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Mein Freund in der Langzeittherapie zum Drogenentzug

30. Dezember 2018 um 21:40

Mein Freund hat eine Entgiftung gemacht und ist nun seit Nikolaus in einer Langzeittherapie. Wir haben uns am Sonntag gesehen und das Wiedersehen war da schon so steif und fremd. Es ist der einzig richtige Weg für ihn, denn er hat sich alles reingeknallt, was geht.
Ich habe furchtbar viel durch mit ihm. Habe ihn einen Tag vor der Entgiftung davon abgehalten, dass er seine Pulsadern aufschneidet, habe ihm das Messer weggenommen und mir aus Versehen selbst tief in den Daumen geschnitten. Zu den Drogenlügen kamen dann auch noch ständigen Schreibereien mit anderen Frauen über Singleapps und Whatsapp, wenn er K. konsumierte. Mit mir hat er so selten geschlafen. Ich fühlte mich gar nicht mehr als begehrenswerte Frau.
Lange Rede kurzer Sinn, ich dumme Kuh liebe ihn ja nach wie vor. Aber seit er in der Klinik ist, kommt nicht viel von ihm. Auch war das Treffen sehr komisch...so gefühllos. Er wollte noch nicht einmal, dass ich Silvester kurz vorbeikomme nachmittags, obwohl ich in der Gegend bin. Er sagte, er bräuchte erst einmal Zeit für sich, würde mich aber lieben. Er konnte nicht einmal sagen, wann wir uns wiedersehen. Nichts! Und statt Mitte Januar das erste Mal nach Hause zu kommen und Zeit mit mir zu verbringen, geht er lieber mit Leuten weg, die er dort kennengelernt hat.
Ich will eigentlich nicht noch länger warten...auf was? Ich habe auch schon Angst, dass er dort eine andere kennenlernt, denn er hat ja auch Freigang und alles.
Ich liebe ihn, aber ich kann nicht mehr. Die Beziehung hat viel kaputt gemacht. Vermutlich war ich nie seine große Liebe, sondern nur da, weil ich das einzig Normale in seinem Leben war. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Es geht mir wirklich schlecht.Hat jemand Erfahrung mit sowas?





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30. Dezember 2018 um 23:44

Gib ihm Zeit. Er hat hoffentlich eingesehen, dass ein Entzug höchste Eisenbahn ist, um sein Leben zu retten. Da kann er sicher nicht noch Nörgeleien oder Druck gebrauchen.
Vielleicht wäre es auch für dich Zeit, dein Leben neu zu organisieren, wieder mehr für dich zu tun. Ist sicherlich auch zu kurz gekommen. 

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31. Dezember 2018 um 10:16

Hallo silvy789,
Ich habe etwas ähnliches erlebt. Mein Freund ist Alkoholiker und hat Substitutionsmittel (Heroin Ersatz) konsumiert, ich weiß jetzt nicht ob man das direkt vergleichen kann aber als er auf Therapie war, war er am Anfang genau so. So kalt und desinteressiert ich hab dann auch gefragt was isr und mir Sorgen gemacht und so weiter. Irgendwann war's mir zu blöd und ich hab mein Leben weiter gelebt. Hab ihn weiter unterstützt und alles aber hab auch mein eigenes Ding gemacht.  Nach ca  7 Wochen war mein Freund dann wieder einigermaßen normal und hat dann erklärt dass es in der Therapie total anstrengend ist, er sich komplett neu ordnen muss, es ihm peinlich war dass ich ihn so durcheinander sehe und er deshalb sich distanziert hatte. Er hat auch viel mit Leuten von dort gemacht einfach um sich abzulenken. Mein Freund sagt auch jetzt nach der Therapie dass es falsch war sich so zurück zuziehen aber "normale" Leute können nicht nachvollziehen und verstehen, was so eine Therapie bedeutet und wie anstrengend das ist, man verändert sich und das ist einfach eine extreme Belastung. 
Ich würde sagen warte noch ab ob es besser wird und dann entscheide ob du bleiben oder gehen willst. 
Aber in der Zwischenzeit würde ich wirklich auch für dich die Zeit nutzen und Dinge tun die dir Spaß machen, auch ohne ihn Kopf hoch. 

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