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Magere Mutterliebe. Wie geht es euch damit?

17. November 2017 um 14:31

Mutterliebe erstreckt sich auf viele Ebenen meiner Meinung nach. 

-Den hauswirtschaftlichen Aspekt. Auch nicht zu unterschätzen und wichtig
-Den erzieherischen Aspekt. Klar auch wichtig. 
-Der emotionale Aspekt. 

Und den letzten, den würde ich gern näher beleuchten. Wie steht es mit emotionaler Zugewandtheit von Mutter zu dir? Emotionale Resonanz. Die ständige Gewissheit als Kind einen Fels in der Brandung zu haben. Die Mutter mit der du als Kind super gerne Zeit verbringst, dich auf sie freust, etwas unternimmst. 

Die Mutter, die teil hat, emotional. An deinen Erlebnissen, Sehnsüchten, das erste verliebt sein, alle möglichen Wehwehchen, Frustrationen, Freude, Probleme. 

Also bei mir fehlte der letzte Aspekt so gut wie Gänzlich. 

Habe das erst gerafft als ich so 30 war. Habe nie mit dem Herzen fühlen können, wie traurig es ist, war, dass meine Mutter emotional vollkommen verschlossen war, ist. Ursache? Kenne ich, spielt aber hier echt keine Rolle, würde den Rahmen sprengen.

Ich lernte im Laufe des Lebens einige ältere Frauen kennen. Emotional ordnete ich die unbewusst in das gleiche Muster ein: Opfer, sorgen für mich das wars. Habe nie eine wirkliche tiefe Bindung empfinden können. All das kann ich erst seit wenigen Jahren und ich bin Mitte 40. 

Ich habe übrigens als Kind die qualvolle Aufgabe übernommen Entertainer und für gute Laune Sorger für meine Mutter zu sein. Sonst wär es ja alles so traurig geworden. War also in dieser Hinsicht Mutter für sie. Das hat mich schwerst mitgenommen. Freundschaften liefen immer so später: Ich hab den Entertainanteil übernommen. Alles vorangetrieben. Auch beruflich. Eine furchtbare Rolle. 

Habe durch viele Seminare kapiert, dass ich diese Rolle inne hatte. Hat lang gebraucht das zu begreifen, denn ich kannte ja nix anderes. 

Als Mutter klopfe ich mir oft auf die Schulter. Denn die fehlende Liebe meinem Kind gegenüber von Seiten der Großmutter ist manchmal bitter, aber ich bin ein dankbarer Mensch und so konzentriere  ich mich auf das Gegebene um uns herum. ICh bin sehr stolz auf mich selber, dass ich meinem Kind das geben kann. 
Für mich das a und o eines gelungen Lebens eines Menschens.. 

Ich selber habe eine Ersatzmutter. Da spüre ich Mutterliebe. Leider wohnt sie sehr weit weg. Wir sind jeden Tag in Kontakt und sie ist so herzlich zu mir. In JEGLICHER Hinsicht. Ich wollte hier mal Menschen ermutigen, die sich trauen könnten Mutterliebe von Anderer Seite zulassen zu können. Es ist wunderbar. Es ist wirklich sehr berührend. 

Meine Mutter war nicht mal auf der Einschulung meiner Tochter. Einfach weil sie zu kalt ist. Es war ihr zu unbequem. Sie hat nicht mal angerufen. Habe es ihr auch übrigens offen kommuniziert. Das ist vollkommen sinnlos. In welcher Form auch immer. Ich komme da nicht an sie ran. Das Groteske ist, dass sie Freundschaften zu Frauen in meinem Alter hegt. Das macht mich manchmal traurig. Mit denen reist sie um die Welt. Zu unserer Einschulung kam sie nicht. 

Meine "emotionale Ersatzmum" ist fast verrückt geworden, dass sie nicht kommen konnte. 

Ich bin manchmal einfach so traurig. Ich habe mein Kind ohne Großeltern aufgezogen, ohne die Wärme. Und manchmal wünschte ich mir von ganzem Herzen eine echte Mutter Kind Bindung mit warmer Umarmung... Ich bin ja schon froh über meine Ersatzmum, aber wir können uns grade alle 2 Jahre mal sehen. 

Ich habe den Kontakt zu meiner echten Mutter auf ein Minimum reduziert, da es mir einfach nicht gut tut. 
Keine Angst, ich bin nicht total vergrämt oder erfolglos oder so. Aber ich finde es auch wichtig, mal traurig deshalb sein zu dürfen. Denn manchmal kommt die Sehnsucht nach dieser Liebe schon sehr stark. 
Außerdem wollte ich gern hiermit ein ganz ganz fettes Lob an alle Mütter aussprechen, die ihre Kinder ohne eigene Mütter oder deren Liebe aufziehen. Seid so verdammt stolz auf euch! 
Bin gespannt von euren Erlebnissen diesbezüglich zu hören. 

 

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17. November 2017 um 20:33
In Antwort auf himbeerblatt2

Mutterliebe erstreckt sich auf viele Ebenen meiner Meinung nach. 

-Den hauswirtschaftlichen Aspekt. Auch nicht zu unterschätzen und wichtig
-Den erzieherischen Aspekt. Klar auch wichtig. 
-Der emotionale Aspekt. 

Und den letzten, den würde ich gern näher beleuchten. Wie steht es mit emotionaler Zugewandtheit von Mutter zu dir? Emotionale Resonanz. Die ständige Gewissheit als Kind einen Fels in der Brandung zu haben. Die Mutter mit der du als Kind super gerne Zeit verbringst, dich auf sie freust, etwas unternimmst. 

Die Mutter, die teil hat, emotional. An deinen Erlebnissen, Sehnsüchten, das erste verliebt sein, alle möglichen Wehwehchen, Frustrationen, Freude, Probleme. 

Also bei mir fehlte der letzte Aspekt so gut wie Gänzlich. 

Habe das erst gerafft als ich so 30 war. Habe nie mit dem Herzen fühlen können, wie traurig es ist, war, dass meine Mutter emotional vollkommen verschlossen war, ist. Ursache? Kenne ich, spielt aber hier echt keine Rolle, würde den Rahmen sprengen.

Ich lernte im Laufe des Lebens einige ältere Frauen kennen. Emotional ordnete ich die unbewusst in das gleiche Muster ein: Opfer, sorgen für mich das wars. Habe nie eine wirkliche tiefe Bindung empfinden können. All das kann ich erst seit wenigen Jahren und ich bin Mitte 40. 

Ich habe übrigens als Kind die qualvolle Aufgabe übernommen Entertainer und für gute Laune Sorger für meine Mutter zu sein. Sonst wär es ja alles so traurig geworden. War also in dieser Hinsicht Mutter für sie. Das hat mich schwerst mitgenommen. Freundschaften liefen immer so später: Ich hab den Entertainanteil übernommen. Alles vorangetrieben. Auch beruflich. Eine furchtbare Rolle. 

Habe durch viele Seminare kapiert, dass ich diese Rolle inne hatte. Hat lang gebraucht das zu begreifen, denn ich kannte ja nix anderes. 

Als Mutter klopfe ich mir oft auf die Schulter. Denn die fehlende Liebe meinem Kind gegenüber von Seiten der Großmutter ist manchmal bitter, aber ich bin ein dankbarer Mensch und so konzentriere  ich mich auf das Gegebene um uns herum. ICh bin sehr stolz auf mich selber, dass ich meinem Kind das geben kann. 
Für mich das a und o eines gelungen Lebens eines Menschens.. 

Ich selber habe eine Ersatzmutter. Da spüre ich Mutterliebe. Leider wohnt sie sehr weit weg. Wir sind jeden Tag in Kontakt und sie ist so herzlich zu mir. In JEGLICHER Hinsicht. Ich wollte hier mal Menschen ermutigen, die sich trauen könnten Mutterliebe von Anderer Seite zulassen zu können. Es ist wunderbar. Es ist wirklich sehr berührend. 

Meine Mutter war nicht mal auf der Einschulung meiner Tochter. Einfach weil sie zu kalt ist. Es war ihr zu unbequem. Sie hat nicht mal angerufen. Habe es ihr auch übrigens offen kommuniziert. Das ist vollkommen sinnlos. In welcher Form auch immer. Ich komme da nicht an sie ran. Das Groteske ist, dass sie Freundschaften zu Frauen in meinem Alter hegt. Das macht mich manchmal traurig. Mit denen reist sie um die Welt. Zu unserer Einschulung kam sie nicht. 

Meine "emotionale Ersatzmum" ist fast verrückt geworden, dass sie nicht kommen konnte. 

Ich bin manchmal einfach so traurig. Ich habe mein Kind ohne Großeltern aufgezogen, ohne die Wärme. Und manchmal wünschte ich mir von ganzem Herzen eine echte Mutter Kind Bindung mit warmer Umarmung... Ich bin ja schon froh über meine Ersatzmum, aber wir können uns grade alle 2 Jahre mal sehen. 

Ich habe den Kontakt zu meiner echten Mutter auf ein Minimum reduziert, da es mir einfach nicht gut tut. 
Keine Angst, ich bin nicht total vergrämt oder erfolglos oder so. Aber ich finde es auch wichtig, mal traurig deshalb sein zu dürfen. Denn manchmal kommt die Sehnsucht nach dieser Liebe schon sehr stark. 
Außerdem wollte ich gern hiermit ein ganz ganz fettes Lob an alle Mütter aussprechen, die ihre Kinder ohne eigene Mütter oder deren Liebe aufziehen. Seid so verdammt stolz auf euch! 
Bin gespannt von euren Erlebnissen diesbezüglich zu hören. 

 

Sei doch glücklich, dass du dich liebe,- und verantwortungsvoll um dein Kind kümmern kannst - ohne es in fremde Obhut abschieben zu müssen.

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18. November 2017 um 20:03

Mutterliebe. Die ist für mich 1000 % bedingungslos. 
Diese klassischen Sprüche wie:"Im Alter nicht alleine sein."... 
Nein. Das soll wenn dann ganz freiwillig aus dem Herzen kommen. 
Ich will auch nicht aus einem Pflichtgefühl heraus gepflegt werden. Ne. Und das würde ich auch meinen Eltern gegenüber nicht tun. Alles was ich tue kommt aus dem Herzen und nicht aus einem Pflichtgefühl heraus. 
Ich gebe sogar mittlerweile meine Mutterliebe an außenstehende Kinder weiter und zwar in innerhalb meiner beruflichen Tätigkeit,
weil so viel davon in mir ist, was ich selber kaum glauben kann, da ich ja selber kaum was kriegte. 

Es ist mit einem wirklich sehr großen Glücksgefühl verbunden diese Liebe geben zu können. 

 

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19. November 2017 um 6:08

Ich hab schon als kleines Kind realisiert, dass mich meine Eltern weder lieben noch mögen - bei mir gab es dann eher den umgekehrten Effekt, dass ich später festgestellt habe, dass es bei den meisten Familien so wie im Fernsehen ist und es tatsächlich Eltern gibt, die lieb zu ihren Kindern sind, das hat mich oft ziemlich geschockt.
Ich hab auch keine Ersatzeltern oder sowas, ich bin zeitlebens Leuten, die im Alter meiner Eltern sind, aus dem Weg gegangen, weil ich die prinzipiell gruslig fand.

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23. November 2017 um 10:04

Ach. Manchmal ist es tröstlich Leidensgenossen zu haben. Ich wünsche allen hier, dass sie in der Lage sind irgendwo anders diese Liebe erhaschen zu können. Ich durfte lernen, dass es geht, wenn man sein Herz öffnet. 
Und das Geben ist auch wunderschön. Ich gebe es wirklich sehr vielen. 

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