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Mein Freund will nach 4 Jahren Beziehung nicht mit mir zusammenziehen - ich weiß nicht weiter

19. September um 14:23

Mein Freund (38) und ich (42) sind seit knapp 4 Jahren ein Paar.
Zum Hintergrund: Er hatte vor unserer Beziehung nur eine ernsthafte, etwas längere Beziehung, das war aber im Teenie-Alter. Danach hatte er nur 2 kurze Beziehungen bzw. Affären. Als wir zusammengekommen sind, hat er bei seinen Eltern gewohnt. Vorher hatte er schon mal eine eigene Wohnung, in der er mehrere Jahre gewohnt hat, aus der er aber ausziehen musste.
Ich war bereits verheiratet und knapp 9 Jahre mit meinem Ex-Mann zusammen, mit dem ich auch zusammen gewohnt habe. Seit der Trennung vor fast 8 Jahren lebe ich alleine.
Ich mag meine Wohnung und auch die Gegend, in der ich lebe, sehr. Trotzdem würde ich gerne mit meinem Freund zusammenziehen.

Ich fand es von Anfang an merkwürdig, dass ein erwachsener Mann bei seinen Eltern wohnt - und vor allem keinerlei Anstalten macht, etwas daran zu ändern. Das passierte erst nach Drängen von mir, weil wir fast immer nur bei mir waren, da es einfach für uns beide unangenehm war, uns im Haus seiner Eltern/seinem ehemaligen Kinderzimmer zu treffen. Mittlerweile wohnt er seit 2 Jahren in einer eigenen Wohnung, in einem Nachbarort. Er hat einen Schlüssel für meine Wohnung, ich einen Schlüssel für seine. Wir sind trotzdem meistens bei mir, nur ab und zu an den Wochenenden bei ihm. Das liegt zum einen daran, dass ich von seiner Wohnung aus schlechter zu meiner Arbeit komme - ich habe kein Auto, sondern fahre mit der Bahn -, zum anderen daran, dass er meist nicht will, dass wir uns bei ihm treffen. Wir sehen uns eigentlich jeden Tag/Abend (bis auf mittwochs) und verbringen dann auch immer die Nacht zusammen. Mit anderen Worten: Er wohnt fast bei mir.

Im Laufe des letzten Jahres war Zusammenziehen immer wieder ein Thema. Das ging allerdings von mir aus, da ich das langfristig auf jeden Fall möchte. Für mich gehört das Zusammenwohnen zu einer Beziehung dazu. Mein Freund hat noch nie mit jemandem zusammengelebt - auch nicht in einer WG - und war sich von Anfang an nicht sicher, ob er das wolllen würde. Er hat Angst, seinen Freiraum/Rückzugsort zu verlieren, sagt er.

Im Frühling diesen Jahres haben wir dann trotzdem mit der Wohnungssuche angefangen. Die Initiative ging zwar von mir aus, mein Freund war aber auch einverstanden damit (zumindest sagte er das). Wir haben bewusst nach einer 3-Zimmer-Wohnung gesucht, damit jeder seinen eigenen Bereich/sein eigenes Zimmer bekommt. Das war die Bedingung.

Wir fanden relativ schnell eine tolle, große und helle Wohnung mit zwei Zimmern mit jeweils eigenem Bad und einem großen Wohnzimmer, die uns sogar angeboten wurde - aber mein Freund lehnte ab, weil ihm angeblich "die Gegend nicht" zusage. Das war im Mai. Ich fragte ihn schon damals, ob das wirklich der wahre Grund sei oder ob er nicht einfach nur nicht zusammenziehen wolle. Das hat er aber vehement geleugnet. Also suchten wir weiter.

Ende Juli schauten wir uns eine Wohnung an, die perfekt war: 100 qm groß, zwei gleich große Schlafzimmer, ein riesiges Wohnzimmer, 2 Balkons, ein Bad und eine Gästetoilette. Perfekt, um sich auch mal gut aus dem Weg zu gehen oder sich zurückziehen zu können.
Wir sagten zu, bekamen auch von der Makler- und Vermieterseite die Zusage. Dann zog sich mit dem Vertrag alles etwas hin und kurz vor unserem Sommerurlaub Ende August musste dann alles recht schnell gehen. Schon da merkte ich, dass mein Freund Panik bekam. Er hatte Herzklopfen, er sei sich nicht sicher, ob er bereit sei, zusammenzuziehen ... Es ging sogar so weit, dass er meinte, er würde eher riskieren, dass ich die Beziehung beende, als dass wir die Wohnung nehmen. Dann beruhigte er sich wieder, aber er wollte nicht, dass wir die Unterzeichnung des Vertrags und Kündigungen unserer jetzigen Wohnung noch vor dem Urlaub regeln. Also fuhren wir erst einmal in den Urlaub - in dem alles wirklich wunderschön und harmonisch war. Im Urlaub redeten wir auch ab und zu über die Wohnung und das Zusammenziehen und es schien jetzt doch so, als ob er das auch wolle. Er sagte sogar, dass er traurig sein würde, wenn wir die Wohnung nicht bekommen sollten.
Als wir letzte Woche aus dem Urlaub zurück waren, schickte uns der Makler einen Mustervertrag zu mit der Bitte, ihm mitzuteilen, ob der Vertrag so in Ordnung für uns sei, damit er einen Termin zum Unterzeichnen mit den Vermietern vereinbaren könne. An dem Abend, als wir diesen Vertrag gemeinsam anschauten, hatte mein Freund erneut eine Panikattacke mit Herzklopfen und sagte, er wolle die Wohnung nicht nehmen. Wir entschieden, dass er sich bis zum nächsten Abend noch einmal Gedanken machen solle. Am nächsten Abend sagte er mir dann, dass er die Wohnung nicht nehmen wolle, da er nicht glaube, dass es gutgehen würde. Ich fragte ihn, wie er das meine. Wir haben auch schon mal 4 Wochen lang zur Probe zusammengewohnt, das hat prima geklappt, und auch in unseren Urlauben verstehen wir uns grundsätzlich sehr gut, auch auf engstem Raum. Nachdem wir ca. 1/2 Stunde herumdiskutiert hatten, sagte er, er sei sich seiner Gefühle für mich nicht mehr sicher, sie seien irgendwie "eingeschlafen". Er wolle sich nicht trennen, er hoffe, das würde sich wieder ändern, aber denke, deshalb würde Zusammenziehen jetzt keinen Sinn machen.
Ich war echt geschockt und bin, ehrlich gesagt, aus allen Wolken gefallen. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Gerade in den letzten Monaten und auch im Urlaub war alles zwischen uns wirklich sehr harmonisch und ich hatte eher das Gefühl, dass wir uns immer verbundener fühlen und die Gefühle von beiden Seiten mehr werden würden. Er sagt, dass schon vor einiger Zeit etwas kaputt gegangen sei, als wir eine Phase hatten, in der wir uns recht viel gestritten haben. Mittlerweile sei es aber schon wieder besser geworden. Er gibt auch zu, dass die Gefühle auch im Urlaub schon wieder mehr waren.

Nun hat er vorgeschlagen, dass er zumindest in meine Nähe zieht. Diesen Vorschlag hatte ich ihm schon vor einiger Zeit mal als Alternative zum Zusammenziehen gemacht, es ist also nicht seine Idee. Er macht das auch nicht, weil er wirklich umziehen oder in meine Gegend ziehen will, sondern der Beziehung zuliebe, sagt er. Einerseits freue ich mich darüber, andererseits bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich so sinnvoll ist.
Gleichzeitig versuchen wir, die Gefühle wiederzuwecken, indem wir schöne Dinge zusammen unternehmen - und bisher sind diese "Dates" auch tatsächlich schön und er behauptet, es würde was bringen.
Er behauptet auch, wenn sich das mit den Gefühlen dann mal geklärt hätte, könnten wir auch zusammenziehen. Er hätte sich nur jetzt dagegen entschieden, weil sie eben eingeschlafen seien. Er hätte zwar auch Angst, aber er glaubt nicht, dass Angst alleine ihn davon abgehalten hätten, mit mir zusammenzuziehen.

Im Grund genommen bin ich seit dem Gespräch letzte Woche vollkommen ratlos. Ich bin traurig, wütend und verletzt. Ich hatte mich auf das Zusammenwohnen, aber auch auf die neue, große Wohnung gefreut. Ich frage mich, ob diese Beziehung noch Sinn macht. Ich frage mich, ob er mich nur hinhält und das mit den eingeschlafenen Gefühlen nur vorgeschoben ist bzw. er sich das jetzt selbst einredet, weil es ihm lieber ist bzw. leichter fällt, daran zu glauben, als sich einzugestehen, dass er irrationale Ängste hat, und er einfach grundsätzlich nicht (mit mir?) zusammenziehen will. Niemals. Das kommt für mich halt nicht infrage und das weiß er. Ich möchte langfristig ein gemeinsames Heim mit meinem Partner.

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19. September um 15:33
Beste Antwort

Puh... erinnert mich an meine letzte Beziehung. Er hatte eine diagnostizierte Anpassungsstörung und hat Psychopharmaka genommen. Jegliche Veränderung hat ihm Angst gemacht. Jeder kleinste "Verlust" seiner persönlichen Freiheit hat ihm Angst gemacht.
Therapie wollte er keine mehr machen.
Irgendwann ist das alles immer schlimmer geworden. Ich wollte einen gemeinsamen Alltag, er seine Ruhe/Freiheit. Ich wollte unsere Beziehung voran bringen, er seine bekannte und sichere Komfortzone.
Ich hab gedacht, ich könnte ihm seine Ängste nehmen, wenn ich mich nur richtig bemühe. Auch weil er ähnliche Argumente gebracht hat wie deiner: Kein Wunder wenn wir streiten, es muss halt alles passen dafür, er braucht noch Zeit usw. Also hab ich mich zurück genommen, nix mehr gesagt, versucht es ihm recht zu machen und hab gewartet gewartet gewartet.
Geänder hat es gar nichts! Weil diese Ängste eben GAR NICHTS mit der Beziehung oder mir (dir) zu tun haben! Die sind alleine SEINE Sache. Und wenn ER sich damit nicht auseinandersetzen und aktiv was dagegen tun will, dann hast du keine Chance. So "gut" kannst du gar nicht sein oder das zwischen euch...

Achja, im Endeffekt hat mein Ex dann mich verlassen. Mit dem Argument dass er mir nicht geben kann was ich will und wir eh nie zusammen gepasst haben. Rückblickend betrachtet hatte er damit vielleicht sogar recht. Denn mit meinem jetzigen Partner sind diese Dinge überhaupt kein Problem mehr.

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19. September um 15:12

Immer diese schlauen Ratschläge, in denen nur eine Seite gesehen wird. Was heißt hier "akzeptiere ihn, wie er ist"? Was ist denn mit meinen Bedürfnissen? Sollte er diese nicht ebenso akzeptieren, wenn er mit mir zusammen sein will?

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19. September um 15:19
In Antwort auf ct_76

Immer diese schlauen Ratschläge, in denen nur eine Seite gesehen wird. Was heißt hier "akzeptiere ihn, wie er ist"? Was ist denn mit meinen Bedürfnissen? Sollte er diese nicht ebenso akzeptieren, wenn er mit mir zusammen sein will?

naja - das ganze klingt halt nicht erwachsen.
er bekommt panikattacken anstatt mit dir darüber zu reden?
und hat so lange bei seinen eltern gelebt?

was erwartest du dir? 

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19. September um 15:26

Er hat mir ja gesagt, dass er Angst davor hat. Das kann ich ja auch verstehen. Ängste, dass es nicht funktioniert, habe ich auch. Ich bin Scheidungskind und selbst geschieden, es ist ganz natürlich, dass ich Angst davor habe, dass es nicht klappt. Ich überwinde meine Ängste aber.
Und, ja, ganz genau, er ist unreif. Das ist mir durchaus bewusst. Ändert aber nichts an meinen Gefühlen für ihn und dass ich die Beziehung nicht wirklich beenden möchte.

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19. September um 15:32
In Antwort auf ct_76

Er hat mir ja gesagt, dass er Angst davor hat. Das kann ich ja auch verstehen. Ängste, dass es nicht funktioniert, habe ich auch. Ich bin Scheidungskind und selbst geschieden, es ist ganz natürlich, dass ich Angst davor habe, dass es nicht klappt. Ich überwinde meine Ängste aber.
Und, ja, ganz genau, er ist unreif. Das ist mir durchaus bewusst. Ändert aber nichts an meinen Gefühlen für ihn und dass ich die Beziehung nicht wirklich beenden möchte.

Was du sagt ist ja auch nachvollziehbar.

Aber so wie er reagiert (bzw. was du über ihn geschrieben hast) scheint er das auf keinen Fall zu wollen.

Vielleicht wäre die Lösung das ganze locker zu gestalten und Druck rausnehmen und dann einen neuen Anlauf zu versuchen.

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19. September um 15:33
Beste Antwort

Puh... erinnert mich an meine letzte Beziehung. Er hatte eine diagnostizierte Anpassungsstörung und hat Psychopharmaka genommen. Jegliche Veränderung hat ihm Angst gemacht. Jeder kleinste "Verlust" seiner persönlichen Freiheit hat ihm Angst gemacht.
Therapie wollte er keine mehr machen.
Irgendwann ist das alles immer schlimmer geworden. Ich wollte einen gemeinsamen Alltag, er seine Ruhe/Freiheit. Ich wollte unsere Beziehung voran bringen, er seine bekannte und sichere Komfortzone.
Ich hab gedacht, ich könnte ihm seine Ängste nehmen, wenn ich mich nur richtig bemühe. Auch weil er ähnliche Argumente gebracht hat wie deiner: Kein Wunder wenn wir streiten, es muss halt alles passen dafür, er braucht noch Zeit usw. Also hab ich mich zurück genommen, nix mehr gesagt, versucht es ihm recht zu machen und hab gewartet gewartet gewartet.
Geänder hat es gar nichts! Weil diese Ängste eben GAR NICHTS mit der Beziehung oder mir (dir) zu tun haben! Die sind alleine SEINE Sache. Und wenn ER sich damit nicht auseinandersetzen und aktiv was dagegen tun will, dann hast du keine Chance. So "gut" kannst du gar nicht sein oder das zwischen euch...

Achja, im Endeffekt hat mein Ex dann mich verlassen. Mit dem Argument dass er mir nicht geben kann was ich will und wir eh nie zusammen gepasst haben. Rückblickend betrachtet hatte er damit vielleicht sogar recht. Denn mit meinem jetzigen Partner sind diese Dinge überhaupt kein Problem mehr.

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19. September um 15:35
In Antwort auf ct_76

Mein Freund (38) und ich (42) sind seit knapp 4 Jahren ein Paar.
Zum Hintergrund: Er hatte vor unserer Beziehung nur eine ernsthafte, etwas längere Beziehung, das war aber im Teenie-Alter. Danach hatte er nur 2 kurze Beziehungen bzw. Affären. Als wir zusammengekommen sind, hat er bei seinen Eltern gewohnt. Vorher hatte er schon mal eine eigene Wohnung, in der er mehrere Jahre gewohnt hat, aus der er aber ausziehen musste.
Ich war bereits verheiratet und knapp 9 Jahre mit meinem Ex-Mann zusammen, mit dem ich auch zusammen gewohnt habe. Seit der Trennung vor fast 8 Jahren lebe ich alleine.
Ich mag meine Wohnung und auch die Gegend, in der ich lebe, sehr. Trotzdem würde ich gerne mit meinem Freund zusammenziehen.

Ich fand es von Anfang an merkwürdig, dass ein erwachsener Mann bei seinen Eltern wohnt - und vor allem keinerlei Anstalten macht, etwas daran zu ändern. Das passierte erst nach Drängen von mir, weil wir fast immer nur bei mir waren, da es einfach für uns beide unangenehm war, uns im Haus seiner Eltern/seinem ehemaligen Kinderzimmer zu treffen. Mittlerweile wohnt er seit 2 Jahren in einer eigenen Wohnung, in einem Nachbarort. Er hat einen Schlüssel für meine Wohnung, ich einen Schlüssel für seine. Wir sind trotzdem meistens bei mir, nur ab und zu an den Wochenenden bei ihm. Das liegt zum einen daran, dass ich von seiner Wohnung aus schlechter zu meiner Arbeit komme - ich habe kein Auto, sondern fahre mit der Bahn -, zum anderen daran, dass er meist nicht will, dass wir uns bei ihm treffen. Wir sehen uns eigentlich jeden Tag/Abend (bis auf mittwochs) und verbringen dann auch immer die Nacht zusammen. Mit anderen Worten: Er wohnt fast bei mir.

Im Laufe des letzten Jahres war Zusammenziehen immer wieder ein Thema. Das ging allerdings von mir aus, da ich das langfristig auf jeden Fall möchte. Für mich gehört das Zusammenwohnen zu einer Beziehung dazu. Mein Freund hat noch nie mit jemandem zusammengelebt - auch nicht in einer WG - und war sich von Anfang an nicht sicher, ob er das wolllen würde. Er hat Angst, seinen Freiraum/Rückzugsort zu verlieren, sagt er.

Im Frühling diesen Jahres haben wir dann trotzdem mit der Wohnungssuche angefangen. Die Initiative ging zwar von mir aus, mein Freund war aber auch einverstanden damit (zumindest sagte er das). Wir haben bewusst nach einer 3-Zimmer-Wohnung gesucht, damit jeder seinen eigenen Bereich/sein eigenes Zimmer bekommt. Das war die Bedingung.

Wir fanden relativ schnell eine tolle, große und helle Wohnung mit zwei Zimmern mit jeweils eigenem Bad und einem großen Wohnzimmer, die uns sogar angeboten wurde - aber mein Freund lehnte ab, weil ihm angeblich "die Gegend nicht" zusage. Das war im Mai. Ich fragte ihn schon damals, ob das wirklich der wahre Grund sei oder ob er nicht einfach nur nicht zusammenziehen wolle. Das hat er aber vehement geleugnet. Also suchten wir weiter.

Ende Juli schauten wir uns eine Wohnung an, die perfekt war: 100 qm groß, zwei gleich große Schlafzimmer, ein riesiges Wohnzimmer, 2 Balkons, ein Bad und eine Gästetoilette. Perfekt, um sich auch mal gut aus dem Weg zu gehen oder sich zurückziehen zu können.
Wir sagten zu, bekamen auch von der Makler- und Vermieterseite die Zusage. Dann zog sich mit dem Vertrag alles etwas hin und kurz vor unserem Sommerurlaub Ende August musste dann alles recht schnell gehen. Schon da merkte ich, dass mein Freund Panik bekam. Er hatte Herzklopfen, er sei sich nicht sicher, ob er bereit sei, zusammenzuziehen ... Es ging sogar so weit, dass er meinte, er würde eher riskieren, dass ich die Beziehung beende, als dass wir die Wohnung nehmen. Dann beruhigte er sich wieder, aber er wollte nicht, dass wir die Unterzeichnung des Vertrags und Kündigungen unserer jetzigen Wohnung noch vor dem Urlaub regeln. Also fuhren wir erst einmal in den Urlaub - in dem alles wirklich wunderschön und harmonisch war. Im Urlaub redeten wir auch ab und zu über die Wohnung und das Zusammenziehen und es schien jetzt doch so, als ob er das auch wolle. Er sagte sogar, dass er traurig sein würde, wenn wir die Wohnung nicht bekommen sollten.
Als wir letzte Woche aus dem Urlaub zurück waren, schickte uns der Makler einen Mustervertrag zu mit der Bitte, ihm mitzuteilen, ob der Vertrag so in Ordnung für uns sei, damit er einen Termin zum Unterzeichnen mit den Vermietern vereinbaren könne. An dem Abend, als wir diesen Vertrag gemeinsam anschauten, hatte mein Freund erneut eine Panikattacke mit Herzklopfen und sagte, er wolle die Wohnung nicht nehmen. Wir entschieden, dass er sich bis zum nächsten Abend noch einmal Gedanken machen solle. Am nächsten Abend sagte er mir dann, dass er die Wohnung nicht nehmen wolle, da er nicht glaube, dass es gutgehen würde. Ich fragte ihn, wie er das meine. Wir haben auch schon mal 4 Wochen lang zur Probe zusammengewohnt, das hat prima geklappt, und auch in unseren Urlauben verstehen wir uns grundsätzlich sehr gut, auch auf engstem Raum. Nachdem wir ca. 1/2 Stunde herumdiskutiert hatten, sagte er, er sei sich seiner Gefühle für mich nicht mehr sicher, sie seien irgendwie "eingeschlafen". Er wolle sich nicht trennen, er hoffe, das würde sich wieder ändern, aber denke, deshalb würde Zusammenziehen jetzt keinen Sinn machen.
Ich war echt geschockt und bin, ehrlich gesagt, aus allen Wolken gefallen. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Gerade in den letzten Monaten und auch im Urlaub war alles zwischen uns wirklich sehr harmonisch und ich hatte eher das Gefühl, dass wir uns immer verbundener fühlen und die Gefühle von beiden Seiten mehr werden würden. Er sagt, dass schon vor einiger Zeit etwas kaputt gegangen sei, als wir eine Phase hatten, in der wir uns recht viel gestritten haben. Mittlerweile sei es aber schon wieder besser geworden. Er gibt auch zu, dass die Gefühle auch im Urlaub schon wieder mehr waren.

Nun hat er vorgeschlagen, dass er zumindest in meine Nähe zieht. Diesen Vorschlag hatte ich ihm schon vor einiger Zeit mal als Alternative zum Zusammenziehen gemacht, es ist also nicht seine Idee. Er macht das auch nicht, weil er wirklich umziehen oder in meine Gegend ziehen will, sondern der Beziehung zuliebe, sagt er. Einerseits freue ich mich darüber, andererseits bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich so sinnvoll ist.
Gleichzeitig versuchen wir, die Gefühle wiederzuwecken, indem wir schöne Dinge zusammen unternehmen - und bisher sind diese "Dates" auch tatsächlich schön und er behauptet, es würde was bringen.
Er behauptet auch, wenn sich das mit den Gefühlen dann mal geklärt hätte, könnten wir auch zusammenziehen. Er hätte sich nur jetzt dagegen entschieden, weil sie eben eingeschlafen seien. Er hätte zwar auch Angst, aber er glaubt nicht, dass Angst alleine ihn davon abgehalten hätten, mit mir zusammenzuziehen.

Im Grund genommen bin ich seit dem Gespräch letzte Woche vollkommen ratlos. Ich bin traurig, wütend und verletzt. Ich hatte mich auf das Zusammenwohnen, aber auch auf die neue, große Wohnung gefreut. Ich frage mich, ob diese Beziehung noch Sinn macht. Ich frage mich, ob er mich nur hinhält und das mit den eingeschlafenen Gefühlen nur vorgeschoben ist bzw. er sich das jetzt selbst einredet, weil es ihm lieber ist bzw. leichter fällt, daran zu glauben, als sich einzugestehen, dass er irrationale Ängste hat, und er einfach grundsätzlich nicht (mit mir?) zusammenziehen will. Niemals. Das kommt für mich halt nicht infrage und das weiß er. Ich möchte langfristig ein gemeinsames Heim mit meinem Partner.

 

Seine Reaktion ist schon bitter.

Frag ihn doch mal, was schlimmstenfalls passieren könnte:
Es kommt zur Trennung und er zieht wieder bei seinen Eltern ein bzw. holt sich wieder eine eigene Wohnung. Na und? Das Risiko gehen so ziemlich alle Paare früher oder später ein.

Wenn es nur an seinen (mangelnden) Gefühlen hängt, dann ziehe deine Konsequenzen. Die Zeit solltest du dir dann sparen.

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19. September um 15:45
In Antwort auf melonchen1

Puh... erinnert mich an meine letzte Beziehung. Er hatte eine diagnostizierte Anpassungsstörung und hat Psychopharmaka genommen. Jegliche Veränderung hat ihm Angst gemacht. Jeder kleinste "Verlust" seiner persönlichen Freiheit hat ihm Angst gemacht.
Therapie wollte er keine mehr machen.
Irgendwann ist das alles immer schlimmer geworden. Ich wollte einen gemeinsamen Alltag, er seine Ruhe/Freiheit. Ich wollte unsere Beziehung voran bringen, er seine bekannte und sichere Komfortzone.
Ich hab gedacht, ich könnte ihm seine Ängste nehmen, wenn ich mich nur richtig bemühe. Auch weil er ähnliche Argumente gebracht hat wie deiner: Kein Wunder wenn wir streiten, es muss halt alles passen dafür, er braucht noch Zeit usw. Also hab ich mich zurück genommen, nix mehr gesagt, versucht es ihm recht zu machen und hab gewartet gewartet gewartet.
Geänder hat es gar nichts! Weil diese Ängste eben GAR NICHTS mit der Beziehung oder mir (dir) zu tun haben! Die sind alleine SEINE Sache. Und wenn ER sich damit nicht auseinandersetzen und aktiv was dagegen tun will, dann hast du keine Chance. So "gut" kannst du gar nicht sein oder das zwischen euch...

Achja, im Endeffekt hat mein Ex dann mich verlassen. Mit dem Argument dass er mir nicht geben kann was ich will und wir eh nie zusammen gepasst haben. Rückblickend betrachtet hatte er damit vielleicht sogar recht. Denn mit meinem jetzigen Partner sind diese Dinge überhaupt kein Problem mehr.

Mein Freund macht eine Therapie, er hat/hatte (?) Depressionen, schon vor unserer Beziehung. Das mit der Anpassungsstörung ist vielleicht auch eine Idee, er hat auch Angst vor Veränderungen bzw. sie fallen ihm sehr schwer. Ebenso wie Entscheidungen zu treffen.
Ehrlich gesagt vermute ich, dass es mir auch so ergehen wird wie Dir, wenn ich nicht vorher selbst die Beziehung beende. Ich warte eigentlich fast täglich darauf, dass er Schluss macht. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ...

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19. September um 15:49
In Antwort auf lemontree

Seine Reaktion ist schon bitter.

Frag ihn doch mal, was schlimmstenfalls passieren könnte:
Es kommt zur Trennung und er zieht wieder bei seinen Eltern ein bzw. holt sich wieder eine eigene Wohnung. Na und? Das Risiko gehen so ziemlich alle Paare früher oder später ein.

Wenn es nur an seinen (mangelnden) Gefühlen hängt, dann ziehe deine Konsequenzen. Die Zeit solltest du dir dann sparen.

Ich habe ihn gefrag. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich seine Ängste zwar verstehe, aber dass ein Zusammenziehen doch keine Einbahnstraße ist. Letztendlich hat er immer die Möglichkeit, zu seinen Eltern zurückzuziehen und könnte sich dann wieder eine eigene Wohnung suchen. Ich habe kein intaktes Elternhaus, ich würde bei einem Zusammenzug ein wesentlich größeres Risiko eingehen und wäre dieses Risiko trotzdem eingegangen.
Seine Antwort war, dass wir dann ja wieder auseinanderziehen müssten und er nicht wieder zu seinen Eltern ziehen wollen würde ...
Ich sehe das auch so: Das Risiko gehen alle Menschen ein, die mit jemandem zusammenziehen, nicht nur Paare, auch Leute in WGs. Man weiß nie, ob es gutgeht, aber was passiert schon, wenn eben doch nicht? Dann zieht man eben wieder auseinander.

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19. September um 15:57

PS: Ich hatte ihm sogar vorgeschlagen, dass wir meine Wohnung parallel behalten, damit es einen Rückzugsort gibt. Das wollte er auch nicht.

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19. September um 16:13
In Antwort auf himalayafan

Was du sagt ist ja auch nachvollziehbar.

Aber so wie er reagiert (bzw. was du über ihn geschrieben hast) scheint er das auf keinen Fall zu wollen.

Vielleicht wäre die Lösung das ganze locker zu gestalten und Druck rausnehmen und dann einen neuen Anlauf zu versuchen.

Diese Hoffnung hätte ich gerne. Ich würde gerne glauben, dass sich an seiner Einstellung, an seinen Ängsten etwas ändert, wenn ich Druck rausnehme und ihm Zeit lasse. Aber wie lange soll ich ihm Zeit lassen? Wir sind jetzt 4 Jahre zusammen. Ich bin 42. Ich möchte gerne irgendwann zur Ruhe kommen. Und ehrlich gesagt befürchte ich, dass Melonchen das ganz richtig einschätzt: Er hat Ängste, die er nicht überwinden will/kann, und entweder komme ich für den Rest der Beziehung damit klar, dass diese Ängste jede seiner Entscheidungen dominieren und beeinflussen werden, oder ich beende die Beziehung, bevor er es tut.

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19. September um 16:29
Beste Antwort
In Antwort auf ct_76

Mein Freund macht eine Therapie, er hat/hatte (?) Depressionen, schon vor unserer Beziehung. Das mit der Anpassungsstörung ist vielleicht auch eine Idee, er hat auch Angst vor Veränderungen bzw. sie fallen ihm sehr schwer. Ebenso wie Entscheidungen zu treffen.
Ehrlich gesagt vermute ich, dass es mir auch so ergehen wird wie Dir, wenn ich nicht vorher selbst die Beziehung beende. Ich warte eigentlich fast täglich darauf, dass er Schluss macht. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ...

Ich möchte dir an der Stelle jetzt ein bisschen Mut machen: Auch wenn ich selber ebenso dazu neige mich an jeden Strohhalm zu klammern und dann nicht loslassen kann - sei realistisch. Und vor allem: gib dem ganzen nicht endlos Zeit! Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein! (er natürlich auch)
Du wartest schon SO lang! Und ihr seid keine 20 mehr. Seine Ängste sind irrational und wenn ER (und zwar nur er) die nicht wirklich angeht, dann werden die tatsächlich weiterhin sein Leben bestimmen.

Vor allem: So ein zusammenziehen ist ja noch nichtmal was wirklich Gravierendes. Die Frage darf man sich durchaus stellen, ob so ein Mann einem in einer wirklich schweren Zeit dann eine Stütze sein kann... Mein Ex war und wäre es jedenfalls für mich nicht gewesen.

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19. September um 16:39

Oh Mann, auf solche Reaktionen kann ich echt verzichten. Andere hier schaffen es auch, konstruktive Beiträge zu schreiben, die Verständnis zeigen und mir auch etwas bringen.
Ja, ich kann ihn nicht zwingen aber wenn in einer Beziehung immer nur alles nach dem Kopf der einen Person geht, dann wird das langfristig nicht gutgehen. Wenn man die Beziehung aber möchte, dann muss man zumindest Kompromisse finden. Und zwar beide Seiten.

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19. September um 16:40
In Antwort auf melonchen1

Ich möchte dir an der Stelle jetzt ein bisschen Mut machen: Auch wenn ich selber ebenso dazu neige mich an jeden Strohhalm zu klammern und dann nicht loslassen kann - sei realistisch. Und vor allem: gib dem ganzen nicht endlos Zeit! Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein! (er natürlich auch)
Du wartest schon SO lang! Und ihr seid keine 20 mehr. Seine Ängste sind irrational und wenn ER (und zwar nur er) die nicht wirklich angeht, dann werden die tatsächlich weiterhin sein Leben bestimmen.

Vor allem: So ein zusammenziehen ist ja noch nichtmal was wirklich Gravierendes. Die Frage darf man sich durchaus stellen, ob so ein Mann einem in einer wirklich schweren Zeit dann eine Stütze sein kann... Mein Ex war und wäre es jedenfalls für mich nicht gewesen.

Danke. Deine Beiträge sind hilfreich und konstruktiv.

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19. September um 17:20
In Antwort auf ct_76

Oh Mann, auf solche Reaktionen kann ich echt verzichten. Andere hier schaffen es auch, konstruktive Beiträge zu schreiben, die Verständnis zeigen und mir auch etwas bringen.
Ja, ich kann ihn nicht zwingen aber wenn in einer Beziehung immer nur alles nach dem Kopf der einen Person geht, dann wird das langfristig nicht gutgehen. Wenn man die Beziehung aber möchte, dann muss man zumindest Kompromisse finden. Und zwar beide Seiten.

So ist es. Ich denke du hast mit deiner 4-jährigen Warterei schon einen Kompromiss getroffen. Und mit deinem Zeit-geben wenn er Panik hatte. Und mit deiner Initiative. Und mit deinem Verständnis.

Ich denke er ist dran.
Ich befürchte allerdings, er könnte die Beziehung tatsächlich beenden wenn du ihm so das Messer ansetzt. Andererseits ist alles andere womöglich der Tod auf Raten

Leider fällts mir echt schwer da was aufbauendes und positives zu schreiben. Außer dass ich absolut der Meinung bin dass du tust was du kannst um ihm entgegen zu kommen. Und dass es nicht gesund ist, sich zu lang zu sehr zu verbiegen.

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19. September um 18:10

Bei seiner Reaktion zwecks zusammenziehen und der Ansage über seinen Gefühle, würde ich darauf schließen dass er sich der Beziehung nicht sicher ist

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19. September um 19:12

Ich kann dich und deine Verzweiflung sehr gut verstehen. Beim Lesen beschlich mich ein bisschen das Gefühl, dass das mit den Gefühlen vielleicht eine Ausrede dafür ist, um nicht zusammenziehen zu müssen. Panikattacke wegen zusammenziehen ... ich denke, da steckt sehr viel mehr dahinter. Das zeigen auch seine (vergangenen?) Depressionen. Das Problem ist, dass du aktiv nichts daran ändern kannst. Es ist seine Sache und nur er kann daran etwas ändern. Allein durch Liebe, Geduld und Verständnis deinerseits passiert das nicht 

Ich würde hier ein Ultimatum setzen. Gemeinsame Zukunft / nächster Schritt oder Trennung. Einfach weil ich nicht ewig umsonst herwarten wollen würde. Wenn er sich dann für eine Trennung entscheiden würde, weißt du wenigstens, dass hier nichts mehr passiert wäre. 

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