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Mein Freund macht, was er will...

28. Januar 2012 um 18:00

Sonst bin ich immer die stille Mitleserin, aber nun ist mein Problem untragbar für mich geworden.
Also mein Freund (21) und ich (23) sind jetzt seit ca. 20 Monaten zusammen, wohnen seit Juli 2011 in einer gemeinsamen Wohnung.
Es ist die Hölle

Ich bin einfach nur noch verzweifelt, er behandelt mich wie Dreck. Macht nur was er will, ohne Rücksicht auf Verluste.

Wie haben vor der gemeinsamen Wohnung ungefähr 9 Monate bei ihm zu Hause gewohnt, da wir aus verschiedenen Orten kommen und ich kein Auto hatte.
Er wollte gerne jede Nacht mit mir verbringen, ich hab notgedrungen bei ihm gewohnt, weil es sonst Vorwürfe gehagelt hat à la Du willst nur weg von mir, du willst keine Zeit mit mir verbringen. und ich dumme Nuss hab alles mitgemacht.
Habe gelitten wie Sau, weil ich dort nie sein wollte. Aber der Herr wollte nicht mit mir zusammenziehen (noch nicht bereit von Mami wegzukommen), aber gleichzeitig durfte ich mir keine Wohnung alleine nehmen, die hätte nämlich seinen Ansprüchen standhalten müssen. Eine 1 Zimmer Wohnung groß genug für zwei Leute, damit er dort auch mitwohnen konnte. Das hat weder die Wohnung, noch mein Geldbeutel geschafft.

Das diese Aufgabe leider unmöglich zu lösen war, bin ich notgedrungen bei ihm geblieben, obwohl ich todesunglücklich war und ihn das auch immer habe spüren lassen. Er meinte nur, ich solle mich zusammenreißen und anpassen, er könne doch auch glücklich bei SICH! Zu Hause sein...
Tatsächlich...-.-

Ich dachte, wenn wir ausziehen, würde es endlich besser zwischen uns werden. Endlich Ruhe einkehren, seine Eltern nicht mehr ständig nach uns schreien und wollen, dass wir ihnen den Arsch hinterhertragen...

Falsch gedacht. Jetzt ist er völlig ausser Rand und Band. Ich soll seine Wäsche machen, er steht ständig vor der Tonne und mosert, dass er ja nix mehr zum Anziehen hätte (mache ich natürlich nicht, ich wasche seine Sachen mit, da ich sonst die Trommel nicht voll bekomme, aber bügel nicht ein Teil von ihm ärgert ihn maßlos), ich soll die Wohnung aufräumen (mach ich auch nicht ^^),
ich muss sein Leben hinnehmen, er kann immer Leute mitbringen, ohne mir wenigstens Bescheid zu geben, er ist ständig unterwegs und wenn nicht hockt er vor dem Rechner und spielt Poker. Ich darf keine Kritik und vor allem keine Wünsche äußern.
Er muss nix mit mir unternehmen, denn er hat keinen Bock auf mich (sagt er) und es reicht, dass er sich alle paar Tage mit mir aufs Sofa legt und sich den Rücken kraulen lässt und ich dumme Nuss freue mich auch noch!

Dazu muss man sagen, ich leide seit September 2011 unter Panikattacken und Depressionen...
Habe jede Menge Schmerzen immer und überall und bin auch ne kleine Heulsuse.
Irgendwie interessiert ihn das gar nicht.
Ich will nicht 24 Stunden Anwesenheit von ihm, nur dass er mich ernst nimmt und mich nicht immer nachäfft und auslacht, wenn ich wieder Angst vorm Sterben habe.
Ich habe mich auch leider erst spät um nen Therapieplatz gekümmert, da ich mir meine Schwäche nicht eingestehen wollte. Der erste Termin ist am 13.2., also noch ein paar Tage...

Durch diese Depression bin ich im Moment nicht in der Lage ihn zu verlassen, da ich niemanden sonst habe... Meine liebe Mutter sagt immer nur, ich solle mich nicht anstellen und am Riemen reißen.

Oh Gott, das ganze liest sich wie ein Horrorfilm und irgendwie muss ich mich selbst fragen, ob ich noch ganz dicht bin. Ich bin sicher nicht einfach, aber der Kerl ist einfach verwöhnt, egoistisch und gefühlskalt. Sein Vater geht genauso mit seiner Mutter um.

Ich weiß, dass die Beziehung mit ihm keine Zukunft hat, aber ich will wenigstens in der Wohnung bleiben, bis ich wieder stark genug bin, um mit mir allein zu sein.

Soll ich ihn einfach machen lassen und mein Ding machen und ihn ansonsten ignorieren? Wie komme ich von ihm los?
Ich würde so gern über den Dingen stehen, aber ich bin ein sehr... na ja, wehrhafter Mensch, ich gehe oft in die Luft, aber im Endeffekt bin ich die, die sich so nach Liebe und Zuneigung sehnt, dass sie nachgibt...

Bitte, bitte helft mir irgendwie...
und danke fürs Lesen.
Liebe Grüße

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28. Januar 2012 um 20:02

Hmmm...
Ich denke ehrlich, solange du einen Grund hast um dort nicht weg zu müssen, wird es dir kaum besser gehen. Du schreibst dein Problem, bittest um Hilfe, machst aber zwischen den Zeilen ziemlich deutlich, dass die Lösung kein Auszug bzw Trennung ist, da du ihn (zwischen den Zeilen gelesen) dennoch irgendwie brauchst während dieser schweren Zeit, obwohl er es ist der dir nonstop eine schwere Zeit beschert. Von Beginn an hatte dein Freund die Zügel über euer beider Leben in der Hand - daran ist nicht nur er schuld - du hast sie ihm übergeben. Fakt ist nun, dass du glaubst keine Kontrolle mehr über dein Leben zu haben, da er nun definitiv alles übernommen zu haben scheint, und dann kommt noch dazu, dass er dich auch dementsprechend behandelt und deshalb hast du Panikattaken und Ängste. Du wirst ihn nicht ändern können und er wird dich wohl kaum jemals als ebenbürtig betrachten. Und nun liegt es eigentlich allein an dir zu entscheiden wie lange du noch in dieser Opferrolle bleiben willst. Geld, Wohnung, das bringt man alles auf die Reihe und sind sehr schlechte Gründe irgendwo zu bleiben...

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28. Januar 2012 um 20:36

Das jetzt bitte nicht allzu wörtlich nehmen...
aber ich hätte den schon längst von einem weißrussischen Killerkommando erledigen lassen. Und ihm 3 Monate vorher (damits nicht sooooo auffällig ist) noch eine Lebensversicherung zu meinen Gunsten untergejubelt.

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28. Januar 2012 um 23:24

Man
wenn ich sowas lese, tut mir das immer unglaublich leid.

Ich hatte vor ein paar Jahren auch beziehungsbedingte Depressionen und ebenfalls Panikattacken und kann ungefähr nachvollziehen was du da durchmachst. Es gibt kein Ein noch Aus. Man fühlt sich wie im Käfig.

Du hast dich total verausgabt, dich selbst vergessen und nur noch für ihn gelebt. Du gehörst zu den Menschen die denken, dass sie was tun müssen damit man sie liebt. Das ist völlig falsch. Musst du nicht. Aber es ist jetzt wurscht was falsch gelaufen ist, du musst zusehen, dass du auf die Beine kommst. WARUM das so gekommen ist, kannst du später aufarbeiten. Das läuft dir nicht weg.

Ich hab NACH der Trennung 1 1/2 Jahre gebraucht um wirklich wieder ich selbst zu sein. Jup, es ist Horror.

Dein Freund hat keine Respekt mehr vor dir, weil du keinen mehr vor dir selbst hast. Er macht was er will, weil du dich nicht mehr wehrst. So jemand kann einen nur runterziehen. Aber das hilft dir jetzt nicht. Das merkst du später erst.

Erwarte NIE, dass dir jemand aufhilft, wenn du am Boden liegst. Und warte auch bloß nicht drauf. Ich war komplett am Ende, habe versucht einen Therapieplatz zu bekommen (so fit war ich noch im Kopf). Als ich den lang ersehnten Anruf bekam (8 Monate später), war ich schon aus dem Gröbsten raus und brauchte das nicht mehr. So viel zur Hilfe von außen.

Wenn du dich jetzt nicht trennen kannst, dann mach es langsam. In deinem Tempo. Überforder dich nicht. Such dir etwas, dass dir Spaß macht und dir Kraft gibt. Und wenns ein Frisörbesuch ist, den du dir eigentlich nicht leisten kannst. Am Boden zu liegen kannst du dir auch nicht leisten. Geh raus und besuch Freunde. Du brauchst das Gefühl nicht allein zu sein. Niemand der dir nach dem Mund redet, sondern jemanden, der kapiert was bei dir los ist. Du brauchst Unterstützung, keine Belehrungen. Die ziehen einen noch weiter runter. Außerdem weiß man das selbst viel zu genau.

Mir hat ein neues Hobbie geholfen. Und es hat mich verdammt viel Kraft gekostet mich dazu aufzuraffen. Aber es hat schlussendlich geholfen. Das eine führt dann zum anderen. Sobald du wieder ein bißchen mehr Energie hast, hast du die auch für andere Dinge. Und so kettet sich das aneinander. Bis du irgendwann da stehst und ihn vor die Tür setzt. Oder eben deine Sachen packst und gehst.

Ich versicher dir, daß du irgendwann die Power dafür hast, wenn du dich JETZT zusammenreisst und dich um dich selbst kümmerst. Spiel keine Spielchen um ihn zu was zu kriegen. Kümmer dich nur um dich.

Auch wenns hart klingt.... ich bin mir nicht sicher ob er noch aus Liebe mit dir zusammen ist. Eigentlich benimmt man sich dann anders. Ich jedenfalls wurde zu all dem dann auch noch betrogen. Wobei das mein Glück war. Denn da war meine Geduld am Ende und ich hab endlich den Schlussstrich gezogen. Das war dann doch zu viel des Guten.

Im Übrigen: Zieh besser zu deinen Eltern, als dort zu bleiben. Zu deinen Eltern hast du eine gewisse Distanz, zu deinem Freund nicht.

Wenn er dir sagt "du bist blöd, hau ab" trifft dich das mitten ins Herz. Wenn die Eltern das sagen, reagiert man traurig, aber auch unheimlich bockig. Und das hilft ungemein.

Viel Glück






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28. Januar 2012 um 23:30

Das ist
von "außen" unheimlich einfach zu sagen. Wäre auch mein erster Gedanke. Aber wenn man mittendrin steckt, sieht das ganz anders aus.

Ist aber auch wirklich schwer nachzuvollziehen. Ich kenns aber und konnte selbst nicht verstehen was ich mir da angetan habe.

Da fehlt der gute Glaube an sich selbst. Manche Menschen haben den von Haus aus - andere müssen das auf hartem Wege lernen.

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