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Mein Freund lügt mich ständig an!

20. Februar 2017 um 11:20

Hallo liebe Community!

Ich habe ein großes Problem und weiß mir nicht zu helfen.

Kurze Vorabinfo: Ich bin 23, mein Freund 34. Wir sind seit anderthalb Jahren zusammen und haben schon vieles zusammen durchgestanden. Unsere Gefühle zueinander sind aufrichtig und sehr innig. Dennoch haben wir beide Defizite, die uns einiges schwer machen. Ich bin seit 4 Jahren in Therapie und mache dort sehr große Erfolge. Die Zusammenarbeit mit meinem Therapeuten verläuft wünschenswert, weil ich dort gelernt habe ich zu sein, mich Ängsten zu stellen und Fehler einzugestehen und vorallem zu anzunehmen. Eine tiefgehende Problematik ist das Vertrauen, denn ich habe sehr große Schwierigkeiten es aufzubauen, da ich es nie in meinem Umfeld gespürt habe (Familie, Freunde, Partner etc.) Jedoch habe ich gelernt meinem Therapeuten zu vertrauen, er ist der erste Mensch, bei dem ich so fühle. Meine Hochsensibilität erschwert mir zudem weitere Dinge.

Zum Thema: Mein Freund ist nicht immer ehrlich. Wir haben häufig Situationen in denen wir das feststellen müssen. Oft sind es auch nur kleine Dinge. Es läuft immer nach dem gleichen Prinzip; Ich frage etwas, er macht seine Aussage. Dann beim weiteren Reden kommt es zu Widersprüchen. Dann sagt er es anders. Ich frage wieso er auf einmal das Gegenteil behauptet. Und das geht ewig hin und her und macht dadurch etliche Falschaussagen. Wenn ich ihn frage, warum er einmal dies und dann jenes behauptet, kommen Gründe wie er wusste nicht genau um was es geht, er sei abgedriftet, kann sich nicht daran erinnern es mal anders behauptet zu haben und kann es jetzt oder dass er nicht nachgedacht habe. Manchmal aber auch bewusst aus Angst oder Scham.

Leider trifft mich das schon; nicht wegen der Sache selbst, sondern dass ich immer davon ausgehen muss dass es irgendwelche Umstände gibt die ihn unabsichtlich falsche Behauptungen machen lassen. Daraufhin hatten wir dann Kompromisse geschlossen. Ich habe gesagt ich werde mich immer deutlich ausrücken und nachfragen sodass keine Missverständnisse aufkommen. Seine Aufgabe besteht darin nachzudenken und sich seiner Aussage sicher zu sein bevor er etwas sagt. Wir haben einen Schlüsselsatz vereinbart "Kannst du dir bei dem was du sagst sicher sein bzw. bist du dir jetzt sicher und klar darüber?" Ich habe ihm auch gesagt dass er mir ein Signal geben kann, wenn die Situation für ihn überfordernd ist. Wir haben uns viele Möglichkeiten gesucht, wie wir uns da helfen können.

Das ist leider schon einige Male gescheitert. Ich bemühe mich extrem meinen Anteil zu erfüllen aber er hält sein Vorhaben nicht ein. Immer wieder kommen Gründe die er dann auf mein Verhalten schiebt, obwohl dieses Verhalten nicht stattgefunden hat. Er hat sich das auch eingestanden dass er es irgendwo auf mich abwälzt. Immer kommen Sachen wie, ich bin abgedriftet, es ist früh morgens, es ist spät abends, ich bin verwirrt etc. Wenn man etwas sagt, was nicht stimmt, dann merkt man es doch weil es nicht mit dem empfinden übereinstimmt egal welche abstrusen Gründe es gibt. Ich hatte anfangs sehr viel Verständnis aber mittlerweile muss ich immer davon ausgehen dass es irgendetwas gibt was auslöst dass er etwas sagt was nicht stimmt. Das ganz große Problem jedoch ist, dass er mir manchmal die Sicherheit mit unserem Schlüsselsatz bestätigt hat, obwohl er sich bewusst war, dass er mich dabei anlügt. Teilweise sind diese Lügen unkontrolliert und teilweise aus Angst und Scham (Dies ist seine große Problematik, über die wir oft gesprochen haben.) Selbst wenn ich frage ob er aus diesem Grund vielleicht etwas falsch bzw. nicht sagt sagt er nein, obwohl er es weiß.

Als es einen großen Knall deswegen gab haben wir ganz klar darüber gesprochen und ich habe wert darauf gelegt dass es um den Fehler Lügen (egal ob bewusst oder unbewusst) geht und nicht um ihn als Person. Es war ein sehr emotionales Gespräch, aber selbst da kamen dann wieder falsche Dinge. Er macht immer den selben Fehler. Selbst wenn wir über den Fehler reden macht er ihn. Teilweise auch bewusst. Das schlimme für mich war, dass ich ihm einmal gesagt habe, dass ich ihm jetzt Vertraue. Es war sicher noch nicht ganz aber ich habe den großen Schritt gemacht ihm zu vertrauen und ihn darum gebeten das bitte wertzuschätzen, weil es ein Geschenk ist dass ich noch nie geben konnte. Aber es kam wieder dazu. Wieder Lügen. Ich konnte es nicht nachvollziehen. Leider hat mich das psychologisch sehr getroffen, da ich das erste mal außerhalb des Therapiezimmers Vertauen schenken konnte

.Was soll ich tun? Ich kann im prinzip auf sein Wort nichts geben. Immer muss ich davon ausgehen dass es einen Umstand gibt. Er ist nicht im Stande sich sicher zu sein was er sagt. Ich muss leider auch immer davon ausgehen das er evt wegen irgendeinem Grund lügt, Absicht hin oder her. Selbst wenn ich ihn ganz klar und innig nach seiner Sicherheit frage bricht er es manchmal. Wie soll das gehen? Wie soll ich ihm was glauben? Vor allem: Wie kann das mit meiner Grundproblematik Vertrauen überhaupt funktionieren? Ich habe alles daran gesetzt dass es funktioniert, aber sein Anteil fehlt. Eigentlich ist sein Verhalten das pure Gift für mich. 

Was nun? Wir lieben uns so sehr. Aber ist seine Liebe begrenzt? Hört sie bei der Angst auf? Er sagt es ist ein Fehler und er sei schwach.


Ich bin euch für jedes Wort Dankbar!

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20. Februar 2017 um 12:18

Hallo,

kannst du mal ein paar Beispiele für solche Lügen von deinem Freund nennen? Ich tu mich schwer dabei, einzuschätzen, ob das bloße Ungenauigkeiten aus Bequemlichkeit sind, oder ob er sich z.B. durchgängig besser darstellen möchte, als er ist, und dich damit mehr oder weniger bewusst über seine Person täuschen will.
Wenn es nur um Ungenauigkeiten geht und die Wahrheit gar nicht sooo wichtig ist, dann verschlimmerst du mit deinem inquisitorischen Verhalten das Problem eher - du setzt ihn mit deiner Forderung nach Wahrheit nämlich unter psychischen Druck, und unter Druck verhaspelt man sich bekanntlich eher mal.

Übrigens hab ich mal eine sinnvolle Unterscheidung gelesen, nämlich zwischen Lügnern einerseits und Bullshittern andererseits: Ein Lügner kümmert sich wenigstens noch um die Wahrheit, wenn auch nur zu dem Zweck, um sie abzustreiten. Ein Bullshitter interessiert sich dagegen nicht für die Wahrheit, wenn er was sagt. Er gibt dir grundsätzlich immer die Version von der Geschichte, von der er denkt, dass sie bei dir am besten ankommt.
Was würdest du sagen - ist dein Freund unter dieser Definition eher ein Lügner oder eher ein Bullshitter?

"Was nun? Wir lieben uns so sehr. Aber ist seine Liebe begrenzt? Hört sie bei der Angst auf?"

Deine Liebe ist ja auch begrenzt, mal hart gesagt - sie hört da auf, wo du seine Schwindeleien hinnehmen und sie als Teil seiner Persönlichkeit akzeptieren solltest. Die Frage ist, willst du da überhaupt hin? (Ernsthaft, "Nein" ist eine völlig akzeptable Antwort auf diese Frage.)

lg
cefeu

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20. Februar 2017 um 13:09
In Antwort auf s0uveraine

Hallo liebe Community!

Ich habe ein großes Problem und weiß mir nicht zu helfen.

Kurze Vorabinfo: Ich bin 23, mein Freund 34. Wir sind seit anderthalb Jahren zusammen und haben schon vieles zusammen durchgestanden. Unsere Gefühle zueinander sind aufrichtig und sehr innig. Dennoch haben wir beide Defizite, die uns einiges schwer machen. Ich bin seit 4 Jahren in Therapie und mache dort sehr große Erfolge. Die Zusammenarbeit mit meinem Therapeuten verläuft wünschenswert, weil ich dort gelernt habe ich zu sein, mich Ängsten zu stellen und Fehler einzugestehen und vorallem zu anzunehmen. Eine tiefgehende Problematik ist das Vertrauen, denn ich habe sehr große Schwierigkeiten es aufzubauen, da ich es nie in meinem Umfeld gespürt habe (Familie, Freunde, Partner etc.) Jedoch habe ich gelernt meinem Therapeuten zu vertrauen, er ist der erste Mensch, bei dem ich so fühle. Meine Hochsensibilität erschwert mir zudem weitere Dinge.

Zum Thema: Mein Freund ist nicht immer ehrlich. Wir haben häufig Situationen in denen wir das feststellen müssen. Oft sind es auch nur kleine Dinge. Es läuft immer nach dem gleichen Prinzip; Ich frage etwas, er macht seine Aussage. Dann beim weiteren Reden kommt es zu Widersprüchen. Dann sagt er es anders. Ich frage wieso er auf einmal das Gegenteil behauptet. Und das geht ewig hin und her und macht dadurch etliche Falschaussagen. Wenn ich ihn frage, warum er einmal dies und dann jenes behauptet, kommen Gründe wie er wusste nicht genau um was es geht, er sei abgedriftet, kann sich nicht daran erinnern es mal anders behauptet zu haben und kann es jetzt oder dass er nicht nachgedacht habe. Manchmal aber auch bewusst aus Angst oder Scham.

Leider trifft mich das schon; nicht wegen der Sache selbst, sondern dass ich immer davon ausgehen muss dass es irgendwelche Umstände gibt die ihn unabsichtlich falsche Behauptungen machen lassen. Daraufhin hatten wir dann Kompromisse geschlossen. Ich habe gesagt ich werde mich immer deutlich ausrücken und nachfragen sodass keine Missverständnisse aufkommen. Seine Aufgabe besteht darin nachzudenken und sich seiner Aussage sicher zu sein bevor er etwas sagt. Wir haben einen Schlüsselsatz vereinbart "Kannst du dir bei dem was du sagst sicher sein bzw. bist du dir jetzt sicher und klar darüber?" Ich habe ihm auch gesagt dass er mir ein Signal geben kann, wenn die Situation für ihn überfordernd ist. Wir haben uns viele Möglichkeiten gesucht, wie wir uns da helfen können.

Das ist leider schon einige Male gescheitert. Ich bemühe mich extrem meinen Anteil zu erfüllen aber er hält sein Vorhaben nicht ein. Immer wieder kommen Gründe die er dann auf mein Verhalten schiebt, obwohl dieses Verhalten nicht stattgefunden hat. Er hat sich das auch eingestanden dass er es irgendwo auf mich abwälzt. Immer kommen Sachen wie, ich bin abgedriftet, es ist früh morgens, es ist spät abends, ich bin verwirrt etc. Wenn man etwas sagt, was nicht stimmt, dann merkt man es doch weil es nicht mit dem empfinden übereinstimmt egal welche abstrusen Gründe es gibt. Ich hatte anfangs sehr viel Verständnis aber mittlerweile muss ich immer davon ausgehen dass es irgendetwas gibt was auslöst dass er etwas sagt was nicht stimmt. Das ganz große Problem jedoch ist, dass er mir manchmal die Sicherheit mit unserem Schlüsselsatz bestätigt hat, obwohl er sich bewusst war, dass er mich dabei anlügt. Teilweise sind diese Lügen unkontrolliert und teilweise aus Angst und Scham (Dies ist seine große Problematik, über die wir oft gesprochen haben.) Selbst wenn ich frage ob er aus diesem Grund vielleicht etwas falsch bzw. nicht sagt sagt er nein, obwohl er es weiß.

Als es einen großen Knall deswegen gab haben wir ganz klar darüber gesprochen und ich habe wert darauf gelegt dass es um den Fehler Lügen (egal ob bewusst oder unbewusst) geht und nicht um ihn als Person. Es war ein sehr emotionales Gespräch, aber selbst da kamen dann wieder falsche Dinge. Er macht immer den selben Fehler. Selbst wenn wir über den Fehler reden macht er ihn. Teilweise auch bewusst. Das schlimme für mich war, dass ich ihm einmal gesagt habe, dass ich ihm jetzt Vertraue. Es war sicher noch nicht ganz aber ich habe den großen Schritt gemacht ihm zu vertrauen und ihn darum gebeten das bitte wertzuschätzen, weil es ein Geschenk ist dass ich noch nie geben konnte. Aber es kam wieder dazu. Wieder Lügen. Ich konnte es nicht nachvollziehen. Leider hat mich das psychologisch sehr getroffen, da ich das erste mal außerhalb des Therapiezimmers Vertauen schenken konnte

.Was soll ich tun? Ich kann im prinzip auf sein Wort nichts geben. Immer muss ich davon ausgehen dass es einen Umstand gibt. Er ist nicht im Stande sich sicher zu sein was er sagt. Ich muss leider auch immer davon ausgehen das er evt wegen irgendeinem Grund lügt, Absicht hin oder her. Selbst wenn ich ihn ganz klar und innig nach seiner Sicherheit frage bricht er es manchmal. Wie soll das gehen? Wie soll ich ihm was glauben? Vor allem: Wie kann das mit meiner Grundproblematik Vertrauen überhaupt funktionieren? Ich habe alles daran gesetzt dass es funktioniert, aber sein Anteil fehlt. Eigentlich ist sein Verhalten das pure Gift für mich. 

Was nun? Wir lieben uns so sehr. Aber ist seine Liebe begrenzt? Hört sie bei der Angst auf? Er sagt es ist ein Fehler und er sei schwach.


Ich bin euch für jedes Wort Dankbar!

hmmm... hört sich verdammt kompliziert und unentspannt an, eure art der kommunikation. ein beispiel, um was es da geht, und wie so ein gespräch konkret abläuft, wäre nicht schlecht.

wenn ich er wäre, würde ich sagen: so kann man es halten, wenn es wirklich um was wichtiges geht. aber wegen jedem kleinkram, über den man sich den lieben langen tag unterhält, solche krämpfe machen zu müssen - das würde ich nicht lange aushalten!

 

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20. Februar 2017 um 13:48
In Antwort auf derspieltdochblos

hmmm... hört sich verdammt kompliziert und unentspannt an, eure art der kommunikation. ein beispiel, um was es da geht, und wie so ein gespräch konkret abläuft, wäre nicht schlecht.

wenn ich er wäre, würde ich sagen: so kann man es halten, wenn es wirklich um was wichtiges geht. aber wegen jedem kleinkram, über den man sich den lieben langen tag unterhält, solche krämpfe machen zu müssen - das würde ich nicht lange aushalten!

 

Das macht er nur bei mir weil er nicht möchte dass ich ein schlechtes Bild von ihm habe. Das hat er auch schon zugegeben dass er das macht un mir dann öfters versprochen dass er das nicht mehr tun wird. Hat er aber trotzdem.

Meistens sind es sachen im Sinne von
- es gäbe nichts mehr was er nicht schon gesagt hätte
- er sagt mir immer die Wahrheit
- er lüge nicht mehr aus Scham
- er würde sachen sagen auch wenn sie verletzend sin
- dies und das habe er nicht gesagt
- dies und jenes findet er so und so
- er sei sich sicher in dem was er sagt
- er würde nicht mehr zulassen dass Angst eine Unwahrheit hervorruft


Er hat mir seine ganze Sicherheit vorgemacht weil er Schiss hatte dass ich schlecht von ihm denke oder dass er mich verletzt.
Diese Sicherheit war leider ein sehr wichtiger Bestandteil von allem eigentlich. Und er hat es bewusst mehrmals verletzt. Er hat mein ganz großes Geschenk das ich in meiner Therapie erarbeitet habe kaputt gemacht.
 

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