicht kann mir ja jemand einen Rat geben?
Danke!

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15. März 2012 um 10:55

Ich sehe es auch so
Das Problem im Moment ist, dass ich mich wie gelähmt fühle. Ich überlege den ganzen Tag hin und her, wie es weitergehen soll/kann. Ob ich ihm verzeihen kann. Aber eine Stimme in mir sagt, dass es eigentlich gar nicht mehr geht. Das Vertrauen ist doch futsch! Beim ersten Lügen habe ich ihm schon verziehen, als er heulend vor mir stand und geschworen hat, dass weiter keine Dinge vorliegen. Aber so geht das seit Monaten und es kommen immer wieder Lügen ans Tageslicht. Manchmal lügt er auch einfach ohne Sinn. Zumindest ich kann keinen sehen. Beispiel: unsere Firma, die unser Haus gebaut hat, sollte im letzten Sommer unseren Carport bauen. Es ging einige Monate hin und her - es gab Diskrepanzen wg. des Preises usw. Endlich wurde ein Termin genannt - ein Tag vor unserem Urlaub. Ich war wütend, weil ich die Bauarbeiten ja auch im Blick haben wollte und verlangte von meinem Mann die Telefonnummer dieser Firma. Er gab sie mir auch ohne zu zögern und ich rief dort an. Blankes Entsetzen: am Telefon war niemand anderes als mein eigener Mann mit verstellter Stimme... Ich spielte das Spiel mit, da ich nicht alleine im Büro war und stellte ihn später zur Rede.
Das war die Geschichte, mit der alles anfing: Er heulte, gelobte Besserung usw. Dabei hätte er doch bei dieser Geschichte von Anfang an gar nicht lügen müssen?
Ach ja, warum er mir ohne zu zögern eine Telefonnummer gegeben hat: Ich habe herausgefunden, dass er mehrere hat, die ich nicht kenne.
Ich weiß nicht, ob das jemand verstehen kann, aber ich bin so enttäuscht!!! Langsam wird mir bewusst, dass es diesen Mann, in den ich mich verliebt habe, niemals gegeben hat.
Mit seiner Mutter hatte er im Übrigen schon vor Jahren gebrochen. Sie erzählte mir mal, dass er sehr große Schulden bei ihr hat. Er dementierte dies und ich glaubte ihm leider. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass sie Recht hat.
Da ist noch eine Angst: Es meinem Umfeld zu erzählen. Meinen Eltern, meinen Freunden. Denn gerade in unserem Bekanntenkreis gilt er als absolut nett und freundlich. Klar,er lacht ja auch immerzu. Eigentlich geht das ja gar nicht, dachte ich letztens. Ein Mensch kann doch nicht immer nur lachen, oder? Es ist wie eine Maske...

Wenn ich mir meine Zeilen so durchlese, kann es tatsächlich nur den einen Weg geben. Ich muss nur den Anfang machen...

Ach ja, Danke fürs Zu"hören".

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15. März 2012 um 15:29

Gedankengänge
Ich habe auch schon flüchtig darüber nachgedacht, zu einem RA zu gehen. Aber dann habe ich es wieder verworfen, weil mein Mann mal wieder eine liebe Phase hatte zumindest zu mir. Wie schon geschrieben, mit den Kindern (vor allem ist mein 15jähriger Sohn betroffen) gibt es in den letzten Monaten nur Stress. Ich habe mal beobachtet, wenn mein Mann an einem WE nah Hause kommt er hat nicht ein einziges gutes Wort für ihn übrig. Ständig meckert er ihn voll. Dabei ist mein pubertierender Sohn sehr loyal, geht immer wieder auf ihn zu. Ich in seinem Alter wäre sehr viel mehr "aufständig gewesen...
Ich verstehe das ganze nicht, denn würde ich in seiner Haut stecken, hätte ich ein absolut schlechtes Gewissen meinem Stiefsohn gegenüber. Immerhin hat er ihm nicht wenig Geld entwendet

Dieser Schritt, alleine zu sein, ihn zu bitten, auszuziehen, wäre sicher für uns die beste Lösung. Dann würde auch ich wieder zur Ruhe kommen. Ich will ja nicht jammern, aber diese letzten 8 Monate haben mich tierisch mitgenommen...
Ich muss nur mutig genug sein, diesen Schritt zu gehen. Denn, wie du schon bemerkt hast, irgendwie fühle ich mich wie eine Versagerin. Dabei sage ich mir immer wieder, dass ich Verantwortung habe für meine beiden Kinder. Ich muss es auch für sie tun, denn was haben sie davon, wenn sie eine Mutter haben, die vor die Hunde geht.Und im Moment fühle ich mich einfach todunglücklich.

Warum habe ICH bloß so ein schlechtes Gewissen??? Ich schäme mich einfach, mir meine beste Freundin zu schnappen und ihr zu erzählen, was ich für Probleme habe.
Ich grübel halt sehr viel und überlege, ob es nicht doch noch einen Weg zurück gibt. Ich hasse ihn nicht, aber ich weiß auch nicht, ob ich ihn noch liebe. Im Moment fällt es mir jedenfalls schwer, am WE, wenn er nach Hause kommt, neben ihm zu liegen oder eine Berührung von ihm zu ertragen und sei es nur ein flüchtiger Kuss...

Also gut, ich werde mich erst einmal umhören, wo es einen guten RA gibt. - Das wird alles ja noch ein paar Wochen dauern, Zeit, um z.B. mein Konto für ihn "dicht"zumachen. Immerhin hat er ja sein eigenes Konto.

Vielleicht sollte ich mir selber einen Termin setzen: Zum Beispiel bis Ostern habe ich einen RA-Termin... Das wäre der 1. Schritt...

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