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Mein Freund ist 36 und noch abhängig von seiner Mama

30. Januar 2011 um 13:52

Hallo Ihr Lieben.

Ich schreibe jetzt auch mal hier, weil ich ein Problem habe, das mich ziemlich belastet.

Ich (26) bin jetzt seit circa 2 Jahren mit meinem Freund (36) zusammen. Seit einem halben Jahr wohnen wir auch zusammen.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Jedenfalls sind wir beide noch Studenten. Er schon seit 11 Jahren, und er ist immer noch nicht fertig. Anfangs habe ich das gar nicht so mitbekommen, weil ich ja nicht Tag für Tag mit ihm zusammen war und ihn auch nicht so danach gefragt habe. Mittlerweile sehe ich aber, dass er nur sehr spärlich zur Uni geht. Er hat in den letzten beiden Semestern nur vier Kurse abgeschlossen und war vor meiner Zeit (das hat er mir erzählt) auch mal 2 Jahre gar nicht dort. Auf meine Nachfrage hin, warum das denn so ist, sagt er, es ist einfach nicht so seine Welt und er macht das nur, damit er später mal einen Abschluss in den Händen hält. Nebenher konzentriere er sich eben auf andere Dinge, weil er ja auch Geld brauche, um zu leben. Damit meint er seinen Auflegejob als DJ, Parties, die er veranstaltet und Mix-CD's, die er macht, um sie im Sommer auf Festivals zu verkaufen. Hört sich so erstmal verständlich an, allerdings läuft dieses Nebenher-Geschäft mehr als be5chissen. Die Mix-CD's hat er letzten Sommer sogar ganz weggelassen, weil ihm "das alles zu viel" wurde. Schon das kotzt mich total an.
Letztendlich bedeutet das, dass er im Moment kaum Geld hat. Er bekommt durch seinen Nebenjob nur 400 Euro im Monat, muss aber die halbe Miete, Essen, Studiengebühren und was sonst noch so anfällt zahlen. Da das aber gar nicht möglich ist, habe ich ihn neulich mal konkret gefragt, woher er eigentlich sein Geld nimmt. Er ist total schnell nervös und aggressiv geworden und wollte nicht darüber reden. Allerdings bekomme ich mittlerweile total oft mit, dass ihm seine Eltern - vor allem seine Mama - Geld zustecken. Zum Beispiel hat ihm seine Mama vor ein paar Monaten ein Sofa gekauft, einen Laptop (den er eigentlich gar nicht bräuchte, meiner Meinung nach. Er hat einen PC. Wenn man kein Geld hat, ist ein Laptop doch Luxus.), ein Regalelement fürs Bad, immer wieder Lebensmittel im Supermarkt, die Studiengebühr für letztes Semester, seine Krankenkassenbeiträge usw....
Das ganze Ausmaß bekomme ich jetzt erst so richtig mit und ich bin echt schockiert. Er sagt zwar immer, dass das nur geliehen ist, aber es ist mir ein Rätsel, wie er das alles zurückzahlen will.
Das Ding ist halt auch, dass ich in einem Jahr mit meinem Studium fertig bin und ich mich schon frage, wie es dann
weiter geht. Ich bin dann nämlich einen Schritt weiter im Leben als er und kann anfangen zu arbeiten. Dann will ich bestimmt nicht mehr mit einem zusammen sein, der seine Einkaufstüte von Mama gezahlt kriegt.
Grade gestern waren seine Eltern hier zu Besuch - die übrigens 5 Minuten von uns entfernt wohnen - und wir waren anschließend alle gemeinsam einkaufen. Sie haben uns mit dem Auto mitgenommen und wieder nach Hause gefahren, weil wir keins haben. Jedenfalls standen seine Eltern vor uns an der Kasse und ich habe unsere Lebensmittel aufs Band gelegt und auch diesen Trennstab dazwischengelegt. Ich hatte mein Portemonnaie in der Hand und wollte unsere Lebensmittel zahlen. Da sagt plötzlich seine Mutter zu der Kassierin: "Machen Sie das ruhig auch!" und die fängt an meine Sachen abzuscannen und seine Mutter hat das dann gezahlt. Ich hab ganz schön sparsam geguckt, weil ich echt angesäuert war. Draußen meinte seine Mutter dann zu mir, ich soll das nicht immer so eng sehen. Ich soll auch nicht denken, dass ich ihr deshalb etwas schuldig sei. Aber darum geht es doch gar nicht. Ich finde nur einfach, dass wenn sie ihm immer alles in den Ar5ch schiebt, er doch nie erwachsen werden kann. Außerdem brauche ich keine Hilfe von seiner Mutter, weil ich selber von meinen Eltern Geld bekomme und damit auch auskomme. Allerdings habe ich den Anspruch, dass ich bald nicht mehr von meinen Eltern abhängig bin und mein eigenes Geld verdiene.
Diesen Anspruch hat er nicht und das stört mich. Er sagt, solange das Geld in der Familie bleibt ist es doch gut. Toll! Aber zurückgeben kann er seinen Eltern ja nichts, weil er ja nichts hat. Ich finde das echt ganz schön schrecklich und wir haben uns gestern total gestritten deshalb.
Spinne ich oder seht ihr das genauso?
Danke fürs Lesen und für eure Antworten!

lg Anna

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30. Januar 2011 um 14:47

Danke
für deine Antwort.
Irgendwie kann ich das von der Mutter nicht nett finden. Würde ich echt gerne, aber ich finde es einfach schrecklich. Komme mir total bescheuert dabei vor. Das Schlimmste war dabei, dass ich mich so übergangen gefühlt habe. Sie hat mich ja nicht gefragt, sondern einfach über meinen Kopf hinweg entscheiden, dass sie das jetzt zahlt.
Ja bürgerliche Ansichten...das stimmt. Wir haben eben zwei verschiedene Lebensmodelle.
Er studiert Fotografie. Naja "studieren" ist da schon zu viel gesagt eigentlich.
Ich hatte erschreckenderweise nicht so den Durchblick, als ich mit ihm zusammengezogen bin. Leider.
Über eine mögliche Schwangerschaft habe ich auch schon nachgedacht. Nicht, dass es passieren könnte, aber so grundsätzlich eben. Ich bin ja noch jung und möchte auch Kinder. Wie das hier funktionieren soll, sehe ich aber nicht.
Du sprichst mir aus der Seele. Danke.

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30. Januar 2011 um 14:54

Das
weiß ich. Es gehören ja bekanntlich IMMER zwei dazu. Der zweite ist eben der, der es mit sich machen lässt . Und das ist er. Nur, sage ich ihm das, ist es, als würde ich sein Allerheiligstes angreifen. Seine Mami. Sie lässt ihn einfach nicht frei, das weiß ich.
Aber ich beginne mich auch zu fragen, was es mir (unbewusst) zu bringen scheint, in diese Situation verstrickt zu sein. Als wäre es meine Mission, ihn aus den Tentakel-Fängen seiner Mutter zu befreien. Als ob ich nichts anderes zu tun hätte.

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30. Januar 2011 um 15:23

Das Problem ist nicht seine Mutter
das Problem ist er selbst. Er hat keinen Plan, er hat keinerlei Ziele, er weiß nicht, wo er hinsoll und warum überhaupt. Er weiß nicht, warum er studiert und wie lange noch, er lebt auf Pump von Mamas Gnaden.

Nichts, was üblicherweise Frauen so gemeinhin attraktiv finden. Vielleicht ist er ja eine Granate im Bett oder kann dir supergut zuhören oder hat sonst irgendwelche bisher nicht erwähnte Qualitäten.

So allerdings, wie du die Situation beschreibst, sehe ich nur eine Lösungsmöglichkeit: pack deinen Kram zusammen und geh weg. Leb allein oder zieh mit einer Freundin oder einem Freund zusammen, das Leben, wie du es beschrieben hast, ist hochgradig destruktiv und vor allem komplett sinnlos.

Wünsche dir ein schönes weiteres Leben,
Christoph

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30. Januar 2011 um 15:49

Das
geht echt gar nicht. der mann ist wie gesagt fast 40 und der zug, im berufsleben fuß zu fassen ist doch schon lang abgefahren. wer nimmt ihn denn, wenn er mit seinem studium vielleicht mal fertig ist???
wach auf und befrei dich davon. du bist noch jung und musst dir nicht solche fesseln ans bein binden.
merke: er wird sich NICHT ändern!!!!!!!

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30. Januar 2011 um 16:08

Vielen Dank
an alle!
Es ist schon schwierig zu hören, dass alle Antworter das genauso sehen wie ich. Ich habe mich da wirklich selbst in eine ziemlich blöde Situation hineinkatapultiert. Ich kann jetzt nicht so einfach die Beziehung beenden, da wir wie gesagt zusammen wohnen plus der ganze Rattenschwanz, den diese Tatsache mit sich zieht.
Ich hoffe, dass ich es schaffe mich davon zu befreien!!

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