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Maßregelungen in der Kindererziehung

24. Dezember 2010 um 16:48

Hallo liebe Forengemeinde,

die nachfolgende Thematik behandelt das Zusammenprallen von erzieherischen "Maßnahmen" zw. einer jahrelang alleinerziehenden Mutter und ihrem neuen Partner.
Mich würden Erfahrungen von Frauen interessieren, welche das Gleiche mit einem neuen Partner durchgemacht haben.

Ich bin derzeit mit zwei Frauen befreundet, die ich Monate hinweg mit deren Kindern begleitete. Daher darf ich sagen, jeweils ein Freund der Familien zu sein und näher in das Geschehen involviert zu sein.

Beide Frauen sind neue Partnerschaften eingegangen, jedoch ähneln sich die Probleme, die sich mit der Zeit ergaben, sehr.
Beide Kinder scheinen nicht besonders glücklich über die neuen Umstände zu sein und äußern dies auch durch aggressives Verhalten gegenüber Dritten (war vorher nicht der Fall). Die Ursachen sind natürlich zum einen die normalen Eifersüchteleien, aber auch die Erziehungsmethoden der neuen männlichen Partner. Und hier sehe ich auch das größte Problem:
Die beiden jeweils neuen Partner glauben nun mit Zucht und Ordnung die Erziehung der Kinder übernehmen zu müssen und ziehen ihr Ding ohne Rücksicht auf Verluste durch. Beide Männer haben weder eigene Kinder noch Erfahrungen mit ihnen.
Als Aussenstehender empfinde ich allerdings auch die Reaktionen der Mütter als völlig falsch: Beide glauben nämlich nun, in der Vergangenheit die Erziehung völlig falsch angegangen zu sein (das sehe ich anders) und ziehen mit dem neuen Partner mit. Selbst wenn sie mit der ein oder anderen Entscheidung des neuen Partners nicht zufrieden sind, verlassen sie lieber den Raum und weinen, anstatt etwas gegen Ungerechtigkeiten, die das eigene Kind in diesem Moment erfahren muss, zu unternehmen. Ich sage Stopp !
Ein Kind erzieht man nicht mittels Bestrafung, sondern mit Respekt und Liebe/Fürsorge.
Ich habe mittlerweile bei beiden Familien den Eindruck gewonnen, dass die beiden Männer vergessen, dass sie es mit Kleinkindern zu tun haben und nicht mit Maschinen die zu funktionieren haben. Die Maßregelungen, die mir angetragen wurden, sind für mich das sprichwörtliche Kanonenschiessen auf Spatzen. Ich halte es auch für ein total unsinniges Argument, dass beide Herren ebenfalls eine strenge Erziehung erfahren haben sollen. Eine selbstkritischere Beobachtungsgabe würde ihnen helfen zu erkennen, dass sie nicht in der Lage sind, mit Kindern umzugehen. Ein Erwachsener, der einem Kind keinen Respekt zollt, muss sich nicht wundern, wenn dieser auch nicht zurückkommt.
Die Mütter verlieren m.E. die Kontrolle oder besser gesagt, sie übergeben die Kontrolle an den jeweils neuen Partner. Das halte ich für den absolut falschen Weg, denn so wundert es mich nicht, dass beide Kinder völlig desorientiert ihren Frust a.) am neuen Partner und b.) an Dritte weitergeben. Ich denke, dass beide Frauen ihre "neu" gesetzten Prioritäten überdenken sollten.

Über eure Erfahrungen, aber auch sachlicher Kritik an meiner Denkweise bin ich sehr dankbar.

Liebe Grüße und ein besinnliches Weihnachtsfest euch allen

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25. Dezember 2010 um 17:51

Hi
den ersten Teil deines postings verstehe ich leider nicht so ganz, ...

... aber bzgl. des zweiten Teils mag ich gerne bestätigen, dass Konsequenzen für schlechtes Kinderbenehmen wichtig sind; nur sollten diese angemessen und nicht überzogen sein.

LG zurück

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26. Dezember 2010 um 1:43

@scheherazade1976
Ich denke du hast bzgl. deiner zweiten Ausführung etwas falsch verstanden, evtl. habe ich mich da auch unklar ausgedrückt.

Ich kenne beide Kinder seit kleinauf und stelle JETZT aggressive Verhaltensweisen bei ihnen fest, was vorher nicht der Fall war. Diese negativen Verhaltensweisen der Kinder traten erst NACH den Maßregelungen auf.
Deshalb denke ich, dass eine strenge Maßregelung der falsche Weg ist und schon gar nicht vom neuen Partner übernommen werden sollte. Offensichtlich sind seine Erziehungsmethoden ursächlich für das aggressive Verhalten.

Ich gebe dir aber in dem Punkt recht, dass es wohl beiden Frauen schwer fällt, sich gegen den neuen Partner durchzusetzen. Ich würde die Mütter dennoch nicht als erziehungsungeeignet bezeichnen, da sie vorher alle Situationen gut gemeistert haben.

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26. Dezember 2010 um 1:50

Hallo Coleen
jetzt verstehe ich deine Anmerkung

Zum Glück habe ich solch irren Tussis noch nicht kennengelernt und hoffe, dass mir das auch erspart bleibt.

LG

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26. Dezember 2010 um 2:14

Du hast
es ausgesprochen: "Zumal das bei den Kindern ein Gefühl von "verlassen und alleine sein" auslösen könnte ...".
Wen wunderts dann, dass die Kleinen ihren Frust mit auf Arbeit (Kita) nehmen und an Dritten auslassen?

Es wäre eine Möglichkeit, dass sich das Kind schuldig fühlen könnte, wenn es wegen ihm Streit unter den Erwachsenen geben könnte. Eine andere wäre, dass die jeweilige Mutter sich (schlimmstenfalls) von ihrem Partner trennt und ihren Verlust-Frust am Kind auslässt. Möglich ist leider alles ...

Ich kann dir zudem bestätigen, dass es die 4-Augen-Gespräche bereits gab.
Der eine männliche Partner ignoriert die Vorgaben der Mutter und der andere versucht mit emotionaler Erpressung, gegenüber der Mutter, seinen Weg fortzusetzen. Beides sind keine optimalen Voraussetzungen für eine Aufrechterhaltung einer Beziehung; das ist zumindest meine Meinung.
Ich bin bei dem unverbesserlichen Ignoranten sogar der Überzeugung, dass er nun sein wahres Gesicht zeigt. Die Kinderliebe, die er anfangs zeigte, verblasst unter seiner jetzigen Herrschaft - es macht den Eindruck, als sei seine Kinderfreundlichkeit nur Fassade gewesen ... hoffentlich geht auch der besagten Mutter bald ein Licht auf.

Ich konnte beiden Müttern nur ans Herz legen, dass sie sich überlegen sollten, wo bzw. bei wem ihre Prioritäten liegen.

Und nein, beide Frauen wechseln nicht häufig den Partner.

Vielen Dank für dein Feedback

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26. Dezember 2010 um 2:32

Kann mich Laufbahn nur anschließen
die Mütter genießen es wohl endlich den Mann im Haus zu haben, der sie unterstützt auch bei der Kindererziehung. Nur ist die einfach völlig daneben und die Damen scheinen es in ihrem Liebestaumel total zu übersehen, dass sie jegliche Verantwortung , die sie wirklich hättten, abgegeben haben.
Arme Kinder, die sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als sich zu wehren.
Ich hatte auch mal die Situation, mein Mann hat sich weitgehend herausgehalten und wir haben eine Beratungsstelle zu Hilfe genommen, was uns sehr gut tat und uns alle unterstützt hat. Wir haben das gemeinsam sehr gut gemeistert. Mein Sohn hatte einen sehr lieben Stiefvater.
Gruß Melike

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