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Mein bester freund.

7. Mai 2015 um 6:15

Meinen besten freund habe ich 1998 kennen gelernt. Wir sind damals zusammen in die erste Klasse gegangen. Die für mich schulischen wichtigsten prägsamsten Momente, erlebte ich also mit ihm, (Einschulung, erstes mal Hausaufgaben vergessen etc). Mit dem älter werden, wurde unsere Freundschaft immer intensiver so ab der siebten klasse, waren wir unzertrennlich. Wir machten fast jeden Tag was zusammen, erlebten viele erste male zusammen, was uns noch mehr zusammen schweißte. Uns gab es quasi nur im Doppelpack. Wo er war, war ich auch, und andersrum auch. Mit der Pubertät kamen die ersten Streitigkeiten, aber länger als wenige Stunden waren wir nie aufeinander sauer. Irgendwann merkten wir beide, dass wir mehr für einander fühlten, etwas das über Freundschaft hinaus geht. Wir probierten Anfang der 10. Klasse eine Beziehung. Ob es wirklich liebe war, weiß ich nicht. Damals hätte ich jeden Schwur geschworen, dass es liebe ist. Aber heute, weiß ich einfach nicht, ob es nicht nur eine tiefe Verbundenheit war. Die Beziehung an sich, war das reinste Chaos. Ich lege Wert auf viel Pünktlichkeit. Für ihn war es normal so 3-5 Stunden später zu kommen. Was mich natürlich immer ordentlich auf die Palme brachte. Wir stritten uns oft, beinah täglich, aber fanden immer wieder zusammen. Ich nahm ihn immer in Schutz, auch vor der Beziehung. Er geht gerne jedem Konflikt aus dem Weg, ich springe eher in jeden Konflikt hinein. Wie gesagt, ich nahm ihn immer in Schutz, verurteilte ihn nie, egal was er sich geleistet hat. Ich habe nie zugelassen, dass jemand (aus welchen Gründen auch immer) schlecht über ihn redet. Half ihm bei Hausaufgaben und zog ihn immer aus dem Dreck. Selbst als er mich in der Beziehung betrogen hat, habe ich für ihn eine ausrede gesucht um ihn vor anderen in Schutz zu nehmen und zu verteidigen. Das war vor und während der Beziehung so. Nach einem Jahr trennten wir uns. Da wir jedoch den selben Freundeskreis hatten sahen wir uns oft. Nach der Trennung allerdings herrschte eine Woche funkstille. Dann setzten wir uns hin, und redeten. Und wir verstanden uns besser, als vor dem Desaster was sich unsere Beziehung nannte. Wir wurden wieder die besten Freunde, unzertrennlich. Alles war wieder beim alten, verteidigen, nicht verurteilen, helfen, für ihn da sein... Etc. 9 Monate nach der Trennung fand er eine neue Freundin. Besagte neue Freundin fand unsere Freundschaft allerdings nicht so toll und verbat ihm diese. Er duldete es und brach den Kontakt zu mir ab. Das war das erste mal, dass ich seine "unloyalität" spürte. Ich versuchte zu kämpfen, aber es war aussichtslos. 19 Monate später, trennten die beiden sich und wir fanden freundschaftlich wieder zueinander. Ich allerdings war skeptisch, verständlich - in meinen Augen hatte er mich verraten. Das ganze ging ca anderthalb Jahre, wo er Single war und wir wurden wieder unzertrennlich. Alles war wieder wie früher. Aber menschlich hatte er sich geändert. Vieles, wenn nicht sogar alles, war ihm einfach sch.. Egal. Nur ich nicht. Er bemühte sich wirklich und ich fand wieder vertrauen zu ihm. Irgendwann kam ein neues Mädel in unsere Gruppe, er fand sie toll. Ich verabscheute sie. Er verliebte sich. Sie sich auch. Sie hat ihm die Freundschaft verboten und er ließ es geschehen.. Diesmal kämpfte ich erst gar nicht. Er ließ mich ziehen und wir hatten zwei Jahre keinen Kontakt. Zwei Jahre in denen er mir schrecklich fehlte. Zwei Jahre in denen ich dachte, ihn für immer verloren zu haben. Zwei Jahre in denen ich ihn nur einmal sah - als er einen schrecklich Unfall hatte, und es mir egal war was seine... Freundin dachte. Es kam wie es kommen musste, auch die beiden trennten sich. Er meldete sich bei mir, doch ich ließ ihn zappeln. Ich hatte keine Lust mehr. Keine Kraft. Vielleicht war ich auch zu stolz. Über 10 Jahre hinweg, hab ich gemacht hab getan. Gekämpft und verloren. Egal was er anstellte, ich habe ich nie verurteilt. Ich habe ihn immer unterstützt. War von Grund auf immer ehrlich zu ihm. Ihm gegenüber immer loyal (während er mich zweimal aus seinem Leben verbannte). Ca zwei Jahre nach der Trennung fand ich aber wieder vertrauen zu ihm. Er war in einer sehr sehr dunklen und schlimmen Zeit für mich da. Stand mir zur Seite und unternahm alles, um mich aufzufangen. Ich fing wieder an ihm zu vertrauen und er wurde der wichtigste Mensch in meinem Leben. Er ist es noch immer! ... Aber er hat sich verändert. An seiner letzten Beziehung ist er menschlich zugrunde gegangen. Diese Frau hat ihn systematisch zerstört. Und die Spuren sind noch heute in ihm fest verankert. Ihm ist alles egal. Er hasst alles. Er ist so negativ geworden. Alles ist schlecht, alles ist böse. Er kann mit keiner Kritik umgehen, alle sind Schuld nur er ist unschuldig. Aber mir gegenüber, war er nun so wie ich es all die Jahre zu ihm war. Bis zum Tag x. Dann war plötzlich alles anders. Das geht jetzt seit ca 4 Monaten so. Es passiert mir etwas Gutes, er zieht es in den Dreck. Es passiert mir etwas schlechtes, er macht sich über mich lustig. Ich habe mich ihm gegenüber nicht verändert. Bin immer noch loyal, er steht immer noch an erster Stelle, ich bin ehrlich, nehme ihn in Schutz, verteidige ihn und lasse nicht zu, dass jemand schlecht über ihn redet. Und es gibt Tage..an denen er auch so zu mir ist. Und dann gibt es da die anderen Tage. Zb. Egal mit wem ich zusammen war, ich konnte mir nie vorstellen diesen jemanden zu heiraten geschweige denn eine Familie zu gründen. Jetzt habe ich jemanden an meiner Seite, mit dem ich mir das vorstelle und es mir von Herzen wünsche. Ich finde das ist etwas Gutes (man wird ja nicht jünger ) er sagte wörtlich "das ist total lächerlich, kindisch und dumm" als ich ihm das sagte. Oder Ich verletzte mich am Knie, musste auf Krücken laufen und er machte sich so sehr darüber lustig, dass es mir schon weh Tat. Dann wiederum, wenn ich ihn anrufe und ihn brauch ist er da. Damals nach der schule, schrieb er eine Bewerbung und bekam sogleich die Ausbildung. Er absolvierte seine Ausbildung und blieb in dem Betrieb. Als er die Ausbildung antrat, war er grade in der ersten Beziehung nach mir, wir hatten also keinen Kontakt. Er entschied sich für diesen Beruf. Diese Firma. Und er hasst es. Er will diesen Beruf nicht ausüben. Soll er sich etwas anderes suchen. Wenn er mal wieder einen schlechten Tag hatte, versuche ich ihn aufzumuntern. Doch immer bekomme ich seine Laune ab. Selbst wenn ich mir witzige Geschichten ausdenke, dass viele ihren Beruf nicht ausüben könnten, wenn er seinen Job nicht macht (und alle anderen ihn auch an den Nagel hängen) macht er mich fertig und will sich sowas nicht anhören. Er ist jetzt schon lange Single, und eigentlich wünscht er sich eine Freundin. Eigentlich. Aber irgendwie auch nicht, da Beziehungen ja eine gewisse Verpflichtung haben. Momentan ist es wieder ganz schlimm mit ihm. Ich versuche für ihn da zu sein, aber er wechselt seine Meinung fast stündlich. Er hat ein Mädchen kennen gelernt, Montag Abend war er noch Feuer und Flamme, dass er sie besser kennen lernen will und sich eine Beziehung vorstellen könnte. Dienstag morgen, fand er das überhaupt nicht mehr lustig und war total dagegen. Das seine Meinung sich geändert hat wusste ich nicht und bekam prompt auf meine Frage hin, wann die beiden sich Wiedersehen, seine Meinung seinen Groll zu spüren. Er ist mein bester Freund, ich kenne ihn seit fast 17 Jahren. Wir haben so viel miteinander erlebt. Alles geteilt. Die gleichen Dinge gehasst. Aber jetzt zur Zeit, bin ich am Ende meiner Kraft. Mir war es immer egal, mit wem ich zusammen war, er war immer mein bester freund und ich habe mir nie den Kontakt verbieten lassen. Kurzum : -loyal -immer ehrlich -immer treu -habe ihn verteidigt -in Schutz genommen -und nie verurteilt (wobei ich ihn am liebsten für manche Dinge den Kopf abgerissen hätte) Gestern war es aber so weit, dass ich schlicht weg einfach nur ausgerastet bin - in der Gegenwart meines Freundes - Ich war völlig außer mir vor Wut und Traurigkeit. Ich habe geschrien und geweint. Mittlerweile ist mein Freund soweit, dass er mit meinem besten reden will. So von Mann zu Mann. Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass mein bester Freund schon immer irgendwie von seinen Eltern abgelehnt wurde. Er hat ein ziemlich großes Alkohol Problem, ein wirklich mickriges Selbstbewusstsein und ist alles in allem ein integrantes ar***... Eigentlich weiß ich, was ich tun muss. Aber ich tue mich schwer damit, und habe Angst. Hat irgendeiner einen Rat? Irgendwas, was ich sagen oder machen kann? Ich bin für jede Hilfe dankbar. Vielen Dank fürs Lesen.

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10. Mai 2015 um 11:13

...
Manchmal muss man wirklich etwas aufgeben, wenn es einem nicht gut tut. Sei glücklich und leb dein Leben. Er hat dich genauso 2 x fallen lassen ....

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10. Mai 2015 um 12:58

Das
Ein oder andere mal, habe ich ihn darauf angesprochen... Ihm ist es gar nicht so bewusst. Die letzten drei Tage habe ich aber eine deutliche Besserung zu spüren bekommen. Habe ihm durch die Blume gesagt, dass ich das nicht mehr lange mit mache.... Zu dem Alkohol Problem, ich glaube nicht das er abhängig ist, denn er kann auch ohne Alkohol. Allerdings wenn er dann trinkt (was ganz gerne jedes Wochenende sein kann) dann trinkt er so viel, dass er am nächsten Tag nichts mehr weiß. So überhaupt gar nichts. Ich finde schon das man sowas ein Problem nennen kann, wenn man mit dem trinken nicht mehr aufhören kann wenn man einmal angefangen hat... Ich werde mir das ganze jetzt noch ein wenig anschauen, zur Zeit sehe ich ja die Verbesserung. Danke für eure Antworten.

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