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Medizinstudium Stress Trennung

10. Juli 2015 um 12:57

Hallo liebe Community

Wo fange ich am allerbesten an. Ich hoffe, dass im Verlauf des Schreibens, nicht all zu viele Rechtschreibfehler entstehen. Ich (25 Jahre alt) und meine mittlerweile Exfreundin (23 und Medizinstudentin) haben uns vor ca 2,5 Monaten getrennt.

Wir hatten eine wundervolle 2 jährige Beziehung, doch seit dem Sie ihr Medizinstudium anfing, ging leider bei uns alles den Bach runter. Sie stand regelmäßig unter Lernstress und Prüfungsangst (obwohl sie jede Prüfung bestand) und ich merkte wie selten wir dazu kamen zeit für uns zu finden, geschweige den mal unsere Sorgen bei Seite zu schaffen. Sie hat regelmäßig Trost bei mir gesucht, bzw. sich immer gefreut wenn ich sie besuchte und eine Kaffepause machten. Ich selbst bin Lehramtstudent, Leistungssportler und bereits im 8ten Semester. Das was sie durchlebt, kenne ich recht gut und weiß dementsprechend wie ich sie da am besten unterstützen konnte.

Unsere Beziehung war natürlich nicht Perfekt, aber wir haben uns super ergänzt, hatten reichlich Gemeinsamkeiten und auch einen gemeinsamen Freundeskreis. Als wir uns kennen lernten war sie eigentlich der festen Überzeugung mit niemandem zusammen sein zu wollen und kam aus Australien (Work & Travel) zurück. Sie hatte damals etwas mehr gewogen, was mich aber überraschenderweise nicht störte. Sie hatte damals Probleme sich zu entscheiden, was Sie aus sich machen will und welchen Berufsweg sie im Leben gehen will. In der Zeit arbeitete Sie als Freiwillige Nachhilfelehrerin für Flüchtlinge und bereitete Sich nebenbei für einen Mediziner Eignungstest. In unserer gesamten Zeit haben wir uns ständig unterstützt und waren für einander da. In den letzten Monaten unserer Zweisamkeit kriselte es nun. In einer Beziehung gibt es gute wie auch schlechte Zeiten und ich war der Ansicht, dass die guten Zeiten schon noch kommen werden. Nach unserer Prüfungsphase kam für mich dann die Überraschung.

Sie wollte sich trennen weil sie in ihrem Studium keine ruhigeren Zeiten sieht und es macht sie fertig mich ständig so enttäuscht zu erleben. Ich weiß, dass Stress ein Beziehungskiller ist und ich versuchte auch so wenig wie möglich Druck auf sie auszuüben. Zudem ist Sie sehr unzufrieden mit sich selbst, obwohl sie für mich eine natürliche Schönheit ist. Ich habe ihn ihr und unserer Beziehung wirklich viel Potenzial gesehen.

Nun, am Abend der Trennung ist sie völlig in Tränen ausgebrochen und sie wusste einfach nicht mehr weiter. Sie meinte Sie liebt mich und ich wäre für Sie der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Niemand kenne Sie so gut wie ich und ich wäre immer für Sie da gewesen. Sie will aber einen Weg finden, selbst Stark zu sein ohne von mir als Kraftquelle abhängig zu sein (Sie hat auch eine klare Identitätskrise). Sie weiß, dass ich derartiges wie "freunde bleiben" nicht in Ordnung finde und Sie wünscht sich, dass wir uns im guten trennen sodass wir vielleicht irgendwann wieder zueinander finden. ich habe auch zu ihr gemeint, dass ich ihre Lage verstehe und respektiere aber ich könne aus Selbstschutz einfach nicht so tun als ob eine Trennung in Ordnung wäre.
Sie schrieb mir auch, dass sie mich vermisst und das der Entzug von mir ihr zu schaffen macht, aber an ihrer Entscheidung wollte Sie nichts ändern. Ich habe eine Kontaktsperre erstellt, da ich selbst in diesem Semester ein Staatsexamen schreibe und meine Aufmerksamkeit darauf konzentriere.

Leider tue ich mir schwer diese Trennung zu verarbeiten. Ich habe immer noch sehr starke Gefühle für Sie und ich versuche auch rational zu handeln. Aber egal welche psychologischen Erklärungen ich mir zusammenreime und lese, es tut mir einfach höllisch weh sie nicht mehr an meiner Seite zu haben.

Zudem habe ich sie gestern auf einem Open Air getroffen und anscheinend ginge es ihr besser. Sie kam mal auf mich zu und wir hatten einen Small Talk (wie es mir ginge/ wie ich mit meiner Vorbereitung aufs Examen zurecht komme). Leider war das Gespräch für mich sehr unangenehm und ich war eher abweisend. Ich erfuhr das sie in letzter Zeit auf 2 Festivals ging und natürlich schießen da Gedanken in meinen Kopf, ob sie was mit anderen Männern haben könnte, ob sie vlt einen neuen hat und ob all die Sachen die sie zu mir sagte nur dafür waren mir die Trennung zu erleichtern.

Sorry für den langen Text aber etwas vor Info ist bei meiner Geschichte von Bedeutung

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10. Juli 2015 um 13:26

Klar bist
du verletzt und enttäuscht! Völlig verständlich! Aber weißt du was: Wie wäre es, wenn du anfängst wütend zu sein? Wütend auf sie, dass sie sich nicht um eure Beziehung bemüht und stattdessen diese Beziehung aufgibt wegen ihres Studiums und gleichzeitig etwas von Liebe redet.
Massenhaft Menschen schaffen es, neben einem anspruchsvollen Studium eine Beziehung zu führen. Ich bin sogar in den Endzügen meines Studiums, wo's so stressig wird wie niemals sonst (zumindest in meinem Fach) mit meinem Partner zusammen gekommen und wir hatten eine wunderbare, verliebte Phase trotz enormem Prüfungsstress. Es geht alles wenn man will.

Aber auf eine Frau, die alles hin schmeißt, wenn ihr ihr Leben über den Kopf wächst, kann man nicht bauen. Was wenn ihr irgendwann wieder zusammen kommt und sie das dann wieder so macht?

Seit wütend! Das ist angebracht!

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10. Juli 2015 um 19:29

...
Einerseits will ich wütend werden, aber irgendwie kommt der Zorn nicht so wirklich hoch. Meine Gefühle haben noch Hoffnung obwohl meine Erfahrung und Kopf ganz anderer Meinung sind. Ich hatte auch eine Phase wo ich komplett planlos war, was ich mit mir in dieser Welt anfangen will und wie und durch was, ich mich definieren will.

Natürlich weiß ich, dass auf so einer Person wie sie aktuell ist oder war keine sichere Zukunft aufgebaut werden kann. Aber das ist ja auch eine Momentaufnahme. Menschen werden ja mit der Zeit Erfahrener und Selbstbewusster und ich dachte, dass ich ihr da ganz gut helfen würde.
Es ist nun mal schwierig jemanden kennen zu lernen mit dem man nicht nur auf einer Wellenlänge ist, sondern auch das ganze drum herum passt.
Ich finde es etwas schwach zu behaupten, dass man unter dem ganzen Lernstress keine Zeit für eine Beziehung hätte, weil kein Mensch durchgehend lernt. Eine Partnerschaft soll einem in erster Linie Kraft und Unterstützung geben. Wenn es aber nur eine Seite tut dann kippt die Beziehung natürlich irgendwann. Ich für meinen Teil würde ihr den Arsch aufreißen wenn ich sehe, dass sie ihr Studium schleifen lässt, nur um lieber mit mir Zeit zu verbringen. Wenn beide Menschen wollen, dann findet man einen Weg ans Ziel zu kommen. Man kann privates mit Karriere sehr wohl verknüpfen aber dafür muss man auch bereit sein zu kämpfen und zu arbeiten.
Ich bin ja angehender Lehrer und ich habe sehr viel mit Kindern und vor allem Problemkindern zu tun. Ich sehe wie sehr die heutige Gesellschaft darauf fixiert ist, denn einfachen Weg zu gehen wenn mal Probleme auftreten. Wie oft Partnerschaften trotz Kindern Zugrunde gehen weil man denkt etwas besseres zu finden.

Ich kann natürlich nur Rückschlüsse auf eigenen Erfahrungen aufstellen, aber wer sich zu sehr auf seine Karriere fixiert, der verliert auch die Möglichkeit zu leben.

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10. Juli 2015 um 19:49

...
das kann natürlich auch sein. ich bin da einfach in einem Dilemma. Ich hab erfahren, dass sie es sich vorstellen könnte nach ihrem Physikum wieder etwas mit mir anzufangen, aber ich bin niemand der da einfach mal bis dahin wartet. Andererseits wäre sie es wert. Aber was sagt das über mich aus wenn ich sowas mit mir machen lasse. Ich muss da klar meinen man stehen und zeigen das ich keine Selbstverständlichkeit bin

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11. Juli 2015 um 17:20

Ich könnte es nicht;
Ich KANN es. Ohne ihn hätte ich diesen stress niemals so gut bewältigt.
Klar das argument weiter unten muss ich mir dabei auch auf die kappe schreiben lassen: wir haben miteinander gelernt und uns gegenseitig geholfen sodass wir uns nicht wenig sondern den ganzen Tag lang miteinander beschäftigt haben. Aber miteinander lernen zu können das muss man wirklich können. Das ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache aber für uns wars der jackpot.


Naja vielleicht gibt es Leute für Eine Beziehung bei stress wirklich nicht führen können unabhängig von der Liebe aber dann muss sich der TE trotzdem noch fragen ob er eine Frau will bei der jederzeit wieder Schluss sein kann wenns zu stressig wird. Weil hrte Zeiten hat man auch im Job., nicht nur im Studium.

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11. Juli 2015 um 23:00

...
hallo. Vielen Dank schon mal für eure unterschiedlichen Perspektiven. Es ist nun mal schwer solch eine Situation Objektiv zu betrachten, für mich als Ex sogar unmöglich.
ich bin der Meinung, dass Partner aus unterschiedlichen Berufen kommen sollten.

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12. Juli 2015 um 13:03

Hm ....
Erst mal möchte ich dir viel Kraft und viel Glück für das Examen wünschen. Ich habe auch Staatsexamen geschrieben und weiß daher, wie viel Disziplin, Kraft, Nervenstärke und Schokoalde man da braucht.

Als ich deinen Text gelesen habe, ist mir durch den Kopf gegangen, dass sie sich vielleicht wirklich erst einmal selbst finden und "austesten" möchte, was sie alles aus eigener Kraft schaffen kann. Auch ist es so, dass man sich in den frühen 20ern noch mal unheimlich verändert und vielleicht hat sie gemerkt, dass sie dich und eure Beziehung nicht mitnehmen kann. Das ist nunmal das Alter, in dem man sich abnabelt.

Auch wenn es schwer fällt - lass dich nicht runterziehen.

GLG,
Raven

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12. Juli 2015 um 18:53


Absolut!
Die gemeinsame Wohnung schafft Freiheit & Flexibilität.

Kann ich nur bestätigen; wir hatten auch anfangs eine Fernbeziehung, die ich sehr stressig fand.
Das Zusammenwohnen ist viel einfacher! Weil jeder sein Leben leben kann und man sich trotzdem abends wiedersieht.

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13. Juli 2015 um 21:39
In Antwort auf heartsease


Absolut!
Die gemeinsame Wohnung schafft Freiheit & Flexibilität.

Kann ich nur bestätigen; wir hatten auch anfangs eine Fernbeziehung, die ich sehr stressig fand.
Das Zusammenwohnen ist viel einfacher! Weil jeder sein Leben leben kann und man sich trotzdem abends wiedersieht.

Ja,
da muss ich zustimmen!

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14. Juli 2015 um 9:37


Also ich hatte während des Studiums definitiv keinen Kopf für eine Beziehung, hatte genug mit lernen, Examina, ein bisschen Sport und dem Alltag zu tun. Ab und zu eine Affaire das wars in der Zeit. Erst während meiner Zeit als Ärztin im Praktikum sah das dann anders aus. Diejenigen meiner Kommilitonen die einen Partner hatten waren meist mit jemandem aus unserem Studienumfeld zusammen der sich in den Alltag noch irgendwie integrieren liess. "Auswärtsbeziehungen" waren sehr selten.

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