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Mein Mann ignoriert mich in der Öffentlichkeit

18. Mai 2013 um 14:53 Letzte Antwort: 20. Mai 2013 um 17:10

Ich greife noch einmal die Frage auf, die Lillyflower schon vor Jahren gestellt hat - und auf die ich keine Antwort gefunden habe, die Sinn macht. Hier der Beitrag von Lillyflower:

"Hallo

ich melde mich mit einer Frage, die mich schon seit langem beschäftigt. Ich bin seit 10 Jahren verheiratet und Mutter dreier Kinder. Unsere Ehe würde ich als gelungen bezeichnen. Aber etwas verletzt mich immer wieder aufs Neue: Zu Hause bin ich eine vollwertige Partnerin meines Mannes, d.h. ich bekomme die Aufmerksamkeit, die ich brauche und bin ihm eine ebenbürtige Partnerin.Sobald wir aber das Haus verlassen und an die Öffentlichkeit treten, zu einer Party eingeladen sind oder auch bei seiner Familie weilen, höre ich für meinen Mann auf zu existieren. Weder sucht er den Blickkontakt mit mir geschweige dann ein Gespräch; es ist, als wären zwei Fremde zufällig am selben Ort.
Letztes Wochenende ist die Situation eskaliert, als er, an einem Fest eines Freundes, mich und die Kinder beim Essen an einem Tisch sitzengelassen hat (ohne uns zu sagen, er setzte sich anderswo hin) und zu einem alten Bekannten hingegangen ist, um an seinem Tisch zu essen. Das wäre mir vielleicht nicht dermassen sauer aufgestossen, wenn nicht ausnahmslos alle Paare beeinander gesessen hätten.Ich fühlte mich wie eine Frau kurz vor der Scheidung. Nicht, dass ich verlange, dass man ständig aneinanderklebt, aber ich hätte schon gerne, wenn er mir auch in der Öffentlichkeit das Gefühl gäbe, ich bin seine Frau.Vor allem in Situationen, in denen ich die Leute nicht kenne.
Es ist mittlerweile soweit, dass ich keine Lust mehr habe, überhaupt noch gemeinsam mit ihm irgendwo aufzutauchen, aber das kann es wohl auch nicht sein!?
Er selbst meint, es sei ihm gar nicht so bewusst, dass er so handle, er sei irgendwie auf einer Schiene, sehe alte Freunde oder wen auch immer und habe dann das Gefühl, es allen recht machen zu müssen.Und da sei ich halt die Erste, die man quasi vernachlässigen könne. Nun, aber auch wenn wir zusammen einkaufen oder mit den Kindern unterwegs sind, geht er meist 5-10 Meter vor mir. Also sticht dieses Argument wohl auch nicht.Sein ganzes Verhalten in dieser Sache vermittelt mir das Gefühl, nur als Heimchen geliebt zu werden, so eine Art Hafen, aber in der Öffentlichkeit wird Unabhängigkeit demonstriert.

Was denkt Ihr darüber

Lillyflower"


Auch mein Mann benimmt sich (seit über 10 Jahren, wir haben 2 Kinder), als sei ich gar nicht da, wenn wir mit anderen zusammen sind. Er schaut mich nicht einmal an!
Ich habe schon oft mit ihm darüber gesprochen, dass ich mich ignoriert fühle, aber erst gestern konnte ich so konkret sagen, dass er mich während eines stundenlangen Gespräches mit zwei Gästen nicht ein einziges Mal angeschaut hat.
Ich glaube ihm inzwischen, dass ihm das nicht bewusst ist, und er schadet sich letztlich damit ja auch selbst, weil es wohl kaum jemand toll findet, wenn ein Mann seine Ehefrau schlecht behandelt. Aber warum benimmt er sich so? Ist er als Kind früher auch so behandelt worden?
Er ist durchaus bereit, an sich zu arbeiten, aber wie ist das möglich (außer natürlich, bewusst daran zu denken, mich ab und zu anzuschauen)?

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder eine Idee zu diesem Thema?

Carlasue

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18. Mai 2013 um 15:50

Immer schon so
Ja, das war schon immer so. Ich dachte auch erst, er interessiere sich dann eben mehr für seine Freunde als für mich. Aber es ist mit meinen Freunden genauso, mit jedem, selbst wenn er ihn nicht so interessant findet.
Und er sieht mich nicht an, obwohl ich mich durchaus immer wieder am Gespräch beteilige! Er redet selbst gerne und viel, und unterbricht andere gerne, auch mich. Aber selbst wenn ich bei allen Gehör finde - er sieht mich nicht an bzw. nur ausnahmsweise.

Carlasue

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18. Mai 2013 um 15:54

Wie
sieht denn euer Alltag aus?
Hockt ihr viel zusammen? Arbeitet er oder arbeitest du?
Seht ihr euch vielleicht so viel, dass er in dieser Form ein wenig Abstand nimmt?

Ich habe solch ein Verhalten bei dem Bruder meiner Oma als Kind oft beobachtet. Der ging auch immer 5 Meter vor und sah sie selten an. Sind aber über 40 Jahre verheiratet.

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18. Mai 2013 um 15:57

Bleibt das für immer so?
Er arbeitet auswärts, ich arbeite daheim und kümmere mich um die Kinder. Wir sehen uns natürlich viel - aber das Problem war schon früher vorhanden, als wir noch in verschiedenen Städten gewohnt haben.

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18. Mai 2013 um 15:58

Wir treffen kaum noch freunde
Weil mich sein Verhalten so stört, treffe ich mich ungern zusammen mit ihm mit Freunden. Das ist natürlich schade - aber anders hätte ich die Ehe nicht so lange durchgehalten, glaube ich.

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18. Mai 2013 um 16:11

Ihn ebenfalls zu ignorieren, bringt nichts, denke ich
Er ignoriert mich, glaube ich inzwischen, nicht aus böser Absicht. Mir würde es enorm schwer fallen, mich so zu verhalten. Ich müsste dabei die ganze Zeit hasserfüllt bleiben. Wäre es wirklich hilfreich, es ihm mit gleicher Münze heimzuzahlen? Würde er es überhaupt merken? Falls ja, wäre er wahrscheinlich einfach beleidigt, aber nicht fähig, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, fürchte ich, weil sein Verhalten eben unbewusst ist.

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18. Mai 2013 um 16:38


Das kann ich dir leider nicht sagen. Beide sind ja im Rentenalter. Er scheint sie aber nicht zu dominieren oder sowas. Ich sehe kein Matchoverhalten oder der gleichen.

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18. Mai 2013 um 17:01

Ich warte nicht mehr auf seine Aufmerksamkeit, ...
... aber es tut natürlich doch jedes Mal weh, so behandelt zu werden. Ja, natürlich muss ich auch selbst auf mich achten bzw. darauf, selbst Spaß zu haben. Aber er ist doch im Prinzip änderungswillig - wie kann er das anstellen?

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18. Mai 2013 um 21:17

Wenn er...
... wahrnimmt, dass andere Personen da sind und in der Lage ist, sich mit diesen anderen Personen in angemessener Art und Weise zu unterhalten, dann sollte es ihm mit Dir ERST RECHT so gehen. Als Frau an seiner Seite solltest Du ihm wichtiger sein als ein Bekannter, den er auf der Straße sitzt. Das soll nicht heißen, dass er es anderen Personen gegenüber an Höflichkeit mangeln lassen soll, er sollte aber keinen Unterschied machen zwischen Dir und anderen Personen.

Dass er Dich links liegen lässt, verrät viel über den Stellenwert, den Du bei ihm hast. Er setzt seine Prioritäten Dir zum Nachteil. Und da würde ich mal weiterdenken. Wie behandelt er Dich zu Hause, begrüßt er Dich morgens liebevoll? Gibt es Umarmungen, Küsse einfach so? Sagt er nette Sachen, macht er Komplimente? Oder bringt er einfach so mal Blumen oder irgendeine andere Kleinigkeit mit, einfach so, weil DU es bist?

Ich würde mal schätzen nein - es würde mich wundern, wenn es so wäre. Aber GENAUSO gehört es sich in einer Beziehung - auch nach zehn Jahren noch.

Wenn er in der Öffentlichkeit wieder durch Dich hindurchschaut und Dich nicht (mehr) bemerkt, würde ich an Deiner Stelle zu drastischeren Mitteln greifen, ihm zumindest deutlich sagen, Hallooo, ich bin übrigens auch noch da! Wenn das nicht fruchtet, dann genauso durch ihn hindurchschauen - Sorry, hab Dich nicht gesehen! Das Wort immer nur an seinen Sitznachbarn richten, von ihm in dritter Person sprechen, als sei er nicht anwesend, ihn absolut nicht dabei anschauen, etc. Auch wenn behauptet wird, dass das nichts nützt - es WIRD ihm irgendwann auffallen. Und erst dann wird er bemerken, was er Dir die ganze Zeit angetan hat und evtl. in der Lage sein, seine Prioritäten zu überdenken.

LG

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19. Mai 2013 um 18:30

Leider nicht hilfreich
Sorry, aber die ganzen vermeintlich emanzipierten Ratschläge bringen mich nicht weiter. Ich bin alles andere als unterdrückt, habe ebenso promoviert wie mein Mann, und natürlich hat er viele Qualitäten, die mich trotz der genannten Probleme veranlasst haben, bei ihm zu bleiben und mit ihm zwei Kinder zu bekommen: Er ist intelligent, humorvoll, kümmert sich liebevoll um die Kinder. Er bringt mir auch ab und zu Blumen mit etc. Ich kann zwar den Gedankengang verstehen, von wegen, ich solle es ihm mit gleicher Münze heimzahlen, verspreche mir aber nicht davon. Und letztlich profitiere ich von dieser Beziehung mindestens so sehr wie er.

Carlasue

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19. Mai 2013 um 21:45
In Antwort auf gauri_12739724

Leider nicht hilfreich
Sorry, aber die ganzen vermeintlich emanzipierten Ratschläge bringen mich nicht weiter. Ich bin alles andere als unterdrückt, habe ebenso promoviert wie mein Mann, und natürlich hat er viele Qualitäten, die mich trotz der genannten Probleme veranlasst haben, bei ihm zu bleiben und mit ihm zwei Kinder zu bekommen: Er ist intelligent, humorvoll, kümmert sich liebevoll um die Kinder. Er bringt mir auch ab und zu Blumen mit etc. Ich kann zwar den Gedankengang verstehen, von wegen, ich solle es ihm mit gleicher Münze heimzahlen, verspreche mir aber nicht davon. Und letztlich profitiere ich von dieser Beziehung mindestens so sehr wie er.

Carlasue

Dir entgeht...
... da was.

Auf der einen Seite merkst Du, dass das Verhalten Deines Mannes Dir gegenüber unfair, respektlos und unangemessen ist. Auf der anderen Seite verteidigst Du ihn.

Die Verteidigung liegt im Clinch mit Deiner Wahrnehmung.

So wie es ist, liegt es im Clinch mit dem, wie es eigentlich sein sollte.

Dir wird hier ein Spiegel vorgehalten - und die Seite, die Deinen Mann verteidigt ("so schlimm isser ja gar nicht"), findet das empörend.

Natürlich empfindest Du dann alle Ratschläge als wenig hilfreich.

Lass einfach mal stehen, dass Dein Mann sich Dir gegenüber respektlos benimmt. Das ist nun mal Fakt.

Und dann frage Dich mal, warum Du ihn verteidigst, obwohl Du eigentlich ein besseres Verhalten verdient hättest.

Warum meinst Du, Du hättest es im Grunde nicht verdient?

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19. Mai 2013 um 22:12

Werde mal nachdenken
Wenn ich von der Beziehung nicht profitieren würde, würde ich wohl kaum nach Rat fragen, sondern mich einfach trennen.

Dennoch werde ich einmal darüber nachdenken, ob ich wirklich glaube, ich hätte es nicht verdient, besser behandelt zu werden. Spontan würde ich sagen: Nein! Trotzdem muss ich natürlich zugeben, dass ich es, wenn auch nicht klaglos, schon sehr lange mitgemacht habe.

Ich bin mir auch ganz sicher, dass sich jetzt etwas ändern wird, denn ich werde es mir nicht mehr gefallen lassen und kann auch genauer den Finger in die Wunde legen bzw. ihm sagen, was genau das Problem ist.

Es bleibt für mich trotzdem die Frage, warum mein Mann überhaupt dieses Verhalten an den Tag legt. Und ja, da würde mich die Psychologie interessieren! Sein Vater, bei dem er aufwuchs, ist selbst ein Narzisst. Und mein Mann sagt von sich, dass er narzisstische Tendenzen hat. Aber ist es narzisstisch, seine Partnerin nicht zu beachten? Falls ja, ist mir das zumindest neu.

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19. Mai 2013 um 23:04


Hallo carlasue,
ich kenne diese Problem, dass du beschrieben hast nur bestens aus meiner Kindheit. Mein Vater hat meine Mutter auch in der Öffentlichkeit ignoriert. Im Urlaub ist er auch ständig geflüchtet und hat sich lieber mit anderen Leuten beschäftigt, als mit uns . Meine Mutter hat da sehr drunter gelitten.

Inzwischen bin ich aber erwachsen geworden und kann sein Verhalten teilweise verstehen.

Wie verhältst du dich deinem Partner gegenüber? Bist du ein anstrengender Mensch? Vielleicht liegt da die Ursache.




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19. Mai 2013 um 23:59

Anstrengend?
Tja, da frage ich mich, was genau an deiner Mutter anstrengend war. Ich finde mich kein bisschen anstrengend, aber vielleicht würde mir eine genauere Definition helfen, das bei mir möglicherweise zu erkennen. Ich verhalte mich meinem Mann gegenüber einfach normal, würde ich sagen.

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20. Mai 2013 um 17:10

Vielen Dank!
Ja, JT! Dass er die eine Welt ausblenden muss, um in der anderen zu bestehen, könnte zumindest sein!

Ich werde es ihm gegenüber ansprechen. Und falls das stimmt, gibt es zumindest eine Ursache, einen Grund. Es fällt ihm dann vielleicht leichter, das Verhalten überhaupt zu erkennen und dann zu ändern.

Dies war meine erste Erfahrung mit gofeminin, und ich bin ziemlich begeistert! Insbesondere violetluna und tyche26 haben so viele Beiträge gebracht, dass ich immer wieder das Gefühl hatte, nicht allein zu sein, weil sich andere Gedanken um mein Problem machen.

Ich werde hier berichten, wie es weitergeht bzw. ob sich etwas ändert.

Euch allen herzlichen Dank!

Carlasue

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