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Mein Freund hat sich getrennt weil er psychische Probleme hat

8. Januar um 15:06 Letzte Antwort: 10. Januar um 18:23

Hallo ihr Lieben,

ich weiß nicht mehr wie ich mir helfen soll und bin volkkomen verzweifelt. Ich habe im April jemanden kennengelernt, wir haben uns von anhieb an super verstanden und die Gefühle entstanden bei uns beiden gleich schnell. Allerdings hatte er mir von anfang an erzählt, dass er kein einfacher Mensch ist und schon mal eine Therapie gemacht hat, da er oft unter Angstzuständen leidet und dazu tendiert depressiv zu sein. Er wusste, dass er Probleme hat, allerdings gings ihm eine längere Zeit gut bis ihn plötzlich seine inneren Grübelein so stark überumpelt haben, dass er wieder in seinem Tief saß und letztendlich den Kontakt zu mir abbrach, da er so sehr mit seinen negativen Gedanken beschäftigt war, dass er sich nicht weitere auf uns konzentrieren konnte und seine Gefühl, die er für mich hatte, letztendlich immer mehr in den Hintergrund rückten.
Ich akzeptierte seine Entscheidung und ich hatte ihn in Ruhe gelassen bis er sich immer wieder bei mir meldete, da er merkte wie sehr er mich vermisst. Dies ging eine Weile so, dass wir immer wieder Kontakt hatten und wieder den Kontakt abgebrochen haben, letztendlich entschied ich mich dazu, dass ich nicht so weitermachen kann, weil mich seine Unsicherheit selber sehr verletzt hat und ich ihm dazu geraten habe, dass er sich erstmal um sich selbst kümmern soll und wieder zu seinem Glück finden soll. Einige Monate vergingen und er meldete sich überraschender Weise wieder, er berichtete mir, dass es mit seiner Therapie sehr gut läuft und er war wie ausgewechselt. Wir kamen wieder in Kontakt, auch wenn ich anfangs sehr vorsichtig war, allerdings zeigte er mir wie ernst es mit mir meint und das er mich auf gar kein Fall verlieren will. Letztendlich sind wir zusammengekommen, er hatte mir seine Liebe gestanden und ich habe diese ehrlich erwidert. Es lief alles super bis auf die letzten zwei Wochen...er distanzierte sich immer mehr, ich hatte ab und zu mal nachgefragt, ob es alles in Ordnung ist und er hat mich jedesmal wieder beruhigt und mir versichert, dass ich mir keine Gedanken machen soll.

Vorgestern habe ich ihn auch endlich meinen Eltern vorgestellt und sie haben sich super verstanden, ich könnte nicht glücklicher sein! Gestern letztendlich der große Schock, er sagte mir am Telefon, dass er sich in letzter Zeit ziemlich unsicher fühlt was unsere Beziehung angeht und er nicht weiß wie es weitergehen soll. Er sagte zwar jeden Tag, dass er mich liebt aber das er sich jetzt im Moment nicht mehr seiner Gefühle sicher ist und das es ihm allgemein wieder psychisch schlecht geht. Er wüsste nicht wie es mit uns weitergehen soll und er davor Angst mich noch zu verletzten, weil er das Gefühl hat mir nicht das zu geben was mich glücklich macht.

Wir hatten schon öfters so welche Gespräche wo er meinte, dass er das nicht kann, allerdings kam er danach immer wieder an und hat mich schrecklich vermisst und es immer wieder bereut den Kontakt zu mir abgebrochen zu haben, deswegen gehe ich ganz stark davon aus, dass er in einer oder zwei Wochen wieder zurück kommen würde.

Wir wollen am Montag uns nochmal zusammen setzen und darüber reden was ihm durch den Kopf geht, weil ich das am Telefon nicht einfach so beenden wollte und er sich auch ziemlich unschlüssig war.

Ich weiß nicht was ich machen soll, ich liebe ihn sehr und würde ihn unterstützen und ihm auch gerne beistehen stehen und ihm auch seinen nötigen Freiraum geben, allerdings ist es keine Lösung jedesmal den Kontakt abzubrechen, wenn er ein Tief hat. Habt ihr vielleicht Ratschläge oder Alternativen, die ich anbieten könnte.

Ich danke euch im Voraus!

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8. Januar um 15:52

Er teilt sich dir offen mit, höre ihm zu! 
Insofern liegt es an dir, seinen Worten einen Sinn zu geben, auf ihn, darauf einzugehen oder dir etwas vorzumachen, deinem Traum von einer Beziehung nachzueifern. Stülpe ihm nicht deine Wünsche über. Nimm ihn ernst, lass ihn gehen, jedoch für immer.  Ich würde mich in einer Beziehung nicht auf das ON OFF Terrain begeben.

So ein Verhaltensmuster erachte ich trotz aller psychischen Ursachen als unreif und rücksichtslos. Auch mit Angststörungen und Depressionen kann der Umgang mit Mitmenschen rücksichtsvoll gestaltet werden. 
 

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8. Januar um 15:53

In schwierigen Zeiten zeigt sich auch hier während der Erkrankung das Innere, der wahre Kern, der Charakter eines Einzelnen.

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8. Januar um 19:58

Die Gefahr ist jene, dass Dein Freund über Dich versucht seine Probleme zu lösen. Mit dem Gedanken wird er wohl in Euphorie sein und Dich über alles lieben. Aber liebt er Dich oder eine Lösung für sein Problem? Klar ist eines, er muss sein Problem selbst lösen. Ausserdem darf weder er noch Du, Dich in der Verantwortung sehen. Nicht für sein Problem, seine Depression.

Und ich will nicht mal sagen, dass er Dich nicht liebt. Der Gedankengang lässt sich nämlich auch in die andere Richtung machen. Depression bedeutet er kann sich selbst nicht lieben. Und so macht es für ihn keinen Sinn von Dir geliebt zu werden. Deine Liebe wird er nicht sehen, nicht annehmen können. Nicht in tiefer Depression. Seine Liebe zu Dir mag trotzdem vorhanden sein, ohne Lebenssinn hat er aber keinen Zugang zu ihr. Macht sein Leben keinen Sinn, wie könnte die Liebe zu Dir Sinn machen?

Ich denke seine Ambivalenz ist diesen beiden Extremgedanken begründet.

Wie Du damit umgehen kannst ist eine schwierige Frage. Wahrscheinlich am besten, wenn Du ihm sagst, dass Du ihn liebst aber eine Beziehung wegen seiner Depression für Dich nicht möglich ist. So bleibt Dir die Chance den Richtigen kennenzulernen. Sei es ein anderer Mann oder doch er (nachdem er das gelöst hat). Vielleicht geht das ja irgendwann mit Hilfe seiner Therapie.

Letztlich musst Du das selbst wissen. Du weisst schon jetzt, dass er wieder zu Dir zurückkommt. Kannst Du dann nicht wiederstehen, dann pass gut auf, dass er Dir emotional nicht zu nah kommt. Pass auf Dich selbst gut auf. Dämpfe möglichst nicht nur Dich sondern auch ihn in seiner Euphorie. Im Extremen denke immer an das gegenteilige Extrem. Sorge so für einen kontinuierlichen Ausgleich an dem er hoffentlich lernen kann sich zu orientieren. Du könntest ja z.B. so schauen ob diese Phasen immer länger und weniger intensiv werden. Darauf hoffen, dass es sich bei der Liebe stabilisiert.

Stelle sicher, dass Du Dein Leben nicht damit verschwendest auf seine Problemlösung zu warten. An der Stelle ist Dein Alter auch relevant. Denn als junge Frau hast Du Dir selbstgegenüber eine spezielle Verantwortung. Ihr Frauen seid früh reif wird oft gesagt, vor allem aber müsst ihr das aus biologischen Gründen früh sein.

Ich würde Dir gerne mehr helfen, weil Du ihn liebst und ihn unterstützen möchtest. Das wiederum macht aber speziell Dich selbst liebenswert. In dem Sinn wünsche ich Dir Dein Liebesglück.

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9. Januar um 17:39
In Antwort auf

Die Gefahr ist jene, dass Dein Freund über Dich versucht seine Probleme zu lösen. Mit dem Gedanken wird er wohl in Euphorie sein und Dich über alles lieben. Aber liebt er Dich oder eine Lösung für sein Problem? Klar ist eines, er muss sein Problem selbst lösen. Ausserdem darf weder er noch Du, Dich in der Verantwortung sehen. Nicht für sein Problem, seine Depression.

Und ich will nicht mal sagen, dass er Dich nicht liebt. Der Gedankengang lässt sich nämlich auch in die andere Richtung machen. Depression bedeutet er kann sich selbst nicht lieben. Und so macht es für ihn keinen Sinn von Dir geliebt zu werden. Deine Liebe wird er nicht sehen, nicht annehmen können. Nicht in tiefer Depression. Seine Liebe zu Dir mag trotzdem vorhanden sein, ohne Lebenssinn hat er aber keinen Zugang zu ihr. Macht sein Leben keinen Sinn, wie könnte die Liebe zu Dir Sinn machen?

Ich denke seine Ambivalenz ist diesen beiden Extremgedanken begründet.

Wie Du damit umgehen kannst ist eine schwierige Frage. Wahrscheinlich am besten, wenn Du ihm sagst, dass Du ihn liebst aber eine Beziehung wegen seiner Depression für Dich nicht möglich ist. So bleibt Dir die Chance den Richtigen kennenzulernen. Sei es ein anderer Mann oder doch er (nachdem er das gelöst hat). Vielleicht geht das ja irgendwann mit Hilfe seiner Therapie.

Letztlich musst Du das selbst wissen. Du weisst schon jetzt, dass er wieder zu Dir zurückkommt. Kannst Du dann nicht wiederstehen, dann pass gut auf, dass er Dir emotional nicht zu nah kommt. Pass auf Dich selbst gut auf. Dämpfe möglichst nicht nur Dich sondern auch ihn in seiner Euphorie. Im Extremen denke immer an das gegenteilige Extrem. Sorge so für einen kontinuierlichen Ausgleich an dem er hoffentlich lernen kann sich zu orientieren. Du könntest ja z.B. so schauen ob diese Phasen immer länger und weniger intensiv werden. Darauf hoffen, dass es sich bei der Liebe stabilisiert.

Stelle sicher, dass Du Dein Leben nicht damit verschwendest auf seine Problemlösung zu warten. An der Stelle ist Dein Alter auch relevant. Denn als junge Frau hast Du Dir selbstgegenüber eine spezielle Verantwortung. Ihr Frauen seid früh reif wird oft gesagt, vor allem aber müsst ihr das aus biologischen Gründen früh sein.

Ich würde Dir gerne mehr helfen, weil Du ihn liebst und ihn unterstützen möchtest. Das wiederum macht aber speziell Dich selbst liebenswert. In dem Sinn wünsche ich Dir Dein Liebesglück.

Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort!

kurzes Update: Er hat sich bereits gestern gemeldet und mir geschrieben, dass er mich ziemlich vermisst und er gerade nicht weiß wo ihm der Kopft steht. Ich war selber erstmal total irritiert, da ich zwar damit gerechnet habe, dass er mir die Tage schreibt, allerdings nicht so schnell. Ich hatte erstmal nicht geantwortet, da ich keine Antwort parat hatte und erstmal eine Nacht darüber schlafen wollte. Er meldete sich währenddessen noch zwei weitere Male und meinte, dass er weiß, dass eine Entschuldigung von seiner Seite zu wenig wäre und dass ihm das Gespräch am Montag wichtig ist und er mich bittet wenigstens seine Nachrichten zu lesen, die er mir geschrieben hat. Ich antwortete erst heute Morgen, dass wir Montag reden. Ich habe ihm vor zu sagen, dass ich erstmal etwas Zeit für mich brauche, da ich kurz vor meiner Abschlussprüfung stehe und mir Prioritäten gesetzt habe und es wichtig ist, dass ich im Moment selber viel Energie brauche, um selber voran zu kommen. Ich werde auch betonen, dass er mir wichtig ist, allerdings ich eine gewisse Distanz bewahren möchte, um mich selber zu schützen. Ich hatte ebenfalls überlegt ihm anzubieten, ob ich mal mit zu seiner Therapie könnte, falls es Corona bedingt überhaupt möglich ist, um ihn auch besser zu verstehen und er merkt, dass ich ihn unterstütze.

Ich möchte mich nochmal für deine Worte bedanken, sie haben mir geholfen meine Gedanken etwas klarer zu sehen und mich daran erinnert, dass es mich selber noch gibt und ich auch wieder mehr an mich denken muss.

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10. Januar um 12:56

Danke für Dein Feedback.

Ja Du machst das gut, schau gut auf Dich, Deine Prioritäten und sei konsequent.

Ich vermute bei der Therapie dabei zu sein ist nicht so praktikabel. Es wird für ihn z.B. mit Therapeuten nicht einfacher sein sich Dir zu öffnen als es ohne Therapeuten ist. Bestimmt besteht aber die Möglichkeit ihn hin zu begleiten, so ihn zu ermutigen und symbolisch ihm beizustehen. Ansonsten kann er vielleicht von sich aus am Montag Dir mehr erklären. Das hoffe ich für Euch.

Du kannst auch gerne weitere Updates schreiben. Wenn es Dir hilft und Du Zeit hast.

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10. Januar um 13:48

Irgendwie hört sich das für mich nach einem alten Film an: "und täglich grüßt das Murmeltier"...

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10. Januar um 18:23
In Antwort auf

Danke für Dein Feedback.

Ja Du machst das gut, schau gut auf Dich, Deine Prioritäten und sei konsequent.

Ich vermute bei der Therapie dabei zu sein ist nicht so praktikabel. Es wird für ihn z.B. mit Therapeuten nicht einfacher sein sich Dir zu öffnen als es ohne Therapeuten ist. Bestimmt besteht aber die Möglichkeit ihn hin zu begleiten, so ihn zu ermutigen und symbolisch ihm beizustehen. Ansonsten kann er vielleicht von sich aus am Montag Dir mehr erklären. Das hoffe ich für Euch.

Du kannst auch gerne weitere Updates schreiben. Wenn es Dir hilft und Du Zeit hast.

Es hatte sich bereits heute ergeben, dass wir miteinander gesprochen haben, weil ich die nächsten Tage viel mit der Arbeit beschäftigt bin und dafür einen freien Kopf brauche. 
Ich bin also zu ihm gefahren. Als ich da war habe ich mich erstmal ausgesprochen und wie verletzt ich bin und das mein Vertrauen zu ihm darunter gelitten hat. Ich habe des Öfteren betont, dass ich verstehe, dass er kein einfacher Mensch ist, ich es aber nicht gut finde, dass er handelt bevor er seine Gedanken genau sortiert hat, weil er letztendlich mich dann doch vermisst. Während des Gespräches war er immer noch etwas unentschlossen, sodass ich letztendlich meinte, dass ich sonst jetzt gehen werde und ihn Ruhe lassen werde, jedoch mit der Absicht, dass für mich die Beziehung vorbei ist. Dies wollte er allerdings auch nicht, weil er weiß, dass an mir hängt und die Gefühle zu mir zu stark sind, um mich zu verlieren.  Nach einem langem hin und her haben wir uns jetzt noch eine Chance gegeben, von meiner Seite allerdings jetzt die letzte. Ich werde mich da auch wie geplant langsam rantasten. Zum Schluss haben wir uns nochmal sehr lange in dem Arm genommen, gekuschelt und uns auch geküsst, auch wenn die Stimmung immer noch etwas komisch war (denke das ist aber normal nach so einem Streit, oder?). Wenn ich jetzt Zuhause bin habe ich immer noch ein etwas misstrauisches Gefühl, allerdings denke ich auch, dass über die Sache etwas Gras wachsen muss und es mit den nächsten Treffen besser laufen wird und wir da wieder zurück in unseren gemeinsamen Alltag  finden werden. 

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