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Mann der für zwei arbeiten kann. Ist das anmaßend? Bitte nicht voreilig urteilen, sondern lesen!

6. Dezember 2013 um 21:43 Letzte Antwort: 7. Dezember 2013 um 8:20

Ich habe eine Bewusstseinsänderung vollzogen.
Ich war immer felsenfest der Überzeugung und habe es auch immer so gelebt, dass ich mitarbeite, alle Kosten geteilt werden. Beide eben für den Lebensunterhalt verantwortlich sind.

Ich habe ein Kind und bin getrennt. Ich habe dem Vater nie auf der Tasche gelegen. Wenn er mal den Unterhalt nicht zahlen konnte, habe ich es ihm erlassen. Als ich Geld erbte, habe ich ihm einen großen Anteil des Geldes abgegeben, da er behindert ist und auch keinen wirklich guten Lebensstandard hat.

Ich habe immer mitgearbeitet damit der Vater keinen Betreuungsunterhalt zahlen muss.

Ergebnis: Mein Kind ist jetzt vier und ich merke, dass ich mich total übernommen habe. Ich habe schon immer eine depressive Veranlagung und fühle mich im Berufsleben besonders nach der Geburt schnell überfordert, aggressiv, ausgelaugt, muss mich total zusammennehmen meine Launen nicht am Kind auszulassen.

Ich war nach dem Vater fast drei Jahre mit einem Mann zusammen. So, hier änderte sich das Verhältnis Frau Mann komplett und zum ersten Mal in meinem Leben habe ich dieses fremde Weltbild mitbekommen, nämlich den Mann eher in der Versorgerrolle. Also das hört sich jetzt kompliziert an: Letztendlich war es so seine Vorstellung. Praktisch konnte er es überhaupt nicht verwirklichen. Er hatte Schulden, konnte nicht mit Geld umgehen und fand es anmaßend, dass er bei mir Strom und Grundkosten zahlen sollte.

Ich hatte immer total Angst vor der nächsten Heizkostenrechnung, er lachte einmal als ich fast 1000 Euro nachzahlen musste.

Er fühlte sich immer finanziell in den Schatten gestellt und fühlte sich beraubt, weil ich ihm mein hart erarbeitetes Sparschwein nicht widmen wollte, was er für Zigaretten... verprassen wollte. An der Seite von ihm habe ich das erste Mal Existenzängste verspürt, habe alle finanzielle Verantwortung auf mich genommen. Bin trotzdem bei ihm geblieben, habe zu ihm gestanden...

Dann haute er einfach ab. Mir ging es danach immer schlechter, bin emotional total abgerutscht. Dann habe ich beruflich wieder ganz gut Fuss gefasst, aber es war nur ein zeitlicher Vertrag. Trotzdem habe ich viele Federn dabei gelassen, hatte ewig das Gefühl der Überforderung...

So, nun war es bei uns in der Familie traditionell so, dass viel Wert auf die Haushaltsführung gelegt wurde. Alles war so sauber. Die Bettwäsche gebügelt, das Essen frisch selektiert, ach, es macht mir soviel Spaß jemanden zu verwöhnen und diese ganzen Haushaltssachen nicht mal eben zwischen Tür und Angel zu erledigen. Im Garten frisches Gemüse anpflanzen, in Ruhe Putzen, kochen, ein schönes Nest haben.

Ich wünsche mir für die Zukunft nicht mehr, oder nur sehr sehr wenig arbeiten zu müssen. Aufgrund meiner Grundhaltung frage ich mich aber ob es falsch ist und habe ein schlechtes Gewissen.

Ob es überhaupt Männer gibt, die so eine Frau wollen? Ich wär auch bereit ein weiteres Kind aufzunehmen und die gesamte Betreuung, Herzlichkeit, Nähe, Organisation zu geben. Ist es verwerflich so zu denken?

Ich habe das Gefühl die Arbeit macht mich immer kränker. Und so ein Lebensmodell stelle ich mir wundervoll vor.

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6. Dezember 2013 um 22:17

Ja
denn ich habe ja ewig gearbeitet.

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6. Dezember 2013 um 22:57

Ich habe schon beides als Mann miterlebt....
.. und muss sagen ich fande es gut.

Es war so: meine Frau - damals Freundin studierte und verdiente kein Geld als wir zusammenzogen. Bafög gabs keins und sie war eigentlich völlig von mir abhängig. Durch nen Putzjob bei ihrer Oma hatte sie monatlich ca. 150 Euro Taschengeld. Und es war super!
Wieso? sie war häuslich und nahm einfach kein Stress mit nach hause. Als ich täglich von der Arbeit heim kam war jemand da der einen Empfängt und einfach liebevoll war. Sie konnte mit Freundinnen nach der Uni noch nen Kaffee trinken gehen und entspannen.

Später hat sie einen Job gehabt und oft den Stress der Arbeit mit heim genommen und es gab auch öfters Zoff u.a. weil sie gmobbt wurde und ALLES an mir ausgelassen hat.

Wie sie dann schwanger wurde, Kind und nicht gearbeitet hat war es wieder super. Wenn ich zurückdenke die "time of my live" in meiner Beziehung. Sie traf sich mit Muttis macht den Haushalt kümmerte sich um die Kinder und war einfach bescheidener.

Als die kleine dann das alter hatte fing sie wieder an zu arbeiten. Ein zweites Auto musste bei, Geld wurde und wird zum Fenster rausgeschmissen und finanziell siehts teils schlechter aus als zu der Zeit wo sie Studentin war und ich die hälfte von heute verdient habe. Ist alles eine Frage der Anpassung.

Ich muss ehrlich gestehen, wenn ich heute nochmal bei 0 anfangen könnte, und es zur Wahl stehen würde, würde ich lieber eine Hausfrau wählen statt der Business Dame. Nicht um sie zu unterdrücken sondern als Rückhalt für mich für mein warmes Nest, dass ich mir ja immer gewünscht habe.
Meine Frau versucht es zwar beides unter einem Hut zu bekommen nur sie scheitert kläglich. Sie will aber ihr erreichtes nicht aufgeben und ihren Luxus erhalten.
Und weil sie scheitert und sich überfordert von der 2-fach Aufgabe vergiftet die Beziehung zunehmen. Siehe mein anderer Thread...

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7. Dezember 2013 um 0:06

Also...
Besser hätte man es nicht zusammenfassen können!
Jedes Wort ist wahr, was Du schreibst...

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7. Dezember 2013 um 1:45


Deine Vorstellungen sind allgemein gesehen zwar durchaus realistisch, aber bezogen auf deine Situation eher nicht.
Die meisten Männer sind bereit eine Familie komplett zu finanzieren und sich dafür auch mächtig anzustrengen, aber dann muss die Frau auch etwas besonderes für ihn sein.
Eine Frau die viele andere Männer hatte, oder sogar ein Kind von einen anderen wird nie etwas besonderes für einen Mann sein. Sie ist eine Partnerin, aber nicht die Partnerin. Sobald er so eine besondere findet wird er sich trennen und mit ihr eine Familie gründen.
Meine Freundinnen und ich finden es immer sehr lustig, wenn eine Frau plötzlich die klassische Rollenverteilung leben will, aber sich vorher wie Mann verhalten hat, und durch viele Bette gehüpft ist. Wir sind alle echt froh früh genug erkannt zu haben, dass kein Mann sich für so eine Frau aufopfern würde. Wir haben haben uns alle bisher sexuell konservativ gelebt, und haben mittlerweile alle Männer gefunden, die jederzeit den Alleinverdiener für uns machen würden. Aber auch nur, weil wir alle etwas besonderes für unsere Männer sind.

Ich glaube kaum, dass du noch einen findest für den du das sein kannst. Das hast du ja schon bei deinem Ex gesehen.

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7. Dezember 2013 um 8:20

Das wird ne schwierige kiste...
du suchst jetzt keinen partner mehr, sondern einen ernährer, der dir den @rsch durch's gebirge trägt.
heißt, du wirst künftig bei jedem mann, der sich ggf. ernsthaft in dich verliebt, ein falsches spiel spielen, denn du schaust nur auf seinen geldbeutel und hoffst, dass er blöd genug ist, sich für DEIN lebensmodell herzugeben, das nur noch auf versorgtsein und nicht mehr auf liebe aufgebaut ist.
die suche wird wohl nicht einfach werden, denn du wirst trotzdem abstriche machen müssen. charakter und optik werden zweitrangig, nur geld zählt.

wünsche dir viel spaß beim vögeln mit einem mann, der dir zwar nicht viel bedeutet, aber deine rechnungen bezahlt. macht bestimmt spaß und macht totaaaal glücklich...

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