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Mein Freund ist depressiv

6. Januar 2005 um 11:25 Letzte Antwort: 7. Januar 2005 um 14:48

Hallo ihr Lieben,
Ich bin seit über einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Am Anfang war es toll, doch dann wurde seine Stimmung immer schlechter. Irgendwann beichtete er mir, dass er depressiv ist und eigentlich Tabeletten nehmen müsste, die er allerdings abgesetzt hatte, als wir uns kennen gelernt haben. Doch jetzt ginge es ihn wieder so schlecht, dass er die Tabeletten nehmen müsste. Das ist jetzt ein Jahr her. Vor einem Monat hat er die Tabeletten wieder abgesetzt, was ich sehr toll finde.
Das Problem ist nur, dass er manchmal wieder diese depressiven Schübe kriegt und er überlegt, ob er wieder zu den Tabeletten greifen soll. Ich habe Angst, dass er das tut, denn die Tabeletten haben nämlich die dumme Nebenwirkung, dass er keinen Samenerguss mehr bekommen kann. Deshalb fällt der Sex fast ganz flach, wenn er wieder damit anfängt. Und das Jahr, als er sie genommen hat, war schon hart. Ich will ihm aber nicht sagen, dass er die Tabeletten gar nicht mehr nehmen soll, wenn es ihm dadurch besser geht. Aber ich leide darunter. Könnt ihr mir vielleicht helfen?
Danke,
Pipoca

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6. Januar 2005 um 11:42


da fehlen mir jetzt einfach die worte!

sparkling
*schokiert*

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6. Januar 2005 um 12:02

Danke
Mein Freund und ich führen eine Fernbeziehung, deshalb ist es für mich schwer, immer für ihn da zu sein. Leider macht er auch keine begleitende Theapie (auch wenn ich ihm das schon mal vorgeschlagen habe). Sein Hausarzt sitzt auch in Spanien, da er Spanier ist. Ein Anruf genügt und er hat leider wieder die Tabeletten. So ist es ja auch am bequemsten für ihn und er brauch sich keine Gedanken über die Gründe der Depression zu machen.

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6. Januar 2005 um 17:56

Depressionen...
Hallo,

ich wollte nur kurz anmerken, das Depressionen NICHT unbedingt einen GRUND haben müssen. Depression ist eine Krankheit und keine Laune oder schlechte Stimmung.

Zitat:

"Nach dem heutigen Stand der Forschung liegt wahrscheinlich grundsätzlich eine biochemische Veränderung im Zentralnervensystem vor, die sich in einem Ungleichgewicht chemischer Botenstoffe im Gehirn äußert. Die Ursache dafür ist bislang unbekannt. Erbliche Faktoren könnten aber eine große Rolle spielen."

Es kann Auslöser geben und gibt es meistens, aber es ist niemand depressiv WEGEN Problemen. Die Probleme sind NICHT die Ursachen.

Und: Antidepressiva können durchaus, auch über längere Zeit, gut und hilfreich sein, weil sie den Betroffenen ein normales Leben ermöglichen. Wichtig ist eine gute Beratung.

Zitat:

"Auch bei längerer Einnahme verlieren die Antidepressiva nicht an Wirksamkeit und machen nicht süchtig."

Weitere Infos gibt's im Internet, einfach mal googeln und "Depression" eingeben.

Liebe Grüße

Wallababy

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6. Januar 2005 um 18:20
In Antwort auf merit_12628389

Depressionen...
Hallo,

ich wollte nur kurz anmerken, das Depressionen NICHT unbedingt einen GRUND haben müssen. Depression ist eine Krankheit und keine Laune oder schlechte Stimmung.

Zitat:

"Nach dem heutigen Stand der Forschung liegt wahrscheinlich grundsätzlich eine biochemische Veränderung im Zentralnervensystem vor, die sich in einem Ungleichgewicht chemischer Botenstoffe im Gehirn äußert. Die Ursache dafür ist bislang unbekannt. Erbliche Faktoren könnten aber eine große Rolle spielen."

Es kann Auslöser geben und gibt es meistens, aber es ist niemand depressiv WEGEN Problemen. Die Probleme sind NICHT die Ursachen.

Und: Antidepressiva können durchaus, auch über längere Zeit, gut und hilfreich sein, weil sie den Betroffenen ein normales Leben ermöglichen. Wichtig ist eine gute Beratung.

Zitat:

"Auch bei längerer Einnahme verlieren die Antidepressiva nicht an Wirksamkeit und machen nicht süchtig."

Weitere Infos gibt's im Internet, einfach mal googeln und "Depression" eingeben.

Liebe Grüße

Wallababy

Nunja...
... depressionen haben immer einen grund- veranlagung spielt da eine rolle, traumatische ereignisse( die üblicherweise aber viel länger zurückliegen als der auslöser und oft nicht erinnert werden) oder eine stoffwechselstörung im gehirn( was übrigends sehr gut medikamentös behandeln werden kann).

es ist richtig es IST eine krankheit.

und weiterhin ist richtig- medikamente können durchaus der richtige weg sein.
depressionen entstehen, seeeehr simpel ausgedrückt, durch verdrängung- von daher sind viele patienten nicht zu einer aufarbeitung bereit. medikamente sind da eine grosse hilfe weil sie ein weitesgehend normales leben ermöglichen.

es ist falsch einen betroffenen zu ermuntern eigenmächtig medikamente wegzulassen oder gar abzusetzen. das MUSS mit dem behandelnden arzt abgesprochen werden!! alles andere ist GEFÄHRLICH( das kann bis zum suizid gehen!)

pipoca- mir ist unbegreiflich wie ein arzt per ferndiagnose andidepressiva *verschreiben* kann. diese dinge müssen individuell in der dosierung abgestimmt werden- das ist so gar nicht möglich!
was ist das für ein medikament das dein freund nimmt?

sparkling

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7. Januar 2005 um 11:34
In Antwort auf janene_12645599

Nunja...
... depressionen haben immer einen grund- veranlagung spielt da eine rolle, traumatische ereignisse( die üblicherweise aber viel länger zurückliegen als der auslöser und oft nicht erinnert werden) oder eine stoffwechselstörung im gehirn( was übrigends sehr gut medikamentös behandeln werden kann).

es ist richtig es IST eine krankheit.

und weiterhin ist richtig- medikamente können durchaus der richtige weg sein.
depressionen entstehen, seeeehr simpel ausgedrückt, durch verdrängung- von daher sind viele patienten nicht zu einer aufarbeitung bereit. medikamente sind da eine grosse hilfe weil sie ein weitesgehend normales leben ermöglichen.

es ist falsch einen betroffenen zu ermuntern eigenmächtig medikamente wegzulassen oder gar abzusetzen. das MUSS mit dem behandelnden arzt abgesprochen werden!! alles andere ist GEFÄHRLICH( das kann bis zum suizid gehen!)

pipoca- mir ist unbegreiflich wie ein arzt per ferndiagnose andidepressiva *verschreiben* kann. diese dinge müssen individuell in der dosierung abgestimmt werden- das ist so gar nicht möglich!
was ist das für ein medikament das dein freund nimmt?

sparkling

Ich kanns ja verstehen...
Er war auch beim Psychater, der ihn untersucht hat, aber das ist jetzt schon 2 Jahre her. Seitdem bekommt er die Tabeletten geschickt, wenn er sie haben will. Ich verstehe die Methode ja auch nicht ganz...
Das Medikament, das er immer genommen hat heißt Seroxat. Vielleicht kannst du da ja was mit anfangen. Ich habe mich zwar mal im Internet umgeschaut, aber leider nicht viel nützliches gefunden.

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7. Januar 2005 um 13:17
In Antwort auf an0N_1207280499z

Ich kanns ja verstehen...
Er war auch beim Psychater, der ihn untersucht hat, aber das ist jetzt schon 2 Jahre her. Seitdem bekommt er die Tabeletten geschickt, wenn er sie haben will. Ich verstehe die Methode ja auch nicht ganz...
Das Medikament, das er immer genommen hat heißt Seroxat. Vielleicht kannst du da ja was mit anfangen. Ich habe mich zwar mal im Internet umgeschaut, aber leider nicht viel nützliches gefunden.

Ja,
... is ein antidepressiva. soweit ich das überblicke ein gängiges und gutes.
es darf aber nicht sein das er das nach lust und laune, quasi, absetzt oder wieder anfängt. sowas MUSS abgesprochen werden.
( es wäre z.bsp. denkbar das er probleme mit dem absetzen hat und deswegen VORRÜBERGEHEND wieder eine depressive verstimmung aufgetreten ist- das muss man aber mit dem behandelnden arzt absprechen!)

schlag ihm doch noch mal sich einen arzt in seiner nähe zu suchen. was er da macht is gefährlich! niemand kann so notwendige massnahmen überblicken!


sparkling

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7. Januar 2005 um 14:02

Natürlich hast du recht
wirklich auflösen kann man depressionen nur mit aufarbeitung. und ich freu mich für dich, dass du einen weg daraus gefunden hast! :bon:

das AD persönlichkeitsverändern wirken können ist richtig, aber einer längerfristigen therapie und richtiger einstellung sollte das kaum spürbar sein( abgesehen davon ermöglicht die medikamentöse in vielen fällen überhaupt erst andere therapieformen).

ich denke der bestmögliche umgang ist eben individuell. und nicht jeder WILL aufarbeiten( abgesehen davon denke ich ist ab einem gewissen alter das kaum noch möglich- resp. der wille und die hoffnung schon zu stark geschwächt).
und um nochmal auf das beispiel mit der sexuallität zurückzukommen- mit jemanden der in einer depression steckt wird man wahrscheinlich sowieso keinen sex haben- an dem punkt ändern sich durch die medis also nix


sparkling

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7. Januar 2005 um 14:48

Und ob...
...das hier was anderes is! mir is unbegreiflich wie man sich AD mal eben so übers telefon bestellen kann *kopfschüttel* ich habs ja unten geschrieben- ihr freund soll sich nen vernüftigen therapeuten in der nähe suchen.( ich hab auch nich das gefühl das da ADs nötig sind)

meine erste ausführlichere anwort bezog sich das posting von wallababy. und ich wollte damit deutlich machen das man medis nich mal eben absetzt und nach belieben wieder anfangen kann( und das man schon gar nicht ermuntern soll. ich bin durch mein umfeld vorbelastet- es macht mich rasend wenn laien versuchen den kranken zu überzeugen "das zeug" einfach wegzulassen weil es doch nur schadet blablabla).

übrigends denke ich schon das man eine depression völlig überwinden kann- womit man leben muss ist der teil der persönlichkeit der eine solche begünstigt hat.


sparkling

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