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Mein Herz wurde mir aus dem Leib gerissen.

20. November 2007 um 14:26

Seit über 10 Jahren tauchte meine Lebensliebe in gewissen Abständen immer wieder auf und wir standen uns kurz nahe und trieben dann aus Angst vor Verletzungen wieder auseinander.
Jeder flieht in eine Beziehung (mehrmals passiert) meine letzte dauerte 5 Jahre und brachte 2 tolle Kinder hervor.
Diesmal habe ich mich getrennt. Wir haben uns endlich gestanden, dass wir uns immer geliebt haben uns lieben und immer lieben werden. Einer gemeinsamen Zukunft mit meinen Kindern stand nichts mehr im Weg.
Zwischendrin haben wir 1 mal (das insgesamt 3. Mal in 10 Jahren!) miteinander geschlafen.
Ich habe ihm gesagt,das ich grade verhütungsfrei bin, das hat aber in dem Moment keinen interessiert.
Nun ist der Fall, dass ich schwanger bin.
Da er sich selbst über alle Maßen hasst und sich für ein Monster hält, weil bei einem unverschuldeten Autounfall wo er am Steuer saß vor 15 Jahren sein bester Freund getötet wurde, hat er beschlossen dass nichts von ihm weiterleben darf. Er denkt allen Ernstes das Kind wird ein Monster mit 3 Ohren.
Nun wollte er dass ich abtreibe. Ich wollte ja in dieser Situation auch kein 3. Kind, aber da es das Kind zweier Liebender ist, will ich es behalten.
Sein Konflickt ist nun, dass er mich liebt und das Kind hasst, darum hat er sich entschieden, den Kontakt endgültig zu beenden. Damit kann er sich endlich so bestrafen, wie er es denkt verdient zu haben.
Ich soll ihm die Schuld geben für alles und ihn hassen, das würde es mir und ihm leichter machen.
Aber das kann ich nicht, ich habe ihm gesagt, dass ich ihn immernoch liebe, auch wenn er das nicht hören will.
Ich habe schon überlegt mal zu einer psychologischen Beratung zu gehen, die sich mit Spätfolgen von Unfalltraumata auskennt. Gibt es sowas? Im Internet und Literatur habe ich nichts so richtig gefunden.
Ich freue mich auf das Kind, aber ich schleppe mich so vorwärts. Es könnte alles so wundervoll sein und ich will einfach nicht einsehen, das es so endet, wenn man sich liebt. Das ist doch der blanke Irrsinn und macht mich unendlich traurig.

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21. November 2007 um 11:16

Schaffst du das
mit drei Kindern allein??

Das von dir geschriebene hat mich etwas nachdenklich gemacht:
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Ich wollte ja in dieser Situation auch kein 3. Kind, aber da es das Kind zweier Liebender ist, will ich es behalten
______________________________________________

Ist das ein Grund ein Kind in die Welt zu setzen??

Er hasst das Kind, es muss furchtbar später für das Kind sein, vom eigenen Vater gehasst zu werden. Nicht erwünscht zu sein... nur auf der Welt, weil die Mutter sagt, dass Papa und Mama sich geliebt haben, aber nicht das Kind, eben nur Mama und Papa...

Ein Papa der keiner sein will...

Denk nochmal darüber nach, ob du es allein schaffst, auch dem Kind später die Wahrheit zu sagen... es erfährt sie irgendwann sowieso....

Überlege dir ob du so ein Kind in die Welt setzen möchtest. Die Entscheidung kannst nur du allein treffen.... denn du musst mit den Konsequenzen leben...

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21. November 2007 um 11:56

Das ist echt eine gute Idee, Gingryu...
... man sollte ihn erzählen, dass Baby ist die Reinkarnation seines verstorbenen Freundes...

Ist doch egal, wie man ans Ziel kommt. Das Baby ist unterwegs - das alleine zählt.

Für mich persönlich ist der Mensch übrigens schon ab Zeugung (und nicht erst ab Geburt) ein ernstzunehmender und schützenswerter Mensch

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21. November 2007 um 16:36

Therapie????
Eins sag ich dir, der Vater deines Kindes braucht eine Therapie!!!!
Dass er sich heute noch so fertig macht wegen damals - ich meine, es war ein schrecklicher unfall, klar - aber das ist nicht normal!!!!
Er muss das verarbeiten, denn sein Kind zu hassen, weil nichts von ihm weiterleben soll, hört der die Glocken noch läuten?????
Das Kind kann ja wohl als aller letztes Lebewesen was dafür, was damals passiert ist, und das einzige, was er dem kind mitgibt ist ein winziges Spermateilchen! Oder ist er Buddhist und glaubt an Karma???
Das ist so ein Blödsinn, dass ich kurz vorm Explodieren bin. Du und dein Kind, ihr tut mir Leid!!!! Sowas hat niemand verdient!!!
Hat er denn nach dem Unfall keine Therapie gemacht? Mit sowas kann man doch keinen Menschen alleine lassen!!! Da sieht man mal, was dann passiert!

Ob er sich gegen Kontakt stellt oder nicht - such ihn! Mach ihm klar, dass er gerade völlig am abdrehen ist, und dass du ihn brauchst! Und mach ihm klar, dass das seine Chance ist, die Vergangenheit wieder "gut zu machen", wenn er so will. Frag ihn, was sein bester Freund gewollt hätte! Vielleicht bringt ihn das zur Vernunft!!!

Junge Junge, hab schon ne Menge Sachen in diesem Forum gelesen, aber das ist ja wohl der Knüller...

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21. November 2007 um 16:48

Oh je...
Es gibt bestimmt Therapeuten, die sich damit auskennen, vielleicht keine, die nur mit Unfalltraumata arbeiten, aber sicher Experten.

Aber ist er denn überhaupt therapiebereit?

Die Geschichte ist sehr bedrückend und mir ist auch unverständlich, wieso man nicht verhütet, wenn beide kein Kind wollen. Sich in ihn hineinzuversetzen ist wohl unmöglich. Seine Reaktion halte ich nicht für Standard. Ich kenne einige, die sich mit Schuldgefühlen plagen wegen einer solchen Geschichte, aber dafür die geliebte Frau und das werdende Kind sitzen zu lassen, scheint mir mehr als nur eine Traumareaktion.

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22. November 2007 um 10:12

Ja, ich schaffe das!
Danke erstmal für die Kommentare, hilft mir auf alle Fälle das Problem von vielen Seiten zu beleuchten.
Es stimmt, dass wir in dem Moment nicht an Verhütung gedacht haben war verantwortungslos, lässt sich aber nicht mehr ändern, also muss ich die Konsequenzen tragen. Leider allein, man hätte es auch zu zweit tun können.
Eine Abtreibung habe ich ausgeschlossen, dafür habe ich die gemeinsame Zukunft als Opfer gebracht. Und das ist mir wirklich alles andere als leicht gefallen.
Habe dazu vorher Beiträge im Abtreibungsforum verfasst, wen es interessiert.

Ob er glaubt, dass sein Freund das wollte, hab ich ihn auch gefragt, er sprach von irgendeinem Freundschaftsschwur bis in den Tod.

Zahlen will er dafür,er verdient ziemlich gut (und obwohl ich es für geschmacklos hielt und es erst abgelehnt habe, werde ich das Geld doch nehmen, da ich damit 1. seinen Suizid aufschieben kann und 2. er vielleicht so das Gefühl hat irgenwie Schuld begleichen zu können.)

Seine Familie darf ich informieren, keine Ahnung wie das alles werden soll, aber eine Lösung wird sich schon finden.
Finanziell wird es bei mir jedenfalls keine Probleme geben.

Dass das Kind die Inkarnation seines Freundes ist bzw. diese Sache die große Chance für ihn, sein Trauma endlich zu bewältigen, hab ich in dem letzten Gespräch auch versucht rüberzubringen, aber er will sich wirklich bestafen, so hart es nur geht.

Er hatte auch x Therapien, nach dem Unfall, aber das konnte ihn nicht von seiner Unschuld überzeugen. Alle Außenstehenden haben ihm verziehen bzw. warfen ihm erst gar nichts vor. Nur er selbst kann sich einfach nicht vergeben. Er hasst sich.

Er will dass ihm alle die Schuld geben und ihn hassen, dann ist es für alle nicht so schlimm, wenn er tot ist denkt er. Seine Mutter hätte es aufgegeben ihm helfen zu wollen. Aber ich war (bevor die Schwangerschaft zur Debatte stand) nah dran, er zeigte erstmalig Einsicht und sagte, "dass er momentan nur noch nicht aus seiner Haut kann, mal sehen wie lange er dafür noch bräuchte!"

Das schmerzt mich noch doppelt!

Ich habe so sehr gekämpft und am Ende doch versagt.
Aber ich kann und will die Hoffnung einfach nicht aufgeben. Dafür liebe ich ihn viel zu sehr und ja, manchmal glaub ich wirklich er kommt von einem andern Stern.

Licht und Liebe an Euch alle!

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22. November 2007 um 15:46

Ergänzung
Auf den Mann mit meinen 1. Kindern war und ist 100% Verlass! Ich habe mich von ihm getrennt, weil ich ihn schon die letzten 2 Jahre nicht mehr geliebt habe und sehr unglücklich war. Nach Außenhin konnte das bei einer Bilderbuchfamilie natürlich keiner nachvollziehen. (Auszug aus dem goldenen Käfig) Jetzt sind die Kinder die halbe Woche bei mir die andere halbe Woche bei ihm. Es funktioniert gut und in Bezug auf diese Situation geht es mir gut.

Dass der Alien-Mann mich nicht wirklich liebt ist mir schon klar, da die Vorrausetzung jemanden zu lieben ist, dass man sich auch selbst mag. Alles andere ist irgendwas Verschobenes, Eingebildetes oder Hörigkeit. Also gehe ich davon aus dass er sich nur einbildet mich zu lieben, naja und darauf werde ich wohl irgenwie verzichten lernen können müssen.

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