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Mein Freund, sein PC und ich

20. Februar 2012 um 16:03 Letzte Antwort: 21. Februar 2012 um 15:21

Ich habe ein Problem und würde gerne eure Meinungen und Ratschläge hören.
Seit 3 jahren führen mein Freund und ich eine Beziehung, vor ca. 2 Jahren bin ichzu ihm gezogen.
Ich arbeite im Büro und habe ein geregeltes Einkommen. Er ist selbstständig (Gewerbeschein für Hilfsarbeiten auf Baustellen usw.) und hat ab und zu Aufträge, allerdings nicht regelmäßig. Als wir uns kennenlernten, war er als Servicekraft im Restaurant angestellt. So etwas kommt für ihn aber jetzt nicht mehr in Frage, er möchte nicht mehr für jemanden arbeiten und den Chef bereichern, sondern nur für sich selbst. Und natürlich nur dann, wenn er Lust hat. Folglich ist er oft zu Hause... Das Geld ist nicht unbedingt ein Problem, er hat ein kleines Haus, ich kaufe ein und zahle Strom usw., er bezahlt das Internet. Womit wir auch schon beim Problemthema wären: wenn ich abends nach Hause komme, sitzt er fast immer am PC und spielt Modern Warfare, Star Wars, Endwelt oder guckt bei Ebay oder Facebook. Er räumt nicht auf, putzt nicht und ist insgesamt sehr faul.
Ich habe das Gefühl, dass er süchtig nach dem PC ist. Wenn er irgendetwas kaufen will, muss er immer (!) erst bei ebay gucken, egal ob es Rasierklingen, Jeans oder Zimmerpflanzen sind. Bei Facebook muss er sich jedes Bild ansehen, jedes gepostete Video... Und für sein Browsergame stellt er sich sogar den Timer, damit er auch rechtzeitig einen neuen Auftrag annehmen kann. Wenn wir auf der Couch liegen und einen Film ansehen, hat er meistens seine PC-Mouse dabei, mit der er dann den in der Ecke stehenden PC ansteuert um nebenbei sein Browsergame weiterzuspielen... Oder er nimmt mein Notebook... Teilweise hat er auch beides gleichzeitig an, auf dem PC läuft dann sein Spiel, auf dem Notebook das Browsergame... Letztens wollten wir mit Freunden abends wegfahren, da wollte er mein Smartphone haben, um während der Fahrt das Browsergame zu spielen, weil er noch einige Aufträge offen hatte. Ich habe dann gesagt, dass ich es ihm nicht geben würde, weil mein Datenvolumen fast ausgeschöpft sei und ich es auch nicht gut finde, dass er so viel Wert auf dieses Browsergame legt. Ich habe ihn geraten, davon mal etwas Abstand zu nehmen. Seine Reaktion bestand aus Meckern und dem Kommentar er lasse sich das nicht verbieten und er würde dann wenn wir zurück sind die ganze Nacht am PC verbringen, solange bis ich zur Arbeit gehen würde. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich das kindisch finde, aber ohne Erfolg. Um viertel vor fünf ist er ins Bett gegangen L Meistens trägt er Kopfhörer und unterhält sich dann mit den Leuten die auch online sind. Wenn ich ihn dann etwas frage, hört er es meistens nicht und ich muss drei oder viermal fragen, bis ich eine Antwort bekomme. Er geht nicht mal zum Essen vom PC weg. Meine Versuche mit ihm über das Problem zu reden haben bisher nicht geklappt (er hat ja kein Problem...), in seinen Augen ist das alles ja ganz normale PC-Nutzung. Ich habe daher auch schon probiert den PC einfach auszuschalten, da wird er wütend.
Ich kann es ja verstehen, dass man gerne mal im Internet ist und auch mal bei Facebook guckt, aber ich habe das Gefühl dass er süchtig ist. Es gibt Wochen, da sitzt er jeden Abend bis 3, halb 4 nachts vorm PC und duscht nicht einmal. Im Bett läuft es übrigens auch nicht wirklich gut, ich kann nackt vor ihm stehen, der PC erhält mehr Aufmerksamkeit. Ich rege mich immer mehr über sein Verhalten auf und fühle mich teilweise wie eine Putzfrau.
Habt ihr Tips oder Ratschläge? Wie soll ich mit ihm umgehen? Wie kann ich ihn motivieren seine Zeit ins Arbeiten zu investieren und nicht vor dem PC zu verbringen? Oder haltet ihr das alles für normal???

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20. Februar 2012 um 16:16

Ich ...
.... hatte auch mal so einen Kanditaten - und habe ihn auf den Mond geschnibbst - nicht nur deswegen, auch andere Sachen spielten eine Rolle. Aber dies war auch ein Grund - ich fühlte mich wie seine Putze, Köchin, Haushaltshilfe und Belustigungskandidatin ... Irgendwann hab ich meine Koffer gepackt, bin gegangen. Nachdem er ausgezogen ist und sich versuchte "für mich zu ändern" - hatte er unter anderem seine ganzen Accounts in Spielen gelöscht ... Er gab später zu in der Welt gefangen gewesen zu sein, eine Sucht gab er indirekt zu. Solche Menschen müssen hart aber fair spüren was solch Verhalten anrichtet. Und wenn dabei auch nichts bei rumkommt weißt du das du das richtige getan hast.

Ich finde sein Verhalten inakzeptabel, respektlos, nicht beziehungsgerecht. Du bist nicht glücklich, hälst allein mehr oder minder die Beziehung aufrecht, wenn man das noch so sagen kann ...

Du sagst er ist selbstständig? Viel scheint der ja nicht zu tun zu haben wenn man soviel bei ebay, Facebook und Co. rumschnarchen kann. Die Selbstständigen die ich kenne, sitzen bis 3 Uhr nachts vor Aufträgen, Verträgen, Angeboten oder Konzepten ... Aber nicht vor Star Wars (WTF?) ...

Wenn reden nichts mehr bringt - und so scheint es mir - dann lass ihn spüren ... Und wenn selbst das nichts bringt - dann isser sowieso komplett Sinnesentlehrt, in allen Farben und Formen ...

Ich wünsch dir viel Glück und Kraft!

heju

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20. Februar 2012 um 17:06

Sucht
ich hatte auch eine Phase, in der ich ziemlich viel zeit am PC verbracht habe, und auch wenns mal 8 Std. am Tag waren, denke ich auch jetzt nicht, dass ich süchtig war, da ich immer div. andere Sachen höher priorisiert habe. Der PC war einfach der Lükenfüller und Bekämpfer der Langeweile.

Wenn man den PC aber schon dem Sex vorzieht, dann ist (zumindest für mich) schon ziemlich prekär..

Online Multiplayer sind extrem zeitintensiv, vorallem solche à la Star Wars, WoW, etc etc. Sie machen eine Menge Spass, und wenn man nur 1 Std an Tag spielt, kann man nichts "erreichen". Genauso wie Browserspiele, da reichen eigentlich einige Klicks, aber man ist halt zeitlich gebunden, weshalb auch diese Zeitintensiv sind.
Das mit einer Beziehung unter einen Hut zu bringen, ist sehr schwer. Vorallem wenn man dann noch eine Arbeit hat.

Red mit ihm, und mach ihm klar, dass es so nicht weitergeht, dass er mehr machen muss.
Dir ist ja nicht wichtig, dass er mit dem spielen aufhört, sondern dass er mehr Zeit hat für Haushalt, Arbeit und für dich, oder?
Du kannst selber entscheiden, ob du ihn selber zur Erkenntnis kommen lassen möchtest oder es ihm direkt sagst: Die Spiele kosten zuviel Zeit, er wird damit aufhören müssen.

Wenn sich trotzdem nichts ändert würde ich ausziehen.
Klar du magst ihn, aber er wird dann selber merken, dass es nicht so weitergehen kann, und dann zurückkommen.

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21. Februar 2012 um 13:50
In Antwort auf israel_12701333

Sucht
ich hatte auch eine Phase, in der ich ziemlich viel zeit am PC verbracht habe, und auch wenns mal 8 Std. am Tag waren, denke ich auch jetzt nicht, dass ich süchtig war, da ich immer div. andere Sachen höher priorisiert habe. Der PC war einfach der Lükenfüller und Bekämpfer der Langeweile.

Wenn man den PC aber schon dem Sex vorzieht, dann ist (zumindest für mich) schon ziemlich prekär..

Online Multiplayer sind extrem zeitintensiv, vorallem solche à la Star Wars, WoW, etc etc. Sie machen eine Menge Spass, und wenn man nur 1 Std an Tag spielt, kann man nichts "erreichen". Genauso wie Browserspiele, da reichen eigentlich einige Klicks, aber man ist halt zeitlich gebunden, weshalb auch diese Zeitintensiv sind.
Das mit einer Beziehung unter einen Hut zu bringen, ist sehr schwer. Vorallem wenn man dann noch eine Arbeit hat.

Red mit ihm, und mach ihm klar, dass es so nicht weitergeht, dass er mehr machen muss.
Dir ist ja nicht wichtig, dass er mit dem spielen aufhört, sondern dass er mehr Zeit hat für Haushalt, Arbeit und für dich, oder?
Du kannst selber entscheiden, ob du ihn selber zur Erkenntnis kommen lassen möchtest oder es ihm direkt sagst: Die Spiele kosten zuviel Zeit, er wird damit aufhören müssen.

Wenn sich trotzdem nichts ändert würde ich ausziehen.
Klar du magst ihn, aber er wird dann selber merken, dass es nicht so weitergehen kann, und dann zurückkommen.

Vielen Dank
für deinen Beitrag. Du hast geschrieben, dass du auch schon öfter stunden vor dem PC gesessen hast, aber nicht süchtig warst. Was war dir denn zum Beispiel wichtiger oder wie konnte man dich motivieren vom PC wegzugehen? Und was gibt es einem denn, wenn man sich bei einem Spiel so schnell hochlevelt?? Ich hab manchmal das Gefühl, dass mein Freund sich in seine irreale Welt "flüchtet" - vielleicht weil sein reales Leben ihn nicht zufrieden stellt?!
Ich möchte die Beziehung nicht aufgeben, weiß aber immer noch nicht, wie ich weiterkomme. Außerdem hab ich Angst, dass er wirklich süchtig ist

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21. Februar 2012 um 13:56
In Antwort auf hedda_11903256

Vielen Dank
für deinen Beitrag. Du hast geschrieben, dass du auch schon öfter stunden vor dem PC gesessen hast, aber nicht süchtig warst. Was war dir denn zum Beispiel wichtiger oder wie konnte man dich motivieren vom PC wegzugehen? Und was gibt es einem denn, wenn man sich bei einem Spiel so schnell hochlevelt?? Ich hab manchmal das Gefühl, dass mein Freund sich in seine irreale Welt "flüchtet" - vielleicht weil sein reales Leben ihn nicht zufrieden stellt?!
Ich möchte die Beziehung nicht aufgeben, weiß aber immer noch nicht, wie ich weiterkomme. Außerdem hab ich Angst, dass er wirklich süchtig ist

Er ist ...
... bereits süchtig.

Wehe du würdest --> den hier tun und seine Welt bricht zusammen und er rastet aus ...

Stell ihn vor die Wahl - er oder seine virtuellen Gamerfreunde ...

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21. Februar 2012 um 15:21

Hey, ich glaube du hast zu schnell gelesen.
Als wir uns kennengelernt haben, war er als Servicekraft tätig. Jetzt möchte er nicht für jemanden arbeiten und hat sich deshalb vor knapp 2 Jahren einen Gewerbeschein geholt. Mit dem darf verschiedene Sachen machen, z,B. Promotion-Aktionen, Hilfsarbeiten auf Baustellen, im Garten usw. Für seine Tätigkeit schreibt er dann Rechnungen. Wie ebenfalls erwähnt, arbeitet er aber (leider) nicht regelmäßig. Eigentlich nur, wenn der angebotene Job seinen Vorstellungen entspricht und er gerade Zeit und Lust hat. Das sind dann manchal 1 oder 2 Wochen am Stück, manchmal aber auch nur 1 oder 2 Tage pro Woche. Es kam auch schon vor, dass er mehrere Wochen nicht gearbeitet hat. Dementsprechend hat er ja viel Zeit für seine Lieblingsbeschäftigung...

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