Home / Forum / Liebe & Beziehung / Mein Freund ist extrem schlampig

Mein Freund ist extrem schlampig

26. September 2004 um 18:34 Letzte Antwort: 28. September 2004 um 19:36

Vielleicht kann mir ja jemand ein paar Tipps geben.

Mein Freund und ich sind jetzt schon fast 1 1/2 Jahre ein Paar und eigentlich läuft es auch richtig gut. Es gibt da nur eine Sache, die mich unglaublich aufregt und womit ich absolut nicht leben kann: Er ist so wahnsinnig unordentlich.

Bis vor einem halben Jahr hat er noch bei seiner Oma gewohnt, die ständig hinter ihm hergeräumt hat, weswegen mir es zunächst nicht so stark aufgefallen ist.

Aber jetzt wohnt er in seiner eigenen Wohnung und grundsätzlich ist nur etwa ein Viertel seiner Sachen in den Schränken und Regalen, der Rest ist gleichmäßig auf dem Boden verteilt (in mehreren Schichten!) so dass man ständig auf irgendetwas drauflatscht. Dreckig ist es auch wie ...

Jetzt hab ich ihn schon total oft darauf angesprochen, aber er ändert halt wirklich überhaupt nichts daran. Unter der Woche hat er angeblich keine Zeit zum Aufräumen/Putzen und am WE pocht er auf sein "Recht" auf Entspannung. Na toll.

Mittlerweile hört er mir noch nicht einmal mehr zu, wenn ich was sage und meint höchstens, ich wäre nicht seine Mutter und soll ihn nicht herumkommandieren. Als ob mir das so einen Spaß machen würde !?! Wenn ich nichts sage, macht er ja gleich garnichts.

Ich bin jetzt mit meinem Latein am Ende und bin nur froh, dass wir noch nicht zusammenwohnen (Fernbeziehung). Allerdings wollen wir ja mal zusammenziehen und dann will ich keine Karriere als Putzfrau starten! Und ich hasse es echt total, wenn ich am WE bei ihm in dieser muffigen ungemütlichen Höhle sitze.

Hat von Euch schon mal jemand mit sowas Erfahrung gemacht?

Gruß von Eva

Mehr lesen

26. September 2004 um 21:15

Mein Freund ist extrem schlampig
Hallo Eva,
ich habe eben Deinen Beitrag gelesen und denke das ich etwas zu diesem Thema sagen kann.
Ich wohne seit einem Jahr mit meinem neuen Lebensparter zusammen. ER ist 39 ich bin 33 Jahre alt.Zur Zeit ist er mitten im Scheidungskriegs mit seiner Ex- Frau und kämpft ausserdem um das Sorgerecht seiner beiden Kinder.
Die letzten Monate waren für uns beide sehr anstrengend, weil er seine Kinder sehr vermisst und von seiner Ex- Frau andauernd irgdendwelche Briefe oder andere Gemeinheiten
aufgetischt bekommt, welche von der übelsten Sorte sind.
Das Thema Ordung spielte von Anfang an unserer Beziehung ein grosses Thema. Ich bin viel ordentlicher als er und er wurde von seiner eigenen Mutter in dieser Hinsicht sehr verwöhnt. In seiner Ehe war es so, dass seine Frau noch unordentlicher war als er, so dass er die meiste Hausarbeit machen musste. Allderdings kam auch ab und zu seine Mutter vorbei, die drei Stunden von hier entfernt wohnt, um zu helfen.
Allerdings muss ich erwähnen, dass seine Ex-Frau auch krank war und deshalb auch nicht so viel Energie hatte ein ganzes Haus in Ordnung zu halten. Doch sie soll extrem faul und schlampig gewesesen sein. ( Möchte keine Beispiele geben, weil die Zustände in diesem Haus widerlichster Natur gewesen sein sollen.)
Ich versuche einfach zu erklären , das ich in einen Haushalt gekomen bin, wo Chaos und Schmutz an der Tagesordung standen. Zuanfangs habe ich noch alles alleine gemacht. Mein Partner tat mir auch leid und ich wollte ihm wirklich helfen. Doch ich bin selbständig und arbeite als freiberufliche Illustratorin und Künstlerin und brauche eine gewisse Ordnung und Sauberkeit um glücklich zu sein. Ich möchte niemals perfektionistisch sein doch im Chaos kann ich nicht arbeiten. Es kann vor allem auch krank und deppressiv machen. Ich habe auch mit meinem Freud darüber gesprochen, manchmal half es, meist nicht. Natürlich weiss ich, dass man von einem Menschen nicht zu viel verlangen kann, der jahrelag in einem Chaos gelebt hat, doch ich war und bin immer noch der Meinung, dass jeder Mensch, vor allem auch Männer lernfähig sind.
Liebe Eva, ich denke dass Du Dir gut überlegen solltest, ob Du wirklich mit Deinem Freund zusammen ziehen willst, denn der Stress ist schon vorprogammiert. Doch ich verstehe, dass Du Dich danach sehnst, mit Deinem Freund zusammen zu ziehen, weil Du ihn warscheinlich liebst.Doch ein unordentliches Umfeld kann Dich wirklich krank und unglücklich machen und Dir vor allem Lebensfreude nehmen.
Mein Vorschlag von mir: Du kannst ihm zeigen wie man aufräummt und saubermacht.Denn er hat es nie gelernt. Ihr könntet zusammen Putzaktion machen, dabei genau die Zeit und den Tag festlegen.Vor allem aufschreiben, wenn es nicht geklappt hat, damit Du eine Übersichthast. Er soll Dir dann einen Alternativtermin geben,wenn etwas dazwischen kommt oder auch mal bei Dir Aufräumen. Denn weshalb sollst Du immer helfen. Freundschaft bedeutet: Geben und Nehmen und nicht nur nehmen. Vor allem Frauen sind sehr sozial eingestellt, ich kenn das auch von mir, doch wenn nichts zurück kommt fühlt man sich leer. Sag ihm ganz klar, das du Dich drüber freuen würdest , wenn er sich in irgendeiner Form revanchiert.Zur Zeit ist es mit Meinen Freund revanchiert.Mein Freund ist jetzt für das Spüllen verantwortlich und er gibt sich auch Mühe. Wichtig bei dieser Entwicklung ist, dass man nicht vergisst Partner zu loben, dies gilt vor allem für Männer. Du solltes auch kritisieren, wenn Dein Parter eine Hausarbeit sehr unordentlich ausgeführt hat, denn er sollte deinem Bedürfniss nach Ordnung auch entgegen kommen.Wenn ihm wirklich was an dir liegt,dann sollte er auf Dich eingehen. Doch wenn er sich absolut keine Mühe gibt, solltest du niemals mit ihm zusammen ziehen. Er kann ja so leben wie er will, ich denke jeder Mensch hat das Recht dazu, selbst zu wählen wie er leben will, doch in einer Gemeinschaft, muss man Kompromisse machen.Ich habe mich übrigens im Internet über dieses Thema informiert und meinst sind es die Frauen die immer noch still schweigend, die meiste Hausarbeit machen. Das verblüffende an dieser Sache ist, das viele Frauen diese Ungerechtigkeit hinnehmen, weil sie immer noch der Meinung sind, Hausarbeit ist reine Frauensache.Viele Männer sind auch für eine gleichberechtigte Aufteilung der Hausarbeitdoch in der Praxis sieht es anders aus. Sicherlich es gibt auch Ausnahmen. Am ehsten klappt es noch wenn beide berufstätig sind, doch sobald Kinder da sind, machen die Frauen wieder die ganze Hausarbeit. Sie werden auch nicht am Wochenende von ihren Männern entlastet, weil

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
27. September 2004 um 0:23

Das kenne ich auch
Ich hatte auch so ein Exemplar als Ehemann, mittlerweile Ex-Mann.

Die ganze Arbeit blieb an mir hängen. Ich hatte zu dieser Zeit noch einen Nebenjob zusätzlich zum Vollzeitjob und irgendwann war mir alles zuviel. Ich habe auch versucht, es ihm zu erklären, anfangs in normalem Ton, später, als es nicht viel gebracht hat, auch etwas lauter.

Irgendwann wollte ich nicht mehr, weil ich für einen Mann nicht Putzfrau, Kindermädchen und Mutter sein will.

Überlege es Dir gut, denn wenn der Ordentlichkeitssinn zu sehr auseinandergeht, kann das zum großen Problem werden.

LG Lady

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
27. September 2004 um 8:54

"Mein Freund ist extrem schlampig"
Vielen Dank für Eure Antworten! Nur irgendwie deprimiert mich das noch mehr.

Er meint immer, ich würde himmelweit übertreiben und die ganz Zeit "herummeckern" was mich schon wieder aufregt, denn für mich bedeutet "Meckern", dass man sich über etwas unnötigerweise aufregt.

Ich habe auch keine Lust, mich ständig zu streiten, wo man so viele schönere Dinge tun könnte. Aber dadurch wird es auch nicht besser. Ich hab ihn total lieb und wenn er nicht da ist, vermisse ich ihn wie sonst was. Aber seine Wohnung vermisse ich definitiv nicht.

Die Fernbeziehung werden wir noch mindestens 1 1/2 Jahre führen (berufliche Gründe) und ich hoffe, dass er sich in dieser Zeit ändert. Er meint, ich hätte kein Recht zu vermuten, er würde eine gemeinsame Wohnung genauso vollmüllen.

Wenn er sich nie ändern würde, müsste ich mich wohl trennen, weil ich mir ein Leben lang in getrennten Wohnungen einerseits nicht vorstellen kann (gefühlsmäßig) aber auch kein Leben zwischen alten Zeitungen und Unterhosen.

Aber schon der Gedanke an Trennung zerreisst mir das Herz, weil es noch nie einen Menschen für mich gab, den ich so wahnsinnig lieb hatte und der gleichzeitig auch alles für mich macht (ausser wie gesagt seine Wohnung Aufräumen/Putzen).

Aber gleichzeitig bin ich total sauer, dass er das alles wegen so einem Mist aufs Spiel setzt. In der Zeit, in der wir streiten, könnte man die Wohnung auch in Ordnung bringen. Normalerweise streiten wir nicht oft, es ist eigentlich nur immer wegen seiner Schlamperei. Soll ich ihm vielleicht einen Brief schreiben mit meinen Gedanken? Wenn ich was sage, hört er ja nicht mehr zu.

Ich fühle mich von seinen
blöden Ausreden auch oft provoziert und werde dann laut worauf er total auf Durchzug schaltet. Aber wenn ich mich echt bemühe, ruhig zu bleiben, kommen noch blödere Ausreden.

An seiner Arbeitsstelle ist er Mr Hyperkorrekt, d.h. er ist grundsätzlich zur Ordnung fähig. Wobei er es total hasst, überhaupt arbeiten zu müssen. Und da er unter der Woche so "unmenschlich" viel arbeiten muss (ok, nicht gerade wenig, aber in den heutigen Zeiten als Berufsanfänger und in seiner Position ziemlich normal), will er am Feierabend oder am WE nicht auch noch arbeiten müssen.

Und dann heisst es wieder, ICH als Studentin hätte keine Ahnung von garnichts, was mal superunfair ist, da ich vor meinem Studium jahrelang gearbeitet habe und mir Überstunden ebenfalls kein Fremdwort sind.

Ich weiß echt nicht mehr.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
27. September 2004 um 11:02

Ha, wieder Hoffnung
Hallo Robse,

das gibt mir wieder etwas Hoffnung Ich weiss zwar nicht, ob er dem Vorschlag zustimmen wird, da etwas geizig veranlagt, aber ich werde heute abend auf jedem Fall mit ihm darüber reden.

Mal schaun, vielleicht will er ja.

Eva

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
27. September 2004 um 19:42

Hoffnung wieder verflogen
Ach ja jetzt hab ich ja gedacht, die Putzfrauenidee wäre richtig gut, aber nein, er will nicht. Er meint, Putzfrauen würden stinken (=> die Wohnung dann auch) und würden grundsätzlich alle klauen. Wenn die Putzfrau am Abend käme, also wenn er auch da ist (zwecks Klauüberwachung), könne er sich nicht entspannen.
Gott, ist das alles scheisse.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
28. September 2004 um 19:36

Naja er gelobt Besserung...
Nach einem heftigen Streit hat er gemeint, er würde ab jetzt immer aufräumen, bevor ich zu ihm komme.

Tja das will ich erst mal sehen, aber ich hab jetzt beschlossen, mich einfach bis Freitag abend nicht mehr über seine Schlamperei aufzuregen, denn das bringt ja jetzt im Moment sowieso nichts und zieht mich nur runter.

Und dann werde ich ja sehen, ob sich was in der Wohnung getan hat. Wäre zumindest ein Anfang.

Schluss machen will ich mit ihm nicht, jedenfalls nicht in der nächsten Zeit. Denn dazu müsste ich noch viel angepisster sein, als jetzt.

Ich glaub ich werde einfach in Zukunft versuchen, weniger Zeit in seiner Wohnung zu verbringen. Und mir nach den 1 1/2 Jahren doch eine eigene Wohnung in seiner Stadt suchen. Da kann er mich dann ja besuchen. Oder falls doch gemeinsame Wohnung, dann gleich eine Putzfrau engagieren.

Bzgl. den angeblich grundsätzlich stinkenden und klauenden Putzfrauen: Klar, ich finde seine Meinung auch bescheuert und teile sie keineswegs, aber im Vergleich zu sehr vielen Menschen hat er sonst kaum Vorurteile und bescheuerte Meinungen, von daher finde ich das nicht so tragisch.

Mir ist ausserdem aufgefallen, dass ich durch ihn meinen Freundeskreis vernachlässigt habe. Ich werde mich wieder mehr um meine Freunde kümmern, mich wieder mehr "nach aussen" orientieren.

Mal schaun, wie es weitergeht.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram